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Darüberhinaus sind wir sehr daran interessiert, dass ihr uns Bescheid gebt, wenn ihr an irgendeiner Stelle unseres Blogs etwas findet, das offensichtlich nicht in Ordnung ist, z. B. nicht mehr funktionierende Links etc… Die Blogadmin arbeitet zwar i. d. R. sehr penibel, aber auch ihr kann ja mal was durch die Lappen gehen. Zwinkerndes Smiley Kommentar schreiben reicht aus!

von Oscarlotta on tour Veröffentlicht in Allgemein

“Ende Gelände”

 

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Eigentlich wollten wir uns auf der Weiterfahrt noch einen Campingplatz mit großem Dauercampingbereich und der Möglichkeit, Tinyhäuser aufzustellen, anschauen. Aber irgendwie hatten wir das Gefühl, wir sollten zusehen, dass wir möglichst schnell nach Rügen kommen. Also fuhren wir vom Stover Strand aus bis Wismar. Der Wohnmobilstellplatz am Westhafen war recht gut besucht, aber es war auch Wochenende. Die Platzerweiterung dieses sehr beliebten Platzes war schon vollzogen und wir wählten zwei der neuen Plätze, wo wir fast allein standen. Auch hier war das Coronavirus schon Thema, in die Rezeption durfte man nur noch einzeln eintreten. Wir wollten eigentlich eine Woche bleiben, aber die Dame an der Rezeption teilte uns mit, dass sie nicht mehr als drei Nächte akzeptiert, es wäre ja gar nicht klar, ob sie den Platz nicht schließen müssten. Im Moment würden sich die Ereignisse überschlagen. Die Sanitäranlagen würden auf jeden Fall vorsichtshalber schon einmal geschlossen werden. Ein Wohnmobilist musste dringend drei Flaschen Bier für sich und seine beiden Freunde kaufen, sie standen dann im Aufenthaltsbereich beieinander wie immer und fanden das alles ziemlich übertrieben. Verwirrtes Smiley

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Wismar Wir liefen einmal durch den Hafenbereich. Es sah alles ganz normal aus! Da das Wetter schön war, waren, wie von Wismar gewöhnt, viele Menschen unterwegs, auch die Gastronomie war gut besucht, drinnen wie draußen.

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Uschi äußerte erste Bedenken, ob es, wenn es denn überhaupt noch möglich sein würde, sinnvoll sei, auf Rügen und dann noch am letzten Zipfel der Insel zu sein, wenn man so gar nicht wisse, wie sich das Geschehen entwickeln würde. Die Fernsehbilder und die Berichte aus Italien waren schon furchteinflößend! Aber es war alles so neu und unglaublich, dass man überhaupt nicht wusste, wie man das alles einschätzen sollte. So wird es sicher jedem gegangen sein in diesen ersten Tagen. Als in China ganze Millionenstädte rigoros abgesperrt wurden, veränderte sich die Einschätzung von „Die übertreiben aber doch etwas, oder?“ in „Wenn es jetzt schon in Italien so schlimm ist, was passiert dann bei uns noch?“. Am Montag war noch keine Rede davon, dass der Stellplatz geschlossen werden würde, am Dienstag hing ein Zettel an der Rezeption, dass alle Gäste am Mittwoch, dem 18. März bis spätestens 12 Uhr den Platz verlassen müssten! Bis Mittwoch hatten wir bezahlt. Die nächste Meldung besagte, dass alle Ostseeinseln dicht gemacht würden, die Nordseeinseln waren das bereits. In einem Laden am Hafen erfuhr ich, dass bis Donnerstag alle Touristen Mecklenburg-Vorpommern zu verlassen haben! Na toll! Ich hatte für den folgenden Montag einen Werkstattermin in Stralsund vereinbart! Uschi beschloss, auf die Schwäbische Ostalb zurückzufahren und absolvierte die 654km in einem Rutsch. Wie es bei mir weiterging, habe ich ja „hier“ bereits berichtet. Im Nachhinein war das natürlich die richtige Entscheidung, nachdem es mir als „Härtefallregelung“ zugesagt wurde, auch hier in Lauterburg auf dem geschlossenen Campingplatz sein zu dürfen. Alle, die wie wir Vollzeit in ihren Wohnmobilen leben, haben sich in Eigenregie irgendeine Lösung suchen müssen. Und das ist nicht nur in Deutschland so, sondern überall auf der Welt. Es sitzen Menschen in Spanien, geduldet auf geschlossenen Campingplätzen oder von der Polizei geduldet auf irgendwelchen Parkplätzen, es sind Menschen untergekommen bei ihnen bis dato völlig unbekannten Portugiesen mit Grundbesitz, in Griechenland auf einem Campingplatz als „Familienangehörige“ deklariert. In Südamerika haben einige ihre Mobile irgendwo untergestellt, auf völlig unbestimmte Zeit und sind mit einem der letzten Flieger nach Hause zu Mama und Papa oder Freunden geflogen. Andere sitzen als Härtefälle in Argentinien auf geschlossenen Campingplätzen, haben da immerhin die Möglichkeit, zu ent- und versorgen, wissen von Gleichgesinnten, die nur wenige Kilometer entfernt auf einem anderen Platz hocken, dürfen aber keinen physischen Kontakt zueinander haben. Umherfahren ist sowieso nirgendwo gestattet, allenfalls kurz zum Einkaufen. Auch die Marokkofahrer, die noch relativ lange versucht haben, sich irgendwie durchzuschlagen, wurden ausgebremst. Da aber hatte Spanien seine Grenzen schon geschlossen und es gab keine Fährverbindungen mehr, nur noch nach Italien, drei Tage Überfahrt für nicht ganz wenig Geld. Hunderte von Wohnmobilen standen zeitweise in langen Schlangen für Tage auf den Zufahrtsstraßen der marokkanischen Häfen. Das waren allerdings nicht alles Fulltimer, sondern Überwinterer, die vermutlich der Meinung waren, dass es doch sooo schlimm nicht kommen würde. Betroffen sind auch nicht nur Wohnmobilfahrer, den Seglern auf der ganzen Welt geht es ganz genauso. Die liegen mit ihren Schiffen zum Großteil in irgendwelchen Häfen rum, dürfen nichts und warten auf den Tag X. Wie wir alle… Enttäuschtes Smiley

Unser Freund Brodo, gemeldet in Schleswig-Holstein, hat Glück. Schleswig-Holstein erlaubt als einziges Bundesland das Reisen innerhalb des Landes, allerdings nur für Menschen, die dort ihren 1. Wohnsitz haben. Natürlich sind auch dort alle touristischen Einrichtungen geschlossen, was dazu führt, dass bei dem schönen Frühlingswetter die Schleswig-Holsteiner mit ihren Wohnmobilen an den Nord-Ostseekanal fahren und sich auf jeden verfügbaren Zufahrtsweg zum Kanal stellen. Stühle und Tische raus und zusammensitzen, wie immer. Und das nicht nur tagsüber. Da wäre es doch sicher besser, die Wohnmobilstellplätze mit Auflagen wieder zu öffnen. Auch wenn nur jeder zweite Platz belegt werden dürfte, was den notwendigen Mindestabstand gewährleisten würde, hätten die Platzbetreiber immerhin 50% ihrer Einnahmen und nicht 100% Ausfall. Und der Inhalt der Toilettenkassetten müsste nicht in die Büsche gekippt werden! Augen rollendes Smiley

Aber natürlich ist das alles schwierig! Es müssen dermaßen viele Entscheidungen in kürzester Zeit getroffen werden und es ergibt sich erst mit Verzögerung, ob sie richtig oder falsch waren, wobei falsch irreparabel sein kann oder ist. So etwas gab es halt in diesen Ausmaßen noch nie und die Ergebnisse der Spanischen Grippe nach dem 1. Weltkrieg sind so grauenvoll, dass man sicher noch einiges aushält, damit sich so etwas nicht wiederholt!!!

Eine nette Geschichte noch zum Schluss:

Während unserer Wintertour habe ich Uschis eBike auf dem Fahrradträger von Oscarlotta mittransportiert, damit es ihren Fahrradträger, den sie ja hochklappen muss, um ihre Aufbautür öffnen zu können, nicht so belastete. In Wismar änderten wir das und ich deponierte meine Karre, mit der ich die Toilettenkassette transportiere und eine neue Gasflasche hole, wieder hinten bei meinem Fahrrad, gegen Diebstahl gesichert mit einem Kabelschloss. Am Mittwoch beschloss ich, der Einfachheit halber, die Karre nicht für die Fahrt zusätzlich zu befestigen, sondern sie samt geöffnetem Schloss und mit abgenommenen Rädern in der Heckgarage zu verstauen.

In Lauterburg angekommen, nahm ich sie heraus, als ich sie das erste Mal wieder brauchte und befestigte sie danach mit besagtem Schloss wieder auf dem Fahrradträger. Das eine Ende des Kabels rastet automatisch in das Schloss ein. Ein paar Tage später brauchte ich die Karre wieder und stellte fest, dass das Schlüsselbund nicht an seinem Platz war! War es runtergefallen oder hatte ich es irgendwo verräumt? Zum Glück hatte ich noch einen Reserveschlüssel. Ich zermarterte mein Hirn. Wann hatte ich das Schloss das letzte Mal aufgeschlossen??? Aus den hintersten Gehirnwindungen entstand langsam ein Bild: Ich hatte das Schloss in Wismar aufgeschlossen und das Schlüsselbund auf eine Schiene des Fahrradträgers gelegt, weil ich beide Hände brauchte, um die Räder von der Karre lösen zu können. Dann hatte ich die Karre verstaut, die Heckgarage verschlossen und das Schlüsselbund vergessen! Mist!!! Irgendwo in Wismar lagen jetzt seit Tagen meine Schlüssel und niemand konnte etwas damit anfangen. Es handelte sich um 7 oder 8 Schlüssel, die alle mit meinem Rad und auch seiner Befestigung auf dem Fahrradträger zu tun haben und nur von vieren hatte ich ein Duplikat. Wann würde das Schlüsselbund von der Schiene gerutscht sein? Noch auf dem Stellplatz oder auf dem benachbarten Firmenparkplatz, auf den ich gefahren war, weil ich einen Telefonanruf bekam oder beim Abbiegen auf die Hauptstraße oder erst beim Verlassen des ersten Kreisverkehrs? Es gab nur drei Optionen: Ich finde mich mit dem Verlust ab und zerstöre alle schlossgesicherten Befestigungen ODER ich rufe beim Fundamt der Stadt Wismar an ODER ich schreibe eine eMail an den Stellplatz. Ich fing hinten an. Drei Tage später, es war der 1. April, erhielt ich eine Antwortmail, die so anfing: „Sie werden es nicht glauben, aber…“ Der Stellplatzbetreiber war zum Hecke schneiden auf den leeren Platz gekommen und fand mein Schlüsselbund im Gras, ganz in der Nähe meines Platzes. Wismar Ich hatte direkt hinter dem Zaun gestanden und musste rechtwinklich und etwas abschüssig durch das Zufahrtstor zum alten Platzteil fahren. Das hatte offensichtlich ausgereicht, um die Schlüssel ins Rutschen zu bringen. Jubel!!! Ich schickte einen frankierten Rückumschlag mit einer Dankeskarte nach Wismar. Dann passierte tagelang nichts. War es ein übler Aprilscherz gewesen? Nein, das konnte nicht sein, dafür war der Kontakt mit einer mir unbekannten Frau zu nett gewesen. Vielleicht hatte sie Urlaub in der Woche vor Ostern? Ich übte mich in Geduld. Und wurde belohnt! Am Ostersamstag war mein Schlüsselbund wieder in meinem Besitz!!! Ein schöneres Ostergeschenk hätte es für mich gar nicht geben können! Verliebt

Fahrrad, Karre und SchlossSchlossSchlüsselbund

Corona-Bänkchen So, ihr Lieben, jetzt mache ich Schreibpause, auf unbestimmte Zeit. Uschi und mir geht es den Umständen entsprechend gut. Wir machen Waldspaziergänge mit „Leihhunden“, trinken unseren Nachmittagskaffee bei dem schönen Wetter am Teich auf den „Corona“-Bänken und wechseln uns mit dem Fahren zum Einkaufen ab, so alle zwei Wochen. Seit letztem Montag mit „Maske“, was ziemlich gewöhnungsbedürftig ist. Und sicher nicht mehr angenehm, wenn es Sommer wird. Aber auch da müssen wir durch! Verglichen mit den meisten anderen Ländern hatten wir ja noch Glück, dass wir nur Kontaktregeln und keine Ausgangssperre hatten. Hoffentlich bleibt es dabei! Denn wie es weitergeht und wie lange noch und was noch alles auf uns zukommen könnte/wird, steht ja in den Sternen. Es sind außer uns nur eine Handvoll anderer Dauerbewohner hier und entsprechend HERRLICH ruhig ist es. Von Tag zu Tag konnte man zusehen, wie der Wald immer grüner wurde. Wintereinbruch Einen Tag, bevor ich hier ankam, sah es noch anders aus! Es ist also nicht ganz furchtbar hier, trotzdem hoffe ich sehr, dass wir irgendwann wieder reisen können. So viel Zeit bleibt uns ja nicht mehr! Ein wenig graust es uns allerdings auch davor, dass in dem Moment, wo das Reisen wieder möglich sein wird, ALLE ihren Nachholbedarf ausleben werden und es überall noch voller sein wird als vorher schon. Vor allem, wenn die Grenzen zu den Lieblingsurlaubsländern weiterhin geschlossen bleiben und die Menschen genötigt sind, ihren Urlaub in Deutschland zu verbringen. Aber soweit ist es ja noch nicht!

Für die, die es interessiert, werde ich wie gehabt jeden Samstag um 18 Uhr ein kleines Lebenszeichen posten, immer hier unten im Anschluss, ohne Benachrichtigungen für unsere Abonnenten. Also schaut einfach ab und zu rein und hinterlasst auch gerne einen Kommentar, wie es euch geht.

Passt gut auf euch auf und bleibt zuversichtlich!
CUL8R!!!

UPDATE vom 9. Mai 2020:
Corona-Lockerungen in BW: Seit Anfang der Woche sind Frisörsalons wieder geöffnet, Zoos und Gottesdienste dürfen wieder besucht werden, alles natürlich mit den entsprechenden Auflagen und Vorsichtsmaßnahmen.
Was sowohl Kinder als auch Eltern besonders freuen dürfte, ist, dass die Absperrungen der Spielplätze aufgehoben wurden. Allerdings soll sich maximal ein Kind pro 10 Quadratmeter Gesamtfläche dort aufhalten und die Kinder müssen in Begleitung Erwachsener sein.
Seit 4. Mai 2020 findet unter strengen Vorgaben des Infektionsschutzes auch der Schulbetrieb in Baden-Württemberg wieder statt – für die Schülerinnen und Schüler an den allgemeinbildenden Schulen, die in diesem und im nächsten Jahr ihre Abschlussprüfungen ablegen, sowie für die Schüler der Prüfungsklassen der beruflichen Schulen. Eine Woche zuvor (seit 27. April 2020) hat BW als eines der ersten Bundesländer überhaupt die Notbetreuung deutlich ausgeweitet, um mehr Eltern entlasten zu können. Auch Kindertagespflegepersonen können seither bis zu fünf Kinder von Eltern oder Alleinerziehenden, die in systemrelevanten Berufen arbeiten oder nachweislich präsenzpflichtig außerhalb der Wohnung tätig sind, betreuen. In der erweiterten Notbetreuung in den Kitas sowie in den Schulen bis Klasse 7 sind inzwischen durchschnittlich etwa zehn Prozent der Kinder. In den Kitas sind es in Einzelfällen derzeit bereits bis zu 25 Prozent der Kinder. Für einen Vergleich: Zuvor, also bis zum 27. April, waren durchschnittlich nur etwa drei Prozent der Kinder in der Notbetreuung, in der Notbetreuung an den Schulen waren es teilweise sogar nur einzelne Kinder.
Quelle: Ministerium für Kultus, Jugend und Sport Baden-Württemberg

Ich bin mit Oscarlotta vom Platz außerhalb der Schranke ein Stück nach innen vorgerückt, weil rund um meinen Platz die Hecke gestutzt werden muss. Seite für Seite und Tag für Tag befreie ich Oscarlotta vom Winterschmutz, schön langsam. Normalerweise fange ich ja mit dem Dach an, aber dazu konnte ich mich noch nicht aufraffen. Und nach unten auf unsere Terrasse, wo Uschi mit Fix und Boxi steht, werde ich erst wechseln, wenn der Campingplatz wieder für die Dauercamper oder Touristen geöffnet werden darf (voraussichtlich ab dem 18. Mai). Im Moment gefällt es mir, hier oben nicht ganz so abgetrennt vom „Leben“ zu sein. Wenn das Leben hier dann wieder tobt, werde ich die Ruhe unten wieder zu schätzen wissen. Falls es sie dann noch gibt, denn wir befürchten, dass der Campingplatz überrannt bzw. überrollt werden wird. Einen noch größeren Zuwachs als in den vergangenen Jahren wird die Vermietung von Wohnmobilen haben, da man mit ihnen autark ist und sich weiterhin separieren kann, aber trotzdem in Urlaub ist. Der Verkauf von Wohnmobilen wird auch nicht stagnieren und die müssen ja alle irgendwohin! Etwa ich?

Fahrrad, Karre und SchlossSchlossSchlüsselbund

UPDATE vom 16. Mai 2020:
Corona-Lockerungen in BW:
– Seit dem 11. Mai dürfen wieder Personen aus zwei verschiedenen Hausständen miteinander Kontakt haben und sich im öffentlichen Raum bewegen, unabhängig von der Anzahl der Personen und ohne den Mindestabstand von 1,5m einhalten zu müssen. Das erlaubt uns, wieder gemeinsam mit Flitzi zum Einkaufen zu fahren. Mal sehen, wann wir davon Gebrauch machen.
– Im privaten Raum dürfen sich mehr als fünf Personen einer Familie treffen, die nicht in gerader Linie (Großeltern, Eltern, Kinder) miteinander verwandt sind, sondern in Seitenlinie (z. B. Geschwister, deren Lebenspartner und Kinder) oder Angehörige eines anderen Haushalts. Ansonsten gilt immer noch die 5-Personen-Obergrenze.
– Alle Geschäfte dürfen, unabhängig von ihrer Größe, wieder geöffnet haben, allerdings nur unter strengen Auflagen zur Hygiene, zur Steuerung des Zutritts und zur Vermeidung von Warteschlangen.
– Musikschulen und Jugendkunstschulen dürfen mit eingeschränktem Betrieb wieder öffnen, ebenso Fahrschulen und Flugschulen.
– Körpernahe Dienstleistungen mit vergleichbaren Hygienestandards wie bei Friseuren dürfen öffnen, also Massagestudios, Kosmetikstudios, Nagelstudios, Tattoo-Studios, Piercingstudios und auch Sonnenstudios.
– In Friseursalons sind gesichtsnahe Dienstleistungen wie Bartpflege, Wimpern färben und Augenbrauen zupfen wieder erlaubt.
– Vergnügungsstätten wie Spielbanken, Spielhallen sowie Wettvermittlungsstellen dürfen unter Hygieneauflagen wieder öffnen, ebenso Freiluft-Sportanlagen für Sportarten ohne Körperkontakt und ebenfalls Hundeschulen und Reitanlagen.
– Sportboothäfen dürfen ihren Betrieb wieder aufnehmen, Luftsport incl. Modellflug ist wieder möglich.
– Das Tragen von Alltagsmasken ist in Läden, im Nahverkehr, in Zügen des Personenfernverkehrs und in Flughafengebäuden verpflichtend.

Am Dienstagnachmittag bin ich mit Oscarlotta kurz entschlossen auf unsere Terrasse zu Uschi und Fix und Boxi umgezogen, nicht ohne vorher noch das Abwasser abzulassen und eine Gasflasche zu tauschen. Die Eisheiligen machen es nötig, wenigstens über Nacht zu heizen. Der Grund für meine “Flucht” war ein ähnlicher Bauzaun wie auf dem Foto, der zwei benötigte PKW-Parkplätze eliminierte, direkt gegenüber meines Platzes. Da ich spätestens am Sonntag sowieso endgültig umgezogen wäre, kam es auf die paar Tage jetzt auch nicht mehr an.

SommersitzBauzaun

Es geschehen nämlich bemerkenswerte Dinge hier am Hirtenteich! Smiley Es geht um die große “Hundewiese”, die bis vor ein paar Jahren noch außerhalb des Campingplatzes lag und inzwischen als Zeltwiese “eingemeindet” wurde. Es gab nur einen Nachteil, die Wiese hat eine ausgeprägte Schräglage. Ein Zelt so aufzubauen, dass man nicht übereinander- oder sogar herauskullert, gestaltete sich schwierig. Laut lachen

"Hundewiese"

Also kam eines schönen Morgens ein kompaktes Raupenfahrzeug – der Chef persönlich auf dem Bock – und schob mal eben von unten nach oben die oberste Gras-/Erdeschicht auf einen riesigen Haufen. Dabei sind leider viele Gänseblümchen ums Leben gekommen und auch der eine oder andere Regenwurm, denn die Vögel hatten es ganz schnell spitzgekriegt, dass ihnen ihre Tagesmahlzeit quasi auf dem Teller serviert wurde! Von morgens um sieben bis abends um sieben röhrte das Arbeitsfahrzeug über den Hang, schob und ebnete das Erdreich mit seiner vorne angebrachten Platte und holte große Felsblöcke mit den hinteren drei “Zinken” heraus. Die Schwäbische Ostalb ist bekannt und berüchtigt für ihre steinigen Böden! Wir atmeten dann doch auf, als nach 12 Stunden der Motor ausgeschaltet wurde. Dieselverbrauch? Schlappe 400 Liter pro Arbeitstag (Reservetank auf dem Pickup-Nissan)!!! Erstauntes Smiley

ErdarbeitenErdarbeitenErdarbeitenErdarbeiten

Am nächsten Tag ging es weiter, wieder arbeitete der Chef der Baufirma allein und zwölf Stunden lang. Jetzt ging es darum, den Hang zu terrassieren. Es war ein Vergnügen, dabei zuzuschauen, vom Lärm mal abgesehen. Dieser Mensch wusste, was zu tun ist! Das schwere Raupenfahrzeug “tanzte” und drehte sich fast auf der Stelle, größere Felsbrocken wurden an passender Stelle wieder eingearbeitet, eine Terrasse nach der anderen entstand und ein geschwungener Fahrweg mittendurch. Am Ende des Arbeitstages sah der Hang so aus:

ErdarbeitenErdarbeitenErdarbeitenErdarbeiten

Dann war erst einmal Baupause. Der nächste Schritt wird sein, Stromkabel zu verlegen und Stromsäulen zu installieren. Und da es Komfortplätze werden, gibt es auch einen Frischwasser- und einen Abwasseranschluss an jedem Platz! Sogar die Toilettenkassetten kann man dann dort entleeren!!! So etwas stellen wir uns für die Phase unseres Lebens vor, wenn uns das Wasser schleppen und vielleicht auch das Reisen zu schwer fallen wird. Trauriges Smiley Aber bis dahin ist hoffentlich noch etwas Zeit! Jetzt genießen wir noch die letzten ruhigen Tage auf einem fast leeren Platz, ab Montag dürfen sowohl Dauercamper als auch Touristen wieder anreisen, allerdings bleiben alle Gemeinschaftsräume geschlossen und man muss zwingend vor Anreise reserviert haben. Auch die Dauercamper müssen sich anmelden, bevor sie auf ihre Parzellen fahren dürfen, damit jederzeit Infektionsketten nachverfolgt werden können. Natürlich müssen die Mindestabstände eingehalten und im Rezeptionsgebäude Alltagsmasken getragen werden. Mal sehen, ob und wie das klappen wird! Etwa ich?

fast leerer Platz

UPDATE vom 23. Mai 2020:
Corona-Lockerungen in BW:
– Seit dem 18. Mai dürfen Restaurants, Gaststätten, Cafés und Eisdielen wieder schrittweise öffnen. Die Öffnungen sollen sowohl für Innen- als auch für Außenbereiche unter strengen Auflagen gelten. Dazu gehören eingeschränkte Öffnungszeiten, Hygienekonzepte und eine Begrenzung der Gästezahlen. Der Besuch einer Speisewirtschaft ist nur alleine oder mit den Angehörigen des eigenen Haushalts und/oder den Angehörigen eines weiteren Haushalts möglich. Bei räumlich abgetrennten geschlossenen Gesellschaften sind in Gaststätten auch Zusammenkünfte mit der erweiterten Familie möglich.
– Die Besuchsregelungen für Krankenhäuser, Alten- und Pflegeheime werden schrittweise gelockert. Die Leitung einer Einrichtung kann entsprechend Besucher zulassen, wenn geeignete Maßnahmen zum Schutz vor Infektionen getroffen wurden und ansonsten körperliche und seelische Schäden durch eine soziale Isolation drohen.

  • Pro Bewohner ist pro Tag grundsätzlich ein Besuch erlaubt. Der Besuch wird dabei auf zwei Personen beschränkt. Ausnahmen sind insbesondere für nahestehende Personen im Rahmen der Sterbebegleitung vorgesehen.
  • Besuche sind nur im Bewohnerzimmer, Besucherzimmern oder anderen geeigneten Besucherbereichen zulässig. Besuche im Bewohnerzimmer können von der Einrichtung ausgeschlossen werden, wenn Besucherzimmer oder andere geeignete Besucherbereiche vorhanden sind.
  • Besuchswünsche sollen bei der Einrichtung vorab angemeldet werden, um den Einrichtungen ein Besuchsmanagement zu ermöglichen. Unangekündigte Besuche sind ohne Einverständnis der Einrichtung nicht möglich.
  • Die Besucher müssen von der Einrichtung registriert werden. Das ist notwendig, um nötigenfalls eine Kontaktnachverfolgung durchführen zu können.
  • Besucher, bei denen eine aktive COVID-19-Erkrankung nicht sicher ausgeschlossen ist oder die innerhalb der Inkubationszeit Kontakt zu einem an COVID-19-Erkrankten hatten, dürfen die Einrichtung nicht betreten, um eine Ansteckung weiterer Personen zu vermeiden.
  • Einrichtungen können aus Gründen des Infektionsschutzes nur nach vorheriger Händedesinfektion betreten werden.
  • In allen Bereichen der Einrichtungen gilt die Masken- und Abstandspflicht.

Für Krankenhäuser sind die folgenden Regelungen geplant:

  • Die Zahl der Besucher in Krankenhäusern soll in der Regel auf einen Besucher pro Tag und Patient beschränkt sein.
  • Besucher, bei denen eine aktive Covid-19-Erkrankung nicht sicher ausgeschlossen ist oder die innerhalb der Inkubationszeit Kontakt zu einem an Covid-19-Erkrankten hatten, dürfen die Einrichtung nicht betreten, um eine Ansteckung weiterer Personen zu vermeiden.
  • Die in vielen Bereichen der Öffentlichkeit üblichen Schutzmaßnahmen wie Tragen eines Mund-Nasen-Schutzes, das Einhalten des Mindestabstands sowie die hygienische Händedesinfektion sind auch im Krankenhaus einzuhalten. Die Einrichtungsleitung kann Ausnahmen zulassen, insbesondere im Rahmen der Sterbebegleitung oder zur Unterstützung der Patientinnen und Patienten bei der Nahrungsaufnahme.
  • Das Krankenhaus muss für bestimmte hochgradig infektionsgefährdete Patientengruppen wie beispielsweise Patienten nach Knochenmarkstransplantation weitergehende Schutzmaßnahmen veranlassen. Diese können je nach medizinischer Einschätzung bis zu einem kompletten Besuchsverbot reichen.
    Quelle: Heidenheimer Zeitung

– Campingplätze (sowie Wohnmobilstellplätze) dürfen wieder öffnen für Übernachtungen in Wohnwagen, Wohnmobilen oder festen Mietunterkünften. Auch die Beherbergung in Ferienwohnungen und vergleichbaren Wohnungen wird wieder zugelassen. Das gilt jeweils nur, soweit eine Selbstversorgung möglich ist. Die Nutzung von Gemeinschaftseinrichtungen ist untersagt.

– Freizeiteinrichtungen im Freiluftbereich wie Ausflugsziele, für die Eintrittsgeld zu entrichten ist, dürfen unter Auflagen öffnen. Das gilt nicht für Freizeitparks.

– Fahrgastschiffe dürfen wieder fahren. Wie in anderen Verkehrsträgern gilt die Maskenpflicht. In der Fahrgastschifffahrt ist aufgrund des vorhandenen relativ großen Raumes, der möglichen Durchlüftung und der weitgehenden Beförderung im Freien das Infektionsrisiko gering, weshalb neben der bestehenden Maskenpflicht auf eine zusätzliche Abstandspflicht verzichtet werden kann.

Persönliche Anmerkung:
Überall im öffentlichen Raum dürfen sich unter Androhung von Verwarnungen und/oder Bußgeldern nur die Angehörigen der erweiterten Familie bzw. die Angehörigen zweier Haushalte treffen. Auf Fahrgastschiffen scheint das nicht kontrolliert zu werden und einen Mindestabstand braucht man auch nicht einzuhalten??? Na, dann wäre das doch die perfekte Location gewesen für die ganzen „Väter“ an Christi Himmelfahrt. Immer schön alleine oder zu zweit oder als „Wohngemeinschaft“ an Bord gehen, sich nett zusammensetzen und gegebenenfalls behaupten, dass man sich gerade erst auf dem Deck kennengelernt hat. Würde allerdings nur Sinn machen, wenn die Gastronomie an Bord geöffnet ist. Denn mit Bierwagen würde man wohl eher nicht aufs Schiff gelassen werden! Smiley mit geöffnetem Mund

Für unseren Campingplatz gelten „diese“ Bedingungen. Eine Beschränkung der Belegungskapazität gibt es nicht. Ab Montag kam es wie erwartet. Noch etwas zögerlich rollten die ersten Wohnmobile an und binnen zweier Tage wandelte sich das Bild eines verwaisten Platzes in das gewohnte Urlaubssaison-Aussehen. Ausgebucht sind wir zwar noch nicht, aber das wird wohl spätestens zu Pfingsten so sein. Interessant, dass plötzlich alle Wohnmobilisten und auch die Dauercamper ihr eigenes Bad benutzen können!!! Zwinkerndes Smiley Alle scheinen überaus glücklich zu sein, endlich wieder campen zu dürfen. Und dass sogar die Campingplatzgaststätte wieder geöffnet ist, macht das Glück (fast) perfekt. Schwimmbad und Sauna sind nämlich noch nicht zugänglich, der Spielplatz nur mit den üblichen Auflagen. Aber das wird auch wieder, zu Pfingsten wird es aller Voraussicht nach weitere Lockerungen geben.

"Hundewiese"SommersitzBauzaunSommersitzBauzaun

Wie erwartet kam es offenbar auch in Niedersachsen. Auch dort durften die Camping- und Stellplätze wieder öffnen, allerdings begrenzt Niedersachsen die Kapazitäten auf 50%. In Greetsiel, wo wir ja Ende Februar noch waren, hat das zum Ergebnis, dass nur jede 2. Parzelle belegt werden durfte, also insgesamt max. 30 Mobile dürfen dort stehen. Es kamen zum Vatertagswochenende aber 90! Als der Platz (halb)voll war, blieben die anderen einfach auf dem vorgelagerten PKW-Parkplatz stehen, auf dem Wohnmobile für einen Tagespreis von €8 ohne die Möglichkeit, Strom zu bekommen, auch stehen dürfen, so weit ich weiß, auch über Nacht. SO ist das aber vermutlich nicht gedacht und es würde uns wirklich interessieren, ob die Polizei eingeschritten ist und welche Maßnahmen sie ergriffen hat. Alle wegschicken? Nur die wegschicken, die nicht genauso viel Abstand zwischen ihren Mobilen hatten wie die auf dem offiziellen Stellplatz? Oder blieb alles unkontrolliert und ohne Maßnahmen?
Vom Stellplatz in Nordhorn vermute ich, dass einfach nur die hintere Hälfte des Platzes abgetrennt wurde. Das wäre zwar die einfachste, aber nicht die effektivste Lösung, weil es nicht für mehr Abstand zwischen den Mobilen sorgt. Der Platz ist nicht parzelliert, man müsste also die Regel aufstellen, dass zwischen den Mobilen (sie stehen hintereinander) immer eine Wagenlänge Platz frei bleiben muss. Das müsste natürlich kontrolliert werden! Da der Platz über einen Parkscheinautomaten bezahlt wird, kommt aber sowieso jeden Tag ein Bediensteter der Stadt vorbei. Wäre also kein Problem! Ich warte aktuell noch auf nähere Infos und Fotos. Wenn ich sie habe, reiche ich sie hier nach! Smiley

Nachtrag:
Nordhorn hat die Vorgaben der Landesregierung gut umgesetzt, mit viel Aufwand sogar. Jeder zweite Platz in der Länge mindestens eines Wohnmobils ist abgesperrt. Offenbar vertraut man nicht darauf, dass die Wohnmobilisten das eigenverantwortlich regeln. So ist auf jeden Fall gewährleistet, dass sich nicht noch jemand dazwischen quetschen kann und der Kontrollaufwand hält sich in Grenzen. Daumen hoch

Stellplatz NordhornStellplatz Nordhorn

Schön geht vielleicht anders, aber die mediale Berichterstattung aus anderen beliebten Städten/Gegenden des Landes zeigt, dass entsprechend unserer Befürchtungen mindestens jeder Zweite, der ein Wohnmobil besitzt, jetzt auch endlich wieder damit fahren will! Die vorhandenen Stellplätze reichen dafür nicht ansatzweise aus und so werden jetzt gerade sämtliche Wald-, Friedhofs-, Schul- und sonstige Parkplätze mit Beschlag belegt. Seinen Abfall lässt man gerne dort zurück und so manche Toilettenkassette wird wohl ins Gebüsch entleert werden. Dass dieses Verhalten, wenn es jetzt noch gehäufter auftritt als sonst schon, nicht für eine Akzeptanz bei der nicht Wohnmobil fahrenden Anwohnerschaft führen kann, liegt auf der Hand. In der Corona-Krise werden gerade ja an allen möglichen Stellen Missstände deutlich. Einer davon ist sicherlich, dass zwar jedes weitere Jahr immer noch mehr Wohnmobile als im Vorjahr gefertigt und verkauft werden, die Anzahl der Camping- und Stellplätze aber nicht entsprechend steigt. Für uns bedeutet das, dass wir diesen Sommer nirgendwo hinfahren werden. Auch, weil man sich nicht sicher sein kann, dass man z. B. im Ausland willkommen ist. Auf der einen Seite wird zwar das Geld gebraucht, das Touristen bringen, auf der anderen Seite ist aber vielerorts die Angst groß, dass auch das Virus mitgebracht wird. Mehrere Bürgermeister, z. B. der von Cuxhaven, sowie der Ministerpräsident der Niederlande bitten eindringlich darum, doch bitte über Pfingsten noch nicht zu kommen.

UPDATE vom 30. Mai 2020:
Corona-Lockerungen in BW:
– Zu Pfingsten dürfen Campingplätze ab dem 29. Mai 2020 die Sanitäranlagen wieder öffnen, es gilt aber weiterhin, den Mindestabstand einzuhalten und möglichst eine Mund-Nasen-Bedeckung zu tragen. In den Waschräumen müssen einzelne Waschbecken durch geeignete Maßnahmen von der Benutzung ausgeschlossen werden, wenn der Mindestabstand sonst nicht eingehalten werden kann. Weiterhin geöffnet werden dürfen die Gemeinschaftsräume wie Spül- und Waschküchen, die aber u. U. nur von einer Person oder den Personen eines Haushalts betreten werden dürfen.
– Hotels und andere Beherbungsbetriebe sowie Freizeitparks können ebenfalls am 29. Mai wieder öffnen. Überall gelten eingeschränkte Öffnungszeiten, Hygienekonzepte und eine Begrenzung der Gästezahlen.
– Kneipen und Bars dürfen im Zuge der Gleichbehandlung mit Speisegaststätten ihre Außenbereiche ab dem 30. Mai wieder für Gäste freigeben.
– Auch Fitnessstudios, Tanzschulen, Kletterhallen oder Indoorsporthallen sollen ab dem 31. Mai unter Einhaltung bestimmter Hygienevorschriften wieder in Betrieb gehen können.
– Spaß- und Freizeitbäder sollen nur für Schwimmkurse und -unterricht wieder öffnen dürfen.
– Die Kontaktregeln gelten nach wie vor.

Die offiziellen Regeln für den Spielplatzbereich unseres Campingplatzes sind auch da:

SpielplatzregelnSpielplatz

Bei uns gibt es nichts Neues zu berichten, es passiert halt gerade nichts. Das Einkaufen mit Mund-Nasen-Schutz macht nicht wirklich Spaß und nach einem Bummel in Aalen war uns auch noch nicht. Bei jedem Geschäft Mundschutz anlegen und danach wieder abnehmen? Lästig! Die ganze Zeit tragen? Noch lästiger! Der Spaßfaktor bei allen Unternehmungen hält sich sehr in Grenzen und die Aussicht, dass das noch eine ganze Weile so bleiben wird, trägt nicht gerade dazu bei, besonders zuversichtlich in die Zukunft zu schauen. Wir versuchen, es uns auf unserem Campingplatz so schön wie möglich zu machen und weichen auch schon mal auf einen der Nachbarplätze aus, um noch ein wenig Abendsonne einzufangen.

AbendstimmungAbendstimmungAbendstimmung

Da die Sanitärgebäude wieder offen sind, werden auch wieder Leute mit Zelt kommen und auch Bewohner für die Schlaffässer, dann entfällt diese Option für uns. Wenn es richtig heiß ist, sind wir über den Schatten auf unserer Terrasse ja froh, aber zur Zeit freut man sich noch, wenn man in der Sonne sitzen kann.

Wir wünschen euch sonnige, friedliche, geruhsame, zufriedene

Pfingsttage mit Zuversicht und Gelassenheit

und vielleicht einigen wohltuenden zwischenmenschlichen Kontakten,

ob nun real oder virtuell.

UPDATE vom 06. Juni 2020:
Corona-Lockerungen in BW:
– Ab dem 1. Juni können in Baden-Württemberg neue Lockerungen in Kraft treten. Demnach dürfen bei privaten Feiern wie Hochzeiten oder Geburtstagen in geschlossenen Räumen bis zu zehn Personen, im Freien bis zu 20 Personen teilnehmen. Auch für öffentliche Veranstaltungen wurden erste Lockerungen in Aussicht gestellt. So sollen ab dem 1. Juni auch wieder öffentliche Veranstaltungen mit bis zu 100 Personen möglich sein. Hier sei allerdings vorausgesetzt, dass es feste Sitzplätze gebe und die Hygiene- und Abstandsregeln eingehalten würden. Davon profitieren vor allem Kinos und Theater.
Das Kabinett hat zudem beschlossen, dass Großveranstaltungen wie Volksfeste, Dorf- und Schützenfeste, sowie Open-Air-Konzerte, bei denen nicht zu kontrollieren ist, wer sie besucht, auf jeden Fall bis zum 31. August verboten bleiben sollen.
– Schwimm- und Hallenbäder sowie Thermal- und Spaßbäder, einschließlich Badeseen mit kontrolliertem Zugang, dürfen ab dem 4. Juni betrieben werden. Der erlaubte Betrieb umfasst auch Nebenanlagen, die untergeordnet und für den Betrieb notwendig sind, insbesondere Sekretariat und Toiletten.
Voraussetzung für den Betrieb von Bädern im Sinne des Absatzes 1 ist die
Wahrung folgender Grundsätze des Infektionsschutzes:

1. die Anzahl der am Badebetrieb teilnehmenden Personen ist durch geeignete Maßnahmen zu beschränken;
a) in Schwimmerbecken errechnet sich die maximale Anzahl an Personen, die sich gleichzeitig im Becken aufhalten, aus der Wasserfläche mit 10 Quadratmetern pro Person; abweichend hiervon kann die Wasserfläche in einzelne Bahnen, möglichst mit Leinen oder anderen geeigneten Markierungen, unterteilt werden; innerhalb der Bahnen ist ein Einbahnsystem einzuführen; dabei kann jede Bahn auf einer Bahnlänge von 50 Metern von maximal zehn Personen gleichzeitig genutzt werden; es ist darauf zu achten, dass kein Aufschwimmen oder Überholen stattfindet;
b) in Nichtschwimmerbecken errechnet sich die maximale Anzahl an Personen, die sich gleichzeitig im Becken aufhalten, aus der Wasserfläche mit 4 Quadratmetern pro Person;
c) in ausgewiesenen Therapiebecken errechnet sich die maximale Anzahl an Personen, die sich gleichzeitig im Becken aufhalten, aus der Wasserfläche mit 4,5 Quadratmetern pro Person bei Schwimmerbecken und mit 2,7 Quadratmetern pro Person bei Nichtschwimmerbecken;
d) für Liegewiesen und Liegeflächen errechnet sich die maximale Anzahl an Personen, die sich gleichzeitig auf diesen niederlassen, aus der Liegefläche mit 10 Quadratmetern pro Person; für die Bestimmung der maximalen Personenzahl in den Bädern insgesamt sind sowohl die Wasserfläche als auch die Liegefläche heranzuziehen.
2. während des gesamten Badebetriebs muss ein Abstand von mindestens 1,5 Metern zwischen sämtlichen anwesenden Personen, die nicht unter § 3 Absatz 2 Satz 2 CoronaVO fallen, durchgängig eingehalten werden; Körperkontakt, insbesondere Händeschütteln und Umarmen, ist zu vermeiden; dies gilt nicht für Personen im Sinne des § 3 Absatz 2 Satz 2 CoronaVO;
3. falls Räumlichkeiten, insbesondere Toiletten, die Einhaltung des Mindestabstands nicht zulassen, ist die Anzahl der Personen, die die Toiletten gleichzeitig benutzen dürfen, entsprechend zu beschränken;
4. Zu- und Ausstiege aus den Becken sind räumlich voneinander zu trennen; sofern dies nicht möglich ist, ist auf andere Weise sicherzustellen, dass der Mindestabstand beim Betreten und Verlassen der Becken eingehalten werden kann; die Betreiber haben darauf hinzuwirken, dass im Rahmen der örtlichen Gegebenheiten der Zutritt zu Sprungtürmen, Wasserrutschen und ähnlichen Attraktionen gesteuert wird und Warteschlangen vermieden werden;
5. Kontakte außerhalb der Schwimmbecken und der einzelnen Attraktionen sind auf ein Mindestmaß zu beschränken; Ansammlungen im Eingangsbereich sind untersagt; die Betreiber haben darauf hinzuwirken, dass im Rahmen der örtlichen Gegebenheiten und des Notwendigen der Zutritt zu den Bädern gesteuert wird und Warteschlangen vermieden werden, insbesondere durch vorherige Reservierung oder Ticketbuchung;
6. es dürfen ausschließlich persönliche Schwimm- und Trainingsutensilien, insbesondere Schwimmflügel und Schwimmbrillen, verwendet werden, sofern diese in der Badeordnung zugelassen sind;
7. bei der Umkleide sollen möglichst Einzelkabinen genutzt und die Anzahl der Spinde entsprechend eingeschränkt werden, um den Mindestabstand sicherzustellen;
8. das Duschen vor dem Baden ist in Abhängigkeit von den örtlichen Gegebenheiten in Kleinstgruppen durchzuführen; dabei ist im Duschraum eine maximale Anzahl von drei Personen pro 20 Quadratmetern einzuhalten; das Duschen nach dem Baden findet nicht im Duschraum statt; auf das Föhnen der Haare soll nach Möglichkeit verzichtet werden;
9. Textilien, insbesondere Handtücher und Bademäntel, die an die Nutzerinnen oder Nutzer ausgegeben werden, sind nach jeder Nutzerin und jedem Nutzer auszutauschen;
10. die Betreiberinnen und Betreiber der Bäder müssen gewährleisten, dass die erforderlichen Hygiene- und Infektionsschutzmaßnahmen durchgeführt werden können, insbesondere müssen
a) ausreichende Schutzabstände bei der Nutzung von Verkehrswegen sichergestellt werden,
b) ausreichend Hygienemittel wie Seife und Einmalhandtücher zum Händewaschen zur Verfügung stehen; sofern dies nicht gewährleistet ist, müssen Handdesinfektionsmittel zur Verfügung gestellt werden,
c) Sitz- und Liegeflächen sowie Barfuß- und Sanitärbereiche täglich gereinigt werden; Handläufe an Beckenleitern, Wasserrutschen und Sprunganlagen sind mehrmals täglich zu reinigen;
d) alle gegebenen Möglichkeiten der Durchlüftung aller geschlossenen Räumlichkeiten, die dem Aufenthalt von Nutzerinnen und Nutzern dienen, genutzt werden.
(4) Schwimmkurse und Schwimmunterricht, einschließlich Trainingseinheiten und Angebote von Sportvereinen, dürfen ausschließlich individuell oder in Gruppen von maximal zehn Personen erfolgen. Schwimmunterricht findet in, möglichst mit Leinen getrennten, Bahnen statt. Dabei kann jede Bahn auf einer Bahnlänge von 50 Metern von maximal zehn Personen gleichzeitig genutzt werden. Es ist darauf zu achten, dass kein Aufschwimmen oder Überholen stattfindet. Bei Schwimmkursen muss die genutzte Wasserfläche so bemessen sein, dass pro Person mindestens 10 Quadratmeter Wasserfläche zur Verfügung stehen. Es dürfen ausschließlich persönliche Trainingsutensilien, insbesondere Paddles, Schwimmbretter, Pull Buoys und Schwimmflossen, verwendet werden.
(5) Die Betreiberin oder der Betreiber hat für jedes Becken sowie für jede Attraktion eine Person zu bestimmen, die für die Einhaltung der in den Absätzen 2 und 4 genannten Regeln verantwortlich ist.
(6) Die Betreiberin oder der Betreiber hat, ausschließlich zum Zweck der Auskunftserteilung gegenüber dem Gesundheitsamt oder der Ortspolizeibehörde nach §§ 16, 25 IfSG, die folgenden Daten bei den Nutzerinnen und Nutzer zu erheben und zu speichern, sofern die Daten nicht bereits vorliegen:
1. Name und Vorname der Nutzerin oder des Nutzers,
2. Datum sowie Beginn des Besuchs unter Angabe der maximal zulässigen Badezeit entsprechend dem gekauften Ticket, und
3. Telefonnummer oder Adresse der Nutzerin oder des Nutzers.
Die Nutzerinnen und Nutzer dürfen Bäder im Sinne des Absatzes 1 nur besuchen, wenn sie die Daten nach Satz 1 der Betreiberin oder dem Betreiber vollständig und zutreffend zur Verfügung stellen. Diese Daten sind von der Betreiberin oder dem Betreiber vier Wochen nach Erhebung zu löschen. Die allgemeinen Bestimmungen über die Verarbeitung personenbezogener Daten bleiben unberührt.
Quelle: Verordnung des Kultusministeriums und des Sozialministeriums über Sportstätten

Persönliche Anmerkung:
DER WAHNSINN!!! Erstauntes Smiley Wer soll das denn alles umsetzen und dann auch noch kontrollieren??? Bei Sport- und Tanzveranstaltungen in geschlossenen Räumen sieht es ganz genauso aus. Für unseren Campingplatz ist somit klar, dass das Schwimmbecken diesen Sommer ohne Wasser bleiben wird!

– Nach den Pfingstferien, also ab dem 15. Juni, sollen alle Schülerinnen und Schüler in einem rollierenden System Präsenzunterricht bekommen, der mit den Fernlernangeboten verzahnt werden soll. Dafür stehen bis zu den Sommerferien sechs Wochen zur Verfügung, die erweiterte Notbetreuung läuft daneben weiter. Darüber hinaus richten die Schulen für Schülerinnen und Schüler aller Jahrgangsstufen, die in den vergangenen Wochen weder digital noch analog erreicht wurden, Lerngruppen an den Schulen ein. Mit diesen Förderangeboten soll den Schülern ermöglicht werden, den Stoff aufzuholen, zu wiederholen und zu vertiefen, damit sie Anschluss halten können. In den Sommerferien wird das Kultusministerium zudem freiwillige Lern- und Förderangebote anbieten und damit Schülerinnen und Schülern, die sich unsicher fühlen und mehr üben möchten, die Möglichkeit geben, Lerninhalte zu wiederholen, zu vertiefen und gezielt an Lernschwierigkeiten zu arbeiten.
– Ein Präsenzunterricht an den Grundschulen soll rollierend angeboten werden, um alle Klassenstufen und alle Kinder zu erreichen. Das rollierende System sieht so aus, dass die Kinder im wöchentlichen Wechsel an die Schule kommen – eine Woche die Erst- und Drittklässler, eine Woche die Zweit- und Viertklässler. Der Turnus sieht immer eine Woche Unterricht an der Schule und dann wieder eine Woche Fernlernen von zu Hause aus vor. Damit ist nach den Pfingstferien immer die Hälfte der Grundschüler an der Schule. Da die Schülerinnen und Schüler der Grundschulen mit Fernlernangeboten schwerer zu erreichen sind als die Schülerinnen und Schüler der weiterführenden Schulen, sieht man es als wichtig an, die drei Wochen pro Klassenstufe nach Pfingsten im Präsenzunterricht zu nutzen, um den Lernstand abzugleichen und Inhalte zu vermitteln und zu vertiefen. Der Schwerpunkt liegt auf Deutsch, Mathematik und Sachunterricht – Noten und Klassenarbeiten sollen zweitrangig sein.
– Für das rollierende System an den Gymnasien, Realschulen, Haupt- und Werkrealschulen, Gemeinschaftsschulen sieht das Kultusministerium folgenden Rhythmus vor: In den sechs Schulwochen, die noch anstehen, sollen im wöchentlichen Wechsel die Klassen 5/6, 7/8 aller Schularten und 9/10 am Gymnasium in Präsenzphasen an den Schulen einbezogen werden. So haben alle Schülerinnen und Schüler bis Schuljahresende noch mindestens zwei Schulwochen Präsenzunterricht an der Schule. Zusätzlich richten die Schulen gezielte Lerngruppen vor Ort für Schülerinnen und Schüler ein, die mit den Fernlernangeboten gar nicht oder nicht gut erreicht werden konnten.
– Eine Ausnahme gilt für die Jahrgänge, die bereits am 4. Mai gestartet sind und in diesem oder im nächsten Jahr vor dem Abschluss stehen. Sie bleiben dauerhaft in der Präsenz.
„Wir reden nicht von einem regulären Schulbetrieb wie vor der Corona-Pandemie. Das heißt, dass es jetzt nicht darum gehen darf, noch möglichst viele schriftliche Arbeiten nachzuholen“, betont Kultusministerin Dr. Susanne Eisenmann.
Quelle: Ministerium für Kultus, Jugend und Sport Baden Württemberg

Persönliche Anmerkung:
Da man nicht in vollständiger Klassenstärke unterrichten kann/darf/sollte, reduziert sich die Anzahl der Unterrichtsstunden noch einmal um die Hälfte. Da bleibt nicht mehr viel übrig! Und nach den Sommerferien ist die Gesamtsituation schätzungsweise immer noch die gleiche. Erstauntes Smiley

– Die Kontaktregeln gelten offenbar nach wie vor, obwohl sie bis zum 5. Juni befristet waren. Ich habe aber weder gestern noch heute dazu Informationen gefunden.

Nach drei Monaten war ich am Donnerstag endlich wieder beim Frisör! Smiley Nach der Wiedereröffnung der Frisörsalons Anfang Mai habe ich mal vorsichtshalber noch etwas gewartet und der Chef unseres Stammsalons bestätigte, dass die ersten drei Wochen heftig gewesen seien. Behandelt wird man nur nach telefonischer Reservierung, damit es zu keinem Wartestau kommt, außer ihm arbeiten nur zwei Angestellte, alle (auch die Kunden) müssen einen Mund-Nasen-Schutz tragen, Haare werden nur geschnitten, wenn sie vorher gewaschen werden und man muss natürlich seine Personalien angeben, zwecks Kontaktrückverfolgung im Falle eines Infektionsgeschehens. Alles etwas gewöhnungsbedürftig, aber akzeptabel. Nicht akzeptabel fand ich, dass ich mich in eine Liste eintragen musste, in der die Daten der Kunden vor mir aufgelistet waren. Das ist datenschutzrechtlich nicht in Ordnung und das sagte ich dem Chef auch. Immerhin will er keine Adresse, sondern „nur“ eine Telefonnummer. Aber das könnte man natürlich besser handhaben! Uschi fährt am Dienstag hin und wird ihm dazu einen Vorschlag machen. Strebersmiley
Danach fuhr ich noch bei Rewe vorbei, um Brot zu kaufen. Der Zugang zum vorgelagerten Bäckereistand ist schon lange vom eigentlichen Supermarkteingang abgetrennt und führt einbahnstraßenartig durch den Nebeneingang des Bäckereicafés. Ich registrierte, dass zwei oder drei Tische freigegeben waren, kaufte mein Brot, brachte es zu Flitzi, zögerte kurz und ging dann zielstrebig wieder zurück. Cooles Smiley

Abendstimmung

UPDATE vom 13. Juni 2020:
Die ursprünglich bis zum 5. Juni befristeten bundesweiten Kontaktregeln sollten offenbar bis zum Ende des Monats verlängert werden, jedoch scheint jetzt jedes Bundesland mal wieder sein eigenes Süppchen zu kochen.
Eine wichtige Regelung, wie viele Menschen sich aktuell in der Öffentlichkeit treffen dürfen, ist fast geräuschlos in Kraft getreten. Es war eine recht weitreichende Lockerung, die beinahe unbemerkt geblieben wäre: In Baden-Württemberg dürfen sich jetzt bis zu zehn Personen in der Öffentlichkeit treffen! Das steht zwar in der verbindlichen aktuellen Corona-Verordnung und auch auf der Internetseite der Landesregierung unter den wesentlichen Änderungen. In ihrer wöchentlichen Pressekonferenz am Dienstag hingegen schwieg die Landesregierung. Eine separate Mitteilung gab es auch nicht. Ein Regierungssprecher sagt, man hätte das durchaus kommunizieren können, aber es sei nicht im Kabinett, sondern bereits zuvor beschlossen worden. Ansonsten habe man in der Krise „zu 90 bis 95 Prozent“ alles zur rechten Zeit kommuniziert. Dass es hier und da Fehler gebe, sei nicht zu vermeiden. Es sei der Preis, den die Regierung dafür zahle, dass sie in der Pandemie sehr schnell agiere.
Die Polizei befürchtet, dass die Bürger gar nicht mehr wissen, was sie dürfen. Der Landesvorsitzende der Polizeigewerkschaft in Baden-Württemberg, Ralf Kusterer, meint, die Informationspolitik der Landesregierung sei mit jeder Lockerung schlechter geworden. Bürger wüssten oft gar nicht mehr, was sie dürften und was nicht. Auch die Polizei, die ja kontrollieren soll, wie die Regelungen eingehalten werden, erfahre oft erst spät von Änderungen. „Da noch rechtssicher einzuschreiten, ist wirklich schwierig“, sagte Kusterer dem SWR. Im Zweifel würden die Polizisten nicht eingreifen, wenn sie nicht sicher seien.
Im Fall der zehn Personen oder zwei Haushalte (zwei??? – siehe unten), die jetzt wieder in der Öffentlichkeit zusammenkommen dürfen, reichte die Landesregierung die Information schließlich nach. Am Mittwochvormittag veröffentlichte sie einen entsprechenden Beitrag auf Facebook.
Quelle: swr.de

Corona-Lockerungen in BW:
– Ab dem 10. Juni ist der Aufenthalt im öffentlichen Raum künftig in einer Gruppe mit Angehörigen von bis zu zwei Haushalten oder bis zu zehn Personen gestattet. Bisher durfte man sich im öffentlichen Raum nur mit den Personen eines weiteren Haushalts treffen.
Quelle: https://www.baden-wuerttemberg.de/de/service/aktuelle-infos-zu-corona/aktuelle-corona-verordnung-des-landes-baden-wuerttemberg/

Persönliche Anmerkung:
Ich verstehe diese Formulierung nicht!!! Verwirrtes Smiley Eine Gruppe von „bis zu zwei Haushalten“ sind ein ODER zwei Haushalte, richtig??? Das wäre aber ja genau das, was bisher auch erlaubt war, also dass man sich nur mit den Personen eines weiteren Haushalts treffen durfte. Das Wort „bisher“ impliziert aber eine Veränderung, vermutlich, dass sich jetzt drei Haushalte miteinander treffen dürfen??? Oder durfte ich mich nur als EINZELPERSON mit den Personen eines weiteren Haushalts treffen und jetzt dürfen das zwei Gesamthaushalte??? Oder fehlt einfach nur das Wörtchen „weiteren“ (ist der Aufenthalt im öffentlichen Raum künftig in einer Gruppe mit Angehörigen von bis zu zwei WEITEREN Haushalten…)? Also MEIN Haushalt plus zwei weitere? Und wenn „ODER bis zu 10 Personen“ bedeutet, Personen aus bis zu 10 Haushalten, dann ist das doch sowieso egal. Warum sagt man dann nicht ganz einfach, es dürfen sich im öffentlichen Raum Gruppen mit maximal 10 Personen treffen??? Augen rollendes Smiley Das wäre dann doch auch mit einem Blick (vorausgesetzt, dass man mit einem Blick oder überhaupt bis 10 zählen kann Smiley mit geöffnetem Mund) nachprüfbar.
Ich befragte die FAQs:

– „Wie ist Familie im öffentlichen Raum zu verstehen?“
Im öffentlichen Raum ist der Begriff „Familie“ gleichbedeutend mit dem Begriff „Haushalt“ zu verstehen. Es kommt hier nicht auf den Verwandtschaftsgrad, sondern auf das Zusammenwohnen an.

– „Wie viele Personen dürfen im öffentlichen Raum zusammenkommen?“
Maximal zehn Personen dürfen zusammenkommen, wenn Angehörige von mindestens drei Hausständen zusammenkommen. Das bedeutet, dass somit zehn Einzelpersonen aus unterschiedlichen Hausständen zusammenkommen können. Haben beispielsweise zwei Hausstände zusammen weniger als 10 Personen, dann können weitere Haushalte/Personen dazu kommen, bis die Personengrenze erreicht ist. Der Mindestabstand innerhalb der Gruppe muss untereinander NICHT eingehalten werden.

Persönliche Anmerkung:
MINDESTENS drei Hausstände!?!? Zwei Hausstände, die bereits aus 10 Personen bestehen (zwei kinderreiche Familien oder eine plus Wohngemeinschaft z. B.) dürften sich dann nach der Formulierung GAR NICHT treffen?!?! Verwirrtes Smiley

– „Zählen Kinder als Personen?“
Ja, Kinder zählen als eigenständige Personen.

– „Darf man draußen mit zwei Freund*innen laufen?“
Ja, das ist möglich. Im öffentlichen Raum dürfen bis zu zehn Personen aus unterschiedlichen Haushalten zusammenkommen.

– „Dürfen zwei Familien sich mit einer weiteren Person draußen unterhalten?“
Ja, da es sich dann um drei Haushalte handelt, es dürfen aber maximal zehn Personen zusammenkommen.

– „Was ist mit dem Garten?“
Für den Garten gelten die gleichen Regeln wie für die Wohnung.

Und damit wären wir bei den Regeln für den privaten Raum:

– Bei Veranstaltungen und sonstigen Ansammlungen außerhalb des öffentlichen Raums dürfen sich jetzt bis zu 20 statt bisher nur zehn Personen aus mehreren Haushalten treffen oder ohne zahlenmäßige Beschränkung, wenn alle Personen miteinander verwandt sind.

Noch etwas lustiges:
– „Wie viele dürfen im Auto mitfahren?“
Grundsätzlich erfolgen auch Fahrten mit privaten Kraftfahrzeugen im öffentlichen Raum. Deshalb gelten auch in privaten Kraftfahrzeugen die entsprechenden Regelungen. Theoretisch könnten also maximal zehn Personen in einem Auto fahren.
Alle im Auto sollten eine Maske tragen, da sie lange auf engen Raum zusammen sind und so ein besonderes Infektionsrisiko besteht.

Quelle: https://www.baden-wuerttemberg.de/de/service/aktuelle-infos-zu-corona/faq-corona-verordnung/

Persönliche Anmerkung:
Ich höre den Amtsschimmel LAUT wiehern! UND – als Nichtschwabe muss ich doch mit etwas (nur ein wenig) Genugtuung anmerken, dass die Schwaben eben doch nicht alles können außer hochdeutsch, wie sie gerne betonen. In Sachen Formulierung wäre durchaus noch etwas Luft nach oben. Oder sollte es dann einfach doch nur am Hochdeutschen liegen??? Cooles Smiley

Das trübe, kühle und regnerische Wetter der letzten Woche habe ich dazu genutzt, meine 50 Jahre alte Nähmaschine nach 5 Jahren wieder zu reaktivieren. Sie fährt, auf einer dicken Schaumstoffplatte stehend, in Oscarlotta mit und ich war gespannt, ob und wie sie die Erschütterungen verkraftet hatte. Tja, das war früher eben noch Qualitätsarbeit! Sie brauchte ein paar Tropfen Öl und ein paar Umdrehungen, danach schnurrte sie los. Verliebt

Abendstimmung

UPDATE vom 20. Juni 2020:
Die Ministerpräsidentenkonferenz mit der Bundeskanzlerin fand am 17. Juni zum ersten Mal nach langer Zeit wieder im persönlichen Austausch in Berlin statt. Das aktuelle Infektionsgeschehen und die wirtschaftlichen Folgen der Corona-Pandemie standen auf der Agenda der Beratungen zwischen der Bundesregierung und den Regierungschefs der Länder. Trotz aktuell beständig kleinerer Infektionszahlen haben sich Bund und Länder darauf verständigt, dass bestimmte „Basismaßnahmen“ zum gegenseitigen Schutz vor Ansteckung weiterhin gelten. Dazu gehört der Mindestabstand von 1,5 Metern, das Tragen des Mund-Nasen-Schutzes in bestimmten öffentlichen Bereichen, verstärkte Hygienemaßnahmen und das Instrument der Kontaktbeschränkungen.
„Solange es kein Medikament und keinen Impfstoff gibt, müssen wir mit der Pandemie leben“, erklärte Kanzlerin Merkel dazu. Dies zeigten auch lokale Ausbruchsgeschehen, die dort stattfänden, „wo die Abstandsregelungen systematisch nicht eingehalten werden können“. Die Botschaft an die Menschen sei: „Ihr müsst weiter auf den Abstand achten und dieser Abstand ist einzuhalten. Das ist sehr, sehr ernst gemeint“.
Großveranstaltungen, bei denen eine Kontaktverfolgung und die Einhaltung von Hygieneregelungen nicht möglich ist, sollen demzufolge mindestens bis Ende Oktober 2020 nicht stattfinden.
Quelle: 2020 Presse- und Informationsamt der Bundesregierung

Bereits Anfang der Woche ging die lange angekündigte Corona-Warn-App für Smartphones mit Android- und Apple-Betriebssystem an den Start. Leider stellte sich ziemlich bald heraus, dass sie nur auf neueren Geräten bzw. Geräten, die über das neueste Betriebssystem-Update verfügen, installiert werden kann. Außerdem zeigte sich, dass der Umgang mit der App von offizieller Stelle wohl nicht ausreichend kommuniziert worden war, da bei den Gesundheitsämtern die Telefone heißliefen. Ein Kritikpunkt ist auch, dass die App nur in deutscher und in englischer Sprache existiert. Es gibt noch weitere Stolpersteine, sodass es fraglich ist, ob erreicht werden kann, dass mindestens 60% der Bevölkerung die App dann auch nutzen, was als effektiv erachtet wird.

Persönliche Anmerkung:
Ich bin der Meinung, dass die Entwicklung nicht mehr als ein „gut gemeinter Versuch“ ist, um den Menschen ein Gefühl von Sicherheit zu geben. Dafür ist sie aber leider unfassbar teuer mit rund 20 Millionen Euro Entwicklungskosten! Und mit weiteren laufenden Kosten können es bis Ende 2021 sogar an die 69 Millionen Euro werden. (nähere Infos „hier„). Erstauntes Smiley Das ist natürlich heftig viel Geld, das vielleicht in anderen Bereichen mehr bewirken könnte.

Seit dem 15. Juni sind die Reisewarnungen des Auswärtigen Amtes teilweise aufgehoben worden und zwar in die Mitgliedstaaten der Europäischen Union (Belgien, Bulgarien, Dänemark, Estland, Finnland, Frankreich, Irland, Italien, Luxemburg, Niederlande, Griechenland, Kroatien, Lettland, Litauen, Malta, Österreich, Polen, Portugal, Rumänien, Schweden, Slowakei, Slowenien, Spanien, Tschechien, Ungarn, Republik Zypern),
in Schengen-assoziierte Staaten (Island, Liechtenstein, Norwegen, Schweiz) und
in das Vereinigte Königreich von Großbritannien und Nordirland.
Das bedeutet nicht, dass jede Reise in die genannten Länder ohne Einschränkungen möglich ist. Einzelne Länder können weiterhin Einreisen beschränken oder eine Quarantäne bei Einreise vorsehen. Für Finnland, Norwegen, Schweden und Spanien verzögert sich aus diesen Gründen die Aufhebung der Reisewarnung noch bis auf weiteres. Von Reisen nach Großbritannien, Irland und Malta wird abgeraten. Auch darüber hinaus sollten Reisende besondere Vorsicht walten lassen und sich vorab über die Reise- und Sicherheitshinweise über die Situation in ihrem Reiseland informieren. Die Entscheidung über das Ob und Wie einer Reise entscheiden Reisende nach wie vor selbst. Kriterien sollten sein eine positive Pandemieentwicklung, ein stabiles Gesundheitssystem und stimmige Sicherheitsmaßnahmen für den Tourismus im Zielland sowie verlässliche Hin- und auch Rückreisemöglichkeiten. Eine zweite großangelegte Rückholaktion deutscher Urlauber aus der ganzen Welt wird es nicht noch einmal geben, das wurde von Seiten der Regierung bereits erklärt.
Diese Aufhebung der Reisewarnung gilt vorerst bis einschließlich 31. August 2020 und kann jederzeit widerrufen werden, falls sich am Pandemiegeschehen dramatische Änderungen ergeben.
Quelle: https://www.auswaertiges-amt.de/de/ReiseUndSicherheit/covid-19/2296762

Die Lufthansa hat sich mit einer Äußerung etwas weit aus dem Fenster gelehnt, nämlich zu versprechen, dass sie jeden Fluggast wieder in die Heimat zurückbringen wird, falls er am Zielort aus unterschiedlichen (Corona-) Gründen nicht einreisen darf. Die rechtliche Seite sieht laut dem Auswärtigen Amt aber folgendermaßen aus: „Wenn eine Infektion festgestellt wird, entscheiden die Behörden des jeweiligen Landes, welche Maßnahmen ergriffen werden. Die Behörden können dabei wie auch in Deutschland Quarantänemaßnahmen anordnen. Diese gelten auch für Reisende und müssen befolgt werden. Eine Rückreise ist während dieser Zeit in der Regel nicht möglich.“

Persönliche Anmerkung:
Und selbst wenn man zwar als evtl. infiziert eingeordnet und nicht in Quarantäne genommen wird, aber auch nicht reingelassen wird, nimmt die Lufthansa einen dann in der nächsten vollbesetzten Linienmaschine wieder mit zurück??? Oder wie? Etwa ich?

In Baden-Württemberg hat sich hingegen nicht allzuviel Neues ergeben.
Corona-Lockerungen in BW:
– Die Verordnungsermächtigung für Hygienevorgaben für Bäder (siehe Update vom 6. Juni) wird auf Saunen erweitert.
– Vom 15. Juni an können Reisebusse unter Auflagen wieder fahren. Näheres regelt die neue Corona-Verordnung Reisebusse. Sie sieht unter anderem vor, dass die Fahrgäste während der Fahrt eine Mund- und Nasenbedeckung tragen müssen, wie dies auch im Öffentlichen Personennahverkehr (ÖPNV) vorgeschrieben ist. Außerhalb der Reisebusse und beim Zu- und Ausstieg ist, wo immer möglich, ein Abstand von mindestens 1,5 Metern einzuhalten. Körperkontakt, insbesondere Händeschütteln oder Umarmen, ist zu vermeiden. Außerdem soll jeder Fahrgast einen fest zugewiesenen Sitzplatz erhalten und es gelten bestimmte Hygieneregeln. Unter anderem muss ausreichend Handdesinfektionsmittel zur Verfügung stehen. Die Daten der Reisenden müssen festgehalten werden, damit über möglicherweise auftretende Infektionen informiert werden kann.

Auch bei uns gibt es absolut nichts Neues. Von Hurtigruten kam zwar eine eMail, welche die ab Ende Juni wieder stattfindensollenden Seereisen bewirbt, aber nach kurzen Überlegungen werden wir dieses Jahr unseren Reisegutschein sicher nicht einlösen. Es gäbe zwar Vorteile, zum Beispiel, dass die Schiffe nur mit der Hälfte der verfügbaren Kapazitäten belegt werden, aber die Reise, die wir im Mai hatten machen wollen, wird im Moment gar nicht angeboten und es gibt derartig viele Sicherheitsvorkehrungen, dass es vermutlich eher nervig als unterhaltsam sein würde.
Wir leben also weiterhin unseren Alltag, schauen den weißen Wolken nach und fangen an zu träumen…

"Hundewiese"

Nachtrag:
Jetzt habe ich endlich eine Formulierung gefunden, die der Verordnung, die ich beim letzten Mal veröffentlicht und nicht verstanden hatte, einen Sinn gibt!!!
Ich zitiere noch einmal:

– Ab dem 10. Juni ist der Aufenthalt im öffentlichen Raum künftig in einer Gruppe mit Angehörigen von bis zu zwei Haushalten oder bis zu zehn Personen gestattet. Bisher durfte man sich im öffentlichen Raum nur mit den Personen eines weiteren Haushalts treffen.
Gemeint ist es so und so macht es auch Sinn:
Für Treffen im öffentlichen Raum gilt: Entweder maximal 10 beliebige Personen oder beliebig viele Personen aus maximal zwei Haushalten.
Also, geht doch!!! Smiley mit geöffnetem Mund Wobeiiii – geändert hat sich dann ja lediglich, dass sich jetzt bis zu 10 Personen aus mehr als zwei Haushalten treffen dürfen. Hätte man das nicht auch gleich so formulieren können??? Für alle, die es immer noch nicht verstanden haben:
Version A: Die Angehörigen von maximal zwei Haushalten, egal wie viele Personen!
Version B: Maximal 10 Personen aus maximal 10 Haushalten! Cooles Smiley

UPDATE vom 27. Juni 2020:

Die rasante Ausbreitung des Corona-Virus in einigen Schlachthäusern bzw. unter den dort beschäftigten Arbeitern und die Sorge um eine darüberhinaus gehende Verbreitung in der Bevölkerung der jeweiligen Städte/Landkreise hat, wie von der Ministerpräsidentenkonferenz beschlossen, dazu geführt, dass es zu erneuten Beschränkungen kam. Überall, wo es mehr als 50 Neuinfektionen pro 100000 Einwohnern innerhalb von 7 Tagen gibt, müssen, die besonderen Bedingungen berücksichtigend, Lockerungen zurückgenommen werden. Aktuell betrifft das in Nordrhein-Westfalen den Kreis Gütersloh und den Nachbarkreis Warendorf. In beiden Fällen reagierten die Behörden mit lokalen Quarantänemaßnahmen und gezieltem Testen. Man hofft, die Infektionswelle zu stoppen, noch bevor sie die breite Bevölkerung erreicht. Die „Coronaregionalverordnung“ trat am 24. Juni zu Mitternacht in Kraft und gilt zunächst bis 30. Juni.
– Es gelten wieder Kontaktbeschränkungen wie im März 2020. Diese Beschränkungen schreiben vor, dass sich nur Menschen aus einer Familie oder einem Hausstand in der Öffentlichkeit zusammen aufhalten dürfen. Treffen dürfen sich auch maximal zwei Personen, die weder der Familie angehören noch zusammen leben.
– Verboten sind viele Kulturveranstaltungen sowie Sport in geschlossenen Räumen. Fitnessstudios werden ebenso geschlossen wie Kinos sowie Bars und Thekenbetriebe. Restaurants dürfen unter Auflagen geöffnet bleiben, jedoch dürfen maximal zwei Personen oder alternativ eine Familie an einem Tisch sitzen.
– Bereits seit dem 17. Juni sind die Schulen und Kitas im Kreis Gütersloh wieder geschlossen. Der Kreis Warendorf zog am 25. Juni nach.

Am kommenden Montag, 29. Juni, beginnen in NRW die Sommerferien. Ministerpräsident Armin Laschet erklärte, der Lockdown bedeute kein Ausreiseverbot. Er appellierte aber an die Betroffenen, den Kreis nicht zu verlassen. In mehreren Urlaubsgebieten Deutschlands sind Reisende aus den betroffenen Regionen unerwünscht.

Persönliche Anmerkung:
So schlimm das für die Menschen, die dort leben und nun betroffen sind, auch ist, so zeigt es lediglich auf, diesmal an einer anderen Stelle, was im Umgang mit dieser Pandemie nicht funktioniert. Das Gute an all dem nicht Guten ist, dass an verschiedenen „Orten“ Missstände, die schon länger bestehen und durchaus bekannt sind, endlich in den Fokus einer größeren Öffentlichkeit rücken. Hoffentlich nachhaltig auch, dass es in der moralischen Verantwortung des Endverbrauchers liegt (und liegen sollte!), unter welchen Bedingungen die Fleischerzeugung geschieht. Nicht erst in den Schlachtbetrieben.
Dass vielen Menschen aus den betreffenden Landkreisen jetzt die Urlaubsplanung zerstört wird, ist natürlich bedauernswert, gerade nach den Wochen der Entbehrungen, die sie gerade hinter sich lassen konnten. Aber Urlaub ist nun mal kein Grundrecht und auch nicht lebensnotwendig, man hat sich nur in den letzten Jahrzehnten halt daran gewöhnt.
Ich denke, dass es sehr wichtig ist, zu verstehen, dass das Virus nicht aus Deutschland verschwunden ist, ganz egal, wie wenig aktuelle Infektionen es in bestimmten Regionen im Moment (noch) gibt. Gerade das Reisen in andere Gegenden und Länder kann sehr leicht dazu führen, dass es vermehrt Neuinfektionen geben kann, vor allem, wenn man in der Urlaubstimmung die neu erlernten, aber immer noch ungewohnten, Verhaltensmaßnahmen vergisst. Es kann in Zukunft also ganz leicht auch in anderen Teilen Deutschlands wieder zu Neuinfektionen kommen, auch ohne besondere Bedingungen wie in Gütersloh und Umgebung. Es gibt offenbar leider immer noch zu viele Menschen, die das Signal der Lockerungen missverstehen. Enttäuschtes Smiley

Corona-Lockerungen in BW:
keine

Corona-Verschärfungen in BW:
– (1) Es ist untersagt, in Beherbergungsbetrieben, wie z. B. Hotels, Gasthöfen und Pensionen, Ferienwohnungen, auf Campingplätzen und Wohnmobilstellplätzen sowie in vergleichbaren Einrichtungen Personen zu beherbergen, die aus einem Land- oder Stadtkreis innerhalb der Bundesrepublik Deutschland anreisen oder darin ihren Wohnsitz haben, in dem in den letzten sieben Tagen vor der Anreise die Zahl der Neuinfektionen laut der Veröffentlichung des Robert-Koch-Instituts pro 100.000 Einwohner höher als 50 ist.

– (2) Absatz 1 gilt nicht für Personen, die über ein ärztliches Zeugnis in deutscher oder in englischer Sprache verfügen, welches bestätigt, dass keine Anhaltspunkte für das Vorliegen einer Infektion mit dem Coronavirus SARS-CoV-2 vorhanden sind und dieses der zuständigen Behörde auf Verlangen unverzüglich vorlegen. Das ärztliche Zeugnis nach Satz 1 muss sich auf eine molekularbiologische Testung auf das Vorliegen einer Infektion mit dem Coronavirus SARS-CoV-2 stützen, die in einem Mitgliedstaat der Europäischen Union oder einem sonstigen durch das Robert Koch-Institut veröffentlichten Staat durchgeführt und höchstens 48 Stunden vor Einreise in das Land Baden-Württemberg vorgenommen worden ist. Das ärztliche Zeugnis nach Satz 1 ist für mindestens 14 Tage nach Einreise aufzubewahren.

Quelle: Verordnung des Wirtschaftsministeriums und des Sozialministeriums zur Eindämmung von Übertragungen des Corona-Virus (SARS-CoV-2) durch Beherbergungsverbote

Persönliche Anmerkung:
Die Sorge bezüglich Einschleppung des Virus ist nachvollziehbar. Da die Inkubationszeit allerdings bis zu 14 Tagen beträgt, sagt ein negatives Testergebnis von vor 48 Stunden nicht besonders viel aus. Wirklich sicher wäre nur eine 14-tägige überwachte Quarantäne. Das würde aber bedeuten, dass vom Urlaub nichts oder nicht mehr viel übrig bleibt. Trauriges Smiley

Neuerungen bei uns:
keine

Und nein, wir essen nicht aus lauter Verzweiflung jetzt schon unsere Smartphones!!! Smiley mit geöffnetem Mund
 
ErdarbeitenErdarbeitenErdarbeitenErdarbeitenErdarbeitenErdarbeiten

UPDATE vom 3. Juli 2020:

Am 1. Juli ist die neue (überarbeitete) Corona-Verordnung für Baden-Württemberg in Kraft getreten, die allerdings nicht viele Änderungen bringt.

Corona-Lockerungen in BW:
– Ab dem 1. Juli darf man sich in Baden-Württemberg sowohl im privaten als auch im öffentlichen Raum mit insgesamt 20 Personen treffen. Bisher waren nur Treffen zwischen 10 Personen oder Angehörigen von zwei Haushalten erlaubt. Die neue Verordnung unterscheidet nicht mehr zwischen dem privaten und öffentlichen Raum.
– Ab dem 1. Juli sind Veranstaltungen mit bis zu 250 Personen möglich, wenn den Teilnehmenden für die gesamte Dauer der Veranstaltung feste Sitzplätze zugewiesen werden und die Veranstaltung einem im Vorhinein festgelegten Programm folgt. Also etwa Kulturveranstaltungen, Vereinstreffen oder Mitarbeiterversammlungen.
– Ab dem 1. Juli können nicht nur Feiern in angemieteten Räumen, sondern auch zu Hause mit bis zu 100 Personen stattfinden. Die Grenze von maximal 100 Teilnehmern gilt unabhängig vom Alter oder Verwandtschaftsgrad der Gäste. Beschäftigte des Veranstaltungsortes und sonstige Mitwirkende wie etwa DJ oder Fotograf zählen nicht zu den Teilnehmenden.
Eine private Veranstaltung im Sinne dieser Vorschrift ist ein zeitlich und örtlich begrenztes und geplantes Ereignis mit einer definierten Zielsetzung oder Absicht in der Verantwortung einer privaten Veranstalterin oder eines privaten Veranstalters, an dem eine Gruppe von Menschen gezielt teilnimmt.
Bei privaten Veranstaltungen mit nicht mehr als 100 Teilnehmern muss kein Hygienekonzept mehr eingehalten werden, das heißt, es werden keine Abstands- oder Desinfektionsregelungen etc. verpflichtend vorgeschrieben. Dies gilt zum Beispiel bei Geburtstagsfeiern, Hochzeitsfeiern oder Taufen.

– Auch bei Mannschaftssportarten wird gelockert: Fußballer, Handballer, Basketballer oder Volleyballer dürfen ab sofort ohne Abstandsregeln trainieren und spielen.

Corona-Verschärfungen in BW:
Die Verordnung des Wirtschaftsministeriums und des Sozialministeriums zur Eindämmung von Übertragungen des Corona-Virus (SARS-CoV-2) durch Beherbergungsverbote gilt noch bis zum 31. August 2020.

Neuerungen bei uns:
Uschi hat sich ein neues Smartphone gekauft, nicht nur, aber auch, um die Corona Warn-App installieren zu können, obwohl wir von ihr nicht oft Gebrauch machen können, zumindest solange wir hier bleiben. Auf einem Spaziergang entstanden dann die ersten Probefotos. Von der Qualität der Fotofunktion könnt ihr euch jetzt selbst überzeugen. Smiley

 
 
ErdarbeitenErdarbeitenErdarbeitenErdarbeitenErdarbeitenErdarbeitenErdarbeitenErdarbeiten

UPDATE vom 11. Juli 2020:

Am 1. Juli ist die neue (überarbeitete) Corona-Verordnung für Baden-Württemberg in Kraft getreten.

Corona-Lockerungen in BW:
keine

Corona-Verschärfungen in BW:
keine
Die Verordnung des Wirtschaftsministeriums und des Sozialministeriums zur Eindämmung von Übertragungen des Corona-Virus (SARS-CoV-2) durch Beherbergungsverbote gilt noch bis zum 31. August 2020.

Neuerungen bei uns:
keine
Uschi war mit ihrem eBike und dem neuen Smartphone unterwegs und hat weitere schöne Sommerfotos mitgebracht. Smiley

ErdarbeitenErdarbeitenErdarbeitenErdarbeitenErdarbeitenErdarbeitenErdarbeitenErdarbeitenErdarbeiten

written by Ingrid
photos taken with iPhone and Samsung Galaxy S20 (except drone photos)

P.S.: Wie immer könnt ihr die Fotos durch anklicken auf Originalgröße bringen (bessere Qualität) und den Fototext lesen, wenn ihr den Mauszeiger auf das Foto führt.

Stover Strand

 

Stover Strand Von Bad Zwischenahn aus fuhren wir auf direktem Weg zum Campingplatz „Stover Strand“ südöstlich von Hamburg. Dort waren wir im Winter 2018 schon einmal gewesen und es hatte uns gut gefallen. Unser jetziger Aufenthalt hatte aber noch einen weiteren Grund. Wir hatten vor ein paar Monaten eine Hurtigruten-Expeditionsreise gebucht, die in der zweiten Maiwoche stattfinden sollte und brauchten eine Unterstellmöglichkeit für Oscarlotta und Fix und Boxi. Normalerweise fängt die Tour, die der historischen Postschiffroute entlang der norwegischen Küste folgt, erst in Bergen an. Diese Reise sollte aber in Hamburg beginnen, mit einem ganz neu gebauten Expeditionsschiff mit Hybrid-Technologie und entsprechend deutlich reduziertem Kraftstoffverbrauch. Expedition bedeutet, es finden verschiedene wissenschaftliche Vorträge etc. neben den täglichen Landgängen statt, es geht also nicht nur darum, sich eine schöne Zeit an Bord eines Kreuzfahrtschiffes zu machen. Zwinkerndes Smiley

Die Reise würde terminlich in das Ende unseres Rügen-Aufenthaltes fallen, sodass wir unsere Mobile auch auf dem Campingplatz in Thiessow hätten stehenlassen können. Aber die Anreise von dort aus mit Bus und Bahn wäre um einiges zeit- und kostenaufwändiger geworden. Ich plädierte dafür, dass wir die Bedingungen am Stover Strand mal recherchieren sollten. Eine erste Nachfrage in der Rezeption ergab, dass man zwar einen separaten Abstellbereich habe, aber der dürfte nur von Dauercampern genutzt werden. Blöd! In dem Moment kam ein Mann durch den internen Eingang in die Rezeption, den ich als Chef identifizierte und ich wiederholte vernehmlich meine Frage, dass man uns dann wohl leider nicht helfen könne? Es funktionierte! Der Mann, der sich wirklich als Campingplatzchef bzw. Geschäftsführer herausstellte, hatte meine Frage nicht nur gehört, sondern fühlte sich auch angesprochen. Das Ergebnis unseres folgenden Gesprächs war, dass wir unsere Mobile entweder auf dem Abstellplatz deponieren könnten oder direkt im Wohnmobilbereich an der Elbe. Eine der Besonderheiten dieses Campingplatzes ist, dass von April bis Oktober ein großer naturbelassener Bereich direkt an der Elbe und rund um den kleinen Sportboothafen für 100 Wohnmobile freigegeben wird.

Stover Strand

Es werden mobile Stromsäulen errichtet sowie mobile Toiletten und eine Ent- und Versorgungsmöglichkeit. Die Elbe hat, zumindest bei Ebbe, wirklich Sandstrände, außerdem gibt es ein Restaurantschiff, Sportplätze, nostalgische Mietwohnwagen und und und. Es ist also jede Menge los und genau das war dann auch der Grund, warum wir uns gegen diesen Standort entschieden, auch wenn der Tagessonderpreis von €10, der uns eingeräumt wurde, ein Argument war. Aber wir wollten unsere Mobile nicht nur während unserer 15-tägigen Reise dort stehenlassen, sondern danach auch noch eine Weile dableiben (dann natürlich zum Normalpreis von €16,50, incl. zwei Personen). Und da wäre zwar der Blick auf die Elbe sicher schön gewesen, aber nicht der Abstand zu dem Nachbarmobil und das Geschrei vom direkt danebenliegenden Sportplatz. Der Abstellplatz kam gar nicht infrage, der war jetzt schon voll und viel zu klein für Oscarlotta. Wir beratschlagten und entschieden uns, lieber etwas mehr zu bezahlen. Stover Strand Die Plätze, auf denen wir aktuell standen, gefielen uns eigentlich gut und sie waren für den benötigten Zeitraum und eine Zeit darüber hinaus auch noch frei. Wir reservierten! Es gibt am Rande des Komfortplätzebereichs (50 Touristenplätze) drei ausgewiesene und geschotterte Wohnmobilplätze, nicht besonders breit, aber für einen Pauschalpreis von €15 für Einzelfahrer. Der restliche Platz besteht aus Sitz-/Vorzeltflächen aus Steinplatten und Erd-/Grasspuren für Wohnmobile oder Wohnwagen. Die waren zum damaligen Zeitpunkt alle mehr oder weniger verschlammt und kaputtgefahren oder standen mehr als knöcheltief unter Wasser. Von Komfortplätzen kann man, meiner Meinung nach, da eher nicht reden! Den Komfort macht aus, dass jeder Platz über Frisch- und Abwasseranschlüsse verfügt. Es war alles noch in der Um- und Neugestaltung und natürlich könnte es sein, dass die Schlammplätze noch geschottert werden oder man eine Drainage legt. Augen rollendes Smiley

Übersichtsplan Stover StrandÜbersichtsplan Stover Strand

Die Coronavirus-Informationen wurden inzwischen von Tag zu Tag umfangreicher sowie besorgniserregender und eine Bedrohung auch für Deutschland war absehbar. Wir waren nicht sehr zuversichtlich, dass unsere Reise stattfinden würde, obwohl Hurtigruten noch nichts gegenteiliges verkündete. Aber würden wir uns überhaupt sicher fühlen an Bord eines Schiffes, mit zwar „nur“ knapp 500 Passagieren und trotz der Vorkehrungen, die laut Hurtigruten getroffen werden würden? Man sollte vor Betreten des Schiffes einen simplen Fragebogen ausfüllen, wo man sich vorher aufgehalten hat und wie man sich fühlt. Das erschien uns schon zum damaligen Zeitpunkt nicht ausreichend und aus heutiger Sicht ist es fast schon lächerlich naiv. Der Fall mit dem Kreuzfahrtschiff „Diamond Princess“, das mit 2600 Passagieren, darunter ein paar Infizierte, über 14 Tage in Quarantäne im Hafen von Yokohama lag, war schon in der Presse. Bestimmt nicht lustig, wenn man seine Kabine nur für eine Stunde am Tag mal verlassen darf, um ein wenig frische Luft zu schnappen. Unsere gebuchte Kabine hatte immerhin einen Balkon, aber so etwas braucht man ja trotzdem nicht. Wir stellten uns auch vor, dass es durchaus passieren könne, dass einzelne Häfen auf der Postschiffroute einfach das Einlaufen unseres Schiffes nicht erlauben würden. Wie würde es sein, mit so vielen anderen Menschen, von denen man nicht wusste, ob sie bereits infiziert waren, Landausflüge zu machen und gemeinsam die Mahlzeiten einzunehmen? Uns wurde immer unwohler. Verwirrtes Smiley Wir überlegten, ob wir stornieren sollten, aber wir waren zeitlich schon so kurz vor der Reise, dass wir viel Geld verloren hätten. Dann ging die Nachricht durch die Presse, dass Norwegen seine Häfen komplett schließt! Am nächsten Tag erhielten wir eine Rundmail von Hurtigruten mit der Möglichkeit, kostenfrei zu stornieren oder einen Gutschein bis Ende 2021 über die bereits gezahlten Beträge zu akzeptieren, einlösbar auf alle Hurtigrutenangebote. Wir entschieden uns für den Gutschein. Ob das richtig war, ist jetzt, ein paar Wochen später und um etliche Erkenntnisse reicher, nicht mehr so sicher, aber das warten wir einfach mal ab. Darin werden wir ja sowieso alle bald Weltmeister sein! 

Als wir in die Rezeption gingen, um unsere Reservierungen zu ändern, hingen dort schon Plexiglasscheiben über der Theke. Erklärbar, verständlich, aber ich erinnere mich noch genau an das Gefühl von erstaunter Ungläubigkeit. Was passiert hier gerade??? Beim Einkauf im nahegelegenen Supermarkt zwei Tage später fühlten wir uns zum ersten Mal nicht mehr sicher. Ein absolut ungewohntes Gefühl, das nicht real begründbar schien. Außer, dass einige Regale wirklich schon leergeräumt waren, war noch alles wie immer. Die Kassiererin war nicht abgeschirmt, die Menschen in der Schlange hinter uns hielten so wenig Abstand wie immer und das war ja auch immer in Ordnung gewesen. Wir ahnten noch nicht, dass für eine Weile nichts mehr wie immer sein würde. Und wie lange diese Weile dauern würde, davon hatten wir zu dem Zeitpunkt nicht den leisesten Schimmer. Auch nicht davon, dass wir Rügen nicht erreichen würden und nicht, dass sich unsere Reservierung für Juni am Stover Strand mit hoher Wahrscheinlichkeit als überflüssig erweisen wird. Trauriges Smiley

Stover StrandStover StrandStover StrandStover StrandStover Strand

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P.S.: Wie immer könnt ihr die Fotos durch anklicken auf Originalgröße bringen (bessere Qualität) und den Fototext lesen, wenn ihr den Mauszeiger auf das Foto führt.

Freilichtmuseum Ammerländer Buurnhus

 

Nach unserem informativen Kirchenbesuch liefen wir durch den benachbarten Kurpark. Der erwies sich als gar nicht so klein, wie es zuerst schien. Sehr schöne alte Villen standen am Ufer des Zwischenahner Meeres, teilweise umgestaltet zu Restaurants und Hotels.

Bad ZwischenahnBad ZwischenahnBad ZwischenahnBad ZwischenahnBad Zwischenahn

Det Und diesen netten kleinen Gesellen fanden wir auch! Weil es noch kalt war, hatten mitleidige Spaziergänger ihn eingekleidet. Zwei Tage später war er schon wieder „nackt“. Es handelt sich um „Det“, eines der sechs Mainzelmännchen des ZDF und er soll an seinen Schöpfer, Wolf Gerlach, erinnern, der in Bad Zwischenahn lebte und dort im November 2012 auch verstarb.

Es gibt schöne Spazierwege, die in Kurparks übliche Wandelhalle, eine Schiffsanlegestelle für Ausflugsfahrten über das Meer und ein großes Café mit Aussenterrasse. Dafür war es noch zu kalt und wegen des Hochwassers war sie auch noch gesperrt. Das Lokal liegt nämlich in unmittelbarer Nähe zum Wasser. So hatten wir dann auch von innen eine schöne Aussicht und kamen in den Genuss eines dreifachen Regenbogens!!! Leider haben wir kein Foto gemacht! Auch nicht von den riesigen Tortenstücken, die hier serviert wurden. Laut lachen

Bad ZwischenahnBad Zwischenahn

Dass es auch ein Freilichtmuseum in Bad Zwischenahn geben sollte, hatten wir schon gelesen. Dass es aber im Kurpark untergebracht sein und keinen Eintritt kosten würde, hätten wir nicht vermutet. Man konnte die verschiedenen Gebäude zwar nur von außen anschauen (ob das im Sommer anders ist, wissen wir nicht), aber das genügte uns schon.

Freilichtmuseum Bad ZwischenahnFreilichtmuseum Bad ZwischenahnFreilichtmuseum Bad ZwischenahnFreilichtmuseum Bad ZwischenahnFreilichtmuseum Bad ZwischenahnFreilichtmuseum Bad ZwischenahnFreilichtmuseum Bad ZwischenahnFreilichtmuseum Bad ZwischenahnFreilichtmuseum Bad ZwischenahnFreilichtmuseum Bad ZwischenahnFreilichtmuseum Bad ZwischenahnFreilichtmuseum Bad ZwischenahnFreilichtmuseum Bad ZwischenahnFreilichtmuseum Bad ZwischenahnFreilichtmuseum Bad Zwischenahn

Freilichtmuseum Bad ZwischenahnSogar eine Windmühle gab es! Da die früheren Mühlen, die rund um das Zwischenahner Meer standen, im 2. Weltkrieg fast vollständig zerstört wurden, hat der Verein für Heimatpflege zwei Mühlen aus der weiteren Umgebung aufgekauft und daraus eine funktionsfähige Mühle zusammenbauen lassen.

 

 

 

 
Freilichtmuseum Bad ZwischenahnFreilichtmuseum Bad Zwischenahn932 Bad ZwischenahnFreilichtmuseum Bad ZwischenahnFreilichtmuseum Bad ZwischenahnFreilichtmuseum Bad Zwischenahn

In einem der größeren Gebäude gab es ein Restaurant und es war geöffnet. Sehr urig mit dicken Balken, offenem Kamin und eingerichtet, wie man sich eine mittelalterliche Schankstube vorstellt. Es handelte sich aber, wie wir erfuhren, um einen alten Kornspeicher. Plattdeutsch „Spieker“ und so ist auch der Name des Lokals. Wir aßen sehr leckeren Matjes- bzw. Bismarckhering Hausfrauenart mit sensationell guten Bratkartoffeln, eindeutig in einer gusseisernen Bratpfanne zubereitet. Die Kellner trugen alle Hosen, Hemden, Westen, Strümpfe und Schuhe, wie es in früheren Zeiten mal üblich war. Unsere Kleidung roch nach unserem Besuch sehr stark nach Rauch, aber das tat unserer Begeisterung keinen Abbruch.

SpiekerSpieker

Der Ortskern von Bad Zwischenahn ist nicht sehr groß, bietet aber alles, was man so braucht oder möchte. Auffallend war, dass vieles auf ältere Menschen ausgerichtet ist, sei es die angebotene Mode oder die Vielzahl an Sanitätshäusern. Ein Seniorenheim mitten in der Stadt gibt es auch und es machte, zumindest von außen, einen sehr guten Eindruck. Bad Zwischenahn mit dem Zwischenahner Meer, dem Kurpark, der Möglichkeit, Schiffsausflüge zu machen und der Vielzahl an Geschäften und Restaurants wäre bestimmt nicht die schlechteste Stadt, um im Alter dort zu leben. Für die nächsten Jahre aber lieber noch auf dem Wohnmobilstellplatz als im Seniorenheim!!! Smiley

Bad Zwischenahn

Coronamäßig gab es im Eingang des Heimes bereits einen Desinfizierungsspender und die Bitte, sich an der Rezeption anzumelden (ich hatte hineingeschaut, weil ein Friseursalon ausgewiesen war), aber sonst merkte man noch nichts von öffentlichen Maßnahmen. Ich fand zum Glück noch einen Friseur, der mich sofort behandelte. Man hatte noch kein Gefühl von Unsicherheit. Bei unserem zweiten Besuch in dem Café am Meer vermieden wir es allerdings schon, uns in den überfüllten Bereich mit Blick aufs Wasser zu setzen und verzogen uns in einen der Nebenräume. Dies sollte dann auch unser letzter Besuch eines öffentlichen Lokals auf unbestimmte Zeit sein, das wussten wir nur noch nicht! Enttäuschtes Smiley

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P.S.: Wie immer könnt ihr die Fotos durch anklicken auf Originalgröße bringen (bessere Qualität) und den Fototext lesen, wenn ihr den Mauszeiger auf das Foto führt.

Frohe Ostern?

 

Fragezeichen!

Gar „Fröhliche Ostern“??

GROSSES Fragezeichen!!

Dabei sieht rundherum ja alles danach aus, die Sonne scheint, es ist für Mitte April wunderbar warm, alles blüht, die Vögel zwitschern, die Bienen summen. Alles wie jedes Jahr eigentlich und fast könnte man vergessen, dass nichts ist wie jedes Jahr. Wir machen „das Beste daraus“, „mehr können wir ja nicht tun“ und „Hauptsache, gesund bleiben“. Meinen wir alle das auch so oder sind es nur hilflose Versuche, die Realität, die uns ALLE so unerwartet überfallen hat, nicht noch näher herankommen zu lassen? Mir gelingt es nicht, die Bilder aus dem Fernsehen an meinem Inneren abprallen zu lassen, die Zahlen zu ignorieren, mit denen wir jeden Tag konfrontiert werden, seien sie Infektions- oder Wirtschafts-Updates.

Wir gehören der Generation an, der es vermutlich am besten gegangen ist im Laufe der Menschheitsgeschichte und jetzt wird auch uns sehr deutlich gemacht, dass wir nicht so unverwundbar sind, wie wir geglaubt haben. Die jüngeren Leute kennen Krieg- und Krisenzeiten und die damit verbundenen Unsicherheiten und Ängste um Existenz und Leben ja nicht einmal mehr aus den Erzählungen ihrer Eltern und die Großeltern, die erzählen könnten, wollen oder können es nicht mehr. 

Wohlgemerkt, das alles gilt nicht für alle Menschen auf dieser Erde und das ist vielleicht die einzige Gerechtigkeit, dieses Virus unterscheidet nicht zwischen Nationalitäten und nicht zwischen arm und reich und auch nicht zwischen gut und böse. Eine größere Bewährungsprobe wird es für die Menschheit vielleicht nicht mehr geben als die, vor der wir jetzt gezwungenermaßen stehen.

Sehr berührt und beeindruckt hat mich die Rede unseres Bundespräsidenten gestern Abend und weil mit ihr alles gesagt wurde, was wichtig ist, beschränken Uschi und ich uns auf ein zaghaftes


Meer oder See?

 

Wir hatten noch einen ganzen Monat Zeit, bevor wir auf Rügen sein mussten/hätten sein müssen. Als nächstes Etappenziel hatte Uschi Bad Zwischenahn herausgesucht, dort waren wir noch nie. Der Stellplatz, direkt am Zwischenahner Meer gelegen, machte schon einmal einen sehr guten Eindruck und war am 1. März schon erstaunlich voll. Erstauntes Smiley

Bad ZwischenahnStellplatzplanBad Zwischenahn

Uschi war wieder als Erste da und reservierte den Nachbarplatz für Oscarlotta und mich. Ein nahezu idealer Platz, links und hinten Grünflächen, vorne der Fahrweg und rechts nur Fix und Boxi.

Bad ZwischenahnBad Zwischenahn

Der Stellplatz ist mit einer Schranke versehen, man muss zunächst am Kassenautomat sein Ticket lösen und bekommt dann eine Schrankenkarte. Es wird extra darauf hingewiesen, dass man vorher über den Platz gehen soll, um sicherzustellen, dass es noch eine freie Parzelle gibt. Im Sommer sicher sinnvoll, trotz der vorhandenen 50 Plätze! Auf der Homepage sieht man gut, wie der Platz angelegt ist und auch, dass er direkt neben einem Freibad liegt. Das könnte im Sommer evtl. eine nicht so schöne Geräuschkulisse sein. Aber jetzt war das Bad ja noch geschlossen! Im Übernachtungspreis von €9,40 + €2,30 Gästebeitrag/Person ist der Eintritt in das Bad inbegriffen. Außerhalb (und auch während) der Badesaison (April – September) kann man jeden Tag kostenfrei eine Stunde in das Wellenbad gehen, das ist allerdings 1,6km entfernt.

Auf die Schrankenkarte bucht man bei Bedarf auch Guthaben für Strom auf und hält die Karte dann für jeweils einen Euro Abbuchung (€0,60/kWh) an das Display der für seinen Platz zuständigen Stromsäule, natürlich, nachdem man seine Platznummer ausgewählt hat. Nichtverbrauchtes Guthaben sowie das Pfand für die Karte von €5 bekommt man bei Abreise wieder ausgezahlt. Allerdings muss man daran denken, dass man die Karte noch braucht, um die Schranke zum Verlassen des Platzes zu öffnen, erst danach kann bzw. sollte man zum Kassenautomaten gehen. Laut lachen

Das Zwischenahner Meer ist das drittgrößte Binnengewässer Niedersachsens. Ein See eigentlich und genauso wie im Niederländischen wird hier aus dem Begriff „See“ der Name „Meer“. Das sind noch Zeichen dafür, wie es früher eben auch in Norddeutschland war. Früher? Es heißt doch auch heute noch NordSEE und OstSEE! Und es gibt weitere Meere, das Steinhuder Meer etwa oder das Große Meer bei Emden.

Zwischenahner Meer

„Unser“ Meer war vom Stellplatz aus in wenigen Schritten erreichbar und eigentlich hatte Uschi vor, es einmal zu Fuß zu umrunden, sind ja nur 11 Kilometer! Es hatte allerdings ganz offensichtlich ein wenig zu viel geregnet in den letzten Wochen und die Uferbereiche waren überflutet.

Zwischenahner MeerZwischenahner MeerZwischenahner MeerZwischenahner MeerZwischenahner Meer

St.-Johannes-Kirche Wir gingen auf Erkundungstour in den Ort. Als erstes fiel uns eine sehr schöne alte Kirche auf mit einem großen freistehenden Glockenturm. Die Kirchentür stand auf und ein Plakat wies darauf hin, dass es um 15 Uhr eine Kirchenführung geben würde. Es war kurz nach 15 Uhr und wir wären fast nicht reingegangen. Aber ganz offensichtlich gab es keine Interessenten für eine Führung, die Kirche war leer. Bis auf den Pastor, der sich über unsere Begeisterung freute und dann mit uns doch noch eine kleine Führung machte. Auf die Art erfuhren wir, wie die wunderbaren, detailreichen Holzbemalungen der Emporen entstanden waren, die wir so noch nirgendwo anders gesehen haben. Die Emporen wurden ab 1662 eingebaut und ab 1745 durch den Lehrer Dierk Krüger aus Elmendorf bemalt. Die Bilder sind im Original erhalten und zeigen Szenen aus dem Alten und Neuen Testament. Zum Teil sind die Bibelstellen über den Bildern angegeben, darunter die Namen der Stifter, die auf der Empore ihren Kirchensitz hatten. Ich äußerte die Vermutung, dass dieser Lehrer offenbar nur wenige Schüler gehabt habe, wenn er so viel Zeit für Malerei hatte und wurde darüber belehrt, dass es früher üblich war, dass Schulunterricht nur im Winter stattfand, weil die Kinder im Sommer auf den Feldern, bei der Ernte etc. helfen mussten und der Lehrer entsprechend auch nur im Winter ein Gehalt bekam. Verlegenes Smiley

St.-Johannes-KircheSt.-Johannes-Kirche

Man konnte gut erkennen, dass seine malerischen Fähigkeiten von Tafel zu Tafel wuchsen!

St.-Johannes-KircheSt.-Johannes-KircheSt.-Johannes-KircheSt.-Johannes-KircheSt.-Johannes-KircheSt.-Johannes-KircheSt.-Johannes-KircheSt.-Johannes-Kirche

Eine wirklich sehr schöne alte Kirche, innen wie außen und direkt am Zwischenahner Meer und dem angrenzenden Kurpark gelegen.

St.-Johannes-KircheSt.-Johannes-KircheSt.-Johannes-KircheSt.-Johannes-Kirche

Fortsetzung folgt…

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Norddeich und die Heuler

 

Unser nächster Anlaufpunkt war Norddeich. Dort waren wir auch schon ein paar Jahre nicht mehr gewesen. Das letzte Mal in der Gegend waren wir 2015, als wir eine erste Erprobungsfahrt mit Fix und Boxi nach Dänemark machten und ich die Gelegenheit nutzte, um meine Ente von der Schwäbischen Alb nach Ostfriesland zu bringen. Seit wir Flitzi hatten, wurde sie immer weniger gefahren und jetzt steht sie dort oben in einer Halle. Ob ich sie jemals wieder fahren werde, steht jetzt mehr in den Sternen denn je! Enttäuschtes Smiley

Enti in Ostfriesland

Wir entschieden uns für den „Womopark Norddeich“ direkt hinter dem Deich, der seit dem 20. Februar wieder geöffnet hatte. Als wir das letzte Mal hier waren, hatten wir mit Freude die Wanderung der Deichschafe beobachtet. Die waren jetzt natürlich noch im „Winterlager“. Das Wetter war nicht besonders und so liefen wir die 3 Kilometer zu unserem Besuch der Seehunde nicht, sondern fuhren mit Fix und Boxi.

Norddeich

In Norddeich gibt es seit den 1970er-Jahren eine Aufzuchtstation für verwaiste Seehund- und Kegelrobbenbabies, um die damals schwindende Population zu stärken. Die sogenannten Heuler werden, je nach ihrem Alter, mit Fischbrei oder von Hand gereichten ganzen Fischen ernährt. Die ganz kleinen liegen unter Wärmelampen in Einzelbereichen mit einem kleinen Wasserbecken. Mit zunehmendem Wachstum durchwandern sie verschiedene Bereiche und dürfen zuletzt in einer größeren Gruppe zusammenleben. Zweimal am Tag gibt es eine öffentliche Fütterung, bei der ganze (aber nicht mehr lebende) Heringe im großen Schwung in die Becken geworfen werden, damit die Seehunde sie „jagen“ können. Das müssen sie nämlich können, wenn sie, nachdem sie ein bestimmtes Gewicht erreicht haben, wieder ausgewildert werden.

Wir waren zur Fütterung um 15 Uhr dort und hatten das Glück, dass eine der freiwilligen Helferinnen sehr professionell und anregend einen langen Vortrag hielt, während sie mit ihrem Futtereimer zwischen den Seehundbecken stand. Wenn sie zu lange mit dem Fischeverteilen wartete (ein Kollege war parallel aktiv) kamen einige Heuler aus dem Wasser und versuchten, sich einen Vorteil zu verschaffen. Aus der Hand gefüttert wurden aber nur zwei Dauerbewohner, erwachsene Seehunde, die aufgrund von Verletzungen nicht ausgewildert werden können.

Es ist immer wieder nett, dem fröhlichen Treiben dort zuzuschauen! Man kann überall herumlaufen, alle Bereiche sind durch große Glasfronten sichtbar und es gibt außerdem noch eine wirklich informative Ausstellung über das UNESCO-Weltnaturerbe Wattenmeer mit vielen interaktiven Stationen für Kinder. Einen Shop gibt es natürlich auch! Cooles Smiley In einem der Becken kann man durch eine große Panoramascheibe sogar das Treiben unter Wasser beobachten. Und, nicht unwichtig, man kann Fördermitglied werden im seit Juli 1978 gegründeten „Verein zur Erforschung und Erhaltung des Seehundes e. V.“. Als Dank hat man freien Eintritt in die Aufzuchtstation sowie in das benachbarte „Waloseum“ und bekommt jedes Jahr einen Kalender mit niedlichen Seehundfotos sowie regelmäßige Infomails. Smiley

Norddeich

Gleichzeitig mit uns besuchte eine Schülergruppe die Aufzuchtstation, sodass es ziemlich voll war. Corona war gerade ein, wenn auch noch sehr diffuses, Thema geworden und wir hielten uns schon ein wenig fern von den Menschenmengen. So gibt es auch keine Fotos, zumal das Fotografieren durch Glasscheiben sowieso schwierig ist. Die finden sich aber auf der Homepage (link oben).

Wir besuchten noch Freunde, die in der Nähe wohnen und Enti betreuen, bevor wir weiterfuhren. Und wir gingen im dem Stellplatz angeschlossenen Hotel/Restaurant essen, nicht ahnend, dass das eines der letzten auswärtigen Essen für lange Zeit sein würde.

NorddeichNorddeich

written by Ingrid
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Bei den Zwillingsmühlen

 

Vorab: Ich bin am Sonntagnachmittag nach insgesamt 862km gut in Lauterburg angekommen. Die Fahrt bei Sonnenschein und überwiegend leeren Autobahnen war von zwiespältigen Gefühlen begleitet. Für wie lange würde das die letzte Fahrt mit Oscarlotta sein? Im Prinzip kann man ja erst gefahrlos wieder unterwegs sein, wenn man sich infiziert, die Erkrankung überstanden hat und damit für eine gewisse Zeit (die Virologen sprechen von ca. einem Jahr) immun geworden ist. Und wenn dann die touristischen Einrichtungen noch nicht wieder geöffnet sind, muss man gezwungenermaßen zum Freisteher werden. Mag sein, dass das jetzt eher „Luxusprobleme“ sind und in Anbetracht der Situation speziell in Italien, Frankreich, Spanien und jetzt auch USA sind sie das sicher, aber ich bin nun einmal nicht mehr die Jüngste und die Zeitspanne, in der ich noch so weiterleben kann wie bisher, schmilzt wie Schnee an der Sonne. Enttäuschtes Smiley

Oscarlotta am HirtenteichFix und Boxi und Flitzi am Hirtenteich

Hier bei uns auf dem Campingplatz ist bisher noch niemand erkrankt, aber ob das nun gut oder schlecht ist, weiß man auch nicht mit Gewissheit. Solange man nicht ins Krankenhaus muss, ist es wohl egal. Falls doch, wäre es vermutlich gut, wenn das ganz am Anfang oder ganz zum Schluss passiert. Aber darauf können wir nur so gut es geht Einfluss nehmen, sprich so viel wie möglich zu Hause bleiben, die Kontaktregeln befolgen und alle denkbaren Vorsichtsmaßnahmen beim Einkaufen etc. beachten. 

So, um mich und vielleicht auch euch auf andere Gedanken zu bringen, werde ich die noch fehlenden Stationen unserer letzten – hoffentlich nicht letzten – Reise nachtragen. Smiley

Nach dem Besuch bei meinen Freunden in Nordhorn wollten wir auf dem schnellsten Weg wieder ans Meer. Also ging es „geradeaus nach oben“, um den Dollart und Emden herum und direkt nach Greetsiel. Dort waren wir tatsächlich vorher noch nie! Zumindest nicht richtig, denn vor vielen Jahren haben wir dort mal besuchsweise vorbeigeschaut. Wir erkannten den Hafen, können uns aber beide nicht erinnern, mit welchem Fahrzeug wir von wo aus dort waren und wo wir geparkt haben. Vielleicht war es auch auf der Durchfahrt von irgendwo nach irgendwo. Den Stellplatz gab es jedenfalls damals noch nicht.

GreetsielGreetsielGreetsiel

Der liegt direkt bei den Zwillingsmühlen, nicht weit vom Ortskern entfernt und war am Wochenende auch schon wieder halb voll und das Ende Februar!

Greetsiel Ich hatte gar keine großen Erwartungen an das Städtchen und war umso erfreuter über die Vielzahl an netten Geschäften. Auffallend in Greetsiel ist, dass nicht nur die üblichen touristischen Souvenirartikel angeboten werden, sondern ausgefallene künstlerische oder kunsthandwerkliche Produkte. Dazu kommen der wirklich sehenswerte Hafen und die schönen Häuser. Wir hatten das Glück, dass die Fischerboote wegen der schweren Stürme der letzten Tage nicht auslaufen konnten und der Hafen somit voll war. Die Boote sind, neben den Zwillingsmühlen, das Wahrzeichen von Greetsiel und so ist es üblich, dass ständig mindestens ein Boot im Hafen zurückbleibt, damit die Touristen Selfies mit Fischerboot machen können. Wir hatten jetzt die vollständige Flotte zur Verfügung, hätten also viele Selfies machen können, wenn wir gewollt hätten! Zwinkerndes Smiley

GreetsielGreetsielGreetsielGreetsielGreetsielGreetsielGreetsielGreetsielGreetsielGreetsielGreetsielGreetsiel

Leider wurde das Wetter dann so schlecht, dass draußen zu sein nicht mehr wirklich angenehm war. Wir blieben trotzdem ein paar Tage. In einer der beiden Mühlen gibt es ein nettes Café mit sensationell leckerem Kuchen und direkt gegenüber einen Laden mit interessantem Angebot. Laut lachen

Greetsiel

In der Mühle, die dem Stellplatz fast gegenüberliegt, ist ebenfalls ein Lokal, das hatte aber nur am Wochenende geöffnet und war da total überfüllt. Es gibt noch einen kleinen Laden, wo man auch Frühstücksbrötchen bestellen kann. Der Stellplatz bietet, außer Sanitäranlagen, alles, was das Camperherz begehrt. Man bezahlt an einem Geldautomaten (keine Kartenzahlung), pro Nacht oder mehrere Tage (oder sogar Wochen) im Voraus. €12/Nacht incl. Kurtaxe für 2 Personen. Für €1 bekommt man offiziell 8 Stunden Strom mit einer Absicherung bis max. 1500 Watt. In der Realität lief der Strom 10 Stunden und ich konnte problemlos meine Heizung auf der 2000 Watt-Stufe laufen lassen. Eine Ent- und Versorgungsanlage ist bei der Zufahrt zum vorgelagerten PKW-Parkplatz, auf dem offenbar auch Wohnmobile gestattet sind, für einen Tagespreis von €8. Eine weitere Sani-Station ist bei der benachbarten Tankstelle, dort kann man auch LPG tanken und Camping-Gasflaschen tauschen. Frischwasser, auch in Kleinmengen, gibt es gegen die übliche Gebühr auch auf dem Stellplatz neben dem Kassenhäuschen. Insgesamt ein gut gestalteter Platz mit den gängigen Abmessungen der einzelnen Parzellen. Dort, wo wir standen, gibt es rechts und links zwei große Freiflächen, die im Moment noch total verschlammt waren. Dort werden im Sommer sicher die Picknicktische aufgestellt, die jetzt außerhalb gelagert waren.

Greetsiel 

Ich hatte mich genau umgeschaut, um einige möglichst ideale Plätze für Oscarlotta und mich zu finden, falls ich im Sommer noch einmal hierherkommen würde. Tja, das wird jetzt dann ja wohl eher nichts! Trauriges Smiley

Passt auf euch auf!!!

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Gestrandet in Stralsund

 

So gerne habe ich noch nie auf einen Werkstatttermin gewartet!!!  

Anlässlich der gegenwärtigen globalen Ausnahmesituation unterbreche ich die laufende Berichterstattung unserer Überwinterung und erzähle, was es aktuelles gibt. Wir waren inzwischen in der Nähe von Hamburg gelandet und beeilten uns, weiter Richtung Osten zu kommen. Für den 1. April hatten wir auf Rügen wieder reserviert, leider sollte sich das dann aber als übler Aprilscherz entpuppen! Erstauntes Smiley Es war ja eine Weile nicht klar, was noch alles passieren und zu welchen Einschränkungen es kommen würde, man konnte nur spekulieren. Aber dann überholten sich die Erlasse, Verbote, Meldungen in nie dagewesenem Tempo. Vom einen auf den anderen Tag wurde bekanntgegeben, dass alle Camping- und Stellplätze auf Beschluss der Landesregierung Mecklenburg-Vorpommerns geschlossen würden. Am Mittwoch musste man den Stellplatz in Wismar, wo wir seit Sonntag waren, bis 12 Uhr verlassen haben. Alle Touristen wurden von offizieller Seite aufgefordert, das Bundesland zu verlassen und nach Hause zu fahren! Uschi folgte der Aufforderung, ich nicht. Mein Zuhause ist dort, wo ich Oscarlotta geparkt habe, Uschi ist seit dem Tod ihres Vaters in Essingen gemeldet und darf sich auf dem Campingplatz aufhalten. Ich nicht, ich habe nur den Status eines Dauercampers. Das war der Infostand zu dem Zeitpunkt. Alle „Fulltimer“, die wie ich keine Wohnung mehr haben und dauerhaft in ihrem Wohnmobil leben, fallen jetzt durchs Raster. Uns gibt es nämlich offiziell nicht! Natürlich habe ich eine Meldeadresse, aber es wäre nicht sinnvoll, mich dorthin zu begeben, aus mehreren Gründen. Außerdem würde ich ja weiterhin in Oscarlotta leben, das ist ja auch wünschenswert, weil ich da weder mich noch andere infizieren kann. Selbstgewählte Quarantäne sozusagen. Warum, um alles in der Welt, sollte ich jetzt einmal quer durch Deutschland fahren, nur um in dem Bundesland zu sein, das Oscarlottas Kennzeichen entspricht!?!? Verwirrtes Smiley

Ich hatte eindeutig ein Problem und ich wusste nicht, wie ich es lösen konnte! Verwirrtes Smiley

Seit letztem August funktionierte, trotz Reparaturversuch auf der Fahrt nach Rügen, meine Fahrerhaus-Klimaanlage ja nicht mehr. Das wollte ich jetzt in Erwartung eines neuerlich heißen Sommers in Ordnung bringen lassen und hatte schon einen Termin für den 2. April in der IVECO-Werkstatt in Stralsund vereinbart, in der ich im November HU/AU und den Tausch der Aufbaubatterien hatte erledigen lassen. Ich hatte „hier“ über den Reparaturversuch berichtet. Als klar wurde, dass der Rügenaufenthalt nicht stattfinden würde, verlegte ich den Termin nach vorne auf nächsten Montag. Da ging ich noch davon aus, dass ich bis zum Sonntag in Wismar sein würde. Wie jetzt die Zeit bis Montag überbrücken??? Ich rief bei der Werkstatt an und sagte, dass ich den Termin canceln müsse, außer sie könnten mich schon am Donnerstag „behandeln“ und ich könnte die Nacht auf dem Firmengelände verbringen. Kein Problem, war die Antwort, ich solle kommen und dann könne man sofort schon einmal nachschauen, was gemacht werden müsse. Um kurz vor ein Uhr war ich dort! Keine Viertelstunde später war Oscarlotta in der Werkstatt, ich durfte in ihr bleiben. Die Diagnose ergab, dass der Kompressor undicht ist und somit ausgetauscht werden muss. Der Meister bemühte sich, ein Modell vom freien Markt zu bestellen, Preisunterschied zu einem original IVECO Kompressor schlappe 700 Euro! Diese Preisgestaltung ist unmoralisch, finde ich! Der Kompressor sollte am nächsten Vormittag per Expresslieferung vor Ort sein. Ich bekam einen Firmenkaffee und einen Stellplatz für die Nacht und war erst einmal zufrieden. Smiley

Der Kompressor kam am nächsten Tag nicht! Ich hatte keinen Landstrom = keinen Kaffee, aber dank Sonnenschein genug Solarertrag und dank der netten Firmenmitarbeiter gab es dann auch Kaffee. Meine angebotene Bezahlung für einen doppelten Cappuccino wurde abgelehnt! Ich hatte absolut kein Problem damit, die nächste Nacht auch noch dort zu verbringen! Und in mir reifte eine Idee! Die wollte ich am nächsten Tag versuchen in die Tat umzusetzen. Ich schärfte schon einmal meine Steinbockhörner, denn die würde ich brauchen!!! Zwinkerndes Smiley

Um meine innere Unruhe in Schach zu halten, schrieb ich eine eMail an den BVCD (Bundesverband der Campingwirtschaft in Deutschland). Von dessen Existenz wusste ich bisher nichts, bekam die Info von einer um mich besorgten Freundin.

Ich schrieb:

Hallo und guten Tag!
Ich befinde mich in einer Notsituation, verursacht durch die Corona-Problematik, sehe keine Lösungsmöglichkeit und hoffe sehr, dass Sie mir weiterhelfen können!
Eine Freundin, die in Niedersachsen lebt, hat mich auf Ihre Organisation aufmerksam gemacht und ich habe bereits in Ihren diversen Publikationen nach hilfreichen Tipps gesucht, leider ohne Erfolg. Sie beschäftigen sich offensichtlich mit den Wünschen von Dauercampern, die auf ihren Campingplatz möchten. Aber offenbar beschäftigt sich bisher niemand mit den Menschen, die wie ich dauerhaft in ihren Wohnmobilen leben und KEINEN ANDEREN WOHNSITZ haben! Wo sollen wir hin??? Ja, ich habe eine Meldeadresse. Die ist bei meinem Bruder in NRW. Mein Bruder fällt mit seinen 80 Jahren und einer Krebserkrankung unter die Risikogruppe, ich sollte also den Kontakt zu ihm vermeiden. Ich bin 70 Jahre alt (also auch schon Risikogruppe), lebe und reise allein und befinde mich z. Z. im äußersten Osten Deutschlands, weil ich für April/Mai einen Aufenthalt auf Rügen geplant und gebucht (Campingplatz) hatte. Die Landesregierung Mecklenburg-Vorpommerns hat alle Touristen aufgefordert, nach Hause zu fahren. Mein Zuhause ist aber dort, wo ich mein Wohnmobil parke! Soll ich jetzt allen Ernstes 629km zu meiner Meldeadresse fahren, am Stück, damit ich nicht zwischen LKWs auf einer Autobahnraststätte übernachten muss? Und soll ich wirklich aus einer noch nicht so befallenen Region in das Bundesland wechseln, in dem es die meisten Infizierten gibt? Ich verlasse mein Wohnmobil derzeit nur, um einkaufen zu gehen. Ich möchte einfach nur die Möglichkeit haben, SICHER irgendwo stehen zu können, nicht auf einem Waldparkplatz und ganz sicher nicht auf einem Autobahnrastplatz. Mein Bruder hat auch kein Haus mit Grundstück, wo ich stehen könnte, es wäre also auch deswegen sinnlos, zu ihm zu fahren. Wo also, ich stelle diese Frage eindringlich noch einmal, WO SOLL ICH HIN??? Ich hätte gerne die Möglichkeit, Landstrom anzuschließen, das geht nur auf Stell- oder Campingplätzen. Ich muss alle paar Tage meine Toilettenkassette entleeren. Soll ich das auf dem nächsten Feld tun? Ich brauche Frischwasser und muss das Abwasser ablassen. Wo??? Soll ich es auf die Straße laufen lassen? Mein Wasserbedarf ist im Moment erhöht, da ich in meinem Mobil duschen muss. Soll ich alle Stellplätze der Umgebung abfahren in der Hoffnung, dass die VE-Anlage AUSSERHALB des geschlossenen Stellplatzes ist?

Es gibt eine ganze Reihe von Menschen, die so leben wie ich und das ist nicht gesetzeswidrig, sondern eine freiwillige Entscheidung. Wir schaden niemandem mit unserer Lebensweise, aber wir scheinen eine offiziell nicht vorhandene „Randgruppe“ oder „Untergrundgruppe“ zu sein. Freunde von mir ziehen jetzt von Supermarktparkplatz zu Tankstelle zu Schwimmbadparkplatz und wieder zurück. Aber das sind gestandene Männer und haben das auch früher ab und zu so gemacht. Ich möchte als Frau und vor allem als Frau, die alleine unterwegs ist, so nicht leben!!! Aber auch die Männer haben das Problem mit der Ent- und Versorgung ihrer Mobile! Einer von ihnen ist offiziell und mit Personalausweiseintrag ohne festen Wohnsitz, soll er sich mit seinem Mobil in Luft auflösen?
Soweit ich gehört habe, gibt es sogar für Obdachlose Lösungen. Wo bleiben welche für uns, die dauerhaft in ihren Wohnmobilen leben???
Mit freundlichen, aber leicht verzweifelten und sehr rat- und hilflosen Grüßen und in der Hoffnung auf eine baldige und hilfreiche Antwort,
Ingrid Heidemann

Eine Antwort kam erfreulicherweise postwendend, sie enthielt aber lediglich den Rat, ich solle mich an die hiesige Kommune wenden.

Das tat ich am nächsten Tag, also gestern. Aber erst musste ich noch warten, bis mein Kompressor getauscht würde. Auf 10 Uhr sollte ich mich bereit halten, um 11 Uhr konnte ich Oscarlotta in die Werkstatt fahren

und um 14 Uhr war endlich alles erledigt. Drei Stunden? Ja, der Kompressor kühlte nach dem Einbau nicht! Keine Ahnung, ob man das so nennen kann, in dieser Materie kenne ich mich nicht aus. Irgendwann kam dann doch kalte Luft aus den Ausströmern und der nette junge Mechaniker versuchte mir auf meine Fragen zu antworten, ohne zu viel zu sagen. Das musste er dann letztendlich doch und es ergab sich, dass er den Fehler gemacht hatte, am Tag zuvor schon die defekte Sicherung auszutauschen. Die paar Meter aus der Werkstatthalle raus und wieder auf meinen Übernachtungsplatz fahren hatte dann schon ausgereicht, sie wieder zu töten. Und darauf musste er erst kommen! Cooles Smiley

Ich saß zum Bezahlen in einem der Büros und es ergab sich ein Gespräch mit der Bürokraft über mein aktuelles Problem und was ich jetzt machen könne/wolle/sollte. Sie war sehr interessiert und bemüht und rief eigenständig bei einem Stellplatz in der Nähe an. Geschlossen, war die Antwort, mit der ich gerechnet hatte. Sie nannte mir zwei weitere Stellplätze in der näheren Umgebung, die Bestandteil eines Großparkplatzes sind. Dort könnte man nicht absperren und wenn die Polizei vorbeikommen würde, solle ich doch einfach sagen, dass ich Fieber habe und mich selbst in Quarantäne geschickt hätte. Ich sagte ihr, dass ich jetzt sowieso bei der Hauptwache der Polizei vorbeifahren wolle. Die sei in der Altstadt, da käme ich mit dem Wohnmobil nicht hin, aber man könne doch sicher einfach mal anrufen. Gesagt, getan und schon hatte ich einen Polizeioberüberhauptwachtmeister an der Strippe, der mit meinem Problem und der Bitte um Hilfe absolut eindeutig überfordert war! Ja, da könne er mir auch nicht weiterhelfen. Immerhin fiel ihm ein, dass es ein Bürgertelefon zu Fragen bezüglich der Corona-Krise gebe und die Telefonnummer gab er mir. Dort ging tatsächlich sofort jemand dran und die Frau, mit der ich sprach, war erkennbar sehr kompetent. Sie nannte mir den Paragraph 4 von welcher Verordnung auch immer und der würde besagen, dass sich in Mecklenburg-Vorpommern nur noch Menschen aufhalten dürften, die dort gemeldet sind. Und das schon seit dem Tag zuvor. Ich müsse unverzüglich abreisen, die Polizei würde kontrollieren und Bußgelder verhängen! Hervorragend!!! Sarkastisches Smiley

Ich fuhr zur Tankstelle am Stellplatz an der Rügenbrücke, wo wir im November noch gestanden hatten, um LPG zu tanken. Der Stellplatz wird von der Wohnmobilbedarfs- und Reparaturwerkstatt Dahnke betrieben. Dort hatte ich auch nachfragen wollen, aber das konnte ich mir jetzt sparen. Es war auch keiner mehr dort am Freitagnachmittag um 16 Uhr. Vermutlich haben sie den Betrieb geschlossen, den Laden sowieso und wer sollte denn jetzt noch sein Wohnmobil dort reparieren lassen?

Ich nahm mir einen großen Kaffee mit und stellte mich auf den benachbarten Parkplatz, der ausdrücklich für Wohnmobile zugelassen ist, um ein Telefonat zu führen und mir ein Brot zu schmieren für die Fahrt. Es dauerte keine fünf Minuten, bis eine Frau auf dem Rad vorbeikam, mein Kennzeichen anschaute und drehte. Ich öffnete das Fenster. Sehr aufgebracht erklärte sie mir, dass ich gar nicht mehr hier sein dürfe, dass ich SOFORT fahren müsse und wenn ich das nicht tue, dann holt sie die Polizei und zeigt mich an. Meine Frage, ob sie von der Stadtverwaltung sei, verneinte sie, wiederholte aber ihre Drohungen. Ich versicherte ihr, dass ich fahren würde. Das tat ich dann auch, mit einem beschissenen Gefühl. Nicht wegen der Frau, sondern weil es mir verwehrt wird, direkt am „Eingang“ von Rügen darauf zu warten, dass der Zugang wieder erlaubt wird. Ja, ich weiß, dass das dauern kann, aber ich hätte es erst einmal versucht auszusitzen. Ist es gerade nicht egal, wo man ist? Vermutlich bekommen wir in Deutschland auch noch eine Ausgangssperre, die Entscheidung darüber soll heute fallen, je nachdem wie viele Menschen sich immer noch an die Empfehlungen, Abstand zueinander zu halten und keine Zusammenkünfte abzuhalten, NICHT halten. Und das scheinen ja einige zu sein, die sich bei den schönen Vorfrühlingstagen wie immer in den Parks zusammenfinden oder den letzten Tag der Skisaison ausgiebigst nutzten. Dummheit? Ignoranz? Egoismus? Wahrscheinlich alles zusammen oder eine ungute Mischung. Das ist die eine Gruppe der Bevölkerung. Neben mir (ich stehe auf einem Autohof an der Autobahn bei Neuruppin) steht so jemand. In der Erwartung, dass es sich auch um einen Fulltimer handelt, ging ich mal rüber, vielleicht hatte er ja eine zündende Idee. Auf meine Frage, ob er auch in seinem Wohnmobil lebe, kam die fast schon entrüstete oder entsetzte Antwort: „Nein, natürlich nicht!“ Wieso natürlich? Also ist mein Lebensstil offenbar unnatürlich!? Natürlich ist, in einem Steinhaus zu leben, vielleicht darf es auch noch ein Holzhaus sein. Aber im Wohnmobil? Das ist doch nicht normal, nicht nur nicht natürlich. Sie hätten Freunde besucht und würden jetzt wieder nach Hause fahren!!! Erstauntes Smiley

Die zweite Gruppe der Bevölkerung ist die, die in Panik verfällt, Hamsterkäufe tätigt, sich um Klopapier prügelt und die Angestellten der Supermärkte beschimpft, wenn keins mehr da ist. Klopapier sollte zum Wort des Jahres 2020 werden!

Die dritte Gruppe verhält sich vorbildlich und solidarisch und fügt sich in unser aller Schicksal, ungeachtet aller persönlichen Schwierigkeiten. Dass das, was wir auf der gesamten Welt gerade in dieser globalen Ausbreitung zum ersten Mal erleben, weder lustig noch leichtzunehmen, sondern durchaus bedrohlich und angstmachend ist, ist keine Frage!

Ich beschloss, jetzt hier stehenzubleiben, nach vielem hin und her überlegen. Hier gibt es alles, was ich brauche, außer Landstrom, so zumindest der Jetztstand, vielleicht lässt sich da ja auch noch etwas machen. Es gibt ein Bistro, das bis 18 Uhr geöffnet ist und eine Schnelltheke für belegte Brötchen und Kaffee. Wenn mein Kühlschrank in ein paar Tagen leergegessen ist, werde ich zumindest nicht verhungern. Smiley mit geöffnetem Mund Es gibt eine LPG-Zapfsäule in 50m Entfernung, ich werde also nicht frieren. Es gibt einen Wasserhahn draußen am Haus, wo die Fernfahrer ihre Wasserkanister auffüllen können, also ich vermutlich auch. Es gibt Duschmöglichkeiten und wenn getrennt nach Geschlechtern, werde ich eine für mich allein haben! Meinen Toilettenkassetteninhalt und mein Abwasser werde ich bestimmt auch los, wenn nicht in einer Entsorgungsstation (weiß noch nicht, ob es die gibt), dann im nächsten Gulli oder einer Toilette. Es gibt Abfallbehälter und es gibt sogar freies WLAN! Und eine Aussicht ins Grüne habe ich auch. Das sind doch fast schon paradiesische Zustände, oder??? Wenn ich krank werden sollte (was ich nicht hoffe), kann man mich hier abholen. Falls Taxifahrer noch arbeiten, könnte ich mich hier auch abholen und zu einem Supermarkt fahren lassen. Aber vielleicht ernähre ich mich die nächste Zeit auch nur von belegten Brötchen? Ich muss mal nachsehen, was es sonst noch so im Angebot hat…

Und wenn die Polizei vorbeikommen sollte, werde ich die gleiche Diskussion führen und den Beamten fragen, ob er mich lieber neben sein Haus stellen möchte und ob ich meine Toilettenkassette dann bei ihm entleeren darf. Erzürnt Mal schauen, was passiert…

Als ich Uschi meinen Plan mitteilte, erfuhr ich, dass es jetzt für „Härtefälle“ wie mich von der Gemeinde Essingen oder wem auch immer eine Ausnahmegenehmigung gibt und ich doch auf den Campingplatz darf. Ich weiß nicht, ob ich mich darüber freuen soll?! Damit ist zwar mein aktuelles Problem gelöst, nach dem Motto „Glück gehabt“, aber alle anderen armen Fulltimer-„Schweine“ sind weiter da draußen auf sich gestellt. Vielleicht organisieren sie sich selbst, zumindest die, die bei Facebook sind. Dort gibt es eine Gruppe „Leben im Wohnmobil“ und die ruft dazu auf, dass jeder, der die Möglichkeit hat, einen privaten Stellplatz neben seinem Haus oder in der Garagenauffahrt zur Verfügung zu stellen, sich bitte melden soll.
Ich fahre dann mal los, sind ja nur noch 610 Kilometer!
Enttäuschtes Smiley

Passt alle gut auf euch auf!!! Ich hoffe, wir überstehen diese Krise möglichst unbeschadet und gehen gestärkt aus ihr hervor. Viel mehr als hoffen können wir ja alle nicht.

written by Ingrid
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Overijsselsche Vecht – Vechte – Vechtesee – Nordhorn

 

Provinzen NiederlandeVon den 13 Provinzen der Niederlande hatten wir nun den nördlichen Teil bis auf die Provinz Drenthe und die Watteninseln bereist, nicht ausführlich, sondern eher nur reingeschnuppert. Aber nach so vielen Jahren Abwesenheit war es mal wieder sehr schön dort und hat, auf jeden Fall bei mir, die Lust auf mehr wiedererweckt. Kuss senden

unsere Stationen in den Niederlanden

Von Hasselt waren es nur noch knapp 80 Kilometer bis nach Nordhorn, auf der Landstraße. Hätten wir die OverijsselscheVecht/Vechte per Boot nehmen müssen, wären es weitaus mehr gewesen, denn sie verläuft, wie oft bei freifließenden Gewässern, sehr kurvenreich und in einem großen Bogen.

Vechtesee Der Wohnmobilstellplatz in Nordhorn liegt fast unmittelbar am Vechte-See, der seit 1974 zum Schutz vor Überschwemmungen besteht und von der Vechte durchflossen wird. Die schöne Lage und die Nähe zu den Niederlanden bewirkt, dass der Platz schon von Anfang an gut frequentiert wurde. Wir kennen ihn schon aus der Zeit, als er noch kostenfrei war und im Sommer von niederländischen Mobilisten wochenlang urlaubsmäßig genutzt wurde. Seit ein paar Jahren kostet eine Übernachtung sehr preisgünstige 5 Euro, bezahlbar nur mit Münzen an einem Parkscheinautomat. Strom gibt es für €1/5 Stunden. Eine VE-Station ist vorhanden, allerdings ohne die Möglichkeit, eine Kleinmenge Kaffee- oder Teewasser zu entnehmen. Den Müll wird man auch los, aber es gibt leider keine Mülltrennung. Die stark befahrene Straße, die den Stellplatz vom See trennt, ist vor allem in den ersten Reihen hörbar, man gewöhnt sich aber daran. Angenehm ist, wie ich finde, dass die Plätze in sechs langen Reihen angelegt sind, jeweils getrennt durch einen kleinen (Wasser-) Graben. Die Nachbarn sind also auf der anderen Seite des Grabens, der durch Holzzäune gesichert ist und somit ausreichend weit entfernt. Zwinkerndes Smiley

Nordhorn

In den Reihen steht man logischerweise hintereinander, ob vorwärts oder rückwärts kann jeder selbst entscheiden, je nachdem, wo man seine Ausstiegstür haben möchte, zur Fahrstraße oder zum Graben. Mit dem notwendigen Abstand zum Rangieren passen auf jeden Abschnitt (drei pro Reihe) drei bis vier Mobile, je nach Länge. Im letzten Jahr wurde die zweite Hälfte des gesamten Platzes ebenfalls mit Rasengittersteinen versehen. Davor stand man bei schlechtem Wetter schon mal im Matsch und tiefe Fahrspuren zeugten davon, dass einige Mobile Schwierigkeiten gehabt hatten, ihren Platz wieder zu verlassen. Wenn diese Spuren dann austrocknen, wird das Befahren der Stellflächen nicht einfacher. Das ist jetzt sehr viel besser! Und die Anzahl der Stromsäulen/Steckdosen wurde auch erfreulich großzügig erhöht. Das war früher ein Problem und jeder, der eine Steckdose ergattert hatte, gab sie nicht wieder frei, ob nun Strom floss oder nicht. Da der Andrang vor allem im Sommer ungebrochen groß ist, überlegt die Stadtverwaltung, auf der anderen Straßenseite eine Erweiterung anzulegen. Der Ehemann der zweiten Bürgermeisterin klopfte eines Vormittags bei Uschi, übergab ihr ein paar Broschüren und fragte, ob sie das erste Mal da sei, ob sie zufrieden sei und ob sie Kritik oder Verbesserungsvorschläge habe. Nachdem wir jetzt ja eine Weile unterwegs sind, müssen wir sagen, dass dieser Stellplatz in Nordhorn wirklich sehr preiswert ist, vor allem für seine Lage und Ausstattung und es ist zu befürchten, dass spätestens nach der Erweiterung der Preis ansteigen wird. Trauriges Smiley Bleiben darf man übrigens offiziell nur drei Nächte. Ob das im Sommer kontrolliert wird, wissen wir nicht. In der Nebensaison interessiert es jedenfalls niemanden. (folgende Fotos von April 2018)

Nordhorn 2018Nordhorn 2018Hotel und Pier 99

Am See gibt es ein Hotel und ein sehr schönes Café/Bistro/Restaurant, das Pier 99 (Foto oben). Am Wochenende sollte man unbedingt reservieren! Wir waren natürlich, wie immer, dort, diesmal aber mit meinen Freunden auch noch an einem anderen See mit einem ähnlich gearteten Strandlokal. Die Windbeutel waren leider nicht so lecker, wie sie aussahen, sondern einfach viel zu trocken und hart.

Quendorfer SeeQuendorfer SeeElse am See

So, das muss für heute reichen! Wer mehr Fotos und Text möchte, den verweise ich auf die Berichte aus Nordhorn vom April 2018 und vom September 2011. In letzterem gibt es ein paar kuriose Fahrzeuge zu sehen, die damals auf dem Stellplatz standen. Besonders interessant ist das 6. Foto! Da sieht man sehr schön, wie unterschiedlich die Bedürfnisse von Wohnmobilisten doch sein können. Erstauntes Smiley

Ach ja, für Kuchen-, Äpfel- und/oder Omnia-Liebhaber (für Nichteingeweihte: ein schwedischer Omnia-“Backofen“ ist die Möglichkeit, mit Gas ohne Backofen Kuchen zu backen) hätten wir noch ein sehr einfaches Rezept: „Grafschafter Apfelbrot“, zu finden oben in der Menüleiste in der Rubrik „Lieblingsrezepte“ ODER direkt über den gleichnamigen Link in der rechten Seitenleiste ODER der Einfachheit halber „hier“. Aber vielleicht schaut ihr mal in unsere (bescheidene) Rezeptsammlung? Und natürlich kann man das Apfelbrot auch in einer normalen Kastenform in einem normalen Backofen backen! Mit etwas Schlagsahne und/oder einer Kugel Eis wirklich köstlich!!! Verliebt

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P.S.: Wie immer könnt ihr die Fotos durch anklicken auf Originalgröße bringen (bessere Qualität) und den Fototext lesen, wenn ihr den Mauszeiger auf das Foto führt.

Zwarte Water und die Hanse

 

Übersicht Wir flüchteten in das Landesinnere, wohlwissend, dass der nächste Orkan kommen würde. Über kurz oder lang wollten wir bei meinen Freunden in Nordhorn sein, bis dahin aber noch ein oder zwei kleine niederländische Städtchen „mitnehmen“, Meppel und/oder Hasselt. Uschi fuhr wie immer vor und teilte mir von unterwegs schon mit, dass der Stellplatz in Meppel für Oscarlotta schwer bis unmöglich anzufahren sei, weil gerade Straßenbauarbeiten stattfanden und die direkte Zufahrt gesperrt war. Also fuhr ich gleich durch nach Hasselt. Dort gibt es 10 Wohnmobilstellplätze direkt am Yachthafen. Auf der Hälfte standen allerdings an Land überwinternde Segel- und Motorschiffe, aber außer uns war sonst niemand mit Wohnmobil da. Das änderte sich zum Wochenende allerdings und auf fünf Plätzen standen sieben Mobile. In früheren Jahren waren wir im Winter auf den Stellplätzen ja fast immer allein, das hat sich grundlegend geändert! Nicht nur in Spanien und Portugal nimmt die Wohnmobildichte immer mehr zu, sondern (leider) auch in Mittel- und Nordeuropa. Noch geht es, weil es sich vielerorts noch hauptsächlich auf die Wochenenden beschränkt, aber, wie gesagt, auch nur in den Wintermonaten. Enttäuschtes Smiley

Wir standen prima, mit schönem Blick auf den Hafen und windgeschützt neben den Schiffen. Zwei Seiten des Yachthafens nahmen sowieso größere Gebäude ein, oben die Wohnungen, unten Schiffsgaragen.

Yachthafen "De Molenwaard"Yachthafen "De Molenwaard"Yachthafen "De Molenwaard"Yachthafen "De Molenwaard"Yachthafen "De Molenwaard"Yachthafen "De Molenwaard"Yachthafen "De Molenwaard"Yachthafen "De Molenwaard"Yachthafen "De Molenwaard"Yachthafen "De Molenwaard"Yachthafen "De Molenwaard"Yachthafen "De Molenwaard"

Übersicht Hasselt liegt am Zusammenfluss vom Zwarte Water und der Overijsselse Vecht, was die niederländische Fortsetzung der Vechte ist, die auch durch Nordhorn fließt. Gemeinsam und mit noch ein paar Zuflüssen bilden sie das Zwarte Meer. Und dieses, zusammen mit dem anschließenden Ketelmeer, stimmt ein auf das große IJsselmeer.

Zwolle Hasselt bekam schon 1252 Stadtrechte mit eigener Rechtssprechung, der Erlaubnis, Jahrmärkte abzuhalten, Handelsprivilegien und es durften Verteidigungsbollwerke angelegt werden. Nicht ganz so aufwändig wie im benachbarten Zwolle, wo die sternförmige Verteidigungslinie noch fast vollständig erhalten ist. Aber Hasselt ist auch fast rundherum von Wasser umgeben, das erschwerte Angriffe und so hatte man im 17. und 18. Jahrhundert ebenfalls den Status einer Festungsstadt. Und schon seit dem 14. Jahrhundert gehörte diese kleine Stadt der Hanse an! Begünstigt auch hier durch die Lage am Zwarte Water und dem freien Zugang zur damaligen Zuiderzee. Gehandelt wurde hauptsächlich mit Rindern, Holz, Fisch, Getreide, Butter und Bentheimer Sandstein. Im 19. Jahrhundert konzentrierte man sich auf den Abbau von Torf, die Herstellung von Kalk, den Bau von Schiffen und auf Schiffsreparaturbedarf. Ein Kalkofen ist erhalten geblieben.

KalkovenKalkoven

Vom Wohlstand früherer Zeiten zeugen die schönen Häuser entlang der einzigen Gracht, das Oude Stadhuis und die große, dreischiffige Stephanuskerk. Ein kleines, aber sehr hübsches Städtchen, finden wir! Verliebt

HasseltHasseltHasseltHasseltHasseltHasseltHasseltHasseltHasseltOude StadhuisHasseltBierlisteHasseltGrote KerkGrote KerkGrote KerkHasseltHasseltHasseltHasseltHasselt

Windtechnisch wurde es dann wirklich noch einmal heftig! Das Sturmtief „Sabine“ zog über uns hinweg, aber nicht nur innerhalb ein paar Stunden. Es stürmte über drei Tage, hörte für ein paar Stunden auf und fing wieder an. Wir standen gut, rundherum konnte uns nichts gefährlich werden, die Schiffe neben uns waren gut gesichert und alles war fest vertäut. Den Schiffen im Wasser ging es nicht ganz so gut. Der Hafenmeister war mit seinem Helfer und einem Schlauchboot mit Außenbordmotor von Schiff zu Schiff unterwegs, kontrollierte Leinen und legte Zusatzleinen. Viele Schiffe waren mit Planen abgedeckt, die nach Stunden heftigstem Gezerre durch die Windböen nicht mehr standhalten konnten. Ein Schiff war in meinem direkten Blickfeld und ich beobachtete über zwei Tage, dass die riesige Plane sich immer mehr freiflatterte, bis sie eines Morgens nicht mehr da war! Ein kleineres Schiff bekam Schräglage, was dafür sprach, dass schon Wasser eingedrungen war. Am letzten Tag unseres Aufenthaltes wurde es vom Hafenmeister zur Slipanlage geschleppt und an Land gekrant, bevor es sinken konnte. Erstauntes Smiley

Ich wäre gerne noch mit dem Bus nach Zwolle gefahren, aber da machte mir Sabine einen Strich durch die Rechnung. Und dann war keine Zeit mehr. Wir mussten zu einem bestimmten Zeitpunkt wieder in Deutschland sein, da das turnusmäßige Telefonat zu Uschis Schwester in USA anstand, das Uschi während unserer Zeit in den Niederlanden schon einmal teuer bezahlt und einmal hatte ausfallen lassen. Teuer bezahlt übrigens, obwohl wir extra bei der Vodafone-Hotline angerufen, aber eine falsche Auskunft bekommen und der vertraut hatten. Gut, dass Uschi eine Prepaid-Karte hat! So war das Guthaben nach einigen Minuten einfach nur aufgebraucht. Bei einem Vertrag wäre es richtig teuer geworden!!! Weinendes Smiley

Zwolle steht also noch auf meinem/unserem Programmzettel, was bedeutet, dass wir noch einmal wiederkommen müssen! Ich fragte den Hafenmeister beim Abschied, ob ich im Sommer mit Oscarlotta denn überhaupt eine Chance hätte und ob man reservieren könne. Ja, kein Problem, man würde schon ein „Plätzchen“ finden. Sie würden niemanden wegschicken! Also gut!

Bezahlt haben wir übrigens €10/Nacht/Mobil plus €2,50 für Strom. Uschi würde keinen Strom brauchen, wenn wenigstens ab und zu die Sonne scheint und ich auch nur, um meine Kaffeemaschine laufen zu lassen. Da wir aber beide unsere Heizungen auch mit Strom betreiben können, erspart uns das eine Menge Gasverbrauch, zumal der Kühlschrank dann auch über Strom läuft, was wir sonst nicht machen, da der Betrieb mit Strom gut doppelt so teuer ist als mit Gas. Meistens ist in den Niederlanden der Strom sowieso pauschal mit im Übernachtungspreis enthalten und das ist, vor allem im Winter, eine feine Sache! Wir brauchten uns über Wochen keine Sorgen um Gas zu machen, ab und zu tankten wir unsere LPG-Flaschen auf und das war es auch schon! Die Absicherungen der Stell- und Campingplätze waren immer ausreichend, um zumindest auf niedrigster Stufe zu heizen. Da es ja so gut wie keine Minustemperaturen gab, reichte im schlechtesten Fall, ab und zu für 10 Minuten mit Gas zuzuheizen. In der Regel konnten wir aber unsere Heizungen auf voller Leistung durchlaufen lassen, mussten nur daran denken, sie kurz auszuschalten, wenn die Kaffeemaschine eingeschaltet wurde. Sonst wären die Sicherungen vermutlich rausgeflogen und nicht immer kommt man an die heran. Smiley mit geöffnetem Mund

Es gibt im Yachthafen einen Duschcontainer und die Möglichkeit, Wäsche zu waschen und zu trocknen, natürlich gegen Bezahlung. V/E und Müllentsorgung ist gewährleistet, ein gut sortierter Supermarkt ist zu Fuß gut erreichbar und die Bushaltestelle ist quasi vor der Tür. Der Hafenmeister ist super nett und der Platz ist mit einer geschlossenen Schranke versehen. Man klingelt, er meldet sich, man sagt, was man will und er öffnet die Schranke. Ich musste bei meiner Ankunft aussteigen, um klingeln und mit ihm reden zu können. Da Uschi schon da war und mich angekündigt hatte, ging die Schranke sofort hoch. Bis ich um Oscarlotta herumgelaufen und eingestiegen war (es gibt nur eine Tür!), die Treppe eingefahren hatte, weil es sonst bei laufendem Motor laut piept und wieder auf dem Fahrersitz saß, war die Schranke wieder zu! Also noch einmal von vorne! Die Schranke ging erneut auf. Als ich wieder auf dem Fahrersitz saß… Verwirrtes Smiley Beim dritten Mal konnte ich dann mitteilen, dass ich erst wieder einsteigen muss und dann die Schranke aber schon wieder unten sei! Ja, er würde mich schon sehen, hieß es. Ich solle in Ruhe einsteigen und dann würde er die Schranke öffnen. Am Ende des Zufahrtsweges sah ich einen Mann mit Sprechgerät in der Hand. Nach meinem zweiten Klingeln hatte er sich in Bewegung gesetzt, um zu schauen, was das Problem war. Letztendlich konnte ich dann reinfahren! Laut lachen

Hasselt

written by Ingrid
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P.S.: Wie immer könnt ihr die Fotos durch anklicken auf Originalgröße bringen (bessere Qualität) und den Fototext lesen, wenn ihr den Mauszeiger auf das Foto führt.

Lauwerszee, Lauwersmeer, Lauwersoog

 
 
AbschlussdeichWir mussten entscheiden, ob wir den nächsten Sturm noch in Egmond aan Zee aussitzen wollten oder ob wir das einzige Zeitfenster der Woche für die Überfahrt über den Abschlussdeich nutzen. Bei Sturm wäre die Überfahrt sicher nicht so lustig und bei Regen auch nicht. Wir fuhren! Es war dann allerdings lange nicht so spektakulär, wie ich mir das vorgestellt hatte und das lag nicht am Wetter, das spielte mit, sondern daran, dass die Fahrbahnen statt von einer Mittelleitplanke durch einen Wall getrennt werden. Man hatte einen Ausblick also nur auf der Seite, wo man fuhr und der war dazu noch relativ langweilig. Enttäuschtes Smiley Das konnten auch das Monument und der Aussichtsturm nicht wettmachen und in Ermangelung geeigneter Parkplätze für Wohnmobile hielt ich zwar kurz an und stieg aus, entschied mich aber gegen das Fotografieren. Die nachfolgenden Fotos hat Uschi gemacht.

Abschlussdeich IJsselmeerAbschlussdeich IJsselmeerAbschlussdeich IJsselmeerAbschlussdeich IJsselmeerAbschlussdeich IJsselmeerAbschlussdeich IJsselmeer

Witzig finde ich, dass es auf halber Strecke (die Gesamtlänge beträgt 32km) sowohl eine Tankstelle, sogar für LPG, als auch einen Campingplatz gibt. Als Bauwerk ist der Abschlussdeich natürlich schon sehr beeindruckend! Es müsste übrigens eigentlich Damm heißen, denn ein Deich hat auf einer Seite immer Land.

Lauwersoog 1 Als wir wieder am Festland ankamen, waren wir in der Provinz Friesland. Hier gibt es ganz offiziell zwei Landessprachen, niederländisch und friesisch. Ein Drittel der Einwohner spricht noch die alte Sprache, die mehr als ein Dialekt ist und die Straßen- und sonstigen Beschilderungen sind zweisprachig. Wir wollten nach Lauwersoog. Auch hier gibt es eine große Meeresbucht, so wie früher die Zuidersee, bevor der Abschlussdeich gebaut wurde. Der Fluss Lauwers, als Grenzfluss zwischen Friesland und der benachbarten Provinz Groningen, mündet hier. In der großen Sturmflut von 1280 entstand aus dem Mündungsdelta die Lauwerszee. Obwohl das Gebiet durch die vorgelagerten Watteninseln geschützt ist, kam es auch hier immer wieder zu Sturmfluten und nach der Katastrophe von 1953 wurde mit dem Bau eines 13km langen Damms mit Sielen und Schleusen begonnen. Seit 1969 ist die Bucht vom Meer abgeschlossen und eingedeicht und so wurde aus der Lauwerszee das Lauwersmeer. (Ihr erinnert euch? Zee = Meer und Meer = See) Laut lachen

Drei kleinere Flüsse konnten jetzt nicht mehr in die Nordsee abfließen, das Wasser wurde brackig, Flora und Fauna veränderten sich und seit 2003 gibt es den Nationalpark Lauwersmeer. (Quelle: Wikipedia)

LauwersmeerLauwersoog entstand erst nach der Eindeichung der Lauwerszee. Heute gibt es von hier aus eine Fährverbindung zur westfriesischen Insel Schiermonnikoog, der letzten bewohnten Insel vor der Grenze zu Deutschland und der Insel Borkum. Der Hochsee-Fischereihafen ist einer der größten der Niederlande und, seitdem die ehemalige Zuiderzee durch den Abschlussdeich vom offenen Meer abgetrennt wurde, Heimathafen für einen Großteil der Fischereiflotte von Urk.

Fischereihafen LauwersoogFischereihafen LauwersoogFischereihafen LauwersoogFischereihafen Lauwersoog

Lauwersoog selbst besteht eigentlich nur aus dem Hafen mit diversen Fischlokalen

Hafen LauwersoogHafen Lauwersoog

und einem großen Campingplatz. Dort wollten wir eigentlich hin, aber dann fand Uschi heraus, dass es auch einen Wohnmobilstellplatz gibt, mit Blick aufs Wasser.

Stellplatz LauwersoogStellplatz Lauwersoog

Und der war wirklich erlebenswert! Noch nie haben wir auf einer so kleinen Fläche so viele ineinander verschachtelte Stellplätze (insgesamt 23!) gesehen! Die Abmessungen eher für PKWs als für Wohnmobile, sogar quer hinter den beiden Plätzen, für die wir uns entschieden, war auf dem Steinboden noch ein Stellplatz eingezeichnet, die Nummer 14, nahtlos. Wir standen in der zweiten Reihe und wenn die erste Reihe belegt gewesen wäre, hätte ich mit Oscarlotta den Platz nur von hinten anfahren können. Wie das im Sommer funktionieren soll, wenn es, laut Aussage der Betreiberin, jeden Tag voll ist, weiß ich nicht! Mit Bussen (oder Vans, wie es ja jetzt heißt), vielleicht noch machbar, für „richtige“ Wohnmobile eher grenzwertig bis unmöglich. Dazu noch nicht einmal besonders preiswert mit €19,50 in der 1. Reihe und €17,50 in der zweiten, allerdings, wie üblich in den Niederlanden, ist der Strom im Preis enthalten.

Stellplatz LauwersoogStellplatz Lauwersoog

Es gibt zwei Nebengebäude mit insgesamt zwei Duschen, drei Toiletten und einer Waschmaschine, außerdem den üblichen Standard für Ent- und Versorgung. Stellplatz Lauwersoog Mittendrin steht ein Ferienhaus zur Vermietung, in dessen Windschatten wir uns begaben. Es hätte schönere Plätze gegeben mit Blick auf den Yachthafen, aber dort wären wir dem angekündigten Sturm wehrlos ausgeliefert gewesen.

Yachthafen LauwersoogYachthafen Lauwersoog

Und der kam! Wir versuchten, ihn auszusitzen, nutzten jede Regenpause für kurze Gänge zum Hafen in eines der Fischrestaurants oder zum Campingplatz. Dort sollte es einen größeren Lebensmittelladen geben. Der entpuppte sich allerdings als saisonal sehr spartanisch bestückt! Erfreulicherweise war aber das große Campingplatzlokal in Betrieb und wir konnten uns für den Rückweg stärken. Koffie verkeerd und appelgebak met slagroom Verliebt

Campingplatzlokal Lauwersoog

Der Campingplatz besteht, wie fast überall in den Niederlanden, überwiegend aus Ferienbungalows. Wohnmobilplätze haben wir keine gesehen und auch nicht gesucht, denn es war völlig klar, dass wir auf dem Stellplatz schöner stehen und sogar preiswerter. Sehenswert ist der angegliederte Museumshafen mit ein paar schönen alten Schiffen.

Museumshafen LauwersoogMuseumshafen LauwersoogMuseumshafen LauwersoogMuseumshafen LauwersoogMuseumshafen LauwersoogMuseumshafen LauwersoogMuseumshafen LauwersoogMuseumshafen LauwersoogMuseumshafen LauwersoogMuseumshafen Lauwersoog

Stellplatz LauwersoogUschi stromerte auf dem Gelände unseres Stellplatzes ein wenig herum und entdeckte eine Schiffsgarage und eine große Halle, die früher wohl als Lagerhalle für Schiffe genutzt wurde oder für die Instandsetzung. Jetzt war sie umfunktioniert worden zu einem großen Aufenthaltsraum mit Koch- und Abwaschmöglichkeit.

Stellplatz LauwersoogStellplatz LauwersoogStellplatz LauwersoogStellplatz LauwersoogStellplatz LauwersoogStellplatz LauwersoogStellplatz Lauwersoog

Sehr witzig fanden wir in der zweiten Hälfte der Halle die zwei Holzhütten zur Vermietung mit Strandkörben und Sitzgelegenheiten. Das nenne ich doch mal eine optimale Raumnutzung! Man hat zwar kein Tageslicht, aber dafür braucht man ja nur vor die Hallentür und auf die nette kleine Gartenterrasse zu gehen! Smiley mit geöffnetem Mund

Stellplatz LauwersoogStellplatz LauwersoogStellplatz LauwersoogStellplatz Lauwersoog

Wir blieben fünf Nächte. Dann waren wir dermaßen entnervt von der Schaukelei, dass wir die Flucht ergriffen. Ständiger starker Wind kann einen, zumal in einem Wohnmobil, wirklich an seine Grenzen bringen! Da tröstet dann auch das beste freie WLAN und der leckerste Kibbeling nicht mehr drüber hinweg. Müdes Smiley

Stellplatz LauwersoogKibbeling

written by Ingrid
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P.S.: Wie immer könnt ihr die Fotos durch anklicken auf Originalgröße bringen (bessere Qualität) und den Fototext lesen, wenn ihr den Mauszeiger auf das Foto führt.

Egmond aan Zee

 

Und das war es dann mit Amsterdam, Enttäuschtes Smiley aber zum Glück noch nicht mit Holland! Smiley

Flevopark Wir marschierten noch einmal mit unseren Einkaufskarren eine Viertelstunde durch den angrenzenden Flevo-Park auf der anderen Kanalseite bis zu Albert Hejn und Lidl und füllten unsere Kühlschränke auf. Ob am Sonntag dort, wo wir hin wollten, die Supermärkte auch geöffnet sein würden, war fraglich.

FlevoparkFlevoparkFlevopark

Während unserer letzten Tage auf dem Campingplatz waren die Bauvorhaben wieder aufgenommen worden und wir konnten beobachten, wie ein LKW nach dem anderen angefahren kam und Sand abkippte. Ich hatte ja schon berichtet, dass der „Camping Zeeburg maakt een eiland“.

Camping Zeeburg

Der kleinere Teil entsteht direkt vor unserer Nase, aber so weit entfernt, dass die Arbeitsgeräusche nicht störten. Es waren großflächig Eisenplatten ausgelegt worden, damit der Bagger und die LKWs nicht versanken. Denn Landgewinnung bedeutet heutzutage, dass soviel Sand in eine abgedeichte Wasserfläche geschüttet wird, bis das Wasser verdrängt ist. Das muss dann zwei Jahre ruhen und sich setzen und wird dann vermutlich noch nachgebessert, bevor die neuen Landflächen bepflanzt und bebaut werden können.

Landgewinnung Camping ZeeburgLandgewinnung Camping ZeeburgLandgewinnung Camping ZeeburgLandgewinnung Camping ZeeburgLandgewinnung Camping ZeeburgLandgewinnung Camping Zeeburg

Landgewinnung Camping Zeeburg In der Beschreibung auf den Bauzäunen steht etwas von Ränderbefestigung mit Ton und Schilf. Wie auf den Fotos zu sehen, ist die Fläche, die wir in der Entstehung sehen konnten, winzig im Vergleich zu dem Hauptteil, der gut ein Drittel des jetzigen Campingplatzareals ausmacht. Ob die Bewohner der gleich daneben liegenden Hausboote allerdings sehr begeistert sein werden, wenn sie von Mai bis Oktober zeltende Rucksacktouristen ertragen müssen, sei dahingestellt. Laut lachen

 

Ein letzter abendlicher Platzspaziergang mit wehmütigen Gefühlen, zumindest bei mir!

Camping ZeeburgCamping ZeeburgCamping ZeeburgCamping Zeeburg

Egmond aan Zee Am nächsten Mittag ging es nicht weit, aber weiter. Wir wollten ja über den Abschlussdeich in die Provinz Friesland fahren und da bot es sich an, noch einen weiteren kleinen Abstecher in meine Vergangenheit zu machen und nach Egmond aan Zee zu fahren. Die Internetrecherche hatte ergeben, dass es einen großen Ferienpark gibt und der lag genau dort, wo der Campingplatz gewesen sein musste, auf dem ich mehrere Male in meinem früheren Leben war. Und genauso war es dann auch! Das alte Rezeptionsgebäude stand noch, aber das war auch schon alles, was ich wiedererkannt habe! Jetzt liegt die Rezeption 350m von der Einfahrtsschranke entfernt. Wenn nicht gerade ein Campingplatzbediensteter auf seinem Golf-Kart vorbeigekommen wäre, hätten wir erst einmal nicht gewusst, was tun und vor allem, wo parken. Die Zufahrt ist nämlich offensichtlich auch noch aus den 1970er-Jahren! Cooles Smiley

Kustpark Egmond aan Zeealte Rezeption und Verkaufsladen

Kustpark Egmond aan Zee Direkt hinter der Schranke liegt der Wohnmobilstellplatz, halbkreisförmig angelegt in zwei Reihen. Wir stellten unsere Mobile provisorisch ab und suchten die Rezeption. Es gab dann noch genau zwei nebeneinanderliegende freie Plätze! Die erste Reihe war z. Z. gesperrt, weil die Rasenflächen neu eingesät wurden. Das muss wohl jedes Jahr gemacht werden, denn in der zweiten Reihe standen die Wohnmobile auf den schlammigen „Rasen“flächen, damit man auf der geschotterten Fläche mit sauberen Schuhen ein- und aussteigen konnte!!! Zunehmend mehr Menschen (nicht nur Camper) machen, was sie gerade (für sich) für richtig halten, ohne Rücksicht, Einsicht oder Unrechtsbewusstsein.

Kustpark Egmond aan Zee

Der Campingpark ist riesig! Den größten Teil nehmen allerdings Miethäuschen ein, das scheint ein lukrativeres Geschäft zu sein als Camping. Es gibt außer den 19 Stellflächen für Wohnmobile noch zwei Bereiche für offenbar nur Wohnwagen und allenfalls kleine und leichte Vans. Wir wären nämlich gerne nach der ersten stürmischen Nacht unter Pinien umgezogen, was uns verwehrt wurde. Die Bodenbeschaffenheit sei nicht ausreichend. Und so, wie die Bodenflächen aussahen, hatte es viel geregnet und zumindest Oscarlotta hätte dort einen Acker hinterlassen. Erstauntes Smiley

Bei unserer Anreise am Sonntag war uns schon aufgefallen, das für solch ein kleines Städtchen sehr viel Autoverkehr herrschte und wie viele Menschen zu Fuß unterwegs waren. Als dann noch die Straße zum Campingplatz gesperrt war, fragte ich die Ordner, was denn aktuell los sei. Massenwanderungen am Strand, zwischen 10 und 15 Kilometern! Also einmal bis nach Bergen aan Zee und evtl. wieder zurück, das haben wir früher auch öfter gemacht, ohne „evtl.“. Was ich aber nicht verstehe, ist, was bewegt Menschen dazu, in einem Pulk von Gleichgesinnten am Strand entlangzulaufen??? Strand ist doch am schönsten, wenn man möglichst allein unterwegs ist? Mein Unverständnis ist wohl darauf zurückzuführen, dass ich kein Herdenmensch bin?

Später bekamen wir mit, dass Reisebusse am Straßenrand standen und darauf warteten, die Wanderer ohne „evtl.“ zurückzutransportieren. Was Mensch sich nicht alles einfallen lässt in den unattraktiveren Wintermonaten! Verwirrtes Smiley

Wir erklommen den kleinen Hügel neben dem Campingplatz, an dessen Spitze sich immer noch ein Aussichtsturm befindet.

Egmond aan ZeeEgmond aan Zee

Nachdem wir uns einen Überblick verschafft hatten, liefen wir „außenherum“ zur Strandpromenade, ich wollte sehen, was sich dort verändert hat. Ein paar neue Häuser mit Ferienappartements gab es, ansonsten war alles so wie vor 20 Jahren, als ich das letzte Mal dort war. Das Hotel, in dem ich einige Male im Winter ein verlängertes Wochenende verbrachte, stand auch noch, wird aber unter einem anderen Namen geführt. Die „Automatiek“ im Ort gab es nicht mehr, dafür direkt neben dem Leuchtturm eine Snackbar. Fish ’n chips mit Blick aufs Meer ist auch nicht schlecht! Smiley

Egmond aan ZeeEgmond aan ZeeEgmond aan ZeeEgmond aan ZeeEgmond aan ZeeEgmond aan Zeeschlemmen am Strandschlemmen am Strandschlemmen am Strandschlemmen am Strand

Egmond aan Zee Es wurde stürmisch! Wir zogen im Stellplatzbereich auf die ersten beiden Plätze um, immerhin ein wenig weiter von den Bäumen weg. Sturm und/oder Regen bedeutet Höhlentag! Zu einem Stadtbummel hat es dann aber zum Glück doch noch gereicht und ob der Überschaubarkeit der „Stadt“ brauchten wir dafür nicht allzu lange. Egmond aan Zee ist einfach ein niedliches kleines altes ehemaliges Fischerdorf, das jetzt vom Tourismus lebt. Im Winter erstaunlich gut besucht, im Sommer überlaufen. Man sagt den Holländern ja (etwas bösartig) nach, dass sie im Sommer ihre Häuser an Touristen vermieten und selbst in ihre Garagen ziehen. Smiley mit geöffnetem Mund

Egmond aan ZeePoffertjes

written by Ingrid
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P.S.: Wie immer könnt ihr die Fotos durch anklicken auf Originalgröße bringen (bessere Qualität) und den Fototext lesen, wenn ihr den Mauszeiger auf das Foto führt.

I amsterdam

 

Mein persönliches Amsterdam-Highlight der Dinge, die in drei Wochen (für uns) machbar sind, hatte ich mir bis zum Schluss aufgehoben, das Rijksmuseum. Es ist nicht nur das berühmteste Museum der Niederlande, sondern genießt auch über die Grenzen hinaus höchsten Ruhm. Es beherbergt u. a. die sogenannten Alten Meister, also Werke der großen niederländischen Maler des 17. Jahrhunderts, des „Goldenen Zeitalters“, der Blütezeit Amsterdams. Auf dem Höhepunkt des Goldenen Zeitalters um 1650 arbeiteten in den Niederlanden ca. 700 Maler, die jährlich etwa 70.000 Gemälde fertigstellten! Erstauntes Smiley Dies ist in der gesamten Kunstgeschichte beispiellos, weder in der italienischen Renaissance noch in Frankreich zur Zeit des Impressionismus hat es so etwas gegeben. Insgesamt produzierten die niederländischen Maler mehrere Millionen Gemälde, weshalb heute nahezu jedes Museum für alte Kunst niederländische Gemälde zeigt. (Quelle: Wikipedia)

RijksmuseumRijksmuseum694a AmsterdamRijksmuseum

Moco Amsterdam Ich fuhr also mit der Straßenbahn bis zum Museumsplein. Das ist ein großer zentraler Platz, an dem nicht nur das Rijksmuseum liegt, sondern auch das ähnlich beliebte Van Gogh-Museum, das Stedelijk-Museum für moderne Kunst und das Moco-Museum, das sich zum Ziel gesetzt hat, ein breiteres und jüngeres Publikum anzusprechen und moderne Kunst der Öffentlichkeit zugänglich zu machen. Es gäbe also noch mehr als genug zu sehen!

Vor dem Rijksmuseum stand seit 2005 ein großes, rot-weißes Buchstaben-Ensemble „I amsterdam“. Das entwickelte sich rasant zu einer Touristenattraktion für die selfiemanias, da man auf den bis zu zwei Meter hohen Buchstaben herumklettern kann. Ein Foto für den Facebook- oder Instagram-Account stand offenbar an wichtigster Stelle bei den jüngeren Besuchern Amsterdams und so war der nicht allzu große Museumsplein im Sommer derart überlaufen, dass der Stadtrat 2018 beschloss, das Buchstabengebilde Anfang Dezember abtransportieren zu lassen. Es steht jetzt an wechselnden Standorten, z. B. an der Centraal Station und man kann auf dieser Webseite den aktuellen Ort erfahren. Wer per Flugzeug anreist, findet eines ständig am Flughafen Schiphol. Ich war etwas enttäuscht, dass es nicht da war (die vorherigen Infos fand ich erst später), aber immerhin gab es noch eine Mosaikbank!

I amsterdam

Der Platz des Schriftzuges vor dem Rijksmuseum wird nun im Winter für eine Eislauffläche genutzt, hübsch gemacht mit einer typisch holländischen Zugbrücke, wie man sie überall an den vielen Grachten sieht.

Schlittschuh laufen vor dem RijksmuseumSchlittschuh laufen vor dem RijksmuseumSchlittschuh laufen vor dem RijksmuseumSchlittschuh laufen vor dem Rijksmuseum

Als die Winter noch kälter und regelmäßig die Grachten über Wochen zugefroren waren, war ein beliebtes Freizeitvergnügen für jung und alt das Schlittschuhlaufen, wie auch ein historisches Gemälde aus dem Rijksmuseum zeigt.

Schlittschuh laufen in Amsterdam

Es gibt bereits seit 1909 in der niederländischen Provinz Friesland die berühmte „Elfstedentocht“ (Elfstädtetour), bei der bis zu 16000 Läufer, von 1,5 Millionen Zuschauern angefeuert, eine Strecke von knapp 200km an einem Tag zu bewältigen versuchen. Der Rekord liegt bei unter 7 Stunden!!! Teilnehmen darf nicht etwa jeder, sondern nur ausgewählte Mitglieder des Vereins „Koninklijke Vereniging de Friesche Elf Steden“ nach einem ausgeklügelten Verfahren. 1986 nahm unter einem Pseudonym der jetzige König Willem-Alexander, damals knapp 20 Jahre alt, teil. Ob er durchgehalten hat und, wenn ja, wie lange er gebraucht hat, habe ich nicht zu ergründen versucht. Insgesamt wurde die wetterabhängige „Tour der Touren“ bisher nur fünfzehnmal durchgeführt, zuletzt 1997. Das Eis muss auf der gesamten Distanz mindestens 15cm durchgefroren sein. Ähnliche Touren gab es sogar schon im 18. und 19. Jahrhundert! Die Elfstedentocht ist nicht nur eine populäre reale Veranstaltung, sondern ein nationaler Mythos mit zunehmendem Hype, sobald die Temperaturen unter den Nullpunkt fallen. (weitergehende Informationen „hier“) Nach den Erfahrungen des aktuellen „Winters“ ist zu befürchten, dass es mit diesem traditionellen niederländischen Volksspektakel für immer vorbei sein könnte. Enttäuschtes Smiley

Ich habe anstelle des Eislaufens eine Schwäche für Architektur und Kunst und damit bin ich in Amsterdam ganz offensichtlich am richtigen Ort und die Temperaturen spielen keine entscheidende Rolle. Während ich in jüngeren Jahren vor allem die moderne Malerei bevorzugte, habe ich im Laufe der Zeit auch einen Blick für die Klassische Malerei (Alte Kunst) entwickelt. In der Epoche der Renaissance (um 1420-1600) begann die, zumeist weiterhin von religiösen Themen dominierte, Malerei mit Ölfarben und die dreidimensionale realitätsnahe Malerei mit der Einführung von Perspektive und Proportionen, die im Barock (1600-1720) perfektioniert wurde. Und genau das fasziniert mich so an den Werken der „Alten Meister“! Die Realität, die Ausdruckskraft der Gesichter, die Dreidimensionalität, die vielen Details, die man findet, wenn man sich Zeit nimmt.

Militärkompanie Distrikt VIII Amsterdam

Für mich müssen es auch nicht unbedingt die „Großen“ wie Rembrandt van Rijn, Johannes Vermeer, Frans Hals, Jan Steen, Hieronymus Bosch oder Vincent van Gogh sein. Da sie alle ihre Schüler hatten und die Malerei, wie oben erwähnt, einer Serienherstellung wie am Fließband glich, waren Original und „Fälschung“ nur schwer zu unterscheiden. Bestes Beispiel ist das wohl berühmteste Gemälde Rembrandts, die „Nachtwache“ aus dem Jahre 1642. Am Ende eines riesigen Mitteltraktes, der Ehrengalerie, im 2. Stock des Rijksmuseums hängt es in einem gläsernen verschlossenen Raum. Zugegeben imposant mit seiner Größe von 17 Quadratmetern! Erst seit 2013, nach der zehnjährigen Renovierung des Museums, hängt es hier wieder an seinem alten Platz. Während des 2. Weltkriegs wurde es kurz vor dem Einfall der Deutschen in die Niederlande bei Nacht und Nebel in Sicherheit gebracht. Bis 1945 lagerte es als „handliche“ Rolle 35 Meter unter der Erde im Sint Pietersberg, einem Hochplateau bei Maastricht. Das Gemälde ist eine zu damaliger Zeit übliche Auftragsarbeit, ein Gruppenporträt der Amsterdamer Bürgerwehr des zweiten der 20 Bezirke, in die Amsterdam 1620 aufgeteilt war. Die Protagonisten zahlten je nach Position, Ausschmückung, Rang unterschiedliche Beträge an den Maler und konnten so einen erheblichen Einfluss auf das Endergebnis nehmen. Rembrandt bekam diesen Auftrag, weil er sich schon in jungen Jahren einen Namen gemacht hatte. Trotzdem und obwohl er insgesamt um die 300 Gemälde, 300 Radierungen und 2000 Zeichnungen anfertigte, verstarb er mit 63 Jahren völlig verarmt.

Die Nachtwache von Rembrandt Ganz aktuell wird sein berühmtestes Werk umfassend und öffentlich verfolgbar (sogar im Internet) gescannt, analysiert, digitalisiert und im Anschluss restauriert. Zu einem geschätztem Preis von rund drei Millionen Euro. Verwirrtes Smiley Deswegen auch der Glaskasten. Und wegen des Glaskastens kam man nicht nah an das Bild heran. Aber da hing ja zum Glück noch eine der vielen existierenden offiziellen Kopien, in diesem Falle die im Jahre 1653 in Öl auf Holz gemalte von Gerrit Lundens. In Auftrag gegeben von einer der beiden Hauptfiguren des Gemäldes, Hauptmann Frans Banninck Cocq und nur 66,5cm x 85,5cm groß. Die Kopie ist wegen der Darstellung der 1712 vom Original abgeschnittenen Teile von großer kunsthistorischer Bedeutung.

Im 17. Jahrhundert, dem „Goldenen Zeitalter“, gelangte auch die Handwerkerschicht zu einem gewissen Wohlstand. Es kam in Mode, sich porträtieren oder Familienbilder anfertigen zu lassen.

RijksmuseumRijksmuseumRijksmuseum

Bilder, die ja zuhauf hergestellt wurden, konnten preiswert direkt auf den Straßen und Märkten gekauft werden. Viele Maler hatten sich spezialisiert, auf Stillleben, Tiere, Blumen, Landschaften, Gruppenbilder, Porträts und malten dann nichts anderes mehr. Manchmal auch nur noch Pferde oder Kühe in allen möglichen Variationen. Es war eben nur ein Brotberuf und in Anbetracht der Vielzahl an Malern sicher nicht einfach, davon leben zu können geschweige denn eine Familie zu ernähren. Auch bei den einfachen Leuten hingen Originalgemälde und/oder Kopien von schon zu Berühmtheit gelangten Gemälden in den sicher nicht sehr komfortablen Behausungen. Für die begüterte Oberschicht waren Auftragsarbeiten ein Prestigeobjekt. Schon damals galt, je größer, desto teurer = höheres Ansehen. Cooles Smiley

RijksmuseumRijksmuseumRijksmuseumRijksmuseumRijksmuseum

Ich arbeitete mich gewissenhaft durch alle vier Etagen des Museums, was nicht ganz einfach war, trotz des Planes, den ich bekommen hatte. Ohne Plan wäre man total aufgeschmissen! Schon in der 2. Etage verpasste ich den gesamten rechten Flügel mit u. a. Vincent van Gogh. Als ich einigermaßen durch und in der 4. Etage angekommen war, brauchte ich dringend erst einmal einen Sessel, einen Kaffee, ein Stück Kuchen und eine Toilette. Und als ich mich gerade hingesetzt hatte, kam die Lautsprecherdurchsage, dass das Museum in einer halben Stunde geschlossen würde. Im Winter schon um 17 Uhr! Den versäumten Flügel werde ich also auf irgendwanneinmal verschieben müssen. Trauriges Smiley Der Museumsshop und das Café blieben noch bis 18 Uhr geöffnet, ich konnte also in Ruhe fertig essen und dann noch stöbern gehen. Dieses Museum würde ich ohne zu zögern jederzeit wieder besuchen!!!

RijksmuseumRijksmuseum

Vom Museumsplein nahm ich die Tram zur Centraal Station, stieg am Dam, also mitten in der Stadt aus, machte einen kurzen Abstecher zu Febo und freute mich, Amsterdam noch einmal beleuchtet zu sehen.

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P.S.: Wie immer könnt ihr die Fotos durch anklicken auf Originalgröße bringen (bessere Qualität) und den Fototext lesen, wenn ihr den Mauszeiger auf das Foto führt.

Schwimmende Häuser auf Steigereiland

 

An einem Sonnetag, der seinem Namen alle Ehre machte, liefen wir noch einmal die Strecke am Yachthafen mit dem geschlossenen Café entlang und unter der Brücke des Amsterdamer Autobahnrings hindurch bis zum Übergang nach Steigereiland.

Richtung Steigereilandunter der Brücke Jachthaven

Ich wollte gerne die schwimmenden Häuser mal aus der Nähe sehen. Steigereiland ist die erste der drei Inseln, die zum neugegründeten, aus dem Meer gewonnenen Amsterdamer Stadtteil IJburg gehören und hier entstanden die ersten schwimmenden Häuser Europas.

IJburgFußweg nach Steigereiland

Wir hatten einen Teil davon ja bisher nur aus der Entfernung gesehen und in ihrer Gleichförmigkeit sprachen sie uns nur bedingt an. Ich war neugierig auf den anderen, größeren Teil und auf IJburg im Besonderen.

schwimmender Häuser

Wasserspiegel Amsterdam Dass die Idee, nicht nur auf Hausbooten zu leben, sondern ganze Häuser auf schwimmbaren Untergrund zu stellen, in einem Land, das von Wasser durchzogen ist, keine schlechte Idee ist, hatte ich ja schon erwähnt. Der „Amsterdamer Pegel“ wurde 1683/1684 als Nullpunkt für Höhenmessungen festgelegt. Es wurde der Wasserstand des Mittleren Hochwassers (MHW) gewählt. Dieser Wasserspiegel lag ca. 17cm über dem Mittelwasser. Der Wasserspiegel der Amsterdamer Grachten liegt heute etwa 40cm unter dem Meeresspiegel der Nordsee. (Quelle: Wikipedia)

Schon immer mussten die Niederländer ihr Land durch Deiche vor Überflutung schützen und aus eben diesem Grund baute man den Abschlussdeich im Norden der Provinz Noord-Holland, um die Meeresbucht Zuiderzee abzutrennen. Wenn der Meeresspiegel aufgrund der Klimaveränderung weiterhin ansteigt, wird das für die Niederlande besonders dramatisch. Also experimentiert man mit Häusern, die schwimmen und teilweise an 5m langen Pfählen mit dem steigenden oder fallenden Wasserstand in Gezeitengebieten entlang“wandern“. So pfiffig, wie die Niederländer sind, wird es ihnen bestimmt noch gelingen, ganze Stadtteile, wenn nicht ganze Städte, schwimmen zu lassen. Wenn ich die berühmten drei Wünsche frei hätte, wäre einer sicher, in 100 bis 200 Jahren mal nachzuschauen (nicht nur in den Niederlanden).

Auch auf Steigereiland wurde schon bald deutlich, dass niederländische Architektur sehr einfallsreich ist und geschickt Tradition und Moderne miteinander verknüpft. Wir haben während unseres gesamten Aufenthalts in dieser Stadt keinen Stadtteil, keinen Straßenzug gesehen, der hässlich war. Auch in den Gegenden, wo erkennbar nicht so begüterte Menschen leben, sind die Häuserreihen gepflegt und trotz ihres Massencharakters ansehnlich.

Indische Buurt AmsterdamIndische Buurt Amsterdam

In/auf Steigereiland überwiegen moderne mehrgeschossige Häuser mit zwar einheitlichem Gesamtbild, aber trotzdem individuellem Einzelcharakter. Bei dem Haus mit den extrem großen Fensterflächen (2. Foto) entdeckten wir, dass hinter dem unteren „Schaufenster“ ein schweres Motorrad geparkt stand. Cooles Smiley

SteigereilandProtzSteigereilandSteigereilandSteigereiland

Wir überquerten die auf einem Damm verlaufende Hauptverkehrsstraße, die die zu IJburg gehörenden Inseln miteinander verbindet und waren dann schon an dem großen Wasserbecken, das die schwimmenden Häuser beheimatet. Zunächst kamen wir an z. T. noch im Bau befindlichen Einfamilienhäusern vorbei, gläsern und einsehbar, wie in den Niederlanden üblich.

SteigereilandSteigereilandSteigereilandSteigereilandSteigereiland

SteigereilandWir liefen gegen den Uhrzeigersinn einmal um den gesamten Häuserkomplex herum und bemühten uns, nicht in die Wohnzimmer, Esszimmer, Küchen zu schauen, allenfalls aus den Augenwinkeln. Vor jedem Haus standen Sitzgelegenheiten, Tische, Grills, Blumenkübel, Roller, Fahrräder, Kinderspielzeug und es war ersichtlich, dass bei schönem Wetter sich das Leben draußen abspielt. Nicht verwunderlich bei dieser Aussicht! Da will man ja wirklich keine Gardinen und Vorhänge vor den Fenstern haben!

SteigereilandSteigereilandSteigereilandSteigereilandSteigereiland

Dann waren wir bei den Wasserhäusern! In der einen Ecke des Beckens sehr individuell, in der anderen sehr genormt. Ist Geschmacksache und sicherlich auch eine Preisfrage. Erstauntes Smiley

schwimmende Häuserschwimmende Häuserschwimmende Häuserschwimmende Häuserschwimmende Häuserschwimmende Häuser

IJburg Wir hätten gerne einen Kaffee getrunken, aber das vorhandene Restaurant/Bistro/Café wurde zum Kauf angeboten! Also gingen wir zur nächsten Straßenbahnhaltestelle und fuhren mit einer Ein-Stunden-Karte zunächst durch ganz IJburg, also über den Haveneiland-Teil bis zur Endhaltestelle der Straßenbahnlinie 26 Centraal Station – IJburg. Ab da geht es mit Bussen weiter. Wir wollten aber mit der Bahn wieder zurückfahren und überlegten, ob wir wohl sitzenbleiben können. Bevor wir fragen konnten, machte uns die Straßenbahnfahrerin unmissverständlich klar, dass wir aussteigen müssen. „Please remember to check out!“ Wir waren etwas unschlüssig, wie es nun weitergehen würde, liefen um die Kurve und sahen an einer weiteren Haltestelle in gleicher Fahrtrichtung zwei Straßenbahnzüge hintereinander stehen, Richtung Centraal Station. Also checkten wir wieder ein! Wenn wir noch ein wenig gewartet hätten, hätten wir auch in die Bahn wieder einsteigen können, mit der wir gekommen waren. Smiley mit geöffnetem Mund Die Schienenführung machte eine große Schleife und dann ging es auf gleicher Strecke durch Haveneiland-Oost, Haveneiland-West und Steigereiland wieder zurück. Unterwegs stiegen wir noch einmal aus in der Hoffnung auf einen Kaffee. Es gab aber nur geöffnete Imbissbuden und einen großen Albert Heijn-Supermarkt. Es ist völlig normal, dass Supermärkte auch sonntags geöffnet sind, eine gute Sache für die Berufstätigen. Am Fußgängerüberweg blieb ein motorbetriebener Krankenfahrstuhl mitten auf der Straße stehen, die darin sitzende Frau drückte vergebens auf ihrer Fernbedienung herum. Ein Mann, der ihr entgegenkam, stellte sein Fahrrad ab und versuchte zu helfen. Hinter der Frau saß verkehrt herum noch ein Mensch. Das Fahrzeug lief nicht mehr an, musste aber von der Straße herunter. Also aussteigen und schieben! Und so sahen wir die ersten am Hinterkopf zusammengewachsenen Siamesischen Zwillinge „in echt“, erwachsen und ohne Begleitung selbständig unterwegs. Das gibt es wohl auch nur in den Niederlanden! Daumen hoch

Enneus Heerma Brug Wir nahmen die nächste Tram und fuhren über die elegant geschwungene Enneus Heerma-Brücke, die wir schon so oft aus der Ferne gesehen hatten. Sie verbindet Steigereiland mit Zeeburgereiland. Wir fuhren bis zu „unserer“ Haltestelle Zuiderzeeweg und mussten dann nur noch „über das Wasser“ zum Campingplatz zurücklaufen. Dieses Mal gingen wir allerdings den Weg, den man auch mit dem Auto nehmen muss. Entlang des Zuider IJdijks liegen die „etwas“ maroden Hausboote, die ich schon gezeigt habe, neben total schönen und gepflegten. Interessant ist auch die Stromzuführung! Smiley

auf dem Heimwegauf dem Heimwegauf dem Heimweg

Auf der Landseite wiederholt sich das mit den Grundstücken. Offenbar wurde der Winterplatz eines Zirkus zwangsaufgelöst. Oder auch nur eine alternative Wohnsiedlung.

auf dem Heimwegauf dem Heimwegauf dem Heimweg

Gegenüber auf der anderen Seite vom Amsterdam-Rijnkanaal entsteht gerade ein weiteres Amsterdamer nieuwbouwontwikkelingsgebied Zwinkerndes Smiley, an/auf Land.

Neubaugebiet Amsterdam

written by Ingrid
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P.S.: Wie immer könnt ihr die Fotos durch anklicken auf Originalgröße bringen (bessere Qualität) und den Fototext lesen, wenn ihr den Mauszeiger auf das Foto führt.

Bakfiets, ÖPNV und anderes

 

Ihr wollt endlich „richtige“ Amsterdamfotos sehen??? So welche, wie auf den Kalendern zu sehen sind oder in diversen Instagram-Accounts? Wie man sie halt so kennt? Also gut, hauen wir sie raus! Smiley mit geöffnetem Mund

AmsterdamAmsterdamAmsterdamAmsterdamAmsterdamAmsterdamAmsterdamAmsterdamAmsterdamAmsterdamAmsterdam

Zufrieden? Vielleicht sogar (so) begeistert (wie ich)? Sogar Uschi ist inzwischen infiziert.

Zum Ausgleich müsst ihr euch dann aber jetzt auch noch ein paar andere Fotos anschauen! Ich sage nur: Kuuuuunst! Zwinkerndes Smiley

AmsterdamAmsterdamAmsterdamAmsterdamAmsterdamAmsterdamAmsterdamAmsterdamAmsterdamAmsterdam

Es gibt in Amsterdam so viele verschiedene Stadtviertel mit ihren Besonderheiten, (Touristen-) Attraktionen und Sehenswürdigkeiten, dass wenige Tage dafür nicht ausreichen. Sogar, wenn man zweimal innerhalb einer Stunde durch dieselbe Straße läuft, weil man einmal in die verkehrte Richtung abgebogen ist und es nicht gemerkt hat, entdeckt man Details, die einem vorher verborgen geblieben sind. Zu Fuß gehen, bzw. schlendern, ist die einzig vernünftige Fortbewegungsart, schon auf einem Fahrrad würde man zu viel übersehen. Vernünftig auch deshalb, weil man immer und überall aufpassen muss, dass man nicht einen der zahlreichen und aus allen Richtungen vorbeischießenden Amsterdamer auf seinem fiets übersieht! Die haben nämlich eingebaute Vorfahrt! Eine Renaissance erleben seit ein paar Jahren die alten niederländischen Lastenfahrräder der Handwerker, bakfiets (bak = Kasten) genannt. Damit wurde einfach alles transportiert, jetzt überwiegend Kinder. Gibt es in zig Ausführungen, für bis zu sechs (!) Kinder, mit Anschnallmöglichkeit, für Hunde, mit und ohne Regenschutz, für Einkäufe, Transporte aller Art, allerdings nicht ganz preiswert! Erstauntes Smiley

bakfietsbakfiets

Man sieht hier auch noch viele Herrenräder, die zusätzlich auf der Stange einen kleinen Sattel fest angebracht haben und Fußstützen am Rahmen. Bei den Damenrädern ist der Sattel an der Lenkerstange befestigt. Oft ist auf dem Gepäckträger noch ein Kindersitz zu finden. Smiley

718b Amsterdam

In der Innenstadt und den diversen Stadtteilen ist das die wesentlich schnellere Art, von A nach B zu kommen als mit dem PKW. Parkplätze sind Mangelware und teuer und wer nicht mit dem Rad fahren kann/möchte, für den bietet sich das Netz des ÖPNV an.

ÖPNV Amsterdam Endhaltestelle Flevopark

Preise ÖPNV Da ich schon gerade bei den technischen Gegebenheiten bin, erzähle ich auch noch, wie das mit den öffentlichen Verkehrsmitteln geht, hier in Amsterdam. Verwirrtes Smiley Wir holen uns unsere Fahrkarten meist an der Rezeption des Campingplatzes. Das Minimum ist eine Karte für €3,20, mit der man ab Aktivierung eine Stunde lang kreuz und quer fahren kann. Für €8 gibt es die Tageskarte, die ab Aktivierung 24 Stunden gültig ist. Uschi ist schon zweimal am nächsten Vormittag damit noch zum Einkaufen gefahren. Die Tageskarte ist bis zu 7 Tage (am Stück) erweiterbar und kostet in der Endfassung nur noch €36,50. Da wir nicht jeden Tag unterwegs sind, lohnt sie sich für uns nicht. Der Fahrradtransport kostet €1,80. An einigen Haltestellen gibt es Fahrkartenautomaten, bezahlen kann man nur per Giro- oder Kreditkarte, traditionell oder kontaktlos. ApplePay hat allerdings nicht funktioniert. Hat man noch keine Karte, kann man auch in der Bahn bezahlen. Und zwar nicht an einem Automaten, dessen Handhabung man nicht versteht. Nein, in JEDER Straßenbahn sitzt im hinteren Bereich an einem elegant geschwungenen Arbeitsplatz ein Mitarbeiter, der Fahrscheine verkauft, allerdings auch hier nur gegen Kartenzahlung. Er/sie sitzt gleich gegenüber der Haupteingangstür und beobachtet gleichzeitig, ob jeder Einsteigende (s)eine Karte entwertet. Die hält man lediglich vor ein Lesegerät bis es piept. Einsteigen kann man ansonsten nur noch ganz vorne beim Fahrer durch eine schmale Tür. Das Aussteigen ist nur an einer ebenso schmalen Tür ganz hinten in der Bahn, die aus fünf aneinandergekoppelten Wagen besteht, erlaubt und im vorderen Bereich an zwei Doppeltüren. Daran halten sich allerdings nicht alle, obwohl es natürlich eine sehr sinnvolle Einrichtung ist, weil nicht erst gewartet werden muss, bis alle ausgestiegen sind, bevor man einsteigen kann.

Tram AmsterdamTram AmsterdamTram Amsterdam

Eine Besonderheit, an die man sich aber schnell gewöhnt, zumal ständig per Ansage darauf hingewiesen wird, ist, dass man beim bzw. vor dem Aussteigen ebenfalls seine Karte an das Lesegerät halten muss. „Please remember to check out!“ Warum, wozu, weshalb und was passiert, wenn man es doch einmal vergisst, entzieht sich unserer Kenntnis. Auf jeden Fall dürfte es fast nicht möglich sein, zumindest nicht unbemerkt, schwarz zu fahren. Denn vor oder hinter einem ist immer irgendjemand. Die Karten gelten im gesamten Amsterdamer Großbereich für Tram, Bus und Metro. Für Nachtbummler fahren Nachtbusse, das Ticket kostet €4,70 und ist 1½ Stunden gültig. Darüberhinaus gibt es noch Möglichkeiten, mit einer Guthabenkarte zu einem Basispreis von €0,98/Fahrt plus einem Kilometerpreis von 17 Cent/km zu fahren und da macht es dann auch Sinn, dass man auschecken muss. Ob diese Möglichkeit auch für Touristen machbar ist, müssten wir noch ergründen. Monatskarten gibt es natürlich auch. Ab €55,10 bis €551,00 für ein ganzes Jahr. Interessant ist, dass es gleichermaßen eine Preisermäßigung für 4 – 18-Jährige sowie für über 65-Jährige gibt, bei einer Ein-Monatskarte wäre das bereits eine Ersparnis von €19,20! Wenn wir also noch einmal (was ich hoffe!) für längere Zeit in Amsterdam sein werden, könnte sich eine der beiden Möglichkeiten durchaus lohnen.

Grachtenrundfahrt Ja, natürlich haben wir auch eine Grachtenrundfahrt gemacht! Verliebt 12 Euro für eine Stunde ist ein fairer Preis. Das Panoramafoto von der Centraal Station aus dem letzten Blogbeitrag ist von dem Tag und das aktuelle Headerfoto auch. Wir hatten eine Schiffsführerin, die gleichzeitig Bootsfrau war und ihre Sache sehr gut machte. Das Abbiegen von einer Gracht in die andere durch einen Zwischenkanal ist nämlich teilweise so rechtwinklig auf kurzer Distanz, dass das Boot in einem Zug nicht um die Ecke kommt. Oder es muss gewartet werden, weil ein anderes Boot entgegenkommt. Bei ihren ersten Fahrten dürfte die Kapitänin sicher geschwitzt haben, aber jetzt machte sie das mit links und es war eine Freude, dabei zuzusehen, wie sie das Steuerrad mit einer Hand herumwirbelte. Wir fuhren die beliebtesten Touristenattraktionen ab und eine Bandansage erläuterte auf englisch und auf spanisch alles, was rechts und links zu sehen war. Dabei wurde mal wieder klar, dass, wie beim Holländischen, lesen und verstehen die eine Sache ist und hören und verstehen die andere. Englisch – no problem, aber spanisch? Sagen wir es mal so: Dass wir den Text vorher auf englisch gehört hatten, war enorm hilfreich! Cooles Smiley

Wir fuhren in einem verglasten Boot, sodass fotografieren schwierig war.

Magere BrugMagere BrugAmsterdamAmsterdam

Zum Ende der Fahrt ging es sogar noch auf dem IJ hinter der Centraal Station und zwischen den Fähren entlang. Eine solche Fahrt möchte ich irgendwann noch einmal bei einsetzender Dämmerung machen, wenn in den Häusern die Fenster beleuchtet sind, die Straßenlaternen sowie die Lichterketten in den Bäumen brennen, die Brückendurchfahrten mit leuchtenden Lämpchen umrandet sind und sich das alles im Wasser spiegelt!!! Herz written by Ingrid
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P.S.: Wie immer könnt ihr die Fotos durch anklicken auf Originalgröße bringen (bessere Qualität) und den Fototext lesen, wenn ihr den Mauszeiger auf das Foto führt.

NDSM, Pontsteiger und Haarlemmerbuurt

 

Es gibt viele verschiedene Methoden, eine größere Stadt zu erkunden, die sicherlich abhängig sind vom Typus des jeweiligen Menschen.

– Man kann einfach draufloslaufen, was gar nicht die schlechteste Art ist, weil man ohne Erwartungen unterwegs ist und alles, was man entdeckt oder erlebt, als unverhofftes Geschenk annehmen kann. Ein Stadtplan in der Tasche ist sicher hilfreich, aber heutzutage ist Google Maps natürlich die 1. Wahl! Nicht mehr wissen, wo man eigentlich ist, war gestern. Zwinkerndes Smiley

– Man kann schon Tage oder Wochen vorher Reiseführer studieren, ganz viele Markierungszettelchen hineinkleben, eigene Touren zusammenstellen und die dann am Zielort gewissenhaft abarbeiten.

– Man kann die Touren, die andere Menschen professionell erstellt und dokumentiert haben, ablaufen oder mit dem Rad abfahren.

– Man kann mit dem Sightseeingbus, einem Ausflugsboot oder mit einer Stadtführung zu Fuß sich die wichtigsten Punkte zeigen und erklären lassen.

– Und schließlich kann man, wenn man flexibel ist, all diese Methoden miteinander kombinieren. Was man dann vor allem braucht, ist ZEIT. Eine gute Kondition kann ebenfalls nicht schaden.

Zeit haben wir, mit der Kondition steht es bei mir leider nicht mehr so gut. Also kombinieren wir. Laufen, Straßenbahn, laufen, Fähre, sitzen und Kaffee trinken, laufen, Grachtentour per Boot, etwas essen gehen, Museum, Bus, Kaffee trinken, durch diverse Einkaufszentren, Straßenbahn, über den einen oder anderen Markt, Febo, Kirche von außen und innen, Straßenbahn nach Hause…

Café Bovendiep Natürlich nicht alles an einem Tag und auch nicht ein Tag nach dem anderen, wir sind ja schon älter! Laut lachen Ein Programmtag, zwei Ruhetage, das ist unser Rhythmus. Umso besser, dass wir hier so schön stehen. Bei gutem Wetter ist dann immer noch ein Spaziergang am Kanal entlang oder Richtung Steigereiland drin. Leider ist das Restaurant des Campingplatzes im Winter geschlossen und auch das Café im nahen Jachthaven ist aus unerfindlichen Gründen zu. Also gibt es den Nachmittagskaffee in Oscarlotta, was überhaupt nicht schlimm ist, gibt es in den Niederlanden ja auch noch ganz wunderbare süße Leckereien, Stroopwafels zum Beispiel. Die sehen so trocken, langweilig und unscheinbar aus, dass ich sie tatsächlich noch nie probiert hatte. Ein Fehler! Zwei dieser waffelähnlichen Kreise sind nämlich mit eingedicktem Honig miteinander “verklebt”. Sehr süß, aber leggggger! Und dann sind da noch die Butterkekse, bei denen man die „gute“ Butter schmeckt. Lustig ist, dass sie immer noch in genau der gleichen Kombination und Verpackung verkauft werden wie schon vor mehr als 25 Jahren! Smiley mit geöffnetem Mund Es ist wirklich verwunderlich, dass die Niederländer schlank sind! Allerdings ist es hier Sitte, dass es zum nachmittäglichen Kaffee genau EINEN Keks gibt. Und vermutlich sind sie bei den anderen Mahlzeiten auch so konsequent. Kann eigentlich nicht anders sein!

niederländische Leckereien

Fähren Amsterdam Eine unserer ersten Unternehmungen war eine Fährfahrt über den IJ zum Gelände der ehemaligen NDSM-Werft. Auf der Rückseite des Amsterdamer Hauptbahnhofs (Centraal Station) legen drei Fährlinien in unterschiedliche Richtungen ab. Die am meisten frequentierte geht in wenigen Minuten nur auf die andere Seite zum Stadtteil Amsterdam-Noord. Es fahren zwei Fähren hinüber und herüber und sie sind immer voll, egal zu welcher Tageszeit. Eine andere Fährlinie bedient den Teil von Amsterdam-Noord, der rechts vom Noordhollandsch Kanaal liegt und die dritte fährt ca. 15 Minuten nach links Richtung Noordzeekanaal bis auf die Höhe des neuen Stadtteils Houthavens (Holzhafen). Schräg gegenüber ist die Anlegestelle Amsterdam, NDSM. Von dort aus fährt man auch, wenn man auf dem Wohnmobilstellplatz steht. Der Transport auf allen drei Fährlinien ist übrigens kostenlos!

Fähre NDSMWohnmobilstellplatz

Am NDSM-Pier liegen ein paar größere Schiffe vertäut, u. a. ein Hotelschiff.

botel AmsterdamSegelschiff Segelschiff Segelschiff

NDSM-Werft Die NDSM-Werft (Nederlandsche Dok en Scheepsbouw Maatschappij) hatte ihre Blütezeit als größte Schiffswerft Europas von 1894 bis 1946 und musste nach vielfältigen Rettungsversuchen Konkurs anmelden. Aber wie das in Amsterdam so ist, es gibt immer irgendeine kreative Form des Weiterlebens. In diesem Falle ist hier heute die Kunst- und Kultur-Szene zuhause. Auf dem Industriegelände und in den Hallen der ehemaligen NDSM-Werft sind StartUps, Agenturen und Künstler aktiv. Vielleicht hat der eine oder andere unserer Leser schonmal einen Bericht im Fernsehen darüber gesehen. Bei mir war es so und seitdem war klar, wenn ich mal wieder nach Amsterdam komme, dann will ich da hin!

Kran-Hotel "Faralda" Jetzt war es soweit, die Fährfahrt bei Sonnenschein war schon einmal ein Vergnügen und die große Werfthalle war nicht zu übersehen und nur ein paar Schritte vom Fähranleger entfernt. Ein großer Kran dominierte das Gelände und später erfuhren wir, dass in ihm ein Hotel mit drei Luxus-Suiten von je ca. 40m² auf je zwei Etagen errichtet wurde. Die Preise für eine Nacht betragen €695, €795 und €1.285, jeweils für 2 Personen! Frühstück nicht inbegriffen, aber es gibt eine Mini-Bar! Cooles Smiley

NDSM-WerftNDSM-Werft

Die NDSM-Halle ist im originalen Zustand belassen, allerdings weitestgehend „entkernt“. Um das geplante Vorhaben in die Tat umzusetzen, wurden viele Schiffscontainer in zwei Etagen und langen Reihen hineingestellt, mit Türen und Fenstern versehen und vermietet oder zur Verfügung gestellt. Bis auf einen (geschlossenen) Verkaufsladen konnten wir nicht so genau ergründen, was in den einzelnen, mit Nummern versehenen, Containerräumen eigentlich geschieht, aber es war durchaus Leben dort.

NDSM-WerftNDSM-WerftNDSM-WerftNDSM-WerftNDSM-WerftNDSM-WerftNDSM-WerftNDSM-WerftNDSM-WerftNDSM-WerftNDSM-WerftNDSM-WerftNDSM-WerftNDSM-WerftNDSM-WerftNDSM-WerftNDSM-Werft

Im Sommer ist die NDSM-Werft eine von vielen Attraktionen Amsterdams und dann werden die Containertüren vielleicht offenstehen. Auf jeden Fall finden auf dem gesamten weitläufigen Freigelände jede Menge Events statt und in den nebenan liegenden IJ-Hallen ist an jedem letzten Wochenende im Monat der beliebteste Trödelmarkt Amsterdams und gleichzeitig der größte Flohmarkt Europas mit bis zu 750 Verkaufsständen zu besuchen. Verwirrtes Smiley

Am Rande des Geländes befindet sich die Anlegestelle des einzigen Pfannkuchenbootes Amsterdams. Pannenkoeken sind eine weitere niederländische Spezialität und über die Stadt verteilt gibt es einige Pfannkuchenlokale. Wir haben allerdings den Eindruck, dass die Preise Amsterdamer Touristenpreise sind und haben Pannenkoeken mal noch vertagt. Noch einen Reinfall brauchen wir nicht! Den hatten wir mit einem China-Lokal in der Nähe der Centraal Station. Eigentlich ist chinesisches Essen auch für Vegetarier eine gute Sache und so bestellten wir gebratene Nudeln mit Gemüse. Der Preis war in Ordnung und aus Erfahrung wissen wir, wie ein solches Gericht üblicherweise aussieht, nämlich viele verschiedene Gemüsesorten, im Wok geschwenkt und gut gewürzt in einer Soße, auf einer ovalen Platte serviert mit Reis oder eben Nudeln als Beilage. Wir bekamen je einen Essteller mit Nudeln, die weder angebraten noch irgendwie besonders gewürzt waren. Als „Gemüse“ lagen ein paar gekochte Kohlblätter obendrauf. Das war`s! Nicht einmal nachwürzen half und so gingen die Teller mehr als halbvoll wieder zurück. Die Kellnerin wunderte sich, dass wir so schnell fertig waren, fragte aber vorsichtshalber nicht nach, warum. So schlecht gegessen haben wir noch nirgendwo! Und dabei wäre es so einfach, bei der Vielfalt an (schon geschnittenem) Gemüse, das es überall gibt. Ein paar labberige Kohlblätter sind einfach eine Frechheit!!! Erzürnt

Pannenkoeken-Lokale

Fährlinie Pontsteiger Mit dem Pannenkoekenboot kann man für €21,50/Person 75 Minuten durch die Gegend schippern und dabei so viele Pfannekuchen (süß und pikant) essen, wie man mag und schafft. Wir haben uns (leider!) dagegen entschieden und wollten mit der nächsten Fähre um 16 Uhr wieder zur Centraal Station zurückfahren. Da noch etwas Zeit war, haben wir uns ein wenig am Pier umgesehen und mussten dann fast rennen, weil die Fähre schon 10 Minuten eher kam. Wir wunderten uns zwar, dass nicht alle wartenden Menschen einstiegen, ahnten aber nichts Böses. Als das Schiff dann allerdings mitten auf dem IJ nicht nach links abbog, sondern geradeaus auf das interessant aussehende torförmige Haus zufuhr, ahnten wir, dass es noch eine andere Fährlinie gibt! Die ging rüber nach Houthavens, einem weiteren aufstrebenden Stadtteil Amsterdams, gegründet 2010 rund um den alten Holzhafen. Das Gebäude heißt Pontsteiger und beherbergt ein Hotel mit 24 Zimmern und ansonsten Eigentumswohnungen. Der Ausblick von den oberen Etagen muss grandios sein!

Fähre Houthavens

Amsterdam Wir waren nur etwa 2km vom Hauptbahnhof entfernt und beschlossen, zu laufen. Das war eine sehr gute Entscheidung, denn wir kamen durch Wohnviertel, in denen wir sonst sicher nicht gelandet wären. Die Architektur sogar der ganz „normalen“ mehrstöckigen Wohnreihenhäuser ist irgendwie anders als anderswo. Ansprechender, phantasievoller, detailreicher. Und die Niederländer haben ein ausgesprochenes Faible für Kunst, in jeglicher Art.

Kunst in AmsterdamKunst in AmsterdamKunst in Amsterdam

HaarlemmerbuurtDas Gute am so drauflos laufen ist, dass man Stadtteile – der Kölner würde Veedel sagen – entdeckt, die man nicht „auf dem Plan“ hatte. So war es diesmal mit der/dem Haarlemmerbuurt, die/der sich nordwestlich des Hauptbahnhofs erstreckt. Buurt hat die Bedeutung von Veedel, wörtlich übersetzt Nachbarschaft. Eine Vielzahl an verschiedensten kleinen Geschäften, Lokalen, Coffee Shops, autofrei, die ehemalige Straße ist jetzt zweispuriger Fahrradweg. Cantas dürfen hier aber auch fahren!!! Smiley Leider nieselte es etwas, sodass ich nicht fotografiert habe. Als Entschädigung gibt es ein Panoramafoto vom Hauptbahnhof!

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P.S.: Wie immer könnt ihr die Fotos durch anklicken auf Originalgröße bringen (bessere Qualität) und den Fototext lesen, wenn ihr den Mauszeiger auf das Foto führt.

Eine Liebeserklärung

 

von Urk nach AmsterdamUnd jetzt sind wir endlich in Amsterdam!!! Verliebt Ich habe zu dieser Stadt schon seit meiner Zwanzigerjahre eine besondere Verbindung. Vom Ruhrgebiet aus, wo ich lebte, war man in gut 2½ Stunden dort, sogar wenn man, wie ich damals, mit Ente unterwegs war. An einem Samstag mit einer Freundin morgens los, ein paar Stunden Stadtbummel und abends wieder zurück war also kein Problem und stand immer mal wieder auf meinem Programm. Diese Stadt war so ganz anders als alle deutschen Großstädte, die ich kannte. Die Flower-Power-Zeit war dort schon in vollem Gange, als man in Deutschland gerade anfing, sich über die langen Haare der jungen Männer aufzuregen. Modisch gesehen waren die Niederlande Deutschland über bestimmt zwei Jahrzehnte um mindestens ein halbes Jahr voraus, sowohl bei der Sommer- als auch bei der Wintermode.

Mit 10 Jahren war ich das erste Mal mit meinen Eltern in Holland und ein unvergessliches Erlebnis war es, goldgelbe, knusprige Patatas frites mit Mayonnaise in einer Spitztüte aus Papier auf der Straße zu essen, mit den Fingern oder einer kurzen Holz- oder Plastikgabel mit zwei Zinken. DAS gab es in Deutschland nirgends! Die besondere Herausforderung bestand darin, so um die Mayonnaise herumzuessen, dass auch für die letzten Pommes ganz unten in der Tüte noch etwas davon übrig war. Wir waren noch oft im Urlaub in den Niederlanden und sicher verwundert es nicht, dass mein erster Freund ein Holländer war, oder? Zwinkerndes Smiley

Meine ältesten Freunde habe ich 1975 auf dem Campingplatz in Egmond aan Zee kennengelernt, im Jahr 2000 haben wir ein Wochenende lang dort unser 25-Jähriges gefeiert. Dieses Jahr werden es 45 Jahre! Erstauntes Smiley

In meinen Dreißigerjahren verbrachten wir einige Male ein verlängertes Wochenende in einem Hotel in Egmond direkt an der Promenade, das für „Karnevalsflüchtlinge“ ein besonderes Angebot bereithielt. Meine Eltern und Freunde von ihnen/uns waren ebenfalls immer gerne dabei. Auch im Winter kann es an der „Zee“ sehr schön sein, man muss halt etwas Glück mit dem Wetter haben.

Zwischen 1992 und 2000 war ich jeden Sommer mehrere Wochen mit meinem Bruder auf seiner Motoryacht in niederländischen Gewässern unterwegs, jedes Jahr in einem anderen Gebiet. Auf diese Art habe ich das Land und seine Besonderheiten gut kennengelernt. Teilweise lag ich mit dem Boot von Sonntag bis Freitag in einem Hafen, mein Bruder fuhr mit dem Zug nach Hause, kam nach einer Arbeitswoche wieder zurück und wir fuhren weiter. Manchmal passierte das sogar zweimal, ich hatte ja 6 Wochen Sommerferien. Smiley

Eine angenehme Tatsache war und ist es, dass fast alle Niederländer ausgezeichnet deutsch sprechen oder zumindest verstehen. Sie lernen es in der Schule und brauchen es für den Tourismus. Bei den jungen Leuten heutzutage scheint allerdings englisch an zweiter Stelle zu stehen, die mittlere und ältere Generation ist auffallend oft dreisprachig. Die niederländische Sprache ist als Text ziemlich gut zu übersetzen, es gibt viele Ähnlichkeiten, sowohl zu deutsch als auch zu englisch, nur verstehen kann man sie nicht! Laut lachen

Ist schon klar, dass ich zu den Niederlanden eine lange gewachsene Liebesbeziehung habe, oder???

Ein paar Besonderheiten, die uns aktuell auffallen:

– Es gibt kaum übergewichtige Menschen.

– Viele Kinder und Jugendliche grüßen beim Vorübergehen.

– Die Erwachsenen sind höflich, freundlich, gelassen.

– In den Supermärkten, auch den kleinen Lebensmittelgeschäften, gibt es ein überwältigendes Angebot an zerkleinertem, portioniertem Gemüse, schon fix und fertig für die Pfanne, den Wok oder den Kochtopf (Niederländer lieben Eintöpfe!).

– Die Auswahl an vegetarischen und veganen Lebensmitteln ist gigantisch!!! Und vegetarische/vegane Gerichte stehen in großer Anzahl ganz selbstverständlich auf allen Speisekarten, zu normalen Preisen. Sogar eine landestypische Spezialität, die „Bitterballen“ gibt es inzwischen als vegane Variante. Daumen hoch

– Friet Speciaal (Pommes mit Mayo, Curry-Ketchup und rohen Zwiebeln) oder Patat Saté/Patat Pinda (Pommes mit heißer Erdnusssoße) gibt es an jeder zweiten Straßenecke. Mindestens Mayonnaise (friet saus) ist immer dabei, wenn der Niederländer sein „frietje“ (so genannt im Süden und Osten des Landes) oder „patatje“ bestellt, das Zauberwort heißt „met“. Das reicht aus. Auf die Größe der Portion hat die Verniedlichung übrigens keinen Einfluss! Smiley

– Einige „Frittenbuden“, hier Snackbar genannt, verkaufen die anderen beliebten fritierten Leckereien wie Fikandel, Kroket, Bitterballen, Kaassoufflé, Bami und Nasi (als schijf = Scheibe oder bal = Kugel), Gehaktbal, Kipcorn auch in „gläsernen Wänden“. Das sind viele kleine mit Warmhalteplatten versehene Fächer, deren Glastüren sich öffnen lassen, wenn man den entsprechenden Geldbetrag in einen Schlitz geworfen hat. Als es noch den Gulden gab, benötigte man für die meisten dieser Snacks drei Kwartjes (75 Cent), jetzt geht unter 2 Euro nichts mehr! Zur Verdeutlichung: Der Umtauschkurs war 1 Euro = 2,20371 hfl (Niederl. Gulden)!!! In jeder Snackbar hängt ein Wechselautomat an der Wand, der das nötige Hartgeld ausspuckt. Früher wechselte man 1, 2½ oder 5 Gulden-Stücke (wer hatte schon so viele Kwartjes in seinem Portemonnaie!), heute 5 und/oder 10 Euro-Scheine. Der Name für diese niederländische köstliche Schnellverköstigung? Automatiek. Smiley mit geöffnetem Mund Meist steht allerdings „Febo“ draußen, eine Kette und mit seinem Gründer Johan Izaak de Borst der findige und geschäftstüchtige Erfinder im Jahre 1941. (Quelle: Wikipedia)

– Und darüberhinaus gibt es natürlich noch Fisch in allen Variationen. Von uns sehr geschätzt ist kibbeling, die niederländische Variante von fish ‘n chips.

Kibbeling

Lageplan Camping ZeeburgWenn euch jetzt noch interessiert, wo in Amsterdam wir stehen: Es gibt einen Campingplatz nur 5km vom Hauptbahnhof (Centraal Station) entfernt. Einen Wohnmobilstellplatz gibt es seit einiger Zeit zwar auch, aber erstens liegt der nicht zentraler, zweitens in einem Industriegebiet, was uns nicht sicher genug ist, zumindest nicht im Winter und drittens ist es dort teurer als hier. Wir stehen auf dem Campingplatz „Zeeburg“ auf einer Insel/Polderlandschaft zwischen dem Amsterdam-Rijnkanaal und dem IJ. Wie auf der Karte zu sehen (blauer Punkt), sind wir von Wasser umgeben und entsprechend ruhig ist es hier.

Lage des Campingplatzes (blauer Kreis)Lage des Campingplatzes (blauer Kreis)

Die „Pötte“ auf dem nahen Kanal hört man ganz leise brummen und zwischen den Bäumen hindurch kann man sie vorbeiziehen sehen. Auf der anderen Seite schaut man über das Wasser hinüber nach Zeeburgereiland. Die Niederländer sind ja genial darin, Wasserflächen bebaubar zu machen und so verwundert es nicht, dass der Campingplatz auch gerade vergrößert wird.

Camping ZeeburgCamping ZeeburgAmsterdam-RijnkanalNatur in AmsterdamCamping ZeeburgCamping ZeeburgCamping ZeeburgCamping Zeeburg

Es scheint aber gerade Baustopp zu sein, es gibt zwar einen Bauzaun, passieren tut aber nichts.

Camping ZeeburgCamping Zeeburg

Von unserem Platz aus können wir unter der Brücke des Autobahnringes A10 hindurch bis zur Fußgängerbrücke hinüber zum Steigereiland laufen. Dort ist seit 2005 eine „schwimmende Stadt“ entstanden, bestehend aus Häusern, die auf schwimmenden Fundamenten aus Betontanks errichtet wurden.

rund um den Campingplatzrund um den Campingplatzrund um den Campingplatzrund um den CampingplatzBlick auf Steigereilandschwimmende Häuser

Leben auf dem Wasser ist in den Niederlanden weitverbreitet und stellt bei steigendem Meeresspiegel eine durchaus interessante Alternative dar. So entstand der gesamte neue Stadtteil IJburg ab 2005. Er wird gebildet aus drei mit Brücken verbundenen Inseln: Steigereiland, Haveneiland und Rieteilanden. Wir hatten das Glück, ein fertiggestelltes Haus auf dem Weg dorthin zu sehen.

Wasserhaus

Amsterdam 5 Eine Möglichkeit für uns, in die City zu kommen, ist die Straßenbahnlinie 26 mit Endstation IJberg. Wir müssen neben dem Campingplatz auf die Amsterdamsebrug hoch und laufen dann in einem großen Bogen übers Wasser. Von oben hat man unter anderem solche Ausblicke:

HausbooteHausbooteHausbooteHausbooteHausboote

Anfahrt zum Campingplatz Auf dem Kartenausschnitt kann man gut erkennen, dass die Anfahrt zum Campingplatz ein paar Tücken hat! Von der A10 kommend muss man an der Kreuzung IJburglaan/Zuiderzeeweg nach links abbiegen und gleich darauf wieder nach rechts. Dort geht es vermeintlich aber nur auf einen P+R-Parkplatz. Uschis CoPilot hat sie geradeaus weitergeschickt und das Hinweisschild zum Campingplatz kann man wirklich leicht übersehen! Geradeaus geht es aber nicht zum Campingplatz, sondern über die Brücke des Kanals und weiter Richtung Innenstadt. Mein Tommie, obwohl nicht aktuell upgedated, schickte mich dann tatsächlich nach rechts! Nach Uschis Warnung hatte ich mir den Straßenverlauf auf Google Maps genau angeschaut und vertraute darauf, dass ich auf dem Parkplatz nicht mühsam würde wenden müssen. Man glaubt nämlich wirklich nicht, dass es nach der Einfahrt weiter geht! Verwirrtes Smiley

Ich sagte schon, dass wir super stehen, oder? Erstaunlicherweise ist auch jetzt, mitten im Winter, reger Publikumsverkehr. Die meisten bleiben aber weiter vorne stehen, sodass wir keine Nachbarn haben.

unsere Plätze

Jetzt in der Nebensaison kostet der Stellplatz incl. einer Person €16. Inbegriffen sind die Nutzung des (ganz neuen) Sanitärgebäudes, Sanitärgebäude Entsorgung, WLAN und Strom mit 10A Absicherung. Seit diesem Jahr erhebt die Stadt Amsterdam allerdings eine „Kurtaxe“, wohl eher Touristensteuer, von 7% des Übernachtungspreises plus €1 pro Person und Nacht. Wir zahlen also aktuell €18,12/Nacht.
 
 
In den Sommermonaten dürfte der Platz vor allem von jungen Rucksackreisenden frequentiert werden. Dafür sprechen die bunten, zahlreich vorhandenen „Cabins“ und „Wagonetten“. Sie stehen sehr dicht beieinander, bieten Platz für 2-4 Personen, wobei „Platz“ eigentlich nur Schlafplatz meint. Die Ausstattung ist äußerst minimalistisch und auf gutes Wetter ausgelegt. Aber vermutlich sind die Bewohner sowieso den ganzen Tag und die halbe Nacht (oder umgedreht) unterwegs und da reicht es dann, wenn man ein Bett hat. Cooles Smiley

Camping ZeeburgCamping ZeeburgCamping ZeeburgCamping ZeeburgCamping ZeeburgCamping ZeeburgCamping ZeeburgCamping ZeeburgCamping ZeeburgCamping Zeeburg

Auch hier möchte man (möchten wir) im Sommer wohl eher nicht sein, weder auf dem Campingplatz noch in Amsterdam selbst. Der Touristenansturm ist mittlerweile so groß, dass die Einheimischen schon protestieren. Aber Amsterdam liegt auch auf einem der vorderen Plätze der beliebtesten Großstädte Europas! Das untermauern die 8 Millionen Besucher pro Jahr eindringlich. Der absolute Wahnsinn sind allerdings die Radfahrer! 58% der Amsterdamer benutzen ihr „Fiets“ täglich, dazu kommen noch die Touristen auf ihren Mietfahrrädern. Überall in der Innenstadt sowie in allen Stadtteilen stehen Unmengen von Rädern abgestellt, an Laternenpfählen oder Brückengeländern angekettet, an Sammelplätzen und in sogenannten Fahrradgaragen, die sogar auf Schiffen zu finden sind. Endlose zweigeschossige Reihen mit ausgeklügelten Kipp- und Hebemechanismen. Maximale Parkdauer 7 Tage, dann bekommt das Rad eine Hinweismarkierung und wird danach vermutlich eingesammelt. Wir können uns vorstellen, dass viele Räder stehenbleiben, weil ihre Besitzer sie einfach nicht mehr finden. Laut lachen Und ein altes Rad entsorgen geht so auch ganz einfach.

RadgarageFahrräder in Amsterdam

Noch eine Besonderheit ist uns aufgefallen: Es gibt winzige „Autos“ für maximal zwei (schlanke) Personen. 2,28m lang, 1,10m breit, 1,63m hoch und mit €12.000 aufwärts gar nicht mal so preiswert. Sie werden ursprünglich als Behindertenfahrzeuge gebaut, dürfen ohne Führerschein auch auf Radwegen und sogar in Einkaufszentren gefahren werden und auf den Gehwegen parken. Inzwischen scheinen sie einen Kultstatus zu haben. Sie heißen Canta und sind sehr oft in rot unterwegs, vermutlich, damit man sie nicht aus Versehen übersieht! Smiley mit geöffnetem Mund

CantaCanta

Einen Behindertennachweis scheint man nicht zu benötigen! Die neuen Modelle fahren elektrisch. Es gibt alle möglichen Sonderausfertigungen, z. B. auch die Möglichkeit, mit dem Rollstuhl hineinzufahren und aus diesem heraus den Canta zu steuern! Auch im Behindertensektor waren die Niederlande immer schon Vorreiter, oder wer hat schon jemals in Deutschland ein Fahrrad gesehen, das einen Rollstuhl integriert hat? Mein Bruder und ich haben schon in den 1990er-Jahren geunkt, dass wir im Alter dann mal so durch die Gegend fahren könnten. Wäre jetzt an der Zeit!!! Sarkastisches Smiley

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See oder Meer?

 

Der Grund, warum wir nicht über Silvester in Elsfleth blieben, war profan, aber für uns bedeutungsvoll: Unser Internetvolumen war fast aufgebraucht. Und DVB-T funktionierte dort nicht. Silvester ohne die Möglichkeit, irgendeine Sendung im Fernsehen schauen zu können, erschien vor allem mir nicht besonders reizvoll. In Urk, wo wir sowieso hin wollten, gab es ein freies WLAN. Wenn wir gewusst hätten, dass die Bedingungen dort zu Silvester so sein würden, dass keiner von uns nach fernsehen sein würde, wären wir in Elsfleth geblieben, Internet hin oder her. Aber so ist das mit den Erfahrungen, man muss sie erst machen, bevor man weiß, was richtig und was falsch war. Zwinkerndes Smiley

Urk ist ein nettes holländisches Städtchen und der Stellplatz liegt zentral und malerisch am Hafen. Er ist mit allem ausgestattet, was man braucht und mit €10/Nacht absolut akzeptabel, zumal der Strom und zeitunabhängiges Duschen in einem großzügig gestalteten Sanitärgebäude inbegriffen sind.

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Wir kamen am 30. Dezember am Nachmittag dort an und hielten die Knallereien auf dem benachbarten PKW-Parkplatz für zwar unangenehm, aber da mussten wir halt durch, einen Tag vor Silvester. Gut, es war etwas heftiger, als wir es aus den letzten Jahren in Deutschland gewöhnt waren. Am Dienstag waren alle Geschäfte geschlossen, Silvester scheint in den Niederlanden schon ein Feiertag zu sein. Wir hätten unsere Mobile auch nicht allein stehengelassen, nach dem, was ab 11 Uhr vormittags abging. Aber darüber habe ich ja schon berichtet…

So kamen wir erst am Neujahrstag dazu, einen Spaziergang durch das Städtchen zu machen und fanden es allerliebst, von den überall verstreuten Spuren der Silvesterknallerei mal abgesehen. Ich bin schon seit bestimmt 20 Jahren nicht mehr in Holland gewesen, ein kurzer Segeltörn auf einem Plattbodenschiff im Spätsommer 2002 nicht mitgerechnet. Beim Schlendern durch die schmalen Gässchen wusste ich sofort wieder, warum es mir früher in Holland immer so gut gefallen hat. Unsere niederländischen Nachbarn haben ein ausgeprägtes Faible dafür, ihr Zuhause schön zu machen und sie haben ein gutes Gefühl für Arrangements. Das ist erkennbar daran, wie liebe- und phantasievoll sie ihre oft winzigen Vorgärten gestalten und an der Dekoration ihrer Fenster. Wie für die Niederlande typisch sind auch in Urk hohe Fenster üblich mit sehr tiefsitzenden Fensterbänken. Es scheint niemandem etwas auszumachen, dass jeder, der vorbeigeht, in die Wohnungen hineinschauen kann. Gardinen und Vorhänge sind ja nicht üblich, aber vielleicht möchte man mit den Dekorationsgegenständen die Aufmerksamkeit der Vorübergehenden binden, damit sie vorbei sind, bevor sie Zeit gehabt haben, in die Stube zu schauen. Cooles Smiley

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Wir hatten schon für 6 Nächte gezahlt und hofften ja auch, dass es mit jedem weiteren Tag weniger werden würde mit der Lärmbelästigung. So kam es zu weiteren Spaziergängen zum Leuchtturm, zum einzigen kleinen Strand und durch den Hafen.

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UrkIn der Nähe des Leuchtturms gibt es ein Denkmal. Eine Fischerfrau hält Ausschau nach dem zurückkehrenden Schiff ihres Mannes. Rundherum an den Wänden sind Tafeln angebracht, die mit Jahreszahl und Namen auflisten, wieviele Seeleute nicht mehr lebend zurückkamen. Die Aufzählungen begannen im 18. Jahrhundert und endeten 2015. In manchen Jahren gab es gar keine Toten, irgendwann wurden die Namen um den Namen/die Kennung des jeweiligen Schiffes ergänzt und da konnte man ablesen, dass manchmal drei oder vier Männer einer Familie gleichzeitig auf See geblieben sind. Unvorstellbares Leid!

Urk verlor seine Bedeutung als Fischereihafen 1932 mit dem Bau des Abschlussdammes, der die ehemalige Zuiderzee zum offenen Meer abtrennte, was der Landgewinnung und dem Küstenschutz diente. Da der größte Teil der Niederlande unter dem Meeresspiegel liegt, ist der Deichbau immer schon von größter Bedeutung. Trotzdem wurde das Land immer wieder von verheerenden Sturmfluten heimgesucht. Schon im 17. Jahrhundert gab es Pläne für eine Abtrennung der Zuiderzee, die aber mit den damaligen technischen Mitteln nicht umzusetzen waren. Erst 1927 begannen die Bauarbeiten. Mit der vollendeten Schließung der Nordseebucht Zuiderzee entstand über die Jahre ein großer Süßwassersee. See heißt im Holländischen „Meer“ (und unser deutsches Meer heißt „Zee“) und so entschied man sich für der Namen „IJsselmeer“, weil der Fluss IJssel hier seine Mündung hat.

UrkWir blieben bis zum Sonntag. Das Wochenende wurde noch einmal heftig. Nicht nur, dass immer wieder unvermittelt irgendwo eine Böllerei losging, sondern auch, weil niederländische junge Männer offenbar nichts lieber tun, als bis in die frühen Morgenstunden hinein mit ihren frisierten Mopeds durch die Gegend zu knattern, am liebsten da, wo sie möglichst viele Menschen stören. Dazu kamen Horden von grölenden Nachtschwärmern! Im Hafenbereich gibt es einige Lokale, außerdem ist ein Hafen immer ein beliebter Treffpunkt. Wir standen zwar nicht allein auf dem Stellplatz, aber doch gut sichtbar und nicht geschützt. Gut geschlafen haben wir nicht! Und wenn man so wach liegt und das Treiben draußen anhört, kommen einem alle möglichen Gedanken aller möglichen Schikanen und man wird sich seiner eigenen Angreifbarkeit doch sehr bewusst.

Urk hat uns wirklich gefallen, aber auf diesen Wohnmobilstellplatz werden wir sicher nicht mehr fahren. Sehr schade! Trauriges Smiley

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written by Ingrid
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P.S.: Wie immer könnt ihr die Fotos durch anklicken auf Originalgröße bringen (bessere Qualität) und den Fototext lesen, wenn ihr den Mauszeiger auf das Foto führt.

Navigare necesse est

 

Ich springe noch einmal kurz zurück in das letzte Jahrzehnt!

Am 2. Weihnachtstag bugsierten wir Oscarlotta wieder durch die Deichlücke und verabschiedeten uns von Luise. Mit viel Wehmut, weil dies das letzte Mal gewesen sein kann, dass wir auf diesem tollen Privatstellplatz gestanden sind. Weinendes Smiley

bei Luise

Ich wollte unbedingt mal auf die „Platte“ nach Cuxhaven und hatte mir überlegt, dass am Donnerstag die Weihnachter vielleicht wieder nach Hause gefahren sind und die Silvesterer erst am Freitag kommen und wir somit eine Chance auf einen bzw. zwei Plätze in der ersten Reihe haben würden. Wie naiv von mir!!! Erstauntes Smiley Schon vom unteren Parkplatz aus war sichtbar, dass der Platz VOLL ist. Wir gingen trotzdem mal zu Fuß gucken. Es gibt 100 Stellplätze auf einer großen gepflasterten Fläche, teilweise total schräg. In der ersten Reihe überwiegend große, teure Wohnmobile, fast überall stand noch ein PKW quer. Sie schauten allerdings fast alle vor die Bordwand eines Frachtschiffes! Nur wenige Plätze boten einen Blick aufs Wasser, aber auch da geht schön anders. Wir hätten mittendrin sogar noch zwei Plätze nebeneinander bekommen können, aber die waren sooo schief, nein danke. Überhaupt gefiel es uns dort absolut nicht! Und so war ohne Diskussionen klar, dass wir nicht bleiben würden.

CuxhavenCuxhavenCuxhaven

Uschi weiß ja immer noch mindestens eine Alternative und die hieß Elsfleth. Das ist ein kleines Städtchen ungefähr mittig zwischen Bremen und Bremerhaven, aber links der Weser. Der Stellplatz bietet Stellflächen für 28 Wohnmobile und liegt im Hafengebiet direkt an der Hunte, einem Nebenfluss der Weser. Die Anfahrt gestaltete sich etwas schwierig, da die Hauptzufahrtsstraße wegen Bauarbeiten gesperrt und keine Umleitung ausgeschildert war. Uschi gab mir die Bedingungen zwar durch, trotzdem bog ich an einer T-Kreuzung verkehrt ab, weil mir die andere Richtung sehr eng aussah. Es wurde aber noch viel enger! Krankes Smiley An den parkenden PKWs kam ich nur vorbei, weil ich den Bürgersteig als Fahrbahnerweiterung nutzte. Zum Glück gab es keine Straßenlaternen oder überhängende Balkone! Ich liebe meine Oscarlotta, aber das, was sie als Wohnmobil so angenehm macht, ist, wenn sie als Reisemobil fungiert, ab und zu von Nachteil. Nachdem ich eine große Ehrenrunde gefahren hatte, kam ich genau dort wieder heraus, wo ich von der Hauptstraße abgebogen war. Okay, jetzt musste ich dann wohl an der T-Kreuzung nach rechts! Es kam mir zum Glück niemand entgegen und bald sah ich Uschi schon wartend und frierend auf der Straße stehen. Jetzt noch durch ein schmales Tor und ich war da! Sehr schön, außer uns gab es nur ein weiteres Wohnmobil!

Elsfleth

Es war Kaffeezeit, aber bis ich nach einem Fahrtag meine Wohnordnung wieder hergestellt habe, dauert es ein wenig. Uschi hatte schon herausgefunden, dass es in 200m ein Café geben sollte. Ob das am 2. Weihnachtstag allerdings geöffnet sein würde? Wir versuchten unser Glück! Café am Markt stand an einem Haus, allerdings sah es hinter der Eingangstür eher aus wie an der Rezeption eines Hotels. Über dem Durchgang ein Stück weiter stand allerdings „Café und Restaurant“. Ich wunderte mich, dass in dem Bereich bis dorthin mehrere ältere Menschen mit Rollatoren saßen! Der Caféraum war mit gedeckten Tischen bestückt, aber leer. Irgendetwas war seltsam! Uschi ging noch einmal heraus und fragte, ob dies wirklich das Café am Markt sei? Nein, das gäbe es schon lange nicht mehr, aber einen Kaffee und ein Stück Kuchen würden wir trotzdem bekommen. Wir nahmen Platz und bemerkten, dass die Serviettenringe aufgedruckte Namen aufwiesen. Die nette Dame, die unsere Wünsche entgegen nahm, bejahte unsere vorsichtige Frage, ob wir in einem Altenheim seien, beteuerte aber gleichzeitig, dass es sich auch um ein öffentliches Café handele. Ich fragte sie später, ob das wirklich so sei oder ob sie nur nett zu uns sein wollte, so nach dem Motto, wir könnten ja die nächsten Bewohner sein. Smiley mit geöffnetem Mund Sie erzählte uns, dass es in ihren beiden Häusern auch einen öffentlichen Mittagstisch geben würde und gab uns sogar eine Speisenübersicht für die laufende Woche mit. Nun sind wir ja nicht die Mittagessenliebhaber, aber die Sache an sich ist natürlich super. Ich könnte mir vorstellen, dass das von Wohnmobilisten bestimmt gerne in Anspruch genommen wird, vorausgesetzt, man erfährt davon. Vielleicht ist das Aufgabe der Touristeninformation, die ihren Pavillon am anderen Ende des Hafenbereichs hat, gerade aber bis zum 7. Januar geschlossen war. Dort kann man normalerweise auch Duschen und Toiletten benutzen.

ElsflethElsfleth

Der Ort ist überschaubar und verfügt nur über ein paar Geschäfte. Ein großer Edeka-Markt ist in ca. 300m Entfernung und ungefähr 500m vom Stellplatz entfernt findet man an der B212 einen gut sortierten Rewe-Markt sowie einen hochmodernen Aldi und einen Lidl. Einkaufstechnisch also vom Feinsten! In der wärmeren Jahreszeit wird der Stellplatz bestimmt gut frequentiert sein, man kann Rad fahren oder baden oder Vögel beobachten direkt gegenüber auf dem Elsflether Sand, einer Halbinsel zwischen der Hunte und der Weser. Erreichbar über das Huntesperrwerk, das pro Stunde für wenige Minuten nur für Fußgänger und Radfahrer geöffnet wird. Und nicht nur die Touri-Info mit ihrem Panorama-Restaurant hat dann im Sommer geöffnet, sondern auch die italienische Eisdiele im Ort! Cooles Smiley

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Eine Touristenattraktion ist der Dreimast-Gaffelschoner „Großherzogin Elisabeth“, ein Segelschulschiff von 1909. Es ist immer noch in Betrieb, im Frühjahr und Herbst mit Ausbildungsfahrten der Nautikstudenten des Fachbereichs Seefahrt der Jade Hochschule und im Sommer werden Wochenendfahrten für jedermann durchgeführt. Bei Besichtigungen erhält man mit dem Stellplatzticket (€8/Nacht, zahlbar an einem Kassenautomaten) 50% Ermäßigung. Jetzt lag das Segelschiff festgemacht und nicht zugänglich am Kai und so blieb uns nur, das Anlegemanöver eines Frachtkahns zu beobachten.

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So klein Elsfleth auch ist, so bedeutend ist seine Vergangenheit. Begünstigt durch seine Lage am Zusammenfluss von Weser und Hunte sowie durch die Nähe zur Nordsee entwickelte sich früh eine Verbundenheit zu Seefahrt und Schiffbau. 1875 gehörte Elsfleth zu den größten Reedereiplätzen Deutschlands. 22 Reedereien waren hier ansässig und mehrere Werften bauten Segelschiffe. Bereits 1832 wurde eine Navigationsschule gegründet, aus der die heutige Seefahrtschule hervorging.
(Quelle: Wikipedia)

Elsfleth

Im Laufe der nächsten Tage kamen noch einige weitere Wohnmobile, aber voll wurde es nicht. Uschi zog um auf die nächste Spur, damit ihr Solarmodul eine Chance hatte, die Sonne einzufangen. Der Plan war, über Silvester dort zu bleiben. Warum wir uns umentschieden haben, das ist eine andere Geschichte. Zwinkerndes Smiley

Elsfleth

written by Ingrid
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P.S.: Wie immer könnt ihr die Fotos durch anklicken auf Originalgröße bringen (bessere Qualität) und den Fototext lesen, wenn ihr den Mauszeiger auf das Foto führt.

Silvester? Bitte erst nächstes Jahr wieder!!!

 
Es ist Silvesterabend.
Ich bin bekennender Silvesterfeuerwerksundknallereifan. Ja, natürlich ist das ein eigentlich und absolut völlig überflüssiges Geschehen; mit dem Geld, das da innerhalb weniger Stunden in die Luft geballert wird, könnte man seeeeehr viel gescheiteres anstellen. Und die ganze Tierwelt kann einem nur Leid tun! Von der Umweltverschmutzung wollen wir besser erst gar nicht reden!!! Ich ballere nicht selbst, aber die Knallerei und der Lichterzauber um Mitternacht haben mir immer schon gefallen. Bisher!!! Erstauntes Smiley Wir stehen seit gestern in Holland am Ijsselmeer in einem kleinen, beschaulichen Städtchen namens Urk, direkt am Hafen auf einem offiziellen Wohnmobilstellplatz. Seit gestern werden wir beschallt! Nicht nur ab und zu, sondern permanent. Der Stellplatz ist ein abgeteilter Bereich eines Großparkplatzes und dort fuhren laufend PKWs mit jungen Männern hin, der Kofferraum wurde geöffnet und es wurde geballert, was das Zeug hält! Dann fuhr man mit absolut überhöhter Geschwindigkeit aus dem Hafenbereich wieder heraus. Ich stehe mit Oscarlotta direkt an der Straße, der Stellplatz verfügt über 20 Plätze und Uschi hat nur noch diese zwei nebeneinanderliegenden Plätze bekommen, alles andere war voll, überwiegend mit deutschen Wohnmobilen. Die Nacht war ab 2 Uhr einigermaßen ruhig, aber ab 11 Uhr am Vormittag ging es wieder los. Und hörte nicht mehr auf! Enttäuschtes Smiley Erst fand ich es ja noch nett, schon lange vor Mitternacht Feuerwerk zu erleben. Wenn es aber über Stunden immer mehr und lauter wird, ist es irgendwann nicht mehr lustig, sondern nur noch lästig. Als dann aber Jugendliche von der anderen Straßenseite aus anfingen, Böller unter Oscarlotta hindurchzuwerfen und oben über die nachfolgenden Mobile, hörte der Spaß ganz sicher auf! Das Dumme war, dass es angefangen hatte, total neblig zu sein. Ich rief ein paarmal über die Straße, dass sie aufhören sollen mit dem Sch… und dass ich die Polizei rufen würde und ging, als das keinen Erfolg hatte, in ihre Richtung. Aber ich sah noch nicht einmal, wohin ich ging, keinen Meter weit. Folglich konnten sie mich auch nicht sehen und die Gefahr, dass mir ein Feuerwerkskörper entgegenkommen würde, war mir zu groß! Einer der Nachbarn war auch unterwegs, aber er war ebenfalls erfolglos. Ein belgischer Wohnmobilist hatte vorher schon versucht, den Jugendlichen klarzumachen, dass ihr Verhalten gefährlich für uns werden kann. Zwei Stunden war Ruhe, sie waren, wie sich herausstellte, auf dem gegenüberliegenden Schiff gewesen, legal oder illegal, mit oder ohne Alkohol. Jetzt ging es wieder los! Der Nebel hatte sich etwas verzogen und ich konnte sieben Halbwüchsige erkennen, die sich gegenseitig mit Feuerwerkskörpern bewarfen und sich damit brüsteten, wer sie am längsten in der Hand behielt. Im letzten Moment wurden sie weit von sich geschleudert, nicht sehr kontrolliert. Das wurde mir zu bunt! Erzürnt Ich wählte die 112, ein Mann fragte, ob ich die Feuerwehr, die Notambulanz oder die Polizei bräuchte und verband mich dann mit der Polizeidienststelle vor Ort. Eine Polizistin, die deutsch verstand, versprach, einen Streifenwagen zu schicken. Als die Herumwerferei immer mehr ausartete, ging ich raus und stellte mich sichtbar zusammen mit Uschi hinter Oscarlotta. Zum Glück kamen einige der Nachbarn dazu und die Jugendlichen traten den Rückzug an. In dem Moment kam ein Polizeiwagen, bog aber leider in die verkehrte Richtung ab und umrundete den gesamten Großparkplatz. Bis er bei uns angekommen war, waren die Jugendlichen natürlich längst verschwunden. Die Polizisten waren sehr nett, der Belgier teilte ihnen noch seine Version mit und sie sagten, wenn noch etwas sei, sollten wir wieder anrufen.
Das war gegen 21 Uhr und selten habe ich einen Jahreswechsel so herbeigesehnt! Augen rollendes Smiley 10 Stunden Zwangsgeböller können einem wirklich aufs Gemüt schlagen. Könnte es noch eine Steigerung geben? Eine Stunde vor Mitternacht wurde es fast ruhig, aber kurz vor 12 kam der Höhepunkt!!! Rundherum, zum Glück mit ausreichendem Abstand, wurden professionell anmutende Feuerwerke zelebriert. Was es da inzwischen alles gibt! Im Sekundentakt werden immer andere Raketen in den Himmel geschossen. Ich muss gestehen, dass mir das trotz allem sehr gut gefallen und mich mit den Begebenheiten des Tages etwas versöhnt hat. Smiley Aber ganz sicher werden wir kein weiteres Silvester in den Niederlanden oder in Belgien verbringen. Wir wussten nicht, dass es in diesen beiden Ländern so verrückt zugeht!!!

Wir hoffen, ihr seid alle gut in das neue Jahr hineingekommen, feiernd, knallend oder schlafend!
Bei uns ergab sich über Instagram noch eine nette schriftliche Konversation auf spanisch mit einem mir völlig unbekannten Argentinier, dessen Account ich folge. Der musste noch vier Stunden länger auf das neue Jahr warten. In Südamerika könnte es ebenfalls laut werden, aber ob man da auch so viel Geld übrig hat wie offensichtlich hier, keine Ahnung!

 

Alles Gute für 2020!!!

 

Wir wünschen unseren Lesern einen fröhlichen, bunten, lauten und lustigen Jahreswechsel!!!

Und falls das vergangene Jahr die Voraussetzungen dafür nicht geschaffen haben sollte, möchten wir mit diesem Foto daran erinnern, dass die Sonne jeden Morgen wieder aufgeht. Nicht immer sichtbar, nicht immer so bunt, aber sie geht auf!

Sonnenaufgang

Auf ein friedliches und gesundes 2020!!!

Verosten in Osten an der Oste

 

Drei Jahre waren wir schon nicht mehr an der Oste gewesen! 2016 hatte Oscarlotta auf Luises Garagenhof gestanden und Sommerurlaub gemacht, während wir mit Fix und Boxi in Nordamerika waren. Mit einem kurzen Abstecher nach Heide und zum dortigen Weihnachtsmarkt fuhren wir mal wieder hin.

Der Wohnmobilstellplatz in Heide liegt unverändert am Freizeitbad „Dithmarscher Wasserwelt“. Bei unserem ersten Besuch 2010 war er noch kostenfrei, inzwischen kostet die Nacht €7, zu zahlen an einem Kassenautomaten. Die 16 Plätze sind wagenburgartig angelegt, vordere Breite 3 Meter, Länge ca. 10 Meter, nach hinten (wie bei Tortenstücken) wird die Breite entsprechend größer. Der Platz war fast leer, aber auch sehr schlammig (trotz Rasengittersteinen), sodass nicht alle Stellplätze in Betracht kamen.

HeideHeide

Wir liefen am nächsten Nachmittag in die Stadt, eine Strecke von ungefähr 3km. Heide ist nicht sehr groß, brüstet sich aber mit dem größten Marktplatz Deutschlands. Dort war natürlich der Weihnachtsmarkt angesiedelt. Nichts Außergewöhnliches, außer vielleicht das Riesenrad, ansonsten trotz der zur Verfügung stehenden Fläche eher klein und wieder überwiegend Buden mit Essen und Trinken. Ich bin etwas enttäuscht dieses Jahr! Vielleicht liegt meine Messlatte nach der letzten Adventszeit im Allgäu einfach zu hoch???

Uschi gefiel die Kirche mit dem schmalen Turm besonders gut und ich bekam dann auf dem Rückweg noch meine Weihnachtsbeleuchtung. Smiley

HeideHeide

Am Mittwoch ging es über die Elbe, Glückstadt – Wischhafen, Kosten für Oscarlotta und mich €21 (Länge des Fahrzeugs + Personenanzahl). Im Sommer steht man schon mal „etwas“ länger an der Fährzufahrt, diesmal ging es schon nach 20 Minuten aufs Schiff. Die Überfahrt dauert ca. 25 Minuten, je nach Wasserstand.

Glückstadt-WischhafenGlückstadt-WischhafenGlückstadt-WischhafenGlückstadt-Wischhafen

Der LKW mit geladenen PKWs, der vor mir gestanden hatte, bog an der nächsten großen Kreuzung nicht nach links ab, obwohl kein Querverkehr zu sehen war. Wusste der Fahrer nicht, wo er hin wollte? Nachdem er endlich doch abgebogen war und ich hinter ihm ebenfalls, blieb er mitten auf der Straße stehen. Da kein Gegenverkehr kam, zog ich an ihm vorbei und sah erst da, dass er vor Sperrgittern stand. Die Strecke war nur für Anlieger bis zur Baustelle freigegeben! Er wusste also offenbar auch nicht von dieser Besonderheit, genauso wenig wie ich. Ich fuhr durch und drehte wenige Meter weiter auf einem Supermarktparkplatz. Dann blieb mir nichts anderes übrig, als der Umleitungsstrecke zu folgen. Wo ich war, wusste ich absolut nicht mehr! Aber mein CoPi, der mich zu Beginn in die kleinsten Nebensträßchen abbiegen lassen wollte, bekrabbelte sich und irgendwann kannte ich mich wieder aus. Der LKW war wieder vor mir, wollte offenbar dahin, wohin ich auch wollte, blinkte am entsprechenden Wegweiser links und fuhr dann doch geradeaus weiter. Die Straße war für LKWs nicht erlaubt! Ich beschloss mal wieder, dass Oscarlotta ein Wohnmobil ist und kein LKW und bog ab. Das war gut, weil kürzer, aber schlecht, weil die Straße in einem katastrophalen Zustand war. Weniger Kilometer waren es sicher, aber schneller ganz sicher nicht. Verwirrtes Smiley

Irgendwann sah ich die alte Windmühle ohne Flügel und wusste, jetzt muss ich abbiegen und bin auf der Zielgeraden. Uschi war auch gerade erst angekommen und lotste Oscarlotta und mich durch die Deichlücke auf den Parkplatz vom „Seefahrer“. Viel Platz bleibt da immer nicht rechts und links und vorne und hinten. Aber das haben wir ja schon einige Male exerziert und bisher hat es immer ohne Kratzer geklappt.

bei Luisebei Luisebei Luise

Es ist immer wieder herrlich an der Oste, egal zu welcher Jahreszeit! Diese Ruhe, diese friedliche Stimmung, der Fluss, der mal da und mal weg ist. Die Oste, als Nebenfluss der Elbe, ist nämlich gezeitenabhängig und hat schon viele Touristen verwirrt, weil sie mal in die eine und Stunden später in die entgegengesetzte Richtung fließt! Erstauntes Smiley

bei Luisebei Luisebei Luisebei Luisebei Luisebei Luisebei Luisebei Luisebei Luisebei Luisebei Luisebei Luise

Der Pächter, mit dem Luise leider zunehmend mehr Schwierigkeiten hatte, hat erfreulicherweise in der Zwischenzeit drei Stromsäulen mit Zählern installiert, sodass unsere Stromversorgung gewährleistet war. Das Wasser war noch nicht abgestellt, Waschmaschinen- und Duschnutzung gab es bei Luise und für Bestellungen im Internet hatten wir mal wieder eine Adresse. Perfekt! Luise freute sich, uns mal wieder zu sehen und wir freuten uns, mal wieder hier zu sein (und umgedreht). Zwinkerndes Smiley

Luise backt gut und gerne, Luise kocht gerne und gut! Ich richtete ihr ihr neues Smartphone ein, wir quatschten, wir wuschen, wir aßen, wir gingen hinter und auf dem Deich spazieren, wir duschten ohne Zeitbegrenzung, wir beobachteten die Oste beim Hin- und Herfließen, wir fuhren zu dritt in den Nachbarort zum Chinesen-Büffet und zu zweit mit Luises PKW nach Stade. Dort war ich dann weihnachtsmarktmäßig endlich einigermaßen bis ziemlich zufrieden. Vielleicht, weil ich mir absolut keine Hoffnungen mehr gemacht hatte!? Stade ist ja sowieso ein hübsches Städtchen und im Lichterglanz mit sogar zwei (!) Weihnachtsmärkten sehr attraktiv.

StadeStade Stade Stade

Luise schien sich zu freuen, wenn wir über Weihnachten bleiben würden und sie musste sich nicht sonderlich bemühen, uns zu überreden, Cooles Smiley

bei Luisebei Luisebei Luisebei Luisebei Luise

Der Blogtitel beinhaltet übrigens ein Wortspiel! Weil es bei Luise an der Oste so wunderbar geruhsam ist, gerät man leicht in die Gefahr, länger zu bleiben als geplant und dabei zwangsläufig zu ver(r)osten. Smiley mit geöffnetem Mund

bei Luise 

written by Ingrid
photos taken with iPhone and HUAWEI P10 Lite

P.S.: Wie immer könnt ihr die Fotos durch anklicken auf Originalgröße bringen (bessere Qualität) und den Fototext lesen, wenn ihr den Mauszeiger auf das Foto führt.

Fröööööhliche Weihnachten!!!

 
 

Damit ist der diesjährige Adventskalender auch schon wieder zu Ende!
Es wird euch aufgefallen sein, dass er diesmal etwas „anders“ war.
Wer möchte, kann noch einmal auf das Bild klicken und
wer, wie immer, alle 24 Türchen-Inhalte auf
einmal sehen möchte, der klicke „hier

Geschenk

Tönning – kleine Stadt mit großer Geschichte

 
Über die Wohnmobilplätze in Tönning hatte ich im Sommer mal was im Internet gefunden und beschlossen, dass ich dort hin möchte. Jetzt war die Gelegenheit günstig, denn wir waren schon ganz in der Nähe. Ein weiterer Anreiz war die Info, dass es an den Adventswochenenden in einem Packhaus am Hafen eine große Kunsthandwerkerausstellung geben sollte.

Es waren nur 25km von Husum aus, also überschaubar! Ich fahre mit der Navi-App „CoPilot“ für Wohnmobile und meistens bin ich einverstanden mit den Vorschlägen, die mir gemacht werden. So wunderte ich mich auch zunächst nicht, als ich in etwas kleinere Straßen gelotst wurde, zumal mir Uschi per SMS schon mitgeteilt hatte, dass es zum Schluss etwas eng würde. Das wurde es! Mir fiel auf, dass die Passanten erstaunt guckten, aber ich war überzeugt davon, dass alles richtig ist. Die Straße Richtung Marktplatz war zwar mit Gegenverkehr, aber so schmal, dass zwei Autos nicht mehr aneinander vorbei passten, zumal auf der einen Seite PKWs parkten und auf der anderen alle paar Meter Begrenzungspfosten standen. Hmmm!!! Drehen ging nicht, rückwärts fahren erst recht nicht, also Augen zu und durch! Die Straße war zum Glück nicht sehr lang und alle Entgegenkommenden waren verständnisvoll oder zumindest geduldig und freundlich und quetschten ihr Auto in die Lücken zwischen den Pfosten. Ich habe aber auch eindeutig einen Bonus. Zuerst sieht man nur ein größeres Wohnmobil und regt sich (vielleicht) auf. Dann sieht man eine einzelne, ältere Frau im Fahrerhaus. Weibliche Fahrer sind dann in der Regel voller Bewunderung, männliche vielleicht eher voller geringschätzigem Mitleid, auf jeden Fall bekomme ich meistens ein Lächeln zurück, wenn ich mich bedanke. Smiley

Tönning Ich fuhr mitten über den Marktplatz und eine kleine Straße zum Deich hoch. Als ich um die Kurve biegen wollte, sah ich am Ende Sperrpfosten. Mein CoPi meinte, dass ich am Ziel sei. Rechts oder links? Ich entschied mich für rechts, vor dem Gebäude am Ende des Zufahrtsweges könnte ich zur Not wohl drehen. Ganz zum Schluss sah ich ein geparktes Wohnmobil und tatsächlich ging es hinter dem Gebäude rechtwinklich auf den Platz. Uschi war ganz erstaunt, als sie Oscarlotta hörte bevor sie sie sah, denn die eigentliche Zufahrt war natürlich ganz woanders.

Der Stellplatz gehört zu dem Campingplatz „Comfort-Camp Eider“. Es gibt sogar zwei voneinander getrennte Stellplätze, beide mit Blick auf die Eider, der eine etwas kleiner (33 Plätze) für etwas kürzere (bis 7m) Mobile, der andere mit 52 Plätzen auch für lange Mobile. Dort hatte Uschi uns zwei Plätze am Rand ausgesucht, wobei mein Platz wegen der Zufahrt zur ersten Reihe besonders breit war, sodass ich Oscarlotta quer stellte. In der ersten Reihe kosten die Plätze €14 statt €12, das macht im Sommer sicher Sinn, aber nicht jetzt. Wir sahen auch so genug.

Tönning

Bezahlen muss man an einem Kassenterminal ausschließlich mit Karte. Das ist nicht sonderlich kompliziert, aber etwas zeitaufwändig, weil man seine sämtlichen Daten incl. eMail-Adresse eingeben muss und das Drücken einer Taste nicht zwangsläufig auch einen Buchstaben auf dem Display ergibt, was man aber natürlich erst merkt, wenn man schon weitergeschrieben hat. Zwinkerndes Smiley Man bekommt eine Platzübersicht angezeigt, auf der auch ersichtlich ist, ob der ausgewählte Platz evtl. bereits reserviert ist und so wurde auch noch einmal klar, dass mein Platz wirklich so groß ist. Fein! Dann hatte ich einen schönen Blick durch meine Seitenfenster auf die Eider.

Tönning Um 20:25 klopfte es bei mir! Ob ich mein Mobil bitte anders hinstellen könnte!? Es ergab sich ein Argumentieren in alle Richtungen. Ja, es sei nur ein Platz. Ja, es würde so eindeutig mehr Platz zum Durchfahren bleiben. ABER – wenn ein Mobil quer stehen würde, dann würden sich andere auch quer stellen. Ich möge doch also bitte… Okay Enttäuschtes Smiley aber erst am nächsten Mittag! Da musste ich dann ziemlich weit auf Kante fahren, weil ich sonst mit dem Fahrradträger nicht weit genug über die Böschung gekommen wäre. Wenn ich vorwärts eingeparkt hätte, hätte hinter mir jedes ankommende Mobil unter tiefhängenden Ästen durchgemusst. Also eindeutig kein Platz für ein längeres Fahrzeug, außer es darf quer stehen!!! Auf der rechten Seite war jetzt von den Ausmaßen her ein ganzer Platz frei und prompt stellte sich im Laufe des nächsten Abends dort jemand hin. Das wird in der Hauptsaison schätzungsweise dauernd passieren. Am Kassenautomaten stellen die Leute dann allerdings fest, dass es für ihren Platz keine Nummer gibt und sie somit nicht bezahlen können und auch keinen Strom bekommen! Wenn der Platz voll ist, sicher eine gern genutzte Gelegenheit, umsonst zu stehen. Da muss der Betreiber dann also auch diskutieren. Könnte man es nicht so kennzeichnen, dass klar ist, DIESER Platz ist extra für ein großes Mobil? Alle anderen Plätze waren sowieso mit Linien begrenzt und die in der ersten Reihe bestanden aus geschotterten Fahrspuren und daneben Rasenflächen für Tisch und Stühle. Wer stellt sich da quer?

Wir unternahmen einen Erkundungsgang. Direkt an der Eider führt ein asphaltierter Rad- und Fußweg bis zum Hafen und in die andere Richtung schätzungsweise bis zum Eidersperrwerk.

TönningTönningTönningTönning

Tönning Der Hafen war mal sehr bedeutsam und stark frequentiert. Er wurde 1613 in seiner heutigen Form gegraben und bot einen Anlegeplatz für die Schiffe, die Eiderstedts landwirtschaftliche Produkte nach ganz Westeuropa brachten. Tönnings Blüte als Stadt begann, als Einwanderer aus den Niederlanden für einen starken wirtschaftlichen Aufschwung sorgten. Sie führten vor allem die Käseproduktion im großen Stil ein, Tönning wurde wichtigster Ausfuhrhafen. Im Rekordjahr 1610 gingen drei Millionen Pfund Käse durch den Tönninger Hafen. Im Schnitt der Jahre 1607 bis 1624 waren es 2,7 Millionen Pfund jährlich. Die direkte Nähe zur Nordsee brachte der kleinen Hafenstadt viele Vorteile. Von 1803 – 1807, während des Krieges zwischen Frankreich und England, war der Hamburger Hafen von den Briten blockiert. Dies hatte zur Folge, dass die wichtigsten Waren über Tönning geschickt wurden. Zu Spitzenzeiten musste der kleine Hafen im Jahr mit 2.000 Schiffen rechnen. Herzog Adolf von Schleswig-Holstein-Gottdorf baute die Verkehrswege aus. Während Tönning aus dem Hinterland vorher nur über Kleiwege erreichbar war, die bei Nässe unpassierbar wurden, baute er kleinere Kanäle nach Garding (Süderbootfahrt von Garding nach Katingsiel mit Abzweig nach Tönning) und nach Tetenbüll (Norderbootfahrt), während gleichzeitig bessere Entwässerungstechniken in der Gegend die Erträge der Landwirtschaft verbesserten. Im 17. Jahrhundert passierten jährlich 60.000 Pfund Weizen den Hafen, dazu kamen größere Mengen lebender Tiere, Fleisch und Wolle. Ein ehemaliger Speicher, das denkmalgeschützte große Packhaus aus dem Jahr 1783, erinnert an die Zeit des Eider-Kanals, der am 18. Oktober 1784 als Vorläufer des Nord-Ostseekanals eröffnet wurde. Der zwischen Rendsburg und Kiel gebaute Kanal verband über die Eider erstmals die Nordsee mit der Ostsee über eine Verbindung, die für Seeschiffe passierbar war. Tönning als ein Binnenhafen vor der offenen Nordsee profitierte durch Schiffe, die hier anlegten und sich für die weitere Fahrt durch die Nordsee oder durch den Kanal und die Ostsee ausrüsteten. Unmittelbar im Anschluss an den Kanalbau entstanden eine Lohgerberei, eine Reepschlägerei, Stärkefabriken, zwei Brauereien und eine Ziegelei. Die Tönninger Händler selbst besaßen zwar keine Schiffe, waren aber erfolgreiche Schiffsaufkäufer und -makler. (Quelle: Wikipedia)
Es muss ein reges Treiben in der Stadt gewesen sein. Mit dem Bau des Nord-Ostsee-Kanals veränderte sich alles und seit dem Bau des Sperrwerkes ist auch der Fischereihafen nach dort verlegt worden. Jetzt ist der große alte Hafen nur noch im Sommer voll mit Sportbooten. Reizvoll ist er aber immer noch, mit seinen schönen Häusern auf der einen Seite

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und dem riesigen alten Packhaus auf der anderen. Das war weihnachtlich geschmückt in Form eines riesigen Adventskalenders, angeblich dem größten der Welt.

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Passend zur Kaffeezeit kamen wir an einem kleinen Lokal vorbei, Spezialität gefüllte Riesenwindbeutel! Sie lagen in der Auslage und Uschi entschied sich spontan dagegen, obwohl sie Windbeutel und Sahne liebt. Ich wollte aber einen haben! Als Füllung gab es alles mögliche, ich wählte Pflaumenmus und Baiser. Sahne war immer dabei. Es dauerte eine Weile und dann kam die Kellnerin hiermit: Erstauntes Smiley

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Die Nachbarn lachten und wir staunten! Es schmeckte köstlich, aber wenn Uschi mir zum Schluss nicht noch geholfen hätte, wäre mir schlecht geworden! Verwirrtes Smiley

Die Ausstellung im Packhaus besuchten wir am Samstag. Da sie sich über zwei Etagen erstreckte, verlief der Besucherstrom sich ganz gut. Das ganze Gebäude war auch von innen sehr schön geschmückt, das Angebot war groß, aber wir brauchen ja immer nichts bzw. können nichts gebrauchen!

Tönning ist ein wirklich nettes, kleines Städtchen, wir waren positiv überrascht.

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Bei der Abreise nahm ich dann die offizielle Zufahrt zum Platz und fuhr über etwas breitere Straßen aus der Stadt hinaus. Cooles Smiley

written by Ingrid
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