Jetzt reicht’s!

 

Puh – nun hab’ ich aber wirklich langsam die Nase voll! Nicht nur vom Wetter, das ja nun alles andere als sommerlich zu beschreiben ist. Ja, ich weiß, wir haben kalendarisch immer noch Frühling, aber es war doch schon sooo schön warm. Aktuell sind es gerade mal noch 8,5°C, tagsüber!!! Ende Juni! Schafskälte hin oder her, was ist das überhaupt? Aber eigentlich meinte ich ja unseren Arbeitsmarathon, der dieses Mal so umfangreich war wie noch nie. Wieso eigentlich? Weil wir im Winter in Deutschland geblieben sind und da halt an Oscarlotta nicht so viel machen konnten wie im warmen Spanien? Oder hat uns nur die Arbeitswut übermannt? Das kennt man ja, wenn man mal irgendwo angefangen hat, lacht einen plötzlich hier noch etwas an und da und dort… Aber nun reicht es! Alles ist erledigt, unsere to-do-Liste ist abgearbeitet.

polieren Uschi hat Oscarlotta poliert, wie jedes Jahr. Deswegen sieht sie auch nach inzwischen 8 Jahren noch (fast) wie neu aus. Toi, toi, toi haben wir ihr in der ganzen Zeit auch keine Kratzer, Dellen, abgefahrene Ecken zugefügt, dank umsichtigen Fahrens, der Rückfahrkamera und des jeweiligen Beifahrers, der in potentiell gefährlichen Situationen draußen steht und Anweisungen gibt.

polierenpolierenEndergebnis    

Dabei stellte sie dann fest, dass nicht nur unser Heki neu abgedichtet werden musste, sondern ALLE Fenster es dringend nötig hätten. Gesagt – getan.

Vorarbeit abklebenschön gerade!einmal rundherumund nun die "Spritze"Kurvenlösungsauber, oder?

MissWellkawee Jetzt fehlten noch Gasprüfung, Kundendienst mit Ölwechsel und Hauptuntersuchung. Ersteres machte, wie immer, unser Wohnmobilfachbetrieb “Mühlich” in Aalen, letzteres ließen wir, ebenfalls wie immer, bei der Firma “Wellkawee” in Aalen erledigen, eine Servicewerkstatt für LKW, u. a. auch auf Iveco. Wir haben ja das kleine LKW-Fahrgestell des Iveco Daily 60 C 18, deshalb sind wir hier an der richtigen Adresse. Mängel wurden keine festgestellt, als einzigen Mangel hatten wir die nur sehr unzuverlässig funktionierende Warnblinkanlage angegeben, die meist erst beim 3. oder 4. Mal an-, dafür aber nicht wieder ausging. Der Schalter war defekt, wie sich herausstellte.

 GasprüfungTÜV

Es regnete wie aus Kübeln an dem Tag! Wir hatten zwar Flitzi dabei, um in die Stadtmitte fahren zu können, aber das Herumlaufen dort machte keinen Spaß. So kam Uschis Vater in den “Genuss” eines Kaffee- und Kuchenbesuchs von uns. Um 17:30 war Oscarlotta abholbereit und wir um eine Stange Geld ärmer!!! Als wir dann wieder auf unserem Dauerstellplatz waren und unsere “Wohnordnung” wiederhergestellt hatten, waren wir mehr als froh, auch diesen Punkt auf unserer Liste abhaken zu können! Die Bremsenüberprüfung bei der Hauptuntersuchung bedeutet ja, alles innerhalb und außerhalb der Schränke noch besser zu verstauen und zu sichern, als wir das bei “normalem” Fahrbetrieb machen. Und entsprechend viel ist dann wieder zurückzuräumen. Dass diese Prozedur für Wohnmobile über 3,5t jährlich nötig ist, ist so unverständlich wie lästig!

Aber nun ist alles gut! Unsere Belohnung kam die Tage per mail und kündigte uns die Auslieferung von Boxi für den 25. Juni an! Montag also Straßenverkehrsamt in Heidenheim und am Donnerstag fahren wir nach Kreuzwertheim!!! 🙂 🙂

written by Ingrid
photos taken with iPhone

P.S.: Wie immer könnt ihr die Fotos durch anklicken auf Originalgröße bringen und den Fototext lesen, wenn ihr den Mauszeiger auf das Foto führt.

TÜV-Termin mit Hindernissen

 

Schon von Spanien aus hatte Uschi telefonisch bei der Firma „Südcaravan“ in Freiburg einen Termin für TÜV, AU und Gasprüfung gemacht, um 9 Uhr sollten wir kommen. Das bedeutete für uns aufstehen vor dem Aufstehen!!! Wir waren gegen halb 9 vor Ort, der TÜV-Mensch werkelte schon vor sich hin, ein Firmenmitarbeiter kümmerte sich um einen Wohnmobilisten, der ebenfalls einen Termin hatte – wir wurden ignoriert. Das Büro öffnete erst um 9 und auf unsere Frage 10 Minuten vorher, ob wir uns nun erst dort melden sollen, ließ der Mitarbeiter sich immerhin zu der Antwort herab, ja, das sei ja der übliche Ablauf. Also warteten wir nochmal 10 Minuten, um dann im Büro zu erfahren, dass kein TÜV-Termin für uns eingetragen sei, der Herr Dreher, mit dem Uschi telefoniert hatte, nicht da sei und man uns auch nicht mehr zwischenschieben könne… Könnt ihr euch unsere Begeisterung vorstellen? Zurück in Oscarlotta überredete Uschi mich, wenigstens die Gasprüfung erledigen zu lassen, damit wir in Essingen dann gleich zum TÜV fahren könnten. Also ging sie zurück ins Büro, machte dort ihren/unseren Unmut nochmal deutlich und bestand darauf, dass wir nicht AB 10 Uhr, sondern UM 10 Uhr drankommen würden. Dann sah ich, dass der TÜV-Mensch offensichtlich gerade nichts zu tun hatte und ging kurzentschlossen zu ihm in die Werkstatt und schilderte ihm unser Problem. Es handelte sich um einen außergewöhnlich freundlichen, schon älteren Herrn, der jetzt, nach nur zwei Prüfungen, bereits fertig war und zur nächsten Werkstatt fahren wollte. Er erklärte sich aber bereit, uns noch abzuhandeln, vorausgesetzt, der Werkstattmensch könnte ihm zusagen, dass die Abgasprüfung sowie die Gasprüfung anschließend noch erledigt werden würden. Der telefonierte mit einer weiteren Firma 200 m in derselben Straße (dort musste nämlich die AU stattfinden!) und gab dann ein OK. Jetzt durfte Oscarlotta also doch noch zuerst auf den Bremsenprüfstand und dann über die Grube fahren, der nette Herr TÜV und wir besahen sie uns von unten, alles in Ordnung. Dass unsere Warnblinkanlage nicht funktionierte, hatten wir auf der Autobahn in Frankreich festgestellt und sofort wahrheitsgemäß angegeben. Das konnte in der Werkstatt aber nicht erledigt werden, dafür müssten wir zu Iveco fahren. Herr TÜV probierte es mit ein paarmal draufdrücken, irgendwann ging die Warnblinke, ließ sich aber nicht mehr ausschalten! Nach weiteren Versuchen war sie dann doch wieder aus und er war zufrieden. Also bekam Oscarlotta einen hübschen neuen Aufkleber, gültig bis 2013, und Herr TÜV verabschiedete sich freundlichst. So weit, so gut! Der Werkstattmensch erledigte noch die Gasprüfung, im Zuge dessen Uschi den Backofen ausräumen musste und ihn fragte, ob sie warten solle, bis er fertig ist, damit sie ihn wieder einräumen könne, bevor er zu der anderen Werkstatt zwecks AU fahren würde. Nein, nein, das mache er schon, er habe sich ja gemerkt, wie alles drin stand. Wir sollten mal in das Büro gehen und einen Kaffee trinken, er würde uns dann Bescheid geben, wenn alles erledigt sei. Das taten wir. Als nach einer Stunde noch nichts passiert war, ging Uschi mal gucken und kam ziemlich aufgeregt zurück mit der Nachricht, dass Oscarlotta mit sperrangelweit offener Eingangstür in einer öffentlich zugänglichen Halle stehe und niemand dabei, drin oder drumherum sei! Wir waren dann ziemlich schnell dort und kurz nach uns kam dann auch der Werkstattmensch, der inzwischen wohl benachrichtigt worden war, dass er Oscarlotta abholen könne. Wir sagten dort, dass man doch ein Wohnmobil nicht unbeaufsichtigt offen herumstehen lassen könne, immerhin hätten wir ja alle unsere Wertsachen darin. Das wurde irgendwie zur Kenntnis genommen. Wir begaben uns also wieder auf den Rückweg und der Werkstattmensch wollte Oscarlotta zurückfahren. Wir hatten die Straße noch nicht überquert, als klar wurde, dass etwas nicht stimmte. Oscarlotta war mit den Hinterrädern auf der laufenden Bremsenprüfanlage, wurde heftigst vor- und zurückgeworfen. Wir rannten zurück, ein junger Mann stand dabei und gab dem Fahrer Anweisungen, es weiter zu probieren. Auf unsere Frage, was das denn solle, die Bremsen seien doch schon überprüft worden, bekamen wir keine Antwort. Die Anlage lief weiter und Oscarlotta „schwamm“ von links nach rechts und zurück und die Reifen schrammten an den Bodenblechen entlang. Uschi forderte aufgeregt den jungen Mann auf, doch endlich die Anlage abzuschalten und der fuhr sie an, sie solle doch mal ruhig sein und warten, bis sie fertig seien!!! Der Gummiabrieb bildete schon Häufchen neben den Rädern, als es einem weiteren Mitarbeiter endlich gelang, die Anlage still zu setzen. Niemand übernahm in irgendeiner Form die Verantwortung und wenn wir nicht dabei gewesen wären, hätten wir von dem ganzen Vorfall mit Sicherheit nichts erfahren. Es stellte sich nach hartnäckigem Nachfragen dann heraus, dass der junge Mann Oscarlotta zur Abgasprüfung in die Halle gefahren hatte ohne die Blechabdeckplatten über die Bremsanlage zu legen, sei es aus Faulheit oder aus Gleichgültigkeit oder aus Dummheit. Die Anlage war aber nur für PKW bzw. Wohnmobile bis zu 3,5 t geeignet und viel zu schmal für unsere Zwillingsreifen. Die 6 Tonnen unserer Oscarlotta waren eindeutig zu viel, um sie aus der Anlage wieder heraus zu bekommen! Unser Werkstattmensch, der ja gar keine Schuld daran hatte, lief zu seiner Firma, kam mit einem Wagenheber wieder, schraubte eine Bodenplatte ab, hievte Oscarlotta unter Schwierigkeiten (ein Pfeiler war im Weg) so weit hoch, dass er die Platte unter die Reifen legen konnte und ließ Oscarlotta wieder ab. Dann das Ganze auf der anderen Seite! Danach den Wagenheber wieder wegbringen und dann konnte er endlich losfahren. Wir glauben, dass er ziemlich entnervt war und haben ihn danach auch nicht mehr gesehen. Da wir uns Sorgen um unsere Reifen machten und den ganzen Vorgang sowie die unverschämte Art des jungen Mannes unmöglich fanden, haben wir uns an den Verantwortlichen gewendet, der sich bis dahin vornehm zurückgehalten hatte, obwohl sein Büro direkt nebenan lag und er sicher mitbekommen hatte, was passiert war. Er versicherte uns dann, dass Reifen so etwas vertragen können, dass sie ja extra eine Schutzzone hätten, ging sogar noch in seine Werkstatt und kam mit der Aussage zurück, dass zwei seiner Reifenfachleute das bestätigt hätten! Er gab uns dann sogar noch seine Visitenkarte und versprach, dass er mit seinem jungen Angestellten reden und ihm sagen würde, dass man mit Kunden so nicht umgehen könne. Toll, oder? Bei Südcaravan haben wir den Vorfall dann auch noch einmal geschildert, bekamen noch eine Visitenkarte, eine ProMobil geschenkt und einen warmen Händedruck von dem Menschen am Schreibtisch. Er sagte uns dann auch noch, dass er uns überhaupt keinen Termin in dieser Art gegeben hätte, da vorher erst eine TÜV-Vorbereitung nötig sei. Warum sein Mitarbeiter uns das nicht gesagt hatte und warum der unseren Termin nicht eingetragen hatte, wusste er allerdings nicht. Auf unsere Bemerkung, dass wir wohl in zwei Jahren nicht noch einmal zu ihnen kommen werden, sagte er, dass er das gut verstehen könne. Er schien übrigens der Chef dort zu sein! Um 12 Uhr fuhren wir vom Hof, immer noch ohne Frühstück, mit vielen Stresshormonen im Blut und voller Unverständnis für soviel Unfähigkeit bei „Fachleuten“, um 172,59 Euro ärmer, aber immerhin erfolgreich. Jetzt haben wir erst mal wieder 2 Jahre Ruhe! Vorsichtshalber werden wir die Reifen bei unserem Reifenhändler in Aalen überprüfen lassen.

Ach ja – der Backofen war natürlich nicht eingeräumt, aber das regte uns dann schon nicht mehr auf 😉