SOG

 
 
SOGDa ich gerade so schön erfolgreich dabei war mit Reparaturen an Oscarlotta, schockierte mich nicht allzu sehr, dass das Entlüftungssystem meiner Toilettenanlage seine Arbeit einstellte. Das passierte nicht von einem Tag auf den anderen, sondern hatte sich durch ein um Sekunden verzögertes Einschalten des Ventilators nach öffnen des Toilettenschiebers über Tage angekündigt. Da dies in der Zeit der extremen Kälte geschah, führte ich es zunächst darauf zurück, natürlich ohne es entsprechend begründen zu können. Die Kälte verschwand, das Problem nicht und eines Tages blieb das Ventilatorgeräusch ganz aus! Ich ging auf die Suche und entdeckte relativ schnell ein loses Stromkabel. Ich fummelte es in die Lüsterklemme zurück und es passierte – nichts! Die Drahtenden waren mir schon etwas kurz erschienen, also schraubte ich die Lüsterklemme wieder auf und versuchte, die Isolierung etwas zu kürzen. Das gestaltete sich schwierig, weil die Kabel sehr dünn sind und ich kein passendes Werkzeug hatte. Mit einer Nagelschere versuchte ich, die Isolierung rundherum einzuritzen und hatte dann erfolgreich die innenliegenden Drähte gleich mit durchtrennt. Erstauntes Smiley Nein, so wollte ich das nicht haben! Zum Glück hatte ich genug Kabellänge zum Nachziehen und irgendwann hatte ich in mühseliger Kleinarbeit die Drahtenden weit genug freigelegt. Ich fummelte – siehe oben – und es passierte: nichts!

SicherungBlöd! Eine im Toilettenstaufach direkt sichtbare Sicherung, von der ich nicht wusste, wofür sie da ist, hatte ich schon ausgetauscht. Von einem früheren Totalausfall, der schon viele Jahre zurückliegt, wusste ich, dass es noch eine Sicherung im allgemeinen Sicherungskasten gibt. Die hatten wir damals nämlich gesucht und nicht gefunden und erst ein Telefonat mit der Herstellerfirma von Oscarlotta ergab, dass diese Sicherung zur Beleuchtungsgruppe 3 gehört bzw. als solche beschriftet ist! Da kommt man ja nicht drauf! Verwirrtes Smiley Diese Sicherung war allerdings sichtbar in Ordnung. Jetzt blieben zwei weitere mögliche Ursachen, der Ventilator samt Motor und ein Mikroschalter. Ich machte Fotos, mit der Selfie-Kamera meines iPhones, denn die gesamte Mechanik befindet sich an der Decke des nicht besonders hohen Staufaches (so hoch wie die Toilettenkassette) und nur so konnte ich, wenn auch nur so gerade, sehen, was ich da fotografiere. Ich fand keinen Mikroschalter! Uschi sagte mir, dass dieser bei ihr schon einmal abgebrochen war und sie ihn ersetzen musste und sie beschrieb mir, wie er aussieht. Abgebrochen konnte er bei mir nicht sein, dann hätte ich ihn im Staufach gefunden. Ich drehte ein wenig an dem Hebel, der beim Einschieben der Kassette den Schieber zum Öffnen und Schließen der Kassette betätigt und siehe da, auf den neuen Fotos erschien der Mikroschalter! Er sah unbeschädigt aus und funktionierte offensichtlich. Also doch der Ventilator?

MikroschalterMikroschalter

Ich begab mich auf die Internetseite der Firma SOG. Diese Firma hat in den 1990er-Jahren, soweit ich weiß, als erste am Markt, eine Möglichkeit entwickelt, fest verbaute Campingtoiletten ohne den Einsatz von chemischen Zusätzen geruchsfrei betreiben zu können. Mit meinem ersten Wohnmobil bin ich 1998 extra nach Löf an die Mosel gefahren, um dieses System am Firmensitz nachrüsten zu lassen. Es war damals ein noch ganz kleiner Familienbetrieb. In Oscarlotta haben wir es natürlich schon direkt bei der Bestellung mitgeordert, vielleicht wurde es auch schon serienmäßig verbaut, das weiß ich nicht mehr genau. In all den Jahren hat mich/uns diese Art der chemiefreien Toilettennutzung absolut überzeugt. Das Prinzip ist, verkürzt beschrieben, dass Gerüche aus der Toilettenkassette bei der Benutzung der Toilette mit geöffnetem Schieber durch das automatische Einschalten des verbauten Ventilators durch einen Aktivkohlefilter nach außen geleitet werden. Diesen sollte man einmal pro Jahr austauschen. In meiner „Frieda“ hatte ich in 11 Jahren kein einziges Problem mit diesem System und in den letzten 14 Jahren in Oscarlotta war, wie gesagt, einmal die Sicherung durch. Das spricht für Qualität! Auf der Firmenseite fand ich die Möglichkeit, entweder einen neuen Lüfter zu bestellen oder den alten zur Überprüfung einzuschicken und einen neuen im Austausch zu bekommen. Der Preisunterschied beträgt ca. 20 Euro. Auf den Produktfotos war zu sehen, dass die Kabel nicht mehr in Lüsterklemmen gesteckt werden, sondern in „modernen“ Steckverbindungen sitzen. Ich schickte eine eMail und fragte an, ob man mir bei Austausch des Lüfters zwei zusätzliche Steckverbindungen mitschicken könne, weil diese ja mit meiner Lüsterklemme nicht kompatibel sind. Umgehend kam die Antwort, dass das kein Problem sei. Ich entschied mich für die Austauschvariante, führte Kauf und Bezahlung durch und brachte meinen Lüfter auf den Postweg, versehen mit der beim Kaufvorgang erstellten Auftragsnummer und vorsichtshalber noch einmal mit der Bitte um zwei weitere Steckverbindungen. Als Lieferadresse gab ich die Packstation an, die ganz in der Nähe des Stellplatzes hier ist. Montags wurde mir der Eingang meines Lüfters bekanntgegeben und die Versendung des neuen. Ich hatte darum gebeten, mir doch bitte mitzuteilen, ob der alte Lüfter wirklich defekt ist, weil ich gerne wissen wollte, ob das Versagen der Entlüftungsanlage nun wirklich an ihm lag. So ganz verständlich war mir die Variante mit dem Austausch nicht, bzw. warum es diesen Preisunterschied gab. Es hieß zwar, der eingeschickte Lüfter werde überprüft, aber offenbar wurde ja nicht er wieder zurückgeschickt, repariert oder nicht, sondern ein Austauschmodell. Bereits am übernächsten Tag erhielt ich eine Benachrichtigung von DPD, dass mein Paket zur Abholung bereit liegen würde, allerdings stand nicht dabei, wo. In der DHL-Packstation konnte ich es nicht abholen, wie sich herausstellte. Ein junger DHL-Angestellter, der mir zufällig über den Weg lief, erklärte mir, wo ich hin müsse. Da ich am nächsten Tag sowieso in die Stadt wollte, verschob ich die Abholung. Am nächsten Mittag rief Uschi mich an und erklärte, mein Päckchen sei bei ihr in Lauterburg angekommen!!! Enttäuschtes Smiley Bei der Bestellung hatte ich als Lieferadresse eindeutig die Packstation hier angegeben und die war in der Auftragsbetätigung auch so angeführt. Auf der Verpackung meines zurückgeschickten Lüfters war automatisiert (App von Hermes) als Absenderadresse Lauterburg angegeben. Nun würde ich mal sagen, dass die Lieferadresse des Kaufabschlusses gilt, da hatte also wieder einmal jemand nicht gründlich genug gearbeitet. Aber immerhin waren die zwei zusätzlichen Steckverbindungen im Paket und auf der Rechnung stand der kurze Vermerk „Lüfter defekt“. Uschi packte um, legte meine aufgelaufene Post mit dazu und zwei Tage später konnte ich alles abholen, diesmal richtig in der Packstation.
 
Ich sammelte alle Werkzeuge zusammen, die ich brauchen würde und machte mich draußen daran, die dünnen, mehradrigen Käbelchen in die zwei Steckverbindungshülsen zu friemeln und dort zu befestigen. Das war gar nicht so einfach! Es kam mir sehr zugute, dass ich Erfahrung im Schmuck basteln und die entsprechend kleinen Zangen habe. Irgendwann konnte ich alle vier Stecker paarweise miteinander verbinden und den Lüfter wieder festschrauben. Ich war ziemlich durchgefroren und wappnete mich für die Enttäuschung, dass der Ventilator NICHT laufen würde. Ich war nämlich alles andere als überzeugt, dass meine Bemühungen Erfolg haben würden. Wasserpumpe einschalten, Toilettenschieber öffnen * Trommelwirbel * Ventilator LÄUFT!!! Ungläubiges, aber sehr freudiges Erstaunen! Smiley mit geöffnetem Mund

Am nächsten Tag lief der Ventilator nicht mehr!!! Mist, Mist, Mist! Zum Glück hatte sich nur ein Kabel aus der Steckverbindung wieder gelöst. Die auf der Seite des neuen Lüfters sind verlötet, meine konnte ich nur klemmen. Diese Klemmen wieder aufzubiegen gelang mir nur mangelhaft und letztendlich habe ich alles mit Isolierband verklebt. Bis jetzt funktioniert es!!!

altne

Noch ein Tipp zum Schluss: Das SOG-Entlüftungssystem verhindert wirklich erfolgreich die Entstehung von Gerüchen während der Toilettenbenutzung. Beim Entleeren der Kassette riecht es dann aber natürlich nicht ganz so angenehm. Um auch das zu verhindern, hilft die Zugabe von „Ammovit“ direkt in die entleerte Kassette. Dies ist ein biologisch abbaubares Produkt, das überwiegend in der Landwirtschaft bei der Gülleaufbringung verwendet wird. Zu kaufen ist es in einigen Baumärkten in der Gartenabteilung oder im Internet. Ist nicht ganz preiswert, hält aber ewig, da man für jede Kassettenfüllung nur einen kleinen Messlöffel voll braucht. Unbedingt empfehlenswert, auch wenn man kein SOG-System hat. Ich denke, dass man sogar die Zugabe von chemischen Mitteln, die ja nicht gerade zuträglich für die Umwelt sind, damit ersetzen kann. Es bindet nämlich nicht nur Gerüche, sondern zersetzt auch. Aufpassen muss man nur, wenn man das Mittel über die Toilettenschüssel in die Kassette gibt. Man muss vorsichtig hantieren oder sofort nachspülen, da Ammovit weißes Plastik gelb verfärbt.

written by Ingrid
photos taken with iPhone

P.S.: Wie immer könnt ihr die Fotos durch anklicken auf Originalgröße bringen (bessere Qualität) und den Fototext lesen, wenn ihr den Mauszeiger auf das Foto führt.

Schwarzer schmieriger Schmodder

 
 
Von jetzt auf gleich lief das Wasser aus dem Küchenspülbecken nicht mehr ab! Erstauntes Smiley Nichts hatte das angekündigt, es war kein schleichender Prozess, es passierte von hundert auf null. Immer schon sind wir sehr vorsichtig mit allem, was in den Ausguss gelangt, nicht nur, weil das Abwasserrohrsystem in einem Wohnmobil eben anders ist als in einem Haus, sondern auch, weil das Abwasser nicht direkt in der Kanalisation landet, sondern als Zwischenschritt zunächst in einem Abwassertank. Und was sich in dem im Laufe der Zeit so als Bodensatz ablagert, hatte ich vor zwei Jahren erfahren, als bei einer Verstopfung zwischen Tank und Ablassrohr nichts mehr ging und ich den Inhalt des Tanks ausschöpfen musste und letztlich per Aufnehmer trockenlegte. Schwarzer schmieriger Schmodder!!! Das periodische Säubern und Durchspülen des Abwassertanks ist eine Tätigkeit, die man (ich) gerne vor sich herschiebt, bedarf es dazu doch einer über längere Zeit freien Entsorgungsstation und eines langen Schlauches und einer Schräglage des Wohnmobils in Richtung des Abwasserrohres, das aus dem Tank herausführt. Was bedeutet, dass man auf der richtigen Seite auf Keile fahren muss. Der Abwassertank in Oscarlotta ist gut zugänglich, über eine Klappe im Fußboden des Wohnbereiches und einen Schraubverschluss, durch den man in den Tank hineingreifen kann. Um in alle Ecken zu gelangen, benötigt man allerdings Reinigungsgeräte mit Teleskopstielen, die aber wiederum nicht zu groß sein dürfen, damit sie überhaupt durch den Tankdeckel passen. Ihr versteht sicher, warum das keine allzu beliebte Tätigkeit ist? Nach der damaligen Verstopfung war der Abwassertank fast so sauber wie beim Einbau und nach mehrmaligem Stochern von innen und von außen mit einer langen Bürste, die eigentlich für Heizungslamellen gedacht ist, lief wieder alles.

AbwassertankAbwassertank

Diesmal war die Verstopfung auf der anderen Seite des Abwassertanks, also im Zulauf, bloß wo? Vor Monaten hatte ich, von einer Werbeanzeige inspiriert, ein Reinigungstool für die Spül- und Waschbeckenausgüsse gekauft, eine Art Bürstchen, ähnlich der „kratzigen“ Seite eines Klettverschlusses, befestigt an einem starren Plastikdraht. Das Bürstchen passte so gerade eben durch die Löcher meiner fünf Ausgüsse in Dusche, Badezimmer, Doppelspüle und Herd. Ich arbeite mich in dieser Reihenfolge durch und bereits im linken Becken der Spüle riss das Bürstchen ab und verschwand unerreichbar in der Tiefe. Mist! Ich entleere das Abwasser, wenn ich länger irgendwo stehe, per Eimer und jedes Mal hoffte ich, dass das Bürstchen mit herauskommen würde. Tat es aber nicht. Also war zu befürchten, dass es irgendwo, vielleicht im Syphon, steckengeblieben sein würde und alle Haare, Seifen-, Zahnpasta- und Spülwasserreste an sich binden würde. Ich rechnete also schon lange damit, dass irgendwann nichts mehr gehen bzw. fließen würde. Insofern überraschte mich lediglich, dass es so abrupt geschah. Es war abends und ich beschloss, zunächst über Nacht H11 einwirken zu lassen, ein Mittel, mit dem ich auch regelmäßig die Reinigung des Frischwassertanks und aller Leitungen erledige. Der Erfolg war allerdings gleich null. Also kam mein „Pümpel“ zum Einsatz. Der stammt noch aus Wohnungszeiten und hatte mir schon in meinem ersten Wohnmobil das eine oder andere Mal aus der Verlegenheit geholfen. Ich verschloss jeweils ein Spülbecken und pümpelte, zunächst vorsichtig, dann immer energischer, je weniger passierte. Es kam zwar viel Dreck von unten, aber es machte nicht „plopp“. Enttäuschtes Smiley

Verstopfung Immer, wenn ich einen Stöpsel wieder zog, floss die dreckige Brühe vom einen Becken in das andere. Irgendwann fiel mir siedendheiß ein, dass im Herd ja auch ein Ausguss ist und natürlich stand die gesamte Kochmulde schon voll mit schmierigem schwarzen Schmodder. Prima! Trauriges Smiley Da hatte ich doch endlich einen Grund, den Herd mal wieder richtig sauber zu machen, inklusive des Abschraubens der Brennerdeckel. Ab jetzt wurde es schwierig, denn zwei Ausgüsse zu verschließen und gleichzeitig zu pümpeln erfordert eigentlich vier Hände. Wenn alle Ausgüsse offen sind, pümpelt man nur zwischen diesen hin und her. Wenn man die Stopfen in den Ausgüssen nicht festhält, ploppen sie durch den Druck, der beim Pümpeln entsteht/entstehen soll, sofort wieder hoch. Da ich dummerweise nur zwei Hände habe und die Füße nicht wirklich einsetzbar waren, stapelte ich schweres Gerät auf dem verschlossenen Herdausguss und pümpelte einhändig. Das Dreckwasser lief gut hörbar vom rechten Becken zum verschlossenen Herdausguss, erschütterte den Turm darüber, kam zurück und floss in das linke Becken, sobald ich den Stopfen dort entfernte. Und umgedreht! Verwirrtes Smiley Ich pümpelte über Stunden, mit Erholungs- und Kaffeepausen und kurz vor Feierabend rief ich beim Caravancenter in der näheren Umgebung an. Eine freundliche Telefonistin verband mich mit der Werkstatt. Ein Mann hörte sich mein Problem an und teilte mir dann mit, dass er keine freien Kapazitäten habe. Keine freien Kapazitäten für einen Notfall??? Nein, er habe jede Menge Reparaturen. Ja, aber, versuchte ich einzuwenden, im Moment könne doch sowieso niemand fahren, dann wäre es doch vielleicht nicht so schlimm, wenn der eine oder andere Kunde etwas länger auf sein Mobil warten müsse? Er müsse auch noch sehr viele Wohnmobile für die Auslieferung fertigmachen und dann wörtlich: „Das muss ich jetzt mit Ihnen nicht diskutieren!“ WOW! Erstauntes Smiley Damit hatte er mich ausgeknockt. Es fiel mir nicht mehr ein, ihm meine besondere Lage zu schildern, nämlich, dass ich in meinem Mobil lebe und es durchaus unangenehm ist, wenn man verstopfte Leitungen hat. Immerhin ließ er sich noch dazu herab, zu bemerken, dass in einem Wohnmobil die Leitungsrohre in der Regel nicht geklebt, sondern nur gesteckt sind.
Ich entfernte die zwei Schubladen und das untere große Auszugsfach unter der Spüle und machte Fotos. Uschi ermutigte mich am Telefon, es selbst zu versuchen. An dem Tag schöpfte ich aber nur noch das Dreckwasser aus den beiden Becken. Mein Glück war, dass das Waschbecken im Bad eine eigene Abwasserleitung hat, die unabhängig von den beiden Spülen und dem Herd auf direktem Weg zum Abwassertank führt. So war zwar alles etwas umständlicher, aber machbar, ohne dass ich mein Brauchwasser zur Tür hinaus schütten musste.

UntergeschossVerrohrungVerrohrung

WaschtagAm nächsten Tag schien endlich mal wieder die Sonne und ich beschloss, zum Waschsalon zu gehen. Das hatte ich schon seit geraumer Zeit vor und jetzt kam es mir gerade recht. Der Gärtner, mit dem ich mich noch kurz unterhielt, meinte allerdings, dass er glaube, dass der Waschsalon pleite sei, er habe Schilder in den Fenstern gesehen, sei sich aber nicht ganz sicher. Ich packte meine Schmutzwäsche auf meine Karre und stiefelte los, gewappnet dafür, unverrichteter Dinge wieder zurücklaufen und Handwäsche machen zu müssen. Aber ich hatte Glück! Während die Maschine lief, ging ich kurz zum Bäcker und wunderte mich, dass niemand von den Menschen, die durch die Fußgängerzone liefen, mehr einen Mundschutz trug. Nein, müsse man nicht mehr, erfuhr ich in der Bäckerei, nur noch bei Markttagen auf dem Marktplatz. Den Trockner sparte ich mir, der hatte beim letzten Mal zwar mein Geld genommen, war aber nicht gestartet. Die Bettwäsche und ein paar Kleidungsstücke konnte ich am Stellplatz draußen trocknen, den Rest verteilte ich in Oscarlotta. Bis ich ins Bett ging, war alles trocken. Smiley

Für den nächsten Tag hatte ich keine Ausrede mehr! Ich deckte das Loch in den „Untergrund“ mit einer der Spülen-Abdeckplatten zu, stellte einen Eimer darauf und schraubte todesmutig den Ausguss des rechten Spülbeckens los. Ja, die Rohre waren nur gesteckt! Schon das erste Knie war voll mit schwarzem schmierigen Schmodder und als ich Wasser vom linken Spülbecken abfließen ließ, tauchte, na was wohl auf? Richtig, ein ehemals gelbes Reinigungsbürstchen.

neu und gebrauchtneu und gebraucht

Rohrstück für Rohrstück arbeitete ich mich vor, in Richtung Syphon, der lediglich ein U-förmig gebogenes Rohr ist und in dem ich den Verursacher des Dilemmas vermutete. An den kam ich von unten aber nicht mehr heran, so weit konnte ich in den Spülen-Unterbau nicht hineinkriechen. Die Konstrukteure bei Niesmann und Bischoff hielten es wohl für eine gute Idee, hinter die Spülbecken in der Küche zwei riesige Abfallbehälter zu platzieren, eingehängte Plastikboxen mit Henkeln, die durch eine Klappe aus dem Material der Küchenarbeitsplatte verschlossen werden. Völliger Quatsch, denn den Platz auf den Klappen braucht man für Kaffeemaschine, Thermoskanne etc., die man ja nicht dauernd beiseite räumen will und außerdem würde der Abfall anfangen zu riechen, wenn man ihn nicht jeden Tag entsorgen würde. Diese Abfallbehälter haben wir von Anfang an einfach als zusätzlichen Stauraum genutzt für Küchenartikel, die nicht so oft genutzt werden. Da sich darunter noch jede Menge weiterer ungenutzter Stauraum befindet, stehen dort immer schon zwei verschließbare Plastikbehälter, die genau durch die Öffnung passen und die man mit einem verknoteten Bindfaden nach oben ziehen kann. Das wäre übrigens der perfekte Ort für Wertgegenstände! Für den Einbrecher, der hier mitliest, die Boxen sind inzwischen leer! Auf eine stellte ich den Wischeimer, die andere wanderte in den Untergrund.

SyphonVorsichtsmaßnahme

Ich brauchte einen Tritthocker und legte mich bäuchlings auf die Küchenarbeitsplatte bzw. quer über die Spüle, anders kam ich an den Syphon nicht heran. Er ließ sich, wie alle Rohrstücke bisher, problemlos abdrehen (ich hatte mir Gummihandschuhe angezogen, weil die nicht so rutschig sind wie trockene Hände) und er enthielt zwar einiges an Dreck, war aber nicht völlig zu. Jetzt blieb nur noch das Fallrohr übrig, das senkrecht an der Wand entlang lief und dann um 90 Grad abgeknickt über den Fußboden zu dem Rohr, was vom Waschbecken im Bad kommt und dann weiter zum Abwassertank läuft. Nach Abschrauben des letzten Knies war klar, dass dieses Fallrohr RESTLOS zu war! Erstauntes Smiley

Syphon wegDer Kern des Übels

Jetzt brauchte ich aber erst einmal eine Pause mit Kaffee und Kuchen!!! Ich schüttete vorher noch etwas H11 von oben in das Rohr, es schäumte auch ordentlich, aber der Schaum tropfte lediglich oben wieder heraus. Erzürnt

UnordnungRohre sauberKaffeepause

Nach meiner Kaffeepause löste ich das Knie zur querlaufenden Badezimmer – Abwassertankleitung und da war dann zweifelsfrei klar, warum kein Wasser aus der Küche mehr ablaufen konnte und es oben nur schäumte: Der gesammelte Dreck aus 14 Jahren hatte sich dort abgelagert. Erstauntes Smiley

OHA!!!

EndstationDas Stochern von unten mit einer Spiralbürste förderte den ersten schmierigen schwarzen Schmodder zu Tage, der in die Box plumpste. Oben war immer noch alles dicht. Womit könnte ich stochern? Meine Abwassertankreinigungsbürste fiel mir ein, die ist ungefähr einen Meter lang. Aber würde sie vom Umfang her in das Rohr passen? Sie passte so gerade! Gaaanz vorsichtig schob ich sie von oben hinein und kam bis zum Knick. Gaaanz vorsichtig zog ich sie wieder heraus. Sie war voll mit schwarzem schmierigen Schmodder! Im Eimer sauber machen und ein zweiter Durchgang. Und plötzlich platschte ein riesiger Dreckflatschen in die untergestellte Box!!! Geschafft! Ich stocherte noch ein paarmal aus beiden Richtungen, ließ zwischendurch immer wieder reichlich Wasser durchlaufen, bis klar war, dass das Rohr sauber ist. Was war ich froh! Smiley mit geöffnetem Mund

Eigentlich wollte ich für den Tag Schluss machen und den Zusammenbau auf den nächsten Tag schieben. Ich war nämlich einigermaßen geschafft, das lange Knien bekommt mir nicht mehr so gut. Aber nachdem ich zu Abend gegessen hatte und mich mein Chaos die ganze Zeit anlachte, konnte ich doch nicht an mich halten. Ich stellte mein Tablet so auf, dass ich gleichzeitig meine Freitagsabendtalkshow sehen/hören (liebgewordene Tradition seit Jahrzehnten) und arbeiten konnte. Um Mitternacht war ich fertig. Vor allem beim Zusammenbauen der Syphoneinzelteile war ich froh, dass ich Fotos gemacht hatte und ich brauchte alle meine Muskelkraft, um alle Rohrstücke bis zum Anschlag ineinander drehen zu können. Ein Wasserprobelauf ergab keine Undichtigkeiten! Vorsichtshalber ließ ich die Unterschrankschubladen noch draußen, um am nächsten Tag noch einmal alles über einen längeren Zeitraum genau beobachten zu können. Es blieb alles gut! Verliebt

ChaosFERTIG!FERTIG!FERTIG!

Fazit: Viel Geld gespart, viel Wartezeit in einer Werkstatt vermieden, viel gelernt, viel getraut. Zugetraut hatte ich mir das am Anfang absolut nicht, es dann wirklich allein geschafft zu haben, ist ein verdammt gutes Gefühl!
Weiteres Fazit: Das Wasser aus meinen Kaffeekapseln drücke ich nicht mehr in der Spüle aus, sondern in einem Becher und schütte die mit Kaffeesatz vermischte Flüssigkeit dann in die Toilette. Dies war zwar nicht die eigentliche Ursache der Verstopfung, hat aber sicher dazu beigetragen. Die nächsten 14 Jahre werde ich jetzt wohl hoffentlich Ruhe haben!
Cooles Smiley

Spülbecken

written by Ingrid
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Das Ende der Sommerfrische naht…

… und der Beginn der nächsten Reise rückt langsam näher.

Der Sommer auf der Schwäbischen Ostalb war insgesamt warm und sonnig. Wir hatten bis heute keine Unwetter. Die paar kühleren feuchten “Höhlentage” haben wir wie folgt genützt: Blogserie schreiben, Schapps räumen, Oscarlotta innen wieder richtig fein machen, notwendigen Papierkram erledigen, stricken, häkeln, Computer aufräumen, Ingrid hat ihrem Läppi noch einen neuen Arbeitsspeicher verpasst und sich mit diversen Telefon- und Navi-Anbietern rumgeschlagen, worüber sie ja schon ausführlich berichtet hat, bügeln, Kuchen backen, Lebensmittelbestände überprüfen und Einkaufsliste erstellen, usw.

Die wirklich überwiegenden Sonnentage wurden natürlich anderweitig ausgefüllt. Damit wir am Ende unserer Sommerzeit hier nicht in Stress geraten – mögen wir gar nicht – haben wir die schon vor längerer Zeit erstellte TO-DO-Liste Punkt für Punkt je nach Lust und Laune abgearbeitet. Es blieb trotzdem genug Zeit für im Schatten oder auch in der Sonne sitzen und lesen, stricken, mit Freunden bei Kaffee und manchmal auch Kuchen klönen (unser Nespresso ist sehr beliebt) oder auch mal Sudokus lösen und ab und zu ein Eis “schlotzen” (schwäbischer Ausdruck für schlecken).

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(Ich wünsche mir von Herzen, dass ihr mit dem Mauszeiger auf JEDES Foto fahrt, damit ihr meine kleinen versteckten Textgags dahinter auch findet! ) Kuss senden 

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Die größeren vorbereitenden Aktivitäten waren bisher:

1. Ingrids Hänger säubern

vorhervorherVorbereitungenVorbereitungenVorbereitungenWasser marsch!

Dach schrubbenAuffahrkeile zweckentfremdetDach schrubbenSeitenwände schrubben

Alles

wiedersauber!

2. unser Blechhäuschen wieder neu abdichten und 3. diese beiden feststehenden Teile von Busch- und Baumästen freizuschneiden.

 

Oscarlottas Dach war die nächste Aktion:

Heute geht's auf's Dachhochhinausdem Himmel nah!

Zuerst habe ich unsere Dichtfuge zwischen GFK–Frontmaske und Aludach mit Teerdichtungsband (7,6 cm breit, selbstklebend mit Alubeschichtung) sauber abgeklebt.

ArbeitsutensiliensauberleHerr (H)auberle!

Die “Barfußzehen” gehören mir! Flirten - Mann

Da noch ungefähr 7m von der 10m-Rolle übrig waren, wurden gleich noch bei den zwei neuen Luken, die mit einer bestimmt guten, aber schwarzen klebrigen Dichtungsmasse von den Polcher “Spezialisten” verfugt wurden, die Dichtfugen verschönert. Dazu habe ich das Dichtungsband der Länge nach halbiert und rund um die Luken das “teerige”, klebrige “Etwas” überklebt.

Anschließend habe ich die Luke über dem Bad abgebaut und Ingrid hat sie wieder schön sauber geschrubbt. Ich liebe die Luken, die abzuschrauben sind! Deswegen haben wir jetzt wieder vier Luken zum Abschrauben (die zwei neuen Luken waren noch ohne Schrauberei sauber zu kriegen, so wie die Ventilator-Regenwächter-Luke auch). Die Klimaanlage und die Satellitenschüssel waren auch noch dran. Das Putzen des “Heki” (großes Dachfenster über dem Bett) war dann wie immer meine absolute Lieblingsarbeit auf dem Dach. Trauriges Smiley  Danach war es auch schon fast geschafft. Mit Seifenlauge im Eimer und Fußbodenwischer (der mit dem roten Stiel mit diesem roten klappbaren Fußteil, wo man dann einen rotweißen “Überzieher” nach jedem Auswaschen im Eimer wieder drüberziehen kann Smiley mit herausgestreckter Zunge ) waren die Solarplatten und der Rest des Daches relativ flott erledigt. Abschließend treffe ich die Feststellung, dass wir ganz schön viel “Kruscht” auf dem Dach haben.

von hinten nach vornevon vorne nach hinten

Das Vorratsabteil im Bauch von Oscarlotta ist zwischenzeitlich auch erledigt, uff!!!

Das muss alles wieder reinschaun wir malPASST!!!

In den nächsten Tagen räumen wir noch die Heckgarage aus und nach gründlicher Säuberung aller Kisten und sonstigen Einbauten wieder neu ein..  

Ansonsten haben wir diverse Arztbesuche erledigt, TÜV und Kundendienste mit “Großer” und “Kleinem” hinter uns gebracht, außerdem wurden auch schon Dinge gebunkert, die wir in Spanien nicht bekommen können.

Die restlichen Außenputzarbeiten an Oscarlotta schiiieeeben wir geeerne noch ein bisschen vor uns her Richtung Abfahrt und möglichst auf einen (nur einen) bedeckten Tag zur Not im oder besser nach einem Regenwolke schauer.

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Heute ist schon Freitag (15.8.), draußen ist es kalt, Heizung läuft. Wir haben vor ein paar Tagen spontan entschieden, unseren Pflegehund Jule am Montag/Dienstag persönlich nach Berlin zu fahren. Ihr Frauchen und Herrchen haben dort (wegen 3 Enkeln) einen Dauerstellplatz auf einem Campingplatz und möchten einen kleinen Vorbau vor dem Wohnwagen aufbauen. Außerdem muss die schulpflichtige Enkelin nach 3 Wochen bei Oma und Opa wieder zurück nach Berlin. Der an sich große Pkw soll vollgepackt werden mit den  für den Vorbau nötigen Materialien und Werkzeug, um nicht mit zusätzlichem Hänger die anstehenden 568km mit 80km/h bewältigen zu müssen. Aber dann bleibt kein Plätzchen mehr für Jule übrig. Da passt es gut, dass wir hier dem drohenden Lagerkoller entfliehen möchten und so einfach mal nach Berlin fahren. Da die Entscheidung erst Anfang der Woche gefallen war, mussten wir uns mit unseren noch anstehenden Arbeiten etwas sputen. Es sollte hier alles schon so gut wie fertig für den Winter und auch die Spanienvorbereitungen fast erledigt sein. Alles hat geklappt. Oscarlotta ließ ich (im Ölzeug) tatsächlich noch eine Regenwagenwäsche angedeihen und in der Heckgarage ist seit gestern auch alles wieder sauber und an seinem Platz. Selbst unser “Tommie” spielt wieder mit! So kann es am Montag losgehen gen Berlin, Stellplätze unterwegs werden uns ja jetzt angezeigt, Navi-Wolfgang sei Dank für den Tipp und Ingrid sei Dank für die Installation. (Nichts für Anfänger Verwirrtes Smiley )

Weitere Berichte und Fotos zu unseren Unterwegserlebnissen und die weiteren Pläne folgen die Tage.

Wir wünschen allen Bloglesern ein schönes Wochenende und  einen sonnigen Urlaub allen, die zur Zeit Urlaub haben!

Spezielle Grüße gehen an unsere Niños! Wir wünschen euch wunderschöne Tage mit “Oscar” an der deutschen Küste. SonneHerzSonne

written by Uschi

P.S.: Wie immer könnt ihr die Fotos durch anklicken auf Originalgröße bringen und den Fototext lesen, wenn ihr den Mauszeiger auf das Foto führt.

“Schönheitskorrekturen” an Oscarlotta

 
 
Am vorletzten Sonntag fuhren wir die letzten 150 km bis nach Polch. “Warum nach Polch und was ist das denn für ein Nest und wo ist das überhaupt?” fragt sich jetzt sicher so mancher unserer Blogleser.

Ich erzähle es euch: Unsere Oscarlotta ist ein “Flair” von Niesmann und Bischoff mit Firmensitz in eben diesem Polch. Das eigentlich unspektakuläre Städtchen liegt 3 km entfernt der Ausfahrt 7 an der A48 Koblenz Richtung Trier.

Polch ist aber für viele Wohnmobilisten absolut einen Stopp wert, weil: Man kann bei verschiedenen Händlern gaaanz viele verschiedenste Womos kucken und auch Zubehör kaufen, alles fußläufig erreichbar vom kostenlosen, leider oft schon mittags vollen, Stellplatz. Aber ein langer Straßenrand ist ja auch noch da. Es steht noch ein extra angelegter und eingezäunter Stellplatz zur Verfügung, allerdings NUR für Kunden mit Werkstatttermin, steht zwar groß auf einem Schild an der rechten Seite der Einfahrt, aber…! Die Ver- und Entsorgungsstation findet man  außerhalb des Firmengeländes, sie ist sehr gut anzufahren. Für Schleckermäulchen mit Bewegungsdrang gibt es in der Nähe des Stellplatzes eine alte Bahntrasse, die heute als Rad- und Fussweg dient. Die süße Belohnung für hinterher kann man im Fabrikverkauf von “de Beukelaer” bunkern.

Schon im November letzten Jahres zeichnete es sich ab, dass im Frühling Polch unser erstes Ziel in Deutschland sein würde. Wir hatten uns nach längerem Überlegen dazu entschlossen, unserer Oscarlotta ein REFIT (gängiger Begriff bei Schiffseignern bezüglich notwendiger oder einfach gewünschter Um- und Ausrüstungsarbeiten) zu gönnen.

Es wurde eine umfangreiche Liste: u. a. zwei neue Aufstellluken im Dach anstelle der nicht mehr funktionstüchtigen Luken zum Aufkurbeln (Ärgernis seit langer Zeit). Die neue Dachklimaanlage, die anstelle der dritten kaputten Luke eingebaut werden sollte, stand nach den guten Erfahrungen im letzten Jahr in USA und Kanada auch auf unserem Wunschzettel,

das fliegt nicht wegder Sommer kann kommen4 Solarplatten sind auch noch da oben versteckt

sowie eine neue Matratze für unser Heckbett (die 7 Jahre alte hatte schon eine sehr wellige unbequeme Oberfläche). Außerdem stand das Auswechseln der Buglichter an, denn: Das linke Birnchen hatte schon lange einen Wackelkontakt und dem rechten Positionslicht war der durchsichtige “Deckel” irgendwann mal unbemerkt abhanden gekommen. Buglichtchen ganz oben in den EckenIch hatte das “nackte” ungeschützte Lämpchen letztes Jahr schon mit einem auch durchsichtigen Schraubdeckel eines Apfelsaft-Tetrapacks versehen. Diese doch recht eigenwillige mit Tape geklebte Konstruktion wurde beim TÜV nicht entdeckt und schützte das funktionierende Birnchen zuverlässig ein ganzes Jahr. Dazu noch Folgendes: Ich hätte diese vermaledeiten Positionslichtchen (wir fahren die neuen Einbausätze seit gefühlt einer Ewigkeit spazieren) schon längst RICHTIG ausgetauscht, aber es war auch nach Ansicht aller anderen von mir befragten Wohnmobilisten fast bis gar nicht möglich. Die Reparateure in Polch haben es nun auf ihre (für mich brachiale Art) geschafft (Werkstattgeheimnis). Hoffentlich leuchten sie jetzt ganz lange Zeit! 

wieder ordnungsgemäß genietetDa uns im Herbst schon das zweite Mal ein Scharnier an der großen Seitenklappe der Heckgarage festgefressen war, mussten wir es austauschen. Ein Ersatzscharnier hatten wir in Spanien dabei, aber in Ermangelung von Nieten und der dazugehörigen Zange wurde es nach mühseligem Ausbohren der Nieten kunstvoll verschraubt. DANKE RUDHARD für deine Hilfe bei dieser Aktion!

Die am längsten (nämlich 7 lange Jahre!) bestehende Baustelle war – bis Dienstag, 6. Mai – unsere (einzige) Tür. “Peter” (der wichtigste Mann der Crew für uns) hat das geschafft, was nicht einmal die Mitarbeiter der Herstellerfirma in drei Versuchen geschafft haben: Unsere Eingangstür lässt sich ab jetzt mit einer Hand öffnen und schließen, ohne dass sie vom Rahmen gebremst wird. Sie schließt mit einem kaum hörbaren schmatzenden Geräusch und wir glauben immer nicht, dass sie wirklich schon zu ist. 😉 Außerdem können wir zwischen Tür und Rahmen bei geschlossener Tür nicht mehr nach draußen schauen und kalte Luft nicht mehr nach drinnen ziehen, herrlich!

Einen Werkstatttermin bei den “Niesmännern” für den 5. Mai zu bekommen, war im November noch kein Problem, die Bestätigungsmail kam postwendend.

Ein halbes Jahr später in Polch:

Wir bekamen am Sonntag, 4. Mai, am Nachmittag ohne Probleme auf dem “VIP”- Stellplatz ein Übernachtungsplätzchen und es blieb noch Platz für zwei weitere “berechtigte” Fahrzeugbesatzungen. Es stand diesmal nämlich kein “Nicht-Kunde” auf dem Platz.

Am Montagmorgen 7:20, in Worten: sieben Uhr und zwanzig Minuten! (für uns eigentlich lange vor dem Aufstehen), stehen wir vor dem großen Tor für Werkstattkunden. Pünktlich um halb acht geht das Tor für uns auf und wir werden in eine Werkstatt-Box eingewiesen. Nach ausführlicher Besprechung der anstehenden Arbeiten mit der uns zum Teil schon bekannten Crew machten sich die Mannen an’s Werk und wir konnten erst mal frühstücken gehen, übrigens ist die Bäckerei in 200m Entfernung gut sortiert. Anschließend machten wir es uns in der “Lounge” bei für Kunden kostenlosem N24-TV, Kaffee, Wasser und WLAN bequem. Letzteres funktionierte auch gut, sodass Ingrid für die nächsten Stunden ihrer Lieblingsbeschäftigung nachgehen konnte. Sie war glücklich, endlich den schon seit Tagen vorbereiteten letzten Blogbeitrag hochladen zu können, was bis dato die fehlenden Internetmöglichkeiten verhindert hatten. Ich bewegte mich lieber zwischen neuen Mobilen in der Ausstellungshalle, Stippvisiten in der Werkstatt (schön, dass man das hier darf) und meinem Sessel in der Lounge hin und her. Punkt 16 Uhr fuhren wir unser fast fertig repariertes und mit neuer Matratze versehenes Auto wieder auf den VIP-Stellplatz, ja – wir durften das, denn es blieb noch eine Restreparatur übrig für Dienstag, Gott sei Dank erst um 11 Uhr. Also wieder Frühstück beim Lieblingsbäcker und anschließend wieder warten. Um 15 Uhr konnten wir unser Mobil endlich auslösen.

Für die anstehenden Reparaturen und Verbesserungsarbeiten war die Werkstatt mit wirklich kompetenter Crew für unsere “Große” die beste Wahl! Wir sind sooo froh, denn wir wissen, jetzt ist Oscarlotta in dem Zustand: BESSER ALS NEU!!!

isse nich schick

Ein dickes Dankeschön geht an dieser Stelle auch an die Verantwortlichen des Ersatzteillagers: Seit 1996 werden georderte Ersatzteile umgehend privat und gegen Rechnung zugeschickt, auch nach Spanien!

Der Rest des Nachmittages verging wieder mit lästiger Autobahnfahrt im Doppelpack bis nach Bad Schönborn auf den WellMobilPark. Am Thermalbad bei Köhlers stehen wir immer wieder gerne. Wir werden eine Weile bleiben und von hier wieder berichten.

written by Uschi

P.S.: Wie immer könnt ihr die Fotos durch anklicken auf Originalgröße bringen und den Fototext lesen, wenn ihr den Mauszeiger auf das Foto führt.

LIMITED EDITION

 
 
Wie angekündigt, waren wir Montag mit Oscarlotta noch einmal in Polch in der Werkstatt. Mit umsonst nachbessern lassen hat leider nicht ganz geklappt. Der Monteur (ein anderer als letztes Mal) suchte mit viel Ehrgeiz und fand heraus, dass der Markisenadapter (die Vorrichtung, mit der unsere Markise am Dach befestigt ist) defekt ist. Uschi ließ sich aber nicht davon überzeugen, dass das der alleinige Grund für unsere Wassereinbrüche hinten am Bett sein sollte und wir bestanden darauf, dass unter den Heckblenden nachgeschaut wird. Beim letzten Mal war uns zwar eine neue Heckquerblende montiert und neu abgedichtet worden und der Monteur hatte gehofft, dass es damit gut ist (er wollte uns, laut seiner jetzigen Aussage, Mehrkosten ersparen). Darunter war offensichtlich nichts passiert. Dort musste aber noch ein Leck sein, sonst wäre Uschi nicht eines Morgens nach einer regenreichen Nacht in einem nassen Bett aufgewacht! Es hätten jetzt also eigentlich die riesige seitliche Längsblende mit den Rückleuchten (ist teilweise verklebt und wäre kaputt gegangen, TEUER!!!) und die gerade erst erneuerte Querblende entfernt werden müssen, um oben an der Ecke in das Innere des Aufbaus sehen zu können. Der Monteur schlug dann eine Minimallösung vor, die glücklicherweise zum Erfolg führte: er fräste zwei rechteckige Stücke aus der Kappenverbindung der beiden Blenden heraus und fand darunter wirklich einen Riss! Nach 8 Stunden Zeit-tot-schlagen (zum Glück gibt es eine akzeptable Aufenthaltsmöglichkeit mit Gratis-WLAN und Kaffeeautomat und Fernseher) durften wir, um 1000 Euro ärmer, wieder auf den Übernachtungsplatz fahren und hofften auf Regen! Aber der kommt ja nie, wenn man ihn braucht, also stand am nächsten Morgen die Beregnungshalle an. Danach schien unser Auto zwar endlich dicht zu sein (wir wagen es noch nicht, uns zu freuen), aber unsere von Uschi so schön geputzte Oscarlotta ist übersät von Kalkflecken!

Und dann gab es noch ein Kuriosum: Da im Laufe der Zeit vier unserer Klappenschlösser ihre Funktion aufgegeben hatten, hatte ich per mail in Polch darum gebeten, dass man für unsere Schlüsselnummer 032 doch bitte die entsprechenden Schließzylinder vorrätig habe. Es kam eine Antwort, wir möchten doch bitte die Nummer noch einmal überprüfen, da sie nie verbaut worden sei! Also fotografierten wir einen Schlüssel und schickten das Foto zurück. Da wir nichts mehr hörten, gingen wir davon aus, dass jetzt alles geklärt ist. In Polch stellte sich dann heraus, dass wir in der Werksakte mit einer ganz anderen Schlüsselnummer geführt werden und es unsere Nummer überhaupt nicht gibt und auch nie gab! Und deswegen könne auch nichts ausgetauscht werden! 0er-Nummern gäbe es allenfalls für Prototypen, also z. B. die ersten 50 (Vorserien-) Modelle. Niemand hatte eine Erklärung! Dem netten jungen Kundendienstleiter, mit dem wir beim letzten Mal das konstruktive Gespräch geführt hatten, taten wir wohl inzwischen wirklich Leid ob unseres ganzen Pechs mit Oscarlotta während der letzten fünf Jahre und so traf er die Entscheidung, unsere gesamte Schließanlage (10 Schlösser) auszutauschen. Also fuhr Oscarlotta erneut für die nächsten 2-3 Stunden in die Werkstatt und wurde irgendwo in dem straffen Werkstattplan dazwischen geschoben. Auf den Ausstausch des Schlosses an unserer Eingangstür verzichteten wir, weil das richtig zeit- und arbeitsaufwändig gewesen wäre und die Gefahr bestand, dass beim Ausbau ein Teil beschädigt wird, das man nicht vorrätig hatte. Wir fanden es nicht ganz schlimm, in Zukunft einen separaten Haustürschlüssel zu haben. Jetzt haben wir rundherum neue Schlösser und/oder Schließzylinder im Wert von rund 600 Euro und noch zwei Schließzylinder und ein Schloss in Reserve. Aber das Beste kommt noch: die neuen Schlüssel passen auch für das alte Schloss unserer Eingangstür, aber die alten Schlüssel passen nicht für die neuen Klappenschlösser!!! Wir haben es aufgegeben, das zu verstehen! Aber jetzt haben wir für die Zukunft wenigstens die Chance, ohne Probleme oder Nachfrage nach der richtigen Schlüsselnummer einen Schlüssel oder einen Schließzylinder in Polch nachbestellen zu können. Und unsere Oscarlotta ist eben die Nummer 32 von 50 einer limitierten Auflage, also etwas ganz Edles 😉

Jetzt müssen wir noch den 85. Geburtstag von Uschis Vater feiern, aber spätestens am 1. November machen wir uns auf den Weg nach Spanien. Wir wissen von einigen, dass sie schon am Torre in der Sonne hocken und sind neidisch! Unser nächster Blogeintrag wird dann hoffentlich schon aus Santa Susanna (bei Barcelona) kommen.

gen Süden...