Papa Luna in Peñiscola oder doch in Avignon?

 
Ihr erinnert euch an den netten älteren Herrn, der im letzten Beitrag in Peñiscola neben Uschi auf den Steinen saß? “Papa Luna” haben wir ja schon öfter mal erwähnt und eure (und unsere) Geschichtskenntnisse aufgefrischt mit Wikipedia-Wissen. Papa (Papst) Luna war einer der Gegenpäpste (pseudopapa, antipapa) zu dem amtierenden in Rom. Zur Aufstellung von Gegenpäpsten kam es, weil sich z. B. das Kardinalskollegium spaltete oder der Kaiser bzw. römische aristokratische Familien in die Papstwahl eingriffen. Im Laufe der Zeit soll es zwischen 25 und 40 Gegenpäpste gegeben haben und einer von ihnen war “unser” Papa Luna. Er hatte übrigens nichts mit dem Mond zu tun, wie sein Name vermuten ließe, sondern hieß offiziell Pedro Martinez de Luna y Gotor oder verkürzt Pedro de Luna. Sein späterer Papstname war Benedikt XIII. Ab 1309 residierten insgesamt sieben von der gesamten Kirche anerkannte Päpste in Avignon und erst Gregor XI ließ sich 1377 zur Rückkehr nach Rom überzeugen (wohin ihn Pedro de Luna begleitete, damals noch als Kardinal). Die französischen Kardinäle (die die Mehrheit im Kardinalskollegium stellten) erkannten dies jedoch nicht an und erklärten den Heiligen Stuhl daraufhin für vakant. Bis 1417 gab es daraufhin einen Papst in Rom und einen Gegenpapst in Avignon, von 1394 an war es Benedikt XIII als Nachfolger des in Avignon im Exil lebenden Papstes Clemens VII. Erst das Konzil von Konstanz (1414-1418) beendete die Spaltung der lateinischen Kirche. Benedikt XIII widersetzte sich der Absetzung durch das Konzil und zog sich, seiner Definition nach immer noch als Gegenpapst, auf die Bergfestung in Peñiscola zurück, wo er im Alter von 90 Jahren (!) starb.

Soweit ein kleiner Teil der verwirrenden Geschichte der lateinischen Kirche des Abendlandes. Hochinteressant, wenn man sich genauer damit beschäftigt und absolut unverständlich bzw. nicht nachvollziehbar aus heutiger Sicht. Oder doch???

Okay, wir sind auf einem sehr schönen Campingplatz ganz in der Nähe von Avignon. Das Städtchen heißt Remoulins, der Campingplatz “La Sousta”. Ein parkähnliches Gelände mit wunderbar altem Baumbestand. Kleine, nicht als solche gekennzeichnete oder abgeteilte Parzellen, die Bäume regeln das. Die große Fläche, auf der wir stehen, ist vermutlich in zwei Plätze unterteilt, aber jetzt in der Nebensaison interessiert das niemanden. Nicht viele Plätze sind für uns anfahrbar, die Bäume!

Platz 90 oder 90+? Und endlich macht sich auch unsere Investition vom letzten Frühjahr bezahlt! Nach unseren Strom-Schwierigkeiten in Palavas-les-Flots hatten wir uns im dortigen Yachthafen bei einem Schiffsausrüster einen Adapter von französischem Stecker auf Euro-Stecker “basteln” lassen. Und ohne den wären wir jetzt auch hier wieder aufgeschmissen gewesen. Wir befinden uns in Frankreich! Hier gehen die Uhren noch etwas anders als in der übrigen Welt, siehe das Toiletten-Foto vom letzten Beitrag. 😉

französisch!!! französisch zu europerfekte Kombi 

Nur wenige hundert Meter von uns entfernt befindet sich das UNESCO-Weltkulturerbe “Pont du Gard”. Erstaunlicherweise kostet der Campingplatz auch in der Hauptsaison nur die Hälfte von dem, was man in Spanien an der Mittelmeerküste bezahlt. Aktuell müssen wir € 15,30 für den Platz incl. 2 Personen bezahlen, Flitzi kostet nichts extra. Für Strom werden noch einmal pauschal € 4,10 fällig. WLAN gibt es, aber nicht kostenfrei, sondern mit € 4/Tag ganz schön happig! Die Dame an der Rezeption klärte uns nicht darüber auf, dass man mit einem Zugang zwar nicht parallel, wohl aber nacheinander online gehen konnte! Also investierten wir noch einmal € 8!

Den Pont du Gard fuhren wir heute als erstes an, aber die Parkplatzpreise ließen uns ganz schnell wieder umkehren. Also erst den Stadtbummel. Danach brachten wir Flitzi auf unseren Platz und liefen die paar Meter zu Fuß, um dann festzustellen, dass nicht nur das Parken kostet, sondern man ohne Eintritt zu bezahlen nirgendwo hinlaufen darf.

Parkgebühren Pont du GardEintritt zu Fuß Pont du Gard 

Die spinnen wohl, die Römer – ähh, die Franzosen! Wir versuchten es noch von der anderen Seite bzw. vom anderen Flussufer aus, gleiches Ergebnis. Und die Gegend ist so waldreich, dass man absolut keine Chance hat, auch nur ein Zipfelchen des Aquäduktes zu sehen!!! Vielleicht hätten wir es uns noch überlegt, aber es war schon 18 Uhr und um 19 Uhr wird der Pont du Gard geschlossen! Früher haben bestimmt die Römer um diese Zeit das Wasser abgestellt! Es bleibt uns also nur, euch einen Link zu, ihr wisst schon, Wikipedia anzubieten: “hier” 😉

Bei Avignon waren wir uns beide nicht sicher, ob wir in früheren Jahren schon einmal hier gewesen waren. Es ist eine sehr schöne und typisch französische Stadt. Rundherum von einer noch vollständig erhaltenen Stadtmauer umgeben, innen sehr mittelalterlich anmutende Gässchen und Straßen. Und wunderschöne, sehr stylische Geschäfte mit Schaufenstern, wie es sie eben nur in Frankreich gibt. Ich mag ja Spanien inzwischen sehr, aber Frankreich ist einfach eine alte Liebe von mir, gewachsen aus etlichen Urlauben in den 80er-Jahren mit Zelt und Hund und 2CV. In Spanien sind alte, verfallende Häuser einfach nur alte, verfallende Häuser, in Frankreich haben auch sie noch einen unerklärbaren morbiden Charme. Und selbst die kleinsten Dörfchen haben Charisma. Auch hier fällt der Putz von den Wänden, sind Häuser unbewohnt, aber da blüht ein Oleander hinter einem rostigen Balkongeländer oder es stehen zwei wackelige Holzstühle und ein kleiner Tisch mit gusseisernem Gestell direkt neben der Straße und laden zum Verweilen ein. Ich habe den Eindruck, dass es den Franzosen wichtiger ist als den Spaniern, auch mit wenigen Mitteln ihre Häuser, Dörfer, Städte ansprechend und schön zu gestalten. Mein Herz schlägt für Frankreich und ich möchte mal wieder länger hier sein als immer nur kurz auf der Durchreise.

À bientôt!

PapstpalastMonument mit iPhone geknipstmit Spiegelreflexkamera aufgenommenDetailAltstadt           

P.S.: Wie immer könnt ihr die Fotos durch anklicken auf Originalgröße bringen und den Fototext lesen, wenn ihr den Mauszeiger auf das Foto führt.

Advertisements

Zwei Fahrtage im Doppelpack,

doch vorher noch ein kleiner Bericht von unseren zwei Ruhetagen auf dem La Volta in Peñiscola.

Als am Freitagnachmittag der “Hui Buh” nach Stunden endlich aufhörte zu pusten, fuhren wir mit Flitzi zum Hafen. Von dort aus trödelten wir wie schon so oft (im Dezember oder Januar) hoch zur Burg. Wir waren geplättet von den Veränderungen in der Altstadt, viele der steilen Gässchen waren gesäumt von geöffneten kleinen Lädchen mit Krimskrams draußen und drinnen. Außerdem wussten wir überhaupt nicht, wie zahlreich die Lokale und Lokälchen sich die kleinsten Fleckchen auf und neben den Treppen jetzt zunutze machen. Ungewohnt war die bunte Betriebsamkeit überall und die doch schon zahlreichen Besucher. Es lohnte sich in jeglicher Hinsicht, auf der Plaza in der Sonne neben Papa Luna einen Kaffee zu trinken und dabei Leute zu kucken. Der Winterschlaf der Stadt und ihrer Bewohner war definitiv zu Ende.

Hier noch ein paar bunte Fotos vom Städtchen:

Fotomotiv vom FeinstenWir lieben LeuchttürmeBlauer Himmel pur

alles frischeinfach nettund bunt

lange gewartet, bis alle Leute weg warenurig'Schinkengässchen'

Papa Lunaund Uschi

Am Samstag fanden noch die üblichen Aktivitäten, V+E, duschen und Womo fahrfertig machen, statt, alles sehr geruhsam und wehmütig.

Wir fahren nicht gerne weiter gen Norden! Weinendes Smiley Weinendes Smiley 

SONNTAG 10:30

Das Doppelpack setzte sich in Bewegung, nach Tankstopp noch eine letzte kleine Abschiedsfahrt auf der N 340 bis kurz vor Tarragona, dann ging es auf die AP 7 Richtung Frankreich. Die Fahrt verlief sonntäglich ruhig, die “bösen Buben” dieses Streckenabschnittes auf der Autobahn waren heute alle bei Mama beim Mittagessen! Verspotten

Gegen 16 Uhr kamen wir auf unserem schon öfter gerne angefahrenen Stellplatz in Navata beim Restaurant “Can Janot” an (353 km gefahren). Leider ist das Lokal natürlich sonntags ab 16:00 für den Rest des Tages geschlossen, naja, warmes Käsebrot mit Salat schmeckte auch nicht schlecht. Nach einer ruhigen Nacht gönnten wir uns noch vor der Weiterfahrt einen Kaffee beim Wirt und wollten den üblichen Obolus von 2€ löhnen, doch der junge Mann winkte ab und meinte, dass die Übernachtung nichts mehr kostet. Seine Begründung war: “Wir sind auch Reisemobilisten”. Auch gut, das Trinkgeld fiel dafür ein bisschen großzügiger aus als sonst bei café con leche + cortado.

Als nächstes Etappenziel hatten wir uns einen Campingplatz bei Remoulins/Nähe Avignon ausgesucht. Die Fahrt war unspektakulär bis auf die letzten Kilometer auf der Landstraße. Ein Platzregen (wir wissen nicht, wann wir den letzten erlebt haben, muss schon länger her sein) verminderte zwar zuerst drastisch die Sicht, danach war sie aber wieder deutlich besser als vor dem Guss. Zwinkerndes Smiley Auf dem Campingplatz “La Sousta” schlugen wir unter Bäumen – kein Sturm in Sicht – unser Lager für zwei Nächte auf. Zwei oder drei kurze aber heftige Regenschauer später konnten wir dann mühelos die Fenster und die Front von Oscarlotta sowie Flitzi von Fliegenleichen befreien und säubern, klasse! Heute sind wir 295 km gefahren und endgültig in Frankreich angekommen – siehe Foto am Ende des Artikels. Morgen möchten wir mit Flitzi erst die nahegelegene Pont du Gard und dann Avignon besuchen. Ein Ruhetag mit ein wenig sightseeing macht Laune. Übermorgen geht es dann wieder auf die Autobahn.

gibt es immer noch!!!

written by Uschi
photos taken by Ingrid with iPhone

P.S.: Wie immer könnt ihr die Fotos durch anklicken auf Originalgröße bringen und den Fototext lesen, wenn ihr den Mauszeiger auf das Foto führt.

Irgendetwas ist immer :-(

 
 
A75 Wir fuhren bei herrlichstem Sonnenschein von unserer Entsorgungsstation und diesmal direkt auf die Autobahn 75. Die führt durch das Zentralmassiv und steigt bis auf knapp 1200 Meter. In ihrem Verlauf von 340 km weist sie drei Tunnel und acht Großbrücken auf. Diese Autobahn ist mautfrei, bis auf die Brücke bei Millau, die für unser Mobil € 24,50 kostete. Ein wirklich beeindruckendes Bauwerk, die höchste und längste Schrägseilbrücke der Welt, die über das Tal des Tarn führt. Leider hatte die Sonne sich irgendwann verabschiedet und es waberten Wolkenfetzen und Nebel ringsherum. Schade, von der tollen Landschaft war nicht mehr viel zu sehen. Aber die Aussicht, bald am Mittelmeer zu sein, versöhnte uns. Wir probierten einen weiteren uns unbekannten Stellplatz aus, in Port la Nouvelle (zwischen Gruissan und Leucate). Der Platz ist ausgewiesen für ca. 150 Mobile, eine große geschotterte Fläche ohne Einteilungen, von einem Wassergraben unterteilt und mit ein paar Palmen aufgelockert. Sogar ein eingezäunter Bereich mit ein paar Picknicktischen ist vorhanden. Es gibt eine Zufahrtsschranke und ein besetztes Kassenhäuschen, wir zahlten den Nebensaisonpreis von € 4,00/Nacht und hatten dann freie Stellplatzwahl. Dieser Platz eignet sich sehr gut, wenn man entweder einen angehängten PKW oder einen auf eigenen Rädern dabei hat, denn er dürfte nie wirklich ganz voll sein, außer vielleicht im Sommer.

Wir freuten uns über die ersten Palmen nach 6 Monaten, stellten uns direkt neben eine und kürten sie zur “Palme der Wintersaison 2013/2014”!

Palme der Wintersaison '13-'14

Das Städtchen haben wir uns am nächsten Tag angeschaut. Es gibt zwar, wie aus dem Stadtnamen erkennbar, einen Hafen, aber der ist nicht besonders attraktiv, rundherum befinden sich Industriebauten. Die Stadt ist nicht touristisch, wie etwa Palavas les Flots, sondern eine ganz normale französische Kleinstadt. Nicht hässlich, aber auch nichts Besonderes.

Santa SusannaDer Ruhetag hat uns gut getan und heute (Donnerstag) hatten wir nur noch eine kleine Strecke von knapp 200 km über die Grenze nach Spanien bis Santa Susanna (Malgrat de mar). Der Campingplatz “Bon repos” gehört seit Jahren zu unseren bevorzugten Anlaufstellen, weil man mit ein wenig Glück in der ersten Strandreihe ein Plätzchen findet. Der Blick über das Meer ist ein Traum! Jetzt in der Nebensaison ist er mit einem Pauschal(tages)preis von € 21 bezahlbar (im Sommer € 60!!!). Dazu kommen aber noch Personengebühren von € 2,10 (im Sommer € 6,00) pro Person. Mit derzeit € 25,20 immerhin preiswerter als auf der Entsorgung in Frankreich 😉

Wir hatten viel Glück und ergatterten einen freien Platz, der für unser großes Mädchen anfahrbar war. Es gibt hier nämlich auch, wie am Torre, die hübschen, aber sehr niedrig in die Breite wachsenden Maulbeerbäume, die im Sommer sicher unentbehrlich sind.

Sta. Susanna

So weit, so gut! Ein kleiner (?) “Schönheitsfehler” machte sich kurz vor dem Grenzübertritt bemerkbar in Form leicht veränderter Motorgeräusche. Zu sehen war nichts Auffälliges im Motorraum, Oscarlotta fuhr wie immer. Die Störgeräusche wurden lauter, vielleicht ein defekter Auspuff? Diese Vermutung bestätigte sich bei der Ankunft hier. Eine Schweißnaht am Auspufftopf scheint gebrochen zu sein, ein Teil unserer Auspuffanlage hängt durch! Haben wir wohl Glück gehabt, dass es bis hier gehalten hat. In der Nachbarstadt gibt es eine Iveco-Vertragswerkstatt. Wir werden also morgen ein Foto machen und per Rad dort hinfahren um zu erfragen, ob und wie uns geholfen werden kann…

Für 26 Euro eine Nacht auf der Entsorgungsstation

 
Wie der Wetterbericht vorhergesagt hatte, regnete es am Sonntagmorgen Bindfäden – oder, wie man im Pott sagt, es plästerte. Auch für große Teile Frankreichs sollte es so sein. Uschi hatte deswegen am Samstagabend noch eingehend im Internet die Regenradarvorhersage geprüft und kurzerhand unsere geplante Route geändert in der Hoffnung, die von Westen kommenden Tiefs schnell zu durchqueren. Es funzte, nach 150 km schien die Sonne und es wurde von Kilometer zu Kilometer merklich wärmer! Aus der Planänderung resultierte, dass Uschi erneut den Bordatlas bemühen musste, um neue Übernachtungsplätze zu finden. Aber wir lernen auch gerne immer mal wieder etwas Neues kennen und fahren ungern immer die gleichen ausgelatschten Pfade. Also ging es diesmal ab Freiburg die A36 Richtung Dijon und etwas südlich davon war in Seurre unser erster Stellplatz. Gleich ein Volltreffer! Ein hübsches kleines französisches Städtchen in fußläufiger Entfernung, der Stellplatz direkt an einem kleinen Yachthafen, alles an der Saône gelegen. Es gibt 6 eingezeichnete Plätze auf Asphalt, bis 7 Meter Länge. Wir passten (zur Erinnerung: unsere Oscarlotta ist mit Fahrradträger 8,50m lang) nur rückwärts drauf, indem wir mit dem Heck über die anschließende Rasenfläche fuhren, bis direkt vor die Hecke. Da wir den letzten (und letzten freien) Platz nahmen, hätte sogar unser Flitzi noch daneben gepasst – aber den haben wir ja gar nicht dabei. Ist aber eine Überlegung für die Rückfahrt. Auf der gegenüberliegenden Straßenseite standen auf einem Schotterplatz weitere Wohnmobile, Wohnwagengespanne und PKW. Wird als Ausweichplatz wohl geduldet. Es gab ferner eine großzügig angelegte Ent- und Versorgungsanlage, die allerdings für 20 Minuten € 4,10 in Rechnung stellte, ausschließlich mit Kreditkarte zu bezahlen, wie in Frankreich üblich. Dafür ist der Stellplatz kostenlos. Für eine Toilettenkassette ausleeren war es uns aber trotzdem zu teuer, zum Glück haben wir ja eine Kassette in Reserve.

Stellplatz in Seurre Stellplatz in Seurre

AusweichplatzEnt- und Versorgungsstation

Seurre Seurre

Nach ein paar Schritten Richtung Städtchen sprach uns ein Spaziergänger an, der sich freute, mal wieder deutsche Töne zu hören. Wie sich herausstellte, auch ein Mobilist, auch aus dem Pott, Alleinfahrer, da seine Frau vor 5 Jahren verstorben ist, die auch Ingrid hieß! Er liebt Frankreich, war zwei Monate unterwegs und jetzt auf dem Heimweg. Der Nachbar, der nach Post und Haus und Garten schaut, hätte schon telefonisch angefragt, ob er überhaupt nochmal komme. Wir setzten unseren Gang zu dritt fort und hatten ein angeregtes Gespräch mit viel Erstaunen seinerseits. Zwei Frauen allein? Keine Wohnung mehr? Wie geht denn das? So weit sei er noch nicht, obwohl das Haus für ihn allein viel zu groß sei, ein Reihenendhaus in Essen, und mit Gartenarbeit habe er es auch nicht. Im Winter könne er gar nicht weg, 80m Gehweg müssten geräumt werden, wenn es schneit… Wir wollten ihm die Alleinfahrergruppen an’s Herz legen und siehe da, er hatte schon davon gehört. Er berichtete, dass er eine Alleinfahrerin in einem VW-Bus getroffen habe, die sei auf dem Weg nach Spanien gewesen und habe ihm einiges erzählt. Die lebe auch nur in ihrem Wohnmobil, das könne er sich ja nun überhaupt nicht vorstellen, so wenig Platz. Witzigerweise kennen wir diese Frau auch! Nach einem gemeinsamen Kaffee und einem Gang durch den Ort haben wir ihn mit vielen neuen Gedanken, Überlegungen, Anregungen, der www-Adresse vom Torre und unserer Visitenkarte zurückgelassen. Wir wissen nicht einmal, wie er heißt. Könnte Hans-Peter sein, würde irgendwie passen.

Heute Morgen brauchte er noch eine Personalverlängerung von uns, um sein undichtes Heckfenster abzukleben. Tape hatte er immerhin selbst. Danach fuhr er in die eine und wir in die andere Richtung weiter. Diesmal ging es für uns immer südwestlich über Landstraßen weiter Richtung Clermont-Ferrand. Die Sonne schien, das Thermometer verkündete über 20°C! Hübsche kleine französische Dörfer und Städtchen, herbstlich gefärbte Wälder, weiße Kühe, ein erstes baguette, ein erstes pain au chocolat. Geht nicht mehr viel besser! Der nächste Stellplatz sollte der in Cheix sur Morge sein, ausgewiesen als 6 Plätze bis 12 Meter Länge, neben einem Sportplatz am Ortsrand, mit Entsorgungsstation, kostenlos. Stimmte fast alles, er sah auch ganz neu angelegt aus, nur leider muss der Stellplatzbauer keinen Zollstock dabeigehabt haben. Obwohl Platz genug gewesen wäre, sind die Plätze nur höchstens 6m lang geworden! Rückwärts über die Rasenfläche fahren ging nicht, weil hinter jedem Platz im Abstand von ca. einem Meter sehr dekorativ ein Baum angepflanzt wurde!

Cheix sur MorgeCheix sur Morge

Der Platz war leer, der Ort zu Fuß zu weit weg, also haben wir nur entsorgt und sind nochmal 40 km weiter gefahren bis Orcet zum Campingplatz “Le Clos Auroy”, der noch bis Ende des Monats geöffnet haben sollte. Hat er auch, aber irgendwie auch nicht. Madame von der Rezeption musste erst herbeigeklingelt werden, seulement un nuit?, huit mètres? Sie lief zielstrebig auf den Platz mit der Sani-Station und bedeutete uns, dass wir uns dort hinstellen könnten. Kein anderer Platz mehr frei? Und was ist mit dem oder dem oder dem? Der Campingplatz erschien uns absolut leer. Wiesenplätze, auf die wir nicht fahren dürfen. Ihr Chef wird sie erschießen, lässt sie uns durch Gesten wissen. Ookayy, also Entsorgungsstation für 26 Euro, schon mit 8 Euro Nebensaison-Rabatt. Was gibt es hier mehr als auf einem kostenfreien Stellplatz? Ein Sanitärhaus (wir hätten auch in Oscarlotta duschen können), Strom (um mal wieder unsere Nespresso-Maschine laufen lassen zu können) und WLAN (kostet € 2 extra, aber das seid ihr uns ja wert!!!). Bei einem Gang über den Platz fanden wir eine Reihe von freien Stellplätzen, wo wir locker draufgepasst hätten, geschottert! Ob wir hier noch einmal hinfahren werden, ist eher fraglich.

in Orcet auf der Entsorgungfreier, großer, geschotterter Platz in Orcet

Wir sind in Deutschland!

 
 
Unsere “Gewalttour” haben wir erfolgreich hinter uns gebracht mit einer Zwischenübernachtung in Villars-les-Dombes zwischen Bourg-en-Bresse und Lyon. Dort gibt es die Möglichkeit, auf den PKW-Parkplätzen eines großen Vogelparks Poulet de Bresse zu übernachten. Bis vor zwei Jahren existierte dort ein offizieller Wohnmobilstellplatz mit VE-Station. Jetzt gibt es einen Hinweis, dass man, wenn man den Park nicht besuchen möchte, doch auf den 500m entfernten Campingplatz ausweichen möge. Wir vermuten, dass der Campingplatzbetreiber sich dagegen verwehrt hat, dass die Wohnmobile am Vogelpark umsonst stehen können und ihm dadurch Einnahmen entgehen. Als wir ankamen, waren schon 20-25 Mobile über den riesigen Parkplatz verteilt. Da wir vorhatten, den Vogelpark endlich mal zu besuchen, gesellten wir uns ohne schlechtes Gewissen dazu. Heute Morgen waren dann alle anderen Mobile wieder verschwunden (der Park öffnet erst um 10 Uhr) und da das Wetter nicht besonders schön war (kalt, grau, nicht zum Fotografieren geeignet), sind wir auch weiter gefahren. Es wurde nicht kontrolliert, ob man den Park nun besucht oder nicht und wir gehen davon aus, dass das Übernachten auch weiterhin geduldet wird. Ansonsten gäbe es sicher an der Einfahrt eine Höhenbegrenzung, wie auf fast allen Parkplätzen in Frankreich.

Heute sind wir dann die letzten 400 km bis Kirchzarten bei Freiburg gefahren und da wir ja z. Z. eher auf Campingplätze stehen als auf Stellplätze, bleiben wir noch 5 Tage hier (Frühlingsangebot für € 107 incl. Bus- und Bahntickets in der Region und innerhalb Freiburgs). Ab morgen soll es angeblich warm und sonnig werden! Im Moment finden wir es temperaturmäßig sehr gewöhnungsbedürftig!!! Wir sind halt verwöhnt 😉

Camping Kirchzarten

Immer noch Palavas les Flots ;-)

 
 
StrandlebenUschi hat im Internet gesehen, dass es ab Lyon regnet und Richtung Schweiz evtl. sogar schneit! Darauf haben wir überhaupt keine Lust!!! Deswegen haben wir beschlossen, hier noch abzuwarten. Uschi hat drei weitere Übernachtungen incl. Strom “am Stück” geordert und per Karte bezahlt. Und siehe da, diesmal gab es eine Rechnung! Wir hatten zwei wunderbare Frühsommertage (es gibt schon Strandleben, siehe Beweisfoto), gestern etwas Regen (der die Mücken auf unserer Front/-scheibe aufgeweicht hat) und heute Mistral. Morgen wagen wir es dann aber mal und wollen in 2 Tages-Etappen nonstop bis Freiburg fahren. Sind ja nur noch etwas über 700 km! (Fährt Luise auf einer Arschbacke!!!) Palavas ist wirklich eine Reise (oder einen Zwischenstopp) wert, wir werden bestimmt mal wieder hier vorbeischauen.

Vorgestern haben wir uns noch die anderen 3 Campingplätze angesehen und festgestellt, dass wir wirklich den besten erwischt haben. Er liegt am dichtesten an der Stadt und hat vor allem schon ab Anfang April geöffnet. Ein weiterer Platz macht dieses Wochenende erst auf!

Übersichtskarte Palavas les Flots

Schade, dass alle spätestens Ende September schon wieder schließen und sie deshalb für die Anreise nach Spanien nicht infrage kommen. Es war jetzt für uns eindeutig komfortabler und angenehmer als auf dem Stellplatz, weil man nicht sofort nebenan das nächste Wohnmobil hat. Dafür zahlen wir gerne etwas mehr! Unsere anfängliche Enttäuschung darüber, dass der Stellplatz belegt war, hat sich umgekehrt und zu der Erkenntnis geführt, dass manchmal ein Campingplatz die bessere Alternative ist. Vor allem, wenn man länger als nur eine Nacht bleiben will.

Montpellier Plage auch hier ist alles bunt farblich passend

Blick von unserem Stellplatz auf Emma

Mietunterkünfte Litfaßsäule

ein Vorgarten Vorgartendetails

Wer nochmal die Fotos sehen möchte, die wir 2011 gemacht haben, kann hier klicken! Wir melden uns wieder, wenn wir in Deutschland sind.

Unsere Rückreise (Stellplatzbeschreibungen)

 
Es gestaltet sich alles wieder etwas schwierig! Unsere erste Station war nach nur 150 km Cambrils. Wir wollten uns den dortigen Stellplatz einfach mal anschauen und eigentlich auch die Stadt. Der Stellplatz “Camperpark Las Moreras” gehört zum Campingplatz “Playa y Fiestas” und liegt bei Mont-Roig del Camp, ca. 6 km von Cambrils entfernt (GPS: 41°02’40’’N/00°59’40’’E). Die Lage ist direkt am Meer, die Plätze (120 Stück) waren in Ordnung und auch für unser Mobil ausreichend groß. Der Preis betrug € 11,45 (incl. “Kurtaxe”). WLAN kostete extra. Es gibt eine Entsorgungsstation zum Darüberfahren und alles, was man sonst so braucht. Wir hatten aber keine Lust, unsere gut verpackten Fahrräder zu aktivieren und auf der Landstraße nach Cambrils zu fahren, also haben wir entschieden, die Stadt ein anderes Mal (wenn wir Flitzi dabei haben) zu besuchen.

Cambrils (1) Cambrils (2)

Unser nächstes Ziel sollte der Stellplatz “Platja d’Aro (Reisemobil-Bordatlas Europa 2012, S. 121) sein. Laut Beschreibung gibt es am Straßenrand Ausweichplätze, falls der Stellplatz mal belegt sein sollte. Am Straßenrand standen jede Menge Wohnmobile, aber der Stellplatz war mit Schranken und die Entsorgungsanlage mit Blumenkübeln “verrammelt”. Große Enttäuschung! Am Straßenrand (eng, voll, auf Asphalt) wollten wir nicht stehenbleiben und entschieden uns, noch ca. 75 km weiterzufahren bis Navata, 10 km nördlich von Figueres (Reisemobil-Bordatlas Europa 2012, S. 121), wo wir auf der Hinfahrt schon übernachtet hatten. Es ist ein privater Stellplatz neben einem kleinen Restaurant, ein großer runder Schotterplatz mit angrenzenden Grünflächen für ca. 20 Mobile (auch sehr gut geeignet, wenn man mit Hänger unterwegs ist), ohne Strom, aber mit der Möglichkeit, zu ent- und versorgen. Der Betreiber/Wirt ist sehr freundlich, es gibt kostenlos WLAN. Bei Verzehr im Lokal ist die Übernachtung frei, ansonsten kostet es € 2,00. Ein kleiner Supermarkt ist direkt gegenüber. Der Ort ist winzig, aber recht nett und für einen kleinen Nachmittagsspaziergang gut geeignet. Ganz toll war der Blick vom Wohnmobil auf die schneebedeckten Ausläufer der Pyrenäen!

Navata (3)

Navata (2) Navata (1) Navata (5) Navata (6) Navata (4) Navata (7) Navata (8)

Nach einer ruhigen Nacht mit nur zwei weiteren Mobilen in der Nachbarschaft wurde es dann irgendwann ernst und wir mussten Spanien verlassen!!! Unser nächstes Etappenziel war wieder das nette Städtchen Palavas les Flots in Südfrankreich (in der Nähe von Montpellier), wo wir auf der Hinfahrt das Theater mit dem “überflüssigen” Motoröl hatten (hier noch einmal nachzulesen). Wir kamen gegen halb 3 nachmittags am Stellplatz an, hatten beim Vorbeifahren mit Blick auf seeehr viele Wohnmobile schon eine böse Vorahnung, und tatsächlich war der Platz (für ca. 140 Mobile) komplett belegt! Vor uns standen noch zwei weitere Mobile vor der geschlossenen Schranke und es werden im Laufe des Tages sicher noch einige mehr gewesen sein. Wir waren einigermaßen schockiert! Ein normaler Dienstag im April!!! Man verwies auf die benachbarten Campingplätze und so fuhren wir den nächstgelegenen an, Camping “Montpellier Plage”. Es ist o.k., wir stehen wunderbar auf Grasboden, ein paar Meter weiter am Ende des Platzes ist ein Etang mit Flamingos, wir haben keine unmittelbaren Nachbarn, der wunderbare Sandstrand ist auf der anderen Seite der Straße. Mit den Rädern ist man in 10 Minuten im Stadtzentrum. Es ist natürlich etwas teurer hier (€ 21,80 für Mobil + 2 Personen, Strom € 4,45/Nacht, € 4,00 für WLAN/Tag oder € 14/Woche). Es ist aber sicher um Klassen besser hier als auf einem überfüllten Asphaltplatz. Der Campingplatz ist allerdings nur in der Sommersaison geöffnet. Aber natürlich gab es auch hier wieder ein paar Haken (leider aber keinen einzigen in irgendeiner der vielen Duschen!!!!). Zum einen sprach natürlich wieder niemand irgendetwas anderes als französisch! Die Dame an der Rezeption hatte größte Probleme mit dem Rechnen und gab uns verkehrt heraus. Mit mühsam hervorgekramten französischen Brocken (uns fällt alles nur noch in spanisch ein!), Bleistift und Zettel haben wir erfolgreich reklamiert. Dann kam die Sache mit dem Strom! Wir hatten uns dafür entschieden wegen unserer Kaffeemaschine. Als Uschi den Stromkasten öffnete und den Schukostecker anstecken wollte, stellte sie fest, dass hier nur französische Stecker passen. Also zurück zur Rezeption und nach einem Adapter gefragt. Gibt es nicht! Gegenüber in einem Kiosk: Haben wir leider nicht! Also Stromgeld zurückverlangt, die zweite schon bezahlte Nacht gecancelt und die WLAN-Karte zurückgegeben. Das war dann alles absolut zuviel für die sehr nette, bemühte Dame an der Rezeption! Unsere Satellitenschüssel fand keinen Satelliten, mein 12-Volt-Ladeteil für den Computer hatte einen Wackelkontakt und so gab es weder Kaffee noch Fernsehen noch Computer noch WLAN. Wir verbrachten den Abend mit lesen 😉 Heute Morgen entschieden wir, dass doch alles nicht so schlimm ist und Uschi bezahlte un nuit plus und eine Tageskarte WLAN. Beim Stadtbummel schauten wir im Hafen beim Schiffsausrüster vorbei und ein netter junger Mann (englischsprechend!) bastelte uns innerhalb einer halben Stunde einen französischen Stecker, ein Stück Kabel und eine Euro-Steckdose zusammen, für nur € 24,00 (Materialpreis nur für die Stecker!). Jetzt haben wir unseren ganz persönlichen französischen Adapter, ein Unikat! Zurück am Campingplatz orderten wir Strom für heute Nacht und die (immer noch sehr freundliche) Rezeptionistin verlangte die schon bezahlte Campingplatzmiete gleich noch einmal mit! Zum Glück sagte ihr der Computer auf unseren Protest hin, dass wir im Recht waren und schon bezahlt hatten (Rechnungen gibt es keine). Der Adapter interessierte sie sehr. Vielleicht bleiben wir noch eine Nacht länger…

Palavas les Flots so etwas gibt es hier wirklich noch

Etang mit Flamingos

Etang in der Abenddämmerung (1) Etang in der Abenddämmerung (2)

Palavas-les-Flots

 
 
Morgen fahren wir ein kleines Stück (ca. 220 km) weiter. Uschi wird heute Nacht wieder kaum schlafen können, aus Angst, dass doch noch irgendwelche Schädigungen da sind. Wir merken an solchen Vorkommnissen, dass unsere Nerven mit zunehmendem Alter dünner werden. Das Mitgefühl vieler Menschen und die Reaktionen, die uns erreicht haben, tun uns gerade sehr gut!

Jetzt gibt es aber noch ein paar Fotos von hier. Wir sind mit Flitzi ein wenig herumgefahren.

endlich am Meer Palavas-les-Flots (2) Wall Street Blick auf den Etang Palavas-les-Flots (1)

Pfaue

 

Im April 2011 waren wir ja schon einmal hier, wer möchte, kann hier noch einmal schauen.

Alles ist gut!

 
 
Sind wir froh, dass dieser Tag vorbei ist!!! Er fing nach einer eher mehr als weniger schlaflosen Nacht um 7 Uhr für uns an. Für zwischen 8:45 und 9:15 war uns der Tieflader versprochen worden. Wir sagten an der Rezeption Bescheid, dass wir hoffen, nachmittags wieder zurück zu sein. Die Nacht zu morgen hatten wir gestern schon mitbezahlt. Ich holte Flitzi, wir verstauten alle Wertsachen im Bett und im Kleiderschrank (unsere Schiebetür nach hinten können wir verschließen) und waren 5 Minuten vor der Zeit fertig. Dann begann eine wirklich nervzehrende Warterei! Die halbe Stunde verging, aber es kam kein Tieflader. Nun ja, wir sind in Südfrankreich! Nach einer weiteren Stunde, die wir wie Tiger im Käfig verbrachten, rief ich beim ADAC an. Der Mitarbeiter bot an, bei der Werkstatt nachzufragen und mich zurückzurufen. Seine Aussage war dann, dass er keine wirkliche Erklärung für die Verspätung erhalten habe, dass aber nun innerhalb der nächsten Stunde ein Abschleppwagen käme. Uschi hat sich tapfer gehalten, war aber kurz vor einem Nervenzusammenbruch und mir ging es auch nicht viel besser. Wir hatten so eine irre Angst, dass unsere Oscarlotta bei dem Transport beschädigt werden könnte. Den Fahrern ist ja nicht klar, wie wertvoll sie für uns ist, weil sie unser einziges Zuhause ist. Ich hatte mir schon alle wichtigen Sätze in Französisch im Geiste zurechtgelegt und war damit wenigstens etwas beschäftigt. Um kurz nach halb zwölf kam ein junger Tunesier mit einem genauso kleinen Abschleppwagen wie gestern!!! Natürlich sprach er nur Französisch! Er warf sich sofort auf den Boden, schaute unter den Wagen und meinte sehr euphorisch, es sei alles “pas de problème”. Im Wechseldialog mit dem ADAC wurde nicht ganz klar, ob er mit dem kleinen Abschlepper Oscarlotta nur unter der Unterführung durchschleppen wollte und sie dort auf einen Tieflader verladen werden sollte oder ob er sie bis zur 10 km entfernten Werkstatt abschleppen wollte. Als sich letzteres herauskristallisierte, weigerten wir uns vehement. Ich ließ ihm unsere Entscheidung über die nette ADAC-Mitarbeiterin mitteilen, er telefonierte sehr lange mit ihr und mit seinem Chef und dann machte er uns den Vorschlag, dass ein Spezialfahrzeug käme mit einem speziell für solche Fälle ausgebildeten Kollegen und der würde vor Ort sowohl das überschüssige Öl ablassen als auch prüfen, ob der Motor in Ordnung ist. DAS WOLLTEN WIR JA GESTERN SCHON!!! Wir hätten ihn vor Glück fast umarmt, hatten aber den Eindruck, dass er auch heilfroh war, dass er uns nicht abschleppen musste. Ihm war nämlich nicht klar gewesen, wie groß und schwer unser Mobil ist. Was da nun wieder schief gelaufen ist, wissen wir nicht. Der Mechaniker gestern, der uns den Tieflader angekündigt und den Termin gemacht hatte, wusste das ja alles!

Wie gesagt, wir sind in Südfrankreich, was bedeutete, dass der Kollege dann erst um 14 Uhr nach seiner Mittagspause kommen würde. Aber das war uns schon fast egal. Wir hingen ein wenig in den Seilen, zum Schlafen reichte die Zeit nicht wirklich und um 10 Minuten nach zwei kam tatsächlich der Spezialist mit einem Pannenfahrzeug und – oh Wunder – er sprach Englisch!!! Wieder ein ganz netter junger Mann, er fing sofort an, die Ablassschraube zu öffnen bzw. er versuchte es, stellte dann aber fest, dass ihm ein unverzichtbares Werkzeug fehlt. Er entschuldigte sich, in 20 Minuten sei er wieder da. Nach 40 Minuten kam er wirklich wieder und innerhalb kürzester Zeit war das vorgestern mit 92 € teuer bezahlte Öl als Altöl in einem Auffangbehälter. Uschi musste den Motor starten, Gas geben, er legte sich unter das Fahrerhaus und dann befand er, dass alles in Ordnung sei! Wir waren so glücklich!!! Der nette junge Mann verlangte unseren Fahrzeugschein und fing an, einen Auftragsschein auszufüllen. Gleichzeitig telefonierte er ewig lange mit seinem Chef und präsentierte uns schließlich eine Rechnung über 366 €! Der ADAC würde nur die An- und Abfahrten bezahlen, aber die Reparatur nicht. Wir fragten ihn, völlig fassungslos, wie in aller Welt für 20 Minuten dieser Betrag zusammenkommen könne? (Es würde eine ganze Stunde berechnet.) Ob das nur für seine Arbeit sei oder auch für die beiden anderen Hilfsversuche? (Nein, nur für ihn.) Ob es sein könne, dass das der Preis für deutsche Tourist(inn)en sei? (NEIN!) Er war etwas verlegen und gab sogar zu, dass er weinen müsste, wenn ER das bezahlen müsste. Dann telefonierte er wieder mit seinem Chef und plötzlich bekamen wir das Geld von ihm zurück und es hieß, der ADAC würde doch alles bezahlen! SEHR, SEHR SELTSAM!!!

Jetzt sind wir zwar sehr erleichtert, aber auch erledigt und haben das Bedürfnis nach ein paar Tagen absoluter Ruhe. Santa Susanna werden wir canceln und noch bis Freitag hierbleiben. Unser Bedarf an Aufregung ist für dieses Jahr mehr als gedeckt und Barcelona erscheint uns gerade eine Nummer zu groß!

Danke an alle, die mit uns gelitten, an uns gedacht und Daumen gedrückt haben!

Pannenhilfe (1) Pannenhilfe (2)

Nachspiel

 
 
Leider ist z. Z. noch nicht alles gut und wir können das wunderbare Wetter und das azurblaue Mittelmeer, das wir so lange ersehnt haben, nicht genießen. Unserem Flitzi geht es zum Glück gut und heute Morgen beim Bezahlen erfuhr Uschi, dass PKW durchaus mit auf das Stellplatzgelände dürfen! Entweder man bezahlt 3 € oder, wie in unserem Fall, wenn das Wohnmobil über 8 m lang ist, sind die 3 € im erhöhten Preis (14 € anstatt 11 €) schon mit drin. Es gibt jede Menge PKW-Parkplätze, schon allein für die Sportbootbesitzer, der Yachthafen gehört mit zum Stellplatz. Gestern Abend bei unserer Ankunft hieß es eindeutig: interdit! Es ist manchmal nicht zu fassen, wieviel unfähiges Personal es gibt und fassungslos macht uns in Frankreich auch immer wieder, dass fast niemand, incl. der jungen Menschen, Englisch spricht. Nicht einmal die, die im Touristikbereich arbeiten! Français seulement!!!

Nun zu unserem eigentlichen Problem: Oscarlotta. Wir haben heute Morgen als erstes unter den Motorbereich geschaut. Wir stehen auf Asphalt und es war nicht der geringste Ölfleck zu sehen. Gut, dachten wir. Daraufhin haben wir den Ölpeilstab wieder bemüht und der zeigte uns, im hellen Sonnenlicht deutlich sichtbar, Öl bis zum Anschlag. Nicht gut, gar nicht gut! Ein Telefonat mit der Iveco-Werkstatt in Aalen und eins mit Uwe bestätigte unsere Vermutung, dass wir keinen Meter mehr mit Oscarlotta fahren dürfen, um (weitere?) Schäden am Motor zu vermeiden. Also wieder den ADAC, deinen Freund und Helfer, bemüht. Die Möglichkeit, über den ausländischen ADAC-Service die Sprachschwierigkeiten zu überwinden, ist uns eine riesige Hilfe. Denn auch der sehr nette, sehr bemühte Abschleppwagenfahrer, der uns vom ADAC nach zwei Stunden auf den Stellplatz geschickt wurde, sprach höchstens drei Worte englisch. Wir wollten nur, dass er uns das überschüssige Öl ablässt, aber die ADAC-Mitarbeiterin machte uns klar, dass er nicht die Verantwortung übernehmen kann, falls unser Motor bereits einen Schaden hat und er uns fahren lässt. Wir müssen in eine Werkstatt!!! Also kommt morgen früh ein Tieflader. Da es in unmittelbarer Nähe aber eine Unterführung mit nur 3,75 m gibt, kann Oscarlotta erst danach aufgeladen werden. Wir werden mit Flitzi hinterherfahren und beten, dass sie heil in der Werkstatt ankommt. Und dann sind wir natürlich absolut der Willkür der Werkstattmenschen ausgeliefert. Wenn sie Geld mit uns verdienen wollen, werden sie etwas finden! Uns graut vor morgen!!!

Es scheint so zu sein, dass die Tatsache, dass unsere Starterbatterie nicht richtig angeschlossen war (weswegen der Motor nicht ansprang), die Elektronik dazu veranlasst hat, die Fehlermeldung bzgl. des zu niedrigen Motorölstandes auszugeben (warum auch immer). Da wir kein Öl am Peilstab feststellen konnten (so kurz nach dem Ölwechsel noch goldfarben?, schlechte Lichtverhältnisse?, der Verdacht, dass die Werkstatt vergessen hat, Öl einzufüllen?, zu kurze Wartezeit nach dem Fahren?) und weil wir die Fehlermeldung ernst genommen haben, scheint es so zu sein, dass wir viel zu viel Öl eingefüllt haben. Wir haben also wieder mal etwas gelernt, nur leider müssen wir immer viel Lehrgeld zahlen! Es geht uns gerade richtig besch…

Anreise mit Hindernissen

 
 
Wir sind heute Abend um kurz nach 19 Uhr wider Erwarten doch noch auf dem Stellplatz in Palavas-les-Flots in Südfrankreich angekommen. Wir hatten keine besonders gute Fahrt und trotzdem auch wieder viel Glück im Unglück! Es fing alles eigentlich ganz gut an, wir hatten gestern Abend in einem kleinen französischen Städtchen einen von nur vier ausgewiesenen Wohnmobil-Stellplätzen bekommen (Cousance; kostenlos; Bordatlas Europa 2012; A39 Richtung Lyon, Ausfahrt 9, 7 km bis zur Ortsmitte, dann als Entsorgungsstelle für Wohnmobile ausgeschildert; kein Strom; Ent- und Versorgung kostenfrei; Supermarkt ca. 100 m). Heute brachen wir dann schon – für unsere Verhältnisse – ziemlich früh auf, weil wir möglichst schnell an’s Meer wollten. Wir frühstücken ja immer erst unterwegs und wollten das zur Abwechslung mal an/in einer französischen Raststätte tun. Bei der ersten, die wir anfuhren, wollten wir wie immer zwischen den LKW parken, aber das war, völlig überraschend, für Wohnmobile und Wohnwagengespanne nicht erlaubt. Als wir die Schilder sahen, kamen wir aber schon nicht mehr in den anderen Bereich und mussten weiterfahren. Bei der nächsten Raststätte wurden rundherum alle Parklätze umgebaut und als wir endlich einen freien Platz erwischt hatten, fing es heftig an zu regnen und wir hätten um mehrere Kurven von Bauzäunen laufen müssen. Das Ergebnis war Frühstück im Mobil und Frust! Der Regen hörte nicht mehr auf und machte die Fahrerei nicht angenehmer. Unser dringendes Kaffeebedürfnis konnte über lange Zeit nicht befriedigt werden, weil wir wenig Lust hatten, auf dem Weg bis zur Raststätte klatschnass zu werden. Gegen 15 Uhr wurde dann aber der Wunsch nach Kaffee übermächtig und wir beschlossen, bei der Gelegenheit auch gleich vollzutanken. Danach fuhr ich mit Flitzi voraus Richtung LKW-Parkplätze und stellte nach kurzer Zeit fest, dass Uschi mit Oscarlotta nicht hinterher kam. Gut, dass wir Handfunken in Gebrauch haben! Oscarlotta sprang nämlich nicht mehr an!!!

1. Mal Glück im Unglück: Normalerweise kommt man an Raststätten-Tankstellen nicht mehr zur Tankstelle zurück, wenn man schon auf dem Weg zu den Parkplätzen ist. Hier führte der Weg aber sehr verschlungen in verkehrter Richtung noch einmal an der Tankstelle vorbei, mit der Möglichkeit einer erneuten Zufahrt. Oscarlotta startete nicht, zeigte nur im Display eine Warnmeldung an: “Motorölstand überprüfen”. Wir haben eine Woche vor unserer Abfahrt in Aalen bei Iveco einen Ölwechsel durchführen lassen sowie einen Kundendienst!

2. Mal Glück im Unglück: An einer Tankstelle gibt es Motoröl zu kaufen! Unser Ölmessstab zeigte KEINERLEI erkennbare Ölspuren! Also kauften wir gleich 2 Liter Öl. Keine Veränderung! Also wieder durch strömenden Regen in den Verkaufsraum zurück und eine weitere Flasche gekauft. Nichts! Nach der 4. Flasche erste leichte Spuren am Ölmessstab. Voller Hoffnung Oscarlotta gestartet, es klickte nur leise. Die Warnmeldung war zwar weg, dafür hatten wir dann die Meldung, dass der Öldruck nicht stimmt. Unser Service-Handbuch besagt, dass jetzt der Kundendiest kontaktiert werden muss! Wir sind in Südfrankreich und es ist Sonntag!!!

3. Mal Glück im Unglück: Es gibt eine 7-Tage/24-Stunden-Hotline von unserer Iveco-Werkstatt. Es meldet sich jemand und er erinnert sich sogar an uns. Bloß helfen kann er uns auch nicht. Natürlich will er sich unserem Verdacht, dass bei dem Ölwechsel das Öl zwar abgelassen, aber kein neues nachgefüllt wurde, nicht anschließen. Aber man verliert ja wohl nicht unbemerkt innerhalb einer Woche mehr als 4 Liter Motoröl! Also bleibt uns nur noch der Anruf beim ADAC. Eine nette Dame nimmt meine Angaben entgegen und schickt mich dann mit dem Handy zur Tankstelle, damit sie mit einer Angestellten in französisch reden kann. Grund ist, dass französische Tankstellen Privatgelände sind und der ADAC dort keinen Pannendienst hinschicken darf. Der muss von der entsprechenden Tankstelle beauftragt werden! Die nette Tankstellenangestellte läuft durch den unvermindert strömenden Regen mit zu unserem Mobil und lässt sich den Fahrzeugschein geben, um einen Abschleppdienst organisieren zu können. Sie bietet uns auch einen Kaffee an, aber die Lust darauf ist uns inzwischen vergangen. Wir wissen, dass unser automatikgetriebenes Fahrzeug nicht einfach so abgeschleppt werden kann, es muss die Kardanwelle abgeflanscht werden. Weiß und kann der französische Mechaniker das bzw. können wir mit unseren kümmerlichen Französischkenntnissen ihm das klarmachen? Die Info der ADAC-Mitarbeiterin war, dass wir zu einer Werkstatt geschleppt werden, die Diagnose aber sicher erst am nächsten Tag erfolgen kann, denn (wie bereits erwähnt): es ist Sonntag. Nach 30 sehr unentspannten Minuten kommt ein unglaublich cholerischer Pannendienstfahrer mit einem lächerlich kleinen Abschleppfahrzeug. Natürlich spricht er ausschließlich französisch! Also muss wieder der ADAC ran. Nach mehrfachem Handytausch Mechaniker-ADAC, ADAC-ich und wildem Rumspringen rein in Oscarlotta, raus aus Oscarlotta, Motorhaube auf, fummeln hier und schrauben dort steht fest, dass er uns nicht helfen kann und abschleppen kann er unser großes Fahrzeug auch nicht! Rat vom ADAC: die 112 anrufen und ein größeres Abschleppfahrzeug ordern. Sie können uns LEIDER nicht helfen! Der Pannendienstmensch hat aber wohl noch eine Idee und findet einen losen Batteriekontakt. OSCARLOTTA SPRINGT AN!!!

4. Mal Glück im Unglück: Es war wohl mal wieder die Duplizität der Fälle und das Nichtanspringen hatte gar nichts mit dem fehlenden Motoröl zu tun. Wir wären also weiter, nichts Böses ahnend, mit trockenem Motor gefahren. Warum wir keine Warnanzeige bekommen, wissen wir nicht. Wie lange wäre das wohl noch gut gegangen?

Jetzt wurde es langsam Zeit, um 19 Uhr schließt der Stellplatz hier und wir hatten noch über 100 km zu fahren. Natürlich haben wir uns auf den letzten Kilometern, im Dunkeln und immer noch bei Regen, noch zweimal verfahren, weil sich unsere zwei Navigationsgeräte nicht einig waren. Frau Becker stellte sogar den Dienst auf den letzten Metern ganz ein!

5. Mal Glück im Unglück: Es war schon nach 19 Uhr und der Stellplatz war noch geöffnet. Nur Flitzi durfte nicht mit rein und steht jetzt ganz allein und unbeschützt in einer Seitenstraße. Wir hoffen sehr, dass unsere Pechsträhne beendet ist und wir ihn übermorgen unbeschadet und komplett mit Navi wieder mitnehmen können. Ein wenig Sorgen machen wir uns schon!

Adiós España – esperamos que volveremos

 
Leider, leider müssen wir morgen unsere “Winter-Wahlheimat” erst einmal wieder verlassen, aber wir hoffen sehr, siehe oben, dass wir wiederkehren werden!!! Es war noch schön hier am “Aquarius”, trotz etwas gemischten Wetters. Aber unser Stellplatz ist so idyllisch mit unserem eigenen Vorgarten incl. vier Olivenbäumen, dass es fast egal ist, ob man draußen oder drinnen sitzt.

Morgen werden wir über die Grenze nach Frankreich und dann in zwei oder drei Etappen bis Freiburg fahren. Dort haben wir wieder Internet und melden uns, sobald es etwas Neues zu berichten gibt. Eine Sommerpause gibt es, wie letztes Jahr, nicht. Aber evtl. werden die Abstände unserer Berichterstattung etwas länger sein. Hier noch einmal die Erinnerung daran, dass ihr euch völlig gefahrlos und “ohne Nebenwirkungen” bei uns registrieren könnt und dann per eMail benachrichtigt werdet, sobald wir einen neuen Beitrag online haben. Ihr braucht dann nicht immer auf Verdacht nachzuschauen. Um euch zu registrieren, müsst ihr lediglich eure eMail-Adresse bei “Beiträge abonnieren” (entweder oben oder rechts in der Seitenleiste) eingeben, erhaltet dann eine Begrüßungsmail und müsst dort einmal bestätigen, dass alles so von euch gewünscht ist. Fertig!

Also, bis die Tage oder hasta luego 😉


Unsere Fahrt durch kalte Regengebiete in sonnige warme Gefilde!

 
00.Etappen F

 
Am 5.10. haben wir uns in Bad Sobernheim von unseren “letzten Mohikanern” verabschiedet und sind Richtung Frankreich gestartet. Diesen Herbst fuhren wir eine völlig andere Route als sonst. Daraus ergaben sich für uns noch unbekannte Stellplätze als Etappenziele. Die Stellplätze habe ich bei der Vorbereitung unserer Reise im Bordatlas (Stellplätze in Europa) gefunden.

Anschließend findet ihr zu den Stellplätzen jeweils eine kurze Beschreibung und Fotos.

Der 1. Stellplatz nach 319 km über Landstraßen war/ist in LIgny-en-Barrois:

leicht zu findender Platz, kostenlose Übernachtung, stadtnah, VE, Wlan umsonst (funktionierte sehr gut), 14 enge Plätze (bis 7m Länge), an der Zufahrtsstraße längs eingezeichnete Plätze für etwa 4 längere Mobile, bei Nacht ziemlich laut wegen LKW-Verkehr

01.am Hafen 02.kurze Plätze 03.Übernachtung am Seitenstreifen

Den 2. Stellplatz erreichten wir nach 306 km am 6.10. in Vailly-sur-Sauldre:

leicht zu übersehende Einfahrt über eine kleine Brücke (waren nicht die Einzigen, die erst mal dran vorbei gefahren sind), Platz unter Laubbäumen (Fernsehempfang eingeschränkt), VE, bei Nacht sehr ruhig, Gebühr 3,50€ +2,50€ für Strom (zu bezahlen in der danebenliegenden Touristeninfo), Platz schließt am 31.10.

04.ruhiges Plätzchen 05.kleines Sanitärgebäude 06.spezieller WC-Ausguss

Der 3. Stellplatz, wir erreichten ihn am 7.10. nach 191 km, in Saint Pourcain-sur-Sioule liegt idyllisch am Fluß:

Anfahrt gut ausgeschildert, etwa 30 nicht sehr breite Plätze + Ausweichplatz, angenehm ruhige Lage hinter Sportanlagen, kostenlos bis auf VE (2€ für 10 Min.) und Strom (sehr begrenzte Anzahl von Steckdosen), symphatisches Städtchen in fußläufiger Entfernung

07.netter Empfang 08.direkt am Fluss

Als 4. Stellplatz nach einem Ruhetag hatte ich eigentlich Millau (unterhalb der großen Brücke) rausgesucht. Da das Wetter ziemlich bescheiden war, fuhren wir lieber weiter über die Brücke (Gebühr für unser “Schiff” 22,50€, allerdings war die ganze Strecke auf der A 75 kostenlos), der Sonne entgegen!!!

09.Brücke von Millau 10.tolle Konstruktion

So war unser 4. Etappenziel nach 447 km am 9.10. der Campingplatz “Nautique” (nahe Narbonne):

wunderschön angelegter Campingplatz an einem “Etang” (Salzwassersee), Übernachtungsgebühren inklusive Strom 15€ (mit ACSI-Rabatt), große Plätze mit eigenem Bad (hatten wir noch nie, war aber klasse), Narbonne 5km entfernt (wegen starkem Mistral leisteten wir uns eine Taxifahrt in das hübsche Städtchen und verzichteten auf die Fahrradtour)

Wir haben auf dieser Fahrt den Campingplatz einem der zahlreichen Stellplätze in der Ecke vorgezogen, weil wir unbedingt eine Waschmaschine wollten und der Platz relativ stadtnah zu Narbonne liegt.

11. 30°C 12.Sonne satt 13.großzügiger Platz 14.Siesta 15.unser eigenes Bad 16.Innenansicht 17.die Fahrt gut überstanden

Auf diesem Campingplatz (Öffnungszeit vom 15.3. – 15.11.) haben wir eine beschauliche, sonnige Spätsommerwoche genossen. Wir werden gerne mal wiederkommen, auch wenn der Platz nicht am Meer liegt.

Am Sonntag, 16.10., fuhren wir gegen 12:00 Uhr bei für diese Gegend zu dieser Jahreszeit untypischer Windstille (!) über die Grenze nach Spanien. Alles Weitere ist eine andere Geschichte und ergibt einen neuen Blogeintrag.

Überwintern erfolgreich beendet ;-)

 

Wir melden uns in Deutschland zurück!!! Und wir sind sehr erfreut, dass der Übergang wettermäßig so wenig spürbar ist, was für April in Deutschland ja nicht vorausgesetzt werden kann. Am Sonntag lief unsere Fahrerei so gut, dass wir eine unserer geplanten Zwischenetappen ausließen und gleich bis „Bommeles“ (Baume les Dames) fuhren. Dort gibt es einen schön angelegten Stellplatz, den wir gerne anfahren. Aber wir hatten diesmal kein Glück, es gab keinen einzigen freien Platz mehr! Also fuhren wir zum ersten Mal zu dem nur wenige hundert Meter weiter liegenden Campingplatz und waren sehr überrascht, wie nett es dort ist. Und es kostete auch nur 11 Euro incl. Strom. Es war fast schade, dass wir nur eine Nacht bleiben konnten.

Am Montag hatten wir bis Freiburg dann nur noch 160 km zu fahren und es war gut, dass wir früh (in der Osterwoche und am Tag) hier auf dem Stellplatz ankamen. Telefonisch hatten wir nämlich schon erfahren, dass alle zu reservierenden Plätze bereits vergeben waren und der Platz war schon gut gefüllt! Wir haben aber noch ein schönes Eckchen bekommen und können jetzt Ostern ganz gelassen auf uns zukommen lassen. Freiburg ist eine so schöne Stadt! Hier ist immer reges Leben und man sieht den Menschen an, dass alle glücklich sind, dass man endlich wieder draußen in den Straßencafés sitzen kann.

Fazit: Wir sind 6 1/2 Monate in Frankreich und Spanien gewesen, Oscarlotta hat 4045 km mehr auf dem Zähler, die Fahrtkosten für Autobahngebühren und Diesel belaufen sich auf rund 1200 Euro. Autobahn sind wir dann gefahren, wenn wir längere Strecken einigermaßen schnell bewältigen wollten. Wir fahren auch gerne „über Land“, aber beide Länder haben ein ausgesprochenes Faible für Kreisverkehre und die halten ganz schön auf! Wir hatten keinerlei Probleme, Pannen, unliebsame Überraschungen (von Barcelona abgesehen), sehr gutes Wetter, keine Langeweile, haben viel gesehen und erlebt. Dafür sind wir sehr dankbar!

Unseren „Winterblog“ beenden wir jetzt der Jahreszeit entsprechend, machen dieses Jahr aber mal keine Sommerpause. Ihr könnt also weiterhin ab und zu bei uns vorbeischauen, vielleicht gibt es dann ja gerade etwas von uns zu lesen (schaut dazu doch nochmal den Text GANZ unten auf dieser Seite an). Wir bedanken uns ganz herzlich für euer Interesse und die vielen netten Kommentare im Blog und auch für die privaten Rückmeldungen. Wir hoffen, dass ihr uns treu bleibt, auch wenn wir die nächsten Monate vielleicht nicht ganz so viel von uns „lesen“ lassen 😉

Lasst es euch so gut wie möglich gehen und genießt den Sommer und das Leben! Liebe Grüße, eure Uschi (+Ingrid)


Frühling (oder doch schon Sommer?) in Frankreich

Uschi hatte als Zwischenstopp in Südfrankreich einen Stellplatz herausgesucht, der vielversprechend klang: 120 Plätze bis zu 12 Metern Länge neben einem Sportboothafen und ein Städtchen in fußläufiger Nähe. Das wollten wir ausprobieren. Die erste Überraschung war, dass der Platz so gut wie voll war (an einem Donnerstag Mitte April!). Wir bekamen aber zum Glück noch einen Stellplatz in für uns ausreichender Länge. Es war erst sehr gewöhnungsbedürftig, wieder auf Asphalt und sooo dicht nebeneinander zu stehen. Immerhin sehen wir zwischen zwei vor uns stehenden Mobilen hindurch auf den Hafen. Die zweite Überraschung war das Städtchen – Palavas les Flots – und das rege Treiben dort. Hier ist echt schon Urlaubssaison! Heute, am Samstag, war soviel los, dass wir uns nicht vorstellen können, dass es im Sommer noch voller werden kann. Es gibt hier so viel zu sehen, dass wir es nicht einmal geschafft haben, in das nur 15 km entfernte Montpellier zu fahren! Landschaftlich ist es sehr schön hier, ringsum Wasser in Form von unzähligen Etangs sowie dem Canal du Rhône à Sète. Pro Nacht zahlen wir mit 2 Personen incl. Strom und Kurtaxe EUR 15,50 (über 8 Meter, sonst 13,50). Es gibt auch 3 Campingplätze, die wir uns heute angesehen haben, aber sie liegen viel weiter vom Ortskern entfernt, sind um einiges teurer und haben nur von Mitte April bis Mitte September geöffnet. Wer sich über den Stellplatz informieren möchte: http://www.palavaslesflots.com

Und hier wieder ein paar Fotoeindrücke:

Erstmal tschüss!

Hallo, ihr Lieben!

Wir werden Frankreich morgen verlassen und ca. 250 km weiterfahren bis kurz vor Barcelona. Dort machen wir immer in Santa Susanna Station, auf einem sehr schönen Campingplatz direkt am Meer. Wir stehen ca. 3m über dem Meeresspiegel und ca. 15m vom Meeressaum entfernt! Das ist manchmal recht laut, aber wir lieben es. Der ständige Blick auf das meist sonnenbeschienene Meer ist ein Traum! (Fotos werden nachgeliefert.) Wir werden wieder einige Male nach Barcelona reinfahren, mit dem Zug 50 Minuten immer am Meer entlang für € 3,20 (Fahrt/Person) ist das gut machbar. Anders wäre es für uns mit Oscarlotta ja auch gar nicht möglich. Barcelona fasziniert uns immer wieder auf’s Neue und wir freuen uns schon sehr, nach zwei Jahren wieder mal zu schauen, was sich verändert hat.

Wir werden voraussichtlich erst wieder Mitte November einen eigenen Internetzugang haben. Bis dahin gibt es nur Internetcafés. Vermutlich werden wir von dort aber keine Blogeinträge erstellen.

Zum Schluss noch ein paar Fotos, damit euch das Warten nicht so schwer fällt. Es hat uns sehr gut hier gefallen und wir planen, auf der Rückreise im nächsten Frühjahr hier wieder vorbeizukommen.

Liebe Grüße und bis bald,
eure Uschi + Ingrid

P. S.: Wir freuen uns über jeden Kommentar!

Wir sind umgezogen!

 
 
Wie ihr seht, ist auf einmal alles anders! Aber so ist das in der Regel, wenn man umgezogen ist. Wir fremdeln auch noch etwas und versuchen, uns zurechtzufinden. Immerhin sind alle alten Beiträge und auch die Fotos da, nur leider nicht mehr die von uns gewählte Schrift, Schriftfarbe und die Anordnung der Fotos. Ihr müsst also erst einmal mit dem vorlieb nehmen, wie es gerade ist. Falls ihr überhaupt reingekommen seid 😉

Fleißarbeit beendet!!!

  

Hallo, ihr alle!
Es ist Montag Nacht, die Uhrzeit seht ihr ja 😉 und ich kann mit Zufriedenheit vermelden, dass ich alle Fotos wieder eingefügt bekommen habe! Es war mit viel Arbeit und Frust (wegen der nicht sehr stabilen Internetverbindung) verbunden, aber wer Fehler macht, muss eben büßen…
Jetzt verschwinde ich aber ganz schnell in mein Bett, Uschi schläft schon längst.
Gute Nacht wünscht eure müde Ingrid


Infos und ein Geheimtipp!

 
 
Frankreich ÜN-Plätze 2

Bevor ich zum eigentlichen Geheimtipp komme, erst mal für alle Interessierten die von uns angefahrenen “Reisemobilstellplätze”!

Nr.1: Parc de Oiseaux bei Villars-les-Dombes (Bordatlas Europa 2010 S.174)

Geodaten: N: 45° 59’ 29” / O: 5° 1’ 31” (gefahren von Bad Bellingen aus 376 km)

Nr.2: Parking Plage Est in Saintes-Maries_de-la-Mer (Bordatlas Europa 2010 S.167)

Geodaten: N: 43° 27’ 15” / O: 4° 26’ 18” (gefahren 343 km)

Nr.3: Les Poissons d’Argent bei Aigues Mortes (Bordatlas Europa 2010 S. 121)

Geodaten: N: 43° 33’ 47” / O: 4° 9’ 51” (gefahren 38 km)

Nr.4: Geheimtipp von einem Reisemobilnachbarn auf der Herfahrt.

Er steht in keinem deutschen Campingführer! Ganzjährig geöffnet!

Campingplatz “Le Paradou” in Marseillan Plage zwischen Sete und Agde am Meer,

Geodaten: N: 43° 19’ 17” / O: 3° 33’ 34” (gefahren 81 km)

Hierzu noch ein paar Info(to)s:

Zum Empfang der Gäste:

Einfahrt_366x274 Rezeption_366x274 Brunnen_366x274

Stellplätze von schnuckelig bis geräumig oder als “Dauerplatz für Hühner”:

kleiner Platz_366x274 großer Platz_366x274 Hühnerhof der freilaufenden Hühner_366x274

Saubere Sanitäreinrichtungen, Spülbecken und Wäscheecke sowie geschickte Entsorgung (ohne Foto)

und vor “Vandalen” gut versteckte Versorgung :

Sanitärgebäude_366x274 Dusche (warmes Wasser)_206x275

Spülen (warmes Wasser)_366x274 Wäscheecke_366x274 Säule mit Stromkasten_206x275 nix Strom, Wasseranschluss_366x274

und zum guten Schluss: Ein kurzer Weg zum endlos langen Sandstrand!!!

zu Fuß an den Strand 1_366x274 zu Fuß an den Strand 2_366x274 zu Fuß an den Strand 3_366x274 zu Fuß an den Strand 4_366x274 zu Fuß an den Strand 5_366x274

Es ist so schön hier, wir bleiben noch eine Woche! Liebe Grüße, Uschi und Ingrid

Zwischenergebnis

 

Ich wieder, Ingrid!
Es bleibt schwierig! Wie ihr seht, sind jetzt zwar unsere aktuellen Beiträge online, dafür habe ICH es aber gestern geschafft, versehentlich alle Fotos aus dem Winterblog zu löschen!!! Die Fotoalben sind zum Glück noch da, aber die Fotos innerhalb der Beiträge eben nicht. Im Moment wissen wir noch nicht, ob und wie wir das rückgängig machen können 😦 Die 3 Fotos aus dem ersten Texteintrag dieser aktuellen Reise („Eine neue Winterreise steht an“) findet ihr leider auch nur noch im Album „Blogfotos“. So weit, so schlimm! Wir arbeiten dran 😉
Unser Wetter hat sich zum Glück stark verbessert, heute war mal wieder ein Tag im Freien angesagt, inklusive Barfuß-Spaziergang am Strand/durch’s Wasser.
Für heute liebe Grüße von Uschi und mir!!!

 

“Sonntagswetter” in Südfrankreich!!!

 
 
Nach dem Beitrag von Ingrid melde ich mich nun wieder bei euch mit aktuellen Nachrichten.

Es “kachelt” schon seit fast 24 Stunden heftig, heute morgen nun auch noch diese Wetteraussichten!

Marseillan-Plage (4)
 
 
Macht doch Hoffnung – auf weitere “Höhlentage”, wie Ingrid die Tage nennt, an denen man am besten nicht vor die Tür geht – oder?

Ich bin trotzdem nach draußen, um die Campingplatz- und Strandstimmung mit dem Fotoapparat einzufangen.

Anmerkung: Die Hühner laufen hier wirklich frei auf dem Platz herum!

Ein kleines “Bonbon” zum Schluss. Viel Spaß dabei, eure Uschi

Wir sind “on tour”!

 

Reiseübersicht

Bonjour, mes amis!

Heute melde ich mich mal bei euch, die (bessere?) Hälfte von Uschi. Wir haben erfreulicherweise einen Campingplatz mit WLAN erwischt, sodass wir unsere Reisedokumentation wie versprochen fortsetzen können. Unsere Reiseroute, die ihr oben seht, haben wir inzwischen bis in die Camargue „abgearbeitet“.

Aber zunächst noch ein kurzer Rückblick auf die letzten Tage in Deutschland: Wir hatten ein wirklich schönes Mobiso-Treffen in Bad Dürrheim mit insgesamt 16 menschlichen und 5 hündischen Teilnehmern, je einer davon sogar aus Schweden!

Zu Bad Säckingen und Bad Bellingen hat Uschi ja schon berichtet, also mache ich mit dem Übergang nach Frankreich weiter. Dieser erfolgte bei schönstem Wetter und unsere Stimmung war entsprechend gut. Endlich on tour!!! Unsere erste Tagesetappe führte uns an Bourg-en-Bresse vorbei

Poulet de Bresse

bis zum „Vogelpark“ in Villars-les-Dombes. Diesen Tipp haben wir von den Einzelfahrern der Wohnmobil-Solisten und er stellte sich als wirklich gut heraus. Ein sehr großer (PKW-) Parkplatz, der jetzt in der Nachsaison sogar am Wochenende so wenig belegt wird, dass man sich ohne Probleme quer über mehrere Plätze stellen kann. Die offiziell ausgewiesenen 10 WoMo-Stellplätze haben wir gar nicht gefunden und auch nicht explizit gesucht 😉 Leider war es schon zu spät, um den Park zu besuchen und am nächsten Tag kamen mehrere Busladungen an, sodass wir entschieden, weiterzufahren und es auf der Rückfahrt im Frühling noch einmal zu versuchen.

Ich hatte mir gewünscht, als nächstes in Avignon oder Arles Station zu machen und Uschi hatte die in Frage kommenden Campingplätze herausgesucht. Da die meisten Campingplätze in Frankreich bereits Mitte September schließen, war die Auswahl sehr beschränkt und völlig überflüssig, wie sich herausstellen sollte. Bei Avignon wurde uns jede Abfahrt von der Schnellstraße in die Stadt bzw. zum Campingplatz verwehrt (Zufahrt für Fahrzeuge über 3,5 t verboten!), in Arles gelangten wir zwar problemlos bis zum Campingplatz, aber der war bereits geschlossen (ob nur für den Winter oder grundsätzlich, war nicht erkennbar, laut Campingführer hätte er noch offen sein müssen). Es blieb uns also nichts anderes übrig, als zähneknirschend weiterzufahren. Wir versuchten es zunächst mit dem östlichen Ende der Camargue und fuhren nach Port-St-Louis-du-Rhône. Dieser Teil der Camargue gefiel uns nicht besonders, nur steppenartige Landschaft und viel Industrie. Es sah absolut nicht so aus, wie man sich die Camargue vorstellt! Nach relativ eintöniger Fahrt endlich angekommen stellte sich heraus, dass man an der ausgewiesenen VE-Station zwar ent-, aber nicht versorgen konnte. Ein deutscher WoMo-Fahrer klärte uns auf, dass man Jetons braucht, die der Hafenmeister ausgibt, aber nicht am Wochenende! Er habe sich auch schon mal an den Bootsstegen mit der Gießkanne Wasser besorgt. Das wollten wir nicht und da uns der Stellplatz auch nicht wirklich zusagte, entschlossen wir uns, die ganze Strecke wieder zurückzufahren und es in Saintes-Maries-de-la-Mer zu versuchen.

Übersichtsplan Camargue

Wir wurden entschädigt und belohnt! Endlich fuhren wir durch die „richtige“ Camargue, die mit den weißen Pferden, den schwarzen Stieren und den Flamingos, die in Mengen rechts und links der Straße zu bewundern waren. Das alles wohl nur, weil die Landschaft hier zum Naturschutzgebiet erklärt wurde. Am Stellplatz gab es dann allerdings auch kein Frischwasser, weil es inzwischen schon 18 Uhr geworden war und die VE-Stationen täglich um 15 Uhr abgeschaltet werden. Um 15 Uhr hat der Stellplatzwächter Feierabend, die Zufahrtsschranke bleibt geöffnet, ankommende Mobilisten können, wenn sie entsprechend früh am nächsten Morgen wieder fahren, umsonst übernachten, sollen dann aber nicht auch noch umsonst ent- und versorgen können. Also fiel das Waschen vor dem Zubettgehen diesen Abend aus 😉

Am nächsten Tag war es erst mal so wie immer, wenn wir in Südfrankreich sind: es stürmte! Wir wagten uns trotzdem an den Strand, der direkt vor dem Stellplatz begann, mit dem Erfolg, dass wir „sandgestrahlt“ wurden. Aber das Gefühl, endlich mal wieder barfuß durch das Mittelmeer zu waten, machte alles wett. Nachts wurden Oscarlotta und wir ordentlich durchgeschüttelt und da machte es fast nichts mehr, dass pünktlich um 8 Uhr die Schaufelbagger direkt vor unserer Windschutzscheibe sehr laut anfingen, die Wellenbrecher zu verbreitern. In regelmäßigen Abständen kam ein LKW mit neuen riesigen Felsbrocken, fuhr sehr entschlossen in die Lücke zwischen uns und dem Nachbarmobil, um dann rückwärts die Rampe hochzufahren und mit unglaublichem Getöse seine Steine von der Ladefläche rutschen zu lassen! Wir blieben trotzdem!!! Der Blick auf das Meer direkt vor uns, das überraschend nette Städtchen, das tolle Sommerwetter ab dem dritten Tag versöhnten uns mit allem. Hier möchten wir noch einmal hin (und dann sind die Wellenbrecher ja auch sicher fertig!).

Am 6. Oktober fuhren wir sagenhafte 39 km weiter bis in die Nähe von Aigues-Mortes. Dort gibt es einen Wohnmobilstellplatz „in der Pampa“. Er wurde zwar betrieben, war auch sehr groß und gut gestaltet, aber absolut leer! Kein weiteres WoMo! Wir beschlossen, trotzdem keine Angst haben zu müssen, dass uns oder Oscarlotta etwas zustoßen könnte und fuhren per Rad in das mittelalterliche Städtchen mit seiner noch vollständig erhaltenen Stadtmauer. Als wir durch den Mauerbogen in den Innenbereich gegangen waren, wusste ich, dass ich hier vor ca. 30 Jahren schon mal war! Es ist schon erstaunlich, was das Gehirn alles abspeichern und wieder aufrufen kann, nach so langer Zeit.
 
 

 
 
Als wir zum Stellplatz zurückkamen, waren 6 weitere Wohnmobile da und am nächsten Tag trudelten 30 weitere ein, ein französisches Clubtreffen! Wir wurden rundherum völlig zugeparkt. Ein weiterer Radausflug in die entgegengesetzte Richtung nach Le Grau-du-Roi war dann eher ein Flop, sehr touristisch mit basarähnlichen, schon sehr an spanische Märkte erinnernde Verkaufs-„Verschläge“. Lediglich der Hafen und die Straßen rechts und links davon waren sehenswert. Aber da das Wetter immer noch traumhaft sommerlich war, hat es trotzdem Spaß gemacht, zumal die Fahrt auf Schotterwegen immer zwischen dem Kanal und dem Etang je-ne-sais-pas entlang ging, wo wir aus nächster Nähe Flamingos bewundern konnten.

Übrigens sind palavernde, sich voneinander verabschiedende Franzosen auch nicht wesentlich leiser als Bagger! Als wir aufstanden, war der Platz wieder (fast) genauso leer wie bei unserer Ankunft.

9. Oktober

Seit gestern sind wir nun wieder ein winziges Stückchen weiter, stehen auf einem niedlichen, kleinen Campingplatz direkt am Meer in der Nähe von Sète, den uns ein Stellplatznachbar empfohlen hatte. Er hatte auch etwas von WLAN gesagt und – große Freude – der Internetzugang ist sogar kostenlos!!! Leider stürmt es schon wieder, draußen sein macht nicht wirklich Spaß und so kommt ihr in den Genuss dieser Aktualisierung. Ich hoffe, ihr habt Freude daran! Jetzt verabschiede ich mich erst einmal und übergebe wieder an Uschi.

à bientôt – hasta luego – ciao – cul8r – bis die Tage – eure Ingrid