Und dann noch Nesselwang…

 

Viehscheid ist die fünfte Jahreszeit im Allgäu, so wie der Karneval im Rheinland. Entsprechend voll sind die Wohnmobilstellplätze und vermutlich auch die Hotels und Pensionen. Der Stellplatz in Pfronten-Weißbach war quasi doppelt belegt. Gut, dass man Wohnmobile noch nicht stapeln kann! Viehscheid und Weihnachten, das sind die Termine, wo einfach Ausnahmezustand herrscht. Nachdem der Stellplatz bis auf den letzten Platz belegt war, wurden die weiterhin wie an der Perlenschnur anreisenden Wohnmobile auf dem Firmengelände aufgereiht und schließlich standen sie auch im gesamten Wendehammer am Ende der Straße. Es wurde sonntags etwas besser, aber nur, um donnerstags wieder loszugehen. Am Wochenende nach dem Viehscheid in Pfronten war Nesselwang an der Reihe. Wir hatten inzwischen Besuch bekommen und so fuhren wir am Viehscheid-Samstag dort hin, per Smart und per Rad. In Nesselwang war die Ankunft und Aufteilung der Rinder an den Parkplätzen der Alpspitz-Seilbahn vorgesehen und dort war auch das große Festzelt aufgebaut. Der Wohnmobilstellplatz liegt gleich nebenan, natürlich war auch er übervoll. Deswegen standen etliche Wohnmobile zwischen den PKWs und es sah so aus, als ob sie dort auch über Nacht stehenbleiben und geduldet würden. Platzeinweiser sorgten für einen reibungslosen Ablauf und obwohl wir recht früh dran waren, war der riesige Parkplatz schon gut gefüllt. Wir reihten uns ein und suchten uns einen Stehplatz hinter dem Lift zur Sommerrodelbahn. Dort würden die Herden entlangkommen, irgendwann demnächst. Und damit würde ihr schönes Sommerurlaubslebensgefühl der letzten 100 Tage auf saftigen Alpwiesen leider zu Ende gehen. Wenn sie Glück haben, hat ihr Bauer rund um seinen Hof Weideflächen, auf denen sie noch draußen sein können, bis der Winter da ist.


 
Wie schon in Pfronten hörte man sie, bevor man sie sah! Und sie kamen alle gleichzeitig, an die hundert Tiere. Um die Kontrolle nicht zu verlieren, bevor sie auf die wartenden Menschen am Wegesrand stießen, ließ man alle ankommenden Rinder zunächst auf eine große abgezäunte Weide laufen. Das war ein kluger Schachzug! Dort konnten sie sich im Wortsinne erst einmal „auslaufen“.

Dann durfte die einzige Kranzkuh sich in ihrer vollen Schönheit zeigen! Wirklich wunderbar gestaltet war ihr Kopfschmuck, geflochten aus Zweigen, Blumen, Gräsern und Bändern und ich hoffe für sie, dass sie sich ihrer Schönheit und der Bewunderung bewusst war, denn angenehm war es mit Sicherheit nicht, diese riesige Krone über Stunden zu tragen. (siehe auch „hier“)

Kranzkuh

Danach wurden die Rinder, ungestüme Jungtiere, in Gruppen an uns Zuschauern vorbei nach unten zum Viehscheidplatz geführt. Auch hier hatten die Alphirten genug zu tun, um die Tiere in Schach zu halten und es war gut, dass in kurzen Abständen große Blumenkästen den Weg begrenzten. Das Braunvieh ist die älteste und immer noch verbreitetste Rinderrasse im Allgäu. Es heißt, dass es sich am besten an die klimatischen und landschaftlichen Bedingungen des Hochgebirges angepasst hat, dass es klug und schön ist. Letzteres können wir auf jeden Fall bestätigen! Nicht nur, dass ihm das gleichmäßig braune Fell in vielen Farbnuancen ausgezeichnet steht, sondern absolut bezaubernd sind die im Inneren hellen und im Sonnenschein an den Rändern durchscheinenden Öhrchen, die sanften großen Augen und das Haarbüschel über der Stirn. Zum Verlieben! Da kommt kein Tiroler Grauvieh mit, kein Schweizer Fleckvieh und auch nicht die schwarz-weißen Holsteiner.

Allgäuer BraunviehFleckvieh

Trotzdem sind die „Gscheckten“ auf dem Vormarsch und in Süddeutschland inzwischen die häufigsten Rassen. Das Braunviehrind mit seinen rund 600kg Lebendgewicht bei einem Stockmaß von etwa 1,40m wird vom Fleckvieh noch um 100kg übertroffen. Stiere können es sogar auf über eine Tonne bringen. Früher allerorten als Dreinutzungsrasse (Milchlieferant, Fleischproduzent, Arbeitstier) geschätzt, gelten Rinder heute zumindest hierzulande allenfalls noch als Zweinutzungsrasse und da ist gerade das Allgäuer Braunvieh ein typischer Vertreter, gleich gut geeignet als Milch- und Fleischlieferant. Die Milchproduktion weltweit führt allerdings die Holsteiner Rasse an. Während man um 1900 herum schon zufrieden war, wenn eine gesunde Kuh 1500 Liter Milch pro Jahr gab, hat man es durch Züchtung geschafft, dass eine Holsteinerkuh, früher als Schwarzbunte oder Rotbunte bekannt, es auf durchschnittlich 10000 Liter im Jahr bringt. In der Massenabfertigung gehen bis zu 16000 Liter! Diese Kühe werden allerdings nicht alt. Im Allgäu gibt man sich mit 8000 Litern pro Jahr zufrieden, wobei dies, mit früher verglichen, schon eine gewaltige Differenz ist. Insbesondere Zuchtkritiker und Tierschützer führen an, dass Züchter die Leistung von Kühen in den vergangenen 100 Jahren stärker vorangetrieben haben als Ingenieure die Motorisierung von Automobilen. Erstauntes Smiley

Das Video zum Text (3:24 Minuten):


 
Viehscheid Nesselwang Der Viehscheidplatz war im Hof der Freiwilligen Feuerwehr und um einiges kleiner als in Pfronten. Das „Abschellen“ geschah auf dieselbe Weise, vorher gab es aber noch eine offizielle Ansprache, in der auch darum gebeten wurde, mit Mountainbikes doch bitte auf den Wegen zu bleiben und nicht kreuz und quer über die Alpwiesen zu fahren. Hier in den Bergen sieht man kaum noch ein Mountainbike ohne Elektroantrieb und zumindest die Touristen scheinen sich nicht an die Regeln zu halten. Da sie mit Motor überall dort fahren können, wo es ohne nicht mehr möglich wäre, tun sie es auch.

Viehscheid Nesselwang

Die Kranzkuh konnten wir dann noch ganz aus der Nähe bewundern! Und auch ihr “Kälbchen”! Zwinkerndes Smiley

KranzkuhKranzkuhKranzkuhKranzböckchen

Nachdem ihnen die Schellen abgenommen worden waren, wurden die meisten Rinder fein säuberlich aufgereiht an Holzbalken festgebunden, immerhin mit Blick auf Gras, aber auch hier ohne Wasser zum Trinken, und mussten warten, bis ihr Transportanhänger da war.

Viehscheid NesselwangViehscheid NesselwangViehscheid Nesselwang

Viele davon passten gleichzeitig nicht auf den Feuerwehrhof. Und einige Wagen waren so hoch, dass die Rampe dermaßen steil war, dass die Rinder echte Schwierigkeiten hatten, die Ladefläche zu erreichen. Wir haben nicht verstanden, wieso man nicht eine doppelt so lange Rampe anlegen kann, die auf der Hälfte einfach noch einmal von unten abgestützt wird. Es spielten sich richtige Dramen ab, weil einigen Rindern schon beim ersten Versuch die Vorderläufe wegknickten und sie, sicher ziemlich schmerzhaft, auf die Knie fielen. Und da kaum ein Rind freiwillig und unerschrocken die Rampe in Angriff nahm, wurde gezerrt, geschoben und leider auch geschlagen. Das war NICHT schön anzuschauen und eine Frau wurde richtig laut und beschimpfte den Bauern als Tierquäler. Der war sowieso schon sichtlich gestresst und zerrte sie ziemlich grob von seiner Rampe, auf die sie sich begeben hatte, wieder herunter. Die Frau, nicht die Kuh! Das war dann auch der Zeitpunkt, an dem wir gingen. Schade, es gab der ansonsten schönen Veranstaltung einen leicht faden Nachgeschmack. So viel Aufwand mit dem Alpabtrieb auch getrieben wird, so sind die Rinder letztendlich eben doch bloß Ware. Enttäuschtes Smiley

Viehscheid NesselwangViehscheid Nesselwang

Ein kleines, nettes Fachbegriffe-Lexikon für Interessierte gibt es „hier“ und dann natürlich noch das Video zum Text (3:54 Minuten):


 
written by Ingrid
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P.S.: Wie immer könnt ihr die Fotos durch anklicken auf Originalgröße bringen und den Fototext lesen, wenn ihr den Mauszeiger auf das Foto führt.

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Wanderwochen in Oberstdorf mit Uschi

 

Da der Wetterbericht für die ersten zwei Wochen im September stabiles Spätsommerwetter vorhergesagt hatte, machte ich dieses Jahr noch einmal “Urlaub” in Oberstdorf. Der Wohnmobilstellplatz in der Hermann-von-Barth-Straße war fast die ganze Zeit nicht voll belegt bis auf das “dicke Ende”. Das Wetter war traumhaft mit angenehmen Temperaturen und das Städtchen so nah und schön wie immer. Verliebt

Oberstdorf

Ich hatte aber vor allem vor, noch einige Wanderungen zu unternehmen, die ich bei meinem Aufenthalt im Frühling nicht geschafft hatte. Gipfel wollte und kann ich nicht mehr erklimmen, außer mit der Seilbahn und die Benutzung ist teuer (finde ich!). Außerdem stören mich dann oben auf den Bergen die vielen Menschen. Also bin ich  Wanderwege einige “Stockwerke” tiefer und abseits der Massen gegangen und habe viel Schönes am Wegesrand und auch tolle  Aussichten aus verschiedenen Höhenlagen genossen. Die Vielfältigkeit der Touren zu Fuß oder mit dem Fahrrad/E-Bike lässt keine Langeweile aufkommen. Egal ob man sich entlang der Flüsse meistens im Schatten von Bäumen bewegt oder kleinere Anstiege durch Wälder und entlang/über Kuhweiden in Kauf nimmt, man wird immer mit schönen Ausblicken belohnt. Die vielen Almen mit Bewirtschaftung laden in jeder Richtung und Entfernung Fußgänger und auch Radfahrer zu einer Pause ein.

Ausblick auf OberstdorfAlm mit Bewirtschaftungam Flüsschen entlangRinnsalein seltenes Exemplar MIT HörnernVerdauungspäuschensturmerprobtam Wegesrand

Den Lesern, die sich für meine erwanderten Touren interessieren, möchte ich meine Auflistung ans Herz legen, die ich ganz am Ende meiner kleinen “Reportage” angehängt habe. Zwinkerndes Smiley

Karte

Nun komme ich nochmal zurück zum Leben auf dem Stellplatz und einer Stellplatzgeschichte der besonderen Art. Erstauntes Smiley

Ich hatte mich für die Zeit hier nicht in eine Ecke verkrochen, sondern mich ziemlich in die Mitte des großen Platzes gestellt, hauptsächlich, weil ich dort die meisten Sonnenstrahlen für meine Solarplatte erhaschen konnte und die Tage ohne Stromanschluss (Pauschalpreis für 24 Stunden 2,50€) auskam. Ich stand auch die meiste Zeit ganz allein auf dem Stellplatz, der seit Neuestem durch Markierungen parzelliert ist. Trotzdem wurde ich mit meinem Gespann zur Zielscheibe einer rasanten Rückwärtsfahrt diagonal über den Riesenplatz. Ich konnte nur noch schnell mein Fenster aufreißen und den Fahrer mit lautem Geschrei stoppen. Der Abstand meiner hinteren Ecke von Boxi zur Seitenwand seines Mobilchens betrug keine 20 Zentimeter mehr und er hatte schon mit dem Heck meinen hochgeklappten Fahrradträger angefahren. Ich stürzte raus und wurde prompt von einem wütenden Menschen richtig böse angebrüllt, er hätte doch im Rückspiegel die Ecke meines Mobils gesehen und er fährt immer so dicht an Mobilen vorbei wie er möchte und bla bla bla. Ich konnte ihn zwar unterbrechen, erst mit der wütenden Frage meinerseits, ob er denn den hochgeklappten Fahrradständer auch im Blick gehabt hätte und dann mit dem Hinweis, dass er meinen Träger, meine Kabine und sein Auto fast richtig heftig demoliert hätte. Seine prompte Antwort war: “Hab ich nicht, kein Mensch schaut im Rückspiegel nach solchen Sachen, so was Blödes hat man auch nicht bla bla bla!” Ein Anwohner, der die ganze Szene miterlebt hatte, kam dann zu meiner Unterstützung näher und erklärte dem wütenden Menschen, dass er sich am besten VORWÄRTS vom Acker machen solle, was der Rückwärtsfahrer, weitere Schimpfkanonaden ausstoßend, dann auch in die Tat umsetzte, EINSICHT ODER SOGAR EINE ENTSCHULDIGUNG FEHLANZEIGE! Erzürnt

Fahrradträger

Anschließend habe ich meinen Fahrradträger (der übrigens NICHT über die hintere Begrenzungslinie meiner Parzelle ragte) mit meiner knallgelben Warnweste gekennzeichnet! Sarkastisches Smiley

Das “dicke Ende” meiner Zeit auf dem Stellplatz kam mit den Oberstdorfer Viehscheidtagen. Schon Tage davor wurde es rappelvoll und damit laut und eng. Ich war froh, am Tag des Almabtriebes von den zu Oberstdorf gehörigen Almen meine Abfahrt geplant zu haben. Am Tag davor konnte ich aber noch eine große Kuhherde mit ihren Hirten auf dem Weg nach Hause (Schöllang) direkt vor dem Stellplatz filmen. (Video 1:45 Minuten)

 

 

Hier nun noch die versprochene Auflistung einiger Frühjahrs- und Herbsttouren zu Fuß:

1. Rund um Oberstdorf: Stellplatz – Mühlenbrücke – St.Loretto – Unterer Renksteg – Stillachtal – Schlechtenbrücke – Fußweg Richtung Tennispark – Dummelsmoosbrücke – Stellplatz (keine Höhenmeter, 9km)

2. Rundweg nach Norden: Stellplatz – Dummelsmoosbrücke – Illerursprung – Illersteg – Rubi – Widum – Schöllang – Wiesenweg über Reichenbach – oberhalb von Rubi zurück zur Dummelsmoosbrücke – Stellplatz (etwa 90 Höhenmeter, 14 km)

Rundweg nach NordenRundweg nach NordenRundweg nach NordenRundweg nach NordenRundweg nach NordenRundweg nach NordenRundweg nach Norden
Ein kleines Wasser-Video gibt es “hier” ( 1:07 Minuten)

3. Großer Rundweg nach Norden: Stellplatz – Mühlenbrücke – Schattenbergschanzen (Erdinger Arena) – Breitenberg – Wallraffweg – Gaisalpkapelle – Gaisalp (bewirtschaftete Alm) – Tobelweg – Reichenbach – Moorstüble am Moorfreibad (in Reichenbach ausgeschildert, sehr schönes Gartenlokal, gute Küche) – Reichenbach – oberhalb von Rubi zurück zur Dummelsmoosbrücke – Stellplatz ( 400 Höhenmeter, 15km)

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                 Für ein Wasserfall-Video bitte auf das Foto klicken (2:52 Minuten)

4. Kleiner Rundweg nach Süden: Stellplatz – Mühlenbrücke – Moorbad – Moorweiher – Jägerstand – Golfplatz – Dieters – Gruben – Mühlenbrücke – Stellplatz (etwa 100 Höhenmeter, 7 km)

5. Großer Rundweg nach Süden: Stellplatz – St.Loretto – Unterer Renksteg – Freibergsee – Dr. Reh-Weg – Heini Klopfer Skiflugschanze  Absprung – Schwand – Skiflugschanze  Aufsprung – Zimmeroyebrücke – Oberer Renksteg – Unterer Renksteg – Loretto – Fußweg Richtung Kirche – Stellplatz ( 170 Höhenmeter, 13 km)

FreibergseeSkiflugschanzeSkiflugschanze

6. Neue Runde um den Freibergsee: Stellplatz – zur Kirche – Weststraße zur Schlechtenbrücke – Bergkristall – Edmund Probst-Weg – Skiflugschanze – Strandcafe – Unterer Renksteg – Loretto – Dorf – Stellplatz (200 Höhenmeter, 15km)

7. Christlesee (im Süden von Oberstdorf): Mühlenbrücke – Gruben – Dieters – Mummelstüble (sehr nettes Gartenlokal) – Christlesee – Gruben – Jägerstand – Jägerstand – Fußweg links der Trettach zurück zur Mühlenbrücke – Stellplatz ( 120 Höhenmeter, 11km)

ChristleseeChristleseeChristleseeChristlesee

Karte Die genannten Orte  sind auf jeder Wanderkarte von Oberstdorf zu finden, Angaben zu Höhen- und Kilometern sind nach bestem Wissen notiert, aber ohne Gewähr; alle Wanderungen erfordern festes Schuhwerk!

 

 

 

 
written by Uschi
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Sommer adé??? (Scheiden tut weh!!!)

 

Nein, ich möchte den Sommer noch nicht gehen lassen!!! Weinendes Smiley Uschi ist Anfang August nach Lauterburg gefahren, um nach ihrem Vater zu sehen, der dann auch prompt in seiner Wohnung stürzte und sich eine Rippe prellte. Zum Glück hat er sich nichts gebrochen, denn das könnte in seinem Alter dann das Ende seiner selbstständigen Lebensweise sein. Er ist froh, dass wir nur 170km entfernt sind und so konnte Uschi letzte Woche auch wieder fahren. Sie ist für 14 Tage noch in Oberstdorf und kommt dann wieder hierher nach Pfronten. Eigentlich wollte ich heute auch nach Oberstdorf fahren, aber ich kann mich von meinem „Plätzchen in der Ecke“ einfach nicht trennen. Verliebt

Mein schöner EckplatzMein schöner EckplatzLebensmottoSchräglagehappy FlitziBlick nach obenBlick nach obenBlick nach oben

Die auch hier heißen Augusttage habe ich wunderbar im Schatten der Bäume auf der meinen Platz begrenzenden hohen Böschung verbracht. Gegen Abend kühlte es zuverlässig ab, sodass es in Oscarlotta über Nacht sehr angenehm war. Dank Flitzi konnte ich jederzeit einkaufen fahren, Spritztouren nach Lust und Laune unternehmen und meine diversen Arztbesuche abarbeiten. Die haben übrigens, genau wie vor 4 Jahren, kein Ergebnis bzw. keine Diagnose erbracht. Ultraschall, Nervenleitgeschwindigkeitsüberprüfung und MRT sagen, dass sowohl der Peroneus (Fußheber)-Nerv als auch der interaktierende Muskel völlig in Ordnung ist! Meine Gehprobleme habe ich aber trotzdem. Der Neurologe sagte freimütig, dass er jetzt mit seinem Latein am Ende sei. Enttäuschtes Smiley Also habe ich mich im Internet schlau gemacht und mir eine mechanische Geh-/Unterstützungshilfe ausgesucht und über ein Sanitätshaus geordert. Bei den ersten Gehversuchen zeigte sich relativ sofort, dass sie an der Innenseite des Knöchelgelenks scheuerte. Im Sanitätshaus verbog man sie etwas, mit dem Erfolg, dass sie jetzt innen und außen scheuerte! Ich polsterte mit Schaumstoff ab, klebte Blasenpflaster auf die wunden Stellen, zog einen Socken an und probierte es weiter. Es ging nicht! Eine erneute Recherche meinerseits ergab, dass ich das Standardmodell (angepasst!) bekommen hatte, es aber auch ein Modell für breitere Knöchelgelenke gibt und sogar die Möglichkeit, ein Modell nach einem Gipsabdruck sonderanfertigen zu lassen. Das hätte aber doch eigentlich der Techniker des Sanitätshauses wissen sollen, oder? Ich brachte die Orthese zurück in der Absicht, mein Geld zurückzuverlangen, falls es nicht noch eine andere Lösung geben würde. Der Geschäftsinhaber versprach, den Hersteller zu kontaktieren. Das Ergebnis war dann tatsächlich ein Umtausch in das breitere Modell. Das muss ich jetzt einlaufen, es scheuert NUR auf der Innenseite! Trauriges Smiley

Letzte Woche hat es einen Temperatursturz gegeben und nachdem ich mich zunächst noch geweigert hatte, die Heizung anzustellen (im August!!!), habe ich am zweiten Abend aufgegeben. 17°C sind etwas wenig, um abends behaglich zu sitzen. Jetzt wurde auch klar, dass mein schattiger Eckplatz zwar der perfekte Sommerplatz ist, aber für den Herbst, wenn man sich über jeden Sonnenstrahl freut, nicht unbedingt. Mal sehen, ich kann ja jederzeit umziehen. Für drei Nächte hatte ich übrigens Pech mit meinen Nachbarn! Es stellte sich ein alter VW-Bus mit der Schiebetür zu Oscarlotta auf deren Fahrerseite (zum Glück sitze ich auf der anderen Seite draußen). Insassen: 2 Frauen und 3 Jugendliche von ca. 14 Jahren! Erstauntes Smiley Im Nu standen 5 Fahrräder beidseitig am Baum angelehnt, der die Platzgrenze bildet. Ob mich das stören würde, wurde ich gefragt. Solange kein Fahrrad gegen mein Mobil fällt, nicht. Sie fanden dann aber doch noch eine andere Lösung. Ein Zelt wurde aufgestellt, spätabends noch ein zweites. Mit einem halben Meter Abstand saßen fünf Personen unterhalb meines wegen der Wärme offenen Wohnzimmerfensters. Es war wohl ihr erster Urlaubstag und es wurde laut! Nach dem zehnten „Ey Alter“ schloss ich mein Fenster und steckte mir Kopfhörer in die Ohren, hörte Musik und schaute mir einen Film an. Das mehrfache Rummsen der Schiebetür und Zuschlagen der Hecktür sowie der Beifahrertür hörte ich trotzdem. Ich nahm mir vor, wenn es am nächsten Abend genauso sein würde, darum zu bitten, dass man den Bus dreht und sich auf die andere Seite setzt. Dort stand nämlich nur ein abgestelltes Wohnmobil. Aber vermutlich hatte sich schon jemand anderer beschwert. Am nächsten Abend war (relative) Ruhe und das zweite Zelt wurde auch nicht mehr aufgebaut. Es verblieben eine Frau und die beiden Jungen, die andere und das Mädchen schliefen entweder irgendwo in dem auch noch mitgeführten PKW oder hatten sich ein Zimmer gemietet. Tagsüber war die ganze Truppe zum Glück unterwegs und am vierten Tag beobachtete ich freudig und amüsiert, dass Mama das Zelt abbaute, während die jungen Herren es sich auf dem Bett im VW-Bus gemütlich gemacht hatten. Laut lachen Als ich von meinem Arztbesuch zurückkam, waren sie WEG!!! Mein erster Gang war zur Stromsäule und da erhielt ich eine kleine Entschädigung in Form von zurückgelassenen 7,3kW Strom! Die hatte zu meinem Glück auch der andere Nachbar noch nicht entdeckt! Da ich überwiegend mit solarerzeugtem Strom wirtschafte, reichen mir 7,3kW fast einen Monat! Also Ende gut, alles gut!!! Smiley mit geöffnetem Mund

Jeden Sonntag gibt es vor dem zum Stellplatz gehörenden “Wirtshaus Wiesele” ein Alphornblaskonzert. Fünf Bläser, u. a. auch der Chef persönlich, spielen eine gute halbe Stunde für die anwesenden Gäste. Man hört es bis in die hinterste Ecke des Platzes und es ist toll! Seitdem schaue ich mir die Bäume im Wald mit anderen Augen an, nämlich auf ihre potentielle Eignung, ein Alphorn werden zu können. Zwinkerndes Smiley Dieser hat seine Chance allerdings schon vertan oder hatte das Pech, einfach nicht frühzeitig entdeckt worden zu sein.

AlphornbaumAlphornbaumAlphornkonzertAlphornkonzertAlphornkonzert

Dann hatte ich noch für ein paar Tage Besuch von einer Freundin. Wir haben einige schöne Fahrten mit Flitzi gemacht und (nicht nur) davon gibt es jetzt noch ein paar Fotos. Der Weißensee ist schön grün wie immer

WeißenseeWeißenseeWeißenseeWeißenseeWeißenseeWeißenseeWeißenseeWeißenseeAlatseeAlatseeAlatseeAlatsee

und der Forggensee ist noch immer eine Wüstenlandschaft, zumindest im Füssener Abschnitt. Am letzten Samstag war Königs Geburtstag und zu diesem Anlass gab es einen Kunsthandwerkermarkt auf der anderen Seite des Sees mit Blick auf Neuschwanstein. Interessante Sicht, aber sicherlich schöner, wenn der See ein See ist. Smiley

NeuschwansteinForggenseeKunsthandwerkermarktForggensee mit Wasser

written by Ingrid
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Gamsbart-Rallye

 

Oldtimertreffen Heute gibt es etwas für die meisten Jungs und für die wenigsten Mädels. Laut lachen Anfang Juli gab es in Pfronten das 28. Internationale Oldtimertreffen und da mussten wir natürlich hin! Über 200 Oldtimer waren angekündigt, es gab ein Rahmenprogramm und am Samstag die sog. Gamsbart-Rallye mit 130 angemeldeten Fahrzeugen durch das Alpenvorland. Uschi machte sich schon früh auf den Weg, um beim Start dabei zu sein, ich blieb lieber im Bett. Am Nachmittag nahmen wir die Räder und wollten zur Sammelstelle der Rallyerückkehrer fahren. Dieses Vorhaben scheiterte daran, dass die Gangschaltung an meinem Fahrrad nicht funktionierte und daran, dass es über Serpentinen bergauf ging. Nein, danke, nicht bei der Wärme, auch nicht schiebend! Wir fuhren auf direktem Weg zum Fahrradhändler im Ort, ketteten mein Rad dort an, nahmen den Sattel ab und hofften, dass es am nächsten Tag noch da sein würde. Sonntag war großes Stadtfest und die Geschäfte waren geöffnet. Uschi fuhr mit ihrem Rad zum Stellplatz zurück, ich wartete im Eiscafé, bis sie mit Flitzi zurückkam vor der Eisdiele (Fiat)und dann fuhren wir zur Sammelstelle, in der Hoffnung, dass dort überhaupt noch jemand sein würde. Wir hatten Glück! Einige wunderschöne Oldtimer standen schon oder noch dort und immer noch trafen Rückkehrer ein. Das Wetter hätte für diese Veranstaltung nicht besser sein können und alle Fahrer und Mitfahrer machten einen sehr zufriedenen Eindruck.

Oldtimertreffen (Ford)Oldtimertreffen (Ford)Oldtimertreffen (Ford)Oldtimertreffen (Ford)Oldtimertreffen (Fiat Balilla + Citroen)Oldtimertreffen (Fiat Balilla + Citroen)

Sowohl Uschi als auch ich haben Kindheitserinnerungen an einen Lloyd 600 als Familienfahrzeug und so standen wir schmunzelnd vor diesem, aus heutiger Sicht, winzigen Wägelchen. Unglaublich, dass wir mit jeweils vier Personen und umfangreicher Campingausrüstung damit unterwegs gewesen waren!!!

Oldtimertreffen (Lloyd 600)Oldtimertreffen (Lloyd 600)

Noch winziger – mit absolutem Niedlichkeitsfaktor und unser Favorit – war aber ein wunderschöner Fiat Topolino. Verliebt

Oldtimertreffen (Fiat 500 Topolino)Oldtimertreffen (Fiat 500 Topolino)Oldtimertreffen (Fiat 500 Topolino)Oldtimertreffen (Fiat 500 Topolino)

Am Sonntag lief Uschi durch die Wiesen nach Pfronten und ging zuerst beim Fahrradladen vorbei. Man hatte sich schon über das angekettete Rad ohne Sattel gewundert und beschlossen, dass man es mal bis Dienstag stehen lassen würde, bevor man die Ketten durchzwickt. Ich nahm den Zug und vom Bahnhof war es nicht weit bis zum Schulzentrum, wo auf allen zur Verfügung stehenden Plätzen die wunderschönsten Old- und Youngtimer ausgestellt standen. Uns interessieren in erster Linie Oldtimer und deswegen gibt es auch die meisten Fotos von ihnen.

Oldtimertreffen (Morris)Oldtimertreffen (Morris)Oldtimertreffen (Austin Healey + BMW Isetta)Oldtimertreffen (BMW Isetta 250)Oldtimertreffen (BMW Isetta 250)

 

Zu sehen sind sie ALLE „hier“. Viel Spaß!

Die Durchsicht meines Rades ergab übrigens, dass die Schaltung nur verstellt war. Kann so etwas durch die Rüttelei auf dem Fahrradträger von Oscarlotta während der Fahrt passieren? Das letzte Mal, vor der Fahrt hierher, war mit dem Rad nämlich noch alles in Ordnung gewesen! Die angerostete Kette wurde freundlicherweise noch geölt und Geld wollte man keins!!! Erstauntes Smiley

written by Ingrid
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Schlüsselerlebnisse

Es begann ganz harmlos. Augen rollendes Smiley

Ich bin an einem Vormittag mit meinem Gespann zu einer Tankstelle mit LPG (Autogas) gefahren, um Diesel zu tanken und meine kleine LPG-Tankflasche wieder mit Gas aufzufüllen. An dieser Tankstelle war ich schon gewesen und wusste, dass man nur mit EC-Karte bezahlen kann. Zuerst wollte ich die Gastankflasche befüllen. Dazu muss man die EC-Karte in den Kassenautomaten stecken und mit Eingabe der Geheimzahl die Zapfsäule entsperren. Anschließend kann man den Zapfhahn mit dem Anschluss an der Tankflasche verbinden und durch Betätigen eines Startknopfes die Gasflasche im Gasstaufach befüllen. Bis dahin war alles gut.  Es tat sich aber nichts, es kam trotz mehrerer Versuche einfach kein Gas.  Frustriert suchte ich nach einer Erklärung und fand dabei ein Schild an der Dieselzapfsäule: AUSSER BETRIEB!

Die Nachfrage bei einem Mitarbeiter in der Werkstatt ergab, dass die gesamte Tankstelle schon seit einer Woche außer Betrieb ist wegen eines Defektes des Kassenautomaten. Wann eine Reparatur erfolgen würde, sei ungewiss. Sarkastisches Smiley Bevor nun Plan B (aufsuchen einer anderen Tankstelle mit LPG-Angebot) in Kraft treten konnte, musste ich erst mal wieder die Verbindung Zapfhahn-Einfüllstutzen der Tankflasche trennen und die Tankflasche wieder verschließen.

Nun nahm das Unheil seinen Lauf! Erstauntes Smiley

Gewohnheitsmäßig verschließe ich das Stauklappenschloss (springt beim Aufschließen selbsttätig heraus und die Stauklappe kann durch Drehen geöffnet werden), schon sofort nach dem Öffnen wieder. Dann muss ich beim Schließen nur auf das Schloss drücken und es ist wieder zu, richtig ZU und auch verschlossen! So auch in dieser Situation!

Ganz GEGEN meine Gewohnheit hatte ich meinen Schlüsselbund vor der ganzen Aktion im Gaskasten zwischengelagert und……das Ergebnis könnt ihr euch ja jetzt denken……

Du drückst einfach wie immer auf das Stauklappenschloss und merkst im selben Augenblick: SCH….!!! Der Schlüsselbund ist drin! Verärgertes Smiley

Und da ich gewohnheitsmäßig beim Tanken immer das Fahrerhaus verschließe und die Hecktür der Kabine auch zugeschlossen war, konnte ich noch nicht mal an mein Handy gelangen geschweige denn das Auto vom Hof bewegen!

Auf das Ende der Geschichte müsst ihr NICHT bis zum nächsten Blogeintrag warten, Zwinkerndes Smiley ich erzähle es euch jetzt, frei nach dem Motto:

“Wie das Leben so spielt!”  ***

Schon seit Jahren machte ich mir immer wieder, wie wahrscheinlich viele andere Wohnmobilisten auch, Gedanken darüber, was ich tun kann, damit  ich nicht irgendwann einmal hilflos vor verschlossenen Türen und Klappen stehe???

Seitdem wir wieder mit zwei Mobilen unterwegs sind, haben wir es, wie schon in unseren Anfangszeiten, so gehalten, dass die Reserveschlüssel jeweils im anderen Mobil sind. ABER: 1. Mein Smartphone lag im verschlossenen Fahrerhaus und 2. Ingrid schlief mit hoher Wahrscheinlichkeit noch bei ausgeschaltetem iPhone. Enttäuschtes Smiley

ALSO: Wo und wie kann ich Ersatzschlüssel außerhalb am Wohnmobil sicher aufbewahren??? Bis vor Kurzem hatte ich noch keine praktikable Lösung gefunden, stolperte aber dann im Netz über Schlüsselsafes. Ich war begeistert und bestellte mir einen Schlüsselsafe in unauffälliger Form und dem Aussehen eines dicken Vorhängeschlosses mit Zahlencode, das man einfach irgendwo am Fahrzeug befestigen kann.

Leider stellte ich beim Auspacken meiner Neuerwerbung fest, dass die Aussenmaße des “Safes” zwar groß, aber das eigentliche Schlüsselfach schon für einen Aufbauschlüssel zu klein war. Trauriges Smiley Ich recherchierte weiter und bestellte einen zweiten Schlüsselsafe, der dann auch vernünftige Innenmaße zum Aufbewahren von zwei Schlüsseln bot!  (Für den kleinen Schlüsselsafe sägten wir einfach einen Drittschlüssel für ein Staufach von Oscarlotta passend zu.)

Schlüsseltresor zu kleinmassakrierter Schlüssel

Vor ein paar Tagen befestigten wir beide Safes an den Autos.

*** Nach einigen Schrecksekunden fiel mir ein mittlerer Felsbrocken vom Herzen. Ich hatte doch meinen Ersatzschlüssel fast “griffbereit” dabei! Daumen hoch Nachdem ich wieder in mein Auto kam, trat Plan B in Kraft!

P. S.: Für Nachahmer:
Schaut euch die Fotos an und recherchiert im Netz, ihr werdet sicher fündig!

Schlüsseltresor 2Schlüsseltresor 2 groß genugGrößenvergleichGrößenvergleich

Die Maße (ohne Bügel):
kleiner Safe: B 75mm x H 100mm x T 25mm (Schlüsselfach nur B 70mm x H 20mm x T 15mm)
großer Safe: B 80mm x H 125mm x T 50mm

written by Uschi
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P.S.: Wie immer könnt ihr die Fotos durch anklicken auf Originalgröße bringen und den Fototext lesen, wenn ihr den Mauszeiger auf das Foto führt.

Durch die Höllschlucht

 

Es passiert nicht viel bei uns, was berichtenswert wäre. Und wir wollen euch ja nicht mit unserem täglichen Einerlei langweilen. Also gibt es, wie bisher, nur ab und zu ein paar schöne Fotos aus dieser schönen Gegend. Es gefällt uns immer besser, je länger wir hier sind! Das Wetter ist beständig gut, nie zu heiß, es geht immer ein leichter Wind und abends kühlt es so ab, dass man wunderbar schlafen kann. Perfekt!

Über Nesselwang erhebt sich der Alpspitz, ein 1575m hoher Hausberg. Im Winter ist der Alpspitz ein Skigebiet. Man kann mit der Bahn bis knapp unterhalb des Gipfels fahren, den direkten Wanderweg von Nesselwang aus nehmen oder von Pfronten-Kappel aus über den schönen Wasserfallweg hochwandern. Als Alternative gibt es auch noch einen geteerten Fahrweg. Alpinistisch anspruchsvoll ist der Wasserfallweg und dessen Fortsetzung zum Gipfel (angeblich!) nicht. Der Aufstieg dauert etwa zwei Stunden, davon eine halbe Stunde an den Wasserfällen entlang. Klar, dass Uschi zu Fuß aufsteigen wollte, auch klar, dass ich mit der Alpspitzbahn hochfahren würde. Wer nimmt den Smart, um nach Nesselwang zu gelangen und wer den Zug? Während dieser Überlegungen kam Uschi auf die Idee, dass sie doch eigentlich auch vom Stellplatz aus loslaufen könnte, sind ja nur 6km mehr! Sie hatte Lust auf wandern und ich konnte ein wenig länger schlafen. Zwinkerndes Smiley Wir verabredeten uns für 13 Uhr oben auf dem Berg.

Die Talstation der Alpspitzbahn liegt in unmittelbarer Nähe des Wohnmobilstellplatzes von Nesselwang und dieser liegt in fußläufiger Entfernung (5 Min.) zur Stadt. Allerdings bietet Nesselwang nicht sonderlich viel, aber Einkaufsmöglichkeiten und Restaurants/Cafés gibt es in reichlicher Anzahl. Und so ist der Stellplatz ständig gut frequentiert.

Die Hin- und Rückfahrt mit Umstieg an der Mittelstation kostet regulär €18, für Senioren ermäßigt €17. Man hat die Wahl zwischen geschlossenen Kabinen für mehrere Personen oder offenen, mit Bügeln gesichterten Sesseln für jeweils 4 Personen. Die Sonne schien und ich wollte Frischluft, wenn ich schon nicht lief. Die Fahrt war herrlich! In gemächlichem Tempo schwebte ich leicht schaukelnd über grasende Kühe hinweg und an der Sommerrodelbahn vorbei, die man auf dem Rückweg alternativ ab der Mittelstation nutzen könnte, für einen kleinen Aufpreis. Wem die ca. 15 Minuten Fußweg von der Mittelstation aus zu viel sind oder wer nur rodeln möchte, der kann mit einem eigenen Lift von unten direkt zur Sommerrodelbahn fahren, Altersgrenze unter 3 und über 80 Jahren! Laut lachen Keine Alters-, dafür aber eine Gewichtsgrenze gibt es bei einem weiteren Highlight, dem AlpspitzKick: mindestens 50 und höchstens 130kg. Der AlpspitzKick ist eine Zipline zwischen Berg- und Mittelstation. Man klinkt sich, gut gesichert, an ein Stahlseil und „fliegt“ mit bis zu 120 km/h bei einer Höhe von bis zu 60 Metern in knapp 2 Minuten den halben Berg hinunter. Kostenpunkt: €36 OHNE die Auffahrt mit der Seilbahn.

Ich stieg an der Mittelstation um und als ich oben ausstieg, wartete Uschi schon auf mich! Sie war sogar schon ganz oben auf dem Gipfel gewesen, noch einmal 120 Höhenmeter ab der Bergstation. Da ich seit einiger Zeit verstärkt Probleme mit meinem linken Bein habe, blieb mir, wie euch, nur das Betrachten ihrer Fotos und der kurze Weg zum „Sportheim Böck“, inzwischen ein modernisiertes Ausflugslokal mit Außenterrasse und schönem Blick ins Tal. Auch von dort oben konnte man wieder den Weißensee (rechts) und den Hopfensee (links) mit dem dahinterliegenden braunen, weil trockengelegten, Forggensee sehen.

Sportheim BöckSportheim BöckAusblick ins TalAusblick ins TalAusblick ins Tal

Wir teilten uns eine Portion leckeren Kaiserschmarrn, unterhielten uns mit anderen „Bergsteigern“ und nach einiger Zeit schloss Uschi sich einem Paar aus Münster an, das sie am Gipfel kennengelernt hatte. Der direkte Weg nach unten dauert ca. 1 1/2 Stunde. Ich hatte also noch ein wenig mehr Zeit, setzte mich noch auf eine Wiese, machte ein paar weitere Fotos und genoss die Sonne, den leichten Wind, das Summen der Hummeln und die Ruhe. Es waren zwar ständig Menschen unterwegs, zwischen Gipfel, Bergstation und dem Gasthaus, aber es hielt sich noch sehr in Grenzen. Und nein, ich bin runter nicht „geflogen“ (warum eigentlich nicht?) und auch nicht den letzten Rest gerodelt, sondern altersangepasst einfach wieder mit dem Sessellift hinuntergeschwebt. War auch schön! Und dann durfte ich Uschi tatsächlich mit Flitzi mitnehmen zurück zu unseren Mobilen nach Weißbach! Smiley mit geöffnetem Mund

RückfahrtRückfahrtRückfahrt

Sie hatte insgesamt ca. 15km mit 700 Höhenmetern „gemacht“ und die hatten es streckenweise durchaus in sich. Der erste Teil der Tour war noch harmlos, es ging durch Wiesen und sanfte Hügel Richtung Nesselwang. Nach Pfronten-Kappel aber begann der Weg durch die Höllschlucht und die hat ihren Namen nicht von ungefähr. Offiziell war sie wegen Bergrutschen und Winterschäden und Baumfällarbeiten noch gesperrt, aber Waldarbeiter sagten Uschi, dass sie nur noch ihre Geräte wegräumen würden und sie durchgehen könne. Sie hatte vorsichtshalber ihre Walkingstöcke dabei und war nach kürzester Zeit sehr froh darüber, denn der „Weg“ war teilweise nicht nur sehr steil, sondern auch als solcher kaum zu erkennen.

"Weg"Wo ist der Weg?Wo ist der Weg?Wo ist der Weg?DAS ist der Weg!DAS auch!

Als Entschädigung ergaben sich aber immer wieder schöne Ausblicke.

Ausblick ins TalAusblick ins Tal

Der weitere Weg quer über eine Kuhweide gehörte zur Route und nach dem interessierten oder erstaunten Blick der Kühe ist davon auszugehen, dass Uschi in diesem Jahr der erste Wanderer war, der dort vorbeikam. Erstauntes Smiley

Quer über die KuhweideQuer über die KuhweideQuer über die KuhweideQuer über die Kuhweide

Die saftigen Bergwiesen halten das Wasser wie einen Schwamm und müssen zum Teil über „Brettleswege“ überwunden werden.

Quer über die KuhweideBrettlesweg

Wasserfall Der versprochene Wasserfall am gleichnamigen Weg war dann allerdings eher ein Rinnsal. Es ist überall auffallend, wie wenig Wasser von den Bergen herunterkommt, sogar der Lech ist nur ein Flüsschen. Der Schnee des Winters ist nicht geschmolzen wie sonst, sondern von der Sonne des unüblich warmen Frühjahrs „gefressen“ worden, sagen die Einheimischen.

Irgendwann hatte Uschi die „Kappeler Alp“ erreicht. Bis dorthin kann man auch den Fahrweg hochlaufen, was vielleicht etwas weniger anstrengend, dafür aber viel langweiliger ist, wie ihr Leute erzählten. Die wollten dann zurück durch die Höllschlucht, wovon ihnen Uschi mit Blick auf deren Schuhwerk und nach Abfrage ihrer Kondition dringend abriet.

Zur Kappeler AlpKappeler AlpBlick ins TalNoch nicht der GipfelNoch nicht der GipfelBlick ins Tal

Jetzt hatte sie den größten Teil der Strecke hinter sich. Bis zum Sportheim Böck war es noch ca. ein anstrengender Kilometer, bis zum Gipfel, wie schon erwähnt, dann noch einmal 120 Höhenmeter auf einem recht steilen Schotterweg.

Fast geschafft!Blick ins TalSportheim BöckBlick ins TalGeschafft! Der Alpspitzgipfel ist erreicht.Blick von ganz oben

Schee war’s, sagt sie. Und am nächsten Tag hatte sie nicht einmal einen nennenswerten Muskelkater!!! Ich auch nicht! Cooles Smiley

written by Ingrid
photos taken with iPhone and HUAWEI P10 Lite

P.S.: Wie immer könnt ihr die Fotos durch anklicken auf Originalgröße bringen und den Fototext lesen, wenn ihr den Mauszeiger auf das Foto führt.