Aus zwei mach eins

 

In Bad Schönborn warteten Uschi, Alexander und Paul auf mich. Paul war, im Gegensatz zu Alexander, einem Stellplatznachbarn, nicht zweibeinig, sondern zweirädrig. Smiley mit geöffnetem Mund Köhlers, die Stellplatzbetreiber vom WellMobilPark, verkaufen auch E-Bikes. Wir wollten ja eigentlich noch keine, hatten vor zwei Jahren bei unserem Aufenthalt hier unsere Fahrräder noch teuer aufarbeiten lassen. Aber da stand dann Paul und Uschi verliebte sich! Ein Pedelec mit 20 Zoll-Reifen, faltbar.

PaulPaulPaul geklapptPaul gefaltet

Zugegebenermaßen ein hübscher Kerl, aber ich blieb standhaft. Ich will immer noch kein batteriebetriebenes Fahrrad, obwohl alle Menschen, die eins fahren, beteuern, wie toll das ist und dass sie nie wieder etwas anderes fahren wollen. Und dass man sich genauso anstrengen könne wie bei einem ohne Batterie. KÖNNE! Ich weiß genau, dass ich mich nicht mehr anstrengen werde, wenn ich nicht MUSS. Jetzt muss ich und ich nehme es in Kauf, dass ich bei allzu heftigen Steigungen eben mal absteigen und schieben muss. Ja, und Gegenwind kann sehr unlustig sein. Ich will aber keine 70km-Radtour am Tag machen und auch keine mit 50km. Ich will ab und zu mal zum Einkaufen fahren oder eine nette Waldrunde, bevorzugt mit einem Ausflugslokal als Ziel. Dafür reicht mir mein altes Fahrrad allemal.
Da Uschis KTM-Rad hochwertiger ist als mein Pegasus, fingen wir an zu demontieren. Meine Lenkerhalterung wollte ich unbedingt behalten, war ich doch vor zwei Jahren so froh gewesen, die hässliche alte austauschen zu können. Die Schrauben waren etwas festgerostet und nach einer Weile konnte der Nachbar von gegenüber es offensichtlich nicht mehr aushalten, unsere Bemühungen zu beobachten. Ob er den „Damen“ helfen könne? Wir lehnten höflich dankend ab und er hatte wohl schon damit gerechnet, zumindest schien er nicht beleidigt zu sein, was wir auch schon erlebt haben. Wir nahmen allerdings die Hilfe von WD-40 in Anspruch, erfolgreich. Die Lenkerbefestigung wurde ausgetauscht, ebenso die Halterung für die Lenkertasche. Meine silbernen Schutzbleche wollte ich auch gerne „umziehen“. Wir fingen mit dem Vorderrad an. Die Demontage am Hinterrad hätte sich etwas schwieriger gestaltet und darüberhinaus fand ich es absolut passend, zwei unterschiedlich farbige Schutzbleche zu haben, da das Rad vorne hauptsächlich silberfarben und hinten schwarz ist. Cooles Smiley Mein Sattel ist bequemer als der vom KTM, also wurde auch er ausgewechselt. Das Endergebnis sah dann aus wie unten zu sehen und in den nächsten Tagen konnten wir einige Menschen beobachten, die sich über dieses seltsame halbe Fahrrad auf dem Fahrradträger ihre Gedanken machten. Es wird in Lauterburg restlos ausgeschlachtet werden und alles, was noch als Ersatzteil tauglich ist, wird aufgehoben.

aus zwei mach eins Ersatzteilewas ist das denn? 

Am „Vatertag“ beendeten wir unsere Deutschland-Überwinterung und fuhren zu unserem Heimatcampingplatz auf die Schwäbische Ostalb. Vorsichtshalber nahmen wir die Autobahn, wir wollten den Leiterwagen ziehenden „Vätern“ auf den Landstraßen nicht in die Quere kommen. Sarkastisches Smiley
Der Campingplatz war nahezu komplett voll! Langes Wochenende und traumhaftes Wetter ist eine gute Kombination. Gut, dass wir unseren Dauerplatz haben!

unsere Terrasse

Eine Menge Arbeit wartete auf uns und konnte jetzt endlich erledigt werden! Den Hänger freischneiden, Flitzi aktivieren und waschen, die Steuererklärungen machen, Rasen mähen (unsere Terrasse war zwar vom Campingplatzbetreiber freundlicherweise schon gemäht worden, aber das Gras wächst so schnell!), Wäsche mal wieder waschen und – als größere Herausforderung – Oscarlotta vom Dreck der letzten 1 ½ Jahre befreien. Die provisorische Reinigung nach dem halben Jahr Sommerpause bei Luise hatte ja mehr verschlimmert als verbessert und im Winter hatten wir nirgendwo eine Gelegenheit. Wie immer fingen wir auf dem Dach an, schraubten alle drei Dachluken ab und entfernten endlich den Dreck, der zwischen der Ober- und der Unterschale saß. Vier Stunden waren wir zu zweit beschäftigt, bis das Dach wieder hell war!

Dachreinigung

Rundherum ist Oscarlotta erst zur Hälfte sauber, Fix und Boxi noch gar nicht, poliert ist logischerweise auch noch nicht. Aber die Frischwasseranlagen sind gereinigt und desinfiziert, die Abwassertanks gesäubert. Wir teilen uns die Arbeit ein und genießen zwischendurch, endlich wieder barfuß auf schönem weichen Gras laufen zu können und in der Sonne zu sitzen. Beziehungsweise eher im Schatten, denn das Wetter ist sommerlich. Sogar unsere neue Outdoor-Küche haben wir schon aktiviert. Endlich kommt unsere Fire Pit-Eisenpfanne mal wieder zum Einsatz! Smiley

outdoor-Küche

Apropos aktivieren, ich habe, als Vodafone-Kunde, mich für das neueste Angebot, den GigaCube, entschieden. Vorgestern habe ich ihn in Betrieb genommen und nun verfügen wir über monatliche 50GB LTE-Internet für €24,99. Es ist eine wahre Freude, wie schnell sich jetzt Seiten aufbauen und Fotos öffnen. Und endlich können wir uns auch die diversen Videos und Vlogs anschauen, die einige Blogschreiber veröffentlichen und die bisher unser verfügbares Datenvolumen überforderten.

Die nächsten ca. zwei Monate werden wir hier unseren Alltag leben und der lohnt nicht, darüber zu berichten. Deswegen verabschieden wir uns hiermit in eine kurze Sommerpause bis Mitte August. Wie es dann weitergeht, verraten wir noch nicht! Zwinkerndes Smiley

Wir wünschen allen unseren Lesern schöne Pfingsttage und einen schönen Sommer!!! Man liest, hört oder sieht sich!

wir wünscheneinenschönenSommer

written by Ingrid
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P.S.: Wie immer könnt ihr die Fotos durch anklicken auf Originalgröße bringen und den Fototext lesen, wenn ihr den Mauszeiger auf das Foto führt.

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In den “Startlöchern” zum Abenteuer Panamericana

Heute können wir euch endlich Hans vorstellen, den wir im November auf dem Stellplatz “WellMobilPark” in Bad Schönborn kennengelernt haben und der “Schuld” daran ist, dass wir uns bei der Firma Tischer eine Aufsetzkabine bestellt und das benötigte Basisfahrzeug dazugekauft haben. Wir hatten ihn „hier“ schon einmal erwähnt. Da Hans die Wartezeit bis zum Frühjahr überbrücken musste, haben wir einige Wochen gemeinsam im Fitnessstudio trainiert und auch sonst Zeit miteinander verbracht. Dabei entstand die Idee, ihn als Gastautor zu gewinnen. Ein eigenes Blog hat er nicht und will er auch nicht, aber den Gedanken, uns in lockerer Folge Fotos und Reiseberichte zu schicken, fand er machbar und reizvoll.

Für Ende April hatte er bei Seabridge die Verschiffung seines VW-Amaroks mit Tischer Aufsetzkabine gebucht, er teilte uns kurz mit, dass er auf dem Weg nach Hamburg sei, um das Gespann bei der Reederei abzugeben. Danach hörten wir nichts mehr von ihm – bis zum Mittwoch dieser Woche. Sowohl sein Mobil als auch er sind wohlbehalten in Halifax/Kanada angekommen, wir haben den ersten Bericht und die ersten Fotos!!! Wer von euch also interessiert daran ist, die Panamericana als “blinder Passagier” mitzufahren, wird hier bei uns die Gelegenheit dazu bekommen! 🙂

Morgen geht es los, heute stellen wir euch unseren Hans/Juan und sein rollendes Zuhause „casita rodante“ erst einmal vor:

Hans startet die PANAMERICANAHans startet die PANAMERICANAHans startet die PANAMERICANAHans startet die PANAMERICANA

written by Ingrid
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P.S.: Wie immer könnt ihr die Fotos durch anklicken auf Originalgröße bringen und den Fototext lesen, wenn ihr den Mauszeiger auf das Foto führt.

Kraichgau-Camping “Wackerhof”

 

Wenn ihr unser aktuelles Headerfoto genauer anschaut, erkennt ihr im rechten Teil ein paar weiße, wie Wohnmobile oder Wohnwagen aussehende Flecken. Nachdem ich bei meinem Fotoausflug diese schöne Panoramaaussicht genossen und konserviert hatte, wollte ich natürlich auch wissen, wie dieser vermutete Campingplatz heißt. Ein paar Tage später bin ich dann mit Uschi dort gewesen und wir fühlten uns in eine andere Welt zurückversetzt, genauer gesagt in die 70er-Jahre des vorigen Jahrhunderts. Nein, Hippies, love and peace oder Anpflanzungen ominöser grüner Pflanzen haben wir nicht gesehen, wohl aber Sanitär- und sonstige Anlagen, die es so fast nirgendwo mehr gibt. Alles war sauber, alles funktionierte, alles war sympathisch einfach und unprofessionell im guten Sinne. Schlagartig waren die längst vergessenen Gefühle aus der Zeit wieder da, als ich vier- und fünfjährig mit meinen Eltern und meinem großen Bruder im Zelt auf dem Strandcampingplatz an der Ostsee glücklich war. Oder später auf dem Bauernhof-Campingplatz im Allgäu. Kurz gesagt, wir haben einen Campingplatz entdeckt, der keine Sterne vorzuweisen hat, auf dem es kein Internet gibt, wo es vor den Einzelwaschkabinen nur Vorhänge gibt, wo die Bekanntmachungen nicht laminiert, sondern mit Tesa an die Wand geklebt sind. Es gibt Wiesen, Bäume, Terrassen, neben jedem Stellplatz einen ausgewiesenen PKW-Abstellplatz in gleicher Größe. Der Besitzer lief mit uns mit und zeigte uns, wo wir mit unserem schweren, großen Mobil auf Schotterrasen stehen könnten und sagte gleich dazu, dass er uns dort aber keinen Dauerplatz zur Verfügung stellen könne, da bei längerem Aufenthalt das Gras unter dem Fahrzeug kaputt gehen würde. Aber urlaubsmäßig mal für eine Woche oder so sei in Ordnung! Wie sympathisch und auch wie authentisch, zeigt es doch, dass ihm sein Besitz wertvoller ist als das Geld, das er ihm einbringen könnte. Wir baten darum, uns auf dem gesamten Platz (100 Dauercamper- und 50 Touristenplätze) umschauen zu dürfen und dabei sind viele Fotos entstanden. Dieser Campingplatz, der wunderbar ruhig inmitten der wunderschönen Natur des Kraichgaus liegt, bietet sich an, wenn man Ruhe, Rasen und die Ursprünglichkeit und wohltuende Einfachheit möchte, die es in der heutigen Zeit schon fast nicht mehr gibt.

Wackerhof

-Stellplatz/Nacht €3,20 (!) -Person/Nacht  €3,40 (!) -Kind bis 14 Jahre/Nacht €2,40 (!) -kWh €0,50 -Warmwasser/Duschen/Müll frei –Benutzung Campingwerkstatt (Fotos unten) frei

GPS-Koordinaten: 49° 12’ 2” N und 8° 45’ 37” O

WackerhofRezeptionEingangspfortekostenloser Strom für Ankommende während der MittagspauseStellplatz für schwere MobileTouristenplätzeje ein Stellplatzund ein PKW-ParkplatzSanitärgebäudeChemie-ToilettenausgussHundeduscheEnt- und VersorgungsstationSpülkücheBehinderten-SanitärraumBekanntmachungenEinzelwaschkabinenDuscheAufenthalts- und LeseraumBlick auf den DauercampingbereichDauercampingbereichSanitärgebäudeStiefelduscheTrockner und WaschmaschinenPreisliste's Camper Werkstättle's Camper WerkstättleLeihstühle für ZweiradcamperBaumdekoBrunnendeko's Schäufele fürs Häufele

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P.S.: Wie immer könnt ihr die Fotos durch anklicken auf Originalgröße bringen und den Fototext lesen, wenn ihr den Mauszeiger auf das Foto führt.

Schrotträder! Schrotträder???

 

Als wir vor 8 Jahren unsere Oscarlotta gekauft haben und klar war, dass unsere Fahrräder NICHT in die Heckgarage kommen, sondern auf einen klappbaren Fahrradträger auf der Anhängerkupplung, war auch klar, dass wir an diesem schönen Wohnmobil sichtbar nicht mehr unsere altgedienten, aber eben nicht mehr so schönen, “ollen” Fahrräder transportieren wollten. Als wir mal wieder in Bochum (meiner alten Heimat) waren, wurden wir im größten Fahrradladen am Bahnhof fündig. Wir wählten nach Gefallen, ich entschied mich für ein “Pegasus”-Rad in weiß-silber und Uschi gefiel ein “KTM”-Rad in schwarz-silber. Beide waren, aus welchen Gründen auch immer, gerade herabgesetzt und so blieben wir für gute 28-Zoll-Räder unter € 1000, für beide natürlich. Batteriefahrräder gab es auch schon, aber die kamen für uns weder damals noch heute infrage, nicht nur wegen des irre hohen Preises. Wir wollen uns noch anstrengen, sehen das Rad fahren als Vergnügen und als Sport. Jedes Rad war mit einer 8-Gang-Nabenschaltung ausgestattet, das war, im Vergleich zu meinem alten Rad (keine Gangschaltung!) ja schon Komfort genug.

Radtour Spanien 2006/07 

Wir waren über die Jahre sehr zufrieden mit unserer Wahl, besonders Uschis KTM rollte superleicht. Für meine abendlichen Fahrten am Torre im vorletzten Winter kurz vor Sonnenuntergang habe ich mir oft ihr Rad “ausgeliehen”. Vor ca. 3 Jahren haben wir uns dann mal “unplattbare” Reifen geleistet und seitdem wirklich keine Probleme mehr gehabt mit z. B. Dornen, wovon es in Spanien so viele gibt.

Jetzt, nach über 7 Jahren, war aber doch einiges nicht mehr in Ordnung. An beiden Rädern waren die Stoßdämpfer hinüber, an Uschis Rad die gesamte Bremsanlage und bei meinem funktionierte die Gangschaltung nicht mehr zuverlässig. Bei einer Fahrt mit Flitzi entdeckten wir im letzten November im benachbarten Kronau einen großen Fahrradhändler mit Reparaturwerkstatt. Wir fuhren die Räder in Doppelschicht (immer eine per Rad und die andere mit Flitzi) dorthin, ließen sie durchchecken und vergaben noch einige Zusatzaufträge wie neue Lenkergriffe, neue Schutzbleche, eine verzinkte Kette, neue Sattelschutzbezüge…

Am nächsten Tag rief der junge Mann, der unsere Wünsche entgegengenommen hatte, an und teilte uns mit, dass zumindest ich doch vielleicht besser über einen Fahrradneukauf nachdenken solle. Das KTM sei noch zu retten, die Reparatur würde sich wohl auf ca. € 300 belaufen, aber bei meinem Pegasus läge sie sicher weit über € 350 und das würde sich doch wohl nicht mehr lohnen. Ich erbat mir Bedenk- bzw. Beratungszeit mit Uschi. Wir hatten uns bei Abgabe der Räder im Laden mal interessemäßig umgeschaut und festgestellt, dass Räder wie unsere nicht unter € 800 zu haben sind, ein KTM sogar nicht unter € 900. Wir brauchten nicht lange zu überlegen. Die Rahmen waren noch völlig in Ordnung, die Reifen auch, ein neues Rad würde mehr als das Doppelte kosten. Also ließen wir reparieren!

Nach ein paar Tagen konnte ich mein Rad schon wieder abholen und es sah (fast) aus wie neu!!!

PegasusPegasus (Schutzblech)Pegasus (Stoßdämpfer)Pegasus (Gangschaltung)Pegasus (Vorbau)Pegasus (Schutzblech)Pegasus (Edelstahlkette)

Bei Uschis Rad hatte der Monteur heftigste Probleme gehabt, die Verschraubung zwischen Lenkerstange und Rahmen zu lösen und hätte am liebsten das Rad am Stück in den Müllcontainer geworfen. Aber irgendwann war es ihm dann doch noch gelungen, dabei musste er aber wohl den Vorbau zerstören, der bei dem KTM-Rad besonders schön war. 😦 Ich hatte mir extra einen neuen montieren lassen, da meiner so hässlich geworden war. Und jetzt hat Uschi genau so einen! Dumm gelaufen! Insgesamt ist aber auch sie zufrieden mit ihrem runderneuerten Fahrrad!

KTM KTM (Vorbau)KTM (Stoßdämpfer)KTM (Gangschaltung)KTM (Bremsen)

Die Kosten? Mein Fahrrad, das eigentlich verschrottet werden sollte, hat € 356,72 gekostet und war somit, entgegen der ersten Infos, dann sogar preiswerter als Uschis Rad mit € 387,53. Die Rechnungen listen ganz genau auf, welche Teile zu welchem Preis verbaut wurden und was an Arbeitslohn angefallen ist. Es sieht alles absolut seriös aus und wir sind, trotz der doch relativ hohen Zahlen, froh, uns so entschieden zu haben.

Kritikwürdig war dann, finde ich, dass weder der Reifendruck überprüft wurde noch die Räder gesäubert wurden (wäre doch ein netter Kundendienst bei dem Preis). Und dass wir nach einiger Zeit noch einmal vorbeikommen sollen, um die Bremsen überprüfen und anpassen zu lassen, habe ich erst erfahren, als wir Uschis Rad abholten. Netterweise ist das dann für uns sogar kostenfrei!!!

Wir holten die Räder auf die gleiche Art ab wie wir sie hingebracht hatten und verpackten sie mal vorsichtshalber für den Winter. Und wirklich haben wir sie kein einziges Mal benutzt und erst in Freiburg wieder ausgepackt.

WinterpauseFrühlingserwachen
Bei der ersten Einkaufsfahrt machte meine Lenkertasche dann nach dem Bestücken den Abgang! Zum Glück war da die Lampe, die sie aufhielt. Was war los? Nicht lose, sondern gar nicht mehr vorhanden war der Befestigungsdraht der Halterung, die bei der Montage des neuen Vorbaus wohl abgebaut werden musste. Das hat der Monteur dann entweder vermurkst oder er hatte keine Lust auf die Fummelei! Wir hatten es leider nicht rechtzeitig bemerkt. Also auf zum Fahrradladen „Criterium“ in Freiburg! Dort war man sehr bemüht und organisierte den nötigen Draht für €10,95. Man hätte ja auch einfach behaupten können, dass ich die gesamte Halterung neu kaufen müsse (über €40). Bei der Gelegenheit ließ ich auch gleich noch die Schraube kürzen, die den wiederbefestigten Spritzlappen am neuen hinteren Schutzblech hielt. Die war nämlich so lang, dass sie innen am Reifen schabte, was dem Reifen auf Dauer wohl nicht so gut getan hätte. Da inzwischen auch die Fahrradlampe ihren Dienst quittiert hatte (!), wurde ich insgesamt noch einmal €45,95 los. Aber nun ist hoffentlich alles in Ordnung!!!  

Ein echtes Beispiel von Schrotträdern wurde uns im Sommer 2013 mal in Tofino auf Vancouver Island geboten. Die amerikanische Art des Fahrradtransports ist für Europäer ja mehr als gewöhnungsbedürftig, wie wir „hier“ schon anschaulich berichtet haben. Die Räder werden irgendwie am PKW, Bus oder Wohnmobil befestigt, gerne auch einfach hochkant an der Heckleiter. Als wir an einer Bushaltestelle warteten, bog forschen Tempos ein Wohnwagengespann in die Zufahrt zum Campingplatz ein und schleifte funkensprühend seine (5!) abgefallenen Fahrräder auf der Straße hinter sich her. Mindestens zwei davon waren wirklich Schrott!

20 'Crystal Cove Beach Resort' Tofino

written by Ingrid
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P.S.: Wie immer könnt ihr die Fotos durch anklicken auf Originalgröße bringen und den Fototext lesen, wenn ihr den Mauszeiger auf das Foto führt.

Stifterhof Östringen

4. Mai

Burgturm Meine Fahrt ins Blaue nach meinem Zahnarztbesuch am Montag, die ja eher eine ins Grüne oder Bunte war, führte mich unerwarteterweise an einem idyllischen alten Burgturm vorbei. Dahinter lag ein großes Anwesen. Kurzentschlossen drehte ich um und fuhr in den “Schlosshof” hinein. Zwei junge Männer standen an einem PKW und ich sagte ihnen, dass ich absolut keine Ahnung hätte, wo ich sei, aber gerne Fotos machen würde, ob das okay sei. Sie hatten kein Problem damit und so sah ich mich um. Ein Haupthaus, mehrere Wirtschaftsgebäude oder Stallungen waren im Karree angeordnet, aus einer großen Tonne stieg Rauch auf, alles sah alt, aber nicht heruntergekommen aus. Keine Menschen, keine Tiere. Ich machte meine Fotos.

StifterhofStifterhofStifterhofStifterhofBrunnenKellerfensterBriefkasten a. D.

Einer der beiden Männer war inzwischen weggefahren, der andere werkelte in einem Schuppen und als ich ihn fragte, was das hier sei oder mal gewesen sei, erklärte er mir, dass es früher mal ein Kloster war und jetzt der land- und forstwirtschaftlichen Forschung durch das Landesamt für Geoinformation und Landentwicklung (LGL) dient. Wikipedia & Co. wusste dann natürlich mal wieder mehr. Die markante Hofanlage wurde auf den Grundmauern des im 12. Jahrhundert dort erbauten Benediktinerklosters Wigoldesberg errichtet. Die Geschichte der heute zu Östringen gehörenden Siedlungen Odenheim, Tiefenbach und Eichelberg war eng verknüpft mit dem Kloster. Für die wirtschaftliche Entwicklung spielte der Weinbau, den die Mönche hier einführten, eine große Rolle. Im Jahre 1496 wurde das Kloster in ein weltliches, freiadliges Ritterstift umgewandelt (daher der heutige Name). Vorhanden sind noch zwei Rundtürme in Bruchsteinmauerwerk mit Rundbogenfries der alten Umfassungsmauer sowie Gebäudereste von Verwaltungs- und Wirtschaftsbauten des 15. Jahrhunderts und der in den 1840er-Jahren eingerichtete Gutshof (Meierei). Von der viel größeren Klosteranlage ist leider nichts mehr erhalten. Trotzdem hat dieser Ort eine ganz besondere Ausstrahlung, wie es geschichtsträchtige Orte ja so oft haben.

StifterhofStifterhofStifterhofStifterhofStifterhof

written by Ingrid
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P.S.: Wie immer könnt ihr die Fotos durch anklicken auf Originalgröße bringen und den Fototext lesen, wenn ihr den Mauszeiger auf das Foto führt.

Kurzer Zwischenstopp

 

Eisenbahn-Freunde Bad Schönborn Wir sind seit Sonntag zurück in Bad Schönborn, wo wir von November bis Anfang März überwintert haben. Obwohl wir nur 2 Monate weg waren, sieht es hier, der Jahreszeit entsprechend, schon wieder ganz anders aus. In Bad Dürrheim (670m) blühte zwar auch schon ganz viel, aber hier, im Heidelberger Raum (115m), ist es noch einmal anders. Blühende Kastanien, blühender Flieder, blühende Apfelbäume, blühender Raps in seinem unvergleichlich leuchtenden Gelb, Unmengen von Gänseblümchen auf den Wiesen, die noch kein erstes Mal gemäht worden sind. Wir sind noch einmal kurz hier, weil ich noch ausstehende Zahnarzt- und Physiotherapietermine wahrnehmen möchte. Und dann müssen wir all die Kleinigkeiten, die wir den Winter über schon für Boxi im Internet bestellt haben, bei Uschis Sohn aus dem Keller holen, wo wir sie zwischengelagert haben, da unsere Heckgarage VOLL ist.

Montag also Zahnarzt! Ich machte einen kleinen Umweg, um zu Flitzi zu gehen, der hier ja leider nicht auf dem Stellplatz stehen darf, sondern auf dem benachbarten öffentlichen Parkplatz parkt, immerhin in Sichtweite. Neben der Eisenbahnanlage der “Eisenbahn-Freunde Bad Schönborn” ist solch ein tolles Rapsfeld und ich erhoffte mir ein Motiv für ein neues Headerfoto. 4. Mai (3)Der Raps war aber zu weit weg und ein Eisenbahn-Headerfoto hatten wir ja schon mal. Direkt daneben stand allerdings ein nettes Fotomotiv. Die Kasse bzw. der Hinweis darauf steht schon, von den Verkaufsobjekten ist aber noch lange keine Spur! Im letzten Herbst sah es dagegen so aus und da machte das Schild dann auch Sinn:

September 2014September 2014

 

 

 

 

Schon auf dem Parkplatz in der Nähe von der Zahnarztpraxis ein Blütentraum!!!

4. Mai4. Mai

Die Hauptstraße durch Östringen gesäumt von blühenden Kastanien.

4. Mai4. Mai  

Im Treppenhaus auf halber Höhe fiel mein Blick wieder auf den netten Zugang zum Hof, den ich bereits im Januar fotografiert hatte. Auch hier, logischerweise, ein kleiner Unterschied, aber gar nicht mal so gravierend:

4. Maiim Winter

Nach erfolgreicher Behandlung hatte ich eine Belohnung verdient, fand ich und fuhr noch ein wenig einfach drauflos. Meine Fotoausbeute, bei der dann auch unser neues Headerfoto dabei war:

4. Mai4. Mai4. Mai4. Mai4. Mai4. Mai (neues Headerfoto)

written by Ingrid
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P.S.: Wie immer könnt ihr die Fotos durch anklicken auf Originalgröße bringen und den Fototext lesen, wenn ihr den Mauszeiger auf das Foto führt.

Fitt, alt und schön – wer ist was?

 
 
Wir sind gerne hier! Der Stellplatz ist schön, trotz der überwiegend guten Belegung ist es angenehm ruhig. Alle freuen sich darüber, dass der Sommer noch einmal in Verlängerung gegangen ist, man sitzt draußen vor seinem Mobil, beobachtet die Neuankömmlinge, schließt Wetten ab, ob sie die Logistik der Rondell-Plätze wohl auf Anhieb verstehen oder nicht (!!!), richtig-falschdie Nachbarn zur Linken marschieren mit Badetaschen in’s Thermalbad, die zur Rechten kommen von einer kleinen Fahrradtour zurück, gegenüber wird draußen gekocht, die übernächste Nachbarin strickt den zigsten Socken (Uschi auch). Alle machen einen sehr zufriedenen Eindruck!

nette Nachbarn

Wir raffen uns alle zwei bis drei Tage auf zu einer kleinen Fitnessrunde. Die Umgebung hier ist ja wie gemacht dafür. Es gibt Waldwege, geteerte Wirtschaftswege, Reitwege, Fußpfade, je nachdem, wie man unterwegs ist. Wir bevorzugen z. Z. Walkingstöcke (Uschi) und Paulinchen (Ingrid). Paulinchen hatten wir euch schon einmal vorgestellt, erinnert ihr euch? Falls nicht, bitte “hier” klicken! Es geht hier bergauf und bergab, ersteres etwas bis ziemlich anstrengend, letzteres herrlich, für Ingrid und Paulinchen. 😉

Die Länge der Tour können wir sehr flexibel gestalten, es gibt überall die Möglichkeit, abzukürzen. Bisher haben wir aber immer die eingezeichnete Strecke absolviert, ca. 5km. Ihr seht auf dem Plan aber, dass es noch viel mehr Möglichkeiten gibt. Das schwarze X bezeichnet in etwa die Lage unseres Stellplatzes.

Sportrunde

Am Anfang war das Wetter noch nicht ganz so gut (warm), wie man sieht, das hat sich aber schnell geändert! 

kleine Pausekleine Pause

Zu Beginn und zum Schluss kommen wir immer an der Anlage der „Eisenbahnfreunde – Bad Schönborn“ vorbei und dort steht fast immer diese wunderschöne alte Kastenente! Sein Besitzer werkelt auf dem Gelände herum. Der nächste Fahrtag ist leider erst wieder am 20. September, dann sind wir schon wieder weg. Aber auch das haben wir ja früher schon erlebt, “hier” nachzulesen.

KastenenteKastenenteKastenente

written by Ingrid
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Ver- und Entsorgungsstation, Beobachtungen…

 
Wir stehen jetzt seit fast zwei Wochen auf der “Parzelle” mit der Nummer 80. Wie Ingrid schon erwähnt hat, stehen wir nahe an der Ver- und Entsorgungsstation – kurz auch V+E-Station genannt – und haben dadurch einen sehr kurzen Weg zum Abwassergully und dem Toilettenausguss sowie zum “Wasserspender” für Kleinmengen, sprich 10l Wasser (eine Gießkanne voll) für ein 10-Cent-Stück. Außerdem gibt es an der Wassersäule hinter dem Toilettenausguss noch einen Gardena-Anschluss für einen (eigenen) Wasserschlauch. Hier kann man für 1 Euro 100 Liter Trinkwasser bunkern.

Und weil wir hier so nahe “am Geschehen” stehen, sehe vor allem ich meistens am Vormittag bei meinen “Frühstücksvorbereitungen” den “Benutzern” dieser Einrichtungen bei der Benutzung derselben zu. Dabei fielen mir des öfteren die unterschiedlichen “Arbeitsweisen” der Mobilisten auf, oft war es zum Schmunzeln, öfters konnte ich nur den Kopf schütteln und ab und zu fing ich unwillkürlich an zu schimpfen, was dann sogar Ingrid auf den Plan rief. Nun versuche ich, einige “Darbietungen” der letzten Tage zu beschreiben:

Toilettenentleerung (Kassette und Festtank möglich)

Laut lachen: Ein Mobilist mit hellblauem Oberhemd (ohne Krawatte) und Anzughose lief mit zwei 5l-Wasserkanisterchen auf die V+E-Station zu. Er fand sofort die Wassersäule mit Münzeinwurf für einen Euro, aber den seitlich angebrachten Wasserhahn mit zugehörigem blauen Zeichen für Trinkwasser fand er auch nach etwa 30 Sek. immer noch nicht, sein Glück! In der Zwischenzeit kam ein anderer Mobilist dazu, er wusste um die andere Wassersäule und ihre Funktion und ersparte dem mit dem hellblauen Hemd einen Euro für 100l auf zwei 5l-Kanister (!) verteilt, er spendierte ihm sogar ein 10-Cent-Stück für den Kleinmengenautomaten.

Wasserspender für Kleinmengen

Zwinkerndes Smiley: Ein Mobilist, etwas klein aber dafür fülliger, geht zu den Mülltonnen, die am Rand der VE-Station stehen. Er öffnet die blaue Tonne für Papier und entsorgt etwas aus Papier. Dann, urplötzlich, stürzt er sich kopfüber in die Tonne, nur die Beine hängen noch raus. Als er wieder auftaucht, hat er…nein, keinen vorher hineingefallenen Schlüssel oder einen Geldbeutel in der Hand, sondern… die Bildzeitung des Tages.

Verliebt: Ein Mobilist steht mit seinem Mobil in der Warteschlange und wartet auf seinen Auftritt. Damit er dann schneller an der Entsorgungsstation fertig wird als sein Vorgänger, dreht er sein Mobil mühevoll auf dem Weg schon mal um und fährt, als er an der Reihe ist, sauber rückwärts an den Gully ran. Da fragt seine draußen schon wartende Beifahrerin, wo denn der Abwasserstutzen wäre. Antwort durchs offene Fenster: “Na da, vor dem Hinterrad.” Sie sucht und findet nichts, keinen Stutzen, nichts. Er steigt aus, schaut selbst, sagt nichts, steigt ein und dreht seinen Hymer mühevoll wieder um, und siehe da, auf der Fahrerseite gibt es den gesuchten Stutzen, vor dem Hinterrad!!!

V+E Station mit Gully (mittig)

Zwinkerndes Smiley: Ein Mobilist möchte passgenau (d. h. Abwasserstutzen direkt über dem Gully) sein Abwasser entsorgen. Zur Einweisung steht auch wieder seine Beifahrerin in Hab-acht-Stellung und winkt in rückwärts, gehorsam bewegt er sein Mobil langsam rückwärts, sie winkt und winkt und winkt, er fährt und fährt und…hält an. Aus dem Fenster heraus meint er lapidar: “Das kann nicht sein, soweit vorne haben wir unseren Abwasserstutzen nicht.” Die Dame hatte irgendein Teil hinter dem Vorderrad im Visier, hat aber dann doch noch den Ablassstutzen weiter hinten gefunden und ihren Fahrer wieder vorwärts gelotst, bis es gepasst hat. Am Ende hat der gute Mann dann doch noch sein Abwasser sehr ordentlich entsorgt, im Gegensatz zu manch anderem. 

Vor Lachen auf dem Boden wälzen: Ein Mobilist fährt genau zwischen Gully und Wassersäule, die für 100l, und kriegt nach längerer Wasserschlauchsuche und noch längerer Suche nach dem Gardena-Anschlussstück seinen Wasserschlauch angeschlossen, 10-15 Meter Schlauch liegen hingeschmissen auf dem Boden. Der Wasserhahn wird aufgedreht – upps – kein Wasser? Münzeinwurf entdeckt, eine Euromünze geholt und reingeworfen, Wasser kommt mit viel Druck sofort und somit sehr überraschend für den Münzeinwerfer, seine Begleiterin und einen zufällig dabeistehenden “Abwasserentsorger”, huuuch! Das sich flott drehende Schlauchende wird eingefangen und in den Füllstutzen des Wassertankes gestopft, na ja, 80l reichen ja auch.

Erzürnt: Bevor derselbe Kanditat den Wasserspielplatz verlässt, lässt er noch schnell mit 2m Abstand zum Gully sein Dreckswasser direkt auf die Straße laufen, FERKEL! Nochmal kurz rangieren war dem Herrn wohl zu zeitaufwändig.

Vor Wut kochen: (unappetitliche bis eklige Angelegenheit, weiterlesen freiwillig!)

Ein Mobilist mit einem Toiletten-Festtank (wie das Wort schon sagt fest unter dem Wohnmobil eingebaut mit Ablassstutzen  im Gegensatz zu den tragbaren Kassetten) wollte entsorgen. Wir haben in USA gelernt: Erst den flexiblen Schlauch ins immer vorhandene passende Entsorgungsloch stecken und mit Schuh oder Stein vorsichtshalber fixieren. Dann den Schieber des Toilettentanks ziehen, wenn nichts mehr kommt, zusätzlich Schieber des Abwassertankes öffnen und mit dem Abwasser den Schlauch spülen. Zum Schluss noch mit Wasser “flushen”, d. h. beide Festtanks und den flexiblen Abwasserschlauch über einen Extraschlauchanschluss spülen. Doch zurück zu unserem Kandidaten. Ich wurde zwar nicht Zeuge der wohl unsachgemäßen Entsorgung, wurde allerdings beim Entleeren unseres Abwasserrollwagens am Gully mit hinterlassenen “Feststoffen” auf dem Asphalt und unter dem Gullygitter konfrontiert. Der Übeltäter war zu diesem Zeitpunkt noch beim Wasserfassen. Nach vielen schlechten Erfahrungen mit männlichen Wohnmobilisten, die ich auf ein Fehlverhalten hingewiesen habe und dann aufs Übelste beschimpft worden bin (gäbe auch einen Blogeintrag), beschwerte ich mich dieses Mal ungern aber umgehend beim Betreiber. Zurück auf unserem Platz  sah ich doch wirklich, wie der “Entsorger” im Gespräch mit der Frau des Betreibers ihr bedeutete, entweder, dass ich das wohl gewesen sei (?) oder, dass ich ihn verpfiffen hätte (???)! Ich wurde jetzt richtig wütend, stellte ihn zur Rede und erklärte dabei, dass ich sogar versucht hätte, mit meinem Abwasserschwall seine Hinterlassenschaften mit hinunter zu spülen. Und jetzt kam leider wieder das Übliche, er beschimpfte mich!

Am darauffolgenden Tag konnte ich dann einen Mobilisten  beobachten,  der ganz selbstverständlich mit einem Eisenhaken das Gullygitter entfernte, um dann sachgemäß seine Festtanks zu entleeren und nachspülte, wie wir es in USA gelernt hatten, KLASSE! Geheimnis erzählendes Smiley

An dieser Stelle möchte ich noch ein paar Worte verlieren zu diesem eigentlich unerschöpflichen Thema: Die s c h w i e r i g e Versorgung eines Mobils mit Trinkwasser und die anscheinend n o c h  s c h w i e r i g e r e Entsorgung des Abwassers und des Inhaltes einer Kassettentoilette oder eines Festtanks. Mir selbst sind diese Tätigkeiten seit über 30 Jahren Wohnmobilfahren alltäglich geworden. Ich habe im Laufe dieser Jahre einschlägige Erfahrungen mit den unterschiedlichsten Sorten von Entsorgungs-Stationen, von einfachst, sprich entsorgen direkt in einen Schacht für alles ohne Chemiezusätze (schweren Eisendeckel vorher wegwuchten) bis hin zu den modernen Sani-Stationen mit ihren Gebrauchsanweisungen, teilweise in mehreren Sprachen (Lesebrille unter Umständen nötig) und Schlitzen für unterschiedlichste Münzen an den unterschiedlichsten Stellen der Automaten.

Da erinnere ich mich doch wieder mit ein klein wenig Wehmut an die einfachen, immer gleichen V+E-Systeme auf Camping- oder RV-Plätzen in USA und Kanada: Immer an der fahrerseitigen hinteren Ecke des Platzes, weil alle amerikanischen Mobile ihre Entsorgungsstutzen für Festtanks der Toilette und des Abwassers an der hinteren Ecke der Fahrerseite haben. Wenn keine V+E direkt am Platz vorhanden war, gab es immer noch eine gut anfahrbare Ver- und Entsorgungsstation ohne manchmal etwas schwierig zu verstehende Funktion von Münzautomaten.

Zum Schluß noch der Spruch des Tages:

Leben ist Reisen – Reisen ist (Er-) Leben

written by Uschi
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P.S.: Wie immer könnt ihr die Fotos durch anklicken auf Originalgröße bringen und den Fototext lesen, wenn ihr den Mauszeiger auf das Foto führt.

Tag der offenen Tür im TherMarium

 
 
Am Sonntag war “Tag der offenen Tür” im gesamten TherMarium, d. h. im Thermalbad, dem angeschlossenen Medizinischen Fitnessstudio und den benachbarten “CELENUS”-Kliniken (Gotthard Schettler Klinik für Kardiologie, Angiologie und Sportmedizin und Sigmund Weil Klinik für Orthopädie und Rheumatologie). In den letzten Jahren ist sowohl das Fitnessstudio als auch der SPA-Bereich des Thermalbades umgebaut und erweitert worden. Im beiden Bereichen sind wir vor Jahren schon des öfteren gewesen und so interessierte uns natürlich, wie es jetzt aussieht. Unsere Meinung: Die Arbeit hat sich gelohnt! Das Fitnessstudio hat mehrere große Räume für Gemeinschaftsveranstaltungen und Kurse dazubekommen, außerdem eigene Umkleide- und Duschräume (vorher mussten die vom SPA-Bereich benutzt werden). Im SPA-Bereich sind die alten Abtrennungen mit Vorhängen zwischen den verschiedenen Anwendungsräumen durch feste Wände ersetzt worden und alles ist in frischen Farben neu gestaltet worden, thematisch sortiert. Es gibt die Bereiche “Reinheit” (weiß), “Energie” (gelb), “Lebensfreude” (orange), “Vitalität” (rot), “Harmonie” (grün), “Stärke” (blau), “Entspannung” (violett), “Regeneration” (braun) und “Balance” (schwarz). Es sieht alles SEHR einladend aus! Es gibt alle möglichen Wohlfühl-Angebote, gestaffelt nach Zeit, Preis, Vorlieben, allein oder zu zweit. Vielleicht “gönnen” wir uns da mal was. Aber es gibt auch einen Physiotherapiebereich für ärztlich verordnete Anwendungen. Ich habe heimlich ein paar Fotos gemacht, das wurde nämlich nicht so gerne gesehen. 😉

TherMariumTherMariumprivate SPAprivate SPAprivate SPAVitalitätPhysiotherapie KlinikFitnessstudioFitnessstudioFitnessstudioFitnessstudio (Rücken-Circle)

written by Ingrid
photos taken with iPhone

P.S.: Wie immer könnt ihr die Fotos durch anklicken auf Originalgröße bringen und den Fototext lesen, wenn ihr den Mauszeiger auf das Foto führt.

USA oder Deutschland?

 
 
Wir warten hier in Bad Schönborn darauf, dass Uschis Schwester aus USA auf “Heimaturlaub” kommt. Und da fanden wir es besonders nett, dass hier plötzlich drei ganz typische amerikanische “Monstermobile” auftauchten. So welche, wie wir sie letzten Sommer während unseres USA-Aufenthaltes ständig gesehen haben (für Interessierte “hier” nachzulesen). Es war ein so vertrauter Anblick! Aber, man muss ja wirklich sagen, dass diese Größenordnung für Europa nicht sonderlich bis gar nicht geeignet ist. Die Breite liegt bei 2,50m, die Höhe bei ca. 3,80m und die Länge fängt bei 12m an. Die Plätze sowohl in Deutschland als auch in Spanien, Frankreich etc. auf Camping- oder Stellplätzen sind in den Regel 9-10m lang. Hier auf dem Stellplatz “WellMobilPark” gibt es ja eine Besonderheit, nämlich die drei Platzrondells (siehe “hier”). Da gibt es etwas mehr Raum zur Mitte hin und die langen Mobile können nach hinten einfach überstehen. Aber wenn dort schon alle Plätze belegt sind, sieht es schlecht aus! Unsere Oscarlotta sah auf einmal sooo klein aus! Und wenn man nun vermuten würde, dass in diesen Platzwundern mit bis zu vier Slideouts (elektrisch herausfahrbare Seitenwandstücke zur Vergrößerung des Innenraumes) die Eigner so wie wir ständig leben, dann täuscht man sich gewaltig!!! Die Mobile werden nur wenige Wochen im Jahr urlaubsmäßig genutzt und nicht wenige haben ein Saison-Kennzeichen. Was für eine Verschwendung!

Ami 1Ami 2 Ami 3Ami 4Ami 5Ami 6 Ami 7Ami 8

Wir stehen wieder auf unserem Stammplatz 80 in einem der Rondells. Der große Vorteil hier ist, außer der Nähe zur Ent- und Versorgungsstation, dass wir auf der Beifahrerseite einen großen freien Außenbereich haben, bedingt dadurch, dass das nächste Rondell anschließt und die Plätze dort etwas anders angeordnet sind. Außerdem schirmt uns ein großer Busch vom direkten nächsten Nachbarn und von der Fahrstraße ab. Und heute spendete er uns sogar sehr willkommenen Schatten, denn es wurde noch einmal sommerlich warm!

unser PlatzAusblick

Der Stellplatz ist SEHR beliebt und immer gut besucht. Das liegt nur zum Teil an der Nähe zum Thermalbad, sondern auch daran, dass man hier wirklich sehr schön laufen, Rad fahren oder PKW-Ausflüge nach Bruchsal, Karlsruhe, Heidelberg etc. machen kann. Und im Herbst gibt es ja überall wieder die Weinfeste! Für viele Wohnmobilisten DER Grund, über’s Wochenende loszufahren. Und so war der Platz auch heute, am Freitag, schon am Spätnachmittag so gut wie voll. Durch die Nähe zur Autobahn bleiben aber auch viele, die auf Urlaubstour sind, nur für eine Nacht, sodass am nächsten Morgen wieder Plätze frei sind. Wer ganz sicher sein will, kann auch reservieren. 

Blick auf den Platz

written by Ingrid
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Im Osten Deutschlands

 
 
Am Samstag haben wir uns schweren Herzens von Berlin (-Kladow) getrennt und sind wieder zurück gen Süden gefahren. Zunächst einmal Richtung Leipzig. Nach fast genau 300km waren wir im Thüringer Wald in der Nähe von Erfurt. Der Campingplatz “Stausee Hohenfelden” sollte unser Nachtquartier sein. Er ist Teil eines großen Freizeitparks mit Klettermöglichkeiten, See-Badeanstalt und großem Thermal-Erlebnisbad “Avenida Therme”. Der Platz ist ganzjährig geöffnet, liegt unweit der Autobahnen A4 und A71/A73 und ca. 20 Autominuten von Erfurt sowie Weimar entfernt. Es gibt 600 Stellplätze sowie 52 unterschiedlich geartete Ferienhäuser. Ein Teil der Touristenplätze liegt direkt am Stausee mit Badezugang. Der Platz ist sehr groß, Touristen- und Dauercampingplätze liegen in getrennten Bereichen nebeneinander und teilweise auch vermischt, es gibt große Areale nur für Zelte, ein Restaurant, einen Einkaufsladen, einen Kinderspielplatz und drei Sanitärgebäude. Da der Platz auf einem zum See hin abschüssigen Gelände liegt, sind die Plätze teilweise terrassiert. Es war alles, soweit wir es auf unserem Rundgang sehen konnten, in Ordnung, allerdings wirkte die gesamte Anlage etwas antiquiert. Negativ ausgedrückt könnte man sagen, mit dem “Charme” der früheren DDR, positiv, der Platz ist NICHT “manikürt”. Aber mit all den Möglichkeiten rundherum lässt es sich bestimmt auch länger als nur eine Nacht aushalten, vor allem für Familien mit Kindern. Sehr positiv zu vermerken ist, dass die ACSI-Rabattkarte akzeptiert wurde, sogar in der Hauptsaison Ende August. So bezahlten wir nur € 16 incl. Strom, Ent- und Versorgungsmöglichkeit direkt am Stellplatz und zwei Duschmarken. Regulär hätte es € 23,60 gekostet. Da kann man doch nicht meckern!

Touristenbereich direkt am SeeTouristenbereichBlick auf die Thermesurfen undBoot fahren erlaubtSanitärgebäudeKinderspielplatzSpielgerät 1Spielgerät 2Camperidylle 1Camperidylle 2DetailCamperidylle 3Camperidylle 4 in modernoder so

Übrigens: Unser Tommie sagt uns ganz zuverlässig, wo und wie wir fahren sollen. Uschi konnte ihm noch keine Schlamperei nachweisen! Er nervt nicht, sagt rechtzeitig Bescheid, wenn sich etwas ändert und kennt sich offensichtlich aus. Wir sind sehr zufrieden!!! Allerdings will das Kartenmaterial schon wieder upgedatet werden, mit 3 GB! Da brauchen wir mal ein WLAN ohne Volumenbeschränkung.

Seit Sonntagnachmittag sind wir in Bad Schönborn und stehen wie immer in Köhlers „WellMobilPark“ am Thermalbad. Einen ausführlichen Bericht über diesen schönen Stellplatz findet ihr, wenn ihr „hier“ klickt und auch oben in der Menüleiste bei unseren Stellplatzbeschreibungen.

written by Ingrid
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Kohlrabi im Pfannkuchenmantel

 
 
Nachdem ich letzte Woche in Mingolsheim wie fast jeden Tag am Stand des ortsansässigen Gemüsebauern vorbeikam, entschied ich mich nach zweimaligem Einkauf von Spargel an diesem Tag für die lecker aussehenden Bio-Kohlrabi. An den frischen Erdbeeren kam ich natürlich auch nicht vorbei. Zurück mit meinen kulinarischen Schätzen hatte Ingrid die Idee für ein neues (Lieblings-) Rezept: Kohlrabi in Pfannkuchen mit Käse überbacken.

Ich machte mich am Spätnachmittag an die Umsetzung der Theorie in die Praxis.

Die erste Bilderserie zeigt die Zutaten und die Arbeitsabfolge der Kohlrabifüllung für 4 große Pfannkuchen:

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2 große Kohlrabi, 1 Zwiebel, Petersilie, Öl, Kochsahne (vegetarisch), Pfeffer, (Kräuter-) Salz, Muskat

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Zwiebel glasig dünsten, Kohlrabi mitdünsten (8-10 Min.)

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Petersilie und Kochsahne unterrühren, würzen, Deckel drauf, Gas aus!

Die nächste Bilderserie zeigt die Zutaten (schon in der richtigen Reihenfolge von links nach rechts Zwinkerndes Smiley ) und das “absolut klümpchenfreie” Anrühren des Pfannkuchenteiges für 6 große Pfannkuchen

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Milch (~1/4 l), 2 Prisen Salz, Mehl (nach Gefühl bis der Teig zäh* ist),

* O-Ton Ingrid: Das versteht ja kein Mensch. Richtig heißt das “schwerreißend vom Löffel fallend”. 

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Eier nacheinander einrühren,

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der Teig sollte dickflüssig werden!

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Dafür sollten die Pfannkuchen dünn sein

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und nicht zu dunkel werden.

Die letzte Bildfolge zeigt das Füllen, Einrollen, Bestreuen mit Reibkäse

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und das Überbacken im Backofen. Dazu eine Info für Mobilisten, die im Wohnmobil einen Gasbackofen mit eingebautem Grill besitzen: Zuerst auf voller Pulle (Stufe 6) backen, bis der Käse anfängt zu verlaufen. Dann auf die obere “Grillflammenleiste” umschalten und überbacken bis der Käse knusprig braun ist. 

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Alle mit anderem Backofen müssen selbst klar kommen. Sarkastisches Smiley

27Guten Appetit!

Zwei von den gefüllten Pfannkuchen haben wir eingefroren.

Nachtisch?

28Na klar!

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written by Uschi
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P.S.: Wie immer könnt ihr die Fotos durch anklicken auf Originalgröße bringen.

Die Wintersaison 2013/2014 ist endgültig vorbei

 
Nun wird es ernst! Nachdem wir uns hier in Bad Schönborn noch eine Woche “Urlaubsverlängerung” gegönnt haben, verbunden mit ein paar ärztlichen Routine-Untersuchungen, die wir seit Jahren hier erledigen, müssen wir dann morgen wohl endgültig mal auf die Schwäbische Alb zurückkehren. Schnee ist dort hoffentlich nicht mehr zu erwarten! Ihr lacht, aber auch das hatten wir Ende Mai dort schon, siehe “hier”. Bis auf die letzten Tage war das Wetter für uns Wetterverwöhnte sehr gewöhnungsbedürftig, aber nun sind hoffentlich auch die Eisheiligen vorbei. Zum Glück gibt es hier direkt neben dem Stellplatz ja das Thermalbad und dort waren wir dann auch gleich dreimal. Wir gehen immer abends von 20-22 Uhr, da ist es preiswerter, nicht mehr voll und die Zeit reicht uns völlig aus. Es ist ein besonderer Genuss, in den Außenbecken die Abenddämmerung zu beobachten. Oder im warmen Wasser zu sein, während einem kalter Regen auf’s Haupt fällt!

Auch diesmal hat es uns auf dem Stellplatz “WellMobilPark” bei Köhlers wieder sehr gut gefallen. Hier ist Platz für 86 Wohnmobile. Bis 10m Länge kostet die Nacht € 9, darüber € 13 (Preise incl. Kurtaxe und Ent-/Versorgung). Strom gibt es entweder pauschal für € 2/Nacht (4 A) oder an Automaten für 50 Cent pro Kilowatt. Dort ist die Absicherung dann 16 A. Es gibt ein paar Plätze, die lang genug sind, um mit PKW-Anhänger eine Nacht zu bleiben, ohne abkoppeln zu müssen, ansonsten muss man den Hänger noch auf seinem Platz unterbringen und den PKW auf einem der benachbarten PKW-Parkplätze abstellen. Diese Regelung stammt daher, dass es immer wieder und überall Menschen gibt, die ohne zu zögern und ohne Unrechtsbewusstsein ihren PKW auf dem freien Nachbarplatz parken. Eine Unsitte, die wir auch überall auf den Campingplätzen beobachten. Am Torre la Sal gibt es inzwischen jeden Tag zwei bis drei Lautsprecherdurchsagen dieses Inhaltes, die allerdings so gut wie nichts bewirken. Es ist eigentlich traurig, dass man offenbar nur mit strikten Verboten und Überwachung derselben plus Androhung von Konsequenzen sein Ziel erreicht. Herr Köhler könnte, wie so manch anderer Stell- oder Campingplatzbetreiber, mit dem wir uns unterhalten haben, ein Buch schreiben über seine schmunzeligen bis ärgerlichen Erlebnisse. Immer wieder erheiternd ist, dass offenbar die meisten Wohnmobilfahrer gewöhnt sind, dass die Parzellen quadratisch-praktisch-gut angelegt sind. Nun hat Herr Köhler bei Anlegung seines Stellplatzes seiner Phantasie freien Lauf gelassen und in der Mitte des Geländes 17 Stellplätze in Form einer großen 8 angelegt (auf der Homepage im Lageplan gut erkennbar). die "Tortenstück"-HerausforderungSehr schön, aber für viele Mobilisten eine (fast) unlösbare Herausforderung! Man steht in zwei Kreisen, einmal mit 7, einmal mit 10 Mobilen, wie bei einer in 10 Stücke geschnittenen Torte. Vorteil: Der Abstand zum Nachbarn ist an einem Ende des Mobils enger und am anderen größer (sinnvollerweise da, wo man herausschaut). Ihr glaubt gar nicht, wie viele Ankommende das nicht verstehen, obwohl die Beschriftung der Plätze mit Pfeil zu Pfeil sowie Pfeilen auf der Straße und Begrenzungslinien unverwechselbar ist. Aber nein, man stellt sich parallel zum Nachbarmobil, blockiert so auch noch den nächsten Platz oder hat selbst keinen Sitzplatz draußen mehr. Wir verstehen es nicht, wie man so blöd oder ignorant sein kann!!! Köhlers haben es längst aufgegeben, die Leute zu bitten, ihr Mobil richtig hinzustellen, außer der Platz ist voll. Und das ist er oft! Viele bleiben nur eine Nacht, aber viele auch für einen Kurzurlaub. Oder ein Partner ist in einer der vielen Reha-Kliniken hier und der andere steht mit Wohnmobil hier. Auf jeden Fall gibt es ein reges Kommen und Gehen, was aber nicht stört, da der Platz sehr weitläufig ist. Ein Highlight ist sicher das direkt neben dem Stellplatz gelegene sehr schöne Thermalbad, außerdem gibt es ein medizinisches Fittness-Studio und das Thermalbad-Restaurant. Weitere Restaurants aller Güten und Preisklassen im fußläufig entfernten Ort. Verschiedene Einkaufsmöglichkeiten sind per Fahrrad gut erreichbar. Aber die täglichen Frühstücksbrötchen kann man am Stellplatz bestellen und vor dem Thermalbad stehen jeden Tag Verkaufswagen mit frischem Saisongemüse und –obst direkt vom Erzeuger sowie Backwaren. Wir haben in Spargel und Erdbeeren geschwelgt!!! Ein weiteres “Lieblingrezept” folgt demnächst.

In der anderen Richtung ist man sofort in einem großen Waldgebiet mit geteerten Straßen und naturbelassenen Wegen. Wunderbar geeignet zum Rad fahren, reiten, inline-skaten, joggen, walken oder einfach nur spazierengehen. Einen niedlichen kleinen Tierpark Tierpark (1)Tierpark (2)Tierpark (3)Tierpark (4)Tierpark (5)Tierpark (6)

gibt es und auf der anderen Seite der Wiese, auf die wir schauen, das große und sehr interessant gestaltete Gelände der “Eisenbahn-Freunde Bad Schönborn”. Der nächste Fahrtag ist leider erst am 1. Juni, aber wir haben ein paar Fotos von vor einigen Jahren für euch. Auf unserem “Regenbogen-Foto” im vorletzten Beitrag konnte man schon ein wenig vom Eingang sehen.

So, viel Spaß beim Anschauen und wir melden uns dann wieder aus Lauterburg!

Eisenbahn-Freunde Bad Schönborn - Fahrtag (1)Eisenbahn-Freunde Bad Schönborn - Fahrtag (2)Eisenbahn-Freunde Bad Schönborn - Fahrtag (3)Eisenbahn-Freunde Bad Schönborn - Fahrtag (4)Eisenbahn-Freunde Bad Schönborn - Fahrtag (5)Eisenbahn-Freunde Bad Schönborn - Fahrtag (6) Eisenbahn-Freunde Bad Schönborn - Fahrtag (7)Eisenbahn-Freunde Bad Schönborn - Fahrtag (8)Eisenbahn-Freunde Bad Schönborn - Fahrtag (9)Eisenbahn-Freunde Bad Schönborn - Fahrtag (10)Eisenbahn-Freunde Bad Schönborn - Fahrtag (11)Eisenbahn-Freunde Bad Schönborn - Fahrtag (12)Eisenbahn-Freunde Bad Schönborn - Fahrtag (13)

P.S.: Wie immer könnt ihr die Fotos durch anklicken auf Originalgröße bringen und den Fototext lesen, wenn ihr den Mauszeiger auf das Foto führt.

“Schönheitskorrekturen” an Oscarlotta

 
 
Am vorletzten Sonntag fuhren wir die letzten 150 km bis nach Polch. “Warum nach Polch und was ist das denn für ein Nest und wo ist das überhaupt?” fragt sich jetzt sicher so mancher unserer Blogleser.

Ich erzähle es euch: Unsere Oscarlotta ist ein “Flair” von Niesmann und Bischoff mit Firmensitz in eben diesem Polch. Das eigentlich unspektakuläre Städtchen liegt 3 km entfernt der Ausfahrt 7 an der A48 Koblenz Richtung Trier.

Polch ist aber für viele Wohnmobilisten absolut einen Stopp wert, weil: Man kann bei verschiedenen Händlern gaaanz viele verschiedenste Womos kucken und auch Zubehör kaufen, alles fußläufig erreichbar vom kostenlosen, leider oft schon mittags vollen, Stellplatz. Aber ein langer Straßenrand ist ja auch noch da. Es steht noch ein extra angelegter und eingezäunter Stellplatz zur Verfügung, allerdings NUR für Kunden mit Werkstatttermin, steht zwar groß auf einem Schild an der rechten Seite der Einfahrt, aber…! Die Ver- und Entsorgungsstation findet man  außerhalb des Firmengeländes, sie ist sehr gut anzufahren. Für Schleckermäulchen mit Bewegungsdrang gibt es in der Nähe des Stellplatzes eine alte Bahntrasse, die heute als Rad- und Fussweg dient. Die süße Belohnung für hinterher kann man im Fabrikverkauf von “de Beukelaer” bunkern.

Schon im November letzten Jahres zeichnete es sich ab, dass im Frühling Polch unser erstes Ziel in Deutschland sein würde. Wir hatten uns nach längerem Überlegen dazu entschlossen, unserer Oscarlotta ein REFIT (gängiger Begriff bei Schiffseignern bezüglich notwendiger oder einfach gewünschter Um- und Ausrüstungsarbeiten) zu gönnen.

Es wurde eine umfangreiche Liste: u. a. zwei neue Aufstellluken im Dach anstelle der nicht mehr funktionstüchtigen Luken zum Aufkurbeln (Ärgernis seit langer Zeit). Die neue Dachklimaanlage, die anstelle der dritten kaputten Luke eingebaut werden sollte, stand nach den guten Erfahrungen im letzten Jahr in USA und Kanada auch auf unserem Wunschzettel,

das fliegt nicht wegder Sommer kann kommen4 Solarplatten sind auch noch da oben versteckt

sowie eine neue Matratze für unser Heckbett (die 7 Jahre alte hatte schon eine sehr wellige unbequeme Oberfläche). Außerdem stand das Auswechseln der Buglichter an, denn: Das linke Birnchen hatte schon lange einen Wackelkontakt und dem rechten Positionslicht war der durchsichtige “Deckel” irgendwann mal unbemerkt abhanden gekommen. Buglichtchen ganz oben in den EckenIch hatte das “nackte” ungeschützte Lämpchen letztes Jahr schon mit einem auch durchsichtigen Schraubdeckel eines Apfelsaft-Tetrapacks versehen. Diese doch recht eigenwillige mit Tape geklebte Konstruktion wurde beim TÜV nicht entdeckt und schützte das funktionierende Birnchen zuverlässig ein ganzes Jahr. Dazu noch Folgendes: Ich hätte diese vermaledeiten Positionslichtchen (wir fahren die neuen Einbausätze seit gefühlt einer Ewigkeit spazieren) schon längst RICHTIG ausgetauscht, aber es war auch nach Ansicht aller anderen von mir befragten Wohnmobilisten fast bis gar nicht möglich. Die Reparateure in Polch haben es nun auf ihre (für mich brachiale Art) geschafft (Werkstattgeheimnis). Hoffentlich leuchten sie jetzt ganz lange Zeit! 

wieder ordnungsgemäß genietetDa uns im Herbst schon das zweite Mal ein Scharnier an der großen Seitenklappe der Heckgarage festgefressen war, mussten wir es austauschen. Ein Ersatzscharnier hatten wir in Spanien dabei, aber in Ermangelung von Nieten und der dazugehörigen Zange wurde es nach mühseligem Ausbohren der Nieten kunstvoll verschraubt. DANKE RUDHARD für deine Hilfe bei dieser Aktion!

Die am längsten (nämlich 7 lange Jahre!) bestehende Baustelle war – bis Dienstag, 6. Mai – unsere (einzige) Tür. “Peter” (der wichtigste Mann der Crew für uns) hat das geschafft, was nicht einmal die Mitarbeiter der Herstellerfirma in drei Versuchen geschafft haben: Unsere Eingangstür lässt sich ab jetzt mit einer Hand öffnen und schließen, ohne dass sie vom Rahmen gebremst wird. Sie schließt mit einem kaum hörbaren schmatzenden Geräusch und wir glauben immer nicht, dass sie wirklich schon zu ist. 😉 Außerdem können wir zwischen Tür und Rahmen bei geschlossener Tür nicht mehr nach draußen schauen und kalte Luft nicht mehr nach drinnen ziehen, herrlich!

Einen Werkstatttermin bei den “Niesmännern” für den 5. Mai zu bekommen, war im November noch kein Problem, die Bestätigungsmail kam postwendend.

Ein halbes Jahr später in Polch:

Wir bekamen am Sonntag, 4. Mai, am Nachmittag ohne Probleme auf dem “VIP”- Stellplatz ein Übernachtungsplätzchen und es blieb noch Platz für zwei weitere “berechtigte” Fahrzeugbesatzungen. Es stand diesmal nämlich kein “Nicht-Kunde” auf dem Platz.

Am Montagmorgen 7:20, in Worten: sieben Uhr und zwanzig Minuten! (für uns eigentlich lange vor dem Aufstehen), stehen wir vor dem großen Tor für Werkstattkunden. Pünktlich um halb acht geht das Tor für uns auf und wir werden in eine Werkstatt-Box eingewiesen. Nach ausführlicher Besprechung der anstehenden Arbeiten mit der uns zum Teil schon bekannten Crew machten sich die Mannen an’s Werk und wir konnten erst mal frühstücken gehen, übrigens ist die Bäckerei in 200m Entfernung gut sortiert. Anschließend machten wir es uns in der “Lounge” bei für Kunden kostenlosem N24-TV, Kaffee, Wasser und WLAN bequem. Letzteres funktionierte auch gut, sodass Ingrid für die nächsten Stunden ihrer Lieblingsbeschäftigung nachgehen konnte. Sie war glücklich, endlich den schon seit Tagen vorbereiteten letzten Blogbeitrag hochladen zu können, was bis dato die fehlenden Internetmöglichkeiten verhindert hatten. Ich bewegte mich lieber zwischen neuen Mobilen in der Ausstellungshalle, Stippvisiten in der Werkstatt (schön, dass man das hier darf) und meinem Sessel in der Lounge hin und her. Punkt 16 Uhr fuhren wir unser fast fertig repariertes und mit neuer Matratze versehenes Auto wieder auf den VIP-Stellplatz, ja – wir durften das, denn es blieb noch eine Restreparatur übrig für Dienstag, Gott sei Dank erst um 11 Uhr. Also wieder Frühstück beim Lieblingsbäcker und anschließend wieder warten. Um 15 Uhr konnten wir unser Mobil endlich auslösen.

Für die anstehenden Reparaturen und Verbesserungsarbeiten war die Werkstatt mit wirklich kompetenter Crew für unsere “Große” die beste Wahl! Wir sind sooo froh, denn wir wissen, jetzt ist Oscarlotta in dem Zustand: BESSER ALS NEU!!!

isse nich schick

Ein dickes Dankeschön geht an dieser Stelle auch an die Verantwortlichen des Ersatzteillagers: Seit 1996 werden georderte Ersatzteile umgehend privat und gegen Rechnung zugeschickt, auch nach Spanien!

Der Rest des Nachmittages verging wieder mit lästiger Autobahnfahrt im Doppelpack bis nach Bad Schönborn auf den WellMobilPark. Am Thermalbad bei Köhlers stehen wir immer wieder gerne. Wir werden eine Weile bleiben und von hier wieder berichten.

written by Uschi

P.S.: Wie immer könnt ihr die Fotos durch anklicken auf Originalgröße bringen und den Fototext lesen, wenn ihr den Mauszeiger auf das Foto führt.