Lauwerszee, Lauwersmeer, Lauwersoog

 
 
AbschlussdeichWir mussten entscheiden, ob wir den nächsten Sturm noch in Egmond aan Zee aussitzen wollten oder ob wir das einzige Zeitfenster der Woche für die Überfahrt über den Abschlussdeich nutzen. Bei Sturm wäre die Überfahrt sicher nicht so lustig und bei Regen auch nicht. Wir fuhren! Es war dann allerdings lange nicht so spektakulär, wie ich mir das vorgestellt hatte und das lag nicht am Wetter, das spielte mit, sondern daran, dass die Fahrbahnen statt von einer Mittelleitplanke durch einen Wall getrennt werden. Man hatte einen Ausblick also nur auf der Seite, wo man fuhr und der war dazu noch relativ langweilig. Enttäuschtes Smiley Das konnten auch das Monument und der Aussichtsturm nicht wettmachen und in Ermangelung geeigneter Parkplätze für Wohnmobile hielt ich zwar kurz an und stieg aus, entschied mich aber gegen das Fotografieren. Die nachfolgenden Fotos hat Uschi gemacht.

Abschlussdeich IJsselmeerAbschlussdeich IJsselmeerAbschlussdeich IJsselmeerAbschlussdeich IJsselmeerAbschlussdeich IJsselmeerAbschlussdeich IJsselmeer

Witzig finde ich, dass es auf halber Strecke (die Gesamtlänge beträgt 32km) sowohl eine Tankstelle, sogar für LPG, als auch einen Campingplatz gibt. Als Bauwerk ist der Abschlussdeich natürlich schon sehr beeindruckend! Es müsste übrigens eigentlich Damm heißen, denn ein Deich hat auf einer Seite immer Land.

Lauwersoog 1 Als wir wieder am Festland ankamen, waren wir in der Provinz Friesland. Hier gibt es ganz offiziell zwei Landessprachen, niederländisch und friesisch. Ein Drittel der Einwohner spricht noch die alte Sprache, die mehr als ein Dialekt ist und die Straßen- und sonstigen Beschilderungen sind zweisprachig. Wir wollten nach Lauwersoog. Auch hier gibt es eine große Meeresbucht, so wie früher die Zuidersee, bevor der Abschlussdeich gebaut wurde. Der Fluss Lauwers, als Grenzfluss zwischen Friesland und der benachbarten Provinz Groningen, mündet hier. In der großen Sturmflut von 1280 entstand aus dem Mündungsdelta die Lauwerszee. Obwohl das Gebiet durch die vorgelagerten Watteninseln geschützt ist, kam es auch hier immer wieder zu Sturmfluten und nach der Katastrophe von 1953 wurde mit dem Bau eines 13km langen Damms mit Sielen und Schleusen begonnen. Seit 1969 ist die Bucht vom Meer abgeschlossen und eingedeicht und so wurde aus der Lauwerszee das Lauwersmeer. (Ihr erinnert euch? Zee = Meer und Meer = See) Laut lachen

Drei kleinere Flüsse konnten jetzt nicht mehr in die Nordsee abfließen, das Wasser wurde brackig, Flora und Fauna veränderten sich und seit 2003 gibt es den Nationalpark Lauwersmeer. (Quelle: Wikipedia)

LauwersmeerLauwersoog entstand erst nach der Eindeichung der Lauwerszee. Heute gibt es von hier aus eine Fährverbindung zur westfriesischen Insel Schiermonnikoog, der letzten bewohnten Insel vor der Grenze zu Deutschland und der Insel Borkum. Der Hochsee-Fischereihafen ist einer der größten der Niederlande und, seitdem die ehemalige Zuiderzee durch den Abschlussdeich vom offenen Meer abgetrennt wurde, Heimathafen für einen Großteil der Fischereiflotte von Urk.

Fischereihafen LauwersoogFischereihafen LauwersoogFischereihafen LauwersoogFischereihafen Lauwersoog

Lauwersoog selbst besteht eigentlich nur aus dem Hafen mit diversen Fischlokalen

Hafen LauwersoogHafen Lauwersoog

und einem großen Campingplatz. Dort wollten wir eigentlich hin, aber dann fand Uschi heraus, dass es auch einen Wohnmobilstellplatz gibt, mit Blick aufs Wasser.

Stellplatz LauwersoogStellplatz Lauwersoog

Und der war wirklich erlebenswert! Noch nie haben wir auf einer so kleinen Fläche so viele ineinander verschachtelte Stellplätze (insgesamt 23!) gesehen! Die Abmessungen eher für PKWs als für Wohnmobile, sogar quer hinter den beiden Plätzen, für die wir uns entschieden, war auf dem Steinboden noch ein Stellplatz eingezeichnet, die Nummer 14, nahtlos. Wir standen in der zweiten Reihe und wenn die erste Reihe belegt gewesen wäre, hätte ich mit Oscarlotta den Platz nur von hinten anfahren können. Wie das im Sommer funktionieren soll, wenn es, laut Aussage der Betreiberin, jeden Tag voll ist, weiß ich nicht! Mit Bussen (oder Vans, wie es ja jetzt heißt), vielleicht noch machbar, für „richtige“ Wohnmobile eher grenzwertig bis unmöglich. Dazu noch nicht einmal besonders preiswert mit €19,50 in der 1. Reihe und €17,50 in der zweiten, allerdings, wie üblich in den Niederlanden, ist der Strom im Preis enthalten.

Stellplatz LauwersoogStellplatz Lauwersoog

Es gibt zwei Nebengebäude mit insgesamt zwei Duschen, drei Toiletten und einer Waschmaschine, außerdem den üblichen Standard für Ent- und Versorgung. Stellplatz Lauwersoog Mittendrin steht ein Ferienhaus zur Vermietung, in dessen Windschatten wir uns begaben. Es hätte schönere Plätze gegeben mit Blick auf den Yachthafen, aber dort wären wir dem angekündigten Sturm wehrlos ausgeliefert gewesen.

Yachthafen LauwersoogYachthafen Lauwersoog

Und der kam! Wir versuchten, ihn auszusitzen, nutzten jede Regenpause für kurze Gänge zum Hafen in eines der Fischrestaurants oder zum Campingplatz. Dort sollte es einen größeren Lebensmittelladen geben. Der entpuppte sich allerdings als saisonal sehr spartanisch bestückt! Erfreulicherweise war aber das große Campingplatzlokal in Betrieb und wir konnten uns für den Rückweg stärken. Koffie verkeerd und appelgebak met slagroom Verliebt

Campingplatzlokal Lauwersoog

Der Campingplatz besteht, wie fast überall in den Niederlanden, überwiegend aus Ferienbungalows. Wohnmobilplätze haben wir keine gesehen und auch nicht gesucht, denn es war völlig klar, dass wir auf dem Stellplatz schöner stehen und sogar preiswerter. Sehenswert ist der angegliederte Museumshafen mit ein paar schönen alten Schiffen.

Museumshafen LauwersoogMuseumshafen LauwersoogMuseumshafen LauwersoogMuseumshafen LauwersoogMuseumshafen LauwersoogMuseumshafen LauwersoogMuseumshafen LauwersoogMuseumshafen LauwersoogMuseumshafen LauwersoogMuseumshafen Lauwersoog

Stellplatz LauwersoogUschi stromerte auf dem Gelände unseres Stellplatzes ein wenig herum und entdeckte eine Schiffsgarage und eine große Halle, die früher wohl als Lagerhalle für Schiffe genutzt wurde oder für die Instandsetzung. Jetzt war sie umfunktioniert worden zu einem großen Aufenthaltsraum mit Koch- und Abwaschmöglichkeit.

Stellplatz LauwersoogStellplatz LauwersoogStellplatz LauwersoogStellplatz LauwersoogStellplatz LauwersoogStellplatz LauwersoogStellplatz Lauwersoog

Sehr witzig fanden wir in der zweiten Hälfte der Halle die zwei Holzhütten zur Vermietung mit Strandkörben und Sitzgelegenheiten. Das nenne ich doch mal eine optimale Raumnutzung! Man hat zwar kein Tageslicht, aber dafür braucht man ja nur vor die Hallentür und auf die nette kleine Gartenterrasse zu gehen! Smiley mit geöffnetem Mund

Stellplatz LauwersoogStellplatz LauwersoogStellplatz LauwersoogStellplatz Lauwersoog

Wir blieben fünf Nächte. Dann waren wir dermaßen entnervt von der Schaukelei, dass wir die Flucht ergriffen. Ständiger starker Wind kann einen, zumal in einem Wohnmobil, wirklich an seine Grenzen bringen! Da tröstet dann auch das beste freie WLAN und der leckerste Kibbeling nicht mehr drüber hinweg. Müdes Smiley

Stellplatz LauwersoogKibbeling

written by Ingrid
photos taken with iPhone and HUAWEI P10 Lite

P.S.: Wie immer könnt ihr die Fotos durch anklicken auf Originalgröße bringen (bessere Qualität) und den Fototext lesen, wenn ihr den Mauszeiger auf das Foto führt.

See oder Meer?

 

Der Grund, warum wir nicht über Silvester in Elsfleth blieben, war profan, aber für uns bedeutungsvoll: Unser Internetvolumen war fast aufgebraucht. Und DVB-T funktionierte dort nicht. Silvester ohne die Möglichkeit, irgendeine Sendung im Fernsehen schauen zu können, erschien vor allem mir nicht besonders reizvoll. In Urk, wo wir sowieso hin wollten, gab es ein freies WLAN. Wenn wir gewusst hätten, dass die Bedingungen dort zu Silvester so sein würden, dass keiner von uns nach fernsehen sein würde, wären wir in Elsfleth geblieben, Internet hin oder her. Aber so ist das mit den Erfahrungen, man muss sie erst machen, bevor man weiß, was richtig und was falsch war. Zwinkerndes Smiley

Urk ist ein nettes holländisches Städtchen und der Stellplatz liegt zentral und malerisch am Hafen. Er ist mit allem ausgestattet, was man braucht und mit €10/Nacht absolut akzeptabel, zumal der Strom und zeitunabhängiges Duschen in einem großzügig gestalteten Sanitärgebäude inbegriffen sind.

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Wir kamen am 30. Dezember am Nachmittag dort an und hielten die Knallereien auf dem benachbarten PKW-Parkplatz für zwar unangenehm, aber da mussten wir halt durch, einen Tag vor Silvester. Gut, es war etwas heftiger, als wir es aus den letzten Jahren in Deutschland gewöhnt waren. Am Dienstag waren alle Geschäfte geschlossen, Silvester scheint in den Niederlanden schon ein Feiertag zu sein. Wir hätten unsere Mobile auch nicht allein stehengelassen, nach dem, was ab 11 Uhr vormittags abging. Aber darüber habe ich ja schon berichtet…

So kamen wir erst am Neujahrstag dazu, einen Spaziergang durch das Städtchen zu machen und fanden es allerliebst, von den überall verstreuten Spuren der Silvesterknallerei mal abgesehen. Ich bin schon seit bestimmt 20 Jahren nicht mehr in Holland gewesen, ein kurzer Segeltörn auf einem Plattbodenschiff im Spätsommer 2002 nicht mitgerechnet. Beim Schlendern durch die schmalen Gässchen wusste ich sofort wieder, warum es mir früher in Holland immer so gut gefallen hat. Unsere niederländischen Nachbarn haben ein ausgeprägtes Faible dafür, ihr Zuhause schön zu machen und sie haben ein gutes Gefühl für Arrangements. Das ist erkennbar daran, wie liebe- und phantasievoll sie ihre oft winzigen Vorgärten gestalten und an der Dekoration ihrer Fenster. Wie für die Niederlande typisch sind auch in Urk hohe Fenster üblich mit sehr tiefsitzenden Fensterbänken. Es scheint niemandem etwas auszumachen, dass jeder, der vorbeigeht, in die Wohnungen hineinschauen kann. Gardinen und Vorhänge sind ja nicht üblich, aber vielleicht möchte man mit den Dekorationsgegenständen die Aufmerksamkeit der Vorübergehenden binden, damit sie vorbei sind, bevor sie Zeit gehabt haben, in die Stube zu schauen. Cooles Smiley

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Wir hatten schon für 6 Nächte gezahlt und hofften ja auch, dass es mit jedem weiteren Tag weniger werden würde mit der Lärmbelästigung. So kam es zu weiteren Spaziergängen zum Leuchtturm, zum einzigen kleinen Strand und durch den Hafen.

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UrkIn der Nähe des Leuchtturms gibt es ein Denkmal. Eine Fischerfrau hält Ausschau nach dem zurückkehrenden Schiff ihres Mannes. Rundherum an den Wänden sind Tafeln angebracht, die mit Jahreszahl und Namen auflisten, wieviele Seeleute nicht mehr lebend zurückkamen. Die Aufzählungen begannen im 18. Jahrhundert und endeten 2015. In manchen Jahren gab es gar keine Toten, irgendwann wurden die Namen um den Namen/die Kennung des jeweiligen Schiffes ergänzt und da konnte man ablesen, dass manchmal drei oder vier Männer einer Familie gleichzeitig auf See geblieben sind. Unvorstellbares Leid!

Urk verlor seine Bedeutung als Fischereihafen 1932 mit dem Bau des Abschlussdammes, der die ehemalige Zuiderzee zum offenen Meer abtrennte, was der Landgewinnung und dem Küstenschutz diente. Da der größte Teil der Niederlande unter dem Meeresspiegel liegt, ist der Deichbau immer schon von größter Bedeutung. Trotzdem wurde das Land immer wieder von verheerenden Sturmfluten heimgesucht. Schon im 17. Jahrhundert gab es Pläne für eine Abtrennung der Zuiderzee, die aber mit den damaligen technischen Mitteln nicht umzusetzen waren. Erst 1927 begannen die Bauarbeiten. Mit der vollendeten Schließung der Nordseebucht Zuiderzee entstand über die Jahre ein großer Süßwassersee. See heißt im Holländischen „Meer“ (und unser deutsches Meer heißt „Zee“) und so entschied man sich für der Namen „IJsselmeer“, weil der Fluss IJssel hier seine Mündung hat.

UrkWir blieben bis zum Sonntag. Das Wochenende wurde noch einmal heftig. Nicht nur, dass immer wieder unvermittelt irgendwo eine Böllerei losging, sondern auch, weil niederländische junge Männer offenbar nichts lieber tun, als bis in die frühen Morgenstunden hinein mit ihren frisierten Mopeds durch die Gegend zu knattern, am liebsten da, wo sie möglichst viele Menschen stören. Dazu kamen Horden von grölenden Nachtschwärmern! Im Hafenbereich gibt es einige Lokale, außerdem ist ein Hafen immer ein beliebter Treffpunkt. Wir standen zwar nicht allein auf dem Stellplatz, aber doch gut sichtbar und nicht geschützt. Gut geschlafen haben wir nicht! Und wenn man so wach liegt und das Treiben draußen anhört, kommen einem alle möglichen Gedanken aller möglichen Schikanen und man wird sich seiner eigenen Angreifbarkeit doch sehr bewusst.

Urk hat uns wirklich gefallen, aber auf diesen Wohnmobilstellplatz werden wir sicher nicht mehr fahren. Sehr schade! Trauriges Smiley

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written by Ingrid
photos taken with iPhone

P.S.: Wie immer könnt ihr die Fotos durch anklicken auf Originalgröße bringen (bessere Qualität) und den Fototext lesen, wenn ihr den Mauszeiger auf das Foto führt.

Silvester? Bitte erst nächstes Jahr wieder!!!

 
Es ist Silvesterabend.
Ich bin bekennender Silvesterfeuerwerksundknallereifan. Ja, natürlich ist das ein eigentlich und absolut völlig überflüssiges Geschehen; mit dem Geld, das da innerhalb weniger Stunden in die Luft geballert wird, könnte man seeeeehr viel gescheiteres anstellen. Und die ganze Tierwelt kann einem nur Leid tun! Von der Umweltverschmutzung wollen wir besser erst gar nicht reden!!! Ich ballere nicht selbst, aber die Knallerei und der Lichterzauber um Mitternacht haben mir immer schon gefallen. Bisher!!! Erstauntes Smiley Wir stehen seit gestern in Holland am Ijsselmeer in einem kleinen, beschaulichen Städtchen namens Urk, direkt am Hafen auf einem offiziellen Wohnmobilstellplatz. Seit gestern werden wir beschallt! Nicht nur ab und zu, sondern permanent. Der Stellplatz ist ein abgeteilter Bereich eines Großparkplatzes und dort fuhren laufend PKWs mit jungen Männern hin, der Kofferraum wurde geöffnet und es wurde geballert, was das Zeug hält! Dann fuhr man mit absolut überhöhter Geschwindigkeit aus dem Hafenbereich wieder heraus. Ich stehe mit Oscarlotta direkt an der Straße, der Stellplatz verfügt über 20 Plätze und Uschi hat nur noch diese zwei nebeneinanderliegenden Plätze bekommen, alles andere war voll, überwiegend mit deutschen Wohnmobilen. Die Nacht war ab 2 Uhr einigermaßen ruhig, aber ab 11 Uhr am Vormittag ging es wieder los. Und hörte nicht mehr auf! Enttäuschtes Smiley Erst fand ich es ja noch nett, schon lange vor Mitternacht Feuerwerk zu erleben. Wenn es aber über Stunden immer mehr und lauter wird, ist es irgendwann nicht mehr lustig, sondern nur noch lästig. Als dann aber Jugendliche von der anderen Straßenseite aus anfingen, Böller unter Oscarlotta hindurchzuwerfen und oben über die nachfolgenden Mobile, hörte der Spaß ganz sicher auf! Das Dumme war, dass es angefangen hatte, total neblig zu sein. Ich rief ein paarmal über die Straße, dass sie aufhören sollen mit dem Sch… und dass ich die Polizei rufen würde und ging, als das keinen Erfolg hatte, in ihre Richtung. Aber ich sah noch nicht einmal, wohin ich ging, keinen Meter weit. Folglich konnten sie mich auch nicht sehen und die Gefahr, dass mir ein Feuerwerkskörper entgegenkommen würde, war mir zu groß! Einer der Nachbarn war auch unterwegs, aber er war ebenfalls erfolglos. Ein belgischer Wohnmobilist hatte vorher schon versucht, den Jugendlichen klarzumachen, dass ihr Verhalten gefährlich für uns werden kann. Zwei Stunden war Ruhe, sie waren, wie sich herausstellte, auf dem gegenüberliegenden Schiff gewesen, legal oder illegal, mit oder ohne Alkohol. Jetzt ging es wieder los! Der Nebel hatte sich etwas verzogen und ich konnte sieben Halbwüchsige erkennen, die sich gegenseitig mit Feuerwerkskörpern bewarfen und sich damit brüsteten, wer sie am längsten in der Hand behielt. Im letzten Moment wurden sie weit von sich geschleudert, nicht sehr kontrolliert. Das wurde mir zu bunt! Erzürnt Ich wählte die 112, ein Mann fragte, ob ich die Feuerwehr, die Notambulanz oder die Polizei bräuchte und verband mich dann mit der Polizeidienststelle vor Ort. Eine Polizistin, die deutsch verstand, versprach, einen Streifenwagen zu schicken. Als die Herumwerferei immer mehr ausartete, ging ich raus und stellte mich sichtbar zusammen mit Uschi hinter Oscarlotta. Zum Glück kamen einige der Nachbarn dazu und die Jugendlichen traten den Rückzug an. In dem Moment kam ein Polizeiwagen, bog aber leider in die verkehrte Richtung ab und umrundete den gesamten Großparkplatz. Bis er bei uns angekommen war, waren die Jugendlichen natürlich längst verschwunden. Die Polizisten waren sehr nett, der Belgier teilte ihnen noch seine Version mit und sie sagten, wenn noch etwas sei, sollten wir wieder anrufen.
Das war gegen 21 Uhr und selten habe ich einen Jahreswechsel so herbeigesehnt! Augen rollendes Smiley 10 Stunden Zwangsgeböller können einem wirklich aufs Gemüt schlagen. Könnte es noch eine Steigerung geben? Eine Stunde vor Mitternacht wurde es fast ruhig, aber kurz vor 12 kam der Höhepunkt!!! Rundherum, zum Glück mit ausreichendem Abstand, wurden professionell anmutende Feuerwerke zelebriert. Was es da inzwischen alles gibt! Im Sekundentakt werden immer andere Raketen in den Himmel geschossen. Ich muss gestehen, dass mir das trotz allem sehr gut gefallen und mich mit den Begebenheiten des Tages etwas versöhnt hat. Smiley Aber ganz sicher werden wir kein weiteres Silvester in den Niederlanden oder in Belgien verbringen. Wir wussten nicht, dass es in diesen beiden Ländern so verrückt zugeht!!!

Wir hoffen, ihr seid alle gut in das neue Jahr hineingekommen, feiernd, knallend oder schlafend!
Bei uns ergab sich über Instagram noch eine nette schriftliche Konversation auf spanisch mit einem mir völlig unbekannten Argentinier, dessen Account ich folge. Der musste noch vier Stunden länger auf das neue Jahr warten. In Südamerika könnte es ebenfalls laut werden, aber ob man da auch so viel Geld übrig hat wie offensichtlich hier, keine Ahnung!