An der Peripherie von Rügen

 

Stellplatz an der Rügenbrücke Stralsund Oscarlotta ist wieder upgedatet, nicht nur HU und AU ohne Beanstandungen, sondern auch zwei neue Bordbatterien sind an Bord. Smiley Um kurz nach 8 (!) Uhr war ich bereits an der Werkstatt, die nicht allzu weit vom Stellplatz an der Rügenbrücke entfernt ist. Oscarlotta wurde sofort zur Abgasuntersuchung gebracht und ich wartete in der Aufenthaltsecke auf Uschi, die um halb zehn mit frischen Brötchen zum Frühstück nachkam. In Boxi saß es sich dann etwas gemütlicher und einen Kaffee gab es auch! Es dauerte dann allerdings noch bis 12 Uhr, bis der Meister Bescheid sagte, dass nach der Mittagspause um halb eins die Batterien dran seien. Ich hatte darum gebeten, eine Viertelstunde Vorlauf und ein Eckchen in der Werkstatthalle zu bekommen, da einiges aus der Heckgarage ausgeräumt werden musste. Die Batterien sitzen nämlich in einem Fach im Doppelboden. Uschi half mir, wir klappten den Fahrradträger mit den Rädern um und räumten den Zugang von der hinteren Heckklappe aus frei. Meine Überlegungen und Bedenken im Voraus bezüglich der Solarregler, die nicht ohne Anschluss an den Batterien arbeiten sollten, erübrigten sich erfreulicherweise. In der Halle war es so dunkel, dass die Regler sich bereits ausgeschaltet hatten. Vorsichtshalber wurden trotzdem nicht beide Akkus gleichzeitig abgeklemmt, sondern einer nach dem anderen. Der Werkstattmensch meinte, wenn die neuen Akkus auch wieder 12½ Jahre halten, dann wäre sicher vorher schon ein neues Wohnmobil fällig. Ich meinte, dass nicht sicher sei, ob ICH die 12½ Jahre noch durchhalte. Das ist auch eine neue Erfahrung, dass man so langsam anfängt, sich zu fragen, wie lange man dieses Leben noch so führen kann. Und was danach kommt. Eine nette Angestellte beim LPG tanken, mit der sich ein längeres Gespräch entwickelte, weil sie mich fragte, ob ich alleine unterwegs sei, meinte, es wäre notwendig, einen Plan B zu haben. Den gibt es aber erst in Fragmenten und er lockt mich auch nicht sonderlich. Enttäuschtes Smiley

Doch zurück zur Werkstatt! Als ich mit dem Mechaniker über meine Aufbautür reden wollte, stellte ich überrascht fest, dass der untere „Tannenbaum“ bereits wieder angeschraubt war. Ein probeweises Schließen und Öffnen der Tür ergab, dass sie sich mit dem kleinen Finger öffnen ließ!!! Daumen hoch Hartal hatte mir per eMail mitgeteilt, dass entweder die Scharniere abgeschraubt und neu eingestellt oder die „Tannenbäume“ etwas schräg gestellt werden müssten. Letzteres wurde gemacht und zumindest im Moment scheint es das Problem zu beheben. Ich hoffe, es bleibt dabei! Ach ja, neue Wischerblätter waren auch schon montiert und sogar das rechte wischt AUF der Scheibe. Ich hoffe, es…

Bis die Heckgarage wieder komplett eingeräumt war und Oscarlotta aus der Halle fahren durfte, wurde es 14 Uhr. Langsam merkte ich, dass ich in der Nacht zuvor viel zu wenig Schlaf bekommen hatte und so war ich nur noch in der Lage, zum Stellplatz zurückzufahren.

Weil das Wetter seit Sonntag regnerisch war, hatten wir es noch nicht in die Stralsunder Innenstadt geschafft und deswegen beschlossen, noch länger auf dem Stellplatz zu bleiben. Er liegt direkt neben der Rügenbrücke, wird von der Firma Caravan-Center Dahnke betrieben, ist mit €16 schon nicht mehr ganz preiswert und trotzdem im Sommer ständig voll. Trotz Schotterrasen stand der Platz großflächig unter Wasser! Ganz ruhig ist es dort nicht, aber man hat alles, was man braucht und ist in 20 Minuten zu Fuß in der Altstadt. Oder man fährt, so wie ich, für zwei Euro mit dem Bus, der direkt am Stellplatz hält.

Am Mittwoch regnete es nicht mehr, Uschi lief, ich fuhr und am Alten Markt trafen wir uns. Vor zwei Jahren konnten wir die St.-Nikolai-Kirche nicht besichtigen, da für den nächsten Tag der damals noch amtierende Bundespräsident Gauck zu Besuch erwartet wurde und man noch putzen musste! Smiley mit geöffnetem Mund Diese Kirche haben wir das erste und bisher einzige Mal 2002 von innen gesehen und waren damals schon sehr angetan von den Restaurierungsarbeiten, die sehr vielversprechend erschienen. Dieses Mal gelang es, uns von den Ergebnissen zu überzeugen. Es ist noch lange nicht alles fertig, aber das, was fertiggestellt ist, ist traumhaft schön! Dafür und damit es weitergeht, haben wir gerne die 3 Euro Eintritt gezahlt.

St.-Nikolai-Kirche StralsundSt.-Nikolai-Kirche StralsundSt.-Nikolai-Kirche StralsundSt.-Nikolai-Kirche StralsundSt.-Nikolai-Kirche StralsundSt.-Nikolai-Kirche Stralsund

Eine Astronomische Uhr gibt es auch, aber sie ist lange nicht so schön wie die in der Rostocker Marienkirche, obwohl sie von demselben Erbauer, dem Uhrmacher Nikolaus Lilienfeld, stammt. Und der hat nicht etwa erst die Uhr in Stralsund und dann die bedeutend aufwändigere in Rostock gebaut, sondern andersherum, Rostock 1379, Stralsund 1394. Die in Rostock funktioniert immer noch und hat vom November 2017 an ihre 5. Scheibe montiert bekommen. Jede Scheibe reicht nämlich „nur“ 133 Jahre! Damit hat sich auch unsere Frage von 2017 beantwortet, als wir in Rostock vor der Uhr standen, siehe „hier“. Zwinkerndes Smiley Die Astronomische Uhr in Stralsund läuft seit einer vermuteten Beschädigung im 16. Jahrhundert nicht mehr, ist in ihrem originären Zustand aber fast komplett erhalten und gilt deswegen als die älteste mechanische Uhr der Welt. (Quelle Wikipedia)

St.-Nikolai-Kirche StralsundSt.-Nikolai-Kirche StralsundSt.-Nikolai-Kirche StralsundSt.-Nikolai-Kirche StralsundSt.-Nikolai-Kirche Stralsund

In einer Nische warteten einige Krippenfiguren auf ihren nächsten Einsatz, ist ja schon bald…

KrippenfigurenKrippenfiguren

Nebenan, zwischen Kirche und Rathaus, entdeckten wir eine offenbar alte Passage. (Laut Wikipedia handelt es sich um das Gebäude einer der zwei erhaltenen Stadtwaagen von Stralsund aus dem 13. oder 14. Jahrhundert) Eine Büste des schwedischen Königs Gustav II. Adolf stand angestrahlt in einer der vielen Nischen. Geschichte gehörte früher nicht zu meinen Lieblingsfächern, es kann aber gut sein, dass ich schon von ihm gehört hatte. Cooles Smiley Er spielte im Dreißigjährigen Krieg eine tragende Rolle, da er u. a. durch seinen Kriegseintritt Stralsund im Jahre 1630 von der Belagerung durch die Truppen des Habsburger Kaisers Ferdinand II. befreite (mehr für Geschichtsinteressierte „hier“). Er war als Kriegsherr selbst an den Schlachten beteiligt und verstarb auf einer solchen 1632 mit gerade mal 38 Jahren. Trotzdem war er 21 Jahre lang auf dem schwedischen Königsthron, musste bereits mit 17 Jahren die Nachfolge seines Vaters antreten und dafür vorzeitig für mündig erklärt werden. Trotz der kriegerischen Zeiten muss genug Gelegenheit für (Fr)Essgelage gewesen sein, wie die Fotos beweisen. Und er sah viel älter aus als er nach Jahren war, finde ich!

Alte Stadtwaage StralsundAlte Stadtwaage StralsundGustav II. AdolfGustav II. Adolf

Wir hatten auch noch Zeit für unser leibliches Wohl und Junge gibt es in Stralsund (natürlich!) auch. Zwinkerndes Smiley

Bäckereicafé Junge StralsundBäckereicafé Junge Stralsund

Am Donnerstag bekam Uschi bzw. Boxi von den Monteuren der Firma Dahnke eine neue Wasserdruckpumpe eingebaut, da ihre alte sie seit Wochen mit unkontrolliertem und nicht nachvollziehbarem selbsttätigen Einschalten in unregelmäßigen Abständen nervte. Undichtigkeiten waren nicht auffindbar. Dahnke hat einen Reparaturterminvorlauf von mehreren Wochen, auch jetzt noch im November. Die neue Pumpe hatte Uschi schon von Thiessow aus telefonisch bestellt und bereits abgeholt, in der Hoffnung, dass die alte Pumpe noch eine Weile still hält. Als dem nicht so war, erreichte sie mit hartnäckiger Bitte um Soforthilfe dann doch, dass am nächsten Tag jemand zu ihr auf den Stellplatz kam. Wir finden, so etwas muss aber auch drin sein, wenn ein Stellplatz von einem Wohnmobilhändler mit angeschlossener Werkstatt betrieben wird.

Nach vollendeter Tat liefen wir nur noch zum nahegelegenen Rewe-Markt, der allerdings für unseren Geschmack nicht besonders gut sortiert war.

Barth

Am Freitag sind wir ein kleines Stück weitergefahren, bis in das Städtchen Barth. Es liegt am südlichen Ufer des Barther Boddens. Von seinem Hafen aus gibt es einen Schiffspendelverkehr nach Zingst, das quasi gegenüber liegt. Bestimmt eine schöne Tour, aber die Saison war natürlich schon vorbei.

BarthBarthBarth

Der Wohnmobilstellplatz liegt am Segler-Verein und bietet Platz für 30 Mobile. An der Slipanlage mit Blick auf Bodden und Hafen können allerdings nur ca. 5-6 Mobile stehen, die anderen müssen mit einem Grundstück ohne Wasserblick vorlieb nehmen. Zumindest im Winter ist das so, da ein Teil der Fläche von an Land gebrachten Booten eingenommen wird. Der Platz ist eher einfacher Natur, unparzellierte Rasenflächen, die jetzt schon recht schlammig waren mit tiefen Spuren von den Fahrzeugen, die die Boote über den Winter aus dem Wasser geholt hatten. Dafür kostet es aber auch „nur“ €12 und für einen Euro sollte es 3kWh Strom geben. Das war die Aussage der Hafenmeisterin, im Internet und in den diversen Stellplatz-Apps finden sich völlig widersprüchliche Angaben zu den Preisen und den Öffnungszeiten. Fakt ist, dass man immer nur einen Euro in den Stromautomaten einwerfen kann, worauf neben dem gewählten Anschluss eine Kontrollampe leuchtet. Leuchtet = Strom, leuchtet nicht = kein Strom! Nun wissen wir ja ziemlich genau, wie weit bei uns 3kWh reichen, bei mir 48 Stunden unter den schlechtesten Bedingungen, nämlich ohne Solarertrag bei nicht vorhandener Sonne. Am Freitag um 14 Uhr aktivierte ich meine Steckdose, am nächsten Mittag zeigte mein Panel kein Stromsymbol mehr an. Uschi verbraucht nicht so viel Strom, aber auch bei ihr leuchtete kein Lämpchen mehr. Also nachwerfen! Diesmal reichte der Euro von 13:30 bis Mitternacht! Ich hatte keine stromfressenden Verbraucher angeschlossen, mein Kühlschrank lief wie immer auf Gas. Am Sonntag schien die Sonne und ich gab der Solarladung den Vorrang. Trotzdem war am frühen Abend der Strom wieder weg! Bei Uschi war es ähnlich. Nach welchen Kriterien dieser Stromautomat agierte, wurde uns nicht klar. Weder 24 Stunden noch der Verbrauch von 1kWh wurden jeweils erreicht. Da über das Wochenende niemand erreichbar war, blieb uns nichts anderes übrig, als Geld nachzuwerfen. Bei mir wurden es dann insgesamt 5 Euro! Ja, ich hätte meine neuen Batterien testen können, aber meine Kaffeemaschine läuft nur mit 230V und das ist für mich ein schlagendes Argument! Smiley

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Der Hafenbereich ist recht hübsch gestaltet und in der Saison ist auch bestimmt einiges los. Jetzt war fast alles bereits geschlossen, erfreulicherweise das Vereinslokal nicht. Am Samstagnachmittag holte ich dort leckeren lauwarmen Pflaumenkuchen und am Sonntagabend gingen wir Fisch essen. Preiswert, gut und reichlich! Das Lokal ist sehr nett eingerichtet und, wie wir feststellen konnten, auch sehr beliebt.

Barth

Nachmittags hatten wir das schöne Wetter für einen Erkundungsspaziergang rund um den Hafen genutzt

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und dabei auch eine weitere Möglichkeit entdeckt, mit dem Wohnmobil übernachten zu können. Auf einem öffentlichen Parkplatz gibt es (laut Promobil) Flächen für 10 Mobile und auch Stromsäulen. Wir haben sie nur aus der Entfernung gesehen und nicht nachgezählt. Den Preis von €7/Nacht können wir aber bestätigen, da er am Parkscheinautomaten angezeigt wurde.

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Trotz der nicht ganz optimalen Bedingungen (schlammiger Untergrund, Gemeinschaftsduschen, Strombedingungen, zum Spülen der Toilettenkassette muss per Eimer Wasser aus dem Bodden geholt werden, das eigentlich vorhandene kostenlose WLAN war nicht verfügbar) hat es uns gut dort gefallen. Das lag aber hauptsächlich an unseren Plätzen mit der schönen Aussicht. Ein (abends beleuchteter) Hafen vor dem Fenster zur einen Seite und zur anderen der Blick auf den Bodden ist auch etwas, an das man sich gewöhnen könnte. Im Sommer sicher noch interessanter mit regem Schiffs- und Bootsverkehr, aber dann wäre es uns schon wieder zu turbulent.

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written by Ingrid
photos taken with iPhone

P.S.: Wie immer könnt ihr die Fotos durch anklicken auf Originalgröße (bessere Qualität) bringen und den Fototext lesen, wenn ihr den Mauszeiger auf das Foto führt.

Rügen – wir kommen!!!

 

Uschi war inzwischen auch unterwegs, hatte ihre Termine bei Tischer und beim Nissan-Händler erfolgreich erledigt und fuhr im Kilometerrausch mir nach. Sie wollte „nur“ bis Wismar, fragte aber vorsichtshalber nach, ob bei mir noch ein Plätzchen frei sei, falls Wismar voll sein sollte. War es, beides. Obwohl der Stellplatz in Wismar vor ein paar Jahren erweitert wurde, war er komplett belegt! Nicht ungewöhnlich für Ende August bei einem attraktiven Stellplatz nahe bei einer beliebten Stadt an einem Freitagabend, trotzdem doof. Uschi rief mich um kurz nach 20 Uhr an und wollte die 80km bis ins nach Tessin noch fahren. Das bedeutete, dass sie nicht mehr vor 21 Uhr da und die Anmeldung dann geschlossen sein würde. Natürlich hätte ich sie einfach mit meinem Schlüssel reinlassen können, ich entschied mich aber, telefonisch um die Erlaubnis dafür zu bitten. Zum Anmeldebüro laufen wollte ich nicht extra, die Tür und die Hitze! Aber sicher könne ich meine Freundin hineinlassen, vorausgesetzt, sie würde am nächsten Morgen zum Bezahlen kommen. Auf der Straße müsse sie die Nacht nicht verbringen! Um zwanzig nach neun schloss ich das Tor auf und stellte mich um die erste Ecke an die Garagen. Die besonderen Gegebenheiten hatte ich Uschi am Telefon erläutert. Bevor ich Big Fix sah oder hörte, erschien ein Lichtkegel an der letzten Garage. Ich schaltete meine Taschenlampe auf dem iPhone ein und gab Signale, sobald Fix und Boxi um die Ecke gebogen waren. Die beiden und Uschi waren an dem Tag 745km Erstauntes Smiley gefahren und froh, auf solch einem schönen und ruhigen Stellplatz gelandet zu sein. Da Uschi über eine funktionierende Klimaanlage verfügt, sagte sie, dass es für sie angenehmer gewesen sei, gekühlt zu fahren als stehend weichgekocht zu werden.

Tessin

Der nächste Tag wurde noch einmal so heiß, dass ich meine Klimaanlage durchlaufen ließ und Oscarlotta nur verließ, um meine Toilettenkassette zu entleeren und meinen Wassertank randvoll zu machen. Der Wasserhahn war nur ein paar Meter entfernt. Dabei fiel mir auf, wie traurig die neuangepflanzten Bäumchen aussahen und die nächsten Gießkannenfüllungen waren für sie. Verliebt

Uschi hatte sich beim nahen Bäcker Brötchen geholt und ihren Platz bezahlt und war zu weiteren Aktivitäten auch nicht bereit. Stimmt nicht, sie schaute sich Oscarlottas Tür an, schraubte die drei seitlichen Befestigungen ab, reinigte sie und schliff sie an.

Am nächsten Morgen öffnete sich die Tür anstandslos! Wir gaben unsere Schlüssel ab und fuhren wieder auf die A20. Bei der Ausfahrt 24 wechselten wir auf die E251/E22, die geradewegs auf die Rügenbrücke führt. Wir waren wohl nicht die einzigen, die dort hin wollten! Am letzten Rastplatz vor der Brücke hielten wir noch einmal an, wer weiß, wann wieder eine Gelegenheit kommen würde. Es fing nämlich leicht an zu regnen und ich kann mein Fenster an der Beifahrerseite in Ermangelung eines Beifahrers während der Fahrt nicht schließen. Wir fuhren bei Regen über die Brücke und über den Rügendamm. Mein Scheibenwischer auf der Beifahrerseite hat keinen ausreichenden Anpressdruck und wischt mehr in der Luft als auf der Scheibe. Das ist ein Manko, das immer nur kurzzeitig beseitigt werden kann, wenn ich mal wieder einer Werkstatt den Auftrag dazu gegeben habe. Da ich durch meinen Teil der Scheibe genug sehe, kann ich damit leben. Plötzlich drehte sich der rechte Scheibenwischerarm aber sehr akrobatisch einmal um die eigene Achse und blieb von der Scheibe weggedreht in der Luft. Sofort schaltete ich die Anlage ab. Aber es regnete und ich sah nichts mehr! Ich musste die Scheibenwischer laufen lassen!!! Anhalten ging natürlich nirgendwo, die Zugangsstraßen auf die Insel sind in diesem Bereich ausgesprochen schmal und insgesamt nur zweispurig. In beiden Richtungen bewegte sich eine PKW-Schlange! Der in der Luft schwebende, verdrehte Scheibenwischer machte sehr sonderbare Bewegungen und ich rechnete damit, dass er jeden Moment abfallen würde! Verwirrtes Smiley Ich schaltete die Anlage nur kurz ein, wenn ich fast nichts mehr sah und hoffte inständig auf einen Parkplatz. Der kam dann ZUM GLÜCK irgendwann. Mir war klar, dass Uschi sich wundern würde und ich wollte schnell aussteigen, um ihr Bescheid zu geben. Meine Tür GING NICHT AUF!!! Aber nicht ums Verrecken! Uschi kam durch den Regen gelaufen und ich rief ihr zu, sie möge den Scheibenwischer wieder zurückklappen. Der hatte sich aber so verkantet, dass auf die Schnelle nur abmontieren half. Egal, er nützte mir ja sowieso nicht viel, Hauptsache, ich konnte weiterfahren. Der verbleibende Gelenkstummel hatte genügend Abstand zur Scheibe, sodass er sie nicht verkratzen konnte. Der Regen wurde noch heftiger! Dann kam die Strecke mit den wunderschönen Baumalleen, die es nur noch in diesem Teil Deutschlands gibt. Ich erwähnte den starken Gegenverkehr? Die Warnschilder an den Bäumen für hohe Fahrzeuge nehme ich sehr ernst, die Bäume sind nämlich mit Sicherheit widerstandsfähiger als Oscarlotta. Ich blieb also in gebührendem Abstand zu ihnen, was bedeutete, dass ich über die Mittellinie fuhr. Wenn mir niemand entgegen kam. Wenn doch, blieb ich vor dem in die Straße hineinragenden Baum stehen und fuhr dann im großen Bogen drumherum. Es dauerte, bis wir in Thiessow ankamen! Enttäuschtes Smiley Auf dem Parkplatz des Campingplatzes ging die Tür nur auf, weil ich mich von innen dagegenwarf (mein Knie konnte ich nicht mehr einsetzen!) und Uschi von außen zog. Es war jetzt klar, dass der untere der drei „Tannenbäume“ (so hatte der Hartal-Mitarbeiter sie damals genannt) der Übeltäter war. Der wurde jetzt abgeschraubt! Und schon war das Problem gelöst. Seine Arbeit müssen bis auf weiteres seine beiden Kollegen übernehmen. Vermutlich müssen die Stifte in der Tür, die in diese Tannenbäume einrasten, wenn sich die Tür schließt, neu justiert werden. Ob wir das hinkriegen oder ob das eine Werkstatt machen muss, wird sich zeigen. Wir haben ja jetzt zwei Monate Zeit!

Hartal-TürHartal-TürHartal-TürHartal-TürHartal-TürHartal-TürHartal-Tür

Die Schranken des Campingplatzes öffneten sich erst um 15 Uhr wieder, die Rezeption war aber besetzt. So konnten wir uns anmelden und im Campingplatz-Bistro unseren ersten Backfisch essen. Wir hatten zwei nebeneinanderliegende Stellplätze gebucht, wovon einer allerdings erst drei Tage später frei werden sollte. Solange müsste Uschi einen anderen Platz nehmen. Sie fuhr schon einmal vor, ich machte einen Zwischenstopp auf der Entsorgungsstation. Als ich in der Nähe unserer Plätze ankam, stand Fix und Boxi mitten auf der Zufahrtsstraße und Uschi unterhielt sich mit den Campern auf ihrem zukünftigen Platz. Die packten gerade die Fahrräder zusammen und mussten nur noch den Wohnwagen anhängen. Der PKW stand natürlich auf meinem Platz! Laut Campingplatzordnung muss man bis 11 Uhr abgereist sein, aber für manche Menschen gelten immer andere Regeln. Die Leute waren aber nett und absolut relaxt. Der Mann stellte sein Auto auf die Straße und mit Uschis Hilfe drehte ich Oscarlotta auf 11 Metern um 180 Grad. Um quer zu stehen waren die Plätze nicht tief genug und ich wollte die Tür nicht zur Straße haben. Es dauerte dann noch eine gute halbe Stunde, bis Uschi hinter mich fahren konnte. Smiley

ThiessowThiessow

Unser erster Eindruck bestätigte nicht nur alle Erwartungen, sondern übertraf sie noch! Wir stehen in der „ersten Reihe“ mit einem unverbaubaren grandiosen Ausblick. Der Regen hatte mit unserer Ankunft aufgehört und dieser graue und etwas stressige Tag verabschiedete sich mit einem versöhnlichen und völlig unverhofften Willkommenssonnenuntergang! Daumen hoch

Thiessow

written by Ingrid
photos taken with iPhone

P.S.: Wie immer könnt ihr die Fotos durch anklicken auf Originalgröße bringen und den Fototext lesen, wenn ihr den Mauszeiger auf das Foto führt.