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von Oscarlotta on tour Veröffentlicht in Allgemein

See oder Meer?

 

Der Grund, warum wir nicht über Silvester in Elsfleth blieben, war profan, aber für uns bedeutungsvoll: Unser Internetvolumen war fast aufgebraucht. Und DVB-T funktionierte dort nicht. Silvester ohne die Möglichkeit, irgendeine Sendung im Fernsehen schauen zu können, erschien vor allem mir nicht besonders reizvoll. In Urk, wo wir sowieso hin wollten, gab es ein freies WLAN. Wenn wir gewusst hätten, dass die Bedingungen dort zu Silvester so sein würden, dass keiner von uns nach fernsehen sein würde, wären wir in Elsfleth geblieben, Internet hin oder her. Aber so ist das mit den Erfahrungen, man muss sie erst machen, bevor man weiß, was richtig und was falsch war. Zwinkerndes Smiley

Urk ist ein nettes holländisches Städtchen und der Stellplatz liegt zentral und malerisch am Hafen. Er ist mit allem ausgestattet, was man braucht und mit €10/Nacht absolut akzeptabel, zumal der Strom und zeitunabhängiges Duschen in einem großzügig gestalteten Sanitärgebäude inbegriffen sind.

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Wir kamen am 30. Dezember am Nachmittag dort an und hielten die Knallereien auf dem benachbarten PKW-Parkplatz für zwar unangenehm, aber da mussten wir halt durch, einen Tag vor Silvester. Gut, es war etwas heftiger, als wir es aus den letzten Jahren in Deutschland gewöhnt waren. Am Dienstag waren alle Geschäfte geschlossen, Silvester scheint in den Niederlanden schon ein Feiertag zu sein. Wir hätten unsere Mobile auch nicht allein stehengelassen, nach dem, was ab 11 Uhr vormittags abging. Aber darüber habe ich ja schon berichtet…

So kamen wir erst am Neujahrstag dazu, einen Spaziergang durch das Städtchen zu machen und fanden es allerliebst, von den überall verstreuten Spuren der Silvesterknallerei mal abgesehen. Ich bin schon seit bestimmt 20 Jahren nicht mehr in Holland gewesen, ein kurzer Segeltörn auf einem Plattbodenschiff im Spätsommer 2002 nicht mitgerechnet. Beim Schlendern durch die schmalen Gässchen wusste ich sofort wieder, warum es mir früher in Holland immer so gut gefallen hat. Unsere niederländischen Nachbarn haben ein ausgeprägtes Faible dafür, ihr Zuhause schön zu machen und sie haben ein gutes Gefühl für Arrangements. Das ist erkennbar daran, wie liebe- und phantasievoll sie ihre oft winzigen Vorgärten gestalten und an der Dekoration ihrer Fenster. Wie für die Niederlande typisch sind auch in Urk hohe Fenster üblich mit sehr tiefsitzenden Fensterbänken. Es scheint niemandem etwas auszumachen, dass jeder, der vorbeigeht, in die Wohnungen hineinschauen kann. Gardinen und Vorhänge sind ja nicht üblich, aber vielleicht möchte man mit den Dekorationsgegenständen die Aufmerksamkeit der Vorübergehenden binden, damit sie vorbei sind, bevor sie Zeit gehabt haben, in die Stube zu schauen. Cooles Smiley

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Wir hatten schon für 6 Nächte gezahlt und hofften ja auch, dass es mit jedem weiteren Tag weniger werden würde mit der Lärmbelästigung. So kam es zu weiteren Spaziergängen zum Leuchtturm, zum einzigen kleinen Strand und durch den Hafen.

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UrkIn der Nähe des Leuchtturms gibt es ein Denkmal. Eine Fischerfrau hält Ausschau nach dem zurückkehrenden Schiff ihres Mannes. Rundherum an den Wänden sind Tafeln angebracht, die mit Jahreszahl und Namen auflisten, wieviele Seeleute nicht mehr lebend zurückkamen. Die Aufzählungen begannen im 18. Jahrhundert und endeten 2015. In manchen Jahren gab es gar keine Toten, irgendwann wurden die Namen um den Namen/die Kennung des jeweiligen Schiffes ergänzt und da konnte man ablesen, dass manchmal drei oder vier Männer einer Familie gleichzeitig auf See geblieben sind. Unvorstellbares Leid!

Urk verlor seine Bedeutung als Fischereihafen 1932 mit dem Bau des Abschlussdammes, der die ehemalige Zuidersee zum offenen Meer abtrennte, was der Landgewinnung und dem Küstenschutz diente. Da der größte Teil der Niederlande unter dem Meeresspiegel liegt, ist der Deichbau immer schon von größter Bedeutung. Trotzdem wurde das Land immer wieder von verheerenden Sturmfluten heimgesucht. Schon im 17. Jahrhundert gab es Pläne für eine Abtrennung der Zuidersee, die aber mit den damaligen technischen Mitteln nicht umzusetzen waren. Erst 1927 begannen die Bauarbeiten. Mit der vollendeten Schließung der Nordseebucht Zuidersee entstand über die Jahre ein großer Süßwassersee. See heißt im Holländischen „Meer“ (und unser deutsches Meer heißt „Zee“) und so entschied man sich für der Namen „IJsselmeer“, weil der Fluss IJssel hier seine Mündung hat.

UrkWir blieben bis zum Sonntag. Das Wochenende wurde noch einmal heftig. Nicht nur, dass immer wieder unvermittelt irgendwo eine Böllerei losging, sondern auch, weil niederländische junge Männer offenbar nichts lieber tun, als bis in die frühen Morgenstunden hinein mit ihren frisierten Mopeds durch die Gegend zu knattern, am liebsten da, wo sie möglichst viele Menschen stören. Dazu kamen Horden von grölenden Nachtschwärmern! Im Hafenbereich gibt es einige Lokale, außerdem ist ein Hafen immer ein beliebter Treffpunkt. Wir standen zwar nicht allein auf dem Stellplatz, aber doch gut sichtbar und nicht geschützt. Gut geschlafen haben wir nicht! Und wenn man so wach liegt und das Treiben draußen anhört, kommen einem alle möglichen Gedanken aller möglichen Schikanen und man wird sich seiner eigenen Angreifbarkeit doch sehr bewusst.

Urk hat uns wirklich gefallen, aber auf diesen Wohnmobilstellplatz werden wir sicher nicht mehr fahren. Sehr schade! Trauriges Smiley

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written by Ingrid
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P.S.: Wie immer könnt ihr die Fotos durch anklicken auf Originalgröße bringen (bessere Qualität) und den Fototext lesen, wenn ihr den Mauszeiger auf das Foto führt.

Navigare necesse est

 

Ich springe noch einmal kurz zurück in das letzte Jahrzehnt!

Am 2. Weihnachtstag bugsierten wir Oscarlotta wieder durch die Deichlücke und verabschiedeten uns von Luise. Mit viel Wehmut, weil dies das letzte Mal gewesen sein kann, dass wir auf diesem tollen Privatstellplatz gestanden sind. Weinendes Smiley

bei Luise

Ich wollte unbedingt mal auf die „Platte“ nach Cuxhaven und hatte mir überlegt, dass am Donnerstag die Weihnachter vielleicht wieder nach Hause gefahren sind und die Silvesterer erst am Freitag kommen und wir somit eine Chance auf einen bzw. zwei Plätze in der ersten Reihe haben würden. Wie naiv von mir!!! Erstauntes Smiley Schon vom unteren Parkplatz aus war sichtbar, dass der Platz VOLL ist. Wir gingen trotzdem mal zu Fuß gucken. Es gibt 100 Stellplätze auf einer großen gepflasterten Fläche, teilweise total schräg. In der ersten Reihe überwiegend große, teure Wohnmobile, fast überall stand noch ein PKW quer. Sie schauten allerdings fast alle vor die Bordwand eines Frachtschiffes! Nur wenige Plätze boten einen Blick aufs Wasser, aber auch da geht schön anders. Wir hätten mittendrin sogar noch zwei Plätze nebeneinander bekommen können, aber die waren sooo schief, nein danke. Überhaupt gefiel es uns dort absolut nicht! Und so war ohne Diskussionen klar, dass wir nicht bleiben würden.

CuxhavenCuxhavenCuxhaven

Uschi weiß ja immer noch mindestens eine Alternative und die hieß Elsfleth. Das ist ein kleines Städtchen ungefähr mittig zwischen Bremen und Bremerhaven, aber links der Weser. Der Stellplatz bietet Stellflächen für 28 Wohnmobile und liegt im Hafengebiet direkt an der Hunte, einem Nebenfluss der Weser. Die Anfahrt gestaltete sich etwas schwierig, da die Hauptzufahrtsstraße wegen Bauarbeiten gesperrt und keine Umleitung ausgeschildert war. Uschi gab mir die Bedingungen zwar durch, trotzdem bog ich an einer T-Kreuzung verkehrt ab, weil mir die andere Richtung sehr eng aussah. Es wurde aber noch viel enger! Krankes Smiley An den parkenden PKWs kam ich nur vorbei, weil ich den Bürgersteig als Fahrbahnerweiterung nutzte. Zum Glück gab es keine Straßenlaternen oder überhängende Balkone! Ich liebe meine Oscarlotta, aber das, was sie als Wohnmobil so angenehm macht, ist, wenn sie als Reisemobil fungiert, ab und zu von Nachteil. Nachdem ich eine große Ehrenrunde gefahren hatte, kam ich genau dort wieder heraus, wo ich von der Hauptstraße abgebogen war. Okay, jetzt musste ich dann wohl an der T-Kreuzung nach rechts! Es kam mir zum Glück niemand entgegen und bald sah ich Uschi schon wartend und frierend auf der Straße stehen. Jetzt noch durch ein schmales Tor und ich war da! Sehr schön, außer uns gab es nur ein weiteres Wohnmobil!

Elsfleth

Es war Kaffeezeit, aber bis ich nach einem Fahrtag meine Wohnordnung wieder hergestellt habe, dauert es ein wenig. Uschi hatte schon herausgefunden, dass es in 200m ein Café geben sollte. Ob das am 2. Weihnachtstag allerdings geöffnet sein würde? Wir versuchten unser Glück! Café am Markt stand an einem Haus, allerdings sah es hinter der Eingangstür eher aus wie an der Rezeption eines Hotels. Über dem Durchgang ein Stück weiter stand allerdings „Café und Restaurant“. Ich wunderte mich, dass in dem Bereich bis dorthin mehrere ältere Menschen mit Rollatoren saßen! Der Caféraum war mit gedeckten Tischen bestückt, aber leer. Irgendetwas war seltsam! Uschi ging noch einmal heraus und fragte, ob dies wirklich das Café am Markt sei? Nein, das gäbe es schon lange nicht mehr, aber einen Kaffee und ein Stück Kuchen würden wir trotzdem bekommen. Wir nahmen Platz und bemerkten, dass die Serviettenringe aufgedruckte Namen aufwiesen. Die nette Dame, die unsere Wünsche entgegen nahm, bejahte unsere vorsichtige Frage, ob wir in einem Altenheim seien, beteuerte aber gleichzeitig, dass es sich auch um ein öffentliches Café handele. Ich fragte sie später, ob das wirklich so sei oder ob sie nur nett zu uns sein wollte, so nach dem Motto, wir könnten ja die nächsten Bewohner sein. Smiley mit geöffnetem Mund Sie erzählte uns, dass es in ihren beiden Häusern auch einen öffentlichen Mittagstisch geben würde und gab uns sogar eine Speisenübersicht für die laufende Woche mit. Nun sind wir ja nicht die Mittagessenliebhaber, aber die Sache an sich ist natürlich super. Ich könnte mir vorstellen, dass das von Wohnmobilisten bestimmt gerne in Anspruch genommen wird, vorausgesetzt, man erfährt davon. Vielleicht ist das Aufgabe der Touristeninformation, die ihren Pavillon am anderen Ende des Hafenbereichs hat, gerade aber bis zum 7. Januar geschlossen war. Dort kann man normalerweise auch Duschen und Toiletten benutzen.

ElsflethElsfleth

Der Ort ist überschaubar und verfügt nur über ein paar Geschäfte. Ein großer Edeka-Markt ist in ca. 300m Entfernung und ungefähr 500m vom Stellplatz entfernt findet man an der B212 einen gut sortierten Rewe-Markt sowie einen hochmodernen Aldi und einen Lidl. Einkaufstechnisch also vom Feinsten! In der wärmeren Jahreszeit wird der Stellplatz bestimmt gut frequentiert sein, man kann Rad fahren oder baden oder Vögel beobachten direkt gegenüber auf dem Elsflether Sand, einer Halbinsel zwischen der Hunte und der Weser. Erreichbar über das Huntesperrwerk, das pro Stunde für wenige Minuten nur für Fußgänger und Radfahrer geöffnet wird. Und nicht nur die Touri-Info mit ihrem Panorama-Restaurant hat dann im Sommer geöffnet, sondern auch die italienische Eisdiele im Ort! Cooles Smiley

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Eine Touristenattraktion ist der Dreimast-Gaffelschoner „Großherzogin Elisabeth“, ein Segelschulschiff von 1909. Es ist immer noch in Betrieb, im Frühjahr und Herbst mit Ausbildungsfahrten der Nautikstudenten des Fachbereichs Seefahrt der Jade Hochschule und im Sommer werden Wochenendfahrten für jedermann durchgeführt. Bei Besichtigungen erhält man mit dem Stellplatzticket (€8/Nacht, zahlbar an einem Kassenautomaten) 50% Ermäßigung. Jetzt lag das Segelschiff festgemacht und nicht zugänglich am Kai und so blieb uns nur, das Anlegemanöver eines Frachtkahns zu beobachten.

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So klein Elsfleth auch ist, so bedeutend ist seine Vergangenheit. Begünstigt durch seine Lage am Zusammenfluss von Weser und Hunte sowie durch die Nähe zur Nordsee entwickelte sich früh eine Verbundenheit zu Seefahrt und Schiffbau. 1875 gehörte Elsfleth zu den größten Reedereiplätzen Deutschlands. 22 Reedereien waren hier ansässig und mehrere Werften bauten Segelschiffe. Bereits 1832 wurde eine Navigationsschule gegründet, aus der die heutige Seefahrtschule hervorging.
(Quelle: Wikipedia)

Elsfleth

Im Laufe der nächsten Tage kamen noch einige weitere Wohnmobile, aber voll wurde es nicht. Uschi zog um auf die nächste Spur, damit ihr Solarmodul eine Chance hatte, die Sonne einzufangen. Der Plan war, über Silvester dort zu bleiben. Warum wir uns umentschieden haben, das ist eine andere Geschichte. Zwinkerndes Smiley

Elsfleth

written by Ingrid
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P.S.: Wie immer könnt ihr die Fotos durch anklicken auf Originalgröße bringen (bessere Qualität) und den Fototext lesen, wenn ihr den Mauszeiger auf das Foto führt.

Silvester? Bitte erst nächstes Jahr wieder!!!

 
Es ist Silvesterabend.
Ich bin bekennender Silvesterfeuerwerksundknallereifan. Ja, natürlich ist das ein eigentlich und absolut völlig überflüssiges Geschehen; mit dem Geld, das da innerhalb weniger Stunden in die Luft geballert wird, könnte man seeeeehr viel gescheiteres anstellen. Und die ganze Tierwelt kann einem nur Leid tun! Von der Umweltverschmutzung wollen wir besser erst gar nicht reden!!! Ich ballere nicht selbst, aber die Knallerei und der Lichterzauber um Mitternacht haben mir immer schon gefallen. Bisher!!! Erstauntes Smiley Wir stehen seit gestern in Holland am Ijsselmeer in einem kleinen, beschaulichen Städtchen namens Urk, direkt am Hafen auf einem offiziellen Wohnmobilstellplatz. Seit gestern werden wir beschallt! Nicht nur ab und zu, sondern permanent. Der Stellplatz ist ein abgeteilter Bereich eines Großparkplatzes und dort fuhren laufend PKWs mit jungen Männern hin, der Kofferraum wurde geöffnet und es wurde geballert, was das Zeug hält! Dann fuhr man mit absolut überhöhter Geschwindigkeit aus dem Hafenbereich wieder heraus. Ich stehe mit Oscarlotta direkt an der Straße, der Stellplatz verfügt über 20 Plätze und Uschi hat nur noch diese zwei nebeneinanderliegenden Plätze bekommen, alles andere war voll, überwiegend mit deutschen Wohnmobilen. Die Nacht war ab 2 Uhr einigermaßen ruhig, aber ab 11 Uhr am Vormittag ging es wieder los. Und hörte nicht mehr auf! Enttäuschtes Smiley Erst fand ich es ja noch nett, schon lange vor Mitternacht Feuerwerk zu erleben. Wenn es aber über Stunden immer mehr und lauter wird, ist es irgendwann nicht mehr lustig, sondern nur noch lästig. Als dann aber Jugendliche von der anderen Straßenseite aus anfingen, Böller unter Oscarlotta hindurchzuwerfen und oben über die nachfolgenden Mobile, hörte der Spaß ganz sicher auf! Das Dumme war, dass es angefangen hatte, total neblig zu sein. Ich rief ein paarmal über die Straße, dass sie aufhören sollen mit dem Sch… und dass ich die Polizei rufen würde und ging, als das keinen Erfolg hatte, in ihre Richtung. Aber ich sah noch nicht einmal, wohin ich ging, keinen Meter weit. Folglich konnten sie mich auch nicht sehen und die Gefahr, dass mir ein Feuerwerkskörper entgegenkommen würde, war mir zu groß! Einer der Nachbarn war auch unterwegs, aber er war ebenfalls erfolglos. Ein belgischer Wohnmobilist hatte vorher schon versucht, den Jugendlichen klarzumachen, dass ihr Verhalten gefährlich für uns werden kann. Zwei Stunden war Ruhe, sie waren, wie sich herausstellte, auf dem gegenüberliegenden Schiff gewesen, legal oder illegal, mit oder ohne Alkohol. Jetzt ging es wieder los! Der Nebel hatte sich etwas verzogen und ich konnte sieben Halbwüchsige erkennen, die sich gegenseitig mit Feuerwerkskörpern bewarfen und sich damit brüsteten, wer sie am längsten in der Hand behielt. Im letzten Moment wurden sie weit von sich geschleudert, nicht sehr kontrolliert. Das wurde mir zu bunt! Erzürnt Ich wählte die 112, ein Mann fragte, ob ich die Feuerwehr, die Notambulanz oder die Polizei bräuchte und verband mich dann mit der Polizeidienststelle vor Ort. Eine Polizistin, die deutsch verstand, versprach, einen Streifenwagen zu schicken. Als die Herumwerferei immer mehr ausartete, ging ich raus und stellte mich sichtbar zusammen mit Uschi hinter Oscarlotta. Zum Glück kamen einige der Nachbarn dazu und die Jugendlichen traten den Rückzug an. In dem Moment kam ein Polizeiwagen, bog aber leider in die verkehrte Richtung ab und umrundete den gesamten Großparkplatz. Bis er bei uns angekommen war, waren die Jugendlichen natürlich längst verschwunden. Die Polizisten waren sehr nett, der Belgier teilte ihnen noch seine Version mit und sie sagten, wenn noch etwas sei, sollten wir wieder anrufen.
Das war gegen 21 Uhr und selten habe ich einen Jahreswechsel so herbeigesehnt! Augen rollendes Smiley 10 Stunden Zwangsgeböller können einem wirklich aufs Gemüt schlagen. Könnte es noch eine Steigerung geben? Eine Stunde vor Mitternacht wurde es fast ruhig, aber kurz vor 12 kam der Höhepunkt!!! Rundherum, zum Glück mit ausreichendem Abstand, wurden professionell anmutende Feuerwerke zelebriert. Was es da inzwischen alles gibt! Im Sekundentakt werden immer andere Raketen in den Himmel geschossen. Ich muss gestehen, dass mir das trotz allem sehr gut gefallen und mich mit den Begebenheiten des Tages etwas versöhnt hat. Smiley Aber ganz sicher werden wir kein weiteres Silvester in den Niederlanden oder in Belgien verbringen. Wir wussten nicht, dass es in diesen beiden Ländern so verrückt zugeht!!!

Wir hoffen, ihr seid alle gut in das neue Jahr hineingekommen, feiernd, knallend oder schlafend!
Bei uns ergab sich über Instagram noch eine nette schriftliche Konversation auf spanisch mit einem mir völlig unbekannten Argentinier, dessen Account ich folge. Der musste noch vier Stunden länger auf das neue Jahr warten. In Südamerika könnte es ebenfalls laut werden, aber ob man da auch so viel Geld übrig hat wie offensichtlich hier, keine Ahnung!

 

Alles Gute für 2020!!!

 

Wir wünschen unseren Lesern einen fröhlichen, bunten, lauten und lustigen Jahreswechsel!!!

Und falls das vergangene Jahr die Voraussetzungen dafür nicht geschaffen haben sollte, möchten wir mit diesem Foto daran erinnern, dass die Sonne jeden Morgen wieder aufgeht. Nicht immer sichtbar, nicht immer so bunt, aber sie geht auf!

Sonnenaufgang

Auf ein friedliches und gesundes 2020!!!

Verosten in Osten an der Oste

 

Drei Jahre waren wir schon nicht mehr an der Oste gewesen! 2016 hatte Oscarlotta auf Luises Garagenhof gestanden und Sommerurlaub gemacht, während wir mit Fix und Boxi in Nordamerika waren. Mit einem kurzen Abstecher nach Heide und zum dortigen Weihnachtsmarkt fuhren wir mal wieder hin.

Der Wohnmobilstellplatz in Heide liegt unverändert am Freizeitbad „Dithmarscher Wasserwelt“. Bei unserem ersten Besuch 2010 war er noch kostenfrei, inzwischen kostet die Nacht €7, zu zahlen an einem Kassenautomaten. Die 16 Plätze sind wagenburgartig angelegt, vordere Breite 3 Meter, Länge ca. 10 Meter, nach hinten (wie bei Tortenstücken) wird die Breite entsprechend größer. Der Platz war fast leer, aber auch sehr schlammig (trotz Rasengittersteinen), sodass nicht alle Stellplätze in Betracht kamen.

HeideHeide

Wir liefen am nächsten Nachmittag in die Stadt, eine Strecke von ungefähr 3km. Heide ist nicht sehr groß, brüstet sich aber mit dem größten Marktplatz Deutschlands. Dort war natürlich der Weihnachtsmarkt angesiedelt. Nichts Außergewöhnliches, außer vielleicht das Riesenrad, ansonsten trotz der zur Verfügung stehenden Fläche eher klein und wieder überwiegend Buden mit Essen und Trinken. Ich bin etwas enttäuscht dieses Jahr! Vielleicht liegt meine Messlatte nach der letzten Adventszeit im Allgäu einfach zu hoch???

Uschi gefiel die Kirche mit dem schmalen Turm besonders gut und ich bekam dann auf dem Rückweg noch meine Weihnachtsbeleuchtung. Smiley

HeideHeide

Am Mittwoch ging es über die Elbe, Glückstadt – Wischhafen, Kosten für Oscarlotta und mich €21 (Länge des Fahrzeugs + Personenanzahl). Im Sommer steht man schon mal „etwas“ länger an der Fährzufahrt, diesmal ging es schon nach 20 Minuten aufs Schiff. Die Überfahrt dauert ca. 25 Minuten, je nach Wasserstand.

Glückstadt-WischhafenGlückstadt-WischhafenGlückstadt-WischhafenGlückstadt-Wischhafen

Der LKW mit geladenen PKWs, der vor mir gestanden hatte, bog an der nächsten großen Kreuzung nicht nach links ab, obwohl kein Querverkehr zu sehen war. Wusste der Fahrer nicht, wo er hin wollte? Nachdem er endlich doch abgebogen war und ich hinter ihm ebenfalls, blieb er mitten auf der Straße stehen. Da kein Gegenverkehr kam, zog ich an ihm vorbei und sah erst da, dass er vor Sperrgittern stand. Die Strecke war nur für Anlieger bis zur Baustelle freigegeben! Er wusste also offenbar auch nicht von dieser Besonderheit, genauso wenig wie ich. Ich fuhr durch und drehte wenige Meter weiter auf einem Supermarktparkplatz. Dann blieb mir nichts anderes übrig, als der Umleitungsstrecke zu folgen. Wo ich war, wusste ich absolut nicht mehr! Aber mein CoPi, der mich zu Beginn in die kleinsten Nebensträßchen abbiegen lassen wollte, bekrabbelte sich und irgendwann kannte ich mich wieder aus. Der LKW war wieder vor mir, wollte offenbar dahin, wohin ich auch wollte, blinkte am entsprechenden Wegweiser links und fuhr dann doch geradeaus weiter. Die Straße war für LKWs nicht erlaubt! Ich beschloss mal wieder, dass Oscarlotta ein Wohnmobil ist und kein LKW und bog ab. Das war gut, weil kürzer, aber schlecht, weil die Straße in einem katastrophalen Zustand war. Weniger Kilometer waren es sicher, aber schneller ganz sicher nicht. Verwirrtes Smiley

Irgendwann sah ich die alte Windmühle ohne Flügel und wusste, jetzt muss ich abbiegen und bin auf der Zielgeraden. Uschi war auch gerade erst angekommen und lotste Oscarlotta und mich durch die Deichlücke auf den Parkplatz vom „Seefahrer“. Viel Platz bleibt da immer nicht rechts und links und vorne und hinten. Aber das haben wir ja schon einige Male exerziert und bisher hat es immer ohne Kratzer geklappt.

bei Luisebei Luisebei Luise

Es ist immer wieder herrlich an der Oste, egal zu welcher Jahreszeit! Diese Ruhe, diese friedliche Stimmung, der Fluss, der mal da und mal weg ist. Die Oste, als Nebenfluss der Elbe, ist nämlich gezeitenabhängig und hat schon viele Touristen verwirrt, weil sie mal in die eine und Stunden später in die entgegengesetzte Richtung fließt! Erstauntes Smiley

bei Luisebei Luisebei Luisebei Luisebei Luisebei Luisebei Luisebei Luisebei Luisebei Luisebei Luisebei Luise

Der Pächter, mit dem Luise leider zunehmend mehr Schwierigkeiten hatte, hat erfreulicherweise in der Zwischenzeit drei Stromsäulen mit Zählern installiert, sodass unsere Stromversorgung gewährleistet war. Das Wasser war noch nicht abgestellt, Waschmaschinen- und Duschnutzung gab es bei Luise und für Bestellungen im Internet hatten wir mal wieder eine Adresse. Perfekt! Luise freute sich, uns mal wieder zu sehen und wir freuten uns, mal wieder hier zu sein (und umgedreht). Zwinkerndes Smiley

Luise backt gut und gerne, Luise kocht gerne und gut! Ich richtete ihr ihr neues Smartphone ein, wir quatschten, wir wuschen, wir aßen, wir gingen hinter und auf dem Deich spazieren, wir duschten ohne Zeitbegrenzung, wir beobachteten die Oste beim Hin- und Herfließen, wir fuhren zu dritt in den Nachbarort zum Chinesen-Büffet und zu zweit mit Luises PKW nach Stade. Dort war ich dann weihnachtsmarktmäßig endlich einigermaßen bis ziemlich zufrieden. Vielleicht, weil ich mir absolut keine Hoffnungen mehr gemacht hatte!? Stade ist ja sowieso ein hübsches Städtchen und im Lichterglanz mit sogar zwei (!) Weihnachtsmärkten sehr attraktiv.

StadeStade Stade Stade

Luise schien sich zu freuen, wenn wir über Weihnachten bleiben würden und sie musste sich nicht sonderlich bemühen, uns zu überreden, Cooles Smiley

bei Luisebei Luisebei Luisebei Luisebei Luise

Der Blogtitel beinhaltet übrigens ein Wortspiel! Weil es bei Luise an der Oste so wunderbar geruhsam ist, gerät man leicht in die Gefahr, länger zu bleiben als geplant und dabei zwangsläufig zu ver(r)osten. Smiley mit geöffnetem Mund

bei Luise 

written by Ingrid
photos taken with iPhone and HUAWEI P10 Lite

P.S.: Wie immer könnt ihr die Fotos durch anklicken auf Originalgröße bringen (bessere Qualität) und den Fototext lesen, wenn ihr den Mauszeiger auf das Foto führt.

Fröööööhliche Weihnachten!!!

 
 

Damit ist der diesjährige Adventskalender auch schon wieder zu Ende!
Es wird euch aufgefallen sein, dass er diesmal etwas „anders“ war.
Wer möchte, kann noch einmal auf das Bild klicken und
wer, wie immer, alle 24 Türchen-Inhalte auf
einmal sehen möchte, der klicke „hier

Geschenk

Tönning – kleine Stadt mit großer Geschichte

 
Über die Wohnmobilplätze in Tönning hatte ich im Sommer mal was im Internet gefunden und beschlossen, dass ich dort hin möchte. Jetzt war die Gelegenheit günstig, denn wir waren schon ganz in der Nähe. Ein weiterer Anreiz war die Info, dass es an den Adventswochenenden in einem Packhaus am Hafen eine große Kunsthandwerkerausstellung geben sollte.

Es waren nur 25km von Husum aus, also überschaubar! Ich fahre mit der Navi-App „CoPilot“ für Wohnmobile und meistens bin ich einverstanden mit den Vorschlägen, die mir gemacht werden. So wunderte ich mich auch zunächst nicht, als ich in etwas kleinere Straßen gelotst wurde, zumal mir Uschi per SMS schon mitgeteilt hatte, dass es zum Schluss etwas eng würde. Das wurde es! Mir fiel auf, dass die Passanten erstaunt guckten, aber ich war überzeugt davon, dass alles richtig ist. Die Straße Richtung Marktplatz war zwar mit Gegenverkehr, aber so schmal, dass zwei Autos nicht mehr aneinander vorbei passten, zumal auf der einen Seite PKWs parkten und auf der anderen alle paar Meter Begrenzungspfosten standen. Hmmm!!! Drehen ging nicht, rückwärts fahren erst recht nicht, also Augen zu und durch! Die Straße war zum Glück nicht sehr lang und alle Entgegenkommenden waren verständnisvoll oder zumindest geduldig und freundlich und quetschten ihr Auto in die Lücken zwischen den Pfosten. Ich habe aber auch eindeutig einen Bonus. Zuerst sieht man nur ein größeres Wohnmobil und regt sich (vielleicht) auf. Dann sieht man eine einzelne, ältere Frau im Fahrerhaus. Weibliche Fahrer sind dann in der Regel voller Bewunderung, männliche vielleicht eher voller geringschätzigem Mitleid, auf jeden Fall bekomme ich meistens ein Lächeln zurück, wenn ich mich bedanke. Smiley

Tönning Ich fuhr mitten über den Marktplatz und eine kleine Straße zum Deich hoch. Als ich um die Kurve biegen wollte, sah ich am Ende Sperrpfosten. Mein CoPi meinte, dass ich am Ziel sei. Rechts oder links? Ich entschied mich für rechts, vor dem Gebäude am Ende des Zufahrtsweges könnte ich zur Not wohl drehen. Ganz zum Schluss sah ich ein geparktes Wohnmobil und tatsächlich ging es hinter dem Gebäude rechtwinklich auf den Platz. Uschi war ganz erstaunt, als sie Oscarlotta hörte bevor sie sie sah, denn die eigentliche Zufahrt war natürlich ganz woanders.

Der Stellplatz gehört zu dem Campingplatz „Comfort-Camp Eider“. Es gibt sogar zwei voneinander getrennte Stellplätze, beide mit Blick auf die Eider, der eine etwas kleiner (33 Plätze) für etwas kürzere (bis 7m) Mobile, der andere mit 52 Plätzen auch für lange Mobile. Dort hatte Uschi uns zwei Plätze am Rand ausgesucht, wobei mein Platz wegen der Zufahrt zur ersten Reihe besonders breit war, sodass ich Oscarlotta quer stellte. In der ersten Reihe kosten die Plätze €14 statt €12, das macht im Sommer sicher Sinn, aber nicht jetzt. Wir sahen auch so genug.

Tönning

Bezahlen muss man an einem Kassenterminal ausschließlich mit Karte. Das ist nicht sonderlich kompliziert, aber etwas zeitaufwändig, weil man seine sämtlichen Daten incl. eMail-Adresse eingeben muss und das Drücken einer Taste nicht zwangsläufig auch einen Buchstaben auf dem Display ergibt, was man aber natürlich erst merkt, wenn man schon weitergeschrieben hat. Zwinkerndes Smiley Man bekommt eine Platzübersicht angezeigt, auf der auch ersichtlich ist, ob der ausgewählte Platz evtl. bereits reserviert ist und so wurde auch noch einmal klar, dass mein Platz wirklich so groß ist. Fein! Dann hatte ich einen schönen Blick durch meine Seitenfenster auf die Eider.

Tönning Um 20:25 klopfte es bei mir! Ob ich mein Mobil bitte anders hinstellen könnte!? Es ergab sich ein Argumentieren in alle Richtungen. Ja, es sei nur ein Platz. Ja, es würde so eindeutig mehr Platz zum Durchfahren bleiben. ABER – wenn ein Mobil quer stehen würde, dann würden sich andere auch quer stellen. Ich möge doch also bitte… Okay Enttäuschtes Smiley aber erst am nächsten Mittag! Da musste ich dann ziemlich weit auf Kante fahren, weil ich sonst mit dem Fahrradträger nicht weit genug über die Böschung gekommen wäre. Wenn ich vorwärts eingeparkt hätte, hätte hinter mir jedes ankommende Mobil unter tiefhängenden Ästen durchgemusst. Also eindeutig kein Platz für ein längeres Fahrzeug, außer es darf quer stehen!!! Auf der rechten Seite war jetzt von den Ausmaßen her ein ganzer Platz frei und prompt stellte sich im Laufe des nächsten Abends dort jemand hin. Das wird in der Hauptsaison schätzungsweise dauernd passieren. Am Kassenautomaten stellen die Leute dann allerdings fest, dass es für ihren Platz keine Nummer gibt und sie somit nicht bezahlen können und auch keinen Strom bekommen! Wenn der Platz voll ist, sicher eine gern genutzte Gelegenheit, umsonst zu stehen. Da muss der Betreiber dann also auch diskutieren. Könnte man es nicht so kennzeichnen, dass klar ist, DIESER Platz ist extra für ein großes Mobil? Alle anderen Plätze waren sowieso mit Linien begrenzt und die in der ersten Reihe bestanden aus geschotterten Fahrspuren und daneben Rasenflächen für Tisch und Stühle. Wer stellt sich da quer?

Wir unternahmen einen Erkundungsgang. Direkt an der Eider führt ein asphaltierter Rad- und Fußweg bis zum Hafen und in die andere Richtung schätzungsweise bis zum Eidersperrwerk.

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Tönning Der Hafen war mal sehr bedeutsam und stark frequentiert. Er wurde 1613 in seiner heutigen Form gegraben und bot einen Anlegeplatz für die Schiffe, die Eiderstedts landwirtschaftliche Produkte nach ganz Westeuropa brachten. Tönnings Blüte als Stadt begann, als Einwanderer aus den Niederlanden für einen starken wirtschaftlichen Aufschwung sorgten. Sie führten vor allem die Käseproduktion im großen Stil ein, Tönning wurde wichtigster Ausfuhrhafen. Im Rekordjahr 1610 gingen drei Millionen Pfund Käse durch den Tönninger Hafen. Im Schnitt der Jahre 1607 bis 1624 waren es 2,7 Millionen Pfund jährlich. Die direkte Nähe zur Nordsee brachte der kleinen Hafenstadt viele Vorteile. Von 1803 – 1807, während des Krieges zwischen Frankreich und England, war der Hamburger Hafen von den Briten blockiert. Dies hatte zur Folge, dass die wichtigsten Waren über Tönning geschickt wurden. Zu Spitzenzeiten musste der kleine Hafen im Jahr mit 2.000 Schiffen rechnen. Herzog Adolf von Schleswig-Holstein-Gottdorf baute die Verkehrswege aus. Während Tönning aus dem Hinterland vorher nur über Kleiwege erreichbar war, die bei Nässe unpassierbar wurden, baute er kleinere Kanäle nach Garding (Süderbootfahrt von Garding nach Katingsiel mit Abzweig nach Tönning) und nach Tetenbüll (Norderbootfahrt), während gleichzeitig bessere Entwässerungstechniken in der Gegend die Erträge der Landwirtschaft verbesserten. Im 17. Jahrhundert passierten jährlich 60.000 Pfund Weizen den Hafen, dazu kamen größere Mengen lebender Tiere, Fleisch und Wolle. Ein ehemaliger Speicher, das denkmalgeschützte große Packhaus aus dem Jahr 1783, erinnert an die Zeit des Eider-Kanals, der am 18. Oktober 1784 als Vorläufer des Nord-Ostseekanals eröffnet wurde. Der zwischen Rendsburg und Kiel gebaute Kanal verband über die Eider erstmals die Nordsee mit der Ostsee über eine Verbindung, die für Seeschiffe passierbar war. Tönning als ein Binnenhafen vor der offenen Nordsee profitierte durch Schiffe, die hier anlegten und sich für die weitere Fahrt durch die Nordsee oder durch den Kanal und die Ostsee ausrüsteten. Unmittelbar im Anschluss an den Kanalbau entstanden eine Lohgerberei, eine Reepschlägerei, Stärkefabriken, zwei Brauereien und eine Ziegelei. Die Tönninger Händler selbst besaßen zwar keine Schiffe, waren aber erfolgreiche Schiffsaufkäufer und -makler. (Quelle: Wikipedia)
Es muss ein reges Treiben in der Stadt gewesen sein. Mit dem Bau des Nord-Ostsee-Kanals veränderte sich alles und seit dem Bau des Sperrwerkes ist auch der Fischereihafen nach dort verlegt worden. Jetzt ist der große alte Hafen nur noch im Sommer voll mit Sportbooten. Reizvoll ist er aber immer noch, mit seinen schönen Häusern auf der einen Seite

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und dem riesigen alten Packhaus auf der anderen. Das war weihnachtlich geschmückt in Form eines riesigen Adventskalenders, angeblich dem größten der Welt.

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Passend zur Kaffeezeit kamen wir an einem kleinen Lokal vorbei, Spezialität gefüllte Riesenwindbeutel! Sie lagen in der Auslage und Uschi entschied sich spontan dagegen, obwohl sie Windbeutel und Sahne liebt. Ich wollte aber einen haben! Als Füllung gab es alles mögliche, ich wählte Pflaumenmus und Baiser. Sahne war immer dabei. Es dauerte eine Weile und dann kam die Kellnerin hiermit: Erstauntes Smiley

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Die Nachbarn lachten und wir staunten! Es schmeckte köstlich, aber wenn Uschi mir zum Schluss nicht noch geholfen hätte, wäre mir schlecht geworden! Verwirrtes Smiley

Die Ausstellung im Packhaus besuchten wir am Samstag. Da sie sich über zwei Etagen erstreckte, verlief der Besucherstrom sich ganz gut. Das ganze Gebäude war auch von innen sehr schön geschmückt, das Angebot war groß, aber wir brauchen ja immer nichts bzw. können nichts gebrauchen!

Tönning ist ein wirklich nettes, kleines Städtchen, wir waren positiv überrascht.

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Bei der Abreise nahm ich dann die offizielle Zufahrt zum Platz und fuhr über etwas breitere Straßen aus der Stadt hinaus. Cooles Smiley

written by Ingrid
photos taken with iPhone

P.S.: Wie immer könnt ihr die Fotos durch anklicken auf Originalgröße bringen (bessere Qualität) und den Fototext lesen, wenn ihr den Mauszeiger auf das Foto führt.

Der nördlichste Punkt

auf unserer Reise-Landkarte, zumindest für dieses Jahr, ist Husum. Wir hatten kurz überlegt, noch einen Abstecher nach Flensburg zu machen, haben uns aber dagegen entschieden. Und noch weiter hoch wollten wir nicht. Klar wäre Sylt mal wieder schön, da waren wir vor vielen Jahren, noch mit unseren vorherigen Wohnmobilen, mal über Silvester. Aber der Sylt-Shuttle nimmt seit längerem keine Wohnmobile mehr mit, die nicht auf die Doppelstockeinheiten passen. Und da fällt mindestens Oscarlotta raus! Der Grund ist, dass größere Mobile und auch Wohnwagen auf den einstöckigen Waggons entgegen der Fahrtrichtung befördert werden müssen und da hat es Probleme mit Dachluken und Panoramafenstern gegeben, die dem Fahrtwind nicht standgehalten haben. Also bleibt nur der Weg über Dänemark und von Rømø aus per Fähre nach List.

Vielleicht machen wir das irgendwann noch einmal, nach Rømø wollen wir sowieso mal wieder, aber eben nicht jetzt.

Also Husum! Die Adventszeit hatte begonnen und die graue Stadt am Meer war gar nicht so grau! Das, was die Sonne nur ganz selten schaffte, erledigte die Weihnachtsbeleuchtung am Abend spielend.

HusumHusum

Es gibt einen Wohnmobilstellplatz in fußläufiger Entfernung zur Innenstadt. Noch kürzer ist es zum Binnenhafen, quasi nur einmal über die Hauptverkehrsstraße, die ca. 200m entfernt unhörbar vorbeiführt. Der Stellplatz gehört zu einem Fischgeschäft mit Restauration. Die 1. Nacht kostet €12, enthalten ist ein Verzehrgutschein über zwei Euro. Jede weitere Nacht kostet €10. Wenn man länger bleiben möchte, als man bezahlt hat, kann man nicht verlängern, sondern fängt wieder mit €12 an. Das ist aber nicht schlimm, denn man kann den Gutschein auch einlösen, wenn man sich von den äußerst leckeren Fischsalaten etwas mitnimmt. Oder zwei Fischfrikadellen = zwei Euro! Laut lachen

HusumHusum

Husum ist nicht sehr groß, aber mit einem überraschend umfangreichen Angebot an den verschiedensten Geschäften. Ganz neu gibt es sogar eine kleine Einkaufspassage mit ein paar netten Läden und einem großen, gut sortierten Edeka-Markt. Der Weihnachtsmarkt allerdings war etwas enttäuschend, weil er überwiegend aus Buden mit Essen und Trinken besteht.

HusumHusumHusumHusum

Entschädigt wurden wir dann am Wochenende, da fand in einem Speicherhaus ein Handwerkermarkt statt. Klein, aber fein! Verliebt

HusumHusumHusumHusum

Wir haben Freunde in Husum und so kamen wir in den Genuss einer sonntäglichen Ausflugsfahrt nach Friedrichstadt mit einem kleinen Umweg zum Wattenmeer.

am Deich

Auch Friedrichstadt hatte sich schön herausgeputzt, wobei es sich aber nicht besonders anstrengen muss. Die wunderschönen Giebelhäuser im holländischen Stil begeistern zu jeder Jahreszeit, uns auf jeden Fall. Ja, richtig, unser aktuelles Headerfoto zeigt Friedrichstadt! Hat Uschi mit ihrem Huawei-Smartphone gemacht. Ich liebe mein iPhone ja, aber Nachtaufnahmen kann es wirklich nicht besonders gut. Enttäuschtes Smiley Das soll bei den neuesten Modellen ja besser geworden sein, aber €1300 ist mir eindeutig zu teuer. Und das ist noch nicht einmal die Obergrenze! Erstauntes Smiley

FriedrichstadtFriedrichstadtFriedrichstadtFriedrichstadtFriedrichstadtFriedrichstadtFriedrichstadtFriedrichstadt

Es gefiel uns so gut in Nordfriesland, dass wir um zwei Nächte verlängerten. Am Wochenende war der Platz, der 30 Wohnmobile aufnehmen kann, VOLL!!! Okay, erstes Adventswochenende, Husum ein touristisches Highlight, aber Anfang Dezember??? Wo soll das denn noch hinführen? Da wird einem ja Angst und Bange! Wir fahren ja schon nicht (mehr) ans Mittelmeer, weil wir solch ein Gedrängel nicht mögen und jetzt geht das hier im Winter auch schon los?!?! Zum Glück ist es unter der Woche besser, aber insgesamt sind auch da viel mehr Wohnmobile unterwegs als früher. Aber irgendwie müssen sich die weiterhin explodierenden Verkaufszahlen ja bemerkbar machen. Trauriges Smiley

HusumHusumHusumHusum

Es gibt am Platz eine etwas einfache, aber funktionale Ver- und Entsorgungsstation und ein kleines Sanitärgebäude. Dafür bekommt man gegen Pfand einen Schlüssel. Pfandgebühr 50 Euro! Auf unsere erstaunte Reaktion wurden wir darüber aufgeklärt, dass bei „nur“ €20 Pfand alle hundert neu angefertigten Schlüssel binnen kürzester Zeit in alle Himmelsrichtungen verschwunden waren, so wie die davor auch schon. Cooles Smiley

written by Ingrid
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P.S.: Wie immer könnt ihr die Fotos durch anklicken auf Originalgröße bringen (bessere Qualität) und den Fototext lesen, wenn ihr den Mauszeiger auf das Foto führt.

NOK

 
 
Schacht AudorfWir verabschiedeten uns von der Ostsee, aber es ist ja nicht für lange. Wir haben nämlich in Thiessow auf Rügen für das Frühjahr schon wieder reserviert! Smiley Als nächstes Ziel hatten wir als Übergang von der Ostsee zur Nordsee den Nord-Ostsee-Kanal ausgewählt, und zwar den Stellplatz in Schacht-Audorf. Der ist im Sommer sehr beliebt, weil man, wenn man das Glück hat, in der ersten Kanalreihe einen Platz zu ergattern, die teilweise riesigen Frachtschiffe oder auch Luxusliner aus nächster Nähe vorbeischwimmen sehen kann. Bisher hatten wir dieses Glück noch nicht, aber jetzt! Auch hier waren wir nicht die einzigen Reisemobilisten, aber wir hatten keine direkten Nachbarn und konnten so wunderbar auf den Kanal sehen. Direkt nebenan gibt es eine kleine Fähranlage, die zwei Fähren fahren unermüdlich vom einen Ufer zum anderen. Besonders schön anzusehen war das bei Dunkelheit.

Schacht-AudorfSchacht-Audorf

Der Nord-Ostsee-Kanal erspart seit mehr als 100 Jahren allen Schiffen den langen Weg um die Nordspitze Dänemarks. Es ist die meistbefahrene künstliche Wasserstraße der Welt, bis zu 162m breit und 11m tief. Was für eine Meisterleistung des 19. Jahrhunderts! Bis zu 8900 Arbeiter bewegten über einen Zeitraum von 8 Jahren ca. 80 Millionen Kubikmeter Erde!!! Der Kanal hatte in dieser ersten Ausbaustufe allerdings „nur“ eine Breite von 67m und eine Tiefe von 9m. Im Gegensatz zu so manchem Großbauprojekt von heute wurden die veranschlagten Baukosten von 156 Millionen Mark nicht überschritten, was bemerkenswert ist! 2018 passierten knapp 30000 Schiffe den Kanal, von Brunsbüttel auf der einen Seite bis fast 100km weiter nach Kiel oder umgekehrt.

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Fahrzeit etwa 8 Stunden bei einer erlaubten Höchstgeschwindigkeit von 15km/h. Auf „dieser Seite“ kann man nachverfolgen, welche Schiffe gerade auf dem Kanal unterwegs sind. Oder man beobachtet das Geschehen über eine der 5 Webcams. 10 Brücken überspannen ihn, so hoch, dass auch Schiffe mit bis zu 40m hohen Aufbauten hindurchpassen. Die imposanteste Kanalbrücke ist die Rendsburger Eisenbahnhochbrücke, die 42m hohe Stahlkonstruktion wurde von 1911 bis 1913 erbaut und gilt noch heute als eine der bedeutendsten und größten Brücken Europas. Wie zur damaligen Zeit üblich, ist die gesamte Brücke genietet. 3,2 Millionen Eisen-Nieten halten 17.740 Tonnen Stahl zusammen! Die integrierte Schwebefähre, eine von nur noch 8 existierenden weltweit, wurde 2016 von einem vorbeifahrenden Schiff so schwer beschädigt, dass sie nicht repariert werden konnte. Eine Neukonstruktion sowohl der Aufhängung mit dem Antrieb als auch der Fährgondel ist in Arbeit und die Fertigstellung ist für 2020 geplant. Kosten rund 11 Millionen Euro! (Quelle: Wikipedia)

Schiffe kommen immer über einen längeren Zeitraum keine oder aber mehrere auf einmal. Das liegt daran, dass sich an beiden Seiten des Kanals große Schleusenanlagen befinden. Beim ersten größeren Schiff stürzte ich nach draußen, um Fotos zu machen. Leider war es wieder grau und nieselig, keine guten Voraussetzungen für Fotos. Das Ergebnis macht trotzdem deutlich, wie es aussieht, wenn ein Schiff an den Wohnmobilen vorbeizieht.

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Viel imposanter war es dann allerdings bei dem nächsten Schiff ein paar Minuten später. Da fuhr ein Hochhaus an uns vorbei! Erstauntes Smiley

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Bei Dunkelheit hört man ein herannahendes Schiff lange, bevor es sichtbar wird und man kann auch gut unterscheiden, ob es ein kleines, ein mittelgroßes oder ein richtig großes ist. Dann schiebt sich irgendwann eine große schwarze Wand neben dem Mobil entlang, bevor die beleuchteten Schiffsabschnitte kommen. Die Brücke ist meistens so hoch, dass man sie nur sieht, wenn man direkt am Fenster steht oder wenn das Schiff schon ein Stück weiter ist.

Schacht Audorf Uns hat es gefallen! Der Stellplatz hat übrigens 41 parzellierte Stellflächen und kostet €12,50/Nacht (zu zahlen am Automat mit Karte oder Münzen). In der Saison ist der maximale Aufenthalt auf drei Nächte begrenzt. Es gibt Stromsäulen, eine VE-Station, Müllbehälter und Sanitärcontainer sowie Einkaufsmöglichkeiten in fußläufiger Entfernung.
Außer in Schacht-Audorf gibt es noch weitere Wohnmobilstellplätze am NOK.

written by Ingrid
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