UNESCO Weltkulturerbestadt Quedlinburg

 
 
Nach 10 Tagen wollten wir weiterfahren, zwei Stellplätze auf einem Campingplatz in der Lüneburger Heide waren schon reserviert. Uschi hatte jedoch undefinierbare gesundheitliche Probleme und beschloss kurzfristig, nach Lauterburg zurückzufahren, um ihren langjährigen Hausarzt zu konsultieren. Ich entschied, erst einmal abzuwarten und verlängerte bei Frau König auf unbestimmte Zeit. Am Dienstag gab Uschi Entwarnung, da sie aber noch nicht unmittelbar wieder fahren konnte/wollte, nahm ich etwas in Angriff, was schon seit ewigen Zeiten auf „meiner Liste“ stand, nämlich die Besichtigung der UNESCO Weltkulturerbestadt Quedlinburg.
Quedlinburg hat keinen Wohnmobilstellplatz, sondern auf drei verschiedenen Großparkplätzen jeweils 6 ausgewiesene Parkflächen für Wohnmobile mit der Möglichkeit, Strom anschließen zu können. Das ist nicht gerade viel. Bei einem der Plätze, der direkt bei der Altstadt liegt, darf man auch auf den Busparkplätzen stehen, aber nur zwischen 18 und 8 Uhr.

Busparkplatz

SchlossparkplatzAuf dem Schlossparkplatz darf man auf jedem PKW-Platz stehen, sofern man, wenn man länger als ein PKW ist, rückwärts mit dem Heck über die anschließende Rasenfläche fahren kann. Wenn es eine gibt. Ich informierte Frau König über meinen Plan und sie riet mir vom Schlossparkplatz ab, weil der sehr eng sei. Und ihrer Meinung nach könne man den dritten Platz mit einem großen Fahrzeug im Moment gar nicht anfahren, da dort gebaut würde. Enttäuschtes Smiley Ich bezahlte am Mittwoch, fütterte mein Navi mit den Adressdaten des Platzes mit den Busparkflächen und fuhr die 46km bis Quedlinburg. Auf der Ringstraße um die Stadt herum sollte ich links abbiegen, die Durchfahrt war aber nur erlaubt bis 3,5t. Bei der nächsten Straße genauso! Während ich noch überlegte, wie ich nun zu dem Stellplatz kommen könnte, sah ich plötzlich das Parkplatzschild vom Schlossparkplatz und bog todesmutig in die schmale Kopfsteinpflasterstraße ab. Zum Glück ging es sofort wieder rechts durch eine Schranke mit Parkscheinautomaten auf den Parkplatz. Und der sah voll aus!!! Ich kam an den ausgewiesenen Wohnmobilstellplätzen vorbei, die von zwei Mobilen und vier PKWs belegt waren. Müdes Smiley Die Plätze sind breiter und länger und entsprechend gekennzeichnet, trotzdem interessiert das einige PKW-Fahrer nicht, Hauptsache, man muss nicht so weit laufen. Das ist auf allen gemischten Parkplätzen so und demonstriert gut, wie ichbezogen und rücksichtslos oder desinteressiert und dumm manche Menschen sind. Augen rollendes Smiley Ich fuhr langsam weiter und ahnte Schlimmes. Wenn zwischen zwei PKWs mal eine Lücke war, reichte die von der Breite her nicht für Oscarlotta. Ich fuhr ganz hinten herum und sah in der Kurve schon, dass auf einer Längsspur ein Wohnmobil stand und dass die Fläche davor noch für uns reichen müsste. Ich parkte Oscarlotta rückwärts ein und nutzte zum Rangieren eine kleine Grünfläche, die als Abgrenzung zur Kurve hin diente. Vor mir war nichts mehr außer der Fahrspur, links hatte ich eine Grünfläche mit Bäumen zum Sitzen (die ich in den folgenden Tagen noch sehr zu schätzen wusste) und rechts waren auf der anderen Seite der Fahrspur reine PKW-Plätze, die an diesem Tag alle belegt waren und an den nächsten Tagen so gut wie nicht! Oscarlotta war ca. 30cm breiter als die Parkspur, aber das war unerheblich. Vorsichtshalber ließ ich meine Trittstufe eingefahren und meine seitliche Heckgaragenklappe nur geöffnet, um schnell Stuhl, Fußteil und Beistelltischchen herauszuholen oder wieder wegzupacken.

SchlossparkplatzSchlossparkplatzSchlossparkplatz

Zunächst erwog ich noch, abends eventuell auf einen der Wohnmobilplätze umzuziehen, zumal ich entdeckte, dass es ganz in meiner Nähe vier weitere Steckdosen an sechs PKW-Plätzen gab. Die waren aber dermaßen schräg, dass ich hätte auf Keile fahren müssen und der Abstand zu den Nachbarmobilen war überall äußerst gering. Die Platzgebühr (€10/Mobil/Nacht) zahlt man bei Abreise am Automaten, aber die Kurtaxe/Touristenabgabe von €3/Person (!) muss man beim Platzwart bezahlen (ab 15 Uhr im Bowlingcenter) und bekommt sowohl einen Nachweis, den man sichtbar im Mobil befestigen muss als auch ein Gutscheinheft wie beim letzten Platz. Auch hier kann man wieder umsonst mit den Bussen fahren. Ich sagte dem Mann, wo ich stehe und er hatte kein Problem damit, obwohl ich die Hälfte der für drei PKWs vorgesehenen Fläche einnahm. Hätte ich Strom gewollt, hätte ich bei ihm Strommarken kaufen können, für jeweils 8 Stunden 2 Euro. Dazu hätte ich entweder umziehen oder mein Stromkabel quer über den Fahrweg ziehen müssen. Die Sonne schien, ich brauchte Strom nur für meine Kaffeemaschine und beschloss, den Kaffee aushäusig zu trinken. Ein VE-Station gibt es auch, die Toiletten- und Abwasserentleerung ist kostenfrei möglich, für Frischwasser benötigt man ebenfalls Wertmarken.

VE-StationVE-Station

Ich war für meine Verhältnisse früh dran (um überhaupt noch eine Chance auf einen freien Platz zu haben) und beschloss, an diesem Nachmittag nur eine erste Schnuppertour um den Schlossberg zu laufen. Auf die leider eingerüstete Schlosskirche schaute ich direkt aus Oscarlotta heraus.

AusblickAusblick

Die schmale Kopfsteinpflastergasse zu laufen bedeutete erhöhte Aufmerksamkeit, aber schon nach der ersten Kurve fiel ich in einen Begeisterungstaumel. Ich schien mir keine falschen Vorstellungen von dieser Stadt gemacht zu haben! Verliebt

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Unverhofft kam ich am Eingang zum Schlossberg vorbei, die 68 Stufen stellten kein Hindernis dar und als Belohnung bekam ich einen tollen Überblick über die Altstadt. So viele Kirchturmspitzen!

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Und so viele liebevolle Details in den Sträßchen! Ich war schon an diesem ersten Nachmittag total begeistert!

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FeiningerVon der Übersicht in Google Maps wusste ich, dass ganz in der Nähe des Schlossparkplatzes eine Lyonel-Feininger-Galerie ist und als ich schließlich auf meinem Rundgang dort vorbeikam, kaufte ich kurzentschlossen eine Eintrittskarte. Feininger gehört schon seit meinen Jugendjahren zu meinen Lieblingsmalern, allerdings kannte ich, wie sich jetzt herausstellte, nur die Schaffensepoche seiner späten Jahre und war entsprechend überrascht, was für ein excellenter Karikaturist und Zeichner er war.
 
 
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Feininger

Er wurde als Sohn zweier deutscher Musiker zwar in New York geboren und starb auch dort, nachdem die Familie nach der Machtübernahme der Nationalsozialisten Deutschland 1937 verließ, aber schon mit 16 Jahren übersiedelte er mit seinen Eltern nach Deutschland, wo er den größten Teil seines Lebens verbrachte und schnell sehr erfolgreich wurde. Ein Höhepunkt seines Schaffens war sicherlich 1919 die Berufung durch Walter Gropius an das neu gegründete Bauhaus in Weimar. Dort lernte er den kunstbegeisterten promovierten Juristen Hermann Klumpp kennen, der aus Quedlinburg stammte. Als 1937 über 400 seiner Werke der von den Nationalsozialisten durchgeführten Aktion „Entartete Kunst“ zum Opfer fielen und aus den Museen entfernt wurden, übergab er seinem Freund bedeutende Teile seines Werkes zur Aufbewahrung und übersiedelte mit seiner jüdischen Ehefrau nach New York. Diese Werke waren ab 1970 die Grundlage für die Entscheidung, in Quedlinburg die Sammlung der Öffentlichkeit zugänglich zu machen.

FeiningerFeininger

Dafür musste aber erst einmal ein zerfallender Gebäudekomplex restauriert werden, was äußerst erfolgreich gelang, sich aber über sechs Jahre hinzog.

FeiningerFeininger

Ein kleines, aber feines Museum, dessen Besuch sich lohnt! Daumen hoch

Die nächsten zwei Nachmittage durchstreifte ich systematisch erst den westlichen und dann den östlichen Teil der Altstadt, immer mit den benötigten Kaffeepausen natürlich.

KaffeepauseKaffeepauseKaffeepauseKaffeepause

BimmelbahnDass ich fast alles entdeckt hatte, stellte ich am letzten Tag fest, einem Samstag, an dem es vor Touristen nur so wimmelte. Keine Chance auf einen freien Tisch! Also entschied ich mich für eine 45-minütige Tour mit der Quedlinburger Bimmelbahn und kam überall dort noch einmal vorbei, wo ich zu Fuß schon gewesen war. Auf dem Rückweg gab es noch ein leckeres Eis im Becher.

Am Sonntag klopfte es um 11 Uhr an Oscarlottas Tür. Ich war zwar schon wach, aber noch im Bett. Es eilte ja nicht mit der Abfahrt, dachte ich. Der Platzwart informierte mich dann allerdings darüber, dass „Tag des offenen Denkmals“ sei und es voll werden würde. Wenn ich noch länger bleiben wolle, müsse ich umziehen, damit alle drei PKW-Plätze verfügbar seien. Ich versicherte ihm, dass ich in einer Stunde weg sei und gab Gas! Der Parkgeldautomat wollte dann allerdings meinen Fünfzig-Euroschein partout nicht annehmen, egal wie herum ich ihn einschob. Kartenzahlung gab es nicht, aber zum Glück war der Platzwart ja schon da. Nee, 50 Euro nimmt der Automat nicht! Da ich von der Anreise schon wusste, dass ich von meinem Fahrersitz aus nicht an den Einschubschlitz für das Parkticket kommen würde, auch nicht, wenn ich mich halb aus dem Fenster hänge, bat ich ihn, um nicht extra noch einmal aussteigen zu müssen (Oscarlotta hat ja keine Fahrertür), ob er mir die Schranke öffnen könne. Kein Problem, er wollte sofort mitgehen. Nein, ich müsse mein Mobil ja erst noch holen! Dann solle ich einfach hupen, wenn ich vor der Schranke stehe. Als ich diese zu Fuß passierte, fuhr ein Wohnmobil herein, die Beifahrerin stieg direkt vor meiner Nase aus und so erkannte ich sie wieder, als sie offensichtlich nach einem Platz suchend an Oscarlotta vorbeikam. Ich informierte sie, dass ich sofort wegfahren würde und sie hier stehen dürften, wenn sie nur einen Platz beanspruchen würden. Ihr Mobil war kürzer als Oscarlotta und ihr Mann beschloss, rückwärts über das kleine Grasdreieck zu fahren. Ich wartete, bis er gedreht hatte und fuhr dann Richtung Schranke, musste aber leider feststellen, dass ich dort nicht um die Kurve kam. Ich versuchte zu rangieren, blockierte damit aber die Einfahrt und hatte hinten nicht genug Platz, sodass ich notgedrungen noch eine Runde über den Platz fahren musste, bis ich endlich richtig, wenn auch gegen die Fahrtrichtung, vor der Schranke ankam. Gleichzeitig wollte ein PKW reinfahren und als ich hupte, fühlte der junge Fahrer sich angesprochen und stieg aus seinem Auto aus. Ich bat ihn, mein Ticket einzuschieben. Zeitgleich erschien der Platzwart in der Tür des Bowlingcenters und wollte herübereilen. Ich rief ihm zu, dass mir schon geholfen würde, bedankte mich bei dem netten PKW-Fahrer und verließ den Platz und die Stadt. Kuss senden

QuedlinburgIm Anschluss zeige ich einfach noch eine Auswahl an Fotos. Wer noch nicht in Quedlinburg war, dem empfehle ich diese interessante über 1000-jährige Stadt uneingeschränkt! Und definitiv diesen Parkplatz. Durch den Hintereingang der Feininger-Galerie ist man in kürzester Zeit am Schlossberg (und dem Platz mit dem Käsekuchen-Café) und auf dem besten Weg in die Altstadt.
 
 
 
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Passt auf euch auf und bleibt gesund!

written by Ingrid
photos taken with iPhone

P.S.: Wie immer könnt ihr die Fotos durch anklicken auf Originalgröße bringen (bessere Qualität) und den Fototext lesen, wenn ihr den Mauszeiger auf das Foto führt.

Papa Luna in Peñiscola oder doch in Avignon?

 
Ihr erinnert euch an den netten älteren Herrn, der im letzten Beitrag in Peñiscola neben Uschi auf den Steinen saß? “Papa Luna” haben wir ja schon öfter mal erwähnt und eure (und unsere) Geschichtskenntnisse aufgefrischt mit Wikipedia-Wissen. Papa (Papst) Luna war einer der Gegenpäpste (pseudopapa, antipapa) zu dem amtierenden in Rom. Zur Aufstellung von Gegenpäpsten kam es, weil sich z. B. das Kardinalskollegium spaltete oder der Kaiser bzw. römische aristokratische Familien in die Papstwahl eingriffen. Im Laufe der Zeit soll es zwischen 25 und 40 Gegenpäpste gegeben haben und einer von ihnen war “unser” Papa Luna. Er hatte übrigens nichts mit dem Mond zu tun, wie sein Name vermuten ließe, sondern hieß offiziell Pedro Martinez de Luna y Gotor oder verkürzt Pedro de Luna. Sein späterer Papstname war Benedikt XIII. Ab 1309 residierten insgesamt sieben von der gesamten Kirche anerkannte Päpste in Avignon und erst Gregor XI ließ sich 1377 zur Rückkehr nach Rom überzeugen (wohin ihn Pedro de Luna begleitete, damals noch als Kardinal). Die französischen Kardinäle (die die Mehrheit im Kardinalskollegium stellten) erkannten dies jedoch nicht an und erklärten den Heiligen Stuhl daraufhin für vakant. Bis 1417 gab es daraufhin einen Papst in Rom und einen Gegenpapst in Avignon, von 1394 an war es Benedikt XIII als Nachfolger des in Avignon im Exil lebenden Papstes Clemens VII. Erst das Konzil von Konstanz (1414-1418) beendete die Spaltung der lateinischen Kirche. Benedikt XIII widersetzte sich der Absetzung durch das Konzil und zog sich, seiner Definition nach immer noch als Gegenpapst, auf die Bergfestung in Peñiscola zurück, wo er im Alter von 90 Jahren (!) starb.

Soweit ein kleiner Teil der verwirrenden Geschichte der lateinischen Kirche des Abendlandes. Hochinteressant, wenn man sich genauer damit beschäftigt und absolut unverständlich bzw. nicht nachvollziehbar aus heutiger Sicht. Oder doch???

Okay, wir sind auf einem sehr schönen Campingplatz ganz in der Nähe von Avignon. Das Städtchen heißt Remoulins, der Campingplatz “La Sousta”. Ein parkähnliches Gelände mit wunderbar altem Baumbestand. Kleine, nicht als solche gekennzeichnete oder abgeteilte Parzellen, die Bäume regeln das. Die große Fläche, auf der wir stehen, ist vermutlich in zwei Plätze unterteilt, aber jetzt in der Nebensaison interessiert das niemanden. Nicht viele Plätze sind für uns anfahrbar, die Bäume!

Platz 90 oder 90+? Und endlich macht sich auch unsere Investition vom letzten Frühjahr bezahlt! Nach unseren Strom-Schwierigkeiten in Palavas-les-Flots hatten wir uns im dortigen Yachthafen bei einem Schiffsausrüster einen Adapter von französischem Stecker auf Euro-Stecker “basteln” lassen. Und ohne den wären wir jetzt auch hier wieder aufgeschmissen gewesen. Wir befinden uns in Frankreich! Hier gehen die Uhren noch etwas anders als in der übrigen Welt, siehe das Toiletten-Foto vom letzten Beitrag. 😉

französisch!!! französisch zu europerfekte Kombi 

Nur wenige hundert Meter von uns entfernt befindet sich das UNESCO-Weltkulturerbe “Pont du Gard”. Erstaunlicherweise kostet der Campingplatz auch in der Hauptsaison nur die Hälfte von dem, was man in Spanien an der Mittelmeerküste bezahlt. Aktuell müssen wir € 15,30 für den Platz incl. 2 Personen bezahlen, Flitzi kostet nichts extra. Für Strom werden noch einmal pauschal € 4,10 fällig. WLAN gibt es, aber nicht kostenfrei, sondern mit € 4/Tag ganz schön happig! Die Dame an der Rezeption klärte uns nicht darüber auf, dass man mit einem Zugang zwar nicht parallel, wohl aber nacheinander online gehen konnte! Also investierten wir noch einmal € 8!

Den Pont du Gard fuhren wir heute als erstes an, aber die Parkplatzpreise ließen uns ganz schnell wieder umkehren. Also erst den Stadtbummel. Danach brachten wir Flitzi auf unseren Platz und liefen die paar Meter zu Fuß, um dann festzustellen, dass nicht nur das Parken kostet, sondern man ohne Eintritt zu bezahlen nirgendwo hinlaufen darf.

Parkgebühren Pont du GardEintritt zu Fuß Pont du Gard 

Die spinnen wohl, die Römer – ähh, die Franzosen! Wir versuchten es noch von der anderen Seite bzw. vom anderen Flussufer aus, gleiches Ergebnis. Und die Gegend ist so waldreich, dass man absolut keine Chance hat, auch nur ein Zipfelchen des Aquäduktes zu sehen!!! Vielleicht hätten wir es uns noch überlegt, aber es war schon 18 Uhr und um 19 Uhr wird der Pont du Gard geschlossen! Früher haben bestimmt die Römer um diese Zeit das Wasser abgestellt! Es bleibt uns also nur, euch einen Link zu, ihr wisst schon, Wikipedia anzubieten: “hier” 😉

Bei Avignon waren wir uns beide nicht sicher, ob wir in früheren Jahren schon einmal hier gewesen waren. Es ist eine sehr schöne und typisch französische Stadt. Rundherum von einer noch vollständig erhaltenen Stadtmauer umgeben, innen sehr mittelalterlich anmutende Gässchen und Straßen. Und wunderschöne, sehr stylische Geschäfte mit Schaufenstern, wie es sie eben nur in Frankreich gibt. Ich mag ja Spanien inzwischen sehr, aber Frankreich ist einfach eine alte Liebe von mir, gewachsen aus etlichen Urlauben in den 80er-Jahren mit Zelt und Hund und 2CV. In Spanien sind alte, verfallende Häuser einfach nur alte, verfallende Häuser, in Frankreich haben auch sie noch einen unerklärbaren morbiden Charme. Und selbst die kleinsten Dörfchen haben Charisma. Auch hier fällt der Putz von den Wänden, sind Häuser unbewohnt, aber da blüht ein Oleander hinter einem rostigen Balkongeländer oder es stehen zwei wackelige Holzstühle und ein kleiner Tisch mit gusseisernem Gestell direkt neben der Straße und laden zum Verweilen ein. Ich habe den Eindruck, dass es den Franzosen wichtiger ist als den Spaniern, auch mit wenigen Mitteln ihre Häuser, Dörfer, Städte ansprechend und schön zu gestalten. Mein Herz schlägt für Frankreich und ich möchte mal wieder länger hier sein als immer nur kurz auf der Durchreise.

À bientôt!

PapstpalastMonument mit iPhone geknipstmit Spiegelreflexkamera aufgenommenDetailAltstadt           

P.S.: Wie immer könnt ihr die Fotos durch anklicken auf Originalgröße bringen und den Fototext lesen, wenn ihr den Mauszeiger auf das Foto führt.

Hafenfest in Duisburg

 
 
Unsere Zeit im Ruhrgebiet ist schon wieder zu Ende! Wir hatten ein wenig Pech mit dem Wetter, es hat viel geregnet und war relativ kalt für die Jahreszeit. Aber wir hatten ja unseren Smartie und sind insgesamt knapp über 1000 km mit ihm unterwegs gewesen. Am liebsten würden wir ihn ja behalten 😉

Gestern waren wir, trotz Regens, in Duisburg und haben uns den neuen Innenhafen angeschaut. Wir wussten nicht, dass dieses Wochenende dort das große Hafenfest mit einer Drachenboot-Regatta stattfindet. Es ist die größte Drachenboot-Fun-Regatta Deutschlands mit 170 Mannschaften und 3500 Teilnehmern, sie findet zum 13. Mal statt und steht im Guiness-Buch der Rekorde. Wir erlebten den Start mit den Ausscheidungskämpfen der Duisburger Schulen. Die Mannschaften hatten so lustige Namen wie: Pustefix, Quietscheente, Powergirls, Red Dragon, Schweinehaufen, Top 13, Gummibärchenbande, Taifun Mercator… Leider sind die Fotos wegen der fehlenden Sonne etwas farblos (außerdem in Ermangelung eines Fotoapparates mit meinem Handy aufgenommen), aber zum Glück hatte wenigstens der Regen aufgehört!

Plan Innenhafen Innenhafen (alter Teil) Innenhafen (neuer Teil) Drachenboot-Regatta (1) Drachenboot-Regatta (2) Drachenboot-Regatta (3) Drachenboot-Regatta (4) Drachenboot-Regatta (5) Drachenboot-Regatta (6) Drachenboot-Regatta (7) Innenhafen mit Lego-Giraffe Viva España

Anschließend sind wir noch in die City gefahren und ich war total positiv überrascht! Ich hatte keine guten Erinnerungen an die Duisburger Innenstadt, aber es hat sich so viel verändert, dass sie mir jetzt ausgesprochen gut gefällt (Uschi auch). Da können meiner Meinung nach weder Bochum noch Essen noch Dortmund mithalten, von Gelsenkirchen wollen wir gar nicht erst reden (sorry, Ulrich+Maria!). Vom hässlichen, grauen, schmutzigen Kohlenpott meiner Jugend ist wirklich fast nichts mehr übrig geblieben! Es gibt sehr viele Landschaftsparks, ehemalige Zechenanlagen sind umgewandelt worden in “Event”-Anlagen, die Zeche Zollverein in Essen gehört ja sogar zum Weltkulturerbe der UNESCO. (Fast) alle Vorurteile, die sich hartnäckig über das Ruhrgebiet halten, sind wirklich nicht mehr haltbar!

Einkaufscenter Duisburg Nana-Adler von vorne Nana-Adler von hinten

Morgen fahren wir dann ein Stück weiter gen Norden bis Rendsburg. Am Mittwoch geht unsere StenaLine-Fähre von Kiel nach Göteborg.