Coburg und seine Veste

 
 
StadtplanDass ich mich in Coburg grundsätzlich wohlgefühlt habe, hatte ich ja bereits erwähnt. Jetzt möchte ich euch noch ein paar Eindrücke von der Stadt und vor allem von seiner Veste vermitteln. Coburg ist mit seinen gut 40000 Einwohnern von einer angenehmen Größe, nicht zu klein und nicht zu groß, man kann alles fußläufig gut erreichen. Die Auswahl an Geschäften ist vielfältig, die Häuser in der Altstadt sind teilweise reich verziert und man erkennt, dass Coburg auch früher zu Zeiten der Herzöge von Sachsen-Coburg schon eine wohlhabende Stadt war. Mir war die Stadt nur bekannt durch die Werbung für die HUK Coburg, die es ja schon seit Jahrzehnten gibt (die Werbung). Am beeindruckendsten ist mit Sicherheit der Marktplatz mit dem ältesten Haus der Stadt, der alten Hofapotheke und den sich gegenüberliegenden imposanten Gebäuden Stadthaus und Rathaus.

AltstadtHahnenmühleMarktplatz

Es gibt auch noch Teile der ehemaligen Stadtmauer und drei erhaltene Stadttore.

StadtsymbolDas überall immer wieder sichtbare Stadtsymbol ist übrigens ein Mohrenkopf. Nicht der mit Schokoladenüberzug, sondern der eines Schutzpatrons, des heiligen Mauritius. Auch das Stadtwappen zeigt diesen Mohrenkopf. Als „Mohr“ bezeichnete man zunächst einen „Bewohner Mauretaniens (Marokkos), Äthiopiens“, dann auch einen Menschen mit dunkler Hautfarbe, und ist eine Entlehnung aus lateinisch Maurus, „Bewohner der nordafrikanischen Provinz Mauretanien, Maure, Nordwestafrikaner“. (Quelle: Wikipedia) Es gibt in Coburg eine Mohrenstraße, eine Mohrenbrücke und natürlich auch eine Mohrenapotheke. In Europa zur Zeit des Mittelalters war die Medizin noch völlig unentwickelt. Wirksame Heilmittel kamen aus Afrika und dem Orient. Zu dieser Zeit haben sich viele Apotheken Namen gegeben, die den Begriff Mohr enthalten. Dies galt als Wertschätzung für die Heilkundigen und ihre Medizin. Mehr über den heiligen Mauritius „hier“. Mit dem Wissen um den geschichtlichen Ursprung mutet es schon eigenartig an, dass seit geraumer Zeit alles, was den „Mohr“ im Namen hat, aus antirassistischen Gründen umbenannt wird. In Coburg wird das nicht passieren, da bin ich mir sicher. Schon allein deswegen nicht, weil es eine gedankliche Verbindung mit dem Nationalsozialismus herstellen würde, unter dem der Kopf vom Stadtwappen entfernt und mit einem Schwert und Hakenkreuz ersetzt wurde.

Sehr dekorativ ist das Schloss Ehrenburg, das ab 1543 erbaut wurde.

Schloss EhrenburgSchloss EhrenburgSchloss Ehrenburg

Hinter dem Schlossplatz, an dem auch das Landestheater liegt, beginnt der Hofgarten. Der zieht sich 170 Höhenmeter den Berg hinauf bis zur Veste Coburg, einer der größten und am besten erhaltenen Burganlagen Deutschlands. Sie wurde 1225 erstmalig urkundlich erwähnt und im 17. Jahrhundert mit einem dreifachen Mauerring zur Landesfestung ausgebaut.

Hofgarten und VesteHofgarten und VesteHofgarten und VesteHofgarten und Veste

Ich war noch im Oktober dort oben, allerdings bin ich hoch per Bus und runter dann gelaufen. Ich hatte schönes Wetter und sogar das Glück, dass das Ausflugslokal noch geöffnet sein durfte. Mein Essen war zwar nicht besonders, aber ich habe es genossen, mit schöner Aussicht noch draußen sitzen zu können.

VesteVesteVesteVeste

Die gesamte Anlage ist sehr weitläufig und es gibt viel zu sehen, aber am imposantesten ist sie eindeutig von unten und von weitem.

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Veste

Coburg gehört zu Bayern, liegt aber mit seinem gesamten Landkreis ganz im Nordosten sowohl an der Grenze zu Tschechien als zum Nachbarbundesland Thüringen. Coburg und der Landkreis Coburg wurden nach dem 2. Weltkrieg Teil der Amerikanischen Besatzungszone, während das thüringische Hinterland zur Sowjetischen Besatzungszone gehörte und bis 1989 durch die innerdeutsche Grenze von Coburg abgeschnitten blieb. Coburg lag somit im Zonenrandgebiet. (Quelle: Wikipedia)
Die nördlichen Bereiche Bayerns sind Oberfranken, Mittelfranken und Unterfranken. Sie zeichnen sich durch kulturelle und sprachliche Eigenheiten aus. Ein großer Teil der Bewohner der Region Franken versteht sich selbst in erster Linie als Franken, nicht als Bayern. Vielleicht, weil dem Stamm der Franken „ausgeprägter Gemeinschaftssinn, Organisationstalent, Heiterkeit und ein schnelles Auffassungsvermögen“ nachgesagt wird. Franken sind Franken und Bayern sind Bayern. Punkt! Smiley mit geöffnetem Mund

written by Ingrid
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