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von Oscarlotta on tour Veröffentlicht in Allgemein

Werkstatt- und Corona-Update

 
 
Am Mittwoch hatte ich meinen nächsten und für dieses Jahr hoffentlich letzten Werkstatttermin. Mittwoch war der 1. Dezember und ab diesem Tag galt in Niedersachsen die 2G+-Regelung, u. a. auch für Beherbergungsbetriebe. Der Ministerpräsident, Herr Weil, hatte das so für sein Land entschieden. Ich rief vorsichtshalber bei der Werkstatt an und fragte, ob ich am nächsten Tag schon einen Test mitbringen müsse. In Steinhude gibt es eine Teststation, es wäre also sicher einfacher, mir den Test dort zu holen. Nein, hieß es am Telefon, im Kreis Hannover sei das wohl (?) noch nicht nötig. Wir hatten unsere Weiterfahrt, geplant nach Westerstede, noch verschoben (Uschi wollte schon vorfahren), um abzuwarten, was die MPK am Dienstag ergeben würde. Die war ja nun noch nicht eindeutig und wir hätten noch bis Donnerstag warten müssen. Aber mit Herrn Weils Entscheidung und der Tatsache, dass wir uns in Niedersachsen zweimal die Woche testen lassen müssten, um auf Stell- und Campingplätzen aufgenommen zu werden, beschlossen wir, Niedersachsen zu verlassen. Trauriges Smiley
Ich fuhr, wie geplant, am Dienstag nach unserer Lagebesprechung los, kaufte ein, tauschte eine Gasflasche und war kurz vor halb fünf an der Werkstatt. Mein Übernachtungsplatz vor Tor 1 war schon frei und so freute ich mich, sowohl auf Strom umstellen zu können als auch meine Winterabdeckung des Armaturbereichs einzusetzen. Die bringt eine Menge gegen die Kälte, die vom Motorbereich hereinkriecht. Ich machte es mir gemütlich und war kurz nach zehn im Bett.
 
Diesmal konnte ich Oscarlotta pünktlich um sieben in die Halle fahren. Ich fragte, ob ich auch in der Halle Strom bekommen könnte und so lief einer der Männer mit meinem Stromkabel neben Oscarlotta her. Ich darf in der Werkstatt ja nicht aussteigen. Da ich nicht in Halle 1, sondern doch wieder in Halle 2 fahren sollte, war es etwas umständlicher, da ich ja erst entsprechend weit zurückfahren musste, um „die Kurve zu kriegen“. Es klappte aber gut und ich freute mich darüber, einen oder zwei weitere Kaffee zu bekommen. Smiley
Diesmal arbeitete ein anderer Mechaniker an Oscarlotta und zunächst passierte alles von außen/unten. Irgendwann wurde das Diagnosekabel wieder angeschlossen und später das Motor-Update aufgespielt. Wie erwartet, ließ sich jetzt auch die nicht mehr aktive Fehlermeldung löschen. Daumen hoch
Mein Display, das auf den 1. Januar eines unbekannten Jahres zurückgestellt war, ließ sich nicht bearbeiten (das hatte ich aber schon gemerkt, als ich die Uhrzeit auf Winterzeit umstellen wollte) und auch dieses Problem wurde noch behoben. Und dann waren wir fertig und dabei war es erst 11 Uhr!!! Wieso es denn jetzt doch so schnell gegangen wäre, wollte ich wissen, immerhin war ja von mindestens 4-5 Stunden die Rede gewesen, evtl. auch 7. Und das ohne Motor-Update. Sie hätten am Vortag mal etwas Zeit gehabt und hätten die einzubauenden Teile schon verkabelt. Das nenne ich mal vorausschauenden Service! Überhaupt kann ich diese Werkstatt uneingeschränkt weiterempfehlen.
Es dauerte dann noch eine Stunde, bis ich bezahlen konnte. Das Motor-Update wurde von Iveco kostenfrei zur Verfügung gestellt, die Rückrufaktion kostete mich ja sowieso nichts und so bezahlte ich lediglich ein wenig Arbeitslohn.

Itzehoe

Um kurz nach 12 Uhr war Oscarlotta on tour. Uschi war auf dem Weg nach Itzehoe und ich folgte ihr. Das Wetter war nicht optimal, es regnete immer mal wieder und es war stürmisch. Auf der Autobahn war noch alles einigermaßen gut, aber die letzten 50 km auf der Landstraße bei zunehmender Dunkelheit waren ekelhaft. Es lagen sehr viele plattgefahrene Äste auf der Fahrbahn und ich musste mein Lenkrad krampfhaft festhalten, weil immer wieder unvermittelt Windböen kamen. Ich war froh und dankbar, unversehrt in Itzehoe angekommen zu sein und den mir von Uschi reservierten Platz belegen zu können. Mein Stromkabel reichte so gerade eben bis zur Steckdosensäule! Es gibt offizielle 10 Wohnmobilstellplätze in einem gekennzeichneten Bereich eines riesigen Großparkplatzes/Festplatzes, aber man darf wohl auch auf der Wiese stehen. Das bietet sich jetzt im Winter allerdings nicht an, es ist auch so schon alles recht nass und pfützig. Das Städtchen ist nett, wir machten am Donnerstag einen schönen Stadtbummel und gingen vorsichtshalber nach Monaten mal wieder zum Friseur, solange die 2G+-Regelung hier nicht gilt.

Itzehoe

Und dann kam die Nachricht, dass Herr Günther, der MP von Schleswig Holstein, sich solidarisch erklären will und ab dem 15. Dezember eine 2G+-Regelung für Beherbergungsbetriebe, also auch Camping- und Stellplätze, einführen wird. Erstauntes Smiley So ein Mist!!! Jetzt waren wir extra nach SH geflüchtet, dem Bundesland mit den niedrigsten Inzidenzen – und nun das! Wir finden die 2G+-Regelung grundsätzlich ja nicht verkehrt, es ist nur lästig für uns. Wir beschlossen, erst einmal abzuwarten…
Schon am späten Abend kam die Meldung, dass einige Bundesländer 2G+ wieder abschaffen wollen, unter anderem auch Niedersachsen!!! Allerdings nur für Menschen, die schon ihre Booster-Impfung erhalten haben. In Niedersachsen sogar inoffiziell mit sofortiger Wirkung. Das spricht nun wirklich nicht dafür, dass zwischen den Ministerien zweier benachbarter Bundesländer Absprachen stattfinden. Jetzt bleibt abzuwarten, ob Herr Günther seine Ankündigung auch wieder zurücknimmt und wir in Schleswig Holstein bleiben können oder doch wieder nach Niedersachsen zurückfahren müssen. Was für ein Hickhack!!! Haben die Politiker immer noch nicht verstanden, dass es nicht sinnvoll ist, die Bürger mit immer neuen und immer anderen Verordnungen zu verwirren? Verwirrtes Smiley

Passt auf euch auf und bleibt gesund!

written by Ingrid
photos taken with iPhone

P.S.: Wie immer könnt ihr die Fotos durch anklicken auf Originalgröße bringen und den Fototext lesen, wenn ihr den Mauszeiger auf das Foto führt.

Trotz alledem

wünschen wir euch einen schönen 1. Adventssonntag
mit Kerzen, Plätzchen oder Stollen oder beidem,
etwas innerlichen Frieden und
viel Zuversicht und Hoffnung…

 

Und wer mag, kann trotz alledem ab Mittwoch wieder „Kalendertürchen öffnen“. Wer nicht mehr weiß, wie das geht, kann jetzt schon einmal üben und das Foto anklicken. Vielleicht bringt es ja etwas Licht und Glanz!

 
Advent

von Oscarlotta on tour Veröffentlicht in Advent 2021

Werkstatt zum Ersten, zum Zweiten, zum Dritten…

 
Im November muss Oscarlotta zur HU/AU. Aufgrund der besonderen Umstände muss ich mir immer da, wo ich gerade bin, eine passende LKW-Werkstatt suchen. Natürlich könnte ich auch einfach zum TÜV oder zur Dekra fahren, so wie letzten November in Coburg, aber diesmal stand wieder ein Ölwechsel an. Wir waren inzwischen in der Nähe von Soltau und dort gab es, was ich brauchte.

Iveco-Siemsglüss

Iveco-SiemsglüssUm 10 Uhr sollte ich dort sein, also war frühes Aufstehen angesagt! Uschi holte mich ab, nachdem ich alles in Auftrag gegeben hatte und wir fuhren erst einmal einen Kaffee trinken und danach ins Designer Outlet Soltau. Das kannten wir schon und wussten, dass es ein asiatisches Restaurant gibt mit sehr leckeren Gerichten, auch vegetarisch. Das Outlet ist, verglichen mit Wertheim oder Roermond, eher klein und nordisch schlicht. Es war aber sehr schön herbstlich geschmückt, natürlich mit viel Heidekraut.

Designer Outlet SoltauDesigner Outlet SoltauDesigner Outlet Soltau

Dann war warten angesagt und gerade, als wir beschlossen, schon einmal auf den Parkplatz der Werkstatt zu fahren, kam der Anruf, dass Oscarlotta fertig sei. Der TÜV-Prüfer hatte nichts zu beanstanden gehabt, ABER da sei ja noch eine Rückrufaktion von Iveco offen!? Ich erklärte, dass ich die im letzten November nicht hatte erledigen können, weil die Werkstatt die benötigten Teile nicht bekam. Danach hatte ich beschlossen, die Sache auf sich beruhen zu lassen. Es handelt sich um irgendein Bauteil des ABS und um ungünstige Bedingungen von Wassereintritt. Da es 14 Jahre gut gegangen war, ging ich davon aus, dass das so bleiben würde. Der Werkstattmensch informierte mich dann allerdings, dass ich es machen lassen müsse, weil sonst 2022 die Betriebserlaubnis meines Fahrzeuges erlöschen würde! Erstauntes Smiley
Das war ein schlagendes Argument! Er fragte ab, ob die Teile verfügbar waren und meinte, dass sie innerhalb von drei Werktagen da sein müssten. Das war am Dienstag und am nächsten Montag rief ich mal an. Es wären leider noch nicht alle Teile da! Ich erinnerte noch einmal daran, dass ich auf der Durchreise sei und bat darum, mich nicht zu vergessen. Die Woche verging, ohne dass sich etwas tat! Am Montag erfuhr ich, dass drei von vier Teilen da seien und das vierte wahrscheinlich Mitte der nächsten Woche komme. Wahrscheinlich ist ein sehr ungenauer Begriff und so sagte ich, dass ich erstmal zum Steinhuder Meer (100km) fahren würde und zurück käme, wenn das Teil da sei. Falls es sich massiv verzögere, müsse man mir halt alles dahin nachschicken, wo ich dann gerade sein würde.
Wir fuhren am nächsten Tag und ungefähr auf der Hälfte der Fahrt tauchte unvermittelt eine Fehlermeldung im Display auf: „Motor defekt – Motor kontrollieren lassen – 129“. Gleichzeitig leuchteten zwei Lämpchen auf, die mir nichts sagten. Sonst passierte nichts, Oscarlotta fuhr brav weiter. Ich steuerte den nächsten Parkplatz an, stellte den Motor aus und startete hoffnungsfroh neu. Die Meldung kam sofort und die Lämpchen leuchteten. Verwirrtes Smiley Nicht mehr ganz so frohgemut fuhr ich weiter. Die Meldung kam in regelmäßigen Abständen, aber Oscarlotta fuhr unbeirrt, kein Leistungsverlust, kein Notlauf. Auf dem Stellplatz am Steinhuder Meer angekommen, schaltete ich den Motor noch ein paarmal aus und ein, bis ich auf dem richtigen Platz und auf Keilen stand, das Ergebnis war immer gleich. So würde ich natürlich nicht nach Soltau zurückfahren, das war klar! Ich machte mich in meiner Iveco-Betriebsanleitung schlau und im Internet, mit dem Ergebnis, dass es alles mögliche sein könne und einige Erfahrungsberichte besagten, dass alles mögliche ausgetauscht worden war, auch mehrfach und die Fehlermeldung nach ein paar hundert Kilometern wieder auftauchte. Trauriges Smiley
Na, prima!
Ich suchte nach der nächstgelegenen Iveco-Vertragswerkstatt. Zunächst fuhren wir aber nach Neustadt am Rübenberge zum Impfen, ich berichtete darüber bereits. Am Montag ging es dann mit Uschis Fahrzeug zur Werkstatt, die nur 14km entfernt ist. Ich machte einen Termin für die Fehlerüberprüfung und gab die Rückrufaktion in Auftrag. Das war in Ordnung, aber nicht an einem Tag durchführbar. Die Arbeiten der Rückrufaktion würden 4-5 Stunden dauern (das wusste ich schon) und bei einem Vollintegrierten auch schon mal 7 Stunden! Das Nachschicken der Teile würde man veranlassen, sobald ich mitteilen würde, dass sie in Soltau vorrätig seien. So weit, so gut! Ich bekam einen Termin für den übernächsten Tag, auf meine Bitte hin nicht zum Arbeitsbeginn um sieben (!) Uhr, sondern „erst“ für halb zehn.
Also hieß es, früher zu Bett gehen und SEHR FRÜH aufstehen. Beides klappte, aber viel Schlaf habe ich trotzdem nicht gekriegt. 15 Minuten, nachdem wir bei Iveco weg waren, rief übrigens Soltau an und vermeldete, dass alle Teile da seien! Smiley mit geöffnetem Mund


Und jetzt steht Oscarlotta schon seit fast vier Stunden in der Werkstatt über einer Grube und der Mechaniker macht und tut und läuft mit dem Diagnose-Laptop hin und her und rauf und runter. Ich durfte zum Glück mit rein und bin auch eine Hilfe, muss er doch nur seine Anweisungen geben für Zündung ein und Motor an und nicht jedesmal selbst einsteigen und sich die Plastikschoner über seine Schuhe ziehen, Oscarlotta hat nun einmal keine Fahrertür.

WerkstattWerkstatt

Ich habe es warm und alles, was ich brauche, aber langsam nervt es, zumal der Ausgang noch völlig ungewiss ist…

Es dauerte dann insgesamt 7(!) Stunden, mit dem Ergebnis, dass irgendein Ersatzteil geordert wurde und am nächsten Morgen angeliefert werden sollte. Und ganz offensichtlich hatte der Mensch, der seit viertel vor zehn an Oscarlotta gearbeitet hatte, uns inzwischen vergessen. Als er irgendwann nach einer guten halben Stunde mal wieder vorbeikam und ich ihn fragte, worauf ich denn jetzt eigentlich noch warten muss, fiel ihm ein, dass er mir ja das Tor öffnen sollte, damit ich rausfahren kann. Cooles Smiley Da Oscarlotta nicht wirklich fahrfähig und ich wirklich geschafft war, fuhr ich mit ihr nur vor das Nachbartor, hinter dem ein nicht fahrfähiger LKW stand. Der war die ganze Zeit in der Halle unser stummer Nachbar gewesen. Zwischen den Rolltoren gab es eine Außensteckdose und ich hatte absolut keine Skrupel, sowohl den Kühlschrank als auch meine Heizung mit Strom zu betreiben. Ich würde wohl genug Geld hier lassen müssen! Für den nächsten Tag hieß es, um 7 Uhr parat zu stehen und zu hoffen, dass das Ersatzteil da sein würde. Und dass es das Problem beheben würde!

Übernachtungsplatz

Um 22 Uhr war ich im Bett und konnte sogar relativ zügig einschlafen, es war wunderbar ruhig draußen. Um sechs ging der Wecker!!! Während der nächsten Stunde bekam ich nach langer Zeit mal wieder einen Eindruck vom Leben der arbeitenden Bevölkerung. Witzig, sich vorzustellen, dass alleine für diese Firma jetzt parallel zu mir sich eine Menge Menschen fertigmachten. Um halb sieben wurde der erste Auszubildende per PKW abgeliefert, die ersten zwei LKW verließen den Hof. Um viertel vor sieben ging das Licht im Empfangsraum und in den Büros an, dann in den sechs Werkstatthallen und ein Beschäftigter nach dem anderen trudelte ein. Ich nutzte den Strom noch schnell für zwei Kaffee, bevor ich mein Stromkabel verstaute. Punkt 7 Uhr war ich startklar! Und dann passierte – NICHTS! War das Ersatzteil noch nicht da? Hatte man mich erneut vergessen? Zu übersehen war Oscarlotta ja eigentlich nicht und in dem Büro nebenan hatte ich meinen Mechaniker schon gesehen und er mich sicherlich auch, wartend auf meinem Fahrersitz. Könnte nicht mal irgendjemand kommen und Bescheid geben??? Draußen wurde es langsam hell. Wenn das Wetter besser gewesen wäre, hätte ich seit ewigen Zeiten mal wieder einen Sonnenaufgang erleben können, zu ahnen war er. Und hätte ich doch bloß mein Stromkabel noch angeschlossen gelassen, für einen dritten Kaffee! Noch lieber wäre mir allerdings gewesen, noch eine Stunde länger schlafen zu können.
Um acht holte ich mir einen Kaffee im Empfangsraum. Zur Vermeidung von Plastikmüll hatte ich meine eigene Kaffeetasse mitgebracht. Die dürfe er nicht anfassen, wegen Corona, sagte der Mitarbeiter. Ich durfte sie dann aber immerhin selbst in den Kaffeeautomaten stellen und er drückte die Taste. Seltsame Zeiten! Ob hier, wie es seit dem Vortag gesetzlich vorgeschrieben ist, jeder nicht geimpfte Mitarbeiter täglich einen Schnelltest vorweisen muss? Ich bezweifle es. Nach meinem Impfnachweis hatte auch niemand gefragt und ich musste ihn der Büroangestellten regelrecht aufdrängen. Ich sage ja schon lange, so wird das nichts! ? Ganz anders in allen Bäckereien mit angeschlossenem Café. Bevor man überhaupt bestellen kann, muss man nachweisen, dass man geimpft ist!
Zu dem Thema (auch wenn es mit meinem Werkstattmarathon nur bedingt zu tun hat), ist „hier“ noch ein unterhaltsames und informatives Video, von und mit der genialen Mai Thi Nguyen-Kim (maiLab). Sie bringt es, wie immer, auf den Punkt und ich empfehle es vor allem denen, die meinen, dass Corona doch nicht mehr so schlimm ist, weil sie geimpft und vielleicht schon geboostert sind und deswegen dieses Jahr Weihnachten doch wieder so stattfinden kann wie früher. Sorry, Leute, kann es nicht! Müdes Smiley
Mein Ersatzteil sei leider noch nicht da, erfuhr ich. Und nun? Er würde mal in der Werkstatt nachfragen gehen… Ich hatte meine Tasse fast leer getrunken, bis er wieder auftauchte. Ich könne in die Halle fahren, das Teil sei da. Es war kurz vor halb 9 und man begann, unter Oscarlotta etwas einzubauen.
Um viertel nach 9 wurde das Diagnosekabel wieder angeschlossen und alles begann von vorne. Ein Magnetventil für die EGR-Steuerung war getauscht worden, aber es behob offenbar das Problem nicht, welches auch immer. Ich durfte wieder die Zündung und den Motor ein- und ausschalten… Der Mechaniker machte einen leicht verzweifelten Eindruck und ging erst einmal frühstücken. Danach arbeiteten zwei Männer weiter und verstanden nicht, warum das, was sie probierten, nicht funktionierte. Irgendwann blieb die Fehlermeldung aus und auch die Motor-Kontrolllampe leuchtete nicht mehr. Aber der Mechaniker war immer noch alles andere als zufrieden. Er verschwand erneut in den Untergrund und es klopfte und hämmerte und ich wurde leicht hin und her geschaukelt. Inzwischen war es 11 Uhr. Mein Glück war, dass inzwischen das Firmen-WLAN funktionierte und so schrieb ich häppchenweise an diesem Text und schaute ein Video nach dem anderen. Es wurde Mittag und bevor „mein“ Mechaniker in die Pause ging, teilte er mir mit, dass er eine Anfrage bei Iveco gestellt hätte, um die exakten Einstellwerte zu bekommen. In der Hoffnung, dass (bald) eine Antwort kommen würde. Ich machte mich langsam mit dem Gedanken vertraut, auch die nächste Nacht noch hier verbringen zu müssen. Enttäuschtes Smiley
Nach der Mittagspause fing man an, an dem stummen Nachbarn zu schleifen. So laut konnte ich mein iPad gar nicht stellen, da halfen nur noch Kopfhörer. Langsam tat mir auch der Hintern weh, obwohl ich schon zwischen Beifahrer- und Fahrersitz wechselte. Sooo lange war ich noch in keiner Werkstatt!
Es kam keine Antwort von Iveco. Um 15 Uhr beschloss der Mechaniker, alles wieder ein- oder zusammenzubauen. Mit (viel?) Glück würde die Fehlermeldung wegbleiben. Es würde auch soweit alles gut aussehen, teilweise fast wie neu, also mache ein Austausch wenig Sinn. Interessanterweise bestätigte sich alles, was ich im Internet dazu gelesen hatte. Die Fehlermeldung könnte also durchaus wieder auftauchen und was dann zu tun ist, keine Ahnung!?!? Es hängt offenbar alles mit der Abgasrückführung zusammen, wohl weniger ein Altersproblem als eines der geringen Fahrleistung. ICH HABE KEINE AHNUNG!!! Verwirrtes Smiley
Kurz vor 16 Uhr konnte ich Oscarlotta aus der Halle fahren, ein LKW wartete schon auf den freien Platz. Zu der Firma gehört auch eine große LKW-Flotte, die alle möglichen Sparten bedient. Wahrscheinlich ist die Werkstatt vor vielen Jahren aufgrund der wachsenden LKW-Anzahl entstanden, was ja nur logisch wäre.
Da es schon anfing, dunkel zu werden, bat ich darum, eine weitere Nacht bleiben zu dürfen. Ich wollte/musste auf der Rückfahrt nämlich LPG tanken, eine Gasflasche tauschen und einkaufen und bei Ankunft auf dem Stellplatz über die VE-Station fahren. Das alles im Dunkeln erledigen zu müssen behagte mir nicht wirklich und überhaupt reichte es mir schon wieder. Werkstatttage sind einfach anstrengend! Auf dem Platz der Nacht zuvor hätte ich wieder um sieben in der Lage sein müssen, zur Not wegzufahren, aber ich wollte ganz dringend mal wieder länger schlafen. Also wurde mir der nächste verfügbare Platz mit Steckdose zugewiesen, neben der Bremsprüfanlage. Dort stand ich etwas ziemlich geneigt, hatte aber keine Lust mehr, auf Keile zu fahren. Ich bin da relativ schmerzfrei, für eine Nacht allemal. Für die Dauer einer Stunde war reger LKW-Verkehr, die einen kamen zurück, die anderen starteten ihre Tour und dann war es wieder herrlich ruhig. Was ich wohl würde bezahlen müssen???

Das erfuhr ich dann am nächsten Tag. Ich beeilte mich, noch vor der Mittagspause im Bürobereich aufzuschlagen, mein Schlafdefizit hatte ich um einen Bruchteil verringern können. Die Rechnung belief sich auf „nur“ €841,50 – darin enthalten €695 Lohnkosten. Ich hatte mit mehr gerechnet! Ob alles gut ist/bleibt, wird sich zeigen. Da ja sowieso noch die Rückrufaktion aussteht, wird man ein Motor-Update, vier Versionen neuer, bei Iveco anfordern und installieren. Der Mechaniker geht davon aus, dass er dann auch endlich die nicht mehr aktive Fehlermeldung, die sich trotzdem nicht löschen lässt, gelöscht bekommt. Wir werden sehen…

Leider habe ich versäumt, noch ein Foto von meinem schrägen Schlafplatz zu machen! Auf der Rückfahrt war alles gut, ich stoppte noch an einer Tankstelle, an der ich sowohl LPG tanken als auch meine leere Gasflasche tauschen konnte (für günstige €20), fuhr auf dem Stellplatz wie geplant über die VE-Station und war dann froh, Oscarlotta wieder auf ihren Platz stellen und wohnlich einräumen zu können. Und Uschi freute sich auch, dass ich wieder da war! Smiley
Über das Wochenende kann ich mich jetzt erholen und am Dienstag werde ich zum Übernachten wieder vor der Werkstatt und am nächsten Morgen um 7 Uhr „Gewehr bei Fuß“ stehen…

Steinhude

Passt auf euch auf und bleibt gesund!

written by Ingrid
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P.S.: Wie immer könnt ihr die Fotos durch anklicken auf Originalgröße bringen und den Fototext lesen, wenn ihr den Mauszeiger auf das Foto führt.

Kleine Örtze (Rückschau)

 
 
Uschi war in Lauterburg am Mittwoch wieder losgefahren und machte Zwischenstopp in der Pfalz. Ich fuhr am Sonntag in Stendal weg und nachmittags trafen wir uns auf dem Campingplatz „Zum Oertzewinkel“ bei Munster, wohin wir zwei Wochen vorher schon hatten fahren wollen. Diesmal reservierten wir aber erstmal nur für zwei Nächte, denn schon auf der Campingplatz-Webseite war von schlechtem bis nicht vorhandenem Mobilfunknetz die Rede. Es wurde zwar auch kostenloses WLAN angeboten, aber wir wollten uns vor Ort selbst ein Bild machen und dann gegebenenfalls verlängern. Außerdem liegt der Campingplatz zwar sehr schön in der Natur, aber sonst gibt es auch nichts. Die nächste Einkaufsmöglichkeit ist 5km entfernt und vorausschauend hatte ich meinen Kühlschrank voll gemacht. Ebenfalls hatte ich bei der Durchfahrt in Munster meine LPG-Tankflasche gefüllt und zwar bei der Tankstellenkette „Hoyer“, eine mittelständische Unternehmensgruppe im Familienbesitz. Vor Jahren schon hatte Brodo mir den Tipp gegeben, der so wertvoll ist, weil der Propananteil bei Hoyer 95% beträgt. Das ist im Winter wichtig, da bei einem hohen Butananteil bei Minustemperaturen die Füllmenge der Flasche nicht gänzlich genutzt werden kann. Hoyer gibt es überwiegend im Norden Deutschlands, aber es werden auch andere Tankstellen beliefert und das sogar nicht nur in Deutschland. Ich habe die Hoyer-App und wann immer sich eine Möglichkeit bietet, nutze ich sie.
Auf den Campingplatz in Kreutzen war ich aufmerksam geworden, als ich nach Campingplätzen in der Lüneburger Heide bzw. im niedersächsischen Landkreis Heidekreis suchte und mich der Platzplan faszinierte, weil einmal längs durch den ganzen Platz ein Flüsschen verläuft, die kleine Örzte. Diese entspringt auf dem nicht weit entfernten Truppenübungsplatz Munster-Nord und fließt dann in südliche Richtung durch ihr ursprüngliches renaturiertes Tal und mündet in Kreutzen in die Örtze (und die später in die Aller). Das gesamte Tal mit einer Gesamtfläche von 330 Hektar wurde 1993 zum Naturschutzgebiet „Tal der kleinen Örtze“ erklärt.
(Quelle: Wikipedia)

LageplanKleine Örtzeunser Platz

Interessant fand ich außerdem die Tatsache, dass es auf diesem Campingplatz keine unterschiedlichen Preise nach Saisonzeiten gibt, es gilt ein Preis für das ganze Jahr! Zusätzlich gibt es noch diverse Aktionsangebote, z. B. Zeiten, in denen Hunde nichts zusätzlich kosten oder man die Tageszeitung und Brötchen für zwei Personen kostenlos bekommt oder für Kinder, die mit ihren Großeltern kommen, nichts berechnet wird oder die Herbstaktion. Die galt gerade und bedeutet, dass es bei Abfahrt pro Stellplatz und Übernachtung 1kg leckere Heidekartoffeln dazu gibt. Wir blieben zwei Nächte und hatten danach 4kg Kartoffeln! Smiley mit geöffnetem Mund Äußerst lecker und äußerst schmutzig, die Erde dort ist rabenschwarz.

Kartoffelacker

Auch wenn Hunde nicht grundsätzlich kostenfrei sind, ist man nicht hundefeindlich, im Gegenteil. Es gibt nicht nur einen ausgewiesenen Hundespazierweg rund um den Platz, sondern auch einen Hunde-Infoflyer mit wichtigen oder interessanten Infos für Herrchen und Frauchen. Eine nette Idee!

StromzählerEs gibt 70 Touristenplätze, 90 Dauerstellplätze und 65 Mobilheimplätze, die Größe der Parzellen variiert von 120qm (Urlaubsstellplatz) bis 160qm (Komfortplatz). Strom gibt es entweder pauschal für €2,50/Nacht oder nach Verbrauch mit für Campingplätze sehr günstigen €0,45/kWh. Beim Dauercamping gilt ein Grundpreis für eine Platzgröße von 120qm, jeder weitere Quadratmeter kostet unfassbar günstige 80 Cent!!! Der gesamte Campingplatz macht einen wirklich guten und gepflegten Eindruck, das Betreiberehepaar ist sehr freundlich, ABER es gibt wirklich so gut wie keinen Mobilfunkempfang, schon das Telefonieren gestaltete sich schwierig. Das WLAN war wackelig (besseres Internet kriegt er seit Jahren nicht her, wie Herr Cohrs uns sagte) und DVB-T funktionierte natürlich auch nicht. Also leider keine Bedingungen für uns, um dort länger zu verweilen. Erstauntes Smiley

MobilheimDauercamperbereichKneippbecken

Sehenswert ist die VE-Station im „Hinterhof“ und besonders einfallsreich die Möglichkeit, seine Toilettenkassette zu entleeren. Aber alles funktionierte und es wird sogar kostenfrei ein Hochdruckreiniger zur Verfügung gestellt! Eine lange Leiter gab es auch, ich hätte also endlich mal wieder das Dach von Oscarlotta säubern können, aber ich konnte mich nicht dazu durchringen! Enttäuschtes Smiley

HinterhofToilettenausgussVEHinterhof

Passt auf euch auf und bleibt gesund!

written by Ingrid
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P.S.: Wie immer könnt ihr die Fotos durch anklicken auf Originalgröße bringen (bessere Qualität) und den Fototext lesen, wenn ihr den Mauszeiger auf das Foto führt.

Geschafft!!!

 
 
Boosterimpfung

Uschi hatte vor knapp zwei Wochen per Zufall im Internet gelesen, dass in einer kleinen niedersächsischen Stadt in der Nähe des Steinhuder Meeres ein Apotheker in Eigeninitiative ein erstes Impf“zentrum“ errichten würde. Offenbar hatte er 100 Meter von seiner Apotheke entfernt schon länger in einem Ladenlokal eine Teststation betrieben. Jetzt sollte es heißen „bitte nach rechts zum Testen und nach links zum Impfen“, alles unbürokratisch, für alle, Erst-, Zweit- oder Drittimpfungen, Montag bis Freitag, 10-16 Uhr, ohne Anmeldung. Am nächsten Tag kam die Meldung, dass der Impfbetrieb angelaufen sei und von der Bevölkerung gut angenommen würde. Uschi wäre Ende dieses Monats „dran“ mit boostern, ich erst Heiligabend. Sofort war klar, dass wir unser Glück versuchen würden!
Also fuhren wir zum Steinhuder Meer und heute nach Neustadt am Rübenberge. Dort gibt es sogar einen Wohnmobilstellplatz, kostenfrei, aber ohne alles. Wir nutzten ihn nur als Parkplatz und liefen die kurze Strecke bis in die Fußgängerzone. Eine relativ lange Menschenschlange zeigte uns, dass wir richtig waren. Zum Glück war es trocken, die Sonne schien sogar und es war nicht allzu kalt. Unsere Befürchtung war, dass man uns nicht impfen würde, weil wir keine Niedersachsen sind. Es ging 30 Minuten lang Meter für Meter vorwärts, dann bekamen wir wie alle vor uns Klemmbretter mit den notwendigen Formblättern zum Ausfüllen ausgehändigt, eine junge Mitarbeiterin wollte eine Telefonnummer von uns, einen Ausweis und den Impfpass. Ohne weiteren Kommentar durften wir uns wieder in die Warteschlange einreihen. 1. Hürde geschafft! An zwei Tischen saßen zwei Ärzte, einer offensichtlich schon lange im Ruhestand, und prüften die Unterlagen, fragten, ob die ersten Impfungen Probleme gemacht hätten und ob man noch irgendwelche Fragen habe. Kein Kommentar zu unseren Heimatadressen, auch nicht dazu, dass bei mir erst knapp fünf Monate seit der zweiten Impfung vergangen sind, die dritte Impfung (wieder Comirnaty, also BioNTech/Pfizer) wurde eingetragen und eine junge Ärztin wartete schon, quasi mit der Spritze in der Hand, hinter einem Wandschirm. Smiley mit geöffnetem Mund Zwei Impfwillige gleichzeitig wurden behandelt (es gab noch eine weitere Ärztin, vielleicht auch Apothekerin), welcher Arm wurde abgefragt, Ärmel hoch, Impfstoff rein, Pflaster drauf, fertig! 15 Minuten solle man direkt nebenan warten, es gab einige Stühle und einen Tisch mit einem Wasserspender. Wir nutzten die Zeit, um das digitale Impfzertifikat vom Impfportal Niedersachsen herunterzuladen.
Und dann gab es auf der anderen Straßenseite erst einmal (viel) Kaffee und (wenig) Kuchen!!!

Boosterimpfung

Wir sind sowas von happy! Kuss senden Verliebt So unkompliziert kann es also gehen.

DANKE NIEDERSACHSEN!!!
Hoffentlich macht dieses Beispiel von Zivilcourage und Eigeninitiative Schule!!! Vorbildlich auch, dass auf dem Plakat am Schaufenster außer in deutsch noch in fünf „exotischen“ Sprachen informiert wurde!

Passt auf euch auf und bleibt gesund!

written by Ingrid
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WOW!!! Schon wieder???

 
 
???War nicht gerade erst November/Advent/Weihnachten??? Wo ist das Jahr hin? Und die relative Freiheit, die uns durch die langersehnte Impfung einen einigermaßen entspannten Sommer und Herbst hat verbringen lassen? Ein ganzes Jahr ist es her, dass ich mich mit Oscarlotta in Coburg in einen Lockdown begab, der nur für den November dauern sollte und sich dann in dreiwöchentlichen Verlängerungen ganze 7 (SIEBEN!!!) Monate hinzog.
Es waren harte Monate, ohne nennenswerte persönliche Kontakte und so besonders zermürbend, weil ein Ende nicht absehbar war. Das nach jeder Ministerpräsidentenkonferenz neu festgelegte Enddatum empfand man nach kürzester Zeit so wie ein Hund, dem zum wiederholten Mal die Wurst am langen Stock vor die Schnauze gehalten und im Moment des Zuschnappens schnell wieder weggezogen wird. Die Wurst blieb verlockend, aber die Hoffnung auf Erfolg war nicht mehr vorhanden. Enttäuschtes Smiley
Umso glücklicher war ich, als im späten Frühjahr die Inzidenzzahlen auch in Bayern fielen und es wieder losgehen konnte! Schnell bestätigte sich allerdings die Befürchtung, dass die Stell- und Campingplätze im Sommer und Herbst noch voller sein würden als schon die Jahre zuvor, nicht nur, weil natürlich alle endlich wieder unterwegs sein wollten, sondern weil so viele Wohnmobile und Wohnwagen neu dazugekommen waren. Ins Ausland trauten sich viele noch nicht und in seinem eigenen zwei-/vier-/sechsrädrigen Zuhause fühlte man sich am sichersten, zumal man normalerweise ja autark ist.
Wir verbrachten Sommer und Herbst also mehr stehend als rollend, was nicht optimal, aber akzeptabel war. UND JETZT DAS!!! Erstauntes Smiley

Vergleich 2020/2021

Explodierende Infektionszahlen, erneut überlastete Krankenhäuser, das Nachlassen des Impfschutzes bei vielen Älteren und besonders Gefährdeten, eine nur noch geschäftsführende Bundesregierung, die den zweiten Sommer in Folge keine ausreichenden Vorsorgen getroffen hat und offensichtlich nach wie vor mit den Anforderungen überfordert ist. Andere Länder kriegen das besser hin! Natürlich fällt uns auch die Tatsache auf die Füße, dass sich ca. 15 Millionen der bundesrepublikanischen Bevölkerung (Erwachsene wohlgemerkt) bisher nicht haben impfen lassen, aus welchen Gründen auch immer. Nein, solidarisches Verhalten sieht anders aus! Andere Länder kriegen das besser hin! Die täglichen Zahlen, Kommentare, Einschätzungen, Warnungen, Bedenken, Voraussagen machen mich kirre und nach wie vor #mütend! Viel zu vielen Menschen gelingt es offenbar sehr viel besser als mir, den Kopf in den Sand zu stecken oder zumindest die Ohren auf Durchzug zu schalten und natürlich ist das Herumgeeiere der Bundes- und Landesregierung*en nicht sehr hilfreich. Viele Menschen sind nach fast zwei Jahren Pandemie auch einfach nur fettich (Kohlenpott-Slang). Sehr verständlich! Aber (zu) viele sind auch leider nur egozentrisch, aus Prinzip, aus persönlicher Wesensstruktur, aus Unsicherheit, aus Uninformiertheit. Dumm nur, dass genau diese Menschen, nicht geimpft, jetzt (aktuell zu 90%!!!) die Kapazitäten der Intensivstationen der Krankenhäuser sprengen und alle anderen Bedürftigen, wenn sie Pech haben und eine Notfallbehandlung brauchen, das Nachsehen haben werden. Weil kein Bett für sie mehr frei ist, weil sie einen Transport in ein weiter entferntes Krankenhaus vielleicht nicht überleben werden. Und das alles, wo unser Gesundheitssystem schon lange kaputt gespart wurde und es zwar freie Betten gibt, aber kein Personal. Ist halt nicht sinnvoll, wenn der Gesundheitsminister agiert wie ein Bankkaufmann. Man sollte im Moment echt nicht notfallmäßig ins Krankenhaus müssen! Aber auch die Menschen, die schon lange auf eine Operation warten, haben vielfach Pech, weil keine Kapazitäten mehr vorhanden sind. Machen die Menschen, die sich nicht impfen lassen wollen, sich das alles nicht klar? Ist es ihnen egal? Ich verstehe das nicht!!! Zähnezeigendes Smiley

Corona

Quelle: Instagram

Wir sind inzwischen in Niedersachsen und bald sind wir an der Reihe, geboostert werden zu können. Ich stelle mich schon darauf ein, wieder irgendeinen Landrat kontaktieren zu müssen, um die Möglichkeit zu bekommen, in einem „fremden“ Bundesland geimpft zu werden. Auf die aktuellen Beteuerungen seitens der Politik, dass es keinen erneuten Lockdown geben soll, kann ich nicht mehr vertrauen, zu oft schon wurde etwas versprochen, das letztendlich nicht gehalten wurde, weil es nicht gehalten werden konnte, weil man zu blauäugig war. Nicht alle haben offenbar etwas gelernt aus den Erfahrungen der letzten Monate, nicht alle Politiker und nicht alle Bürger. Wie sonst ist es zu erklären, dass in NRW Karneval stattfinden kann? 2G hat ja wohl eher eine Alibifunktion, ist beim Straßenkarneval nicht durchsetzbar, weil nicht kontrollierbar.

Karneval

Also bleibt uns wie bisher nur übrig, uns selbst zu schützen und das bedeutet, wie besonders im letzten Winter auch schon, alle nicht notwendigen Kontakte zu vermeiden. Die damit einhergehenden Lebensqualitätseinbußen müssen wohl als Kollateralschäden verbucht werden, so wie all die Todesfälle derer, die, obwohl geimpft und vorsichtig und rücksichtsvoll, aus welchen Gründen auch immer medizinische Nothilfe benötigen und diese nicht erhalten können, siehe oben. Ich finde, dieser Preis ist zu hoch, viel zu hoch!!!

Vertiefend zu diesem Thema empfehle ich die Sendung von Maybrit Illner vom 11.11.2021 (zu finden in der ZDF-Mediathek) und die verlinkte Kolumne von Sascha Lobo (Ausschnitt nachfolgend).

Kolumne

Spiegel


 

Passt auf euch auf und bleibt gesund!

written by Ingrid
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P.S.: Wie immer könnt ihr die Fotos durch anklicken auf Originalgröße bringen und den Fototext lesen, wenn ihr den Mauszeiger auf das Foto führt.

Auf den Spuren der Hanse

 
 
Mit meiner Entscheidung für Quedlinburg war auch mein nächstes Ziel schon vorprogrammiert. Unser langjähriger Fulltimer-Wohnmobilfreund Brodo hielt sich gerade in Stendal auf, um einige Zahnarzttermine wahrzunehmen. Das ist eine der besonderen Herausforderungen von uns Vollzeit-Wohnmobilisten, wir müssen uns Ärzte da suchen, wo wir gerade sind, wenn es notwendig wird. Stendal bietet Wohnmobilisten und Gespannfahrern die Möglichkeit, auf einem großen gemischten Parkplatz am Stadtrand kostenfrei zu stehen, mit VE-Station, aber ohne Strom. Gemischt bedeutet, dass nicht nur PKWs, sondern auch LKWs und Anhänger für unterschiedliche Dauer dort abgestellt werden und es dementsprechend viel Fahrgeräusche gibt. Zusätzlich gibt es auffallend viel tatütata, das Krankenhaus ist gleich nebenan. Nachts war es aber erstaunlich ruhig und man kann sich auf dem großen Platz dorthin stellen, wo es einem am besten gefällt. Ich hatte sogar Gras vor der Tür!

Schützenplatz Stendal

Zufällig erwischte ich ein mobiles Bettenreinigungsunternehmen an seinem letzten Tag auf dem Platz. Meine Sommer- und Winterdecke kann ich in der Waschmaschine waschen, aber die Kopfkissen nicht. Also nutzte ich die Gelegenheit und hatte nach 45 Minuten und je €8 zwei porentief gereinigte und gut duftende Kissen. Mit der jungen Betreiberin kam ich ins Gespräch und erfuhr, dass ihr Urgroßvater das Geschäft eröffnet hat, ihr Großvater es erweiterte, der Vater es mit einem umgebauten LKW mobil machte und sie es mit ihrem Mann jetzt in der 4. Generation betreibt. Der Schwerpunkt lag und liegt immer noch bei der Reinigung und Aufarbeitung von Federbetten/-decken/-Kopfkissen. Dafür war die Zeit früher vermutlich besser als heute und die Coronalage setzte ihnen ebenfalls zu, denn nicht alle Gemeinden hatten ihnen während der letzten Monate eine Steh- und Arbeitserlaubnis erteilt. Obwohl der Austausch der zu reinigenden/gereinigten Artikel quasi kontaktlos im Freien stattfindet. Sie wohnen in einem Wohnwagen und als ich erwähnte, dass ich ebenfalls zum „fahrenden Volk“ gehöre, war das Eis gebrochen. Laut lachen Ich bekam noch einige Tipps, wo es sich lohne hinzufahren und als sie mir Tangermünde nannte, konnte ich sagen, dass ich von dort gerade komme. Ich wollte nämlich nach vier Tagen ohne Strom endlich wieder meine Kaffeemaschine nutzen können und hatte mich für den Stellplatz in Tangermünde entschieden, der nur 18km von Stendal entfernt liegt. Angedacht war, dass Brodo mit seinem Reisekollegen zum Wochenende auch dorthin kommen würde.

Tangermünde

Tangermünde machte, von allem, was ich gelesen hatte, einen sehenswerten Eindruck und der Stellplatz ebenfalls. Neben dem eigentlichen Wohnmobilstellplatz mit 70 Plätzen (€12 incl. Strom) gibt es noch eine große Sandfläche, teilweise mit Gras bewachsen, auf der ebenfalls Wohnmobile stehen dürfen, natürlich gegen Gebühr und ohne Strom. Schon beim Vorbeifahren entschied ich mich für die „Wiese“. Dort standen an zwei Seiten zwar auch schon Wohnmobile dicht an dicht (später entdeckte ich, dass es dort noch eine Stromsäule mit ein paar Steckdosen gab), aber auf den beiden anderen Seiten standen nur noch vereinzelt Mobile und so hatte ich nur einen einzigen Kastenwagen-Nachbarn mehrere Meter entfernt, der dann später sogar noch wegfuhr. Perfekt!

TangermündeTangermünde

Keine direkten Nachbarn zu haben war mir sehr viel wichtiger als kostenloser Strom. Dann würde jetzt endlich mal mein Gas-Espressokocher zum Einsatz kommen, den ich mir vor längerer Zeit mal für genau solche Situationen gekauft hatte. Das Kaffeepulver war vakuumverschweißt, also einsatzbereit. Am nächsten Tag schaute ich nach, wie die Stromabsicherung überhaupt ist (bei pauschaler Bezahlung meist nicht sehr hoch) und tatsächlich hätte ich eventuell noch auf kleinster Stufe damit heizen und natürlich meinen Kühlschrank betreiben können, aber für meine Kaffeemaschine hätte es auf keinen Fall gereicht! Und heizen musste ich nicht, es blieb noch ein paar Tage richtig schön warm. Ich bekam auch die nächsten Tage keine Nachbarn, die mir auf die Pelle rückten und hatte zeitweise ein wunderbares Gefühl von Urlaub, draußen in der Sonne, barfuß im Sand, mit einem Pott starkem Kaffee und Kuchen. Verliebt

Urlaub

Die Kaiser- und Hansestadt Tangermünde erkundete ich „hintenherum“. Zwischen Stellplatz und Wiese verläuft ein betonierter Fahrweg Richtung Tanger und zu einem Deich, hinter dem ich die Elbe vermutete. Dem war allerdings nicht so, der Deich begrenzt wohl lediglich ein Überschwemmungsgebiet. Die Elbe war von hier nicht zu sehen.

TangerTangermündeTangermündeTangermünde

Aber über einen schmalen Deichpfad gelangte man nach kurzer Zeit zum Hafen und zu den beeindruckenden Festungsanlagen der Altstadt. Die gesamte Stadt liegt so hoch, dass ihr die Elbe nichts anhaben kann.

TangermündeTangermündeTangermündeTangermündeTangermünde

Allzu viele alte Gebäude sind nicht mehr erhalten und das Städtchen selbst wirkt etwas wie im Dornröschenschlaf, aber für einen Nachmittagsrundgang gibt es genug zu sehen und wer gerne in Restaurants geht, der kommt hier auf jeden Fall auf seine Kosten. Man ist ganz auf Touristen eingestellt. Von der Existenz eines besonderen Lokals in der ehemaligen alten Schule habe ich leider erst in Stendal erfahren.

TangermündeEulenturmTangermündeTangermünde
St.-Stephan
St.-Stephan
St.-Stephan
St.-StephanTangermündeAlte PostAlte PostAlte PostAlte Post

Die im Stil der norddeutschen Backsteingotik errichtete evangelische Kirche St.-Stephan habe ich mir auch von innen angeschaut und wie immer war ich fasziniert von den handwerklichen Fähigkeiten aus früheren Jahrhunderten, sei es Steinmetzkunst, Holzmalereien oder Gobelinstickerei. Wie viele Monate muss es gedauert haben, bis dieses riesige Gobelinbild fertiggestellt war? Erstauntes Smiley

GobelinGobelinGobelinSt.-StephanSt.-StephanSt.-StephanSt.-StephanSt.-StephanSt.-Stephan

BurgVon der alten Burg, vor mehr als 1000 Jahren erbaut, existiert noch das Burgtor und der Gefängnisturm. Nach der Entstehung der Stadt Tangermünde im 13. Jahrhundert zog 1373 der damalige Kaiser Karl IV in die Burg ein und ließ sie schlossähnlich ausbauen. Nach seinem Tod 1378 und den nachfolgenden Hoheitsstreitigkeiten diente die Burg unterschiedlichen Herren und wurde schließlich 1640 von schwedischen Truppen niedergebrannt. Ab 1902 wurde mit dem Wiederaufbau begonnen und seit 1999 wird in den ehemaligen Schlossgebäuden ein Hotel betrieben.
(Quelle: Wikipedia)

Das ab 1430 erbaute historische Rathaus Tangermünde auf dem Marktplatz mit seiner spätgotischen Schauwand gilt als Paradestück deutscher Baukunst der Backsteingotik. Darin befindet sich auch das Heimatmuseum. Es veranschaulicht unter anderem die Geschichte der Grete Minde, die die Stadt 1617 angezündet haben soll und dafür zwei Jahre später auf dem Scheiterhaufen starb. (Quelle: Wikipedia)
Leider war die Vorderfront eingerüstet, ein Foto findet sich auf der oben verlinkten Webseite.

Kurz vor dem beeindruckenden Stadttor entdeckte ich vor einer Töpferei eine „spanische“ Mosaikbank!!!

TöpfereiMosaikbank

Bei unseren Aufenthalten am „Torre la Sal 2“ vor Jahren hatte ich Mosaikbänke, -mauern, -allerlei im näheren und weiteren Umkreis gesammelt (fotografiert) und mich immer aufs Neue daran erfreut (Interessierte können für eine kleine Auswahl „hier“ klicken), aber ich kann mich nicht erinnern, in Deutschland oder sonstwo welche gesehen zu haben. Lustigerweise schickte mir Uschi dann genau zur gleichen Zeit ein Foto von einer Bank, die sie da entdeckt hatte, wo sie inzwischen war!

Mosaikbank

Sowie ihre als auch meine kommen schon recht nah an die von marokkanischen Mosaikkünstlern (einfache Arbeiter) gefertigten in Spanien heran! Kuss senden

Das alte Stadttor begeisterte mich total!

Neustädter TorNeustädter TorNeustädter TorNeustädter TorNeustädter TorNeustädter TorNeustädter TorNeustädter TorNeustädter Tor

Am Parkscheinautomaten des Stellplatzes konnte man ein Ticket für eine oder für zwei Nächte ziehen. Nirgendwo stand etwas von einer Höchstverweildauer. Also bezahlte ich nach zwei Tagen erneut für zwei weitere Nächte. Das hätte dann bis zum Donnerstag gereicht. Am Mittwoch kam ein Fahrzeug der Stadt und man stellte ein Absperrgitter in die Einfahrt zur Wiese. Außerdem fuhr das Fahrzeug über den ganzen Platz und es wurde jedes Kennzeichen fotografiert. Dass jemand die Tickets kontrolliert, hatte ich noch nicht beobachtet, aber das konnte natürlich vor meiner Aufstehzeit passiert sein. Das Fahrzeug verließ den Platz, ohne dass jemand ausgestiegen war. Ich suchte vergeblich nach einem Hinweis am Absperrgitter. Kurze Zeit später kam das Fahrzeug zurück, diesmal stieg ein Mann aus und ich ging zu ihm und fragte, ob ich etwas wissen sollte. Bei der Gelegenheit erfuhr ich, dass man nur maximal zwei Nächte bleiben darf (das sei doch klar, wenn man nur für zwei Nächte zahlen könne!) und außerdem, dass der Sandplatz ab Freitag gesperrt sei. Alle, die jetzt schon da seien, hätten ja nur bis längstens Freitag bezahlt und ab jetzt dürfe niemand mehr auf den Platz fahren. Nun machte auch das Fotografieren der Kennzeichen Sinn! Da ich schon bis Donnerstag bezahlt hatte, durfte ich noch bleiben, aber eine weitere Verlängerung war natürlich nicht möglich und somit auch nicht der Besuch von Brodo. Wir hätten zwar auf dem eigentlichen Stellplatz stehen können und vielleicht wäre es auch egal gewesen, dass ich dann schon dreimal zwei Nächte dort gewesen wäre, aber auf dem Stellplatz geht es wirklich eng zu und das gefällt mir nicht und Brodo schon gar nicht. Erstauntes Smiley

StellplatzStellplatz

Also zog ich am nächsten Tag um nach Stendal. Dann würde ich diese Stadt auch noch kennenlernen. An stehen ohne Strom hatte ich mich ja schon gewöhnt und Kaffeepulver hatte ich auch noch genug!
Der „Schützenplatz“ stellte sich dann ja auch als angenehmer heraus, als ich befürchtet hatte und am Freitag erkundeten Brodo und ich Stendal. Er kannte bisher nur den Weg zu seinem Zahnarzt und nicht viel mehr. Auch in Stendal ist noch zu merken, dass es zu früheren Zeiten eine gut befestigte (Hanse-) Stadt war, aus den ehemaligen Wallanlagen sind schöne Grünanlagen entstanden, es gibt noch zwei alte Stadttore, viele Gebäude in nordischer Backsteingotik, einige gut erhaltene Fachwerkhäuser und insgesamt fünf Kirchen. Das ist für eine Stadt mit über die Jahrzehnte durchschnittlichen 35000 Einwohnern recht viel und umso erstaunlicher, als die meisten Einwohner Stendals heute konfessionslos sind (15% evangelisch, 3% katholisch). Aber letzteres ist sicher eine der Langzeitfolgen der ehemaligen DDR und ersteres ein Zeichen für den ehemaligen Wohlstand dieser alten Hansestadt.

MarienkircheMarienkircheMarienkircheRolandFachwerkhausFachwerkhausSt. PetriUenglinger Tor

Nett und lustig war dann noch diese ganz besondere Fassadenmalerei:

Dampf-WäschereiDampf-WäschereiDampf-WäschereiDampf-WäschereiDampf-WäschereiDampf-Wäscherei

Passt auf euch auf und bleibt gesund!

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UNESCO Weltkulturerbestadt Quedlinburg

 
 
Nach 10 Tagen wollten wir weiterfahren, zwei Stellplätze auf einem Campingplatz in der Lüneburger Heide waren schon reserviert. Uschi hatte jedoch undefinierbare gesundheitliche Probleme und beschloss kurzfristig, nach Lauterburg zurückzufahren, um ihren langjährigen Hausarzt zu konsultieren. Ich entschied, erst einmal abzuwarten und verlängerte bei Frau König auf unbestimmte Zeit. Am Dienstag gab Uschi Entwarnung, da sie aber noch nicht unmittelbar wieder fahren konnte/wollte, nahm ich etwas in Angriff, was schon seit ewigen Zeiten auf „meiner Liste“ stand, nämlich die Besichtigung der UNESCO Weltkulturerbestadt Quedlinburg.
Quedlinburg hat keinen Wohnmobilstellplatz, sondern auf drei verschiedenen Großparkplätzen jeweils 6 ausgewiesene Parkflächen für Wohnmobile mit der Möglichkeit, Strom anschließen zu können. Das ist nicht gerade viel. Bei einem der Plätze, der direkt bei der Altstadt liegt, darf man auch auf den Busparkplätzen stehen, aber nur zwischen 18 und 8 Uhr.

Busparkplatz

SchlossparkplatzAuf dem Schlossparkplatz darf man auf jedem PKW-Platz stehen, sofern man, wenn man länger als ein PKW ist, rückwärts mit dem Heck über die anschließende Rasenfläche fahren kann. Wenn es eine gibt. Ich informierte Frau König über meinen Plan und sie riet mir vom Schlossparkplatz ab, weil der sehr eng sei. Und ihrer Meinung nach könne man den dritten Platz mit einem großen Fahrzeug im Moment gar nicht anfahren, da dort gebaut würde. Enttäuschtes Smiley Ich bezahlte am Mittwoch, fütterte mein Navi mit den Adressdaten des Platzes mit den Busparkflächen und fuhr die 46km bis Quedlinburg. Auf der Ringstraße um die Stadt herum sollte ich links abbiegen, die Durchfahrt war aber nur erlaubt bis 3,5t. Bei der nächsten Straße genauso! Während ich noch überlegte, wie ich nun zu dem Stellplatz kommen könnte, sah ich plötzlich das Parkplatzschild vom Schlossparkplatz und bog todesmutig in die schmale Kopfsteinpflasterstraße ab. Zum Glück ging es sofort wieder rechts durch eine Schranke mit Parkscheinautomaten auf den Parkplatz. Und der sah voll aus!!! Ich kam an den ausgewiesenen Wohnmobilstellplätzen vorbei, die von zwei Mobilen und vier PKWs belegt waren. Müdes Smiley Die Plätze sind breiter und länger und entsprechend gekennzeichnet, trotzdem interessiert das einige PKW-Fahrer nicht, Hauptsache, man muss nicht so weit laufen. Das ist auf allen gemischten Parkplätzen so und demonstriert gut, wie ichbezogen und rücksichtslos oder desinteressiert und dumm manche Menschen sind. Augen rollendes Smiley Ich fuhr langsam weiter und ahnte Schlimmes. Wenn zwischen zwei PKWs mal eine Lücke war, reichte die von der Breite her nicht für Oscarlotta. Ich fuhr ganz hinten herum und sah in der Kurve schon, dass auf einer Längsspur ein Wohnmobil stand und dass die Fläche davor noch für uns reichen müsste. Ich parkte Oscarlotta rückwärts ein und nutzte zum Rangieren eine kleine Grünfläche, die als Abgrenzung zur Kurve hin diente. Vor mir war nichts mehr außer der Fahrspur, links hatte ich eine Grünfläche mit Bäumen zum Sitzen (die ich in den folgenden Tagen noch sehr zu schätzen wusste) und rechts waren auf der anderen Seite der Fahrspur reine PKW-Plätze, die an diesem Tag alle belegt waren und an den nächsten Tagen so gut wie nicht! Oscarlotta war ca. 30cm breiter als die Parkspur, aber das war unerheblich. Vorsichtshalber ließ ich meine Trittstufe eingefahren und meine seitliche Heckgaragenklappe nur geöffnet, um schnell Stuhl, Fußteil und Beistelltischchen herauszuholen oder wieder wegzupacken.

SchlossparkplatzSchlossparkplatzSchlossparkplatz

Zunächst erwog ich noch, abends eventuell auf einen der Wohnmobilplätze umzuziehen, zumal ich entdeckte, dass es ganz in meiner Nähe vier weitere Steckdosen an sechs PKW-Plätzen gab. Die waren aber dermaßen schräg, dass ich hätte auf Keile fahren müssen und der Abstand zu den Nachbarmobilen war überall äußerst gering. Die Platzgebühr (€10/Mobil/Nacht) zahlt man bei Abreise am Automaten, aber die Kurtaxe/Touristenabgabe von €3/Person (!) muss man beim Platzwart bezahlen (ab 15 Uhr im Bowlingcenter) und bekommt sowohl einen Nachweis, den man sichtbar im Mobil befestigen muss als auch ein Gutscheinheft wie beim letzten Platz. Auch hier kann man wieder umsonst mit den Bussen fahren. Ich sagte dem Mann, wo ich stehe und er hatte kein Problem damit, obwohl ich die Hälfte der für drei PKWs vorgesehenen Fläche einnahm. Hätte ich Strom gewollt, hätte ich bei ihm Strommarken kaufen können, für jeweils 8 Stunden 2 Euro. Dazu hätte ich entweder umziehen oder mein Stromkabel quer über den Fahrweg ziehen müssen. Die Sonne schien, ich brauchte Strom nur für meine Kaffeemaschine und beschloss, den Kaffee aushäusig zu trinken. Ein VE-Station gibt es auch, die Toiletten- und Abwasserentleerung ist kostenfrei möglich, für Frischwasser benötigt man ebenfalls Wertmarken.

VE-StationVE-Station

Ich war für meine Verhältnisse früh dran (um überhaupt noch eine Chance auf einen freien Platz zu haben) und beschloss, an diesem Nachmittag nur eine erste Schnuppertour um den Schlossberg zu laufen. Auf die leider eingerüstete Schlosskirche schaute ich direkt aus Oscarlotta heraus.

AusblickAusblick

Die schmale Kopfsteinpflastergasse zu laufen bedeutete erhöhte Aufmerksamkeit, aber schon nach der ersten Kurve fiel ich in einen Begeisterungstaumel. Ich schien mir keine falschen Vorstellungen von dieser Stadt gemacht zu haben! Verliebt

AltstadtAltstadtAltstadtAltstadtAltstadtAltstadt

Unverhofft kam ich am Eingang zum Schlossberg vorbei, die 68 Stufen stellten kein Hindernis dar und als Belohnung bekam ich einen tollen Überblick über die Altstadt. So viele Kirchturmspitzen!

AltstadtSchlossbergAltstadtAltstadtAltstadtAltstadtAltstadtAltstadtAltstadt

Und so viele liebevolle Details in den Sträßchen! Ich war schon an diesem ersten Nachmittag total begeistert!

AltstadtAltstadtAltstadt

FeiningerVon der Übersicht in Google Maps wusste ich, dass ganz in der Nähe des Schlossparkplatzes eine Lyonel-Feininger-Galerie ist und als ich schließlich auf meinem Rundgang dort vorbeikam, kaufte ich kurzentschlossen eine Eintrittskarte. Feininger gehört schon seit meinen Jugendjahren zu meinen Lieblingsmalern, allerdings kannte ich, wie sich jetzt herausstellte, nur die Schaffensepoche seiner späten Jahre und war entsprechend überrascht, was für ein excellenter Karikaturist und Zeichner er war.
 
 
FeiningerFeiningerFeiningerFeininger
Feininger

Er wurde als Sohn zweier deutscher Musiker zwar in New York geboren und starb auch dort, nachdem die Familie nach der Machtübernahme der Nationalsozialisten Deutschland 1937 verließ, aber schon mit 16 Jahren übersiedelte er mit seinen Eltern nach Deutschland, wo er den größten Teil seines Lebens verbrachte und schnell sehr erfolgreich wurde. Ein Höhepunkt seines Schaffens war sicherlich 1919 die Berufung durch Walter Gropius an das neu gegründete Bauhaus in Weimar. Dort lernte er den kunstbegeisterten promovierten Juristen Hermann Klumpp kennen, der aus Quedlinburg stammte. Als 1937 über 400 seiner Werke der von den Nationalsozialisten durchgeführten Aktion „Entartete Kunst“ zum Opfer fielen und aus den Museen entfernt wurden, übergab er seinem Freund bedeutende Teile seines Werkes zur Aufbewahrung und übersiedelte mit seiner jüdischen Ehefrau nach New York. Diese Werke waren ab 1970 die Grundlage für die Entscheidung, in Quedlinburg die Sammlung der Öffentlichkeit zugänglich zu machen.

FeiningerFeininger

Dafür musste aber erst einmal ein zerfallender Gebäudekomplex restauriert werden, was äußerst erfolgreich gelang, sich aber über sechs Jahre hinzog.

FeiningerFeininger

Ein kleines, aber feines Museum, dessen Besuch sich lohnt! Daumen hoch

Die nächsten zwei Nachmittage durchstreifte ich systematisch erst den westlichen und dann den östlichen Teil der Altstadt, immer mit den benötigten Kaffeepausen natürlich.

KaffeepauseKaffeepauseKaffeepauseKaffeepause

BimmelbahnDass ich fast alles entdeckt hatte, stellte ich am letzten Tag fest, einem Samstag, an dem es vor Touristen nur so wimmelte. Keine Chance auf einen freien Tisch! Also entschied ich mich für eine 45-minütige Tour mit der Quedlinburger Bimmelbahn und kam überall dort noch einmal vorbei, wo ich zu Fuß schon gewesen war. Auf dem Rückweg gab es noch ein leckeres Eis im Becher.

Am Sonntag klopfte es um 11 Uhr an Oscarlottas Tür. Ich war zwar schon wach, aber noch im Bett. Es eilte ja nicht mit der Abfahrt, dachte ich. Der Platzwart informierte mich dann allerdings darüber, dass „Tag des offenen Denkmals“ sei und es voll werden würde. Wenn ich noch länger bleiben wolle, müsse ich umziehen, damit alle drei PKW-Plätze verfügbar seien. Ich versicherte ihm, dass ich in einer Stunde weg sei und gab Gas! Der Parkgeldautomat wollte dann allerdings meinen Fünfzig-Euroschein partout nicht annehmen, egal wie herum ich ihn einschob. Kartenzahlung gab es nicht, aber zum Glück war der Platzwart ja schon da. Nee, 50 Euro nimmt der Automat nicht! Da ich von der Anreise schon wusste, dass ich von meinem Fahrersitz aus nicht an den Einschubschlitz für das Parkticket kommen würde, auch nicht, wenn ich mich halb aus dem Fenster hänge, bat ich ihn, um nicht extra noch einmal aussteigen zu müssen (Oscarlotta hat ja keine Fahrertür), ob er mir die Schranke öffnen könne. Kein Problem, er wollte sofort mitgehen. Nein, ich müsse mein Mobil ja erst noch holen! Dann solle ich einfach hupen, wenn ich vor der Schranke stehe. Als ich diese zu Fuß passierte, fuhr ein Wohnmobil herein, die Beifahrerin stieg direkt vor meiner Nase aus und so erkannte ich sie wieder, als sie offensichtlich nach einem Platz suchend an Oscarlotta vorbeikam. Ich informierte sie, dass ich sofort wegfahren würde und sie hier stehen dürften, wenn sie nur einen Platz beanspruchen würden. Ihr Mobil war kürzer als Oscarlotta und ihr Mann beschloss, rückwärts über das kleine Grasdreieck zu fahren. Ich wartete, bis er gedreht hatte und fuhr dann Richtung Schranke, musste aber leider feststellen, dass ich dort nicht um die Kurve kam. Ich versuchte zu rangieren, blockierte damit aber die Einfahrt und hatte hinten nicht genug Platz, sodass ich notgedrungen noch eine Runde über den Platz fahren musste, bis ich endlich richtig, wenn auch gegen die Fahrtrichtung, vor der Schranke ankam. Gleichzeitig wollte ein PKW reinfahren und als ich hupte, fühlte der junge Fahrer sich angesprochen und stieg aus seinem Auto aus. Ich bat ihn, mein Ticket einzuschieben. Zeitgleich erschien der Platzwart in der Tür des Bowlingcenters und wollte herübereilen. Ich rief ihm zu, dass mir schon geholfen würde, bedankte mich bei dem netten PKW-Fahrer und verließ den Platz und die Stadt. Kuss senden

QuedlinburgIm Anschluss zeige ich einfach noch eine Auswahl an Fotos. Wer noch nicht in Quedlinburg war, dem empfehle ich diese interessante über 1000-jährige Stadt uneingeschränkt! Und definitiv diesen Parkplatz. Durch den Hintereingang der Feininger-Galerie ist man in kürzester Zeit am Schlossberg (und dem Platz mit dem Käsekuchen-Café) und auf dem besten Weg in die Altstadt.
 
 
 
SchlossbergSchlossbergSchlossbergSchlossbergSchlossbergSchlossberg

SchlossbergSchlossbergSchlossbergSchlossbergSchlossbergSchlossbergAltstadtAltstadtAltstadtAltstadtAltstadtAltstadtAltstadtAltstadtAltstadtAltstadtAltstadtAltstadtAltstadtAltstadtAltstadtAltstadtSchlossparkplatz

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Harzblick

 
 
HarzblickWeiter ging es, diesmal wieder nur eine überschaubare Strecke, in den Harz. Dort war Uschi noch nie so richtig und ich zum ersten Mal in meinem Leben in Braunlage im Kinderheim, mit 11 Jahren. Wir entschieden uns für einen kleinen privatgeführten Stellplatz in der Nähe von Wernigerode. Das sollte sich als goldrichtig herausstellen. Nicht nur, dass der Platz sehr liebevoll gestaltet und mit €10 noch verhältnismäßig preiswert ist, sondern der Betreiberin, Frau König, ist es ein persönliches Anliegen, dass ihre Gäste sich wohl und gut betreut fühlen. Bei jedem neu ankommenden Wohnmobil erscheint sie unmittelbar nach Ankunft mit einem Körbchen am Arm, in dem Begrüßungsleckerli sind. Für die Menschen! Eine sehr sympathische Geste! Verliebt Die Anmeldeprozedur, die in einem offenen Holzpavillon stattfindet, gestaltet sich sehr ausführlich, da nicht nur die Kurkarte ausgefüllt werden muss, sondern es auch noch jede Menge Tipps gibt. Der Kurbeitrag beträgt €2,50/Tag/Person, dafür kann man allerdings im gesamten Harzkreis kostenfrei Bus fahren und bekommt außerdem noch die üblichen Rabattcoupons für Einkäufe oder Restaurantbesuche etc…
Wir hatten vorsichtshalber zwei Plätze reserviert und auch wenn es bei unserer Ankunft noch nicht so aussah, als ob das nötig gewesen wäre, so zeigte sich schon zwei Tage später, dass nicht nur wir auf diesen Platz aufmerksam geworden waren. Die offiziell angegebenen 20 Plätze waren jeden Abend belegt, wobei es ab 15 Mobilen schon äußerst schwierig wurde. Ich schlug vor, eine zweite Etage ins Auge zu fassen, aber Frau König meinte, noch mehr arbeiten wolle sie eigentlich nicht mehr in ihrem Alter. Sie betreibt den Platz zusammen mit ihrem jetzt schwer erkrankten Mann seit 15 Jahren auf eigenem Grundstück hinter ihrem Wohnhaus. Der Stromkasten wird bei jedem Ankömmling oder Abreisenden auf- und wieder zugeschlossen, der Zählerstand wird notiert und man bezahlt 60 Cent/kWh bei Abreise. Bezahlung ausschließlich in bar! Alles noch etwas altertümlich, auch die Webseite, und sehr arbeitsintensiv, aber eben auch sehr persönlich. Sehr passend heißt der Ort Darlingerode. Zwinkerndes Smiley

HarzblickHarzblickHarzblickHarzblickHarzblickHarzblickHarzblick

Uschi, die wie immer vor mir da war, hatte uns die besten Plätze ausgesucht. Ich hatte einen schattenspendenden Baum auf der Türseite und keine direkten Nachbarn, da der Durchgang zu den Müllbehältern freibleiben musste. Zudem hatte ich vollen Ausblick auf das gesamte Treiben auf dem Platz und das ist ja immer wieder interessant. Cooles Smiley
In unmittelbarer Nähe des Stellplatzes gibt es einen Metzger und einen Bäcker und in ca. 5 Minuten ist man an der Bundesstraße, an der die Bushaltestellen sind und auch ein Netto-Einkaufsmarkt. Die Lage des Platzes in einem Wohngebiet bedeutet absolute Ruhe, vor allem nachts.

Unser erster Busausflug ging nach Wernigerode, was wir nur seinem bekannten Namen nach kannten. Es war wie erwartet, viele schöne Fachwerkhäuser, ein tolles Rathaus und viele Menschen. Das Wetter war durchwachsen und den ersten Regenschauer nutzten wir für eine Fahrt mit der Bimmelbahn hoch zum Schloss. Dieses sieht von unten spektakulärer aus als wenn man davorsteht, aber man hat natürlich einen schönen Blick ins Tal und hinüber bis zum Brocken, der nur 12km entfernt ist.

WernigerodeWernigerodeWernigerodeWernigerodeWernigerodeWernigerodeWernigerodeWernigerodeWernigerodeWernigerodeWernigerode

Dorthin hätten wir natürlich mit der legendären Brockenbahn, einer dampfbetriebenen Schmalspurbahn, fahren können, aber nicht nur, dass uns der Fahrpreis und die Fahrtdauer abschreckte, sondern Frau König riet uns auch davon ab. Uschi war auf der Fahrt schon durch abgestorbene Fichtenwälder gekommen und war entsetzt und Frau König meinte, so sei ein Großteil der Bahnstrecke, es wäre zum Weinen. Zufällig stieß ich nach unserem Aufenthalt auf eine Sendung im MDR-Fernsehen: „Mit Volldampf auf den Berg der Deutschen – Die Brockenbahn“. So konnte ich doch noch hochfahren und ich erfuhr auch noch vieles aus der Zeit der DDR in Bezug auf die Bahn und den Brocken, was mir nicht geläufig war. Wen es interessiert, „hier“ klicken.

Der nächste Ausflug ging nach Bad Harzburg, wieder per Bus. Die Fahrt dauerte 40 Minuten und der nächste Bus zurück fuhr dann auch erst wieder nach 2½ Stunden. Zum Glück bot das Städtchen mehr als auf den ersten Blick vermutet und wir bekamen die Zeit gut herum. Das schöne Wetter spielte dabei eine entscheidende Rolle. Der Unterschied zu Wernigerode hätte größer nicht sein können. Bad Harzburg wirkte auf uns, als ob es irgendwo in den 1960er-Jahren stehengeblieben sei. Gefallen hat es uns aber trotzdem. Smiley

KücheBad

Passt auf euch auf und bleibt gesund!

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Bad Frankenhausen/Kyffhäuser

 
 
Jetzt machten wir endlich mal etwas Strecke, immerhin 211km. Laut lachen Nach kurzer Zeit verließ ich meine „Zwischenheimat“ der letzten 10 Monate, den Freistaat Bayern, nach oben und wechselte über die ehemalige innerdeutsche Grenze nach Thüringen. Da wir beide nicht wirklich wussten, wo wir überhaupt hinwollten, bewegten wir uns weiter in der Mitte Deutschlands stückweise nach Norden. Die Entscheidung, wo wir dann nach rechts oder links abbiegen würden, stellten wir noch zurück. Der monatelange Lockdown steckt uns wohl noch in den Knochen, die neugewonnene Freiheit sprengt die Fesseln nicht so, wie wir das gedacht hatten. Ob sich so ähnlich ein Mensch fühlt, der längere Zeit in einem Gefängnis gesessen hat? Sich neu orientieren müssen, gezwungen werden, die Realität mit den Hoffnungen und Wünschen abzugleichen, die monate- oder jahrelang in einer Parallelwelt entstanden und gewachsen sind. Die Irritation zu spüren, wenn sich da eine Kluft auftut, mit der man nicht gerechnet hat. Sich eingestehen zu müssen, dass man nicht einfach eins zu eins dort weitermachen kann, wo man vor langer Zeit aufhören musste, selbstverschuldet oder auch nicht.
 
Unser Etappenziel war Bad Frankenhausen/Kyffhäuser. Was für ein seltsamer Name!? Gibt es so viele Bad Frankenhausen in Deutschland, dass man einen Zusatz braucht? Mit Schrägstrich? Sehr ungewöhnlich. Erstauntes Smiley
Kyffhäuser musste ich erst einmal googeln. Ich erfuhr, dass das Kyffhäusergebirge im südöstlichen Harzvorland das kleinste Mittelgebirge Deutschlands ist. Die höchste Erhebung ist der Kulpenberg mit 473,6m. Der Name Kyffhäuser wird auf das Wort cuffese (=Kuppe/Kopf) zurückgeführt. Historisch existieren auch die Schreibweisen Kiffhäuser und Kyfshäuser. Im lokalen Nordthüringer Dialekt wird er „Kipphiesr“ genannt. Eine weitere Variante der Namensdeutung „Kyff“ ist „Krieg“ oder auch „Streit“, sodass der Kyffhäuser ein Streithaus, eben eine Burg, ist. Die gab es wirklich. Auf einem Bergvorsprung im Nordosten des Kyffhäusergebirges befinden sich die Ruinen der Reichsburg Kyffhausen, die Ende des 19. Jahrhunderts durch das Kyffhäuserdenkmal zu Ehren Kaiser Wilhelms I. ergänzt wurden. Dabei wurde vor allem die Mittelburg zerstört, auf ihrem Platz wurde das Denkmal errichtet. Teile der Ruinen der Ober- und Unterburg dagegen blieben erhalten, ebenso wurde der 176 m tiefe Burgbrunnen wieder restauriert.
(Quelle: Wikipedia)

Kyffhäuserdenkmal

Schiefer TurmWir waren leider nicht dort, haben aber eine andere Sehenswürdigkeit gesucht und gefunden. Bad Frankenhausen rühmt sich damit, einen noch schieferen Turm zu haben als Pisa. Smiley

Tatsächlich befindet sich der Turm der Oberkirche (Unser Lieben Frauen am Berge) inzwischen 4,60m außerhalb des Lots. Er hat damit die – in Metern – größte Schieflage aller Türme in Deutschland. In seine Sanierung sind seit der Wende 1,3 Millionen Euro geflossen. Das Dach des Kirchenschiffs wurde mit der Begründung eines Hausschwamm-Befalls 1962 abgetragen, seitdem ist es eine Ruine. Sie wird wohl für verschiedene Veranstaltungen genutzt und soll langfristig wieder aufgebaut werden.

Schiefer TurmSchiefer TurmSchiefer TurmSchiefer TurmRuine

Die Ursache für das drohende Umstürzen des Turmes sind geologische Prozesse über Jahrhunderte, verursacht oder begünstigt durch die 25m unterhalb der im 14. Jahrhundert errichteten Kirche gelegene Elisabeth-Quelle. Man hat wirklich eindrucksvolle und wohl auch funktionierende Sicherungsmaßnahmen errichtet.

Schiefer TurmSchiefer TurmSchiefer Turm

Uschi war allein etwas weiter in der Umgebung unterwegs.

Bad FrankenhausenHausmannsturmHausmannsturmHausmannsturmBad FrankenhausenBad Frankenhausen

Das Städtchen ist sehr überschaubar mit ein paar schön restaurierten Häusern. Ab und zu sieht man aber auch noch Bauruinen, wahrscheinlich aufgrund nicht geregelter Eigentumsrechte. Interessant ist der Unterschied zwischen alt und neu.

Bad FrankenhausenBad FrankenhausenBad FrankenhausenBad FrankenhausenBad FrankenhausenBad FrankenhausenBad Frankenhausen

Eine Nachbarin auf dem Wohnmobilstellplatz schwärmte von dem Naturschwimmbad ganz in der Nähe. Sie komme extra deswegen jedes Jahr hierhin und gehe jeden Tag baden. Auch für dieses Solebecken ist die Elisabeth-Quelle ausschlaggebend.

Soleschwimmbad

Die Sole, deren Natriumchlorid aus dem unterhalb der Leine-Formation lagernden Staßfurt-Steinsalz (Steinsalz der Staßfurt-Formation, „Zechstein 2“) stammt, wurde in Bad Frankenhausen seit der älteren Eisenzeit (8. bis 6. Jahrhundert v. Chr.) genutzt. Die sogenannte Schüttschachtquelle, 35 m von der Elisabethquelle entfernt, wurde zunächst zur Salzgewinnung und erst später balneologisch und für Trinkkuren genutzt.
(Quelle: Wikipedia)

Direkt am Stellplatz befindet sich also logischerweise die „Kyffhäuser-Therme“ mit einem 3,5%igen Solegehalt. Also eigentlich natürlich andersherum! Zwinkerndes Smiley Der Stellplatz verfügt zwar nur über 15 Plätze, ist aber sehr schön angelegt und bietet alles, was man als autarker Wohnmobilist braucht. Das Duschen ist in der Therme möglich, aber mit €3,50 für 30 Minuten eindeutig zu teurer. Der Platz kostet €12 plus €2/Person Kurtaxe. Als Gegenleistung hat man nicht nur die üblichen Vergünstigungen der Kurkarte, sondern bekommt auch pro Aufenthaltstag bzw. -nacht 2kWh Strom geschenkt. Da Uschi mir ihren Anteil überließ und ich gut damit auskam (den Kühlschrank betrieb ich natürlich elektrisch), weiß ich nicht, was ein Nachkaufen von Automatenmarken gekostet hätte. Vermutlich aber 50 oder 60 Cent, was den Übernachtungspreis um mindestens einen Euro ermäßigt. Eine nette Geste, finde ich. Verliebt

StellplatzStellplatz

Kostenfrei ist auch die Frischwasserentnahme, sehr eigenwillig gestaltet und nicht auf den ersten Blick zu identifizieren!

FrischwasserFrischwasserFrischwasser

Passt auf euch auf und bleibt gesund!

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P.S.: Wie immer könnt ihr die Fotos durch anklicken auf Originalgröße bringen (bessere Qualität) und den Fototext lesen, wenn ihr den Mauszeiger auf das Foto führt.

(Zwangs-) Urlaub in Bad Rodach

 
 
Irgendwie kommen wir nicht so richtig vom Fleck. Smiley
Von mehreren Seiten hatten wir Gutes von Bad Rodach gehört, vom Wohnmobilstellplatz am Thermalbad. Wo wir während der Urlaubs-/Ferienzeit hinfahren könnten, wussten wir sowieso nicht so genau und eilig hatten wir es auch nicht. Unseren geplanten Aufenthalt auf Rügen im September/Oktober hatten wir vorsichtshalber schon um ein Jahr verschoben. Erfahrungsgemäß macht MeckPomm als erstes Bundesland alles dicht und noch einmal rausgeschmissen werden wollten wir nicht.
Also Bad Rodach, nur 20km nordwestlich von Coburg und 44km Fahrstrecke vom Stellplatz in Mitwitz, sehr überschaubar also. Es ging an Coburg vorbei und ich konnte der Veste noch einmal zuwinken. Uschi war wie immer schon eher gefahren und hatte auf dem noch übersichtlich gefüllten Stellplatz einen Randplatz für mich reserviert, der an drei Seiten von Fahrwegen begrenzt war, also ideal.

StellplatzStellplatzStellplatz

Sie stand neben mir und alles war gut, bis sie am übernächsten Tag Nachbarn bekam, die direkt unter ihrem Wohnzimmerfenster „wohnten“. Sie hatten sich sehr ausgebreitet mit Markise, Grill und Wäschetrockner und machten von morgens bis abends alles draußen. Spanienüberwinterer, wie Uschi erfuhr und da macht man das so, wissen wir ja aus Erfahrung. Zu allem Übel stand am Rande ihres Platzes auch noch der Kassenautomat für den Strom der ganzen Reihe und die beiden nahmen freudig jede Gelegenheit wahr zu einem Gespräch. Das ist genau die Situation, die wir beide hassen und weshalb uns Spanien im Winter keinen Spaß mehr gemacht hat. Man ist gezwungen, jedes Gespräch mitzuhören und Uschi hatte zusätzlich noch die Kochgerüche in ihrer Kabine. Am nächsten Tag zogen wir um! Der gesamte Platz verfügt über 70 Stellplätze, fünf davon explizit für Wohnwagengespanne, aufgeteilt in zwei Bereiche.
Und dann gibt es zwischen der VE-Station direkt an einer der beiden Platzzufahrten und dem Sanitärgebäude zwei separate Plätze, etwas terrassiert, sehr geräumig und schattig. Dort zogen wir ein! Als ich aus meiner 30°C heißen Oscarlotta ausstieg, war es eine Wohltat, wie herrlich kühl es unter den hohen Bäumen war. Uschis Nachbarn haben uns ab da ignoriert. Laut lachen

Lageplan

unsere Plätzeunsere Plätze

Der Vorgänger hatte mir 13 kWh hinterlassen, die ich gerne annahm, lief mein Kühlschrank doch nicht mehr auf Gas. Ich hatte gehofft, durch das Fahren würde sich das Problem in Luft auflösen, wie es vor Jahren schon einmal geschah, aber dem war leider nicht so. Wir versuchten, eine Ursache zu finden, reinigten, pusteten, stellten fest, dass die Flamme brennt, aber nicht regulierbar war. Ich hatte schon länger das Gefühl, dass mein Thermostat nicht mehr richtig funktioniert, denn an heißen Tagen konnte ich nicht erreichen, dass die Kühlschranktemperatur sank, auch wenn ich den Thermostat auf höchste Stufe einstellte. Außerdem leuchteten von den vier Anzeige-LEDs unverändert immer nur die ersten beiden. Ich rief die erste Wohnmobilwerkstatt an. Nein, man könne mir leider nicht helfen, sie seien für Dometic-Kühlschränke nicht autorisiert. Ich solle auf der Dometic-Webseite nach einem Servicepartner suchen, der für Gas zugelassen ist. In der groben Richtung unserer angedachten Weiterfahrt fand ich zwei. Beim ersten kam der automatische Hinweis, dass diese Rufnummer nicht vergeben sei. Beim zweiten hörte ich ewig das Wählzeichen, aber sonst nichts, auch keine Mailbox. Ich probierte es am nächsten Tag noch einmal und schrieb dann eine eMail. Die erste Firma fand ich über Google mit neuer Telefonnummer und offenbar hatte man mit Wohnmobilen nichts mehr am Hut. Auf eine Antwort auf die eMail warte ich heute noch! Kein gutes Zeichen für die Zuverlässigkeit der Dometic-Webseite.
35km von Bad Rodach entfernt, allerdings in die verkehrte Richtung, gab es dann aber doch noch eine Servicepartner-Werkstatt, die existierte, aber einen Termin könne man mir erst in der zweiten Augusthälfte geben. Tja, das ist eine der Auswirkungen des Wohnmobil-Booms, der in der Coronazeit noch einmal zugelegt hat. Da es uns in Bad Rodach gut gefiel, sagte ich zu und bekam einen Termin für den 20. August. Erstauntes Smiley

belegtWir überlegten, in der Zwischenzeit noch woanders hinzufahren, verwarfen den Gedanken aber wieder, denn der Stellplatz wurde jeden Tag voller und war letztlich am Wochenende komplett belegt. Das würde woanders nicht anders sein und dann hätten wir vermutlich wieder die ungeliebten Bedingungen mit Kuschelnachbarn und Plätzen in der prallen Sonne. Nee, das wollten wir nicht und unsere Plätze waren super! Ab und zu wurde ich allerdings gestört bzw. geweckt, wenn Wohnmobile auf die VE-Station fuhren. Das lag aber nicht an den lauten Motoren, sondern ausschließlich an den Fahrern, die Türen und Serviceklappen zuknallten und Toilettenkassetten mit Getöse raus- und reinschoben. Erzürnt

Wir liefen ins Städtchen, wir aßen Eis auf die Faust (€1 für eine riesige Kugel!), wir marschierten mit Einkaufskarre entweder zu Rewe oder über schöne Wiesenwege zu Netto und Edeka, jeweils ca. 20 Minuten für eine Strecke.

Bad RodachBad RodachBad RodachBad Rodach

Bad Rodach

Bad RodachBad RodachBad Rodach

Wir bekamen für drei Tage lieben Besuch. Uschi bestieg einen Aussichtsturm im Wald und brachte Fotos mit.

AussichtsturmAussichtAussicht

Die Fahrräder kamen nicht zum Einsatz, erst war es zu heiß, dann zu wechselhaft mit Regen und Gewittern, dann wieder zu heiß. Die richtig heftigen Gewitter zogen zu unserem Glück immer nördlich, hauptsächlich aber südlich an uns vorbei. Wir waren froh, das Allgäu gecancelt zu haben. Das Thermalbad haben wir auch nicht besucht, mit Aktivitäten dieser Art fühlen wir uns noch nicht sicher. Wir liefen durch den netten, kleinen Kurpark und fuhren mit Uschis Gespann zum Goldbergsee mit Beach-Bar. Die Umrundung des Sees war schön, die amerikanischen 3-Sorten-Pommes bestanden nur aus zwei Sorten und waren langweilig und trocken. Enttäuschtes Smiley

KurparkKurparkKurparkKurparkKurparkKurparkGoldbergsee

Ansonsten lebten wir einfach. Das Wäsche waschen direkt nebenan war mit je zwei Euro (waschen/trocknen) ausgesprochen preiswert. Uschi beglückte die ausnehmend freundliche Angestellte in der Rezeption mit einem Sauerteig-Starter und bekam Blaubeeren und Himbeeren aus dem eigenen Garten zurück. Wenn man 10 Stempel zusammen hat, bekommt man übrigens die nächste Nacht umsonst und zahlt damit nur noch €11,82/Nacht.
 
Und dann nahte der 20. August. Uschi fuhr zwei Tage vorher zu ihrem Toyota-Händler. Als ich ebenfalls losfahren wollte, startete Oscarlotta nicht! Im Kontrollpanel stand: „Fahrzeugbatterie entladen“. Das hatte ich doch vor nicht allzu langer Zeit schon einmal! Erstauntes Smiley Aber dieses Mal war kein ersichtlicher Grund vorhanden. Da die Starterbatterie ja automatisch mit geladen wird, sogar, wenn nur Solarstrom erzeugt wird, kann sie sich nicht unbemerkt entladen. Solche plötzlichen Ausfälle gab es in Oscarlottas Lebenszeit schon zweimal und der letzte war 2015. Also war davon auszugehen, dass die Batterie tot war. Wie passend, dass ich schon einen Werkstatttermin hatte! Ich rief den ADAC an und wartete. Da ich schon alles fahrfertig geräumt hatte und auch das Stromkabel bereits verstaut war, musste ich leider die Wartezeit ohne Kaffee durchstehen. Und es dauerte dann fast zwei Stunden, bis ein netter junger Gelber Engel auftauchte und Oscarlotta mittels Starthilfekabel wieder zum Laufen brachte.
Die Werkstatt „Freizeitcenter Dietz“ in Ebern hat ein paar Übernachtungsplätze mit Strom für Wohnmobile, allerdings nur für max. 1000 Watt, was immer noch keinen Kaffee für mich bedeutete. Aber das war zweitrangig, ich war heilfroh, als ich angekommen war, rückwärts eingeparkt hatte, den Motor auschalten und Strom einschalten konnte. Es war so spät geworden, dass ich zwar noch jemanden telefonisch erreichte, alles andere aber auf den nächsten Morgen verschoben wurde. Dabei hatte ich mich so darauf gefreut, noch einmal ausschlafen zu können, bevor ich am Freitag um 10 Uhr parat stehen müsste. Ich ging für meine Verhältnisse früh ins Bett, die Nacht war ruhig, vereinzelt standen nur Mietmobile auf dem Gelände. Am nächsten Vormittag maß jemand den Platz für die neue Batterie aus, bestellte sie und am Nachmittag kam ein kleingewachsener junger Mitarbeiter der Firma und baute sie ein. Ich habe ihn nicht fluchen gehört, aber es rumpelte und klopfte und wackelte ziemlich. Die Starterbatterie ist an einer relativ unzugänglichen Stelle im Motorraum untergebracht und die Motorhaube lässt sich nicht weit öffnen, sodass man nur gebückt dort arbeiten kann. Als ich den jungen Mann deswegen bedauerte und meinte, ich hätte da schon andere stöhnen gehört, sagte er, dass man für solche Arbeiten immer den Kleinsten schicken würde. Und das sei eben er. Zwinkerndes Smiley Aber er schaffte es und Oscarlottas Motor sprang sofort an! Ein Problem, von dem ich vor Tagen noch nichts wusste, war schon gelöst!
Wieder hieß es, früh ins Bett gehen, um früh genug aufstehen zu können. Beides gelang und um halb zehn meldete ich im Büro, dass ich fertig sei. Ich hatte darum gebeten, den Menschen, der an meinem Kühlschrank arbeiten würde, sprechen zu können, bevor Oscarlotta in die Werkstatt gefahren würde. Während ich auf dem Fahrersitz wartete, parkte ein Kastenwagen in der sich nach hinten verjüngenden Einfahrt zum Stellplatz. Da war nicht mehr viel Platz zum Durchfahren und auf der rechten Seite eine eklige Kante der Eingangsstufen zum Büro, die Oscarlottas Reifen nicht gut tun würde. Offensichtlich sollte das Fahrzeug dort länger stehen, denn aus dem Büro heraus wurde ein Stromkabel verlegt. Dann erschien ein Mann und gab mir schon von weitem ein Zeichen, das ich nicht zu deuten wusste. Sollte ich Oscarlotta in die Werkstatt fahren? Nein, ich sollte raus! Ich bat ihn rein und versah ihn mit allen Informationen zum Kühlschrank, die ich herausgefunden hatte. Und hatte ganz schwer den Eindruck, dass er das alles nicht hören wollte. Auf meine Bitte, bei der Durchfahrt vorsichtig zu sein, wurde ich darüber informiert, dass er schon seit 31 Jahren fährt. Ich blieb hinter dem Kastenwagen stehen und natürlich (!) wurde Oscarlotta sehr forsch durch die Engstelle gefahren. Wieviel Platz zwischen ihren Reifen und der Stufenkante war, konnte ich nicht sehen, zum Kastenwagen waren es höchstens 20-30cm. Männer können manchmal solche A…löcher sein, vor allem, wenn sie es mit (älteren) Frauen zu tun haben! Wohlgemerkt, alte/ältere Männer, bei jungen ist das völlig anders. Die finden es eher bewundernswert, wenn ältere Frauen einen außergewöhnlichen Lebensstil haben. Sie erkennen an, dass diese Frauen das, was sie tun, offensichtlich beherrschen, ältere Männer tun das oft nicht.

Ich ging zu Edeka, frühstücken und bekam schon bald eine SMS von Uschi, dass sie auf dem Weg zu mir sei. Um 12:15 Uhr waren wir zurück an der Werkstatt und Oscarlotta stand schon draußen. Nein, fertig sei sie noch nicht, man würde mich anrufen. Also bekam ich einen Stuhl von Uschi und etwas zu trinken. Es dauerte dann noch 1 1/2 Stunden, bis ich Oscarlotta runterfahren konnte und dann noch einmal eine Stunde, bis die Rechnung fertig war. Ich hatte gefragt, ob es in Ordnung sei, wenn wir bis Sonntag bleiben, natürlich gegen Bezahlung. Die Nacht kostet €5 inclusive Strom (max. 1000 Watt). Es stellte sich dann heraus, dass ich als Werkstattkunde gar nichts bezahlen musste, obwohl ich vier Nächte dort war.
Ich probierte über ein paar Stunden, ob die Kühlschrankreparatur (es war wirklich der Thermostat) erfolgreich war und schaltete dann wieder auf Strom um. Wenn ich schon meine Kaffeemaschine nicht nutzen konnte, so wollte ich wenigstens mit dem Kühlschrank vom kostenlosen Strom profitieren. Zwinkerndes Smiley
Der Samstag war noch einmal wunderbar sonnig und wir genossen es, den Platz ganz für uns zu haben. Alle anderen Fahrzeuge waren Ausstellungsmodelle oder Vermietfahrzeuge.

Freizeitcenter DietzFreizeitcenter Dietz

Ebern selbst bietet nicht viel. Ein paar nette Häuser, einen alten Stadtturm, eine Eisdiele. Und einen Wohnmobilstellplatz. Fußläufig in 5 Minuten von der Firma Dietz ist ein Rossmann und besagter Edeka. Vom offiziellen Stellplatz würde man ca. 15 Minuten dorthin laufen. Ich war besonders froh über die firmeneigenen Stellplätze, denn mit meiner kaputten Starterbatterie hätte mir der Stellplatz der Stadt Ebern nicht viel geholfen. Manchmal stimmt eben alles!

EbernEbern

Passt auf euch auf und bleibt gesund!

written by Ingrid
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P.S.: Wie immer könnt ihr die Fotos durch anklicken auf Originalgröße bringen (bessere Qualität) und den Fototext lesen, wenn ihr den Mauszeiger auf das Foto führt.

DHL-Packstationen

 

Unbezahlte Werbung aus Überzeugung

Während der Lockdown-Monate mit zeitweiser Schließung fast aller Geschäfte habe auch ich auf den Online-Versandhandel zurückgegriffen und habe im Zuge dessen die Möglichkeit zu schätzen gelernt, unterwegs von (fast) überall Lieferungen entgegennehmen zu können. Eine Kundenkarte der Deutschen Post hatte ich schon seit Jahren, aber bisher ergab sich noch keine Notwendigkeit, sie einzusetzen, da ich entweder in Lauterburg war oder mir Post/Pakete an die jeweilige Stell-/Campingplatzadresse schicken lassen konnte. Das ging in Coburg nicht und als das Ersatzteil für meine Toilettenreparatur fälschlicherweise nach Lauterburg geschickt worden war, war die Packstation die einzige Möglichkeit. Ein vorheriger Versuch war gescheitert, was aber eindeutig an mir lag. Es gab außer der Packstation noch einen Paketshop bei dem Supermarkt, in dem ich regelmäßig einkaufte und dort hatte ich mir die ersten beiden Lieferungen hinschicken lassen. Die kamen bloß nie an. Eine telefonische Nachfrage bei der einen Firma ergab, dass die Lieferung zurückgeschickt worden war, die andere Firma behauptete, keine Rücksendung meiner bestellten Artikel erhalten zu haben. Letzteres blieb ergebnislos und ich auf dem Geld sitzen. Die erste Lieferung konnte ich umleiten zur Packstation und sie dann dort zwei Tage später abholen. Beim Paketshop erklärte man mir, dass man bei ihnen zwar Päckchen und Pakete aufgeben könne, sie aber aus Platzgründen keine Lieferungen annehmen. Auf die Idee, dass es so etwas gibt, war ich nicht gekommen! Hätte ich mich vorher genauer mit der Post & DHL-App beschäftigt, hätte ich herausgefunden, dass bei jedem existierenden Paketshop in Deutschland angegeben wird, ob es nur eine Annahme oder auch eine Ausgabe gibt. Nun ja, ab und zu muss man wohl Lehrgeld zahlen. Zwinkerndes Smiley

Besagte App ist für die Nutzung der Packstationen zwingend erforderlich, für die Abholung bei Poststellen genügt die Postnummer. Die App erzeugt einen vierstelligen Zahlencode, der zusätzlich zu der Identifikation mittels der Kundenkarte eingegeben werden muss. Diese Identifikation auf der Karte besteht aus einem Strichcode, der von einem Lesegerät am Display der Packstation gescannt wird. Man kann diesen Strichcode auch in die App übertragen, dann braucht man die Karte gar nicht dabeizuhaben. Bei mir funktioniert das problemlos, es scheint aber auch zu passieren, dass die App diese Kennung wieder „vergisst“ und bei Uschi, die sich erst vor ein paar Wochen registriert hat, scheint es diese Möglichkeit gar nicht mehr zu geben, zumindest haben wir sie (noch?) nicht gefunden. Ob es am Betriebssystem liegt oder weil ihre Registrierung noch nicht vollständig abgeschlossen ist, keine Ahnung! Es scheint aber auch alle paar Tage etwas verändert bzw. optimiert zu werden. Enttäuschtes Smiley

Packstation CoburgPackstation Coburg

Aber jetzt erkläre ich den gesamten Vorgang mal von Anfang an!
1. Registrierung und Postident „hier“.

Registrierung

2. Es wird eine Postnummer generiert, die auf der Kundenkarte vermerkt wird. Die Postnummer benötigt man zum Paketempfang an einer Packstation oder einer Filiale/Paketshop. Sie muss bei einer Bestellung zwingend mit angegeben werden, sonst scheitert die Zustellung! (Näheres weiter unten…)
3. Postadresse für die Kundenkarte angeben.
4. In einer Bestätigungsmail auf den Link klicken, um die Registrierung abzuschließen. (Bei Uschi war kein anklickbarer Link, erst nach der zweiten Anfrage kam eine Korrektur, natürlich ohne Erklärung/Entschuldigung.Enttäuschtes Smiley)
5. Zu diesem Zeitpunkt, also wenn die Registrierung erfolgreich absolviert ist, kann man die Packstationen noch nicht nutzen, aber man kann, da man seine Postnummer schon mitgeteilt bekommen hat, sich in der App (siehe Punkt 8) anmelden.
6. Ab jetzt hat man auch ein Kundenkonto, bei dem man sich mit den bei der Registrierung festgelegten Daten anmelden kann. Hier sind alle Funktionen, die die App bietet, ebenfalls verfügbar, zusätzlich zu vielen verschiedenen Anwendungsbeispielen, veranschaulicht durch zahlreiche Erklär-Videos.
7. An die Postadresse wird jetzt eine AdressTAN geschickt, die dann auf der Webseite eingegeben werden muss. Erst jetzt hat man sich erfolgreich legitimiert und die Kundenkarte wird zum Versand gebracht.

AdressTAN

8. Während der Wartezeit bis zum Eintreffen der Kundenkarte kann man sich schon einmal die App (Android oder iOS) herunterladen und sich mit den bei der Registrierung festgelegten Daten anmelden.
9. In der App kann man deutschlandweit Packstationen und Poststellen suchen (über „Standorte“). Wenn man der App erlaubt, den aktuellen Standort zu verwenden, wird auf einer Karte sofort angezeigt, ob und wo in der unmittelbaren Umgebung es welche gibt. Für andere Standorte kann man in die Suchmaske Postleitzahl und/oder Stadt eingeben. Man bekommt dann alle Packstationen, Postfilialen und Paketshops mit der ihnen zugeordneten Nummer aufgezeigt. Die Nummern sind notwendig für die Adressierung (siehe weiter unten).

Standorte suchen

10. Über „Versenden“ hat man die Wahl zwischen Brief, Postkarte, Päckchen und Paket und bekommt alle Möglichkeiten aufgelistet, die es gibt, mit Maßen und Preisen. Frankieren kann man auf vielfache Art, dazu mehr im letzten Video am Ende des Artikels. Bei Briefen und Postkarten gibt es eine ganz neue und interessante Möglichkeit. Entweder man druckt sich, falls möglich, die Marke selbst aus oder man lässt sich einen Code zum Beschriften erstellen. Diesen schreibt man gut lesbar in Druckschrift und mit einem feinen, gut kontrastierenden Stift (Filzstift oder Kugelschreiber) in die obere rechte Ecke des Briefes oder der Postkarte. Bezahlt wird in allen Fällen per PayPal oder mit Kreditkarte. So vorbereitet kann man seine Post dann zum nächsten Briefkasten bringen. Ob ich bei einem wichtigen Brief darauf vertrauen würde, dass es funktioniert? Etwa ich? Jürgen Vogel ist davon überzeugt! Ich werde es irgendwann mal ausprobieren!
 

 
11. Unter „Verfolgen“ ist es möglich, den Versandweg der bestellten Artikel zu verfolgen, wenn man eine Sendungsnummer mitgeteilt bekommen hat. Außerdem werden hier alle in der Vergangenheit abgeholten Sendungen aufgelistet, bis man sie löscht.
12. Wenn eine Bestellung in der Packstation eingelagert wurde, erhält man per eMail eine Benachrichtigung und hat 7 Tage Zeit, um die Lieferung auszulösen. Macht man das nicht innerhalb der ersten drei Tage, bekommt man eine Erinnerungsmail. Grund ist, dass die Fächer möglichst schnell wieder zur Verfügung stehen sollen.

BenachrichtigungBenachrichtigung

13. Man fährt/geht also mit dem Smartphone, auf dem die App installiert ist, zur Packstation. Die Kundenkarte braucht man nicht, wenn man sie zuvor in die App integriert hat. Das Touch-Display bietet die Möglichkeit, die Sprache auf englisch umzustellen und zeigt zwei Schaltflächen zum Abholen oder Versenden. Beim Abholen wird nun mit der Lesefunktion des Displays der Barcode gescannt, indem man entweder die Kundenkarte davor hält oder den Barcode in der App vergrößert und das Smartphone vor die Lesefunktion hält. Bei mir hat letzteres etliche Male ohne Probleme funktioniert.

AbholungAbholungAbholungAbholung

14. Jetzt wird der Abholcode (mTAN) verlangt, der bis zur letzten Aktualisierung der App auf derselben Seite direkt sichtbar zur Verfügung stand. Aktualisierungen bringen nicht immer nur Verbesserungen, sodass ich die ersten ein/zwei Male etwas suchen musste, bis ich ihn eingeben konnte.

AbholungAbholung

15. Hat man sich bis hierhin erfolgreich durchgearbeitet, ist nur noch ein Klick auf den Sendungsbalken nötig. Und schon hört man, dass sich eines der vielen Fächer öffnet, je nach dem Umfang der Lieferung ein kleines, mittleres oder eins von den großen. Wenn zufällig zwei oder mehr Sendungen von verschiedenen Versendern am selben Tag ankommen, dann sind sie alle in einem Fach vorzufinden.

AbholungAbholung

16. In dem Moment, in dem man die Tür des Faches wieder schließt, schließt auch die Funktion des Displays den Abholvorgang ab und der nächste Kunde kann abholen oder versenden.

AbholungAbholung

17. Man erhält ein paar Stunden später noch eine eMail mit einem Dank, dass man seine Sendung abgeholt hat. Smiley

Was man noch wissen sollte:
– Ohne Smartphone und Installation der App funktioniert nichts, weil der Abholcode (mTAN) nur dort erzeugt wird.
– Man benötigt dafür einen Internetzugang (mobiles Internet). Ob man sich den Abholcode schon zu Hause (Wohnmobil, Ferienwohnung), wenn man noch online ist, anzeigen lassen kann und dann an der Packstation kein Internet mehr braucht, weiß ich nicht. Ich stand zwar schon einmal davor, als mein Internetvolumen aufgebraucht war und nichts mehr ging bzw. ich keine Lust hatte, ewig zu warten, aber das war am letzten Tag des Monats und ich bin dann einfach am nächsten Tag noch einmal hingelaufen, waren ja nur 5 Minuten. Auf die Idee, es zu Hause mal auszuprobieren, bin ich nicht gekommen!
– Es gibt Packstationen unterschiedlichen Alters mit unterschiedlichen Funktionen und unterschiedlicher Größe, insgesamt ca. 7000 in Deutschland.

kleine Packstation

Die neuesten können fast alles und werden langfristig die eine oder andere Poststelle ersetzen. Zum Beispiel gibt es Packstationen ohne Display, die ausschließlich mit der App gesteuert werden. Dafür braucht man allerdings eine zusätzlich, nämlich die „Packstation Kompakt App“.

appgesteuerte Packstation
 

 
– Wenn man also ein Paket an eine Packstation oder in eine Poststelle schicken lassen will, ist es notwendig, dass man bei der Bestellung seine Postnummer im Adresszusatzfeld der Lieferadresse angibt. Also so:

Adressangabe

– Man kann nur Produkte bestellen/Pakete schicken lassen, die nicht größer sind als das größte verfügbare Fach.

Adressangabe

– Nicht alle Versandhändler verschicken an Packstationen. Und nicht alle Dienstleister beliefern sie.
– Packstationen sind überwiegend 24 Stunden nutzbar.
– Es ist sogar möglich, dass eine Bestellung aus dem Ausland an die Packstation geliefert wird, vorausgesetzt die Maße werden eingehalten. Zudem muss der Transport über die DHL erfolgen.
– Auch Sendungen per Nachnahme können an der Packstation abgegeben werden. Bezahlt wird die Sendung bei Abholung dann direkt am Automaten mit der EC-Karte.

Schlussbemerkung:
Ich bin begeistert von dieser Möglichkeit, seine Post überall in Deutschland erhalten zu können! So hat Uschi mir nicht nur ein Weihnachtspäckchen schicken können, sondern auch meine aufgelaufene Briefpost. Aber auch für Menschen im Steinhaus kann es von Vorteil sein, sich in einer Packstation oder Poststelle beliefern zu lassen, weil man Termine hat oder berufstätig ist und die Nachbarn nicht einspannen möchte. Ich traf bei der Packstation eine junge Frau, die in dem Hochhaus lebt, das vom Coburger Stellplatz aus zu sehen ist. Ihre Wohnung ist in einer der höheren Etagen und sie berichtete, dass die Paketzusteller dort schon gar nicht mehr klingeln, weil ihnen dann zu viel Zeit verloren geht. Feststellen konnte sie das, als sie coronabedingt 14 Tage in Quarantäne war. Die Sendungen werden irgendwo unten abgegeben und ob sie dann weitergegeben werden, ist Glücksache. Sie hatte jedenfalls keine Lust mehr, im ganzen Haus nach ihren Paketen zu suchen und lässt sich alles nur noch an die Packstation schicken.

Behandelt habe ich jetzt überwiegend das Thema „Abholung“. Für das Versenden gibt es unzählige Möglichkeiten, die alle digital erledigt werden können und sogar, ohne dass man seine Wohnung verlassen muss! Infos dazu auf der DHL-Webseite, im eigenen Kundenkonto, in der App oder bei YouTube. Da muss man sich einfach mal umschauen und reinarbeiten. Eine erste ganz gute Erklärung in folgendem Video:
 

 
Wenn ihr allerdings solch einen Briefkasten seht, dann bitte keine Frankierungen per Stift! Hier braucht es nach wie vor Briefmarken, im besten Fall die der besonderen Art. Cooles Smiley

nur Liebesbriefe

nur Liebesbriefe
 

Passt auf euch auf und bleibt gesund!

 
written by Ingrid
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P.S.: Wie immer könnt ihr die Fotos durch anklicken auf Originalgröße bringen (bessere Qualität) und den Fototext lesen, wenn ihr den Mauszeiger auf das Foto führt.

Frankenpark Mitwitz

 
 
Auszeit

Nach meinem Werkstattbesuch war ich froh, nur noch 7 Kilometer bis zu dem Stellplatz fahren zu müssen, auf dem Uschi schon auf mich wartete und einen Platz für mich reserviert hatte.

FrankenparkFrankenparkFrankenpark

Der „Frankenpark Mitwitz“ ist von seinen Besitzern sehr liebevoll und für Wohnmobilfahrer optimal angelegt worden. Man merkt, dass die Betreiber selbst Mobilisten sind. Es gibt insgesamt 29 unterschiedlich große Plätze, teilweise durch Hecken voneinander abgeteilt. Das aktuelle Blog-Headerfoto zeigt den Blick von der Terrasse des Bistros. Dort gibt es Kleinigkeiten zu essen und nachmittags leckeren Kuchen. Und Kaffee natürlich! In dem Gebäude befinden sich auch Toiletten und Duschräume sowie Waschmaschine/Trockner und die Rezeption. Das Prozedere des Bezahlvorgangs beim Duschen hat sich uns auf Anhieb nicht erschlossen und da wir sowieso seit Beginn der Pandemie ausschließlich in unseren Mobilen duschen, haben wir auch nicht nachgehakt.

Frankenpark

Es gibt ein weiteres kleines Holzhaus, in dem die Möglichkeit besteht zu spülen und wo man seinen Strom ordert und bezahlt. Der ist allerdings mit €1/kWh ziemlich teuer. Erstauntes Smiley

FrankenparkFrankenpark

Mein Pech, dass ausgerechnet jetzt mein Kühlschrank im Gasbetrieb nicht mehr ausreichend kühlte. Das ist eine blöde Eigenart, die schon mehrfach aufgetreten ist, nachdem ich mit Oscarlotta gefahren bin. Beim ersten Mal im Dezember 2017 hat mich dies €1000 gekostet, weil die Wohnmobilwerkstatt mir ein neues Kühlaggregat aufgeschwatzt hatte. Es passierte aber ein weiteres Mal und der Gasfachmann, den ich befragte, war nach Reinigung des Brenners und dem Einsatz von Druckluft ratlos. Die Gasflamme brennt, aber es erfolgt keine Kühlleistung. Bei dem neuen Aggregat kann man hören, ob der Kühlschrank kühlt. Wenn er sich einschaltet, ertönt ein leises Fauchen. Daran erkenne ich, wenn wieder etwas nicht in Ordnung ist. Allerdings werde ich immer erst aufmerksam, wenn ich etwas aus dem Kühlschrank hole, was nicht so kalt ist, wie es sein sollte. Ein Kontrollblick auf das Thermometer bestätigt dann die Erkenntnis, dass ich es schon länger nicht mehr fauchen gehört habe.
Beim letzten Mal erledigte sich das Problem drei Tage später von allein, als ich noch einmal auf Gas umschaltete und mein Kühlschrank zu fauchen begann, als wäre nie etwas gewesen!
Seitdem hatte ich 3 Jahre Ruhe und jetzt ist es mal wieder so weit! Die Brennerflamme brennt, Reinigung und automatische Beseitigung einer eventuellen Luftverstopfung bringen keinen Erfolg, mit Strom kühlt der Kühlschrank wie verrückt, mit Gas wird er langsam immer wärmer. Im Internet finden sich etliche Lösungsvorschläge, für deren Durchführung ich aber eine Werkstatt brauche. Ich hoffe immer noch auf eine erneute Wunderheilung! Wer einen heißen Tipp hat, her damit!

So schön der Platz in Mitwitz ist, so wenig bietet das Städtchen. Es ist winzig, die größte Attraktion ist wohl das Wasserschloss. Uschi war dort, hat aber nur Blumen- und Fischfotos mitgebracht.

Mitwitz

In unmittelbarer Nähe gibt es einen kleineren Edeka-Frischemarkt und einen gut sortierten Netto. Der wird demnächst noch besser sein, denn nebenan wird ein großer moderner Glaspalast gebaut. Wir machten „Urlaub“, Uschi hat gewaschen und ansonsten waren wir faul. Das tägliche Kaffeetrinken fand im Schatten der Büsche vor unseren Mobilen statt, wenn das Wetter gut war und einmal bekamen wir sogar Besuch.

Mitwitz

Ein Stadtbummel in der nächsten größeren Stadt, Kronach, fiel buchstäblich ins Wasser, aber immerhin konnte ich einen neuen Fahrradsattel samt Stange kaufen. Die Stange war allerdings problematisch, weil wir nicht daran gedacht hatten, den Rohrdurchmesser zu ermitteln. Etwa ich? Und natürlich passte die Stange nicht! Uschi hatte Lust auf eine kleine Fahrradtour und fuhr zwei Tage später 34km um sie umzutauschen.
Eine neue Matratze gab es für mich auch noch. Nicht mehr 1,50m breit, die ich allein kaum beziehen und schon gar nicht wenden kann, sondern eine Einzelschläfermatratze mit Standardmaß. Die Lieferung wurde mir für den folgenden Montag ab 17 Uhr zugesichert, für die Entsorgung der alten Matratze wollte man €14. Ich räumte bei 32°C Innentemperatur mein Bett frei, wuchtete mit Uschis Hilfe die alte Matratze raus und wartete. Uschi unkte schon, dass niemand kommen würde. Dann müsste ich wohl auf dem Boden schlafen oder auf meiner Matratze vor Oscarlotta im Freien. Kurz vor sieben fuhr ein PKW rein und hielt hinter unseren Mobilen. Der Spediteur hätte sie im Stich gelassen, meinte der Fahrer. Diagonal durch seinen Kombi lag meine neue Matratze. Wie er meine 1,50-Matratze da rein kriegen wolle, fragte ich ungläubig. Kein Problem, war die Antwort. Er „faltete“ sie, schob sie so weit rein wie es ging und ließ die Heckklappe einfach auf. Eine Schnur lehnte er ab, er wohne um die Ecke und man wäre hier ja auf dem Dorf! Laut lachen
Ich schlafe jetzt übrigens wieder hervorragend! Seit Mitwitz, ohne Witz!

FrankenparkFrankenpark

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written by Ingrid
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Coburg und seine Veste

 
 
StadtplanDass ich mich in Coburg grundsätzlich wohlgefühlt habe, hatte ich ja bereits erwähnt. Jetzt möchte ich euch noch ein paar Eindrücke von der Stadt und vor allem von seiner Veste vermitteln. Coburg ist mit seinen gut 40000 Einwohnern von einer angenehmen Größe, nicht zu klein und nicht zu groß, man kann alles fußläufig gut erreichen. Die Auswahl an Geschäften ist vielfältig, die Häuser in der Altstadt sind teilweise reich verziert und man erkennt, dass Coburg auch früher zu Zeiten der Herzöge von Sachsen-Coburg schon eine wohlhabende Stadt war. Mir war die Stadt nur bekannt durch die Werbung für die HUK Coburg, die es ja schon seit Jahrzehnten gibt (die Werbung). Am beeindruckendsten ist mit Sicherheit der Marktplatz mit dem ältesten Haus der Stadt, der alten Hofapotheke und den sich gegenüberliegenden imposanten Gebäuden Stadthaus und Rathaus.

AltstadtHahnenmühleMarktplatz

Es gibt auch noch Teile der ehemaligen Stadtmauer und drei erhaltene Stadttore.

StadtsymbolDas überall immer wieder sichtbare Stadtsymbol ist übrigens ein Mohrenkopf. Nicht der mit Schokoladenüberzug, sondern der eines Schutzpatrons, des heiligen Mauritius. Auch das Stadtwappen zeigt diesen Mohrenkopf. Als „Mohr“ bezeichnete man zunächst einen „Bewohner Mauretaniens (Marokkos), Äthiopiens“, dann auch einen Menschen mit dunkler Hautfarbe, und ist eine Entlehnung aus lateinisch Maurus, „Bewohner der nordafrikanischen Provinz Mauretanien, Maure, Nordwestafrikaner“. (Quelle: Wikipedia) Es gibt in Coburg eine Mohrenstraße, eine Mohrenbrücke und natürlich auch eine Mohrenapotheke. In Europa zur Zeit des Mittelalters war die Medizin noch völlig unentwickelt. Wirksame Heilmittel kamen aus Afrika und dem Orient. Zu dieser Zeit haben sich viele Apotheken Namen gegeben, die den Begriff Mohr enthalten. Dies galt als Wertschätzung für die Heilkundigen und ihre Medizin. Mehr über den heiligen Mauritius „hier“. Mit dem Wissen um den geschichtlichen Ursprung mutet es schon eigenartig an, dass seit geraumer Zeit alles, was den „Mohr“ im Namen hat, aus antirassistischen Gründen umbenannt wird. In Coburg wird das nicht passieren, da bin ich mir sicher. Schon allein deswegen nicht, weil es eine gedankliche Verbindung mit dem Nationalsozialismus herstellen würde, unter dem der Kopf vom Stadtwappen entfernt und mit einem Schwert und Hakenkreuz ersetzt wurde.

Sehr dekorativ ist das Schloss Ehrenburg, das ab 1543 erbaut wurde.

Schloss EhrenburgSchloss EhrenburgSchloss Ehrenburg

Hinter dem Schlossplatz, an dem auch das Landestheater liegt, beginnt der Hofgarten. Der zieht sich 170 Höhenmeter den Berg hinauf bis zur Veste Coburg, einer der größten und am besten erhaltenen Burganlagen Deutschlands. Sie wurde 1225 erstmalig urkundlich erwähnt und im 17. Jahrhundert mit einem dreifachen Mauerring zur Landesfestung ausgebaut.

Hofgarten und VesteHofgarten und VesteHofgarten und VesteHofgarten und Veste

Ich war noch im Oktober dort oben, allerdings bin ich hoch per Bus und runter dann gelaufen. Ich hatte schönes Wetter und sogar das Glück, dass das Ausflugslokal noch geöffnet sein durfte. Mein Essen war zwar nicht besonders, aber ich habe es genossen, mit schöner Aussicht noch draußen sitzen zu können.

VesteVesteVesteVeste

Die gesamte Anlage ist sehr weitläufig und es gibt viel zu sehen, aber am imposantesten ist sie eindeutig von unten und von weitem.

VesteVesteVesteVesteVesteVesteVeste

VesteVesteVeste

Veste

Coburg gehört zu Bayern, liegt aber mit seinem gesamten Landkreis ganz im Nordosten sowohl an der Grenze zu Tschechien als zum Nachbarbundesland Thüringen. Coburg und der Landkreis Coburg wurden nach dem 2. Weltkrieg Teil der Amerikanischen Besatzungszone, während das thüringische Hinterland zur Sowjetischen Besatzungszone gehörte und bis 1989 durch die innerdeutsche Grenze von Coburg abgeschnitten blieb. Coburg lag somit im Zonenrandgebiet. (Quelle: Wikipedia)
Die nördlichen Bereiche Bayerns sind Oberfranken, Mittelfranken und Unterfranken. Sie zeichnen sich durch kulturelle und sprachliche Eigenheiten aus. Ein großer Teil der Bewohner der Region Franken versteht sich selbst in erster Linie als Franken, nicht als Bayern. Vielleicht, weil dem Stamm der Franken „ausgeprägter Gemeinschaftssinn, Organisationstalent, Heiterkeit und ein schnelles Auffassungsvermögen“ nachgesagt wird. Franken sind Franken und Bayern sind Bayern. Punkt! Smiley mit geöffnetem Mund

written by Ingrid
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Quarantäne beendet

 
 
Am Dienstag habe ich meine ganz persönliche Corona-Quarantänezeit von insgesamt kompletten 8 Monaten in Coburg beendet. Und tatsächlich bin ich mit sehr gemischten Gefühlen gefahren, mein Stellplatz Nr. 20 ist ein Stückchen Heimat geworden. Auch nach der Wiedereröffnung wurde es wider Erwarten nie zu voll, am letzten Samstag war der Höchststand mit 18 Mobilen incl. Uschi und mir.

Uschi in CoburgUschi in Coburg

Der Stellplatz ist so gestaltet, dass beidseitig der asphaltierten Fahrspur je zweimal 4 gekieste Plätze nebeneinander liegen, dann kommt ein zwei Meter breiter Grünstreifen. Die beiden ersten „Abteile“ auf beiden Seiten bestehen aus je einem normalgroßen Platz (angeblich 7m Breite, tatsächlich 5,40m) und zwei XXL-Plätzen mit angeblichen 10m Breite (tatsächlich 8,50m). Was man sich bei der Planung gedacht hat, erschließt sich mir nicht und es wird auch ganz offensichtlich nicht verstanden, wenn man sieht, wer und vor allem wie man dort steht. Größere Mobile sind ja nicht unbedingt breiter, sondern allenfalls länger. Von Vorteil wären die großen Plätze allenfalls für Wohnwagengespanne, die angekoppelt i. d. R. zu lang sind. Die sind auch erlaubt, kommen aber so gut wie nicht. Ich hatte mir den normalgroßen Platz im ersten Abteil auf der Seite zum Freibad ausgesucht, meiner Meinung nach der allerbeste des ganzen Stellplatzgeländes.

Lieblingsplatz

Weit genug von den beiden begrenzenden Straßen entfernt (man hört sie aber trotzdem!), mit Blick ins Grüne durch die Frontscheibe, auf der Türseite 2m Platz bis zum Grünstreifen. Der nächste Nachbar ist also immer weit genug entfernt. Auf der linken Seite schließt ein XXL-Platz an, also ist auch da ein großzügiger Abstand gewährleistet, wenn, ja wenn der ankommende Mobilist das System durchschaut. Das ist nicht immer so! Verwirrtes Smiley Einer stand eine Nacht rückwärts mit 1,5m Abstand neben Oscarlotta (so wie damals der Baustellentransporter) und hatte offenbar nicht bemerkt, dass er einen „Vorgarten“ zum Tanzen hatte. Den nächsten, der ähnlich einparken wollte, konnte ich stoppen und nach meiner Frage, ob er gesehen habe, wie viel Platz er auf der anderen Seite noch hat, fuhr er freiwillig noch einen Meter weiter weg. Dabei sind die Platzbegrenzungen gut zu sehen und vor jedem Platz steht auf der Asphaltfläche mittig und unübersehbar eine Platznummer.

StellplatzmarkierungenStellplatzmarkierungen

Man muss also nur hinsehen, aber damit sind viele Menschen schon überfordert. Und wenn Stellplätze anders angeordnet sind als quadratisch-praktisch-gut, dann klappt oft gar nichts mehr. Das konnte Uschi in Bad Schönborn wieder beobachten, wo ein Teil der Plätze kreisförmig liegt. Erstauntes Smiley

Die nächste Schwierigkeit hier sind die Steckdosen! Ich habe es auch noch nirgendwo anders erlebt (zumindest erinnere ich mich nicht), dass jedem Platz eine bestimmte Steckdose zugeordnet ist. Der Hinweis steht zwar sowohl an den Vierer-Steckdosensäulen als auch an der Bezahl-Säule in der Mitte, aber man muss es halt merken. Habe ich auch nicht sofort!

StromsäulenKücheStromsäulenStromsäulen

Uschi beobachtete, wie ein ankommender Wohnmobilfahrer einfach einen Stecker abzog, der fälschlicherweise in „seiner“ Steckdose steckte. Er steckte das abgezogene Kabel zwar um, aber sagte weder Bescheid noch warf er Geld ein. Die Nachbarn, offensichtlich Neulinge, debattierten nach einer Weile ganz aufgeregt draußen, warum sie keinen Strom mehr hatten. So geht es natürlich nicht! Erzürnt

VesteVesteVesteVeste

Oberhalb des Stellplatzes thront die Coburger Veste auf einem bewaldeten Bergrücken, sehr dekorativ vor allem beleuchtet im Dunkeln. Während der Wintermonate hatte ich meinen Frontscheibenrolladen ja zumindest abends immer geschlossen, also musste ich dran denken, ab und zu durch das Seitenfenster einen lohnenswerten Blick nach oben zu werfen. Seit dem Frühjahr sah ich die Veste ständig, aber beleuchtet zum Schluss meines Aufenthaltes nur noch ca. eine Stunde am Tag, da es erst gegen 22 Uhr dunkel genug war, die Programmierung aber bereits um 23 Uhr alle Scheinwerfer wieder ausschaltete. Hätte man in den Sommermonaten ruhig auf Mitternacht verlängern können.

Samstagnacht hatte ich ein Erlebnis der besonderen Art! Als ich kurz vor zwei Uhr gewohnheitsmäßig noch einmal nach oben schaute, war alles dunkel, aber offenbar nicht im Innenhof der Burganlage. War die Beleuchtung dort, aus welchen Gründen auch immer, nicht ausgeschaltet worden? Gab es vielleicht irgendeine Veranstaltung? Das Licht war sehr hell und leuchtete von innen heraus durch alle Zwischenräume der Festungsgebäude wie aus einem beleuchteten Halloween-Kürbis. Fünf Minuten später hatte ich den Eindruck, dass das Licht sich verändert hatte. Weitere fünf Minuten später war klar, dass es wandert. Aber das konnte doch nicht der Mond sein?!?! Den hatten Uschi und ich an derselben Position fünf Tage vorher beobachtet, aber nicht um zwei Uhr nachts, sondern gegen 22 Uhr. Da war es noch nicht einmal richtig dunkel.

Mond um 22 Uhr

Es war der Mond!!! Dass sich die Zeiten seines Aufgangs in so kurzer Zeit so gravierend verändern, hatte ich nicht auf dem Schirm bzw. kann ich mich nicht erinnern, es schon einmal so anschaulich wahrgenommen zu haben. Am Sonntag bin ich extra aufgeblieben, obwohl ich eigentlich mal früher ins Bett wollte, LiveExperiment quasi. Es wurde tatsächlich zwei Uhr, bis der Mond, nur minimal am oberen Rand sichtbar, aber mit großem Hof, links von der Burganlage auftauchte. Er war also deutlich noch später dran als am Tag zuvor und er stieg deutlich schneller auf. Da, wo er mich am Vortag noch als unsichtbare Innenhoflichtquelle in die Irre geführt hatte, stand er 24 Stunden und etwa 45 Minuten später als dicker, heller Ball vollständig sichtbar über der Burg, mindestens viermal so hoch wie am Vortag! Etwas weniger rund, aber nicht weniger imposant, vor allem, wenn er sich durch Wolken durchkämpfte. Und so plötzlich, wie er aufgetaucht (im Wortsinne) war, so plötzlich war er wieder weg, wie vom Himmel gefallen! Nur noch tiefschwarzes Nichts. Das lag aber an der undurchdringlichen Wolkendecke. Um drei Uhr beendete ich mein Experiment, ohne ihn noch einmal gesehen zu haben. Wikipedia sagt: „Der Mond bewegt sich vor dem Hintergrund der Fixsterne im prograden (rechtläufigen) Drehsinn der Erdrotation, sodass sein scheinbarer Erdumlauf etwa 50 Minuten länger als 24 Stunden dauert. Dies addiert sich in einem Monat zu einem ganzen Tag, da der Mond in dieser Zeit tatsächlich die Erde einmal umläuft.“ Hab ich bestimmt irgendwann einmal in der Schule gelernt, aber wahrscheinlich damals schon nicht verstanden und deswegen nicht behalten. Was mich allerdings wirklich verwundert, warum ist mir das bisher in meinem langen Leben noch nie zuvor aufgefallen??? Oder hab ich das nur vergessen? Augen rollendes Smiley Brauchte es dafür erst die Veste zu Coburg und dann auch noch die letzte Woche von 8 Monaten??? Ich sollte vielleicht weniger oft in Smartphone, Tablet, Notebook und Co schauen, sondern öfter mal in den Himmel? Laut lachen

GasIch hatte ja schon verschiedentlich erwähnt, warum die Lage dieses Stellplatzes für mich in dieser besonderen Situation ideal war. Oscarlotta konnte stehenbleiben (was für sie natürlich nicht optimal ist) und ich hatte alles in fußläufiger Entfernung, einkaufen, Gasflasche tauschen, Waschsalon, DHL-Packstation, Hermes-Shop. Die Bushaltestellen in die Stadt und aus der Stadt sind direkt an der den Stellplatz begrenzenden Hauptstraße, es sind nur 4 Haltestellen zwischen Abfahrt und Ankunft, die Fahrt dauert ca. 5 Minuten und kostet €1,80. In der Regel bin ich hin gelaufen und zurück mit dem Bus gefahren.

Da der Stellplatz an zwei Seiten von Wohnhäusern begrenzt ist, fühlte ich mich sicher, obwohl ich 7 Monate allein dort stand, von den gelegentlichen, meist illegalen, Übernachtungsbesuchen anderer Mobilisten abgesehen. Trotzdem muss ich zugeben, dass es mir gut gefallen hat, als es die nächtlichen Ausgangssperren gab und ab 22 Uhr absolute Ruhe herrschte. Offenbar hatte man auch ein Auge auf mich, denn der Gärtner des Aquaria-Freizeitbades, zu dem der Stellplatz gehört und mit dem ich mich immer mal wieder durch den Zaun unterhielt, fragte mich eines Tages, ob die Polizei bei mir gewesen wäre. Ein Anwohner habe ihm erzählt, dass eine Mieterin des Mehrfamilienhauses genau gegenüber von Oscarlotta die Polizei angerufen habe, weil sie mich über Tage nicht gesehen hatte. Das war im Winter, die Bäume waren kahl und gaben den Blick frei und ich war, wenn überhaupt, nur kurzzeitig draußen. Ich habe nie mit einem der Anwohner gesprochen, aber natürlich wurde ich registriert und es wurde über mich geredet, über den langen Zeitraum meines Aufenthaltes und dass ich allein unterwegs bin. Die Polizei machte sich aber offensichtlich keine Sorgen um mich, aber die kümmerte ja auch nicht, wenn hier auf dem abgesperrten Stellplatz noch andere Wohnmobile standen. Trauriges Smiley

Am Sonntag fuhr Uschi schon einmal vor zum nächsten Stellplatz, am Montag verabschiedete ich mich von dem netten Gärtner, der all die Monate der einzige reale Mensch war, mit dem ich mal ein Gespräch führen konnte und der sich regelmäßig erkundigte, ob es mir gut geht und mir seine Hilfe anbot, falls nötig. Ganz zu Beginn hatte er mir sogar mal eine Gasflasche getauscht, bevor ich wusste, dass ich das ohne Probleme zu Fuß erledigen konnte.

letzter TagKücheletzter Tag

Ich genoss noch einen letzten Nachmittag im Schatten des großen Ahorns und den Abend draußen mit Blick auf die Veste, die Nachbarn vom Vortag, die ihr Mobil für mich verkehrt herum eingeparkt hatten, waren zu meiner großen Freude mittags gefahren. Die meisten Mobilisten blieben nur ein oder zwei Nächte, sodass ich immer wieder das Glück hatte, keine direkten Nachbarn zu haben. Nach diesen 7 Lockdown-Monaten alleine auf einem Stellplatz bin ich für Kuschelcamping noch mehr verloren als sowieso schon. Ich ver- und entsorgte ein letztes Mal, wie immer per Eimer und Gießkanne an der nur 20m entfernten VE-Station. Auch das ein großer Vorteil meines Platzes!

VE-StationVE-StationVE-StationVE-Station

Die geflügelte Stellplatzbesatzung, die mich die ganze Zeit mit ihren Gesängen erfreut und manchmal auch amüsiert hatte, gab noch einmal ihr Bestes. Verliebt Und ich war sehr wehmütig, wie meistens bei Abschieden, egal welcher Art.

Am Dienstag, nach auf den Tag genau 8 Monaten (!!!) auf dem Wohnmobilstellplatz „Vesteblick“ am Aquaria-Freizeitbad in Coburg, machte ich Oscarlotta fahrfertig und fuhr, tatsächlich nicht froh und erleichtert, sondern eher melancholisch gestimmt, zunächst zu der Iveco LKW-Werkstatt, in der ich im Dezember schon gewesen war. Nach meiner letzten Fahrt anlässlich meiner ersten Corona-Schutzimpfung hatte ich festgestellt, dass sich die Fahrzeugbeleuchtung inclusive sämtlicher Positionslampen nicht mehr automatisch ausschaltet, wenn der Zündschlüssel abgezogen wird. Außerdem musste ein Steuergerät ausgetauscht werden, das für die Beleuchtung des Fahrradträgers zuständig ist. Und eigentlich war da ja auch noch die Rückrufaktion von Iveco, aber dafür bekam die Werkstatt angeblich über Wochen kein Austauschteil.

Zum Glück war es nicht mehr ganz so warm wie am Vortag, trotzdem war ich sehr erfreut, dass meine Fahrerhaus-Klimaanlage immer noch (toi! toi! toi!) funktioniert. Das ist ja der Verdienst eben dieser Werkstatt! Es wurde wieder ein langer Aufenthalt von fast vier Stunden. Erstauntes Smiley Ich darf erfreulicherweise in Oscarlotta bleiben und habe so wenigstens meine eigene Toilette und genug zu essen und zu trinken.

WerkstattWerkstatt

Die Zeit zog sich trotzdem wie Blei… Mit dem Diagnosegerät wurde versucht, eine Fehlermeldung auszulesen und irgendwann hieß es, es müsse wohl ein Steuergerät/Computer (?) ausgetauscht werden, das würde um die €900 kosten plus Einbau. Nein, danke! Dann werde ich mir lieber angewöhnen, das Licht manuell auszuschalten, so wie bei Flitzi und früher bei meiner Ente. Kein Problem! Für die nicht funktionierende Beleuchtung des Fahrradträgers sollte eigentlich nur nachgesehen werden, welches Steuergerät dafür bestellt werden müsste. Die beiden Männer probierten aber alles mögliche andere aus. Das hatten sie aber doch im Dezember auch schon ausgiebig getan, um dann zu dem Ergebnis mit dem Steuergerät zu kommen. Enttäuschtes Smiley Irgendwann kam die Erfolgsmeldung, dass alles wieder funktionieren würde! Muss ich das verstehen??? Aber dann muss ich wenigstens nicht noch ein zweites Mal hin!

Als ich auf mein Kontrollpanel über der Aufbautür schaute, stand dort die Meldung „Fahrzeugbatterie entladen“! Sie hatte noch 12,4 Volt. Die Wohnraumbatterie war allerdings randvoll und es kam, obwohl in der Halle stehend, durch das offene Tor noch soviel Sonnenlicht herein, dass die Solarplatten luden. Unter diesen Voraussetzungen müsste die Starterbatterie automatisch aufgeladen werden. Müsste! Der junge Mechaniker schloss ein Ladegerät an, kein Erfolg, die Meldung blieb. Die beiden Männer waren so ratlos wie ich und ich hatte auch den Eindruck, dass sie mir nicht so recht glaubten. Wenn ich gleich fahren würde, dann würde sich die Batterie ja wieder aufladen. Ich erklärte noch einmal, dass das automatisch passiert, wenn die Starterbatterie unter einen bestimmten Wert fällt. Man erbat sich das Bordbuch und blätterte. Dem Meister fiel ein, dass er eine bestimmte Sicherung gezogen, kontrolliert und andersherum wieder eingesteckt hatte, weil ihm das richtiger erschien. Das korrigierte er, aber das Symbol der Fahrzeugbatterie blinkte immer noch. Ich solle doch den Motor einmal starten. Ergebnis: Das Blinken hatte aufgehört, das Symbol war verschwunden! Verwirrtes Smiley Vor lauter Erleichterung vergaß ich zu fragen, was denn nun aus der Rückrufaktion wird.
Bezahlen konnte ich nicht, da offenbar niemand mehr da war, der eine Rechnung schreiben konnte. Auch das war mir nur recht, im Dezember hatte ich auf die Rechnung noch eine ganze weitere lange Stunde warten müssen, weil das die Chefin persönlich machte, sie aber noch nicht da war. Ich versprach, die nächsten Tage vorbeizukommen, um zu bezahlen.

Uschi hatte einen Wohnmobilstellplatz nur wenige Kilometer von der Werkstatt entfernt ausgesucht und wartete dort schon auf mich. Nachdem ich meinen Platz eingenommen und den Motor samt Zündung, aber nicht das Licht ausgeschaltet hatte und zu berichten begann, meinte Uschi etwas verwundert, dass doch aber alles aus sei! Ja, dem war wirklich so! Bei Ankunft in der Werkstatt war es anders gewesen. Muss ich das verstehen??? Wird Oscarlotta langsam etwas wunderlich oder was ist los? Ist sie sauer, dass sie so viel rumstehen muss? Muss sie ab und zu mal „runtergefahren“ und „neugestartet“ werden, wie es jetzt geschehen war? Das wäre ja in Ordnung, auch wenn es viel Zeit und auch vermutlich wieder viel Geld kostet. Was ich von dieser Iveco/Deutz-Werkstatt für augenscheinlich überwiegend Traktoren halten soll, weiß ich nicht so recht. Alle sind ausnehmend nett, hilfsbereit und bemüht. Es dauert nur alles ewig und ich weiß nie, ob nun gerade trotzdem noch für mich gearbeitet wird, wenn gerade mal wieder niemand zu sehen ist. Warum das mit dem Fahrradträger nicht schon im Dezember geklappt hat, ist mir ein Rätsel und natürlich beschleicht mich die Vermutung, dass ich für ein und dieselbe Arbeit doppelt bezahle. Aber so ist das nunmal. Ob man über den Tisch gezogen wird, kann man nicht erkennen, ich zumindest nicht. Wenn meine Klimaanlage weiter läuft, die Fahrzeugbeleuchtung sich automatisch ausschaltet, die Beleuchtung des Fahrradträgers funktioniert und meine Starterbatterie weiterhin automatisch geladen wird, bin ich zufrieden!!! Smiley

Passt auf euch auf und bleibt gesund!

written by Ingrid
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Es ist geöffnet!!!

 
 
In der Woche nach Pfingsten fiel die Inzidenz, sicher auch deswegen, weil über das lange Wochenende nicht so viel getestet wurde. Aber auch gegen Ende der Woche blieb es so und dann sehr rasch waren wir unter 100. Wenn das stabil so bleiben würde, könnte der Stellplatz zum Fronleichnam-Wochenende wieder öffnen dürfen. Ich war gar nicht so scharf darauf, zumal nicht klar war, ob man sich dann alle zwei oder alle drei Tage testen lassen muss. Es steht zwar ein Testbus auf dem Marktplatz, aber täglich nur von 10 bis 13 Uhr. Das würde bedeuten, früher aufstehen und 20 Minuten laufen. Nicht das, was ich generell möchte und erst recht nicht, wenn es heiß wird.
Am Montag ging ich mal wieder zum Bezahlen und fragte nach. Das wisse sie nicht, sagte mir die Auszubildende, mit der ich alle drei Wochen per SMS einen Termin ausmache, darüber sei noch gar nicht gesprochen worden. Das Bad dürfe voraussichtlich am 12. Juni wieder geöffnet werden und die Verantwortlichen hätten jetzt so viel anderes zu überlegen. Ich bat sie, mir eine SMS zu schicken.
Am Dienstag sammelte ich alles zusammen, was gewaschen werden sollte und begab mich auf den Weg zum Waschsalon. Diesmal nahm ich den Bus. Erfahrungsgemäß werde ich im Waschsalon immer so fertig, dass ich so lange auf den nächsten Bus warten muss, dass ich in der Zeit auch nach Hause laufen kann. Auf beide Strecken laufen hatte ich aber bei der Wärme absolut keine Lust. Wie gut meine Entscheidung war, sollte sich noch herausstellen. Ich hatte richtig viel Wäsche, weil ich mein Bett von Winter auf Sommer umgestellt hatte und die Winterdecke(n) mit waschen wollte. Ich hatte also meine Karre und noch eine große Plastiktasche dabei. Der Waschsalon war fast leer, ich füllte zwei Maschinen und ging kurz in die Stadt, aber es war mir einfach zu heiß. Also holte ich mir einen Kaffee to go und setzte mich in den kühlen Waschkeller. Irgendwann war die erste Maschine fertig und ich konnte die gut geschleuderte und nur noch leicht feuchte Wäsche zusammenlegen und verstauen. Nachdem ich beim ersten Mal im November fünf 50-Cent-Stücke in den Trockner investiert hatte, der dann nicht anlief, habe ich die Wäsche immer vor/in Oscarlotta getrocknet. Die zweite Maschine war dann auch fertig, ich hatte nur leider nicht bemerkt, dass sie NICHT geschleudert hatte! Wahrscheinlich hätte ich das Programmrad manuell noch auf schleudern stellen können, aber nachdem ich die Tür schon geöffnet hatte, war es zu spät. Ich hatte zwei klitschnasse Decken, eine Hose und ein Winter-Nachthemd. Na, super! Enttäuschtes Smiley Zum Glück gab es Plastikwannen auf Rollbrettern und einen Ausguß im Boden. Wer schon einmal versucht hat, per Hand eine Steppdecke auszuwringen, kann sich vielleicht vorstellen, wie begeistert ich war. Wie gut, dass ich noch die große Plastiktasche dabei hatte! Die war dann allerdings so schwer, dass ich sie nicht hätte tragen können und wirklich wasserdicht war sie auch nicht. In einen Bus hätte ich so auf keinen Fall einsteigen können. Ich wuchtete die leicht triefende Tasche irgendwie auf meine Karrentasche und wackelte zum Stellplatz zurück. Alle 100 Meter musste ich die Seite wechseln, die Tasche rutschte zwar nicht ab, aber alles zusammen war heftig schwer zu ziehen. Und es war sooo warm! Auf den letzten Metern kam ich am Bad vorbei und traf zufällig eine der Angestellten, die zu ihrem Auto ging. Ich fragte nach der Testpflicht. Nein, keine Testpflicht und auch keine Maskenpflicht! Und sie würden am nächsten Tag die Sperrgitter, das Flatterband und die Schilder entfernen. Das war dann zwar erst der 5. Tag unter der Inzidenz von 100, aber an Fronleichnam würde ja niemand arbeiten und das Ordnungsamt hatte die Öffnung offenbar erlaubt. Ich war froh und erleichtert und schaffte so dann noch den Rest meines Weges. Dann war Wäsche trocknen angesagt und irgendwann konnte ich mich ziemlich geschafft auch noch zum Kaffeetrinken hinsetzen. Smiley

WäscheWäscheWäscheEisbärliKaffeestunde

Ich genoss den letzten Abend allein auf „meinem“ leeren Stellplatz und meine Wäsche wurde auch überwiegend trocken.

letzter Abend allein

Am nächsten Mittag war der Platz offen, aber immer noch leer. Das erste Wohnmobil tauchte um halb zwei auf und dann noch eins und abends waren es fünf außer Oscarlotta, schön verteilt auf dem gesamten Platz. Es war der 2. Juni und somit war der Platz auf den Tag genau nach 7 Monaten wieder geöffnet! Wer hätte das im November 2020 gedacht, als das Beherbergungsverbot verkündet wurde und der Lockdown light eigentlich nur für den November gedacht war. Trauriges Smiley
Über das Wochenende war der Platz zu ca. zwei Dritteln gefüllt, unter der Woche wieder erfreulich leer mit drei, vier, fünf Mobilen bei 22 Plätzen insgesamt. So lasse ich mir das gefallen! Meine Stimmungslage veränderte sich. Ich fühlte mich nicht mehr einsam, aber auch nicht, wie befürchtet, gestresst von so viel Andrang nach so langer Zeit des Alleinseins. Und irgendwie fühle ich mich sicherer, wenn Oscarlotta nicht mehr das einzige Wohnmobil auf dem Platz ist. Unmittelbare Nachbarn hatte ich nur am Wochenende und dann auch noch „richtig“ herum. Vor meiner Tür ist ja ein Grünstreifen und ab 15 Uhr wirft der große Ahorn am Nachbarplatz Schatten. Das bedeutet aber auch keinen Satellitenempfang! Und deswegen bleibt der Platz meistens frei. Es gefällt mir hier immer noch und jetzt auf eine ganz neue Art von Tag zu Tag mehr. Ich habe mehr Zeit, weil ich nicht mehr dauernd eine Gasflasche tauschen gehen muss und ich genieße es, draußen im Schatten zu sitzen und die friedliche Abendstimmung bei weit geöffneten Luken, Fenstern, Tür mit Vogelgezwitscher und wunderbaren Sonnenuntergängen. Verliebt

Müßiggangnicht vollAbendstimmungAbendstimmung

Ich finde es absolut nicht schlimm, noch zwei Wochen hier bleiben zu müssen, bis ich zum zweiten Mal geimpft werde. Auch dann werde ich nicht sofort fahren, denn mein Werkstatttermin steht auch noch aus und nächsten Sonntag wird Uschi hierher kommen. Und der muss ich dann ja erst einmal alles hier zeigen! Seit wenigen Tagen ist auch die Außengastronomie wieder geöffnet, was einen Stadtbummel oder eine Ausflugsfahrt in die Umgebung erstrebenswerter macht. Wir werden in aller Ruhe überlegen, wie es reisetechnisch für uns weitergehen soll. Juli/August sind natürlich nicht die besten Reisemonate, vor allem nicht jetzt, wo sich Hinz und Kunz Wohnmobile gekauft oder gemietet haben und in Deutschland bleiben, von daher sind wir noch unentschlossen. Für September/Oktober haben wir auf dem Campingplatz in Thiessow auf Rügen reserviert und hoffen sehr, dass uns das Corona-Virus nicht noch einmal einen Strich durch die Rechnung macht!!!

Passt auf euch auf und bleibt gesund!

written by Ingrid
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Und schon wieder Pfingsten!

 
 
Wird es langsam besser??? Ich warte seit Wochen darauf, dass es mal ein offenes Statement zur Aufhebung des bundesweiten Beherbergungsverbots gibt, stattdessen machen jetzt die einzelnen Bundesländer wieder auf unterschiedlichste Art auf. Mal mit Modellregionen, mal nur für „Landeskinder“ (wurde in Niedersachsen vom Oberverwaltungsgericht inzwischen gekippt), mal nur für voll Geimpfte oder Genesene. Wenn die Eltern geimpft sind, die Kinder aber nicht, weil sie ja noch nicht geimpft werden, dürfen die Eltern in die Ferienwohnung, ihre Kinder aber nicht!!! Das hat man immerhin inzwischen geändert. Herr Söder hat für Bayern schon vor Wochen verkündet (er musste mal wieder der Erste sein), dass ab dem 21. Mai mit Beginn der Pfingstferien alles wieder öffnen darf, also auch die Camping- und Stellplätze, eine stabile Inzidenz unter 100 im entsprechenden Landkreis vorausgesetzt. Spätestens Mitte Juni dürften wohl alle, die können, nachgezogen haben. Dann wird es spannend! Viele Menschen scheinen ernsthaft zu glauben, dass es das dann war mit der Pandemie. Wäre ja schön, ist aber unrealistisch. Erst gut 12% der Bevölkerung Deutschlands sind vollständig geimpft. Wenn alle, die können und wollen, durch sind, ist Spätherbst und dann brauchen die ersten schon eine Auffrischungsimpfung. Alles wird vom Impffortschritt und -erfolg abhängen, denn es wird schätzungsweise genauso werden wie im letzten Herbst. Wiedergewonnene Freiheiten freiwillig wieder einschränken oder unfreiwillig eingeschränkt bekommen, werden mindestens genauso viele Menschen nicht akzeptieren und mittragen wie bisher.

Beim Gasflasche tauschen am Montag saßen wie gewohnt vier Mitarbeiter im offenen Bürobereich hinter dem Tresen, wie gewohnt alle ohne Maske. Es dauerte lange, bis sich der Mann am ersten Schreibtisch (den ich bisher noch nie gesehen hatte) aufraffen konnte, aufzustehen, sich eine FFP2-Maske aufzusetzen und mich zu bedienen. Ich trug mein Begehren höflich vor und gab ihm die Rechnung vom letztes Mal. Daraus ist zu ersehen, dass ich als Kassenkunde (ohne Kundenkonto, es dürfen derzeit ja wieder nur Handwerker einkaufen) kaufe und da es sich um Verbrauchs- bzw. Heizmaterial handelt, ist das zulässig. Missmutig ging er zum Kassencomputer und fragte nach kurzer Zeit nach meiner Telefonnummer. Ich erlaubte mir, zu sagen, dass die im letzten halben Jahr noch niemand abgefragt hätte. Ja, jetzt sei es aber so! Dann wollte er Namen, Vornamen und schließlich die Adresse wissen. Ich machte noch einmal mein Erstaunen darüber deutlich und ziemlich unfreundlich kam die Antwort, dass er das zur Kontaktverfolgung brauche, wir hätten nämlich Corona und eigentlich dürfte ich gar nicht da sein! An dieser Stelle wäre ich gerne ausfällig geworden und hätte ihm erzählt, wie genau ich weiß, dass „wir Corona haben“ und was das vor allem in den letzten sechs Monaten für mich bedeutet hat. Und warum, wenn wir doch Corona haben, er seit einem halben Jahr der erste ist, der diese Kontaktverfolgungsdaten von mir wissen will. In den Wintermonaten war ich jede Woche zweimal da! Und warum es offenbar keine Homeofficepflicht in seinem Betrieb gibt und vor allem keine Maskenpflicht??? An seinem Tonfall war allerdings deutlich seine Stimmungslage abzulesen und in solch einem Fall wird eine Konfrontation nur ungut. Es fällt mir nicht leicht, mich dann zurückzunehmen, aber je länger diese ganze Sch… dauert, desto „wurschtiger“ empfinde und reagiere ich, nach dem Motto: „Ihr könnt mich doch alle mal kreuzweise!“ Erzürntes Smiley

Vor dem Stellplatz wird die angrenzende Siedlungsstraße aufgerissen. Der Schuttcontainer steht in der Einfahrt vom Stellplatz und entsprechend groß ist das Getöse, wenn der Baggerfahrer seine Schaufel voller Asphalt dort hinein entleert.

BaustelleBaustelleBaustelle

Heute wurde der Rasen hier auf dem Stellplatz (endlich mal) gemäht (laut) und mit einem Pfitzer wurden die Feinarbeiten erledigt (laut). Immerhin hatte jemand mein Stromkabel vom Gras auf den Schotter gelegt. Da wäre es dann liegengeblieben, wenn ich es nicht wieder zurückgelegt hätte. Ja, ist nur eine Kleinigkeit, zeigt aber das Grundproblem von zunehmender Gleichgültigkeit. Ich glaube, dass sehr viele Menschen mit der Komplexität unserer Zeit inzwischen überfordert sind und diese ungewohnte, nie dagewesene Pandemie, zumindest nicht in unseren Breiten, bringt viele an ihre Grenzen und lässt alle mühsam errichteten und sorgsam gepflegten Schutz-/Verteidigungswälle bröckeln und schlimmstenfalls einstürzen. Die Nerven liegen bei vielen blank, bei mir auch.

FeiertagsruheHier ist noch nichts auf, die Inzidenz liegt noch weit über 100. Mir ist das recht, es ist auch so schon laut genug. An Nachbarn werde ich mich erst wieder gewöhnen müssen und ich ahne schon, dass es mir nicht leicht fallen wird. Bis mindestens Ende Juni werde ich noch hierbleiben, da ich dann zum zweiten Mal geimpft werde. Eine eMail an den zuständigen Landrat mit Schilderung meiner besonderen Situation war erfolgreich. Er telefonierte mit „meinem“ Leiter des Ordnungsamts, der erteilte mir die Genehmigung, die Stellplatzadresse vorübergehend als Meldeadresse angeben zu dürfen und innerhalb von 36 Stunden hatte ich einen Anruf eines freundlichen jungen Mannes, der mir zwei Impftermine zuteilte. Ich durfte sogar darum bitten, sie auf den späten Nachmittag zu legen. Laut lachen

Ich räumte Oscarlotta fahrfertig und fuhr die 12 Kilometer zum zuständigen Impfzentrum. Höchste Zeit, sie mal wieder zu bewegen, die Bremsscheiben rosteten schon fröhlich vor sich hin! Der Parkplatz am Impfzentrum war ausreichend groß, ich brauchte nichts mehr zu erklären und keine meiner Sondergenehmigungen vorzuzeigen, man war informiert. Mit einem sehr guten Gefühl verließ ich eine gute halbe Stunde später das super organisierte Zentrum und fuhr, da ich schon unterwegs war, noch zum LPG tanken und zu dem tollsten Edeka-Markt, den ich jemals gesehen habe. Dort muss man aufpassen, nicht in einen Kaufrausch zu verfallen!

Glücklich kam ich wieder am Stellplatz an und stellte dann fest, dass die Fahrzeugbeleuchtung sich nicht mehr automatisch ausschaltet, wenn ich den Zündschlüssel abziehe. Bei der Tankstelle und beim Edeka-Parkplatz funktionierte es noch! Irgendwas ist immer! Ich muss demnächst aber sowieso in eine Iveco-Werkstatt, weil es eine Rückrufaktion gibt. Nach 14 Jahren!!! Das Layout der elektrischen Anlage muss geändert bzw. ein Trennschalter, wofür auch immer, ausgetauscht werden. Weil sonst bei ungünstigen Bedingungen Feuchtigkeit in den Kabelbaum eindringen könnte, was zu einem Kurzschluss in der ABS-Steuerung und folglich zu einer Fehlfunktion oder Beschädigung und im Extremfall zu einen Brand führen könnte und zwar sowohl bei ein- als auch bei ausgeschaltetem Motor. Jetzt war das zwar die letzten 14 Jahre offenbar kein Problem, aber ein blödes Gefühl bleibt trotzdem. Also versuchte ich, dort einen Termin zu bekommen, wo ich schon Anfang Dezember die alljährliche Wartung hatte durchführen lassen. Zwar eine Iveco-LKW-Vertragswerkstatt, gewartet und repariert werden dort vorrangig aber nur Traktoren. Ich durfte in Oscarlotta bleiben und hatte interessante Ausblicke. Ich glaube, Oscarlotta war ein wenig neidisch auf die Reifen der „Kollegen“.

DeutzDeutz

Der Werkstattleiter teilte mir mit, dass er von der Rückrufaktion wisse und für einen Kunden auch vor Wochen schon das Ersatzteil bestellt, es aber bis heute nicht erhalten habe. Wie lange ich denn noch hier sei? Wenn es bis dahin nicht mehr klappen würde, könne er mir das Teil an eine beliebige Adresse schicken, damit ich es bei einer beliebigen anderen Iveco-Werkstatt austauschen lassen könne. Das würde vier bis sechs Stunden dauern!!! Also muss ich wohl warten…
Bei dem Werkstattbesuch im Dezember wurde auch mal wieder nach der Ursache gesucht, warum meine Fahrerhausklimaanlage immer nur für kurze Zeit funktioniert, ich hatte ja schon mehrfach darüber geschrieben, eine unendliche Geschichte. Es konnte eigentlich nur noch ein defektes Kabel verantwortlich sein und wirklich fanden die Mechaniker dies: Erstauntes Smiley

Kabel

Das sah ja nun wirklich nicht gut aus! Man konnte mir leider nicht sagen, was der Auslöser gewesen sein könnte und so bleibt die Unsicherheit, dass so etwas jederzeit wieder passieren kann. Das Kabel wurde ausgetauscht und bei meiner Fahrt zum Impfzentrum probierte ich die Funktion der Klimaanlage, obwohl die Außentemperaturen dagegen sprachen. Sie funktioniert, aber das hat sie auch schon einmal bis zu 100km nach einer Reparatur getan. Also abwarten und darauf hoffen, dass sie auch dann noch arbeiten wird, wenn ich sie wirklich brauche. Enttäuschtes Smiley

Uschi wartet die Pfingsttage noch auf dem noch nicht geöffneten Campingplatz in Lauterburg ab, bevor sie sich auf den Weg macht. Auch sie will jetzt endlich mal wieder eine andere Aussicht, andere Wege und neue Erlebnisse, obwohl die Natur auf der Schwäbischen Ostalb gerade alles gibt.

LauterburgLauterburgLauterburg
 
FahrradträgerFahrradträgerFahrradträger

Ihr Fahrradträger ist bereits bestückt, Flitzis Hauptuntersuchung wurde einen Monat vorverlegt, mein Hänger ist sauber und winterfest gemacht, kaum nachdem er „entwintert“ wurde. Wenn alles gut geht, werden wir so bald nicht zurückkehren. Aber wer weiß das schon? Fünf Tage Inzidenz über 100 – zack, alles wieder zu! Dieses Damoklesschwert wird uns wohl noch eine Weile begleiten. Herr Lauterbach äußert sich erstaunlicherweise zuversichtlich, was den Sommer betrifft, weist aber gleichzeitig darauf hin, dass am Ende des Jahres ca. 5 Milliarden der Menschen auf der ganzen Welt noch nicht geimpft sein werden. Wir haben eben nicht nur Corona, sondern eine Pandemie. Augen rollendes Smiley

Wir wünschen euch schöne, hoffentlich überwiegend sonnige und nicht zu kalte Pfingsttage! Passt trotz aller Öffnungen und Lockerungen bitte weiter gut auf euch auf, auch wenn ihr bereits oder demnächst vollständig geimpft seid. Die Impfungen sind ein guter Schutz, aber auch sie bieten keine hundertprozentige Sicherheit! Und verlasst euch auch nicht allzusehr auf die Schnelltests, die haben nur eine Verlässlichkeit von etwa 60 Prozent. Das heißt, im Restaurant kann jemand am Nachbartisch sitzen, der ein negatives Testergebnis hat, aber trotzdem infiziert und hochansteckend sein kann. Selbst wenn euch die Impfung bei einer nicht hundertprozentig ausschließbaren Ansteckung vor einem schweren Verlauf schützen sollte und hoffentlich wird, gebt ihr das Virus trotzdem unbemerkt und ungewollt weiter. Vergesst das bitte nicht, auch und besonders zum Schutz all derer, die noch keine Chance hatten, sich impfen lassen zu können.

Passt auf euch auf und bleibt gesund!

written by Ingrid
photos taken with iPhone and taken by Uschi with Samsung Galaxy S20

P.S.: Wie immer könnt ihr die Fotos durch anklicken auf Originalgröße bringen (bessere Qualität) und den Fototext lesen, wenn ihr den Mauszeiger auf das Foto führt.

Corona-Notlage(r)

 
 
Ich bin #mütend. 😞😤

An manchen Tagen überwiegt die Müdigkeit, die Hoffnungslosigkeit und alles ist nur mühsam und mein Energielevel ist kurz vor Reserve. Es soweit wieder aufzuladen, dass ich wenigstens die notwendigen Alltagsgeschäfte erledigen kann, ist nicht jeden Tag einfach. Manchmal gelingt es auch gar nicht. Das sind dann die Tage, an denen ich erst nach 15 Uhr aus dem Bett finde und mich trotzdem bleischwer fühle und nur im Zeitlupentempo funktioniere. Und froh bin, wenn ich NICHTS muss und dass NIEMAND etwas von mir will.

Am 29. April war ich genau 6 Monate hier, pandemiemäßig gestrandet auf einem kleinen Stellplatz in einem netten Städtchen in Bayern, freundlicherweise geduldet, sowohl vom Stellplatzchef als auch vom Leiter des Ordnungsamtes. Ich mache mir keine Illusionen darüber, dass das einzig und allein deswegen so ist, weil ich hier bezahle. Mitgefühl hat, Gedanken über meine Situation macht sich niemand. Dass ich die Aufenthaltsgenehmigung als „Härtefall“ vom Ordnungsamt bekam, habe ich nach der anfänglichen Ablehnung durch persönliches Erscheinen erkämpft, eine Mietpreisermäßigung wegen wochenlangem Baulärm auf dem Stellplatz wurde vom stellvertretenden Badleiter abgelehnt mit der Aussage, ich könne mich ja weiter nach hinten stellen. Weiter hinten ist die vielbefahrene Straße! Das sind die Gründe dafür, dass an manchen Tagen die Wut die Müdigkeit überlagert. Insbesondere dann, wenn neben meinem Wohnzimmerfenster wieder ein orangefarbener Transporter der Baufirma steht und mir die Sicht nimmt.

Transporter

An einem Donnerstag war es wieder so weit und abends klemmte ich einen Zettel unter den Scheibenwischer mit der freundlichen Bitte, das Fahrzeug nicht das ganze Wochenende so stehen zu lassen, ich hätte gerne eine Aussicht, auf die Zufahrt und überhaupt. Am nächsten Morgen wurde ich kurz nach sieben durch Türen schlagen und Motorengeräusch geweckt. Der Fahrer gab einmal richtig Vollgas, direkt neben meinem Bett und parkte sein Fahrzeug dann einen Platz weiter wieder ein, erneutes Türenschlagen inklusive.

Ich bin #…ütend. 😤

Ich frage mich oft, in was für einer Welt ich lebe. Anteilnahme, Solidarität, Mitgefühl, Freundlichkeit, Fürsorge – das alles scheint nicht mehr Normalität, sondern zur Rarität geworden zu sein. Alte Menschen habe ich im Laufe meines Lebens schon oft sagen höre, dass „früher“ alles besser war und ich habe es belächelt. Jetzt bin ich selbst alt und sage es auch.

Seit dem 2. November 2020 ist über Deutschland ein Beherbergungsverbot verhängt. Deswegen stehe ich seitdem hier. Beherbergungsverbot bedeutet, dass alle Beherbergungsbetriebe und -orte geschlossen sein müssen und nicht für Übernachtungen genutzt werden dürfen. Das gilt nicht nur für Hotels, Pensionen, private Zimmervermietungen, Camping- und Stellplätze, sondern auch für nicht bewirtschaftete, kostenfreie Stellplätze sowie Wald-, Wander- und sonstige Plätze und sogar für Privatgrund. Jegliche Beherbergung ist einfach verboten! Siehe „hier“. Im privaten Raum wird das durch die Kontaktbeschränkungen zu regeln versucht und durch die ernstgemeinte Aufforderung seitens der Regierung, touristische Reisen und nicht zwingend notwendige Familienbesuche zu unterlassen und jetzt auch durch die nächtlichen Ausgangssperren. Das freie Stehen mit Wohnmobil ist in den meisten Ländern sowieso nicht erlaubt, in Deutschland wird es geduldet zur Wiedererlangung der Fahrtüchtigkeit für maximal 10 Stunden ab Ankunft, Campingverhalten (Stühle und Tisch draußen, ausgefahrene Markise) ist untersagt. In Spanien gilt schon ein offenes (Dach-)Fenster und die ausgefahrene Trittstufe als Beweis für Camping. Wenn man, wie derzeit, aber nicht reisen SOLL, entfällt diese Duldung auch. Trotzdem herrscht in Deutschland schon wieder eine rege Reisetätigkeit, ich höre es von verschiedenen Seiten und ich sehe die Wohnmobile, die während der Woche und besonders am Wochenende die VE-Station hier anfahren. Das Motto in unserer Gesellschaft wird anscheinend immer mehr zu: „Ich mache, was möglich ist. Ob es erlaubt ist oder nicht, interessiert mich nicht. Machen alle anderen ja auch so und warum soll ich denn der Dumme sein? Wird schon gut gehen! Und wenn nicht, mein Gott, dann bezahl ich eben die paar Kröten, dafür hatte ich dann aber wenigstens meinen Spaß. Wenn die anderen sich nicht trauen, sind sie selbst Schuld.“ Unrechtsbewusstsein? Ist nicht mehr „in“. Solidarität? Was ist das? Habe ich da was von? Nur Nachteile? Nee, dann ohne mich!

An dieser Textstelle klopfte es an mein Fenster und ein freundlich lächelndes Paar um die Sechzig fragte, ob der Platz geschlossen sei und warum ich denn „so einfach“ hier herumstehen würde. Ich war ja gerade gut im Thema, aber auf alles, was ich fragte und anmerkte und kritisierte, bekam ich lediglich ein mildes Lächeln und ein „ach, das geht schon“ und „die Menschheit war wohl schon immer egoistisch, sonst wäre sie nicht so weit gekommen“. Man habe die Tochter in Ulm besucht. Ich habe nicht gefragt, ob sie alleinlebend oder alleinerziehend ist. Man wünschte mir freundlich lächelnd alles Gute und ging absolut gelassen zurück zum Van. Im Grunde hatte ich ja noch Glück mit dieser Begegnung, die Regel ist es nämlich heutzutage, dass Menschen, die auf ein Fehlverhalten hingewiesen werden, nicht nachdenken, sondern sofort aggressiv reagieren. Habe ich hier auch schon erlebt.

Ich bin #mütend. 😞😤

Was ist denn bloß los mit den Menschen??? Ist man nicht mehr in der Lage, die Gründe, die für das Erlassen von Gesetzen und Verboten maßgeblich sind, zu erkennen und dann SELBSTVERSTÄNDLICH die Verbote einzuhalten? Alle gemeinsam? Der aktuelle, leider schon über ein Jahr dauernde Grund ist dieses Virus. Warum schaffen es so viele Menschen NICHT, trotz der inzwischen millionenfachen Todesfälle weltweit, die Bedrohung ernst zu nehmen? Weil man sich nicht mehr einschränken kann? Weil in unserer Konsumwelt alles sofort möglich ist? Weil wir Frustration und Verzicht nicht mehr gewöhnt sind? Weil Anteilnahme, Solidarität, Mitgefühl… siehe oben… WIRKLICH nicht mehr gelebt werden? Im Fernsehen wird gezeigt, dass alle Parks, Promenaden etc. voller Menschen sind, so wie vor Corona. Die Bauarbeiter hier trinken ihr Feierabendbier eineinhalb Stunden lang zu neunt um eine Holzkiste dicht nebeneinander stehend, natürlich ohne Masken, man ist ja draußen. Sie sind aus zwei Firmen und arbeiten in einer dritten, sind aber doch alles Kollegen. In der Firma, bei der ich meine Gasflasche tausche, scheint weder Homeoffice noch Maskenpflicht durchgesetzt zu werden. Ich habe mit fassungslosem Erstaunen zur Kenntnis genommen, wer in meinem Familien-, Freundes- und Bekanntenkreis sich mehr oder weniger häufig und mehr oder weniger bewusst NICHT an die Regeln hält. Es befremdet mich, im Wortsinne.

Ich bin #mü… 😞

Der sehr verstörende, tödliche, Existenzen vernichtende und Angst machende Ausbruch einer Virus-Pandemie scheint im allgemeinen Verständnis der Menschen die persönliche Schuld von irgendjemandem zu sein oder die Strafe der Götter, manche Querdenker haben sich eine oder mehrere konkrete Personen ausgesucht, niemand aber scheint sich Gedanken darüber zu machen, welchen Anteil er selbst mit seiner Lebensweise daran hat. Was begünstigt denn eigentlich Zoonosen?

Um Kommentaren vorzubeugen möchte ich ganz deutlich sagen, dass mir durchaus klar ist, dass bei allen Außenaktivitäten die Ansteckungsgefahr reduziert bis nicht vorhanden ist (siehe meinen Ostereintrag) und dass das Wohnmobil fahren als solches keine Gefahr darstellt. Ich weiß auch, dass nicht nur ich #mütend bin, weil die Beschlüsse unserer Bundesregierung nicht alle gut durchdacht und nach mehr als einem Jahr wenig vielfältig sind. Ich würde auch gerne langsam mal wieder woanders hinfahren! Meine persönlichen Kontakte beschränken sich seit 6 Monaten auf die paar Worte mit Verkäufer*innen, Kassierer*innen und dem Gärtner über den Zaun alle zwei Wochen. Alles andere findet am Telefon statt, per eMail und SMS. Seit 6 Monaten!!! Nein, das ist nicht schön! Und – ganz ehrlich – inzwischen mache ich das nicht mehr, um andere zu schützen, sondern nur noch, um mich selbst zu schützen. Wenn das alle so machen würden, zumindest alle, denen das möglich ist, wäre das eine Form von Egoismus, die etwas Positives bewirkt. Der Egoismus, der in der Welt vorherrscht, tut das leider nicht.

Ich bin #mütend 😞😤

BaustelleBaustelleBaustelleBaustelleBaustelleBaustelle

Aktuelles Beispiel:
Neben mir steht ein Weinsberg Pepper, alle Fenster blickdicht verschlossen. Irgendwann kommt eine Frau um die Sechzig auf ihrem Fahrrad angefahren und wenig später klopft sie bei mir. Ob man hier Strom anschließen könne? Ich mache sie darauf aufmerksam, dass der Platz geschlossen ist. Ja, das weiß sie, aber in Nürnberg und in ? war das auch kein Problem. Beherbergungsverbot? Das weiß sie auch, aber in Nürnberg… Sie besucht hier eine Freundin und sie weiß auch noch gar nicht, ob sie heute Nacht in ihrem Wohnmobil schläft oder bei ihrer Freundin. ICH FASSE ES NICHT!!! Im Schaukasten hängt ein Hinweis, dass der Platz pandemiebedingt geschlossen ist, um den Schaukasten ist das Absperrband gezogen. Was braucht es denn noch? Man entfernt einfach das Band und fährt auf den Platz, man ignoriert, dass touristische Reisen unterbleiben sollen, man lässt sich von einer Freundin abholen und bleibt u. U. die Nacht dort. Wie dumm oder ignorant kann man denn sein, dass man nach über einem Jahr immer noch nicht verstanden hat, wie Ansteckung funktioniert???
Vor ein paar Wochen demonstrierte ein Familienvater seinen ca. 14- und 8-jährigen Söhnen, wie man mit Verboten und gesperrten Plätzen umgeht, nämlich genauso. Das alles macht mich soooo

#…ütend. 😤 😤 😤

aktuell

Der Stellplatz- bzw. Badleiter behauptet, dass sie täglich kontrollieren und die Wohnmobile dann auch wegschicken, außer natürlich am Wochenende (natürlich?). Die Polizei interessiert das alles gar nicht. Eines Abends kam ein Streifenwagen fünf Minuten, nachdem ein Kastenwagen auf den Platz gefahren war. Er hielt vor dem Absperrband, machte das Licht aus und dann passierte zehn Minuten gar nichts. Das Licht ging wieder an und der Streifenwagen fuhr davon.
Ich sehe absolut schwarz für die Zukunft, übrigens in jeglicher Hinsicht. Wenn jetzt schon so deutlich wird, dass man sich nicht mehr an Regeln und Gesetze hält, weil es keine oder viel zu lasche Konsequenzen nach sich zieht, wie soll das denn erst werden, wenn die Restriktionen kommen, die in den nächsten Jahrzehnten nötig sein werden, um die Klimaziele zu erreichen? Wenn der überwiegende Teil der Menschheit (ich meine die Menschen, denen es möglich ist) jetzt schon nicht versteht, warum es gut wäre, sich an Regeln zu halten, wie soll das dann funktionieren?

Ich bin #mü… 😞

written by Ingrid
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P.S.: Wie immer könnt ihr die Fotos durch anklicken auf Originalgröße bringen (bessere Qualität) und den Fototext lesen, wenn ihr den Mauszeiger auf das Foto führt.

 

SOG

 
 
SOGDa ich gerade so schön erfolgreich dabei war mit Reparaturen an Oscarlotta, schockierte mich nicht allzu sehr, dass das Entlüftungssystem meiner Toilettenanlage seine Arbeit einstellte. Das passierte nicht von einem Tag auf den anderen, sondern hatte sich durch ein um Sekunden verzögertes Einschalten des Ventilators nach öffnen des Toilettenschiebers über Tage angekündigt. Da dies in der Zeit der extremen Kälte geschah, führte ich es zunächst darauf zurück, natürlich ohne es entsprechend begründen zu können. Die Kälte verschwand, das Problem nicht und eines Tages blieb das Ventilatorgeräusch ganz aus! Ich ging auf die Suche und entdeckte relativ schnell ein loses Stromkabel. Ich fummelte es in die Lüsterklemme zurück und es passierte – nichts! Die Drahtenden waren mir schon etwas kurz erschienen, also schraubte ich die Lüsterklemme wieder auf und versuchte, die Isolierung etwas zu kürzen. Das gestaltete sich schwierig, weil die Kabel sehr dünn sind und ich kein passendes Werkzeug hatte. Mit einer Nagelschere versuchte ich, die Isolierung rundherum einzuritzen und hatte dann erfolgreich die innenliegenden Drähte gleich mit durchtrennt. Erstauntes Smiley Nein, so wollte ich das nicht haben! Zum Glück hatte ich genug Kabellänge zum Nachziehen und irgendwann hatte ich in mühseliger Kleinarbeit die Drahtenden weit genug freigelegt. Ich fummelte – siehe oben – und es passierte: nichts!

SicherungBlöd! Eine im Toilettenstaufach direkt sichtbare Sicherung, von der ich nicht wusste, wofür sie da ist, hatte ich schon ausgetauscht. Von einem früheren Totalausfall, der schon viele Jahre zurückliegt, wusste ich, dass es noch eine Sicherung im allgemeinen Sicherungskasten gibt. Die hatten wir damals nämlich gesucht und nicht gefunden und erst ein Telefonat mit der Herstellerfirma von Oscarlotta ergab, dass diese Sicherung zur Beleuchtungsgruppe 3 gehört bzw. als solche beschriftet ist! Da kommt man ja nicht drauf! Verwirrtes Smiley Diese Sicherung war allerdings sichtbar in Ordnung. Jetzt blieben zwei weitere mögliche Ursachen, der Ventilator samt Motor und ein Mikroschalter. Ich machte Fotos, mit der Selfie-Kamera meines iPhones, denn die gesamte Mechanik befindet sich an der Decke des nicht besonders hohen Staufaches (so hoch wie die Toilettenkassette) und nur so konnte ich, wenn auch nur so gerade, sehen, was ich da fotografiere. Ich fand keinen Mikroschalter! Uschi sagte mir, dass dieser bei ihr schon einmal abgebrochen war und sie ihn ersetzen musste und sie beschrieb mir, wie er aussieht. Abgebrochen konnte er bei mir nicht sein, dann hätte ich ihn im Staufach gefunden. Ich drehte ein wenig an dem Hebel, der beim Einschieben der Kassette den Schieber zum Öffnen und Schließen der Kassette betätigt und siehe da, auf den neuen Fotos erschien der Mikroschalter! Er sah unbeschädigt aus und funktionierte offensichtlich. Also doch der Ventilator?

MikroschalterMikroschalter

Ich begab mich auf die Internetseite der Firma SOG. Diese Firma hat in den 1990er-Jahren, soweit ich weiß, als erste am Markt, eine Möglichkeit entwickelt, fest verbaute Campingtoiletten ohne den Einsatz von chemischen Zusätzen geruchsfrei betreiben zu können. Mit meinem ersten Wohnmobil bin ich 1998 extra nach Löf an die Mosel gefahren, um dieses System am Firmensitz nachrüsten zu lassen. Es war damals ein noch ganz kleiner Familienbetrieb. In Oscarlotta haben wir es natürlich schon direkt bei der Bestellung mitgeordert, vielleicht wurde es auch schon serienmäßig verbaut, das weiß ich nicht mehr genau. In all den Jahren hat mich/uns diese Art der chemiefreien Toilettennutzung absolut überzeugt. Das Prinzip ist, verkürzt beschrieben, dass Gerüche aus der Toilettenkassette bei der Benutzung der Toilette mit geöffnetem Schieber durch das automatische Einschalten des verbauten Ventilators durch einen Aktivkohlefilter nach außen geleitet werden. Diesen sollte man einmal pro Jahr austauschen. In meiner „Frieda“ hatte ich in 11 Jahren kein einziges Problem mit diesem System und in den letzten 14 Jahren in Oscarlotta war, wie gesagt, einmal die Sicherung durch. Das spricht für Qualität! Auf der Firmenseite fand ich die Möglichkeit, entweder einen neuen Lüfter zu bestellen oder den alten zur Überprüfung einzuschicken und einen neuen im Austausch zu bekommen. Der Preisunterschied beträgt ca. 20 Euro. Auf den Produktfotos war zu sehen, dass die Kabel nicht mehr in Lüsterklemmen gesteckt werden, sondern in „modernen“ Steckverbindungen sitzen. Ich schickte eine eMail und fragte an, ob man mir bei Austausch des Lüfters zwei zusätzliche Steckverbindungen mitschicken könne, weil diese ja mit meiner Lüsterklemme nicht kompatibel sind. Umgehend kam die Antwort, dass das kein Problem sei. Ich entschied mich für die Austauschvariante, führte Kauf und Bezahlung durch und brachte meinen Lüfter auf den Postweg, versehen mit der beim Kaufvorgang erstellten Auftragsnummer und vorsichtshalber noch einmal mit der Bitte um zwei weitere Steckverbindungen. Als Lieferadresse gab ich die Packstation an, die ganz in der Nähe des Stellplatzes hier ist. Montags wurde mir der Eingang meines Lüfters bekanntgegeben und die Versendung des neuen. Ich hatte darum gebeten, mir doch bitte mitzuteilen, ob der alte Lüfter wirklich defekt ist, weil ich gerne wissen wollte, ob das Versagen der Entlüftungsanlage nun wirklich an ihm lag. So ganz verständlich war mir die Variante mit dem Austausch nicht, bzw. warum es diesen Preisunterschied gab. Es hieß zwar, der eingeschickte Lüfter werde überprüft, aber offenbar wurde ja nicht er wieder zurückgeschickt, repariert oder nicht, sondern ein Austauschmodell. Bereits am übernächsten Tag erhielt ich eine Benachrichtigung von DPD, dass mein Paket zur Abholung bereit liegen würde, allerdings stand nicht dabei, wo. In der DHL-Packstation konnte ich es nicht abholen, wie sich herausstellte. Ein junger DHL-Angestellter, der mir zufällig über den Weg lief, erklärte mir, wo ich hin müsse. Da ich am nächsten Tag sowieso in die Stadt wollte, verschob ich die Abholung. Am nächsten Mittag rief Uschi mich an und erklärte, mein Päckchen sei bei ihr in Lauterburg angekommen!!! Enttäuschtes Smiley Bei der Bestellung hatte ich als Lieferadresse eindeutig die Packstation hier angegeben und die war in der Auftragsbetätigung auch so angeführt. Auf der Verpackung meines zurückgeschickten Lüfters war automatisiert (App von Hermes) als Absenderadresse Lauterburg angegeben. Nun würde ich mal sagen, dass die Lieferadresse des Kaufabschlusses gilt, da hatte also wieder einmal jemand nicht gründlich genug gearbeitet. Aber immerhin waren die zwei zusätzlichen Steckverbindungen im Paket und auf der Rechnung stand der kurze Vermerk „Lüfter defekt“. Uschi packte um, legte meine aufgelaufene Post mit dazu und zwei Tage später konnte ich alles abholen, diesmal richtig in der Packstation.
 
Ich sammelte alle Werkzeuge zusammen, die ich brauchen würde und machte mich draußen daran, die dünnen, mehradrigen Käbelchen in die zwei Steckverbindungshülsen zu friemeln und dort zu befestigen. Das war gar nicht so einfach! Es kam mir sehr zugute, dass ich Erfahrung im Schmuck basteln und die entsprechend kleinen Zangen habe. Irgendwann konnte ich alle vier Stecker paarweise miteinander verbinden und den Lüfter wieder festschrauben. Ich war ziemlich durchgefroren und wappnete mich für die Enttäuschung, dass der Ventilator NICHT laufen würde. Ich war nämlich alles andere als überzeugt, dass meine Bemühungen Erfolg haben würden. Wasserpumpe einschalten, Toilettenschieber öffnen * Trommelwirbel * Ventilator LÄUFT!!! Ungläubiges, aber sehr freudiges Erstaunen! Smiley mit geöffnetem Mund

Am nächsten Tag lief der Ventilator nicht mehr!!! Mist, Mist, Mist! Zum Glück hatte sich nur ein Kabel aus der Steckverbindung wieder gelöst. Die auf der Seite des neuen Lüfters sind verlötet, meine konnte ich nur klemmen. Diese Klemmen wieder aufzubiegen gelang mir nur mangelhaft und letztendlich habe ich alles mit Isolierband verklebt. Bis jetzt funktioniert es!!!

altne

Noch ein Tipp zum Schluss: Das SOG-Entlüftungssystem verhindert wirklich erfolgreich die Entstehung von Gerüchen während der Toilettenbenutzung. Beim Entleeren der Kassette riecht es dann aber natürlich nicht ganz so angenehm. Um auch das zu verhindern, hilft die Zugabe von „Ammovit“ direkt in die entleerte Kassette. Dies ist ein biologisch abbaubares Produkt, das überwiegend in der Landwirtschaft bei der Gülleaufbringung verwendet wird. Zu kaufen ist es in einigen Baumärkten in der Gartenabteilung oder im Internet. Ist nicht ganz preiswert, hält aber ewig, da man für jede Kassettenfüllung nur einen kleinen Messlöffel voll braucht. Unbedingt empfehlenswert, auch wenn man kein SOG-System hat. Ich denke, dass man sogar die Zugabe von chemischen Mitteln, die ja nicht gerade zuträglich für die Umwelt sind, damit ersetzen kann. Es bindet nämlich nicht nur Gerüche, sondern zersetzt auch. Aufpassen muss man nur, wenn man das Mittel über die Toilettenschüssel in die Kassette gibt. Man muss vorsichtig hantieren oder sofort nachspülen, da Ammovit weißes Plastik gelb verfärbt.

written by Ingrid
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Fröhliche Erweiterte Ruhetage, ähm Ostern!

 
 
Ja, ihr lieben Leser, wir wünschen euch schöne, sonnige, friedliche, erholsame Osterfeiertage ohne Einkaufs- oder sonstigen Stress! Wir wünschen euch offene Eisdielen und wir würden euch (und uns) auch offene Gartenlokale, Campingplätze (zumindest für Dauercamper) und Ferienhäuser wünschen, also alles, was nach dem seit einem Jahr verfügbaren und belastbaren Wissen über das Infektionsgeschehen bei SARS-CoV-2 relativ bis wahrscheinlich ungefährlich ist. Die überwiegende Anzahl der deutschen Bevölkerung ist zwar inzwischen müde, resigniert, enttäuscht, aber trotzdem immer noch bereit, auch weiterhin die Zähne zusammenzubeißen, wenn, ja wenn sie die Maßnahmen und Auflagen, die ihnen übergestülpt werden, einigermaßen nachvollziehen können. Und da liegt MEIN größter Kritikpunkt! Schon lange vermisse ich in der Beschlussfassung und der Kommunikation der notwendigen Maßnahmen, um das Pandemiegeschehen möglichst umfassend zu kontrollieren, den psychologischen und den pädagogischen Aspekt. Ich bin/war Lehrerin, aber auch jeder, der eigene Kinder hat, weiß, dass es nicht funktioniert, nur Verbote auszusprechen ohne diese ausgiebig und immer wieder neu zu erklären. Nur wenn derjenige, der unter dem Verbot (das ja immer ein objektiver oder zumindest subjektiv empfundener Verlust ist) leidet, den Sinn und Zweck dieses Verbots intellektuell nachvollziehen kann, wird er bereit sein, mitzumachen, wenn auch vielleicht nur zähneknirschend. Hilfreich für die Akzeptanz jedes Verbotes ist, wenn es zeitlich begrenzt ist, weil es dann das berühmte Licht am Ende des Tunnels gibt. Und es sollte eine Belohnung in Aussicht gestellt werden! Und die MUSS es dann auch geben!!! Man muss sich VORHER gut überlegen, ob man die Belohnung, die man verspricht, auch wirklich einhalten kann, ansonsten produziert man tiefe Enttäuschung, die mit Vertrauensverlust, Trotz und gegebenenfalls Rebellion einhergeht. Seit dem Lockdown „light“ im und versprochen nur für den November, der seitdem ständig verlängert und verschärft wird, spreche ich den Entscheidungsträgern der deutschen Bundes- und Landesregierung/en jegliche pädagogische/psychologische Kompetenz ab und frage mich mit ungläubigem Erstaunen, welche Berater dort tätig sind?!?! Enttäuschtes Smiley

Das Highlight war dann tatsächlich am Montag letzter Woche nach ca. zwölfstündiger (in Zahlen: 12) MPK die grandiose Idee der erweiterten Ruhetage zu Ostern! Ich möchte nicht wissen, wie vielen Menschen es so ging wie mir, die nach ungläubigem Staunen entweder ein Schleudertrauma vom Kopfschütteln riskierten oder vor Wut und Enttäuschung in die nächste Tischkante beißen oder laut schreiend alles kurz und klein schlagen wollten. SO hält man Menschen nicht bei der Stange, vor allem nicht, wenn sie sowieso schon auf dem Zahnfleisch laufen, mit den Nerven völlig am Ende sind, vor Existenzängsten nicht mehr schlafen können. Schwer gebeutelte Menschen bei der Stange halten gelingt nur durch Wertschätzung, durch Anerkennung ihrer schwierigen Situation, durch SOFORTIGE Entlastung finanzieller und arbeitstechnischer Art, durch immer wieder appellieren an ihre Solidarität UND durch Belohnung, NICHT durch weitere Frustration. Wäre ich Frau Merkel, dann würde ich folgende Rede (so oder ähnlich) halten:
 

„Liebe Mitbürger*innen!

Ich danke Ihnen aus vollem Herzen für Ihre Geduld, Ihr Verständnis für die notwendigen Maßnahmen, die die Bundesregierung zum Schutz Ihrer Gesundheit bestimmen und durchsetzen musste und für Ihr Vertrauen darauf, dass wir nach bestem Wissen und Gewissen handeln und für Ihre Nachsicht, wenn nicht alles optimal läuft. Wir Verantwortlichen bemühen uns nach Kräften, das Land und seine Menschen so gut wie möglich durch diese fraglos schwerste Zeit seit Jahrzehnten zu manövrieren und wir wissen es sehr zu schätzen, dass wir auf eine verlässliche „Mannschaft“ bauen können. Damit wir alle über die Ostertage und für die Zeit danach neue Kraft schöpfen können, ermöglichen wir ab Gründonnerstag die Öffnung der Außengastronomie unabhängig von Inzidenzwerten – natürlich unter Einhaltung der AHA-Regeln und der Kontaktbeschränkungen – sowie das kontaktlose Reisen innerhalb Deutschlands. Die Eisdielen dürfen im ganzen Land an allen Ostertagen im Außenbereich und für Straßenverkauf geöffnet sein, ebenso Freizeitparks und Zoos mit Zugangsbeschränkungen sowie Autokinos und andere auf diese sichere Art durchführbare kulturelle Veranstaltungen. Ich vertraue darauf, dass Sie über genügenden Willen verfügen, um verantwortungsvoll mit diesen lange vermissten Freiheiten umzugehen. Sie alle wissen, was für uns alle auf dem Spiel steht! Wir werden noch eine ganze Weile weiter durchhalten müssen und nur wenn alle mitmachen, werden wir diese Krise schneller und erfolgreich beenden können.

Ich habe verbindlich bei Petrus stabiles sonniges Frühlingswetter bestellt!
In diesem Sinne wünsche ich Ihnen fröhliche und kraftbringende Ostertage!“

 
matt und mütend

Nachtrag eine Woche, nachdem ich diesen Text geschrieben habe:
Ich glaube, es geht ganz vielen Menschen so wie mir, dass Bauch und Kopf miteinander debattieren. Die beständig steigenden Infektionszahlen lassen eigentlich nur zu, einen erneuten landesweiten Shutdown durchzuführen, richtig hart und konsequent. Die Intensivstationen in Deutschland sind bereits zu 81% belegt und sie werden natürlich nicht nur für COVID-19 Patienten benötigt. Wenn keine Betten mehr frei sind, wird das Verkehrsunfallopfer, der Herzinfarkt- oder Schlaganfallpatient nicht die lebensrettende Behandlung erhalten, die er braucht. Schon lange werden alle nicht unbedingt notwendigen Operationen verschoben. Es ging von Anfang an darum, die Krankenhäuser nicht an oder über ihre Belastungsgrenzen zu bringen. Nicht alle Länder haben das geschafft, dort hat ein Shutdown dann allerdings dazu geführt, dass die Situation sich innerhalb weniger Wochen wieder entspannte. Ich glaube, dass viele Menschen erst dann bereit sind, den Ernst der Lage zu akzeptieren, wenn sie selbst betroffen sind, wenn Menschen in ihrem Umfeld sterben oder wenn sie miterleben, wie z. B. in Portugal, dass Krankenwagen sich vor überfüllten Krankenhäusern stauen. Das alles ist uns bisher erspart geblieben, was natürlich gut ist, aber eben auch nicht. Ich lese in den sozialen Medien relativ viele Statements von Beschäftigten im Gesundheitswesen. Die gehen inzwischen auf dem Zahnfleisch, viele mussten schon aufgeben, weil sie völlig ausgebrannt sind, viele halten nur noch aus Pflichtbewusstsein aus, nach der Pandemie bzw. der Krise werden massig Kündigungen folgen. Es stehen aber nicht schon jede Menge Fachkräfte Schlange, die unter den jetzigen Bedingungen übernehmen wollen. Was machen wir alle denn, wenn es nicht mehr genügend Krankenschwestern (ich weiß, die heißen inzwischen anders), Pfleger, Altenpflegekräfte gibt???
Okay, das alles war der Kopf, der Gehör finden sollte. Der Bauch will trotzdem Eis 🍧 und Urlaub 🌊.

Passt auf euch auf und bleibt gesund!

written by Ingrid
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Schwarzer schmieriger Schmodder

 
 
Von jetzt auf gleich lief das Wasser aus dem Küchenspülbecken nicht mehr ab! Erstauntes Smiley Nichts hatte das angekündigt, es war kein schleichender Prozess, es passierte von hundert auf null. Immer schon sind wir sehr vorsichtig mit allem, was in den Ausguss gelangt, nicht nur, weil das Abwasserrohrsystem in einem Wohnmobil eben anders ist als in einem Haus, sondern auch, weil das Abwasser nicht direkt in der Kanalisation landet, sondern als Zwischenschritt zunächst in einem Abwassertank. Und was sich in dem im Laufe der Zeit so als Bodensatz ablagert, hatte ich vor zwei Jahren erfahren, als bei einer Verstopfung zwischen Tank und Ablassrohr nichts mehr ging und ich den Inhalt des Tanks ausschöpfen musste und letztlich per Aufnehmer trockenlegte. Schwarzer schmieriger Schmodder!!! Das periodische Säubern und Durchspülen des Abwassertanks ist eine Tätigkeit, die man (ich) gerne vor sich herschiebt, bedarf es dazu doch einer über längere Zeit freien Entsorgungsstation und eines langen Schlauches und einer Schräglage des Wohnmobils in Richtung des Abwasserrohres, das aus dem Tank herausführt. Was bedeutet, dass man auf der richtigen Seite auf Keile fahren muss. Der Abwassertank in Oscarlotta ist gut zugänglich, über eine Klappe im Fußboden des Wohnbereiches und einen Schraubverschluss, durch den man in den Tank hineingreifen kann. Um in alle Ecken zu gelangen, benötigt man allerdings Reinigungsgeräte mit Teleskopstielen, die aber wiederum nicht zu groß sein dürfen, damit sie überhaupt durch den Tankdeckel passen. Ihr versteht sicher, warum das keine allzu beliebte Tätigkeit ist? Nach der damaligen Verstopfung war der Abwassertank fast so sauber wie beim Einbau und nach mehrmaligem Stochern von innen und von außen mit einer langen Bürste, die eigentlich für Heizungslamellen gedacht ist, lief wieder alles.

AbwassertankAbwassertank

Diesmal war die Verstopfung auf der anderen Seite des Abwassertanks, also im Zulauf, bloß wo? Vor Monaten hatte ich, von einer Werbeanzeige inspiriert, ein Reinigungstool für die Spül- und Waschbeckenausgüsse gekauft, eine Art Bürstchen, ähnlich der „kratzigen“ Seite eines Klettverschlusses, befestigt an einem starren Plastikdraht. Das Bürstchen passte so gerade eben durch die Löcher meiner fünf Ausgüsse in Dusche, Badezimmer, Doppelspüle und Herd. Ich arbeite mich in dieser Reihenfolge durch und bereits im linken Becken der Spüle riss das Bürstchen ab und verschwand unerreichbar in der Tiefe. Mist! Ich entleere das Abwasser, wenn ich länger irgendwo stehe, per Eimer und jedes Mal hoffte ich, dass das Bürstchen mit herauskommen würde. Tat es aber nicht. Also war zu befürchten, dass es irgendwo, vielleicht im Syphon, steckengeblieben sein würde und alle Haare, Seifen-, Zahnpasta- und Spülwasserreste an sich binden würde. Ich rechnete also schon lange damit, dass irgendwann nichts mehr gehen bzw. fließen würde. Insofern überraschte mich lediglich, dass es so abrupt geschah. Es war abends und ich beschloss, zunächst über Nacht H11 einwirken zu lassen, ein Mittel, mit dem ich auch regelmäßig die Reinigung des Frischwassertanks und aller Leitungen erledige. Der Erfolg war allerdings gleich null. Also kam mein „Pümpel“ zum Einsatz. Der stammt noch aus Wohnungszeiten und hatte mir schon in meinem ersten Wohnmobil das eine oder andere Mal aus der Verlegenheit geholfen. Ich verschloss jeweils ein Spülbecken und pümpelte, zunächst vorsichtig, dann immer energischer, je weniger passierte. Es kam zwar viel Dreck von unten, aber es machte nicht „plopp“. Enttäuschtes Smiley

Verstopfung Immer, wenn ich einen Stöpsel wieder zog, floss die dreckige Brühe vom einen Becken in das andere. Irgendwann fiel mir siedendheiß ein, dass im Herd ja auch ein Ausguss ist und natürlich stand die gesamte Kochmulde schon voll mit schmierigem schwarzen Schmodder. Prima! Trauriges Smiley Da hatte ich doch endlich einen Grund, den Herd mal wieder richtig sauber zu machen, inklusive des Abschraubens der Brennerdeckel. Ab jetzt wurde es schwierig, denn zwei Ausgüsse zu verschließen und gleichzeitig zu pümpeln erfordert eigentlich vier Hände. Wenn alle Ausgüsse offen sind, pümpelt man nur zwischen diesen hin und her. Wenn man die Stopfen in den Ausgüssen nicht festhält, ploppen sie durch den Druck, der beim Pümpeln entsteht/entstehen soll, sofort wieder hoch. Da ich dummerweise nur zwei Hände habe und die Füße nicht wirklich einsetzbar waren, stapelte ich schweres Gerät auf dem verschlossenen Herdausguss und pümpelte einhändig. Das Dreckwasser lief gut hörbar vom rechten Becken zum verschlossenen Herdausguss, erschütterte den Turm darüber, kam zurück und floss in das linke Becken, sobald ich den Stopfen dort entfernte. Und umgedreht! Verwirrtes Smiley Ich pümpelte über Stunden, mit Erholungs- und Kaffeepausen und kurz vor Feierabend rief ich beim Caravancenter in der näheren Umgebung an. Eine freundliche Telefonistin verband mich mit der Werkstatt. Ein Mann hörte sich mein Problem an und teilte mir dann mit, dass er keine freien Kapazitäten habe. Keine freien Kapazitäten für einen Notfall??? Nein, er habe jede Menge Reparaturen. Ja, aber, versuchte ich einzuwenden, im Moment könne doch sowieso niemand fahren, dann wäre es doch vielleicht nicht so schlimm, wenn der eine oder andere Kunde etwas länger auf sein Mobil warten müsse? Er müsse auch noch sehr viele Wohnmobile für die Auslieferung fertigmachen und dann wörtlich: „Das muss ich jetzt mit Ihnen nicht diskutieren!“ WOW! Erstauntes Smiley Damit hatte er mich ausgeknockt. Es fiel mir nicht mehr ein, ihm meine besondere Lage zu schildern, nämlich, dass ich in meinem Mobil lebe und es durchaus unangenehm ist, wenn man verstopfte Leitungen hat. Immerhin ließ er sich noch dazu herab, zu bemerken, dass in einem Wohnmobil die Leitungsrohre in der Regel nicht geklebt, sondern nur gesteckt sind.
Ich entfernte die zwei Schubladen und das untere große Auszugsfach unter der Spüle und machte Fotos. Uschi ermutigte mich am Telefon, es selbst zu versuchen. An dem Tag schöpfte ich aber nur noch das Dreckwasser aus den beiden Becken. Mein Glück war, dass das Waschbecken im Bad eine eigene Abwasserleitung hat, die unabhängig von den beiden Spülen und dem Herd auf direktem Weg zum Abwassertank führt. So war zwar alles etwas umständlicher, aber machbar, ohne dass ich mein Brauchwasser zur Tür hinaus schütten musste.

UntergeschossVerrohrungVerrohrung

WaschtagAm nächsten Tag schien endlich mal wieder die Sonne und ich beschloss, zum Waschsalon zu gehen. Das hatte ich schon seit geraumer Zeit vor und jetzt kam es mir gerade recht. Der Gärtner, mit dem ich mich noch kurz unterhielt, meinte allerdings, dass er glaube, dass der Waschsalon pleite sei, er habe Schilder in den Fenstern gesehen, sei sich aber nicht ganz sicher. Ich packte meine Schmutzwäsche auf meine Karre und stiefelte los, gewappnet dafür, unverrichteter Dinge wieder zurücklaufen und Handwäsche machen zu müssen. Aber ich hatte Glück! Während die Maschine lief, ging ich kurz zum Bäcker und wunderte mich, dass niemand von den Menschen, die durch die Fußgängerzone liefen, mehr einen Mundschutz trug. Nein, müsse man nicht mehr, erfuhr ich in der Bäckerei, nur noch bei Markttagen auf dem Marktplatz. Den Trockner sparte ich mir, der hatte beim letzten Mal zwar mein Geld genommen, war aber nicht gestartet. Die Bettwäsche und ein paar Kleidungsstücke konnte ich am Stellplatz draußen trocknen, den Rest verteilte ich in Oscarlotta. Bis ich ins Bett ging, war alles trocken. Smiley

Für den nächsten Tag hatte ich keine Ausrede mehr! Ich deckte das Loch in den „Untergrund“ mit einer der Spülen-Abdeckplatten zu, stellte einen Eimer darauf und schraubte todesmutig den Ausguss des rechten Spülbeckens los. Ja, die Rohre waren nur gesteckt! Schon das erste Knie war voll mit schwarzem schmierigen Schmodder und als ich Wasser vom linken Spülbecken abfließen ließ, tauchte, na was wohl auf? Richtig, ein ehemals gelbes Reinigungsbürstchen.

neu und gebrauchtneu und gebraucht

Rohrstück für Rohrstück arbeitete ich mich vor, in Richtung Syphon, der lediglich ein U-förmig gebogenes Rohr ist und in dem ich den Verursacher des Dilemmas vermutete. An den kam ich von unten aber nicht mehr heran, so weit konnte ich in den Spülen-Unterbau nicht hineinkriechen. Die Konstrukteure bei Niesmann und Bischoff hielten es wohl für eine gute Idee, hinter die Spülbecken in der Küche zwei riesige Abfallbehälter zu platzieren, eingehängte Plastikboxen mit Henkeln, die durch eine Klappe aus dem Material der Küchenarbeitsplatte verschlossen werden. Völliger Quatsch, denn den Platz auf den Klappen braucht man für Kaffeemaschine, Thermoskanne etc., die man ja nicht dauernd beiseite räumen will und außerdem würde der Abfall anfangen zu riechen, wenn man ihn nicht jeden Tag entsorgen würde. Diese Abfallbehälter haben wir von Anfang an einfach als zusätzlichen Stauraum genutzt für Küchenartikel, die nicht so oft genutzt werden. Da sich darunter noch jede Menge weiterer ungenutzter Stauraum befindet, stehen dort immer schon zwei verschließbare Plastikbehälter, die genau durch die Öffnung passen und die man mit einem verknoteten Bindfaden nach oben ziehen kann. Das wäre übrigens der perfekte Ort für Wertgegenstände! Für den Einbrecher, der hier mitliest, die Boxen sind inzwischen leer! Auf eine stellte ich den Wischeimer, die andere wanderte in den Untergrund.

SyphonVorsichtsmaßnahme

Ich brauchte einen Tritthocker und legte mich bäuchlings auf die Küchenarbeitsplatte bzw. quer über die Spüle, anders kam ich an den Syphon nicht heran. Er ließ sich, wie alle Rohrstücke bisher, problemlos abdrehen (ich hatte mir Gummihandschuhe angezogen, weil die nicht so rutschig sind wie trockene Hände) und er enthielt zwar einiges an Dreck, war aber nicht völlig zu. Jetzt blieb nur noch das Fallrohr übrig, das senkrecht an der Wand entlang lief und dann um 90 Grad abgeknickt über den Fußboden zu dem Rohr, was vom Waschbecken im Bad kommt und dann weiter zum Abwassertank läuft. Nach Abschrauben des letzten Knies war klar, dass dieses Fallrohr RESTLOS zu war! Erstauntes Smiley

Syphon wegDer Kern des Übels

Jetzt brauchte ich aber erst einmal eine Pause mit Kaffee und Kuchen!!! Ich schüttete vorher noch etwas H11 von oben in das Rohr, es schäumte auch ordentlich, aber der Schaum tropfte lediglich oben wieder heraus. Erzürnt

UnordnungRohre sauberKaffeepause

Nach meiner Kaffeepause löste ich das Knie zur querlaufenden Badezimmer – Abwassertankleitung und da war dann zweifelsfrei klar, warum kein Wasser aus der Küche mehr ablaufen konnte und es oben nur schäumte: Der gesammelte Dreck aus 14 Jahren hatte sich dort abgelagert. Erstauntes Smiley

OHA!!!

EndstationDas Stochern von unten mit einer Spiralbürste förderte den ersten schmierigen schwarzen Schmodder zu Tage, der in die Box plumpste. Oben war immer noch alles dicht. Womit könnte ich stochern? Meine Abwassertankreinigungsbürste fiel mir ein, die ist ungefähr einen Meter lang. Aber würde sie vom Umfang her in das Rohr passen? Sie passte so gerade! Gaaanz vorsichtig schob ich sie von oben hinein und kam bis zum Knick. Gaaanz vorsichtig zog ich sie wieder heraus. Sie war voll mit schwarzem schmierigen Schmodder! Im Eimer sauber machen und ein zweiter Durchgang. Und plötzlich platschte ein riesiger Dreckflatschen in die untergestellte Box!!! Geschafft! Ich stocherte noch ein paarmal aus beiden Richtungen, ließ zwischendurch immer wieder reichlich Wasser durchlaufen, bis klar war, dass das Rohr sauber ist. Was war ich froh! Smiley mit geöffnetem Mund

Eigentlich wollte ich für den Tag Schluss machen und den Zusammenbau auf den nächsten Tag schieben. Ich war nämlich einigermaßen geschafft, das lange Knien bekommt mir nicht mehr so gut. Aber nachdem ich zu Abend gegessen hatte und mich mein Chaos die ganze Zeit anlachte, konnte ich doch nicht an mich halten. Ich stellte mein Tablet so auf, dass ich gleichzeitig meine Freitagsabendtalkshow sehen/hören (liebgewordene Tradition seit Jahrzehnten) und arbeiten konnte. Um Mitternacht war ich fertig. Vor allem beim Zusammenbauen der Syphoneinzelteile war ich froh, dass ich Fotos gemacht hatte und ich brauchte alle meine Muskelkraft, um alle Rohrstücke bis zum Anschlag ineinander drehen zu können. Ein Wasserprobelauf ergab keine Undichtigkeiten! Vorsichtshalber ließ ich die Unterschrankschubladen noch draußen, um am nächsten Tag noch einmal alles über einen längeren Zeitraum genau beobachten zu können. Es blieb alles gut! Verliebt

ChaosFERTIG!FERTIG!FERTIG!

Fazit: Viel Geld gespart, viel Wartezeit in einer Werkstatt vermieden, viel gelernt, viel getraut. Zugetraut hatte ich mir das am Anfang absolut nicht, es dann wirklich allein geschafft zu haben, ist ein verdammt gutes Gefühl!
Weiteres Fazit: Das Wasser aus meinen Kaffeekapseln drücke ich nicht mehr in der Spüle aus, sondern in einem Becher und schütte die mit Kaffeesatz vermischte Flüssigkeit dann in die Toilette. Dies war zwar nicht die eigentliche Ursache der Verstopfung, hat aber sicher dazu beigetragen. Die nächsten 14 Jahre werde ich jetzt wohl hoffentlich Ruhe haben!
Cooles Smiley

Spülbecken

written by Ingrid
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Update 06.03.2021

 
 
Im Admin-Bereich sehe ich, dass es immer noch täglich Menschen gibt, die nachsehen, ob es hier etwas Neues gibt. Das ist nett, aber leider ist alles beim Alten und so wird es wohl auch noch eine Weile bleiben. Trauriges Smiley Trotzdem oder gerade deswegen melde ich mich heute mit einem kurzen Update: Wir sind gesund und wir tun weiterhin alles dafür, dass es so bleibt und warten darauf, dass wir irgendwann geimpft werden und das Risiko eines schweren Krankheitsverlaufs im Falle einer Infizierung dann hoffentlich mindestens stark vermindert sein wird! Der Preis dafür ist ein sehr eingeschränktes, auf das Notwendigste reduziertes Leben mit wenigen Kontakten. Meine beschränken sich im „realen Leben“ auf ein Gespräch ab und zu über den Zaun mit dem Gärtner und auf ein paar Worte beim Gas holen oder einkaufen. Alles weitere findet am Telefon statt. Enttäuschtes Smiley Nein, wirklich gut geht es mir damit nicht und so richtige Perspektiven sind ja auch nicht sichtbar. Abgesehen davon, dass das Beherbergungsverbot ja sicher vor Ostern nicht aufgehoben wird, gibt es keine Planungssicherheit für die nächsten Monate, weil es absolut nicht klar ist, wie sich das Infektionsgeschehen weiterentwickelt und wann wir den nächsten Lockdown/Shutdown haben werden. Wir haben für drei Sommermonate mal im Allgäu reserviert und hoffen, dass ein Ortswechsel möglich sein wird. Von Stellplatz zu Campingplatz zu reisen kann man im Sommer inzwischen vergessen, der Verkauf von Wohnmobilen boomt immer noch.
Wenigstens ist die Eiszeit vorbei, meine Gasflaschen halten schon wieder 5 Tage! Die Sonne scheint öfter, ich habe sogar schon barfuß und in leichter Bekleidung draußen gesessen. Man wird sehr bescheiden!
Ich werde mich von Zeit zu Zeit wieder melden, auch wenn es nichts zu erzählen gibt…

Isolation

Passt auf euch auf und bleibt gesund!

written by Ingrid
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