Aus zwei mach eins

 

In Bad Schönborn warteten Uschi, Alexander und Paul auf mich. Paul war, im Gegensatz zu Alexander, einem Stellplatznachbarn, nicht zweibeinig, sondern zweirädrig. Smiley mit geöffnetem Mund Köhlers, die Stellplatzbetreiber vom WellMobilPark, verkaufen auch E-Bikes. Wir wollten ja eigentlich noch keine, hatten vor zwei Jahren bei unserem Aufenthalt hier unsere Fahrräder noch teuer aufarbeiten lassen. Aber da stand dann Paul und Uschi verliebte sich! Ein Pedelec mit 20 Zoll-Reifen, faltbar.

PaulPaulPaul geklapptPaul gefaltet

Zugegebenermaßen ein hübscher Kerl, aber ich blieb standhaft. Ich will immer noch kein batteriebetriebenes Fahrrad, obwohl alle Menschen, die eins fahren, beteuern, wie toll das ist und dass sie nie wieder etwas anderes fahren wollen. Und dass man sich genauso anstrengen könne wie bei einem ohne Batterie. KÖNNE! Ich weiß genau, dass ich mich nicht mehr anstrengen werde, wenn ich nicht MUSS. Jetzt muss ich und ich nehme es in Kauf, dass ich bei allzu heftigen Steigungen eben mal absteigen und schieben muss. Ja, und Gegenwind kann sehr unlustig sein. Ich will aber keine 70km-Radtour am Tag machen und auch keine mit 50km. Ich will ab und zu mal zum Einkaufen fahren oder eine nette Waldrunde, bevorzugt mit einem Ausflugslokal als Ziel. Dafür reicht mir mein altes Fahrrad allemal.
Da Uschis KTM-Rad hochwertiger ist als mein Pegasus, fingen wir an zu demontieren. Meine Lenkerhalterung wollte ich unbedingt behalten, war ich doch vor zwei Jahren so froh gewesen, die hässliche alte austauschen zu können. Die Schrauben waren etwas festgerostet und nach einer Weile konnte der Nachbar von gegenüber es offensichtlich nicht mehr aushalten, unsere Bemühungen zu beobachten. Ob er den „Damen“ helfen könne? Wir lehnten höflich dankend ab und er hatte wohl schon damit gerechnet, zumindest schien er nicht beleidigt zu sein, was wir auch schon erlebt haben. Wir nahmen allerdings die Hilfe von WD-40 in Anspruch, erfolgreich. Die Lenkerbefestigung wurde ausgetauscht, ebenso die Halterung für die Lenkertasche. Meine silbernen Schutzbleche wollte ich auch gerne „umziehen“. Wir fingen mit dem Vorderrad an. Die Demontage am Hinterrad hätte sich etwas schwieriger gestaltet und darüberhinaus fand ich es absolut passend, zwei unterschiedlich farbige Schutzbleche zu haben, da das Rad vorne hauptsächlich silberfarben und hinten schwarz ist. Cooles Smiley Mein Sattel ist bequemer als der vom KTM, also wurde auch er ausgewechselt. Das Endergebnis sah dann aus wie unten zu sehen und in den nächsten Tagen konnten wir einige Menschen beobachten, die sich über dieses seltsame halbe Fahrrad auf dem Fahrradträger ihre Gedanken machten. Es wird in Lauterburg restlos ausgeschlachtet werden und alles, was noch als Ersatzteil tauglich ist, wird aufgehoben.

aus zwei mach eins Ersatzteilewas ist das denn? 

Am „Vatertag“ beendeten wir unsere Deutschland-Überwinterung und fuhren zu unserem Heimatcampingplatz auf die Schwäbische Ostalb. Vorsichtshalber nahmen wir die Autobahn, wir wollten den Leiterwagen ziehenden „Vätern“ auf den Landstraßen nicht in die Quere kommen. Sarkastisches Smiley
Der Campingplatz war nahezu komplett voll! Langes Wochenende und traumhaftes Wetter ist eine gute Kombination. Gut, dass wir unseren Dauerplatz haben!

unsere Terrasse

Eine Menge Arbeit wartete auf uns und konnte jetzt endlich erledigt werden! Den Hänger freischneiden, Flitzi aktivieren und waschen, die Steuererklärungen machen, Rasen mähen (unsere Terrasse war zwar vom Campingplatzbetreiber freundlicherweise schon gemäht worden, aber das Gras wächst so schnell!), Wäsche mal wieder waschen und – als größere Herausforderung – Oscarlotta vom Dreck der letzten 1 ½ Jahre befreien. Die provisorische Reinigung nach dem halben Jahr Sommerpause bei Luise hatte ja mehr verschlimmert als verbessert und im Winter hatten wir nirgendwo eine Gelegenheit. Wie immer fingen wir auf dem Dach an, schraubten alle drei Dachluken ab und entfernten endlich den Dreck, der zwischen der Ober- und der Unterschale saß. Vier Stunden waren wir zu zweit beschäftigt, bis das Dach wieder hell war!

Dachreinigung

Rundherum ist Oscarlotta erst zur Hälfte sauber, Fix und Boxi noch gar nicht, poliert ist logischerweise auch noch nicht. Aber die Frischwasseranlagen sind gereinigt und desinfiziert, die Abwassertanks gesäubert. Wir teilen uns die Arbeit ein und genießen zwischendurch, endlich wieder barfuß auf schönem weichen Gras laufen zu können und in der Sonne zu sitzen. Beziehungsweise eher im Schatten, denn das Wetter ist sommerlich. Sogar unsere neue Outdoor-Küche haben wir schon aktiviert. Endlich kommt unsere Fire Pit-Eisenpfanne mal wieder zum Einsatz! Smiley

outdoor-Küche

Apropos aktivieren, ich habe, als Vodafone-Kunde, mich für das neueste Angebot, den GigaCube, entschieden. Vorgestern habe ich ihn in Betrieb genommen und nun verfügen wir über monatliche 50GB LTE-Internet für €24,99. Es ist eine wahre Freude, wie schnell sich jetzt Seiten aufbauen und Fotos öffnen. Und endlich können wir uns auch die diversen Videos und Vlogs anschauen, die einige Blogschreiber veröffentlichen und die bisher unser verfügbares Datenvolumen überforderten.

Die nächsten ca. zwei Monate werden wir hier unseren Alltag leben und der lohnt nicht, darüber zu berichten. Deswegen verabschieden wir uns hiermit in eine kurze Sommerpause bis Mitte August. Wie es dann weitergeht, verraten wir noch nicht! Zwinkerndes Smiley

Wir wünschen allen unseren Lesern schöne Pfingsttage und einen schönen Sommer!!! Man liest, hört oder sieht sich!

wir wünscheneinenschönenSommer

written by Ingrid
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P.S.: Wie immer könnt ihr die Fotos durch anklicken auf Originalgröße bringen und den Fototext lesen, wenn ihr den Mauszeiger auf das Foto führt.

Wie es weiterging…

 

Am Sonntag nach unserem Busausflug zur Bastei gingen unsere Fahrwege in unterschiedliche Richtungen. Uschi fuhr nach Haßfurt, um Big Fix beim Nissan-Händler einer Inspektion zu unterziehen sowie die HU und Gasprüfung durchführen zu lassen. Außerdem war ein Reifenwechsel aller vier Räder angesagt, da es seltsame Verschleißerscheinungen gab, die bei der Laufleistung noch nicht hätten sein dürfen. Ich fuhr einmal quer durch Deutschland, um in Nordhorn meine Freunde zu besuchen. Wie immer stand ich mit Oscarlotta auf dem Stellplatz am Vechtesee. Die Hälfte des Platzes ist mit Rasengittersteinen gepflastert, die andere Hälfte ist naturbelassen. Es gibt sechs Reihen, in denen die Mobile hintereinander stehen, eine V/E-Anlage, Müllentsorgung, Stromautomaten (€1/5 Stunden) und einen Parkscheinautomaten, an dem pro 24 Stunden €5 zu bezahlen sind. Das Besondere ist die Nähe zum See und die fußläufige Entfernung zur hübschen Innenstadt. Rund um den See gibt es Fuß- und Radwege, ein schönes Seerestaurant plus Hotel ist vorhanden und es ist ruhig, trotz der Straße, die am Stellplatz vorbeiführt. Radfreunde können hier voll auf ihre Kosten kommen, man merkt die Nähe zu Holland, hier ist Radfahrerland!

Vechtesee

Eine ganze Woche blieb ich hier, offiziell erlaubt sind allerdings nur 3 Nächte. Der Platz ist immer gut besucht und über den 1. Mai waren nur noch wenige Plätze frei. Es hätte aber absolut nicht sein müssen, dass ein Mobilist direkt im Anschluss an die Entsorgungsstation über Stunden parkt, sodass man nicht mehr durchfahren konnte, sondern vorwärts rein und rückwärts wieder rausfahren musste. Oder umgedreht. Vermutlich wollte er keinen Stellplatz belegen, aber diese Entscheidung war mehr als dämlich. Und Kurzzeitparkgebühr hat er sicher nicht bezahlt, ich habe jedenfalls kein Ticket gesehen (er stand genau gegenüber von Oscarlotta). Was manche Menschen sich denken (oder auch nicht), erschließt sich mir oft nicht!

Stellplatz am Vechteseeparken auf der V/E-Station

Ein paar Kilometer weiter wohnt seit 5 Jahren ein Freund den Sommer über auf dem Campingplatz „Saller See“, der zwar Campingplatz heißt, aber inzwischen fast ausschließlich aus Mobilheimen besteht. Es gibt eine Alibiwiese mit angeblich 14 Touristenplätzen. Da dort aber auch noch die anliegenden Mobilheimbesitzer ihre PKWs parken, dürfte das schwierig werden. Außer Oscarlotta war jedoch kein anderes Wohnmobil da. Etwas eng die Zufahrt, etwas heruntergekommen die Sanitäranlagen und wieder einmal merkte ich, dass Dauercamperbehausungen, egal ob Mobilheim oder Wohnwagen oder Wohnmobil nichts für mich sind. Zu eng, zu dicht auf dicht, kein Ausblick und schlimmstenfalls an drei Seiten Nachbarn. Es gibt ja Menschen, denen macht das nichts aus und es gibt sogar welche, die genau das lieben (die die Winter in Spanien und Portugal auf Stell- und Campingplätzen unter noch verschärfteren Bedingungen verbringen), ich gehöre definitiv nicht dazu!

TouristenplatzSaller SeeSaller SeeSanitärhaus aus den 1970er-JahrenSaller SeeSaller See

Mein Weg ins Ruhrgebiet führte mich über Münster. Vom Stellplatz „Camp Marina Alte Fahrt“ in Greven-Fuestrup hatte ich noch eine Guthabenkarte. Von 2008! Ich konnte gar nicht glauben, dass wir seitdem nicht mehr da gewesen waren!?! Der Platz liegt direkt am Dortmund-Ems-Kanal und mir war nach ein paar Tagen Ruhe und Schiffe gucken. Beim ersten Überfahren des Platzes stellte sich heraus, dass die erste Reihe am Kanal mit Hütchen komplett gesperrt war und zwischendrin auch sehr viele Plätze. Nicht alle Plätze sind für Oscarlotta lang genug und so stellte ich mich erst einmal auf den angrenzenden Platz, der als Winterlager für die Schiffe genutzt wird und im Sommer als Ausweichplatz für Wohnmobile. Dieser Stellplatz ist nämlich so begehrt, dass er in der Reisesaison zumindest an den Wochenenden ständig ausgebucht ist. Und das, obwohl es außer der Möglichkeit, Schiffe zu gucken und Rad zu fahren nichts gibt. Okay, ein Restaurant ist vorhanden. Theoretisch (und praktisch, Batteriefahrräder sind hilfreich) kann man per Rad nach Münster fahren, das sind aber einige Kilometer.

LageplanBlick vom Kanal ausFähre von Dover nach CalaisMarina Alte Fahrt FuestrupSlipanlageWLAN-Verfügbarkeit

Ich guckte mir einen geeignet erscheinenden Platz aus, von dem allerdings nicht ganz klar war, ob das Hütchen nur für den Nachbarplatz oder auch für ihn galt und wartete, bis um 17 Uhr der Platzwart erschien. Der Platz war frei! Alle gesperrten Plätze waren neu eingesät worden. Nun stand ich zwar in der vorletzten von 6 Reihen, aber die Plätze vor mir waren alle gesperrt, sodass mir niemand die Sicht auf den Kanal nehmen konnte. Das sollte sich allerdings zum Wochenende hin ändern, da blieb mir noch ein winziger Durchblick! Meine Guthabenkarte wurde tatsächlich noch anerkannt, interessant war die Preisentwicklung. Hatten wir noch 2008 für eine 10er-Karte €60 bezahlt, so kostet diese inzwischen €99 (regulärer Preis €11/Tag ohne Strom). Aber was wird schon preiswerter?

noch ist PlatzKanalblickKanalblick?

Ich entschied mich erst nur für eine Nacht, es gab nämlich so gut wie kein Vodafone-Netz. Zumindest nicht auf meinem iPhone. Testweise hängte ich am Abend den Mobilfunkrouter ins Fenster, bestückt ebenfalls mit einer Vodafone-Karte. HSPA!!! Das iPhone sagte derweil „Kein Netz“. Mir doch egal, zum abendlichen Telefonat mit Uschi setzte ich mich an den Kanal, zum Schiffe gucken auch, Hauptsache, ich hatte abends in Oscarlotta Internet. Ich verlängerte um weitere 3 Nächte!


 
Dann ging es zügig nach Hattingen. Ich hatte einen Nachbesserungstermin bei meinem Lackdoktor, der vor einem Jahr die Schäden an Oscarlotta durch die blödsinnige Kollision mit dem Schrankenpfosten größtenteils beseitigt hatte. Die Schrammen sind zwar nicht mehr zu sehen, aber Farbabweichungen im Lack. Leider könne er da nichts weiter machen, silbermetallic sei einfach eine schwierige Farbe. Ein erneutes Überpolieren brachte leider keine Verbesserung. Wir werden wohl damit leben müssen!

Lackschaden

Ich stand, bis ich einen Termin bekam, in Velbert-Neviges. Einmal an der A45 direkt im Wald, Zwinkerndes Smiley

A45Am Nizzabad

einmal am Schloss Hardenberg auf dem öffentlichen Parkplatz, wo drei Wohnmobile kostenfrei stehen dürfen. Den Platz und seine Bedingungen kannte ich noch vom letzten Jahr. Er bietet keinerlei Infrastruktur und liegt dicht an einer stark befahrenen Bundesstraße, aber auch neben einem kleinen Park, dem Schloss und einem großen Waldgebiet. Eine nette Nachbarin hatte ich auch.

Velbert-NevigesSchloss Hardenberg (Wirtschaftsgebäude)WehrturmNachbarschaft

Der Stellplatz in Hattingen an der Minigolfanlage hat inzwischen das geplante Sanitärhaus bekommen (2 Duschen, €1/4 Minuten, 2 Toilettenräume mit je 2 Toiletten), kostet dafür aber jetzt 10 Euro statt wie bisher 7! Es ist ja ganz nett, wenn man mal aushäusig duschen kann, es erspart das Putzen des Bades/der Dusche und das verfrühte Auffüllen des Frischwasser- und das Leeren des Abwassertanks. Aber wenn ich dafür dann gleich 3 Euro mehr bezahlen muss, auch wenn ich gar nicht jeden Tag duschen will (und das Duschen selbst ja auch noch €2 kostet, denn mit 4 Minuten komme ich, mit Haare waschen, nicht aus), dann würde ich lieber auf die Annehmlichkeit eines Sanitärhauses verzichten. Denn die anderen Bedingungen des Stellplatzes sind gleich geblieben, sprich relativ enge Parzellen. Trotzdem gefällt es mir dort, die Nähe zur Ruhr, die Möglichkeiten, dort zu laufen oder Rad zu fahren und mitten im Ruhrgebiet und trotzdem mitten in der Natur zu sein.

Stellplatz an der MinigolfanlagePlatz 13 brachte kein Unglück (gegenüber vom Schrankenpfosten!)HenrichshütteHenrichshütteAn der Ruhr

Eines Abends hatte eine Schafherde ihr Nachtlager auf einem Teil der Ruhrböschung aufgeschlagen. Erst auf den zweiten Blick bemerkte ich, was anders war. Habt ihr schon einmal so viele nackte Schafe gesehen???

nackte Schafenackte Schafenackte Schafenackte Schafenackte Schafenackte Schafe

Uschi wartete bereits in Bad Schönborn auf mich und so fuhr ich am vorletzten Sonntag auch dort hin. Es waren nur 336km, für die ich aber, mit Pausen, satte 7 Stunden brauchte! Es war Muttertag und ich hatte den Eindruck, dass halb Deutschland auf dem Weg zu oder von den Müttern auf der Autobahn unterwegs war! Mein Tommie war auch etwas durch den Wind. An jeder Autobahnausfahrt im Frankfurter Raum wollte er, dass ich abfahre. Originalton: „Nehmen Sie die Ausfahrt! Am Ende der Straße drehen Sie um, dann fahren Sie rechts!“ Vielleicht wollte er auch zu seiner Mama??? Cooles Smiley

written by Ingrid
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P.S.: Wie immer könnt ihr die Fotos durch anklicken auf Originalgröße bringen und den Fototext lesen, wenn ihr den Mauszeiger auf das Foto führt.

Die andere Geschichte

 
 
Bei meiner Internetrecherche über Stralsund stieß ich auf das Video eines Drohnenfluges über die Dächer der Stadt. Automatisch lud sich danach ein weiteres Video und eine Drohne flog über das Modell von Prora. PRORA?!?! Vor Jahrzehnten hatte ich mal einen Bericht im Fernsehen darüber gesehen, über diese größenwahnsinnige Ferienanlage der Hitlerzeit, geplant, gebaut und nicht fertiggestellt. Das erste von fünf identischen KdF-Seebädern sollte es werden, jedes mit einer Kapazität von jeweils 20000 Urlaubern pro Durchgang von 10 Tagen. Die nationalsozialistische Freizeitorganisation „Kraft durch Freude“, Teil der „Deutschen Arbeitsfront“, betraute 1935 den Kölner Architekten Clemens Klotz mit der Planung. Ein passender Name für ein solches Projekt!

KdF Die Rolle der KdF, insbesondere der geplanten Groß-Seebäder, ist widersprüchlich. Einerseits sollte sie kulturelle Bedürfnisse der Arbeitenden befriedigen, kostengünstige Urlaubsplätze – auch für kinderreiche Familien – zur Verfügung stellen, zum anderen bildete sie eine wirksame Form der ideologischen Beeinflussung im Sinne der NS-“Volksgemeinschaft“, der geistigen Kriegsvorbereitung und ermöglichte zudem in einem festen Rahmen die permanente Kontrolle der KdF-Urlauber. Die Ideologie der Volksgemeinschaft beschwor eine rassisch und politisch homogene Gemeinschaft, die als Gefolgschaft dem „Führer“ treu und gehorsam ergeben sein und dann ein Anrecht auf soziale Leistungen, wie etwa den Urlaub in Prora, haben sollte. Siehe auch „hier„. Bereits im Mai 1936 war Grundsteinlegung, ein Baustab koordinierte ab November die Zusammenarbeit von 9 Großbaufirmen und etwa 300 verantwortlichen Mitarbeitern. Nach abgeschlossenen Planierungs- und Gründungsarbeiten setzte ab April 1938 der straff und rationell organisierte Hochbau ein, in ca. 17 Monaten Bauzeit wurde das Vorhaben bis Kriegsausbruch September 1939 weitgehend rohbaufertig. Die Fertigstellung der gesamten Anlage war für das Jahr 1941 geplant. Nach Kriegsausbruch wurde der Baubetrieb jedoch drastisch reduziert, viele Arbeitskräfte wurden zur Heeresversuchsanstalt Peenemünde und an den Westwall abgezogen. Mit geringer Bautätigkeit wurde noch bis 1941 weitergearbeitet, auch Zwangsarbeiter und Kriegsgefangene wurden hier eingesetzt. 1942/43 wurde der Bau dann endgültig eingestellt.

Koloss von Prora Es standen nun insgesamt acht identische Unterkunftshäuser mit jeweils sechs Stockwerken und einer Höhe von etwa 20m. Jeder dieser „Blöcke“ hatte eine Länge von ca. 500m und wies zur Landseite 10 rechtwinklig angeordnete Treppenhausflügel aus. Zwischen jeweils drei Blöcken im Norden und drei Blöcken im Süden blieben freie Flächen, die später mit dreigeschossigen Gemeinschaftsanlagen, die 150m weit in den Strand ragen, geschlossen werden sollten (gut zu sehen in dem ersten Video). Zwischen den beiden mittleren Blöcken sollte als Achsenmittelpunkt der in einem Segmentbogen von 13km Radius gebauten Anlage mit 90m Entfernung vom Strand ein Festplatz von 400000m² entstehen (siehe obiges Foto), mit monumentalen und repräsentativen Gebäuden wie ein Festbau mit einer offenen Säulenhalle zur Seeseite, der eine Festhalle und eine Kongresshalle für jeweils 20000 Menschen enthalten sollte. Ein „Probestück“ wurde realisiert und ist noch vorhanden. Zur Seeseite wurde eine ca. 80m ins Meer hineingebaute 500m lange Kaianlage errichtet, von der noch Teile zu sehen sind. Geplant waren zwei Seebrücken von 500m Länge für kleinere und 800m für längere Schiffe, z. B. die bereits in Betrieb befindlichen KdF-Urlaubsschiffe „Robert Ley“ und „Wilhelm Gustloff“. Wandelgänge zwischen den Gebäuden, Wasserbecken, Wasserspiele, eine 7km lange und 27m breite Strandpromenade an der gesamten, ca. 4,7km langen, Anlage entlang, waren geplant, dazu unzählige Restaurants, Cafés, Kinderhorte, Geschäfte, Schreib-, Lese- und Spielräume, Kegelbahnen, Billardräume, Bierrestaurants, Kleinkunstbühnen, ein Tonfilmtheater, ein Musikpavillon, eine Post- und eine Radiostation, zwei Schwimm- und Gymnastikhallen und ein Kontroll- und Aussichtsturm mit einem Café für 250 Personen in 70m Höhe. In jedem der acht Blöcke waren zwei zur See hin offene Liegehallen über alle sechs Stockwerke geplant und im Rohbau fertiggestellt, sie sollten durch Wärmestrahler auch bei kälteren Temperaturen benutzbar sein. Neben den Liegehallen gab es jeweils einen Aufzug, das ist das einzige Unterscheidungsmerkmal der jeweils 10 Treppenhausflügel auf der Landseite.

Brunnen für die Wasserversorgung wurden gebohrt, ein Eisenbahnstreckennetz nach bzw. von Binz errichtet sowie ein Straßennetz. Ein Kieslager wurde erschlossen, ein Kraftwerk und ein Wasserwerk errichtet. Zwei von acht Angestelltenwohnhäusern wurden gebaut. Vier Arbeitsdienst-Wohnlager einschließlich eines eigenen Speisehauses waren geplant, zwei wurden fertiggestellt und sind vorhanden und bewohnt. Für die Familien der Angestellten sollten eine Schule, ein Krankenhaus und kulturelle Einrichtungen geschaffen werden. Man rechnete mit ca. 5000 Angestellten und weiblichen Hilfskräften im Rahmen der obligatorischen Wehrdienstverpflichtung. Ein Wahnsinnsprojekt!!! Eine kleine Stadt für sich, die alle Bedürfnisse erfüllte, außer vermutlich die nach Intimität, Privatsphäre, Ruhe.

Die Zimmer, alle zur Seeseite gelegen, waren etwa 2,50m mal 5,00m groß (!), auf der Landseite befand sich ein vorgelagerter Flur von 2,50m Breite. Daraus ergibt sich die auffallend geringe Tiefe der Gebäude von nur 8 Metern! Lediglich die Unterlagerung der beiden unteren Geschosse zur Landseite beträgt 10,55m. Die Zimmer sollten schlicht und zweckmäßig eingerichtet werden: zwei Betten und ein Liegesofa, dazu Tisch und Stühle. Ein kleiner Vorraum mit Waschbecken (fließend kaltes und warmes Wasser!) und eingebauten Wandschränken, abgetrennt durch einen Paravent. Die Ausstattung aller Zimmer mit Zentralheizung sollte eine Nutzung auch in der kalten Jahreszeit, etwa 8 Monate im Jahr, ermöglichen. Die aus den Maßen der Skelettbauweise abgeleitete Zimmerform ließ auch eine Verbindung zweier Räume für Familien mit Kindern oder für eine Gruppe bis zu 6 Personen zu. Toiletten und Waschräume sowie Duschen sollte es in den Treppenhausflügeln geben.

Von den acht Blöcken stehen heute noch drei auf der Südseite und zwei im Norden. Ruinen zweier weiterer Blöcke schließen sich an. Hier wurden während der Besetzung durch die Sowjetarmee 1945 und später durch NVA-Einheiten Schießübungen vorgenommen, Nahkampf- und Häuserkampfübungen absolviert und Sprengversuche gemacht. Durch die massive Stahlbetonbauweise konnte allerdings nicht alles zum Einsturz gebracht werden. Nach Kriegsende versuchte man, die Gebäude zu demontieren. Ein „Abbau per Hand“ durch verpflichtete Ortsansässige musste nach einigen Unfällen mit Todesfolge aufgegeben werden. Ende der 40er-/Anfang der 50er-Jahre wurde aus Sicherheitsgründen der nur bis zum 4. Stockwerk errichtete vierte Block im Süden vollständig gesprengt. Seine Trümmer liegen noch im Wald verstreut. Trotz dieser Unvollständigkeit gilt die Anlage neben dem Reichsparteigebäude in Nürnberg als die größte geschlossene architektonische Hinterlassenschaft der nationalsozialistischen Zeit und steht heute unter Denkmalschutz. „Der Koloss von Rügen“ oder „Das längste Haus der Welt“ wird sie tituliert und viele Sagen ranken sich um sie herum. Das liegt überwiegend daran, dass das gesamte Gebiet bis 1991 militärisches Sperrgebiet war. Es hieß z. B., dass die gesamte Anlage durch drei unterirdische Geschosse miteinander verbunden sei. Richtig ist, dass alle Trakte durch einen übermannshohen Versorgungskanal zur Aufnahme von Energie- und Wasserleitungen verbunden sind. Diese enden aber jeweils an der Lücke des geplanten großen Festplatzes. Eine Unterkellerung dort war wohl geplant, wurde aber nicht ausgeführt. Also ist die 4,7km lange Anlage strenggenommen gar kein zusammenhängender Gebäudekomplex.

Wir waren in Stralsund, also an der günstigsten Position für einen Besuch in Prora. Ich machte Uschi den Vorschlag, eine Ausflugsfahrt mit Fix und Boxi zu unternehmen und das Meeresmuseum ausfallen zu lassen, zumal das Wetter wunderbar war. Also fuhren wir über die Rügenbrücke auf Deutschlands größte Insel. Es waren nur 45km und schon bald sahen wir durch den Wald hindurch lange graue Gebäudeteile entlang der Straße. Wir fuhren bis es nicht mehr weiterging und fanden an der Haltestelle der Jugendherberge einen Parkplatz. Da wir absolut keine Ahnung hatten, wo an dem Gesamtkomplex wir waren, liefen wir einfach mal drauflos. Wir kamen durch eine kleine Siedlung mit völlig identischen Häusern, die alle offensichtlich bewohnt waren und wussten erst im Nachhinein, dass es sich um die oben erwähnten Arbeitsdienst-Wohnlager handelte. Dann standen wir vor einer Mauer, links sah man graue verfallene Häuser und rechts strahlendweiße renovierte.

Prora alt+neu

Im Internet hatte ich erfahren, dass seit einigen Jahren Blöcke (v)ersteigert worden waren und jetzt renoviert werden. Ein Hotel sollte schon fertig sein. Ich interessiere mich ja sehr für Architektur und genau dieser Zustand von ruinenmäßig bis luxussaniert reizte mich. Auf der linken (Nord-) Seite sahen wir in der Ferne eine weiße Unterbrechung des Einheitsgraus. Dort ist schon 2011 in einem Drittel des zweiten Blocks eine Jugendherberge mit 96 Zimmern und insgesamt 400 Betten errichtet worden.

Prora JugendherbergeProra Jugendherberge (weiß)

Im Anschluss müssen die zwei Blöcke liegen, die nur noch als Ruinen vorhanden sind. Wir haben sie leider nicht gesehen, da wir uns entschieden, zum Strand zu gehen und dann nach rechts abzubiegen. Es gibt aber auch dazu ein Video auf youtube. Wir liefen an den Fundamenten einer der geplanten Gemeinschaftsanlagen entlang.

Prora RuinenProra RuinenProra RuinenProra Ruinen

Von der Seeseite her war der Kontrast zwischen alt und renoviert noch extremer und die Umsetzung und Gestaltung mit vorgesetzten Balkonen gefiel uns. Später erfuhren wir, dass diese Wohnungen vermietet wurden, teilweise als Sozialwohnungen. Sie schienen alle belegt zu sein.

Prora alt+neuProra MietwohnungenProra MietwohnungenProra Mietwohnungenehemalige LiegehallenProra Strand

Wir liefen weiter an der Garten-/Seeseite des Blockes entlang und fanden weitere Segmente, die noch restauriert wurden und größtenteils bereits völlig entkernt waren. Die seltsamen langen und offenen Fensterfronten konnten wir uns nicht erklären, jetzt wissen wir, dass das die geplanten offenen Liegehallen waren. (Während der späteren Nutzung der Anlage durch die NVA der ehemaligen DDR wurden die Liegehallen verglast und als Wohnraum genutzt.)

Prora entkerntProra entkerntProra ehem. LiegehallenProra entkerntProra entkerntProra Kunst am BauProra Kunst am Bau

Wir liefen den gesamten Block, also 500 Meter, ab und landeten an einer großen bewaldeten Freifläche. Weitere Gebäude waren nicht zu sehen und wir beschlossen, an der Landseite zurück zu unserem Mobil zu gehen und weiter nach Süden zu fahren. Die Freifläche war der geplante Festplatz, aber das erfuhren wir erst später. Wir fuhren auf der Landstraße ca. 2km nach Süden und folgten der Beschilderung zum Hotel „Solitaire“. Der frühere 3. Block (der 4. wurde ja gesprengt) wird z. Z. restauriert und war mit Planen verhängt. Der frühere (und jetzige) 2. beherbergt das erst 2016 fertig gewordene Hotel mit Suiten, Apartments und 120 Ferienwohnungen, die man auch käuflich erwerben kann. Die Preise beginnen bei 128000 Euro für eine 28m² Wohnung. 😉 Seit März diesen Jahres gibt es auch einen großen Fitness- & Spa-Bereich mit Hallenbad und Saunalandschaft. Alles vom Feinsten, versteht sich. Sogar eine Bäckerei, ein Café und ein italienisches Restaurant gibt es bereits in diesem Block.

Prora Hotel SolitaireProra Hotel SolitaireProra Hotel SolitaireProra Hotel Solitaire (ehemalige Liegehallen)Prora BäckereiProra BäckereiProra Hotel SolitaireProra Hotel Solitaire

Prora NVA-Museum Der nächste Block war in sämtlichen Daseinszuständen vertreten. Teilweise wurde heftig renoviert, teilweise sah schon alles fertig aus. Das NVA- Museum ist hier (noch) untergebracht, hat aber angeblich kein Geld zum Kauf und zur Renovierung.

Prora alt+neu
Prora altProra altProra altProra altProra BauzubehörProra SchuttProra PalettenProra BaumaterialProra alt+neuProra BauwagenProra RenovierungProra RenovierungProra Renovierung

Prora Eigentumswohnungen geplantKurz vor der Festplatzlücke wird Haus für Haus des jetzigen 3. Blockes in Eigentumswohnungen verwandelt (Qudratmeterpreise von €3391 bis €5.919), ein Hotel soll ebenfalls entstehen sowie eine Marina. Die Festplatzlücke soll modern, aber nicht weniger pompös als in den Originalentwürfen von 1935, bebaut werden. Es wird sich sicher lohnen, nächstes oder übernächstes Jahr noch einmal vorbeizuschauen und die Fortschritte zu beurteilen. Hätten wir mehr Zeit gehabt, wäre ich sehr an einer der angebotenen Führungen durch die gesamte Anlage interessiert gewesen und an der auf dem Festplatzgelände gelegenen KdF-Ausstellung. Aber ich denke, dass wir hier noch einmal herkommen werden! Ob man in einer solchen, immer noch gigantischen, Ferienanlage Urlaub machen oder sogar in seiner Eigentumswohnung wohnen möchte, ist sicher Geschmackssache. Der Strandabschnitt gilt allerdings als der schönste von ganz Rügen!

Prora Festplatzbebauung Prora Festplatzbebauung

written by Ingrid
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P.S.: Wie immer könnt ihr die Fotos durch anklicken auf Originalgröße bringen und den Fototext lesen, wenn ihr den Mauszeiger auf das Foto führt.

In Stralsund

standen wir auf dem Stellplatz des Wohnmobilhändlers Dahnke. Der Platz liegt ca. 15-20 Gehminuten vom Zentrum entfernt direkt an der Rügenbrücke, es gibt auch eine Busverbindung in die Stadt. 40 Wohnmobile bis 9m und 7,5t sind willkommen, das reichte für Oscarlotta ja noch so gerade. Zwinkerndes Smiley Den Platz gibt es erst seit Mai 2014, er ist gut gestaltet, aber mit €15 nicht besonders preiswert. Bezahlt wird erst bei Abreise an einem Ticketautomaten, die ersten 15 Minuten nach Ankunft kann man bei Nichtgefallen den Platz kostenfrei wieder verlassen.

Stralsund kannten wir ebenfalls von 2002 und konnten uns gut daran erinnern, wie begeistert wir damals von der St.-Nikolai-Kirche waren, die im Inneren wunderbar mit Decken- und Pfeilermalereien in kräftigen, strahlenden Farben ausgestaltet war. Als älteste Pfarrkirche Stralsunds ist sie schon von weitem an ihren zwei unterschiedlichen Türmen zu erkennen, von denen nach einem schweren Brand 1662 nur einer einen barocken Helm und der andere aus finanziellen Gründen nur ein Notdach erhielt. Durch ihre Nähe zum Verwaltungszentrum, dem Rathaus, wird St. Nikolai als Hauptkirche betrachtet. In ihr fanden wichtige Ratssitzungen statt, auch Gesandte wurden hier empfangen. Es kam ihr aber noch eine weitere Funktion zu, durch die sie mit Recht als Hauptkirche betrachtet wird. Hier wurden die „bursprake“ verlesen, den Bürgern also wichtige Gesetze und Verordnungen bekannt gegeben. Heute gehört sie, zu Recht, wie wir finden, zum UNESCO Welterbe.

Wir nahmen die Fahrräder und fuhren erst einmal Richtung Hafen. Unterwegs hielten wir Ausschau nach einem Frisiersalon und wurden fündig. Ein winziger Laden, noch mit DDR-Charme eingerichtet, und ein Ein-Frau-Betrieb. Ja, sie hätte Zeit für uns, aber sie könne uns nur nacheinander bedienen. Kein Problem, Zeit hatten wir auch! Wir waren sowohl mit dem Ergebnis als auch mit dem Preis zufrieden.

Am Hafen ist das neue Ozeaneum errichtet worden, ein Monumentalbau, etwas gewöhnungsbedürftig und mit €17 pro Person auch nicht ganz preiswert. Die nördlichen Meere werden dort gezeigt und erklärt. Es gibt auch noch das ältere Meeresmuseum (Museum für Meereskunde
und Fischerei · Aquarium), das in der Altstadt in einem ehemaligen Dominikanerkloster untergebracht ist. Dort „wohnen“ die Warmwasser- und Tropenfische und dort wollten wir am nächsten Tag hin. Dass es ganz anders kommen sollte, wussten wir da noch nicht.

RügenbrückeOzeaneumZollgebäudeZollgebäude

Das nicht mehr seetüchtige Segelschulschiff Gorch Fock mit seiner wechselvollen Geschichte (um sie 1945 nicht in die Hände der Roten Armee fallen zu lassen, wurde sie versenkt und konnte erst zwei Jahre später wieder geborgen werden, unüblicherweise mit stehenden Masten, so wie sie während der gesamten Zeit im Strelasund gut sichtbar auf Grund gelegen hatte) liegt dort seit 2003 und kann besichtigt werden. Wir bewunderten die alte Dame allerdings nur von außen.

Gorch FockGorch FockGorch FockGorch FockGorch Fock

Allein der Klecks Sprühsahne kostete 1 Euro! Wir sahen uns also die Stadt an, aßen in einem Café völlig überteuerten Kuchen und tranken Kaffee in keinem ausgewogenen Preis-/Leistungsverhältnis. Dem aufmerksamen Leser fällt sicher auf, dass wir ab und zu solche kritischen Anmerkungen machen, aber es ist leider im östlichen Teil Deutschlands so, dass wir uns öfter als woanders „abgezockt“ fühlen.

Stralsund ist hübsch, aber überschaubar und wir waren relativ schnell durch. Jetzt noch in die St.-Nikolai-Kirche! „Wir schließen jetzt!“ wurde uns, nicht besonders freundlich, mitgeteilt. Es war zwei Minuten vor vier! An der Eingangstür zum Kassenraum hing ein Hinweis, dass die Kirche am nächsten Tag wegen Wartungsarbeiten ganz geschlossen sei. Es stellte sich dann im Gespräch heraus, dass der noch amtierende Bundespräsident Gauck auf seiner Abschiedstour zu Besuch kommen sollte. So können wir leider keine Fotos dieser schön gestalteten Kirche präsentieren, sondern nur folgenden Link.

HafenHafenHafenTrabbiBürgerhäuserBürgerhausBürgerhausKirchenruineSt. MarienkircheSt. MarienkircheRathausRathaus

Abends entdeckte ich dann zufällig bei meiner Internetrecherche zu Stralsund etwas, das unsere Pläne für den nächsten Tag über den Haufen warf. Aber das ist eine andere Geschichte!

written by Ingrid
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P.S.: Wie immer könnt ihr die Fotos durch anklicken auf Originalgröße bringen und den Fototext lesen, wenn ihr den Mauszeiger auf das Foto führt.

Fischland – Darß – Zingst

 
 
Weiter ging es Richtung Osten. Die Insel Poel ließen wir aus, noch zu früh im Jahr und das Fischlokal am von uns bevorzugten Stellplatz hatte Montag und Dienstag Ruhepause. In Ribnitz-Damgarten blieben wir eine Nacht auf dem zwar schön am Bodden gelegenen Stellplatz, aber €8 ohne die Möglichkeit, ent- oder versorgen zu können, war uns zu teuer. Das Städtchen ist klein, aber recht nett und gute Radfahrmöglichkeiten immer am Bodden entlang gibt es auch. Uns zog es aber weiter.

Ribnitz-DamgartenRibnitz-DamgartenRibnitz-DamgartenRibnitz-DamgartenRibnitz-DamgartenRibnitz-Damgarten

Wir entschieden uns für die weitere, aber interessantere Strecke „links herum“ direkt an der Küste entlang. Erst Fischland mit seinem Künstlerdorf Ahrenshoop, links die Ostsee, rechts der (Saaler) Bodden. Die dazwischenliegende Landfläche ist schmal und der Grundwasserspiegel hoch. Von den Wegen abkommen ist nicht ratsam! Wir fanden eine Töpferei mit sehenswerten Kunstobjekten im Garten und ein winziges, aber um so gemütlicheres Café.

AhrenshoopAhrenshoopAhrenshoopAhrenshoopAhrenshoopAhrenshoopAhrenshoopAhrenshoopAhrenshoop

Unser Tagesziel war der Campingplatz „Am Freesenbruch“ in Zingst, der ausgewiesene Wohnmobilstellplätze etwas separiert vom Campingplatzbereich hat. Wie immer war es so leer, dass wir uns die für uns besten Plätze aussuchen konnten. Bei Saisonbetrieb hätten wir dort allerdings nicht stehen wollen, weil direkt nebenan die Terrasse des Campingplatzlokals war. Jetzt war es optimal, weil nahe an den Sanitäranlagen, der Entsorgung, den Waschmaschinen. Waschen war mal wieder angesagt! Natürlich war es hier etwas teurer als auf einem Stellplatz, aber der Stellplatz von Zingst ist so klein und verwinkelt, dass Oscarlotta dort nur quer über drei Plätze gepasst hätte und damit der Stellplatz schon zur Hälfte voll gewesen wäre. Und dafür auch noch €10 bezahlen? Dann doch lieber etwas mehr auf dem Campingplatz, wo wir den Strom inclusive hatten und somit unsere Heizung darüber betreiben konnten.

ZingstZingstZingstZingstZingst

Zingst und seine Umgebung gefiel uns gut, das Wetter spielte auch mit, wir konnten die Fahrräder endlich mal wieder in Gebrauch nehmen, weil es nicht mehr so eisig kalt war. Der Campingplatz liegt direkt am Strand, bis zur Seebrücke und in den Ort läuft man 25 Minuten und durch den Wald führt ein wunderschöner Rad- und Spazierweg zum Hafen. Auch hier stehen überall die Waldflächen unter Wasser und deutlich waren überall Wildschweinspuren zu sehen.

ZingstZingstZingstZingstZingstZingst

Wir wollten eigentlich eine Schiffstour unternehmen, aber nur mit dem Schaufelraddampfer. Der sollte auch fahren, tat es dann aber doch nicht, angeblich wegen technischer Probleme. Das „normale“ Ausflugsschiff wollten wir nicht und haben die Entscheidung auch nicht bereut, denn nach der Hälfte der Zeit zog dichter Seenebel auf und an Deck wäre es sicher zu kalt und im Inneren des Schiffes zu voll geworden. Und gesehen hätte man auch nichts mehr.

ZingstZingstZingstZingstZingst

Wir hatten hingegen eine schöne Radtour einmal um Zingst herum, einen Spaziergang auf der Seebrücke und ein Eis auf die Faust!

ZingstZingstZingstZingst

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P.S.: Wie immer könnt ihr die Fotos durch anklicken auf Originalgröße bringen und den Fototext lesen, wenn ihr den Mauszeiger auf das Foto führt.

(Mit) Smart an die Küste

 
 
Unsere zweite Tour mit dem Leih-Smart führte uns an die Ostseeküste, Warnemünde, Heiligendamm, Kühlungsborn und auf der Rückfahrt Bad Doberan im Landesinneren. Mit Heiligendamm fingen wir an und wunderten uns, dass a) der Parkplatz in Strandnähe mit Parkscheinautomaten bestückt war und b) der Zugang auf die Promenade noch einmal 2 Euro pro Person kosten sollte! Sind wir auf Sylt? Und es ist Winter!!! Dass hier oben im östlichen Teil Deutschlands alles ein klein wenig teurer ist als anderswo, hatten wir schon ein paarmal bemerkt. Die Parkgebühr bezahlten wir, den Automaten an der Promenade übersahen wir, zumal wir auch kein Kleingeld mehr hatten. Mit Heiligendamm verbanden wir alte Gründerzeitvillen direkt an der Promenade und waren sehr erstaunt, dass es sie zwar tatsächlich gab, dass sie aber in unrenoviertem Zustand waren! Wunderschöne Gebäude, architektonisch gesehen, aber in bedauernswertem Zustand. Wie kommt so etwas, 27 Jahre nach der Wende??? Wieviele Einnahmen durch Touristen sind in all den Jahren verschenkt worden, in denen in keinem der Häuser Ferienappartements vermietet wurden, Kaffee und Kuchen angeboten wurde, Gastronomiebetriebe ansässig waren, Souvenirs verkauft wurden. Ganz sicher brummt hier im Sommer der Urlaubsbetrieb, der Name Heiligendamm allein ist ein Touristenmagnet. Immerhin scheint es jetzt aber langsam loszugehen, eines der fünf Häuser wird restauriert und in Eigentumswohnungen umgewandelt (und ein sechstes war schon fertig). Bestimmt sehr schön und bestimmt auch sehr teuer.

HeiligendammHeiligendammHeiligendammHeiligendammHeiligendamm

Weiter ging es nach Kühlungsborn. Von hier aus fährt die Schmalspurbahn „Molli“ nach Bad Doberan bzw. umgekehrt. Wir sahen sie aus dem Auto heraus und dann nicht mehr, also gibt es kein Foto von ihr! Wer sie aber in Aktion sehen möchte, kann „hier“ klicken. Kühlungsborn sah aus wie ein typischer Badeort am Meer, leider regnete es und wir sind nur durchgefahren.

OstseestrandOstseestrand

Also Bad Doberan! Das Münster wollte ich sehen, gilt es doch als die „Perle der norddeutschen Backsteingotik“. Eine im hochgotischen Stil im späten 13. Jahrhundert erbaute Kirche des damaligen Zisterzienserklosters. Ein Kloster konnte und durfte sich einen solchen Monumentalbau leisten??? Vom Kloster stehen nur noch ein paar fotogene Ruinen, das Münster, im 2. Weltkrieg weitgehend verschont, steht in voller Pracht. Die Restaurierungskosten betragen pro Jahr um die 300000 Euro! Der Parkplatz sollte Geld kosten, der Eintritt ins Münster natürlich auch. Und da hatten wir irgendwie keine Lust mehr! Ich machte ein paar Fotos, wir liefen im großen Bogen einmal um Kirche und Kloster herum, sahen uns die überschaubare Stadt an und fuhren weiter nach Warnemünde. Am besten gefallen hat uns der Cafébesuch. Cooles Smiley

KlosterruineKlosterruineKlosterruineMünster Bad DoberanMünster Bad Doberan

Große Erwartungen hatten wir jetzt schon nicht mehr und es wäre schade gewesen, wenn wir nicht hingefahren wären! Ein nettes kleines Hafenstädtchen, für mitten in der Woche im Winter quirliger Betrieb. Wie mag das erst im Sommer sein? Ein Restaurant, Geschäft, Café am anderen, im Wasser mehrere Fischverkaufsschiffe. Schöne kleine Fischerhäuschen, ein breiter Strand, die Promenade wurde gerade saisonfrisch gemacht. Einen Leuchtturm gibt es auch, allerdings lange nicht so schön wie die in USA/Kanada! Verliebt

WarnemündeWarnemündeWarnemündeWarnemündeWarnemündeWarnemündeWarnemünde

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P.S.: Wie immer könnt ihr die Fotos durch anklicken auf Originalgröße bringen und den Fototext lesen, wenn ihr den Mauszeiger auf das Foto führt.

2017 – Das Ende der Welt???

 
 
Rostock kannten wir noch nicht. Und wenn wir schon in der Nähe waren, würden wir es uns natürlich ansehen. Leider gibt es in Rostock zwar einige ausgewiesene WohnmobilPARKplätze, aber keinen Stellplatz. Nur in Warnemünde oder im 11km entfernten Elmenhorst. Wir fuhren Elmenhorst an und wurden nicht enttäuscht. Ein gut und großzügig angelegter Stellplatz für 24 Mobile mit unterschiedlich großen Parzellen, 5 bis 12m, 18 bis 10m und einer bis 8m Länge. Die Breite ist einheitlich mit 6m ausreichend bemessen. Der Untergrund besteht aus Pflastersteinen, an einer Längsseite befindet sich ein Klettergarten, an der anderen ein Betriebsgelände und nach hinten (wo wir gestanden haben) sind große Ackerflächen. Es war wunderbar ruhig dort! Bezahlt wird per Automaten (€10/24 Std.), V/E-Station ist natürlich vorhanden sowie ausreichend Automaten-Stromsäulen. Der Clou aber ist, dass es zwei Smarts zu mieten gibt für €25/Tag (incl. 200km) oder €150/Woche (incl. 350km). Es gab zwar auch eine Busverbindung nach Rostock, Warnemünde, Bad Doberan, Kühlungsborn, aber der Fahrpreis betrug pro Person 13 Euro für Hin- und Rückfahrt. Da war der Smart eindeutig nicht nur preiswerter, sondern sehr viel komfortabler! Gesagt, gebucht!

Stellplatz Elmenhorst

Einen Großparkplatz gab es am Stadthafen, ein paar hundert Meter und ein paar Treppenstufen später waren wir in der Innenstadt. Riesige interessante Gebäude unbekannter Herkunft, riesige Kirchen, eine riesig breite Straße, die auch so hieß (nicht Riesig Breite Straße, sondern nur Breite Straße). Cooles Smiley Nicht sie, sondern die Lange Straße, war zu DDR-Zeiten als Aufmarschstraße geplant und gebaut worden. Unser Eindruck von der Stadt: eine Einkaufsstadt zum Shoppen, noch ein paar ganz nette alte Viertel, aber kein Vergleich zu Wismar! In der Petrikirche, mit einer Turmhöhe von 117m die höchste Kirche, fuhren wir per Aufzug auf die Aussichtsplattform in 44m Höhe. Beeindruckender als die Aussicht war der Blick in das offene Turmgestühl 70m über uns. Ein Gemälde erregte meine Aufmerksamkeit. Es zeigte die im 2. Weltkrieg völlig zerbomte Stadt zur Marienkirche hinüber.

Marienkirche Marienkirche

Rostock scheint ziemlich zerstört worden zu sein, was erklärt, dass es nicht mehr so viele alte Häuser gibt.

KerkhoffhausKrahnstöverhausBürgerhausBank

Die Marienkirche, die größte und schönste Kirche Rostocks von 1230, sahen wir uns natürlich auch noch an! Und dort faszinierte uns vor allem die alte Astronomische Uhr. Sie ist die einzige weltweit (!), die mit ihrem ursprünglichen mittelalterlichen Uhrwerk von 1472 noch bis heute präzise funktioniert. Tag für Tag werden ihre fünf Werke von Hand aufgezogen. Die exakten Anzeigen der Uhrzeit, der Mondphasen und des Sonnenjahres sowie die zahlreichen Daten der Kalenderscheibe zeugen von der hohen Kompetenz der Wissenschaft des 15. Jahrhunderts. Verblüfft und etwas beunruhigt entdeckten wir bei genauerem Hinsehen, dass die Daten der jetzigen Kalenderscheibe 1885 beginnen und 2017 enden! Ist es nicht seltsam, dass ausgerechnet das Jahr 2017 das letzte ist, das dargestellt wird? Und wir nicht 2016 oder 2018 davorstehen, sondern ausgerechnet 2017???

Astronomische UhrAstronomische Uhr

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P.S.: Wie immer könnt ihr die Fotos durch anklicken auf Originalgröße bringen und den Fototext lesen, wenn ihr den Mauszeiger auf das Foto führt.

Schönes Wismar

 
 
Wir waren 2002 und 2010 schon einmal in Wismar, allerdings jeweils nur für einen kurzen Stadtbummel. Jedes Mal war Wismar für uns das Ziel einer kleinen Bootstour, einmal von der Insel Poel, einmal von Boltenhagen aus. 2002 konnte man erkennen, dass Wismar vom Grundsatz her eine schöne Stadt war und immer noch ist, aber die überwiegende Zahl der Häuser war entweder ziemlich heruntergekommen oder schon im Verfall. Nur weniges war bereits restauriert.

Wismar 2002Wismar 2002 

Hansestadt Wismar um 1653 Wismar zählt zu den besterhaltenen mittelalterlichen Stadtkernen in Norddeutschland und wurde 2002 ins UNESCO Weltkulturerbe aufgenommen. Der Grundriss ist bis heute unverändert geblieben und verdeutlicht die typische Struktur einer alten Hansestadt. Es lohnte sich also, zu restaurieren. Und bei unserem Besuch 2007 sah es dann bereits ganz anders aus! Da waren sicher mehr als 80% der Gebäude restauriert, das ehemals graue Stadtbild war bunt und der Tourismus florierte. Ab und zu gab es ein Haus, das noch nicht restauriert war, vermutlich, weil entweder die Eigentumsverhältnisse nicht geklärt waren oder das Geld fehlte. Wir kamen durch Zufall an einem großen, einzeln stehenden Haus vorbei, das meine Aufmerksamkeit erregte, weil ich mir vorstellen konnte, dass es einmal wunderschön werden könnte. Und tatsächlich hing schon das Plakat einer Baufirma daran! Ich habe es damals fotografiert.
Inzwischen gibt es einen schönen Wohnmobilstellplatz in Wismar, günstig gelegen in fußläufiger Entfernung zum Stadtzentrum und zum alten Hafen (ca. 10-15 Min.). Ruhig, ein auch im Winter betriebenes Büro mit Ansprechpartner, Gasverkauf, Sanitärgebäude, €10, Strom über Automaten (€1/8 Std). Wir blieben ein paar Tage und erkundeten die Stadt. Schön ist sie geworden! So gut wie kein Haus ist noch renovierungsbedürftig, egal in welchen Seitenstraßen man sich umschaut, überall stehen wunderschöne alte Häuser, teilweise ganz im alten Stil der Backsteingotik, teilweise die alten klassizistischen Giebelhäuser. Keines ist genau gleich mit dem Nachbarhaus und auch die neu erbauten modernen Gebäude sind vom Stil her sehr harmonisch angepasst.

WismarWismarWismar (74)WismarWismar (81)WismarWismar

Je mehr wir sahen, desto begeisterter waren wir! Und dann kamen wir an einem großen, einzeln stehenden Haus vorbei, das meine Aufmerksamkeit erregte, weil sich irgendetwas in meinem Hinterkopf regte. War das das Haus, das ich vor 10 Jahren fotografiert hatte??? Wieder in Oscarlotta befragte ich meinen Laptop. Das Ergebnis seht ihr hier:

Wismar 2010 Wismar 2017

St. Marien Wismar hatte das Glück, im 2. Weltkrieg nicht total zerstört worden zu sein. Zwei ihrer drei beeindruckenden Kirchenbauten im Stil der Backsteingotik erwischte es allerdings. Von St. Marien blieb nur der gewaltige Turm stehen, das beschädigte Kirchenschiff wurde 1960 gesprengt. Die Umrisse sind noch gekennzeichnet und im Inneren des Turmes kann man sich einen kurzen 3D-Film anschauen, der sehr anschaulich erklärt, wie Backsteingotik-Kirchen dieser Größe erbaut wurden. Mit den Mitteln, die man im 13./14. Jahrhundert zur Verfügung hatte, ein für uns immer wieder unvorstellbares Unterfangen! In einem Nebenraum gibt es eine interessante Ansammlung von sechs Backstein-Figuren. Als Vertreter unterschiedlicher Kulturen und Religionen treten sie mit Originalzitaten aus ihren Schriften in einen Dialog über Gott und seine Schöpfung, über die Suche nach dem Sinn des Lebens und die Möglichkeiten des friedlichen Zusammenlebens von Menschen. Diese Gespräche werden über Lautsprecher wiedergegeben (Sprecher ist Bruno Ganz) und erzeugen im Zusammenspiel mit dem abgedunkelten, kargen Raum und den Figuren eine eigentümliche Stimmung. Die Figuren stellen einen Pilger dar, den streitbaren Zisterzienserabt Bernhard von Clairvaux, den Philosophen und Theologen Petrus Abaelard, den persischen Dichter Hafis, den Rabbi, Arzt und Philosophen Moses ben Maimon und schließlich Parzival, den Held aus Wolfram von Eschenbachs berühmtem Ritter-Epos.

Dialog des GeistesDialog des GeistesDialog des GeistesDialog des Geistes

St. Georgen Die Kirche St. Georgen wurde ebenfalls stark beschädigt, aber nicht gesprengt, sondern ihrem Verfall überlassen. Erst als 1990 bei einem Orkan der Giebel des Nordquerhauses auf zwei benachbarte Bürgerhäuser fiel und diese zerstörte, fing man an, Spendengelder zu sammeln und die Restaurierung zu beginnen. Allerdings ist von der originalen Kircheneinrichtung nichts mehr erhalten. Über 40 Millionen Euro ermöglichten die Gesamtrestaurierung bis 2010. Die Kirche wird als sog. Veranstaltungskirche heute für verschiedenen Events genutzt und entsprechend bestuhlt und hergerichtet. Inzwischen gibt es auch eine Aussichtsplattform auf dem 36m hohen Turmstumpf. Der ursprünglich geplante große Turm wurde über die Jahrhunderte wegen Geldmangels übrigens niemals fertiggestellt. Ganz bequem kann man sich mit einem gläsernen Aufzug nach oben fahren lassen. Die Kosten für den Bau der Plattform, des Aufzuges und die Turmsanierung beliefen sich auf rund 2,1 Millionen Euro, die man mit einer Besuchergebühr von 3 Euro wohl nicht so schnell wieder hereinbekommen wird! Der Blick von oben über die Stadt lohnt den Einsatz auf jeden Fall.

Wismar von obenWismar von obenWismar von obenWismar von oben

Die dritte große Kirche, St. Nikolai, wurde im Krieg vollständig verschont und beeindruckt durch das 37m hohe Mittelschiff, nach Köln, Ulm und Lübeck das vierthöchste Deutschlands. Das komplett erhaltene Kircheninnere ist im Barockstil gestaltet und verfügt noch über Teile der originalen Inneneinrichtung und viele Grabplatten mit alten Inschriften.

St. NikolaiSt. NikolaiSt. NikolaiSt. NikolaiSt. NikolaiSt. NikolaiSt. Nikolai

Unser Favorit ist eindeutig die Kirche St. Georgen. Sie wirkt durch ihre vielen Anbauten und Türmchen trotz ihrer Größe zwar imposant, aber auch irgendwie anmutig. Alle drei Großkirchen prägen schon von weitem das Stadtbild von Wismar.

"Alte Schule" Ein weiteres Juwel wird gerade wiederhergestellt, was aber sicher noch ein paar Jahre dauern wird. Die „Alte Schule“, 1351 erstmals im Stadtbuch von Wismar erwähnt, war ein langgestrecktes Gebäude, was in der Mitte durch eine Brandmauer geteilt wurde. Jede der beiden Hälften wurde durch Fachwerkwände in drei gleich große Klassenräume gegliedert und setzte sich vom Erdboden bis zum Dachstuhl fort. Dieses Bauwerk galt als herausragendes Beispiel der Backsteinbaukunst im hochgotischen Stil und zählte im Ostseeraum zu den Spitzenleistungen des Profanbaus. Ab 1863 wurde das Gebäude als Armenhaus genutzt und 1880 aufwändig restauriert, um es fortan als Museum für Kunst und Altertum zu nutzen. 1945 wurde die „Alte Schule“ bei einem Bombenangriff so schwer beschädigt, dass die Reste des Gebäudes schon zwischen 1946 und 1948 abgebrochen werden mussten. Der noch erhebliche Bestand des Kellers wurde mit Schutt verfüllt und überpflastert. 2001 wurden bei ersten Grabungen kleine Teile des Kellermauerwerks freigelegt.

"Alte Schule""Alte Schule"

Eine Bürgerinitiative wurde gegründet, um den Wiederaufbau voranzutreiben. Für uns, unter anderem, durchaus ein guter Grund, in ein paar Jahren mal wieder vorbeizuschauen… 

Unter anderem, weil es außer Häusern und Kirchen natürlich auch noch einiges andere gibt, das durchaus lohnenswert ist! 

Eine Auswahl davon haben wir in ein Fotoalbum gepackt, das ihr euch anschauen könnt, wenn ihr „hier“ klickt.

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P.S.: Wie immer könnt ihr die Fotos durch anklicken auf Originalgröße bringen und den Fototext lesen, wenn ihr den Mauszeiger auf das Foto führt.

Warum wir den Winter in Deutschland verbringen

 
CampingLetztens wurden wir in einem Kommentar gefragt, wie wir es nur aushalten im Winter in Deutschland?!?! Die Anfrage kam aus dem warmen Portugal, das diesen Winter aber so warm auch nicht ist. Ja, wir können die Frage verstehen, haben wir doch vor wenigen Jahren auch noch mitleidsvoll im Winter von Spanien nach Deutschland geschaut und alle die bedauert, die dort ausharren mussten. Wie also kommt es, dass wir jetzt schon den 3. Winter hintereinander freiwillig in Deutschland bleiben???

Mein erstes Mal Winter in Spanien war 2002/2003 und ich weiß noch genau, wie toll ich es fand, im Dezember in Sommerbekleidung draußen in der Sonne sitzen zu können und abends nur eine leichte Jacke überzuziehen. Im Wetterbericht sah man dann, wie kalt es gleichzeitig in Deutschland war! „Freu dich, du bist in Spanien!“ war ein oft gesagter und gehörter Satz. Die nächsten drei Winter mussten wir berufsbedingt zwangsläufig wieder in Deutschland verbringen und es war klar, dass wir bei der ersten sich bietenden Gelegenheit nach Spanien und/oder Portugal entschwinden würden. Wir mussten noch bis 2006/2007 warten. Den Winter verbrachten wir zum letzten Mal mit zwei Mobilen, Oscarlotta war schon bestellt und Frieda, mein altes Wohnmobil, opferte sich heroisch beim stärksten Orkan, den wir je erlebt haben und verhinderte, dass ein entwurzelter Baum auf den schon in Zahlung gegebenen Flair von Uschi fiel. Im Winter darauf fuhren wir zum ersten Mal zusammen in unserer niegelnagelneuen Oscarlotta! Die war nun etwas größer geraten, das Einparken im 90-Grad-Winkel in die Stellplatzbuchten mit gegenüberstehenden Wohnmobilen gestaltete sich schon etwas schwieriger als früher. Und nicht alle Plätze kamen noch für uns in Frage! Meistens waren die ausladenden Äste der Maulbeerbäume das Haupthindernis. Beim nächsten heftigen Sturm hielt es uns nicht unter den einzelnen Pinien, zu frisch war noch die Erinnerung, aber auf den einzigen einigermaßen ausreichenden Platz in der Nähe passte Oscarlotta nur diagonal. Das war uns an dem Abend aber sowas von egal! Die nächsten fünf Winter gab es gar keine Frage, wir fuhren nach Spanien. Ohne Mietwagen vor Ort, mit Mietwagen vor Ort, große Umrundung der Iberischen Halbinsel, 10-tägiger Hotelaufenthalt auf Mallorca, Rückrufaktion durch Krankheit von Uschis Vater, schließlich Mitnahme unseres Smarts. Der ermöglichte uns schöne Ausflüge in die nähere und weitere Umgebung und wir hatten nicht, wie bei einem Mietwagen, das Gefühl, nun jeden Tag fahren zu müssen, um den Mietpreis auszuschöpfen. Rein rechnerisch wäre ein Mietwagen trotzdem preiswerter gewesen, aber in Deutschland konnten wir ein flitziges Einkaufsauto auch gebrauchen. Zwinkerndes Smiley Dann konkretisierten sich unsere Pläne, unseren ersten gemeinsamen Nordamerika-Aufenthalt zu realisieren. 3 Monate wollten wir los, von Ende Mai bis Ende August 2013. Üblicherweise kamen wir erst Mitte Mai von Spanien zurück, vorher braucht man auf der Schwäbischen Ostalb nicht aufzuschlagen, wenn man nicht in die Gefahr von verspäteten Schneefällen kommen will. Erstauntes Smiley Das kollidierte also etwas miteinander, ging aber nun nicht anders, außer wir hätten auf Spanien verzichtet. Das wollten wir allerdings nicht, noch nicht. Auch den nächsten Winter stand Spanien auf dem Plan, aber da merkten wir schon ganz deutlich, dass langsam die „Luft raus“ war. Wir waren reisemüde, Spanienmüde, wollten keine Ausflüge mehr machen, wollten aber auch nicht dauernd weiterfahren, um neue Eindrücke zu bekommen, Wir hatten so viele Eindrücke von unserer Nordamerika-Tour noch zu verarbeiten, dass wir einerseits froh waren, an ein und demselben Campingplatz stehenbleiben zu können, andererseits uns das alltägliche Rentner-/Camperleben zunehmend auf die Nerven ging, mir noch mehr als Uschi. Wir hatten schon vieles gesehen in Spanien. Portugal wäre noch einmal eine Option gewesen, aber wir machten auf der Weiterfahrt die Erfahrung, wie voll es inzwischen überall geworden war und dass man teilweise schon keine Plätze mehr vorreservieren konnte, zumindest nicht kurzfristig. Oscarlotta brauchte halt einen etwas größeren Platz. Und wir legen uns doch so ungern fest! Und nein, die Freihsteher sind wir nicht, aus diversen Gründen. Den nächsten Winter bleiben wir in Deutschland! Wer diesen Gedanken zuerst aussprach, weiß ich nicht mehr. Im Oktober beratschlagten wir noch einmal, mit dem Ergebnis, den kommenden Winter bleiben wir wirklich in Deutschland. Wir wollten wissen, ob wir es noch können, Winter in Deutschland, Minusgrade, grauer Himmel, vielleicht Schnee, sicher Regen, aber auch deutsche Weihnachtsmärkte, Adventsstimmung (die in Spanien nicht aufkommt), Kino und anderes, das Spanien nicht zu bieten hat oder wir es dort nicht nutzen können, u. a., weil unsere spanischen Sprachkenntnisse dafür nicht ausreichen. Ich hatte inzwischen fast schon eine Spanien-„Allergie“, nachzulesen „hier„. Der Winter wurde gut! Wir buchten mehrere Monatsabos hintereinander in einem Fittnessstudio, wir blieben im klimatisch begünstigten Heidelberger Raum, wir pflegten Körper und Seele. Schaut selbst, falls ihr damals noch nicht bei uns gelesen habt. In der Suchmaske ab November 2014 werdet ihr fündig. In diesem Winter kam die Idee zum Kauf eines kleinen „Reise“mobils auf, das wir nach Nordamerika verschiffen könnten, denn wir wollten unbedingt noch einmal dorthin und diesmal nicht nur 3 Monate. Daraus wurde, wie ihr wisst, die Familienerweiterung durch Big Fix mit Boxi. Nachzulesen von Anfang an „hier„. Damit war auch klar, dass der Winter vor und der Winter nach sechs Sommermonaten USA/Kanada nicht in Spanien stattfinden würde. Aber das habt ihr ja alles mitverfolgt!

Und wie ist es nun im Winter in Deutschland? Kommt drauf an. Auf die Einstellung, auf die Erwartungen, auf die aktuellen Bedingungen. So, wie in Spanien/Portugal nicht alle Winter gleich sind, sind sie es auch in Deutschland nicht. Wir hatten Glück, wenig Schnee, wenig Regen, aber natürlich auch wenig Sonne. Umso mehr freut man sich dann, wenn sie da ist!!! Spaziergänge am Meer in eiskalter Luft können, warm eingepackt, toll sein, wenn danach ein muckelig warmes Wohnmobil wartet. Viele Gasflaschen braucht man allerdings. Smiley mit geöffnetem Mund Die Stell- und Campingplätze sind halb bis ganz leer, man kann sich den schönsten Platz aussuchen und hat nicht den nächsten Nachbarn zwei Meter neben sich kleben. Preiswerter als sonst ist es auch. Wenn das Wetter ganz bescheiden ist, bleibt man mit gutem Gewissen drinnen und zelebriert einen Höhlentag. Nein, wir bekommen keine Langeweile! Wir machen ja keinen Kurz- und auch keinen Langzeiturlaub, sondern leben inzwischen seit 13 Jahren (ich) und 15 Jahren (Uschi) dauerhaft in unseren Mobilen. Was bedeutet, wir leben unseren Alltag mit den notwendigen Alltagserledigungen, wir üben unsere Hobbies aus, wir pflegen unsere sozialen Kontakte und wir genehmigen uns ab und zu einen Urlaubs- oder eben einen Höhlentag. Wir finden es übrigens sehr witzig, wie dieser Begriff, den wir vor Jahren mal erfunden, aber natürlich kein Copyright darauf haben, Sarkastisches Smiley Kreise zieht und inzwischen von einigen Blogschreibern verwendet wird. Was wieder ein Beweis dafür ist, dass Höhlentage länderübergreifend sind und auch im sonnigen, warmen Süden Europas möglich sein können. Wir verfolgen die Überwinterung mehrerer Blogschreiber und, ganz ehrlich, ein Gefühl von Bedauern, Neid oder der Gedanke, dort wäre ich jetzt auch gerne, kommt (fast) nie auf. Wir lesen von drangvoller Enge auf Camping- und Stellplätzen und wir lesen von der ständigen Befürchtung bei den Freistehern, von der örtlichen Polizei bestenfalls verscheucht und schlimmstenfalls mit heftigen Bußgeldern bestraft zu werden. Das alles kommt für uns absolut nicht in Frage! Den damit verbundenen Stress können für uns auch die Sonne und die im Schnitt höheren Temperaturen nicht ausgleichen. Heißt das nun, dass Spanien im Winter für alle Zeiten für uns gestorben ist? Wir wissen es nicht…

Winterlandschaft RatzeburgWinterlandschaft RatzeburgWinterlandschaft RatzeburgWinterlandschaft RatzeburgWinterlandschaft RatzeburgWinterlandschaft RatzeburgWinterlandschaft RatzeburgWinterlandschaft RatzeburgWinterlandschaft RatzeburgWinterlandschaft Ratzeburg

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Von den Besonderheiten des Lebens “auf der Straße”

 
Ab und zu möchten auch wir mal etwas im Internet bestellen oder uns unsere Post nachschicken lassen, wenn wir „on tour“ sind. Gerne nutzen wir dafür die Aufenthalte auf Campingplätzen, weil das bequemer ist als eine Packstation. Bisher ging das immer problemlos, diesmal nicht! Als wir in der Rezeption Bescheid sagten, dass am nächsten oder übernächsten Tag ein Paket von DHL angeliefert werden würde, teilte man uns mit, dass die Post nur Pakete für Dauerbewohner des Campingplatzes ausliefert und für Touristen oder Dauercamper nur eine Abholkarte mitbringt. Wir befanden uns auf dem Campingplatz “Stover Strand” an der Elbe südlich von Hamburg. Dieser Platz besteht zu einem großen Teil aus Mobilheimen, die ganzjährig genutzt werden und deren Bewohner ihre Meldeadresse auf dem Campingplatz haben. Wir versuchten, der Rezeptionistin klarzumachen, dass gerade Wohnmobil-Touristen es schätzen würden, wenn sie nicht mit dem Fahrrad zur Poststelle fahren müssen, da sie normalerweise ja nicht noch einen separaten PKW dabei haben. Das leuchtete der Dame auch ein und sie versprach, auf den Paketboten zu achten und ihn zu bitten, das Paket bei ihr abzugeben, FALLS er es in seinem Auto haben würde. Üblicherweise bliebe es allerdings in der Zentrale, wenn der Name des Empfängers nicht auf der Liste der Dauerbewohner stehen würde. Am nächsten Tag fragten wir nach, nein, es sei leider kein Paket da. Nun gut, ich hatte ja am Tag zuvor eine Versandbestätigung gekriegt, also müsste es auf jeden Fall Freitag da sein. Am Freitag hieß es, nein, leider sei wieder kein Paket für mich da. Aber vielleicht läge ja ein Abholschein in der Posthütte. Posthütte? Welche Posthütte? Die Rezeption war doch gleichzeitig eine Poststelle, wo man Briefe, Postkarten, Pakete frankieren und abgeben konnte. Würde denn ein Abholschein nicht hier abgegeben werden? Nein, meistens käme der Postbote gar nicht herein. Für die Mobilheimbewohner gäbe es draußen ein Areal mit Briefkastenwänden und für die Dauercamper eben die Posthütte hinter den Glascontainern. Wir marschierten hin und landeten in einem Raum mit vielen Büchern. Offensichtlich die Campingplatz-Leihbücherei. Erst auf den zweiten Blick entdeckten wir in einem Regal eine Reihe von mit Briefen vollgepfropften Boxen, von A bis Z beschriftet und davor zwei Abholscheine. Bingo! Einer davon war auf meinen Namen ausgestellt. Okay, den Schein hatte ich, das Paket musste jetzt also “nur noch” bei der nächsten Poststelle abgeholt werden. Für den Samstag hatten wir uns angemeldet, mit dem Campingplatz-Shuttlebus zur S-Bahnstation nach Hamburg-Bergedorf gefahren zu werden. Das hatten wir am Samstag davor schon gemacht, kannten den netten Fahrer bereits und er hatte kein Problem damit, einen kleinen Umweg zur Post zu machen. Dort zeigte ich meinen Schein vor, auf dem vermerkt war, dass eine Abholung am nächsten Tag ab 10 Uhr möglich sei. Den nächsten Tag hatten wir und es war zehn Minuten nach zehn. Oh, das tue ihr Leid, das sei auf dem Schein nicht richtig angegeben, sagte die Dame am Postschalter. Nur bei einer Adresse VOR der Brücke könne man am nächsten Tag abholen, NACH der Brücke erst am übernächsten. Natürlich liegt der Campingplatz nach der Brücke! Große Begeisterung bei uns! Der übernächste Tag war der Sonntag, am Montag wollten wir weiterfahren. Mit Oscarlotta konnte ich dort nicht parken, es gab nur einen schmalen Parkstreifen vor dem Schreibwarenladen, in dem die Poststelle war. Da Uschi mit Fix und Boxi hier ist, bot sie sich an, das Paket für mich zu holen. Frohgemut verbrachten wir unseren letzten Tag an der Elbe. Da ich ja nicht der Frühaufsteher bin, fragte ich am Sonntag nach, bis wann man abgereist sein muss und war sehr erfreut zu hören, dass es erst um 13 Uhr war. Bis 12 Uhr musste allerdings bezahlt werden und die Rezeption machte von 12 bis 15 Uhr Mittagspause. Prima, dann konnte ich nach dem Bezahlen noch in aller Ruhe per Gießkanne Wasser tanken und das Abwasser eimerweise in den Toilettenausguss entsorgen. Als ich um zwanzig vor zwölf in die Rezeption kam, stand dort Uschi und erzählte der Campingplatzbesitzerin, dass sie immer noch kein Paket bekommen habe. Das würde erst um 17 Uhr von der Hauptpost in Winsen an der Luhe mitgebracht werden, vielleicht, eventuell aber auch erst am Dienstag!!! Nein, es gäbe keine andere Möglichkeit. Nein, sie könne das Paket nicht direkt in Winsen abholen. Man könne ihr auch keine Adresse geben, wo sie sich beschweren könne. Und überhaupt würde das immer so laufen, da könne man gar nichts machen! Was tun? Wir hielten Kriegsrat und beschlossen, dass Uschi schon zu unserer nächsten Station, Ratzeburg, fahren und dort einen Platz für mich freihalten würde. Ich könne mit Oscarlotta auf dem Parkplatz vom Sky-Supermarkt parken, hatte sie herausgefunden, und von dort aus zur Post laufen. Und was, wenn das Paket auch um 17 Uhr nicht kommt? Übernachte ich dann auf dem Parkplatz? Einer Eingebung folgend fragte ich, ob die Schranke an der Ausfahrt des Campingplatzes um 13 Uhr automatisch öffnet. Das ist ja eigentlich so üblich bei der Abreise. Nein, die Schranke ist über Mittag geschlossen. Und wie komme ich dann raus? Entweder um 12 oder erst wieder um 15 Uhr. Abreise sei um 12. Aber gestern hieß es doch, um 13 Uhr, ich hatte doch extra gefragt!!! 13 Uhr gelte nur für die Sommersaisonplätze direkt an der Elbe. Es war die Juniorchefin, die mir am Tag zuvor die zumindest aktuell für mich falsche Auskunft gegeben hatte! Das war ihrer Mutter dann offensichtlich etwas peinlich und da Winter war und ich nun bekanntlich die Zeit bis 17 Uhr totschlagen musste, durfte ich bis 15 Uhr bleiben. Ich entsorgte, ich versorgte, ich machte einen halben Frühjahrsputz und fuhr um eine Minute nach 15 Uhr vom Platz. 10 Minuten später war ich auf dem Sky-Parkplatz. Ich kaufte ein, ich trank Kaffee, ich aß ein Stück Kuchen und um zwanzig vor fünf lief ich zur Post. Vor der Tür stand ein Lieferwagen und ein junger Mann trug Pakete aus dem Laden zu seinem Fahrzeug. Ich hoffte inständig, dass er mein Paket vorher schon hineingetragen hatte! Und tatsächlich war es SCHON da!!! Ich war glücklich! Im Dunkeln kam ich in Ratzeburg an. Außer Fix und Boxi stand dort kein anderes Wohnmobil.

Infos und Fotos zum Stover Strand:

Campingplatz “Stover Strand”: Zwei durch den Elbedeich getrennte Platzteile, direkt an der Elbe nur nutzbar von Anfang April bis Ende Oktober (Elbe-Überschwemmungsgebiet), auch für Wohnwagen; VE-Station zwischen den beiden Bereichen hinter dem Deich; Campingplatzgaststätte (im Winter geschlossen); Edeka-Frischemarkt; Poststelle in der Rezeption; großer Dauercamperbereich; noch größerer Bereich für Mobilheime (Anmeldung des 1. Wohnsitzes lt. Gerichtsbeschluss wegen privater Streitigkeiten aktuell nicht mehr für Neumieter, solange es kein Bundesgesetz für die Anmeldung auf Campingplätzen gibt); Shuttlebus (bisher nur in der Wintersaison Samstag und Sonntag) für €3/Person/Fahrt zum (10:00)/vom (18:00) S-Bahnhof Bergedorf (15 Minuten), von dort Tages-Gruppenkarte im Innenbereich (2 Ringe) Hamburgs €11,80 (im Sommer fährt ein Schiff direkt nach HH); Hamburg-Card, Kartenreservierungen etc. in der Rezeption; ruhige Lage im Grünen, gute Spazier- und Radfahrmöglichkeiten (Elbe-Radweg); Bäckereicafé 10 (Geh-)Min., Edeka 25 (Geh-)Min., Restaurant 15 (Geh-)Min.; bei regulärem Aufenthalt gibt es ab dem 8. Tag 20% Rabatt, darüberhinaus gibt es Monats- und Saisonpreise (siehe Homepage)

Wohnmobilstellplatz vor dem Deich an der ElbeStover Strand (Dauercamperbereich)Touristenbereich hinter dem DeichStover Strand an der ElbeStover Strand an der ElbeStover Strand an der ElbeStover Strand an der ElbeStover Strand an der ElbeStover Strand an der ElbeStover Strand an der ElbeStover Strand an der ElbeStover Strand an der ElbeStover Strand an der ElbeStover Strand (Campingplatzgaststätte)Stover Strand (Campingplatzgaststätte)Stover Strand (Campingplatzgaststätte)Stover Strand (Campingplatzgaststätte)Stover Strand (Campingplatzgaststätte)Stover Strand (Campingplatzgaststätte)

written by Ingrid
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P.S.: Wie immer könnt ihr die Fotos durch anklicken auf Originalgröße bringen und den Fototext lesen, wenn ihr den Mauszeiger auf das Foto führt.

Season of the very smallest potatoes

 

Den Begriff “Saure-Gurken-Zeit” verbindet man ja eher mit dem Sommer. Der Ausdruck bezeichnete ursprünglich eine Zeit, in der es nur wenige Lebensmittel gab; ähnliche Ausdrücke sind laut Wikipedia das englische “season of the very smallest potatoes” (“Jahreszeit der kleinsten Kartoffeln”) und “cucumber time” (“Gurkenzeit”). Nun, an Lebensmitteln mangelt es nicht, sogar saure Gurken sind zur Genüge vorhanden, ABER jetzt im Januar keine lohnenswerten Geschichten. Die Admin dieses Blogs hat ein Problem! Seit Fix und Boxi als kleines, wendiges Reisefahrzeug zu uns gefunden haben, wird Oscarlotta mehr denn je zum WOHNmobil. Das bedeutet, sie fährt ein paar Kilometer alle paar Tage an der Ostseeküste der Lübecker Bucht entlang und an den Tagen dazwischen steht sie auf Stell- und Campingplätzen herum und dient als Wohnung. Reiseblog ist also gerade eher nicht. Natürlich könnte ich über die Stellplätze und die Campingplätze schreiben, aber das machen schon genügend andere. Ich könnte auch von der angekündigten und vorbeigezogenen Sturmflut, der höchsten seit 10 Jahren an der Ostsee, berichten, aber wirklich interessieren tut auch das niemanden, der nicht auch gerade hier oben ist. Mir ist auch nicht danach, mir irgendwelche lapidaren Geschichtchen aus den Fingern zu saugen, auch das machen schon genügend andere. Gibt es eigentlich Wohnblogs??? Und falls ja, liest die jemand?

Ich glaube, ich bin gerade etwas blogmüde nach der Marathon-Berichterstattung der Sommermonate. Da war es leicht, zu schreiben, weil genügend Themen da waren. Ich glaube, wir warten mit weiteren Berichten, bis wieder etwas geschieht, was sich zu berichten lohnt, ob nun mit Oscarlotta oder mit Fix und Boxi. Diejenigen unserer Leser, die Follower sind, können gelassen auf eine Benachrichtigungsmail warten. Die in die “Stefan-Liste” schauen, erfahren auch, wenn es wieder etwas gibt. Die anderen müssen entscheiden, ob sie ab und zu nachschauen wollen oder Oscarlotta on tour ad acta legen.

Heute gibt es dann nur noch ein paar Fotos vom Brodtener Steilufer in Travemünde!

TravemündeBrodtener SteiluferBrodtener SteiluferBrodtener SteiluferBrodtener SteiluferBrodtener SteiluferBrodtener SteiluferBrodtener SteiluferBrodtener SteiluferBrodtener SteiluferBrodtener SteiluferBrodtener SteiluferBrodtener Steilufer

written by Ingrid
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P.S.: Wie immer könnt ihr die Fotos durch anklicken auf Originalgröße bringen und den Fototext lesen, wenn ihr den Mauszeiger auf das Foto führt.

Henrichshütte Hattingen – mein grünes Ruhrgebiet :-)

 


 
Das immer noch gängige Vorurteil gegenüber dem Ruhrgebiet, auch Kohlenpott genannt – oder liebevoll einfach POTT – ist immer noch: „Da ist doch alles kohlenstaubschwarz!“. Nein, liebe Leser, DAS STIMMT NICHT (MEHR). Ich wurde 1950 hier geboren und meine Kindheitserinnerungen bis ins junge Erwachsenenalter sind wirklich so. Die Häuserfassaden waren anthrazitgrau, wenn meine Mutter im Sommer Gäste auf der Terrasse bewirten wollte, wurden die Kaffeetassen bis zum Eintreffen der Gäste verkehrt herum auf die Unterteller gestellt. Kohlenstaub war immer in der Luft, verfärbte die draußen zum Trocknen aufgehängte Wäsche, wenn man nicht aufpasste. Die äußeren Fensterbänke hätte man halbstündlich mit Erfolg abwischen können. ABER SO IST ES SCHON LANGE NICHT MEHR!!! Das Zechensterben begann unaufhaltsam bereits 1957/58, ironischerweise wegen eines Überangebots an Kohle, aber auch wegen der sinkenden Ölpreise und erreichte seinen Höhepunkt 1963, als 13 Zechen gleichzeitig geschlossen wurden. Bis 1975 gab es in früheren Bergbaustädten wie Bochum, Essen, Herne oder Wattenscheid so gut wie keine Bergwerke mehr. Aber der Kohlenpott bestand nicht nur aus kohlefördernden Zechen, es gab und gibt auch die Hüttenwerke, in denen aus Eisenerz Eisen wird, die Kokshochöfen, die daran maßgeblich beteiligt sind und die Stahlindustrie, z.B. Thyssen-Krupp. Anfang 2012 waren in Nordrhein-Westfalen noch vier Zechen in Betrieb: das Bergwerk West wurde Ende 2012 und die Auguste Victoria wurde Ende 2015 stillgelegt, Bergwerk Ibbenbüren und Prosper-Haniel werden 2018 folgen. Staatlich subventioniert wird der Abbau von Steinkohle noch bis 2018, danach wird dieses Kapitel in der Geschichte des Ruhrgebiets endgültig abgeschlossen sein.

Viele stillgelegte Zechenanlagen oder Hochöfen sind zu Veranstaltungsorten geworden, Teil der Industriekultur Ruhrgebiet. So hätte der Stahlindustrielle August Thyssen (1842-1926) wohl kaum vermutet, dass eines Tages in seinem zum Landschaftspark Duisburg-Nord umgewandelten Stahlwerk Duisburg-Meiderich Freizeittaucher im Gasometer schwimmen würden! Das wohl bekannteste Beispiel ist die Zeche Zollverein, seit Dezember 2001 von der UNESCO zum Weltkulturerbe deklariert. Falls es einen von euch mal hierher verschlägt, empfehle ich hier oder anderswo eine Zechenführung, besonders eindrucksvoll als Fackelführung, weitergehende Infos „hier„.

Ich stehe seit einigen Tagen ganz in der Nähe der Henrichshütte in Hattingen. Hattingen hat seit meiner Geburt einen hohen symbolischen Wert, habe ich doch 50 Jahre meines Lebens in der Hattinger Straße in Bochum gelebt. Hattingen hat einen schönen Campingplatz direkt an der Ruhr, der leider erst am 1. April öffnet. So stehe ich auf dem Wohnmobilstellplatz auf der anderen Seite der Ruhr. Hier gibt es 15 Stellplätze, genaueres „hier“ nachzulesen (freies WLAN!!!). In wenigen Schritten ist man an der Bushaltestelle, die Linie 558 fährt direkt in das Stadtzentrum von Hattingen, ein hübsches Fachwerkstädtchen, von wo man Anschluss z. B. nach Bochum (es gibt hier noch Straßenbahnen) und von dort aus in die ganze Welt hat. 😉

Sorry für die vielen Links, aber ihr habt sicher schon gemerkt, dass die Pferde (etwas) mit mir durchgegangen sind! Ich liebe halt meinen „Pott“, hier sind meine Wurzeln. Und da ich schon fast 4 (in Worten: VIER) Jahre nicht mehr hier war, musste es mal wieder etwas ausführlicher sein. Und wie grün es hier wirklich ist, seht ihr auf der Karte oben. Beim Bushaltezeichen an der Ruhr links von der Henrichshütte befindet sich der Stellplatz.

Und jetzt sage ich „GLÜCK AUF„!!!

Stellplatz in Hattingen

 

P. S.: Wer Uschi vermisst, die ist mit Fix und Boxi schon bei Luise an der Oste. Es lohnt sich also, ab und zu auch mal einen Blick dorthin zu werfen. Wer Abonnent/Follower ist, bekommt automatisch eine Benachrichtigung bei neuen Blogbeiträgen.

written by Ingrid

Kraichgau-Camping “Wackerhof”

 

Wenn ihr unser aktuelles Headerfoto genauer anschaut, erkennt ihr im rechten Teil ein paar weiße, wie Wohnmobile oder Wohnwagen aussehende Flecken. Nachdem ich bei meinem Fotoausflug diese schöne Panoramaaussicht genossen und konserviert hatte, wollte ich natürlich auch wissen, wie dieser vermutete Campingplatz heißt. Ein paar Tage später bin ich dann mit Uschi dort gewesen und wir fühlten uns in eine andere Welt zurückversetzt, genauer gesagt in die 70er-Jahre des vorigen Jahrhunderts. Nein, Hippies, love and peace oder Anpflanzungen ominöser grüner Pflanzen haben wir nicht gesehen, wohl aber Sanitär- und sonstige Anlagen, die es so fast nirgendwo mehr gibt. Alles war sauber, alles funktionierte, alles war sympathisch einfach und unprofessionell im guten Sinne. Schlagartig waren die längst vergessenen Gefühle aus der Zeit wieder da, als ich vier- und fünfjährig mit meinen Eltern und meinem großen Bruder im Zelt auf dem Strandcampingplatz an der Ostsee glücklich war. Oder später auf dem Bauernhof-Campingplatz im Allgäu. Kurz gesagt, wir haben einen Campingplatz entdeckt, der keine Sterne vorzuweisen hat, auf dem es kein Internet gibt, wo es vor den Einzelwaschkabinen nur Vorhänge gibt, wo die Bekanntmachungen nicht laminiert, sondern mit Tesa an die Wand geklebt sind. Es gibt Wiesen, Bäume, Terrassen, neben jedem Stellplatz einen ausgewiesenen PKW-Abstellplatz in gleicher Größe. Der Besitzer lief mit uns mit und zeigte uns, wo wir mit unserem schweren, großen Mobil auf Schotterrasen stehen könnten und sagte gleich dazu, dass er uns dort aber keinen Dauerplatz zur Verfügung stellen könne, da bei längerem Aufenthalt das Gras unter dem Fahrzeug kaputt gehen würde. Aber urlaubsmäßig mal für eine Woche oder so sei in Ordnung! Wie sympathisch und auch wie authentisch, zeigt es doch, dass ihm sein Besitz wertvoller ist als das Geld, das er ihm einbringen könnte. Wir baten darum, uns auf dem gesamten Platz (100 Dauercamper- und 50 Touristenplätze) umschauen zu dürfen und dabei sind viele Fotos entstanden. Dieser Campingplatz, der wunderbar ruhig inmitten der wunderschönen Natur des Kraichgaus liegt, bietet sich an, wenn man Ruhe, Rasen und die Ursprünglichkeit und wohltuende Einfachheit möchte, die es in der heutigen Zeit schon fast nicht mehr gibt.

Wackerhof

-Stellplatz/Nacht €3,20 (!) -Person/Nacht  €3,40 (!) -Kind bis 14 Jahre/Nacht €2,40 (!) -kWh €0,50 -Warmwasser/Duschen/Müll frei –Benutzung Campingwerkstatt (Fotos unten) frei

GPS-Koordinaten: 49° 12’ 2” N und 8° 45’ 37” O

WackerhofRezeptionEingangspfortekostenloser Strom für Ankommende während der MittagspauseStellplatz für schwere MobileTouristenplätzeje ein Stellplatzund ein PKW-ParkplatzSanitärgebäudeChemie-ToilettenausgussHundeduscheEnt- und VersorgungsstationSpülkücheBehinderten-SanitärraumBekanntmachungenEinzelwaschkabinenDuscheAufenthalts- und LeseraumBlick auf den DauercampingbereichDauercampingbereichSanitärgebäudeStiefelduscheTrockner und WaschmaschinenPreisliste's Camper Werkstättle's Camper WerkstättleLeihstühle für ZweiradcamperBaumdekoBrunnendeko's Schäufele fürs Häufele

written by Ingrid
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P.S.: Wie immer könnt ihr die Fotos durch anklicken auf Originalgröße bringen und den Fototext lesen, wenn ihr den Mauszeiger auf das Foto führt.

Schrotträder! Schrotträder???

 

Als wir vor 8 Jahren unsere Oscarlotta gekauft haben und klar war, dass unsere Fahrräder NICHT in die Heckgarage kommen, sondern auf einen klappbaren Fahrradträger auf der Anhängerkupplung, war auch klar, dass wir an diesem schönen Wohnmobil sichtbar nicht mehr unsere altgedienten, aber eben nicht mehr so schönen, “ollen” Fahrräder transportieren wollten. Als wir mal wieder in Bochum (meiner alten Heimat) waren, wurden wir im größten Fahrradladen am Bahnhof fündig. Wir wählten nach Gefallen, ich entschied mich für ein “Pegasus”-Rad in weiß-silber und Uschi gefiel ein “KTM”-Rad in schwarz-silber. Beide waren, aus welchen Gründen auch immer, gerade herabgesetzt und so blieben wir für gute 28-Zoll-Räder unter € 1000, für beide natürlich. Batteriefahrräder gab es auch schon, aber die kamen für uns weder damals noch heute infrage, nicht nur wegen des irre hohen Preises. Wir wollen uns noch anstrengen, sehen das Rad fahren als Vergnügen und als Sport. Jedes Rad war mit einer 8-Gang-Nabenschaltung ausgestattet, das war, im Vergleich zu meinem alten Rad (keine Gangschaltung!) ja schon Komfort genug.

Radtour Spanien 2006/07 

Wir waren über die Jahre sehr zufrieden mit unserer Wahl, besonders Uschis KTM rollte superleicht. Für meine abendlichen Fahrten am Torre im vorletzten Winter kurz vor Sonnenuntergang habe ich mir oft ihr Rad “ausgeliehen”. Vor ca. 3 Jahren haben wir uns dann mal “unplattbare” Reifen geleistet und seitdem wirklich keine Probleme mehr gehabt mit z. B. Dornen, wovon es in Spanien so viele gibt.

Jetzt, nach über 7 Jahren, war aber doch einiges nicht mehr in Ordnung. An beiden Rädern waren die Stoßdämpfer hinüber, an Uschis Rad die gesamte Bremsanlage und bei meinem funktionierte die Gangschaltung nicht mehr zuverlässig. Bei einer Fahrt mit Flitzi entdeckten wir im letzten November im benachbarten Kronau einen großen Fahrradhändler mit Reparaturwerkstatt. Wir fuhren die Räder in Doppelschicht (immer eine per Rad und die andere mit Flitzi) dorthin, ließen sie durchchecken und vergaben noch einige Zusatzaufträge wie neue Lenkergriffe, neue Schutzbleche, eine verzinkte Kette, neue Sattelschutzbezüge…

Am nächsten Tag rief der junge Mann, der unsere Wünsche entgegengenommen hatte, an und teilte uns mit, dass zumindest ich doch vielleicht besser über einen Fahrradneukauf nachdenken solle. Das KTM sei noch zu retten, die Reparatur würde sich wohl auf ca. € 300 belaufen, aber bei meinem Pegasus läge sie sicher weit über € 350 und das würde sich doch wohl nicht mehr lohnen. Ich erbat mir Bedenk- bzw. Beratungszeit mit Uschi. Wir hatten uns bei Abgabe der Räder im Laden mal interessemäßig umgeschaut und festgestellt, dass Räder wie unsere nicht unter € 800 zu haben sind, ein KTM sogar nicht unter € 900. Wir brauchten nicht lange zu überlegen. Die Rahmen waren noch völlig in Ordnung, die Reifen auch, ein neues Rad würde mehr als das Doppelte kosten. Also ließen wir reparieren!

Nach ein paar Tagen konnte ich mein Rad schon wieder abholen und es sah (fast) aus wie neu!!!

PegasusPegasus (Schutzblech)Pegasus (Stoßdämpfer)Pegasus (Gangschaltung)Pegasus (Vorbau)Pegasus (Schutzblech)Pegasus (Edelstahlkette)

Bei Uschis Rad hatte der Monteur heftigste Probleme gehabt, die Verschraubung zwischen Lenkerstange und Rahmen zu lösen und hätte am liebsten das Rad am Stück in den Müllcontainer geworfen. Aber irgendwann war es ihm dann doch noch gelungen, dabei musste er aber wohl den Vorbau zerstören, der bei dem KTM-Rad besonders schön war. 😦 Ich hatte mir extra einen neuen montieren lassen, da meiner so hässlich geworden war. Und jetzt hat Uschi genau so einen! Dumm gelaufen! Insgesamt ist aber auch sie zufrieden mit ihrem runderneuerten Fahrrad!

KTM KTM (Vorbau)KTM (Stoßdämpfer)KTM (Gangschaltung)KTM (Bremsen)

Die Kosten? Mein Fahrrad, das eigentlich verschrottet werden sollte, hat € 356,72 gekostet und war somit, entgegen der ersten Infos, dann sogar preiswerter als Uschis Rad mit € 387,53. Die Rechnungen listen ganz genau auf, welche Teile zu welchem Preis verbaut wurden und was an Arbeitslohn angefallen ist. Es sieht alles absolut seriös aus und wir sind, trotz der doch relativ hohen Zahlen, froh, uns so entschieden zu haben.

Kritikwürdig war dann, finde ich, dass weder der Reifendruck überprüft wurde noch die Räder gesäubert wurden (wäre doch ein netter Kundendienst bei dem Preis). Und dass wir nach einiger Zeit noch einmal vorbeikommen sollen, um die Bremsen überprüfen und anpassen zu lassen, habe ich erst erfahren, als wir Uschis Rad abholten. Netterweise ist das dann für uns sogar kostenfrei!!!

Wir holten die Räder auf die gleiche Art ab wie wir sie hingebracht hatten und verpackten sie mal vorsichtshalber für den Winter. Und wirklich haben wir sie kein einziges Mal benutzt und erst in Freiburg wieder ausgepackt.

WinterpauseFrühlingserwachen
Bei der ersten Einkaufsfahrt machte meine Lenkertasche dann nach dem Bestücken den Abgang! Zum Glück war da die Lampe, die sie aufhielt. Was war los? Nicht lose, sondern gar nicht mehr vorhanden war der Befestigungsdraht der Halterung, die bei der Montage des neuen Vorbaus wohl abgebaut werden musste. Das hat der Monteur dann entweder vermurkst oder er hatte keine Lust auf die Fummelei! Wir hatten es leider nicht rechtzeitig bemerkt. Also auf zum Fahrradladen „Criterium“ in Freiburg! Dort war man sehr bemüht und organisierte den nötigen Draht für €10,95. Man hätte ja auch einfach behaupten können, dass ich die gesamte Halterung neu kaufen müsse (über €40). Bei der Gelegenheit ließ ich auch gleich noch die Schraube kürzen, die den wiederbefestigten Spritzlappen am neuen hinteren Schutzblech hielt. Die war nämlich so lang, dass sie innen am Reifen schabte, was dem Reifen auf Dauer wohl nicht so gut getan hätte. Da inzwischen auch die Fahrradlampe ihren Dienst quittiert hatte (!), wurde ich insgesamt noch einmal €45,95 los. Aber nun ist hoffentlich alles in Ordnung!!!  

Ein echtes Beispiel von Schrotträdern wurde uns im Sommer 2013 mal in Tofino auf Vancouver Island geboten. Die amerikanische Art des Fahrradtransports ist für Europäer ja mehr als gewöhnungsbedürftig, wie wir „hier“ schon anschaulich berichtet haben. Die Räder werden irgendwie am PKW, Bus oder Wohnmobil befestigt, gerne auch einfach hochkant an der Heckleiter. Als wir an einer Bushaltestelle warteten, bog forschen Tempos ein Wohnwagengespann in die Zufahrt zum Campingplatz ein und schleifte funkensprühend seine (5!) abgefallenen Fahrräder auf der Straße hinter sich her. Mindestens zwei davon waren wirklich Schrott!

20 'Crystal Cove Beach Resort' Tofino

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P.S.: Wie immer könnt ihr die Fotos durch anklicken auf Originalgröße bringen und den Fototext lesen, wenn ihr den Mauszeiger auf das Foto führt.

Fernreisemobile und weitere Schönheiten

 

Die meisten der Fernreisemobile, die beim Seabridge-Treffen in Bad Dürrheim zu bestaunen waren, haben wir euch ja schon vorgestellt. Und auch den ganz besonderen Rundhauber, der jetzt mit seiner Besatzung auf Eltern-Zeit-Reise in Morokko unterwegs ist, siehe “hier”. Während unserer Zeit in Freiburg trudelten aber noch so einige außergewöhnliche Fahrzeuge ein. Freiburg als Stadt ist ja etwas alternativ und besonders und zieht offenbar auch in besonderem Maße alternative und besondere Menschen mit ihren rollenden Behausungen an.

alte SchätzchenDüdo

Rundhauber 328Rundhauber 328Rundhauber 328Rundhauber 328Rundhauber 328Rundhauber 328Rundhauber 328Rundhauber 328Rundhauber 328

Fernreisemobil

SaurerSaurerSaurerSaurer

Rundhauber 710

P. S.: Wer alte Autos so liebt wie wir und jetzt Lust auf mehr bekommen hat, dem empfehle ich unser Album „Nordamerikanische LKW und sonstige Vehikel“ aus unserem USA/Kanada-Blog.

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Stifterhof Östringen

4. Mai

Burgturm Meine Fahrt ins Blaue nach meinem Zahnarztbesuch am Montag, die ja eher eine ins Grüne oder Bunte war, führte mich unerwarteterweise an einem idyllischen alten Burgturm vorbei. Dahinter lag ein großes Anwesen. Kurzentschlossen drehte ich um und fuhr in den “Schlosshof” hinein. Zwei junge Männer standen an einem PKW und ich sagte ihnen, dass ich absolut keine Ahnung hätte, wo ich sei, aber gerne Fotos machen würde, ob das okay sei. Sie hatten kein Problem damit und so sah ich mich um. Ein Haupthaus, mehrere Wirtschaftsgebäude oder Stallungen waren im Karree angeordnet, aus einer großen Tonne stieg Rauch auf, alles sah alt, aber nicht heruntergekommen aus. Keine Menschen, keine Tiere. Ich machte meine Fotos.

StifterhofStifterhofStifterhofStifterhofBrunnenKellerfensterBriefkasten a. D.

Einer der beiden Männer war inzwischen weggefahren, der andere werkelte in einem Schuppen und als ich ihn fragte, was das hier sei oder mal gewesen sei, erklärte er mir, dass es früher mal ein Kloster war und jetzt der land- und forstwirtschaftlichen Forschung durch das Landesamt für Geoinformation und Landentwicklung (LGL) dient. Wikipedia & Co. wusste dann natürlich mal wieder mehr. Die markante Hofanlage wurde auf den Grundmauern des im 12. Jahrhundert dort erbauten Benediktinerklosters Wigoldesberg errichtet. Die Geschichte der heute zu Östringen gehörenden Siedlungen Odenheim, Tiefenbach und Eichelberg war eng verknüpft mit dem Kloster. Für die wirtschaftliche Entwicklung spielte der Weinbau, den die Mönche hier einführten, eine große Rolle. Im Jahre 1496 wurde das Kloster in ein weltliches, freiadliges Ritterstift umgewandelt (daher der heutige Name). Vorhanden sind noch zwei Rundtürme in Bruchsteinmauerwerk mit Rundbogenfries der alten Umfassungsmauer sowie Gebäudereste von Verwaltungs- und Wirtschaftsbauten des 15. Jahrhunderts und der in den 1840er-Jahren eingerichtete Gutshof (Meierei). Von der viel größeren Klosteranlage ist leider nichts mehr erhalten. Trotzdem hat dieser Ort eine ganz besondere Ausstrahlung, wie es geschichtsträchtige Orte ja so oft haben.

StifterhofStifterhofStifterhofStifterhofStifterhof

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Kurzer Zwischenstopp

 

Eisenbahn-Freunde Bad Schönborn Wir sind seit Sonntag zurück in Bad Schönborn, wo wir von November bis Anfang März überwintert haben. Obwohl wir nur 2 Monate weg waren, sieht es hier, der Jahreszeit entsprechend, schon wieder ganz anders aus. In Bad Dürrheim (670m) blühte zwar auch schon ganz viel, aber hier, im Heidelberger Raum (115m), ist es noch einmal anders. Blühende Kastanien, blühender Flieder, blühende Apfelbäume, blühender Raps in seinem unvergleichlich leuchtenden Gelb, Unmengen von Gänseblümchen auf den Wiesen, die noch kein erstes Mal gemäht worden sind. Wir sind noch einmal kurz hier, weil ich noch ausstehende Zahnarzt- und Physiotherapietermine wahrnehmen möchte. Und dann müssen wir all die Kleinigkeiten, die wir den Winter über schon für Boxi im Internet bestellt haben, bei Uschis Sohn aus dem Keller holen, wo wir sie zwischengelagert haben, da unsere Heckgarage VOLL ist.

Montag also Zahnarzt! Ich machte einen kleinen Umweg, um zu Flitzi zu gehen, der hier ja leider nicht auf dem Stellplatz stehen darf, sondern auf dem benachbarten öffentlichen Parkplatz parkt, immerhin in Sichtweite. Neben der Eisenbahnanlage der “Eisenbahn-Freunde Bad Schönborn” ist solch ein tolles Rapsfeld und ich erhoffte mir ein Motiv für ein neues Headerfoto. 4. Mai (3)Der Raps war aber zu weit weg und ein Eisenbahn-Headerfoto hatten wir ja schon mal. Direkt daneben stand allerdings ein nettes Fotomotiv. Die Kasse bzw. der Hinweis darauf steht schon, von den Verkaufsobjekten ist aber noch lange keine Spur! Im letzten Herbst sah es dagegen so aus und da machte das Schild dann auch Sinn:

September 2014September 2014

 

 

 

 

Schon auf dem Parkplatz in der Nähe von der Zahnarztpraxis ein Blütentraum!!!

4. Mai4. Mai

Die Hauptstraße durch Östringen gesäumt von blühenden Kastanien.

4. Mai4. Mai  

Im Treppenhaus auf halber Höhe fiel mein Blick wieder auf den netten Zugang zum Hof, den ich bereits im Januar fotografiert hatte. Auch hier, logischerweise, ein kleiner Unterschied, aber gar nicht mal so gravierend:

4. Maiim Winter

Nach erfolgreicher Behandlung hatte ich eine Belohnung verdient, fand ich und fuhr noch ein wenig einfach drauflos. Meine Fotoausbeute, bei der dann auch unser neues Headerfoto dabei war:

4. Mai4. Mai4. Mai4. Mai4. Mai4. Mai (neues Headerfoto)

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Kurpark mit Gradierwerk

 

Kurpark mit Teich und SpringbrunnenZu jedem Kurort gehört zwingend ein Kurpark, der mal größer, mal kleiner, mal mehr oder mal weniger schön ist. Bad Dürrheim hat es da ganz gut gemacht, was sicher auch, aber nicht nur, an dem Gradierwerk liegt, einem unverzichtbaren Bestandteil eines Sole-Badeortes. Die Anlage ist, im Vergleich z. B. zu dem Fast-Namensvetter Bad Dürkheim, winzig, dafür aber richtig nett und liebevoll gestaltet. Und die salzhaltige Luft reichte für alle Anwesenden aus!

Kurpark mit GradierwerkGradierwerkGradierwerkGradierwerkDorngestrüpp aus den Zweigen des SchwarzdornsSalzablagerungenGradierwerk mitBaum

Die Fitnessgeräte in einem Teil des Kurparks habt ihr ja schon im letzten Artikel gesehen, mit Uschi bei der Arbeit bzw. Demonstration. Sie sind allerdings eher nur etwas für den Spaß, sehr wenig geschmeidig in ihrer Bewegungsfolge (die Geräte, nicht Uschi). Einen kleinen “Sinnesgarten” gibt es auch, mit Barfußpfad etc., aber da haben wir auch schon Besseres gesehen. Deswegen auch kein Foto!
Schön hingegen ist der Kurparkteich mit Springbrunnen (siehe 1. Foto und hier folgend). Direkt dahinter ist das “Solemar” zu sehen. Lustig ist es, wenn man im letzten Außenbecken liegt und nur noch durch einen Zaun von den Spaziergängern im Kurpark getrennt ist. So müssen sich Zootiere fühlen und so wie im Zoo ist es auch hier nicht klar, wer denn nun wen beobachtet. Es war aber auf jeden Fall sehr schön, bei Sonnenschein im warmen Wasser zu liegen, während die Spaziergänger noch Wintermäntel trugen!

Kurpark mit Teich und Springbrunnen

Narrenschopf-Museum
Ansonsten gab/gibt es viele schöne Blumen, ein kleines Bistro, das “Narrenschopf-Museum” und das große “Kurhaus”. Die Öffnungszeiten waren aber im April, trotz des schönen Wetters und trotz des Seabridge-Treffens immer noch auf Winterschlaf eingestellt, sodass wir dort nicht essen waren.

KurparkKurparkKurhaus

Wir hätten uns aber natürlich Thermoskanne und Stullen mitbringen können und draußen picknicken! Zwinkerndes Smiley

Picknick-GarniturenPicknick-Garnitur

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Skurriles und Normales

 

Das Städtchen Bad Dürrheim hat mehr zu bieten als man auf den 1. Blick sieht. Da wirkt es wie ein etwas verschlafenes, typisches Kurbad. Wer keinen Blick für die Feinheiten hat, wird mit diesem Eindruck auch wieder wegfahren. Wir haben so einiges entdeckt, Skurriles und Normales.

SolemarSolemarFacebook-ParkplatzFacebook-ParkplatzParkplatz für Blinde

Haus des GastesStadtmobil an SteckdoseGesamtansicht

SkulpturSkulptur

Narrenschopf-MuseumNarrenschopf-MuseumNarrenschopf-Museum

Fitnessgeräte im KurparkFitnessgeräte im KurparkFitnessgeräte im Kurpark

Wir haben uns wohl gefühlt hier, was aber in ganz besonderem Maße an unserem für uns PERFEKTEN Stellplatz lag. Wechselnde Nachbarn auf der einen Seite, bei denen es egal war, wie sie sind, sie fuhren ja wieder. Ein sehr netter Nachbar (Dauercamper aus der Schweiz) auf der anderen Seite, der uns zum Abschied eine Flasche Dornfelder brachte und dem wir versprachen, dass wir mal wiederkommen. Wenn wir nicht gewisse Pläne hätten, könnten wir problemlos den Sommer hier verbringen. Wie gesagt, das Städtchen bietet genug für den Alltag, es gibt den schönen Kurpark (Bericht folgt noch), das Thermalbad (nicht ganz so schön wie in Bad Schönborn), ebenfalls ein medizinisches Fitnessstudio, mehrere Eis- und sonstige Cafés, alles in ein paar Minuten zu Fuß erreichbar oder noch schneller mit dem Rad. Außerdem eine gute Nordic-Walking-Strecke direkt vom Platz aus mit Sonne und Schatten, vielen Bänken zum Ausruhen und der Möglichkeit, zum Schluss im Café “Narrenschopf” einen Kaffee zu trinken. Etwas außerhalb des Stadtkerns gibt es zwei aneinandergrenzende große Einkaufszentren mit Media-Markt, Kaufland, Edeka und allem, was es sonst noch so gibt. Und wenn das noch nicht reicht, kann man ein paar Kilometer weiter zum Stadtbummel nach Villingen fahren oder in das “Schwarzwald-Baar-Center”, ein großes Shoppingcenter. DAS kennen wir noch nicht, also müssen wir wirklich wiederkommen!

unser StellplatzStellplatz bei NachtStellplatz

written by Ingrid
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Wasser marsch!

 

Location: Ent- und Versorgungsstation Bad Dürrheim; Uschi kommt mit Gießkanne und 10l-Kanister; auf der Entsorgung steht ein Wohnmobil und wird mit gefühlten 500l Frischwasser betankt

Versorgungsstation (gesamt)

 

1. Akt:
Ein weiterer “Wasserholer” mit kleinem Essigkanister taucht auf und fragt:

Suchen Sie was?

Nein, ich bin am Warten.

Ach so. Man kann auch DA Wasser holen!

Ja, das weiß ich, aber DA brauche ich 5 Minuten für 10 Liter, so wie es da raus trielt!

Ach so!

 

2. Akt:
Nach 10 Minuten Wartezeit und erfolgreichem Befüllen der beiden Behältnisse zieht Uschi ihr kurzes Schlauchstück ab, geht zu Oscarlotta entleeren und kehrt zum Tatort zurück.

Ach, waren Sie noch nicht fertig?

Nein, warum?

Ja, weil Sie den langen Schlauch nicht wieder angesteckt haben!

Ja – und, warum sollte ich?

Da hat gerade einer furchtbar geschimpft!

Warum?

Ja, der ist ganz nass geworden.

Warum?

Der hat auf den Schalter gedrückt und nicht gemerkt, dass der Schlauch ab war.

Ja, selber Schuld. Wenn er das nicht merkt, oder?

Ja, schon. Kommen Sie noch mal wieder?

Ja, warum?

Ja, weil Sie Ihren Schlauch mitnehmen, aber den anderen Schlauch immer noch nicht wieder aufstecken.

Ich bin in 2 Minuten wieder da. Warum sollte ich jedes Mal den Schlauch wieder anstecken, wenn doch gar nicht sicher ist, dass zwischendurch jemand anderes kommt. Und wenn, dann kann der den Schlauch doch auch anstecken. Wenn er es sieht. Sonst wird er nass!

Hmm! Warum machen Sie denn Ihren kurzen Schlauch drauf und nehmen nicht den, der schon dran ist?

Weil ich nicht weiß, in welche Löcher der schon gesteckt worden ist!!!

Ach so.

 

3. Akt:
Uschi kommt zum 3. Mal zurück. Ein weiteres Wohnmobil wird entsorgt. Die Beifahrerin steht draußen und beobachtet, wie Uschi den von jemandem wieder angesteckten langen Schlauch abzieht, ihren kurzen Schlauch aufsteckt, ihre Behälter füllt, den kurzen Schlauch abzieht und den langen Schlauch wieder aufsteckt in der Annahme, dass dieses Wohnmobil auch noch betankt werden soll. Als sie wieder zurück kommt (zum 4. Mal), fragt die Frau ganz erstaunt:

Darf ich Sie mal was fragen? Wofür brauchen Sie sooo viel Wasser???

Für unseren Wassertank.

Wieviel Wasser passt denn da rein?

150 Liter.

So viel? Dann müssen Sie wohl nochmal laufen?

Noch ein paar Mal.

Ja, haben Sie es weit? Soll ich Ihnen helfen?

Nein danke, das mache ich ja immer, das ist mein persönliches Fitnessprogramm. 

Ach so. Wissen Sie, ich bin das erste Mal dabei, ich weiß das alles noch nicht.

 

4. Akt:
Uschi kommt und zieht den langen Schlauch ab. Ein weiterer Wasserholer sagt:

Den dürfen Sie nicht wegmachen!!!

Warum darf ich den nicht wegmachen?

Weil die Leute damit ihre Autos betanken.

Steht hier ein Schild, dass man den Schlauch nicht abmachen darf um seinen eigenen Schlauch anzustecken?

Nein. Aber warum nehmen Sie denn nicht den Schlauch, der schon dran ist?

Siehe oben!!!

 

5. Akt:
Uschi wie immer, ein Wasserholer fragt:

Versorgungsstation (Detail)

Warum stellen Sie Ihre Gießkanne denn nicht DA hin? Da haben Sie doch eine Ablage und müssen sie nicht heben?

DA passt zwar meine Gießkanne unter den Hahn, aber mein Kanister nicht.

Das glaube ich nicht, haben Sie es schon probiert?

Ja. Außerdem sieht man das doch, dass es nicht passt.

Und das passt wirklich nicht?

Nein.

So etwas passiert Uschi (weil sie eine Frau ist?) ständig. Ob aus Langeweile, Hilfsbereitschaft, Kontrollbedürfnis, Nettigkeit wissen wir nicht. Uschi kann nur noch selten humorvoll darauf reagieren, meistens nervt es sie nur. ICH verstehe das gut und bin froh, dass sie den Job macht!!!

written by Ingrid
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Stadtbummel in Villingen

 

Keine Panik!!! Es kommt nicht schon wieder nordamerikanische Planungstheorie! 😉 Wir haben zwar noch nicht alle Fragen abschließend geklärt, aber: kommt Zeit, kommt Rat. Heute wollen wir euch zur Erholung einfach nur mal mitnehmen auf einen kleinen entspannten Bummel durch ein hübsches Städtchen hier in der Nähe: Villingen. Wir waren letzte Woche einen Nachmittag dort und haben das wunderbare Frühsommerwetter genossen. Den letzten und gleichzeitig ersten Bummel haben wir 2010 beim Herbsttreffen unserer Mobiso-Gruppe (Wohnmobilgruppe für Alleinfahrer/Solisten) gemeinsam dort gemacht und hatten Villingen in guter Erinnerung. Auch damals haben wir mit mehreren Mobilen hier auf dem Stellplatz gestanden und auch damals gab es schon Reisevorführungen, allerdings nicht von Seabridge, sondern von unserem Rolf, der uns abends seine Indien-Reise auf großer Leinwand mit Beamer im Freien vorführte. Es war schon Oktober und wir mummelten uns in warme Decken ein. Schön war’s! Traurig beim Anschauen der alten Fotos: Vilem lebt schon nicht mehr und Lore ist so krank, dass sie nicht mehr reisen kann. Auch deshalb wollen wir nicht mehr lange warten mit den Touren, die wir gerne noch machen möchten. Man weiß nicht, wie lange man es noch kann. Zeit zu verschenken haben wir jedenfalls nicht mehr.

Bad Dürrheim (2010)Bad Dürrheim (2010)   

Aber zurück zu Villingen! Eigentlich heißt es richtig Villingen-Schwenningen und besteht aus den beiden seit 1972 vereinigten Städten sowie 9 weiteren eingemeindeten Ortschaften. Die hübschere Stadt scheint Villingen zu sein und wenn ihr euch einen Überblick über den historischen Stadtkern machen wollt, könnt ihr “hier” klicken. Wir sind einfach so drauflos gelaufen und lassen unsere Fotos sprechen.

Oberes TorVillingenMünster "Unserer Lieben Frau" mit MünsterbrunnenMünsterbrunnenMünsterbrunnenMünsterbrunnenMünster "Unserer Lieben Frau" Münster "Unserer Lieben Frau" Münster "Unserer Lieben Frau" Münster "Unserer Lieben Frau" VillingenVillingenCafé RabenVillingenVillingen VillingenVillingenVillingenVillingen

written by Ingrid
photos taken with iPhone

P.S.: Wie immer könnt ihr die Fotos durch anklicken auf Originalgröße bringen und den Fototext lesen, wenn ihr den Mauszeiger auf das Foto führt.

Warmer Hintern – voller Bauch ;-)

 

Da wir in Nordamerika (Kanada/USA) nicht frieren und nur Käsebrot essen wollen, haben wir uns schon mal um die nötigen “Energiespender” gekümmert. Ganz geschickt war, dass wir hier den schon von Ingrid erwähnten Umformer (Trafo) von 110 auf 230 Volt günstig erwerben konnten. Somit stehen uns in Nordamerika immer 1500 Watt (Dauerstrom) zur Verfügung, natürlich nur, wenn wir einen “Landstromanschluss” haben. Damit können wir  problemlos den Kühlschrank, unsere Induktionskochplatte (850 Watt) oder einen unter dem Namen “Schweizer Würfel” bekannten Heizlüfter mit Konvektionswärme in 3 Leistungsstufen (450W/750W/1500W) betreiben. Da er mit 259 Euro (Berger-Katalog) nicht ganz preiswert ist, reicht eventuell auch der natürlich sehr viel einfachere und damit wesentlich preisgünstigere Keramikheizlüfter “Cuby” (750W/1500W), Kostenpunkt 49,99 Euro, auch Berger-Katalog, Entscheidung steht noch aus. Wir werden uns außerdem noch einen Toaster (etwa 1000W) zulegen, damit im “Toastbrotland” knusprige Brotscheiben oder auch mal Brötchen zum Frühstück gesichert sind.

Da wir in Nordamerika sicherlich öfter ohne Stromanschluss in State- oder Nationalparks übernachten werden, brauchen wir zum Betreiben von Heizung, Herd und Kühlschrank natürlich unseren zweiten “Energiespender” Gas. Haben wir Zwinkerndes Smiley , im Gaskasten unserer neuen “Boxi” (Tischer-Kabine) ist aber nur Platz für 2x5kg Gasflaschen (in Oscarlotta passen 2x11kg-Gasflaschen in den Gaskasten).

Und jetzt kommen noch die besonderen Gegebenheiten in USA und Kanada dazu, die da wären:

Seit 2003 werden KEINE deutschen Tauschgasflaschen mehr gefüllt (Auskunft des Gas-Sachverständigen von Seabridge), weil sie keinen automatischen Füllstopp haben. Das bedeutet, dass man die sehr viel teureren Tankflaschen mit Füllstopp für USA/Kanada braucht. Wir haben schon seit Jahren eine Tankflasche zusätzlich zur Tauschflasche im Gaskasten von Oscarlotta fest eingebaut, um problemlos an Autogastankstellen Gas nachfüllen zu können, was für uns vor allem in Frankreich hilfreich ist.

links Tauschflasche, rechts Tankflasche

Wynen Tankflasche - FüllstoppWynen Tankflasche - Füllstopp

Für unsere “Boxi” brauchen wir nun zwei neue Gasflaschen. Die (normalen) deutschen Tauschflaschen sind zwar sehr viel günstiger als die Tankflaschen, aber in USA/Kanada nutzlos! Also, wir müssten 2 Tankflaschen einbauen, aber…

a) kostet eine Tankflasche (z.B. bei “WYNEN-Gas”) mal locker 295 Euros plus 79 Euros für die Halterung und

b) kommt eine zweite Besonderheit ins Spiel: Vom Hafen von Halifax (Nova Scotia, Kanada) aus können wir unser “Gespann” NUR zurück nach Hamburg verschiffen, wenn wir unsere (teuren) Gastankflaschen teuer (100 CAD pro Flasche Weinendes Smiley Weinendes Smiley) spülen lassen (angeblich mit Stickstoff – böse Zungen behaupten, es wird nur Pressluft verwendet), damit auch ja kein Rest von Propangas mehr in den Flaschen ist!

Die Möglichkeit, eine amerikanische Gasflasche vor Ort zu kaufen, entfällt, weil diese von den Maßen her nicht in unseren Gaskasten passt (jetziger Wissensstand).

Wir denken, dass es in Boxi für Europa eine Kombination wie in unserer Oscarlotta wird (eine Tausch- und eine Tankflasche). Für USA/Kanada muss dann einfach eine Tankflasche mit 5kg Inhalt reichen und dafür öfter nachgefüllt werden Weinendes Smiley, die zweite Gasleitung im Gaskasten wird mit einem Blindverschluss stillgelegt und die deutsche Tauschflasche bleibt in Deutschland. Zähnezeigendes Smiley Somit sparen wir bei Rückverschiffung 100 CAD. Um in Nordamerika Gas nachgefüllt zu bekommen braucht man jedoch auch noch den passenden Adapter. (Fülladapter ACME 21.8)

Fülladapter für Nordamerika

Diesen Adapter werden wir mit einer Tankflasche gleich mitbestellen.

Wir hatten am Wochenende richtig Glück, dass wir Jens und Elisabeth kennengelernt haben, die erst im letzten Jahr neun Monate lang in USA/Kanada unterwegs waren. Jens hatte die GANZ WICHTIGE Telefonnummer der anscheinend einzigen autorisierten Werkstatt in Halifax für uns parat, die seine zwei 11-kg-Gastankflaschen für die Rückverschiffung des Reisemobils gespült haben, DANKE!!! Außerdem war es richtig schön, mit euch zu klönen!

Den Fülladapter für USA/Kanada durften wir beim Abschied fotografieren und ein Erinnerungsfoto entstand bei der Gelegenheit dann auch noch.

Erinnerungsfoto

Eine zweite richtig nette Begegnung hatten wir beim Bestaunen eines Fernreisemobils. Wir kamen mit zwei Frauen, Silvia und Marita, ins Gespräch, die ähnliche Reiseträume wie wir haben, aber schon längere Reisen in Neuseeland und Afrika realisiert hatten. Wir möchten mit den Beiden auch in Verbindung bleiben. Liebe Grüße und schaut mal, was wir zur Verweildauer des Mobils in USA herausgefunden haben (letzter Beitrag)!

Doch nun noch einmal zurück zu den “Energiespendern”. Zum Laden und Betreiben unserer diversen Kommunikationsmittel haben wir auch in “Boxi” selbstverständlich 12V-Steckdosen. Damit die auch dafür notwendige Versorgungsbatterie bei Sonne schön nachgeladen wird, ist auf dem Dach ein Solarmodul (dritter “Energiespender”) installiert.

Und zum Schluss ein Hinweis für alle, die sich eine Tankflasche zulegen möchten: Man kann sie nicht nur über die Firma “WYNEN-Gas” beziehen oder einbauen lassen, sondern auch z.B. bei der “gasfachfrau”. Hier ist der Preis etwas günstiger, aber der direkte Tankstutzen und die genaue Füllstandsanzeige sind nicht inbegriffen.

Wynen Tankflasche

written by Uschi
photos taken by Ingrid with iPhone

P.S.: Wie immer könnt ihr die Fotos durch anklicken auf Originalgröße bringen und den Fototext lesen, wenn ihr den Mauszeiger auf das Foto führt.

Überwintern im Oman, Mogge on tour und anderes…

Seabridge-Treffen 2015 (Sonntag) Und so sah es dann am Sonntagabend aus. Der Platz – fast – leer und unsere Köpfe randvoll mit Informationen. Wir haben mit unseren Fragen gelöchert, wer auch immer sich dafür bereit erklärt hat bzw. nicht schnell genug flüchten konnte. 😉 Es gab so viele widersprüchliche Aussagen oder man wusste es dann doch nicht so ganz genau, dass es anstrengend und zeitaufwändig war. Aber es hat sich gelohnt! Wer nie nach USA/Kanada will, ob mit oder ohne eigenem/s Mobil, kann jetzt mal einen Kaffee kochen gehen. Den anderen erzähle ich unseren Wissensstand wie folgt.

Thema Aufenthaltserlaubnis: Wie schon berichtet, berechtigt ein offizielles Besucher/Touristen Visum (B2-Visum) theoretisch, sich über einen Zeitraum von 10 Jahren pro Jahr 6 Monate in den USA aufzuhalten (Verlängerung bis zu einem weiteren halben Jahr gegen Bezahlung beantragbar). Ohne Visum darf man als Tourist nur 90 Tage (sog. “Visa Waiver Program”) bleiben. Es gibt wohl eine offizielle Vereinbarung, die besagt, dass zwischen Ausreise und erneuter Einreise in die USA mindestens 6 Monate liegen müssen. Wie das in der Praxis gehandhabt wird, ist von Fall zu Fall unterschiedlich und liegt absolut im Ermessen des Immigration-Officers. Man kann auf keinerlei Rechte pochen! So gab es wohl auch schon Menschen, die nach Ablauf des halben Jahres in ein Drittland ausgereist sind und wenige Tage/Wochen später bei der erneuten Einreise innerhalb eines Jahres wieder 6 Monate bewilligt bekamen. Wir sind 2013 bei der Einreise von Kanada in die USA von einem sehr freundlichen und gut gelaunten IO abgefertigt worden, der spaßeshalber fragte, ob wir deutsches Bier dabei hätten. Das hätte er wohl sehr gerne beschlagnahmt! Als wenn das alles nicht schon genügend Willkür wäre, kommt erschwerend hinzu, dass offenbar nicht alle Einwanderungs- und Zollbeamten alle ihre Vorschriften kennen, die sich wohl auch öfter mal ändern.

Thema Aufenthaltsdauer Fahrzeug: Das interessierte uns noch viel mehr, da die Verschiffung ja nicht gerade billig ist, die Unterstellmöglichkeiten in den USA grandios einfach und bezahlbar sind und es sich also anbieten würde, das Mobil einfach im Land zu belassen. Immer wieder hieß es aber, nach 12 Monaten MUSS das Fahrzeug wieder ausgeführt werden. Unser aktueller Wissensstand ist folgender: Registriert wird das Fahrzeug NUR bei Einreise über einen US-amerikanischen Seehafen. Und nur bei Ausreise über denselben oder einen anderen US-Hafen würde es nach Ablauf der 12 Monate zu Problemen führen. Wenn man aber über einen kanadischen Hafen einreist und auch wieder ausreist (oder einen US-Hafen), kann man Glück haben und es interessiert niemanden. Noch sicherer wäre, über eine Landesgrenze von Mexico aus einzureisen, da interessierte das Fahrzeug bisher ebenfalls niemanden. Aber auch da scheint sich gerade etwas zu ändern, die Fahrzeugdaten werden neuerdings erfasst, auf Nachfrage, weil man wissen möchte, welche Fahrzeuge sich im Land bewegen. Mexico gewährt übrigens generell eine Aufenthaltsdauer von 10 Jahren für Fahrzeuge. Und wenn man über Panamá (Panama), Buenos Aires (Argentinien), Montevideo (Uruguay) oder Rio de Janeiro (Brasilien) zurückverschifft, interessiert es sowieso überhaupt gar niemanden.

Kaffee fertig? Kaffee schon auf?? Den hatten wir, als ganz am Ende der Vorstellung der so verheißend klingenden Reise “OMAN – Überwintern im Orient” ganz lapidar erwähnt wurde, dass es zurück durch Saudi Arabien gehe und dort ALLE Frauen a) zum Tragen eines schwarzen, den Körper und die Beine komplett verhüllenden Umhanges (sog. Abaya) sowie u. U. eines leichten Tuches/Schals für den Kopf verpflichtet sind sowie b) für Frauen ein absolutes Autofahrverbot herrscht. Nein danke! In solche Länder wollen wir gar nicht!

Ansonsten haben wir beeindruckende Reiseberichte erlebt! Afrika in 5 verschiedenen Variationen + Marokko; 4 Variationen (Weiß-) Russland, Ural, Kaukasus; Südasien; Südamerika; Südosteuropa; Neuseeland. So “normale” Reisen wie nach Schottland, Frankreich, Island & Färöer haben wir uns gar nicht erst angesehen, nur noch aus Interesse das Baltikum, zum Nachfahren. Pausen dazwischen gab es kaum, der Hintern tat weh, die Augen wurden müde, irgendwann warf man alles durcheinander! Die “Seidenstraße” wäre mein Favorit: 170 Tage Russland, Sibirien, Mongolei, China, Tibet, Kirgisistan, Usbekistan, Turkmenistan, Iran, Türkei. Beginn in Riga, Ende in Istanbul. Schotterstraßen, keine Campingplätze, sicher auch weder Mobilfunknetze noch Internet. Mobile müssen absolut autark sein und leidensfähig, die Reisenden auch. Danach hat man entweder Freunde oder Feinde fürs Leben, aber auch unheimlich viel gesehen, erlebt und er-fahren. Preis? € 11.890,- pro Person bei 2 Personen im Reisemobil, Einzelfahrer auf Anfrage. Auffallend war übrigens die große Anzahl Schweizer Eidgenossen, bestimmt ca. 40% der Anwesenden. Die Schweizer müssen ziemlich viel richtig gemacht haben in ihrer Vergangenheit und Gegenwart, sie fahren die teuersten (Fernreise-) Mobile und hatten nach Handzeichen schon so ziemlich alles abgefahren, was es an geführten Reisen bei Seabridge gibt.

Am Samstagabend beim schnellen Spaghetti-Essen zwischendurch fuhr MOGGE draußen vorbei! Mogge on Tour ist ein Fernreise-Blog, den Uschi schon seit 2013 liest und den sie, wie bei allen wirklich interessanten Blogs, von Anfang, also von 2010 an, nachgelesen hat. Sie outete sich als “Fan” und am Sonntagnachmittag kam es dann noch zu einem sehr netten und informativen Kaffeetrinken mit Esther und Erich. Sie waren 4 Jahre am Stück in Nord- und Mittelamerika unterwegs und mussten letztes Jahr wegen diverser Probleme unterbrechen. Die erneute Verschiffung ist aber bereits gebucht, Südamerika steht noch auf dem Programm. Wir werden ihre Reise mitverfolgen!

MoggeMoggeMogge               

Soviel für heute! Und weil ihr so brav bis hierhin durchgehalten habt, gibt es noch ein paar Fotos, von? Na klar, Fernreisemobilen!!! 😉

FernreisemobileFernreisemobilFernreisemobilFernreisemobilFernreisemobil

Reisebegleitung gesucht!FernreisemobilFernreisemobil

Und das hier will noch eins werden:

Fernreisemobil im BauFernreisemobil im Bau

written by Ingrid
photos taken with iPhone

P.S.: Wie immer könnt ihr die Fotos durch anklicken auf Originalgröße bringen und den Fototext lesen, wenn ihr den Mauszeiger auf das Foto führt.

Seabridge-Treffen 2015 in Bad Dürrheim

 

Wir hatten es ja schon erwähnt, dass wir in Bad Dürrheim sind, weil eines der diesjährigen Seabridge-Treffen an diesem Wochenende hier stattfindet. Die Firma Seabridge erfährt seit Jahren solch einen Zulauf, dass inzwischen mehrere Treffen pro Jahr an verschiedenen Orten Deutschlands stattfinden. Wir waren vor Jahren schon einmal auf einem dieser Treffen, da es immer schon ein Wunschtraum von uns war, mit dem eigenen Mobil durch USA/Kanada zu reisen. Als wir dann allerdings unsere Oscarlotta hatten, konnten wir uns nicht mehr dazu entschließen, sie zu verschiffen. Zuerst, weil sie noch nagelneu war und wir Sorgen hatten, dass ihr was passieren könnte, später, weil sie eben unser einziges Zuhause ist und wir Sorgen hatten, dass ihr was passieren könnte. Dagegen sprach außerdem, dass IVECO in USA völlig unbekannt ist, wir also schon bei einfachsten Pannen Werkstattprobleme bekommen würden. Unsere Reifengröße gibt es in Nordamerika ebenfalls nicht, was bedeuten würde, zwei Reservereifen mitzunehmen (Oscarlotta hat 6 Räder). Die Vorstellung, dass uns von einem der in rasender Fahrt überholenden Holzlaster durch einen aufwirbelnden Stein unsere Frontscheibe zertrümmert werden könnte, ließ uns unseren Wunsch dann endgültig begraben. Wir haben uns 2013 dann ja dafür entschieden, drüben ein Wohnmobil zu mieten und haben darüber ausführlich berichtet, “hier” nachzulesen. Es war auch alles gut, die Entscheidung war richtig und unser “Venti” mit seinen knapp über 6m hat uns wirklich gut gefallen. Das Fazit dieser für mich ersten Amerikareise war, JA, das will ich noch öfter und länger als “nur” 3 Monate. Dann wird das Mieten allerdings heftig teuer! Es ist einfach nachzurechnen, dass es sich preislich lohnt, ab 2-3 Monaten, je nach Größe des Fahrzeugs, sein eigenes Mobil zu verschiffen. Diese ganzen Überlegungen gaben letztendlich den Ausschlag dafür, uns für den Kauf eines “Reisemobils” zu entscheiden, wie wir “hier” bereits ausgeführt haben.

Seit Donnerstagabend finden Lichtbildvorträge statt zu den unterschiedlichsten geführten Wohnmobilreisen, die Seabridge anbietet, teils mit dem eigenen Mobil, teils in Mietmobilen. Zuerst gab es natürlich eine ausführliche Infoveranstaltung zum Verschiffen des eigenen Mobils. Ab Dienstag trafen Seabridge-Teilnehmer ein, entweder wie wir, die sich informieren wollen und viele Fragen beantwortet haben möchten oder “Veteranen”, die ihre Erfahrungen weitergeben, Reisefreunde wiedersehen oder sich für die nächste Reise entscheiden wollen. Es dürften inzwischen so ca. 200 Mobile hier sein, die z. T. auf dem Extraplatz für Gruppen stehen, der mit grob gezählten 80 Fahrzeugen voll ist, siehe Fotos vorher – nachher:

Seabridge-Treffen 2015 (Mittwoch)Seabridge-Treffen 2015 (Freitag)     

Wir haben gerade für gar nichts anderes mehr Zeit, schauen und hören uns die Reiseberichte von Seabridge an, die total interessant sind, gerade über die Länder, die wir voraussichtlich in diesem Leben nicht mehr bereisen werden. Außerdem versuchen wir, unsere Fragen beantwortet zu bekommen, die es bezüglich Aufenthaltsdauer, getrennt nach Personen und Fahrzeug, Gas- und Stromversorgung etc… gibt, trotz ausführlicher Vorrecherche im Internet, in Blogs und Büchern. Auch ohne die Beantragung eines Visums für die USA hätten wir eine Gesamtaufenthaltszeit zusammen mit Kanada von 9 Monaten. Was uns bisher aber niemand beantworten konnte, war u. a. die Frage, läuft die Zeit nach der Einreise in eines der beiden Länder weiter, wenn man in das andere Land wechselt (also wenn wir z. B. nach 2 Monaten Aufenthalt in USA nach Kanada einreisen). Kann man die restlichen 30 von den 90 Tagen, die man als Tourist in USA bewilligt bekommt, “aufsparen” und nach einigen Monaten in Kanada aufbrauchen oder nicht. Die Antwort ist übrigens “nein”, die Zeit läuft weiter. Wenn man länger in USA bleiben möchte bzw. nach einem längeren Kanada-Aufenthalt noch einmal in die USA zurück möchte, muss man erst einmal in ein sog. Drittland ausreisen. Mexico zählt nicht mehr dazu, es müsste mindestens Belize sein oder man müsste sein Mobil in einem der überall verfügbaren “Storages” unterstellen und mal kurz nach Deutschland, nach Australien, Neuseeland oder sonstwohin fliegen und danach neu einreisen. Wenn man ein Visum für die USA beantragt und auch erhält, hat man theoretisch das Recht, sich über die Dauer von 10 Jahren pro Jahr 6 Monate in den USA aufhalten zu dürfen. Theoretisch deswegen, weil es im Ermessen des Officers liegt, der einen bei der Einreise abfertigt, ob er einem die vollen 6 Monate zubilligt oder weniger oder sogar die Einreise ganz verweigert! Wenn man das Glück hat und eine Aufenthaltsdauer von 6 Monaten in seinen Pass gestempelt bekommt, gibt es die Möglichkeit, relativ unproblematisch per Internet eine Aufenthaltsverlängerung von weiteren 3 Monaten zu beantragen, was $200 kostet und bis zur Entscheidung ca. 2 Monate braucht. Dann hätte man, mit den 6 Monaten von Kanada, insgesamt zwar 15 Monate Aufenthaltszeit. Das große ABER ist, dass das Fahrzeug nach 12 Monaten wieder ausgeführt werden muss!!! Wenn das nicht passiert, läuft man bei der Rückverschiffung Gefahr, dass es vom Zoll beschlagnahmt wird!

Außerdem unterhalten wir uns mit anderen Teilnehmern dieses Treffens, die überwiegend schon die tollsten Reisen, mit oder ohne Seabridge gemacht haben. Da sind wir Waisenkinder dagegen! Ein notwendiges Utensil konnte Uschi schon gebraucht erwerben, nämlich einen Trafo, also einen Spannungswandler, der aus den in Nordamerika üblichen 110 Volt die für unser Mobil benötigten 230 Volt macht. Ist ein sauschweres Teil, obwohl es gar nicht so groß ist und sieht so aus:

Trafo

Und dann musste ich natürlich die diversen Fernreisemobile fotografieren!!! Eine kleine Auswahl hier:

FernreisemobileFernreisemobil (Saurer)FernreisemobilFernreisemobil
Dieser Bericht entstand heute bis weit nach Mitternacht während und nach „meiner“ Freitags-Talkshow. Jetzt schnell veröffentlichen, frühstücken und weiter geht es mit der „Seele Afrikas“ und der „Baja California“. Kurze Kaffeepause, dann weiter mit „Oman – Überwintern im Orient“. 😉
Sobald wir wieder durchatmen können, melden wir uns wieder!!!

written by Ingrid
photos taken with iPhone

P.S.: Wie immer könnt ihr die Fotos durch anklicken auf Originalgröße bringen und den Fototext lesen, wenn ihr den Mauszeiger auf das Foto führt.

Wie ein roter Faden

oder eher eine rote Leine zieht sich das Thema “Wäsche waschen” durch die “Fulltimer-Blogs”! Allenthalben liest man über die verschiedensten Methoden der Bewältigung von Schmutzwäschebergen in Wohnmobilen. Von kleiner bis zu großer (Handtücher und sogar Bettwäsche Erstauntes Smiley ) Wäsche von Hand, mit oder ohne “Pümpel”,

Handwäsche

über Versuche mit Campingwaschmaschinen (2,2 kg Fassungsvermögen) bis hin zu der Benutzung einer eigenen “Haushaltswaschmaschine” in der Heckgarage mit extra dafür eingebautem Zusatzwassertank (Grün vor Neid) reichen die Bemühungen der “Dauerwomobewohner”, ihrer anfallenden Schmutzwäsche Herr zu werden.

Die diversen Varianten der nach dem Waschen unvermeidlich anfallenden Trockenprozedur reichen von “in der Sonne und bei starkem Wind in 10 Minuten trocken” (nur auf einer Leine im Süden Europas möglich), über trocknen mit einem elektrischen “Luftentfeuchter” bis hin zum Trocknen auf gespannten Leinen im Wohnmobil, meist in der Heckgarage, soweit vorhanden. Wer im Besitz eines Alkovenmobils ist, kann natürlich auch das Fahrerhaus als Trockenraum zweckentfremden. Cooles Smiley

Naturgemäß werden auch unsere Klamotten und die Haushaltswäsche schmutzig und wir haben weder eine Waschmaschine in der Heckgarage noch eine Campingwaschmaschine noch gespannte Leinen im  Wohnmobilinneren. Allerdings haben wir einen Wäscheständer dabei, um auch mal draußen Handtücher usw. trocknen zu können. Wäsche auf gespannte Leinen hängen wir nur in Spanien auf unserer Campingplatzparzelle oder in Lauterburg im Sommer. Wenn wir auf Campingplätzen stehen, werden die fast immer vorhandene Waschmaschine (und evtl. der Trockner) benutzt. Ab und zu gibt es sogar schon auf Stellplätzen Waschmaschine und Trockner, klasse Einrichtung, nur leider selten! Ein Plus für Bad Schönborn! Wir genossen von November bis März den “Wäscheservice” von Köhlers. Geheimnis erzählendes Smiley

In Freiburg gibt es in der Nähe des Stellplatzes zwei Waschsalons, na ja, Freiburg ist eben eine Studentenstadt! Da sich etwas viel Wäsche angesammelt hatte, fuhr Ingrid mich mit Flitzi zur Wäscherei, da wir wussten, dass es dort keine Parkplätze gab und für den Transport per Fahrrad die Menge einfach zu groß war. Ich begab mich mit meinen zwei prall gefüllten spanischen Wäschetaschen (aus Erfahrung weiß ich, dass eine volle Tasche einer Waschmaschinenladung von 5-6kg entspricht) in den “Maschinenraum”. Die Geräte waren riesig, vor allem die Trockner. Kleingeld war mitzubringen, ich hatte 2- sowie 1-Eurostücke extra gesammelt. Ein wartender Student weihte mich freiwillig in die Bedienung der Geräte, vor allem aber in die Tücken des Bezahlautomaten ein, nette Geste!

Die Industriewaschmaschinen arbeiteten schnell und gründlich. Nach etwa 80 Minuten war alles sauber gewaschen und “schranktrocken”, die Kosten waren mit 8€ für 2 Wäscheladungen waschen und einer großen Wäscheladung trocknen günstig. Die Wartezeit auf dem Holzbänkchen vertrieb ich mir mit “Leutekucken”: Studenten „spielten“ mit ihrem Smartphone, Frauen aus umliegenden Wohnblocks unterhielten sich lebhaft und ein älterer Mann füllte erst seinen Rucksack mit der sauberen Wäsche (zusammenlegen Fehlanzeige) und rollte dann seinen gewaschenen und getrockneten Schlafsack mühselig und unter leisem Schimpfen zusammen. Bevor er aber mit seinen umfangreichen Habseligkeiten abzog, las er noch in aller Ruhe eine Ausgabe “Neue Post”. Nach der kurzweiligen Wartezeit konnte mich mein persönliches Taxiunternehmen auch schon wieder abholen, samt meiner wieder prall mit sauberer, trockener, zusammengelegter Wäsche gefüllten Wäschetaschen. Verliebt

Die bisher letzte Waschorgie habe ich letzte Woche in der hiesigen Wäscherei in Bad Dürrheim hinter mich gebracht. Bei Regenwetter fuhr ich die üblichen zwei gefüllten Wäschetaschen mit Flitzi “direkt vor’s Haus”!

Miniparkplatz

Ein paar Tage vorher fuhren wir mit dem Rad bei der uns schon von früher bekannten Wäscherei vorbei, um zu schauen, welche Bezahlmodalitäten hier gefragt waren. Alle Haushaltsmaschinen, Waschmaschinen und Trockner hatten einen eigenen Automaten, der nur mit 50-Centstücken gefüttert werden wollte, na dann, für 2x Waschen und Trocknen sammelte ich schon mal 26 (in Worten: sechsundzwanzig!) 50er! (Gleiche Anzahl von Wäscheladungen wie in Freiburg, aber mit 13 Euro doch sehr viel teurer!)

Kleinstadtwäscherei

Dieses Mal betrug meine Wartezeit bis die Wäsche gewaschen war 1 Stunde, das Trocknen dauerte noch mal so lange. Die erste Stunde verbrachte ich einsam mit Sudokus,

im Charme der 70-er

in der zweiten Stunde machte ich einen Spaziergang zum Eiscafé und gönnte mir einen Eiskaffee.

unscharf, aber lecker

Fazit meiner für mich doch etwas umfangreichen Ausführungen ist: Wir haben noch NIE in den vielen Jahren unseres Fulltimerlebens Klamotten solange tragen müssen, dass wir sie nur noch hätten wegschmeißen können. Es gibt immer irgendeine “Wasch-und Trocknenlösung”!!!

Zum Schluss möchte ich noch mein persönliches Waschproblem mit “öffentlichen” Maschinen loswerden: Ich weiß nie, wer vor mir welche Wäsche gewaschen hat!?! Zähnezeigendes Smiley

DESHALB:

Ich bin kein “FROSCH” und verwende das gleichnamige flüssige Waschmittel.

UND:

Ich ”DENKE MIT” und verwende einen Desinfektionsspüler von:

d(enke) m(it). Zwinkerndes Smiley

written by Uschi
photos taken with Canon EOS 600D

P.S.: Wie immer könnt ihr die Fotos durch anklicken auf Originalgröße bringen und den Fototext lesen, wenn ihr den Mauszeiger auf das Foto führt.

Eine Radtour, die ist lustig…

…eine Radtour, die ist schööön! SCHÖN??? Ja, fing ja noch ganz schön an, Wetter schön, Laune schön, Straßen schön (leer). Unsere Räder laufen, nachdem wir sie generalüberholt haben (lassen, ist eine andere Geschichte), wie “Sau”. Also alles grün, alles so schön bunt hier, alles schön. Eine Radwegekarte hatten wir auch, trotzdem sind wir dann irgendwie zu früh abgebogen und schlagartig war vorbei mit schön. Es ging nämlich stetig bergauf, im Wald. Nein, wir haben keine Batterie-Fahrräder, wir wollen uns noch etwas sportlich betätigen und durchaus auch anstrengen. Aber wenn mir die Sonne auf den Kopf knallt (zur Erinnerung, wir haben erst Mitte April, die Bäume im Wald sind noch nicht belaubt) und der erste Gang schon geschaltet ist, aber nicht reicht, dann reicht es mir! Also schiiiieben!!! Endlos, steil. Noch bis zur nächsten Kurve, dann gebe ich auf! An der nächsten Kurve steht ein Hinweisschild: Waldcafé 400m. Also, wenn ich mich hier schon so quäle, dann will ich wenigstens eine Belohnung! 400m? Schaffe ich!!! Geschafft schleppte ich mich auf die Terrasse, die bevölkert war von Menschen mit Autos oder Batterierädern. Aussicht schön, Kaffee schön, Kuchen konnte mich noch gerne haben, schöner roter Kopf noch nach einer halben Stunde.

Dann aber kam die Rückfahrt! SCHÖÖÖN!!! Immer bergab! Jetzt endlich kamen auch noch ein paar schöne Fotomotive und die richtige Strecke haben wir auch gefunden. 😉

DorfkircheLourdes-KapelleLourdes-KapelleLourdes-KapelleLourdes-KapelleLourdes-KapelleLourdes-Kapelle

Rast am SalinenseeRast am Salinensee Salinensee

Aber das absolute Highlight gab es dann im Ort. Nein, nicht die Kugel Eis “auf die Faust”, sondern dies hier:

MGMGMGMGMGMGMGMG

MG 1

written by Ingrid
photos taken with iPhone

P.S.: Wie immer könnt ihr die Fotos durch anklicken auf Originalgröße bringen und den Fototext lesen, wenn ihr den Mauszeiger auf das Foto führt.

Reisemobilhafen Bad Dürrheim

 

Am Sonntagmittag haben wir uns – ungern – am Stellplatz in Freiburg verabschiedet, aber neue Termine warten woanders schon auf uns. Einen Tag zuvor klopfte es vormittags an unsere Tür und draußen stand ein weiterer unserer Blogleser, sogar ein Follower, den wir bisher aber nur namentlich kannten und natürlich von seinem eigenen Blog. Ich war noch nicht gesellschaftsfähig, so unterhielt Uschi sich kurz mit ihm und sagte, dass wir später mal bei ihm und seiner Frau vorbeikämen. Die beiden kamen gerade von einer 6-wöchigen Spanientour zurück und beklagten den kalten Wind, der ständig da gewesen sei. Trotz Sonnenscheins sei es nicht richtig warm geworden. Den Reisebericht, den Erich in mehreren Worddokumenten bereits geschrieben hat, wird er nachträglich in seinem Blog veröffentlichen. Das ist zwar nicht der eigentliche Sinn eines Reiseblogs, aber wenn man in Deutschland ein verwaistes Haus stehen hat, möchte man verständlicherweise nicht so gerne im Internet kundtun, dass dem so ist. Wir haben uns nett unterhalten und jetzt haben wir eine sehr sympathische Vorstellung von beiden und sie von uns (hoffentlich!) auch.

Sonntag dann also die riesige Fahrleistung von 82km (!) bis nach Bad Dürrheim. Hier findet übernächstes Wochenende ein großes “Seabridge”-Treffen statt. “Seabridge” ist die Firma, mit der man sein Wohnmobil verschiffen lassen kann, wenn man nach USA, Kanada, Südamerika, Südafrika, Australien oder Neuseeland möchte. Seabridge bietet in diesen und weiteren (auch europäischen) Ländern auch geführte Touren im eigenen Mobil an. Wir wollen allerdings nur verschiffen, aber nicht Oscarlotta, sondern unser neues Reisemobil, wie “hier” schon berichtet. Da wir noch so einige unbeantwortete Fragen haben, wollen wir die Gelegenheit nutzen und Menschen treffen, die sich schon auskennen. Außerdem verspricht das Programm einige interessante Reiseberichte in Wort und Bild.

Plan Reisemobilhafen Bei unserer Ankunft, übrigens bei herrlichstem Frühsommerwetter, schien uns der Reisemobilhafen schon ziemlich voll zu sein. Wir haben Mitte April!!! Da die Rezeption erst um 16 Uhr wieder geöffnet wurde, parkten wir Oscarlotta und Flitzi auf dem ersten freien Stellplatz und gingen auf Suche. Mal wieder gar nicht so einfach! Wir haben ja so unsere Vorlieben und Abneigungen, aber die Plätze müssen auch einfach von der Größe her passen, es dürfen keine Baumäste zu niedrig hängen etc… Und wenn wir Flitzi noch mit auf den Platz bringen wollen, wird es schon richtig eng. Dazu kam noch, dass die Stromversorgung mit nur 4 Ampere beschrieben war. Es sollte angeblich auch Plätze mit 16 Ampere geben, aber wo? Wir fragten den einen oder anderen Camper. Stirnrunzeln und Schulterzucken! An den Stromkästen stand immer nur 4 Ampere. Es wurde mal wieder sehr deutlich, dass viele Menschen, auch männlicher Natur, keinen Schimmer haben, wie man Volt, Watt, Ampere miteinander in Verbindung bringt. Nach dem Motto, wenn die Sicherung rausfliegt, dann hatte die Kaffeemaschine wohl doch etwas zuviel Watt. Uns ging es ausschließlich um unsere Nespresso-Maschine, auf die wir nur ungern verzichten. Die hat 1200 Watt und da 4 Ampere nun mal nur 920 Watt ergeben, würde das eben nicht reichen. Den Strom mit 4 Ampere gibt es als Pauschale zu € 2,50/Nacht. Für 16 Ampere, falls es sie überhaupt geben würde, hofften wir auf einen Preis nach Verbrauch. Wir haben ja unsere Solarpanele, sodass wir von “Landstrom” relativ unabhängig sind, aber nicht von gutem Kaffee!!!

ag Rezeption Unsere Stellplatzsuche war nicht sehr erfolgreich, aber es war fast 16 Uhr, also gingen wir zur Rezeption zurück. Am liebsten hätten wir ja den Platz genommen, auf dem wir schon standen, aber der würde ganz sicher schon für das Seabridge-Treffen reserviert sein. Nein, war er nicht!!! Und 16 Ampere könne man an jedem Platz haben, das würde der Chef morgen höchstpersönlich an unserem Stromkasten ändern. Die Pauschale müssten wir allerdings trotzdem zahlen und zusätzlich den Mehrverbrauch. Uschi versuchte klar zu machen, dass wir eher weniger verbrauchen werden (Solar), aber im Falle des Falles eben die höhere Absicherung brauchen (Nespresso-Maschine). Keine Chance! Wir fallen mal wieder durchs Raster! Also gut, dann läuft eben auch der Kühlschrank über Strom, gegebenenfalls auch mal kurz unsere Heizung mit 1000 Watt oder unsere Klimaanlage. Unsere Pauschale beinhaltet 4 Kilowatt und alles, was wir darüberhinaus verbrauchen, müssen wir mit €0,60/kW bezahlen. Unser normaler Tagesverbrauch (Kühlschrank auf Gas) beträgt 0,5 (Sommer) – 1 1/2 (Winter) kW. Also müsste man uns eigentlich ja Geld auszahlen! Aber das ist im System natürlich nicht vorgesehen. Da loben wir uns doch die Stellplätze wie in Bad Schönborn oder jetzt in Freiburg, wo es Stromautomaten (mit 16 Ampere Absicherung) gibt, mit denen man seine Kosten über diverse Sparvorhaben (Solar, Kühlschrank auf Gas) selbst bestimmen kann.

Aber egal, unser Platz ist für uns perfekt! Wir haben nur einen direkten Nachbarn, haben Schatten- oder Sonnen-Sitzplätze nach Belieben, vorne und links je eine große Rasenfläche und Flitzi passt auch noch drauf. Für €9,- (ohne Strom), da kann man doch nicht meckern! Zur Entsorgungsstation sind es nur ein paar Meter. Leider reicht die Signalstärke des Stellplatz-WLANs nicht bis zu uns, würde aber auch €1/Tag kosten.

unser Stellplatz

Einen ersten Erkundungsgang in den Ort haben wir schon gemacht, außerdem eine Einkaufstour per Rad zum ca. 3km entfernten großen Einkaufszentrum und gestern war “turnen” und in der Sonne sitzen angesagt. Es geht uns gut! Unser neues Header-Foto ist übrigens von gestern Abend (Blick durch die Frontscheibe, aber von draußen fotografiert).

Sonnenuntergang

written by Ingrid
photos taken with iPhone

P.S.: Wie immer könnt ihr die Fotos durch anklicken auf Originalgröße bringen und den Fototext lesen, wenn ihr den Mauszeiger auf das Foto führt.

Frooonkreisch

 

Da Freiburg bekanntermaßen ja ganz dicht bei Frankreich liegt, bot es sich an, mal kurz über die Grenze nach Colmar zu fahren. Als wir in Breisach waren, konnten wir ja schon auf die andere, französische, Rheinseite sehen. Seitdem die innereuropäischen Grenzübergänge “außer Betrieb” genommen sind, merkt man nicht mehr sofort, dass man in einem anderen Land ist, da diesseits und jenseits von Grenzen für einige Kilometer alles mehr oder weniger gleich aussieht. Gut, dass der jeweilige Mobilfunkbetreiber einen umgehend informiert! Aber dann kamen erste Hinweisschilder auf einen Carrefour, einen E.Leclerc und schließlich einen Super U und spätestens da war klar, wir sind in Frooonkreisch! 😉

Stellplatzbeschreibung Kurz vor Colmar, als wir schon nach einem Parkplatz für Flitzi Ausschau hielten, sahen wir ein Wohnmobilstellplatzzeichen und auch schon ein paar Wohnmobile an einem kleinen Yachthafen. Kurzentschlossen bogen wir ab und gingen besichtigen. Ein lohnenswerter Platz! Es gibt 25 Stellplätze auf Asphalt und eine große Rasenfläche, die vermutlich erst in der Hochsaison freigegeben wird. Einige Plätze liegen direkt am Hafenbecken, sind aber nur für kürzere Mobile geeignet und bieten jeweils eine kleine zusätzliche Rasenfläche plus Picknicktische/-bänke. Es gibt ein schönes Empfangsgebäude mit Toiletten, Duschen, Waschmaschine und Trockner sowie der Möglichkeit, im kleinen Gärtchen Kaffee trinken zu können. Die Betreiberin spricht (außer natürlich französisch) deutsch, englisch, italienisch und war sehr freundlich. Der Kaffee war auch gut!!! Weitere Infos “hier”.

StellplatzYachthafenFischerboot

Empfangsgebäude

Wir ließen Flitzi dort stehen und liefen die 2 Kilometer bis zum Außenring, der die Altstadt umschließt. Hier sah es dann auch endlich “fremdländisch” aus. Viel Blumenschmuck, viele Touristen, viele alte Fachwerkhäuser, ein noch österlich geschmückter Markt, Kopfsteinpflaster überall. Wir hatten zum Glück einen kleinen Stadtplan beim Stellplatz mitgenommen und so war die Gefahr, sich zu verlaufen, gebannt. Wir haben uns einen ersten Überblick verschafft und sicher noch lange nicht alles gesehen. Aber da der Stellplatz uns wirklich gut gefallen hat, kann es sehr gut sein, dass wir mal wieder hierher kommen.

ColmarColmarColmarColmarColmar

Colmar

ColmarColmarColmar

Colmar

written by Ingrid
photos taken with iPhone

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Spring has sprung!

 

Die englische Bezeichnung für, wie wir sagen, “Der Frühling ist da!” begegnet mir zur Zeit in Instagram immer mal wieder und ich finde sie so lustig: “spring has sprung”. Dabei habe ich dann mal über die Bezeichnung “Frühling” nachgedacht, die ja auch irgendwie seltsam ist. Was ist ein „…ling“? Gut, es gibt eine Reihe deutscher Wörter mit „…ling“ am Ende. Ein Wildschweinjunges ist ein Frischling, ein zu früh geborenes Menschenjunges aber kein Frühling, sondern ein Frühchen. Deutsche Sprache, schwere Sprache!? Frühjahr finde ich da etwas aussagekräftiger. “Spring” bedeutet entweder Sprung oder, als Verb, springen. Springen ist gesprungen??? Sprung ist gesprungen??? „Springtime“ macht es etwas deutlicher, als Zeit, in der alles (auf)springt in der Natur; „to spring“ bedeutet aber eben auch “explodieren lassen” und das trifft es dann ja ganz gut. Hier explodiert die Natur gerade wirklich und ein paar der schönen Bilder möchten wir mit euch teilen! VORSICHT: Die Bäume schlagen aus!!! 😉

BlütenträumeBlütenträumeBlütenträume BlütenträumeBlütenträumeBlütenträume

AprilgrünAprilgrünAprilgrün

Blütenträume

written by Ingrid
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Melcherhof

 

Melcherhof Das Wetter war in den zwei Wochen vor Ostern leider nicht mehr ganz so schön wie vorher, zwar trocken, aber etwas trüb und merklich kühler. Am Samstag vor Palmsonntag haben wir trotzdem mit Maiers, die einen Kurzurlaub in Kirchzarten machten, einen kleinen Ausflug unternommen ins Unteribental im Freiburger Umland. Dort liegt der “Melcherhof”, ein Bio-Milchhof, der von alten Freunden von Maiers bewirtschaftet wird. Leider ist der Bauer vor 2 Jahren ganz plötzlich verstorben und jetzt betreiben zwei seiner Kinder, beide Mitte 20, den Hof allein. Wir wurden mit es hat geschmeckt! leckerem selbstgebackenen Möhrenkuchen und ebenso leckeren Zimtschnecken bewirtet. Eine kostenlose Hofführung gab es auch und natürlich besuchten wir zum Abschluss den Hofladen, der jeden Samstag von 15-18 Uhr geöffnet hat. Hier gibt es allerlei Leckereien zu kaufen, natürlich alles Produkte vom Hof. Wir deckten uns mit einigen Stücken Käse ein!

Der Hof, den es seit ca. 150 Jahren gibt, wird seit 19 Jahren nach BIO-Richtlinien bewirtschaftet, hier sieht man noch glückliche Kühe und Kälbchen, die bei der Mutter saugen dürfen. Sie können sich frei in Auslaufflächen neben dem Stall oder auf den Bergwiesen rundum bewegen. Anbindehaltung ist bei zertifizierten Bio-Höfen untersagt.

glückliche Kälbchenglückliche Kälbchenglückliche Kühe neugieriges KälbchenKatze auf dem ... BlechdachKühe auf der WeideSundheimer-HühnerSundheimer-Hühner2 Schafe gibt es auch...und Mist      

Auch die Sundheimer-Hühner, eine alte badische Zweinutzungsrasse, verfügen über große Auslaufflächen. Die Käserei wird gerade umgebaut, aber im Reifekeller wird Bergkäse zu leckeren Käsespezialitäten gepflegt. Die Vermarktung geschieht über den Hofladen und über einige Bauernmärkte in der näheren Umgebung. Hut ab vor den zwei jungen Leuten, die das alles stemmen!!!

links Wohnhaus und Käserei, rechts StallungenHofladenKäsereiMilchkanneReifekellerReifekeller

Leider sind die Fotos etwas farblos, so wie das Wetter halt auch.

Etwas farbiger war es dann hier:

altes PlumskloKlo-Sprüche ;-)Klo-Sprüche ;-) Klo-Sprüche ;-)

written by Ingrid
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