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Die Kommentarfunktion ist die Sprechblase oben rechts an jedem Artikel! Leider müssen wir aus der Erfahrung heraus, dass es Kommentarschreiber gibt, die es „lustig“ finden, blöde, provokante oder unverschämte Anmerkungen zu schreiben, die Kommentare erst anschauen, bevor wir sie genehmigen. Da wir nicht 24 Stunden pro Tag online sind, müsst ihr vielleicht mal einige Zeit warten, bis euer Kommentar erscheint.

Darüberhinaus sind wir sehr daran interessiert, dass ihr uns Bescheid gebt, wenn ihr an irgendeiner Stelle unseres Blogs etwas findet, das offensichtlich nicht in Ordnung ist, z. B. nicht mehr funktionierende Links etc… Die Blogadmin arbeitet zwar i. d. R. sehr penibel, aber auch ihr kann ja mal was durch die Lappen gehen. Zwinkerndes Smiley Kommentar schreiben reicht aus!

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von Oscarlotta on tour Veröffentlicht in Allgemein

Durch die Höllschlucht

 

Es passiert nicht viel bei uns, was berichtenswert wäre. Und wir wollen euch ja nicht mit unserem täglichen Einerlei langweilen. Also gibt es, wie bisher, nur ab und zu ein paar schöne Fotos aus dieser schönen Gegend. Es gefällt uns immer besser, je länger wir hier sind! Das Wetter ist beständig gut, nie zu heiß, es geht immer ein leichter Wind und abends kühlt es so ab, dass man wunderbar schlafen kann. Perfekt!

Über Nesselwang erhebt sich der Alpspitz, ein 1575m hoher Hausberg. Im Winter ist der Alpspitz ein Skigebiet. Man kann mit der Bahn bis knapp unterhalb des Gipfels fahren, den direkten Wanderweg von Nesselwang aus nehmen oder von Pfronten-Kappel aus über den schönen Wasserfallweg hochwandern. Als Alternative gibt es auch noch einen geteerten Fahrweg. Alpinistisch anspruchsvoll ist der Wasserfallweg und dessen Fortsetzung zum Gipfel (angeblich!) nicht. Der Aufstieg dauert etwa zwei Stunden, davon eine halbe Stunde an den Wasserfällen entlang. Klar, dass Uschi zu Fuß aufsteigen wollte, auch klar, dass ich mit der Alpspitzbahn hochfahren würde. Wer nimmt den Smart, um nach Nesselwang zu gelangen und wer den Zug? Während dieser Überlegungen kam Uschi auf die Idee, dass sie doch eigentlich auch vom Stellplatz aus loslaufen könnte, sind ja nur 6km mehr! Sie hatte Lust auf wandern und ich konnte ein wenig länger schlafen. Zwinkerndes Smiley Wir verabredeten uns für 13 Uhr oben auf dem Berg.

Die Talstation der Alpspitzbahn liegt in unmittelbarer Nähe des Wohnmobilstellplatzes von Nesselwang und dieser liegt in fußläufiger Entfernung (5 Min.) zur Stadt. Allerdings bietet Nesselwang nicht sonderlich viel, aber Einkaufsmöglichkeiten und Restaurants/Cafés gibt es in reichlicher Anzahl. Und so ist der Stellplatz ständig gut frequentiert.

Die Hin- und Rückfahrt mit Umstieg an der Mittelstation kostet regulär €18, für Senioren ermäßigt €17. Man hat die Wahl zwischen geschlossenen Kabinen für mehrere Personen oder offenen, mit Bügeln gesichterten Sesseln für jeweils 4 Personen. Die Sonne schien und ich wollte Frischluft, wenn ich schon nicht lief. Die Fahrt war herrlich! In gemächlichem Tempo schwebte ich leicht schaukelnd über grasende Kühe hinweg und an der Sommerrodelbahn vorbei, die man auf dem Rückweg alternativ ab der Mittelstation nutzen könnte, für einen kleinen Aufpreis. Wem die ca. 15 Minuten Fußweg von der Mittelstation aus zu viel sind oder wer nur rodeln möchte, der kann mit einem eigenen Lift von unten direkt zur Sommerrodelbahn fahren, Altersgrenze unter 3 und über 80 Jahren! Laut lachen Keine Alters-, dafür aber eine Gewichtsgrenze gibt es bei einem weiteren Highlight, dem AlpspitzKick: mindestens 50 und höchstens 130kg. Der AlpspitzKick ist eine Zipline zwischen Berg- und Mittelstation. Man klinkt sich, gut gesichert, an ein Stahlseil und „fliegt“ mit bis zu 120 km/h bei einer Höhe von bis zu 60 Metern in knapp 2 Minuten den halben Berg hinunter. Kostenpunkt: €36 OHNE die Auffahrt mit der Seilbahn.

Ich stieg an der Mittelstation um und als ich oben ausstieg, wartete Uschi schon auf mich! Sie war sogar schon ganz oben auf dem Gipfel gewesen, noch einmal 120 Höhenmeter ab der Bergstation. Da ich seit einiger Zeit verstärkt Probleme mit meinem linken Bein habe, blieb mir, wie euch, nur das Betrachten ihrer Fotos und der kurze Weg zum „Sportheim Böck“, inzwischen ein modernisiertes Ausflugslokal mit Außenterrasse und schönem Blick ins Tal. Auch von dort oben konnte man wieder den Weißensee (rechts) und den Hopfensee (links) mit dem dahinterliegenden braunen, weil trockengelegten, Forggensee sehen.

Sportheim BöckSportheim BöckAusblick ins TalAusblick ins TalAusblick ins Tal

Wir teilten uns eine Portion leckeren Kaiserschmarrn, unterhielten uns mit anderen „Bergsteigern“ und nach einiger Zeit schloss Uschi sich einem Paar aus Münster an, das sie am Gipfel kennengelernt hatte. Der direkte Weg nach unten dauert ca. 1 1/2 Stunde. Ich hatte also noch ein wenig mehr Zeit, setzte mich noch auf eine Wiese, machte ein paar weitere Fotos und genoss die Sonne, den leichten Wind, das Summen der Hummeln und die Ruhe. Es waren zwar ständig Menschen unterwegs, zwischen Gipfel, Bergstation und dem Gasthaus, aber es hielt sich noch sehr in Grenzen. Und nein, ich bin runter nicht „geflogen“ (warum eigentlich nicht?) und auch nicht den letzten Rest gerodelt, sondern altersangepasst einfach wieder mit dem Sessellift hinuntergeschwebt. War auch schön! Und dann durfte ich Uschi tatsächlich mit Flitzi mitnehmen zurück zu unseren Mobilen nach Weißbach! Smiley mit geöffnetem Mund

RückfahrtRückfahrtRückfahrt

Sie hatte insgesamt ca. 15km mit 700 Höhenmetern „gemacht“ und die hatten es streckenweise durchaus in sich. Der erste Teil der Tour war noch harmlos, es ging durch Wiesen und sanfte Hügel Richtung Nesselwang. Nach Pfronten-Kappel aber begann der Weg durch die Höllschlucht und die hat ihren Namen nicht von ungefähr. Offiziell war sie wegen Bergrutschen und Winterschäden und Baumfällarbeiten noch gesperrt, aber Waldarbeiter sagten Uschi, dass sie nur noch ihre Geräte wegräumen würden und sie durchgehen könne. Sie hatte vorsichtshalber ihre Walkingstöcke dabei und war nach kürzester Zeit sehr froh darüber, denn der „Weg“ war teilweise nicht nur sehr steil, sondern auch als solcher kaum zu erkennen.

"Weg"Wo ist der Weg?Wo ist der Weg?Wo ist der Weg?DAS ist der Weg!DAS auch!

Als Entschädigung ergaben sich aber immer wieder schöne Ausblicke.

Ausblick ins TalAusblick ins Tal

Der weitere Weg quer über eine Kuhweide gehörte zur Route und nach dem interessierten oder erstaunten Blick der Kühe ist davon auszugehen, dass Uschi in diesem Jahr der erste Wanderer war, der dort vorbeikam. Erstauntes Smiley

Quer über die KuhweideQuer über die KuhweideQuer über die KuhweideQuer über die Kuhweide

Die saftigen Bergwiesen halten das Wasser wie einen Schwamm und müssen zum Teil über „Brettleswege“ überwunden werden.

Quer über die KuhweideBrettlesweg

Wasserfall Der versprochene Wasserfall am gleichnamigen Weg war dann allerdings eher ein Rinnsal. Es ist überall auffallend, wie wenig Wasser von den Bergen herunterkommt, sogar der Lech ist nur ein Flüsschen. Der Schnee des Winters ist nicht geschmolzen wie sonst, sondern von der Sonne des unüblich warmen Frühjahrs „gefressen“ worden, sagen die Einheimischen.

Irgendwann hatte Uschi die „Kappeler Alp“ erreicht. Bis dorthin kann man auch den Fahrweg hochlaufen, was vielleicht etwas weniger anstrengend, dafür aber viel langweiliger ist, wie ihr Leute erzählten. Die wollten dann zurück durch die Höllschlucht, wovon ihnen Uschi mit Blick auf deren Schuhwerk und nach Abfrage ihrer Kondition dringend abriet.

Zur Kappeler AlpKappeler AlpBlick ins TalNoch nicht der GipfelNoch nicht der GipfelBlick ins Tal

Jetzt hatte sie den größten Teil der Strecke hinter sich. Bis zum Sportheim Böck war es noch ca. ein anstrengender Kilometer, bis zum Gipfel, wie schon erwähnt, dann noch einmal 120 Höhenmeter auf einem recht steilen Schotterweg.

Fast geschafft!Blick ins TalSportheim BöckBlick ins TalGeschafft! Der Alpspitzgipfel ist erreicht.Blick von ganz oben

Schee war’s, sagt sie. Und am nächsten Tag hatte sie nicht einmal einen nennenswerten Muskelkater!!! Ich auch nicht! Cooles Smiley

written by Ingrid
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P.S.: Wie immer könnt ihr die Fotos durch anklicken auf Originalgröße bringen und den Fototext lesen, wenn ihr den Mauszeiger auf das Foto führt.

Eisenberg und Hohenfreyberg

 
 
Sobald man ein paar Schritte vom Stellplatz weg in die Wiesenlandschaft macht oder wenn man mit dem Auto Richtung Füssen fährt, fällt der Blick unweigerlich auf zwei Burgruinen, die sich auf zwei Bergrücken gegenüberliegen. Eine Recherche im Internet ergab, dass es sich um die Burgen Eisenberg und Hohenfreyberg handelt. Die Ruinen gehören zu den schönsten und größten in Bayern. Sie wurden, gemeinsam mit der benachbarten Burg Falkenstein, gegen Ende des dreißigjährigen Krieges abgebrannt.

Blick auf die Burgen

Wir fuhren mit Flitzi bis zur Schlossbergalm. Der Weg ab dort war, zumindest für mich, noch anstrengend genug, denn es geht noch ein ganzes Stück höher. Rein zufällig entschieden wir uns zunächst für die Burg Eisenberg, die ca. 100 Jahre früher als die Burg Hohenfreyberg erbaut wurde. Ihr weithin sichtbares Erkennungsmerkmal ist die mächtige Wandscheibe.

Ausflug zu den BurgruinenBurg EisenbergBurg EisenbergAusblick ins Tal

Als wir angekommen waren, sind wir zunächst auf eine Aussichtsplattform gestiegen und haben den wunderbaren Weitblick mit dem Weißensee (3. Foto), dem Hopfensee und dem Forggensee (4. Foto) genossen.

Ausblick ins TalAusblick ins TalAusblick auf den WeißenseeAusblick auf den Hopfensee

In der Burg Eisenberg ist die Unterteilung der Wohn- und Wirtschaftsräume noch recht gut zu sehen.

Burg EisenbergBurg EisenbergBurg EisenbergBurg EisenbergBlick zur Burg Hohenfreyberg

Danach mussten wir ein Stück bergab den Weg zurück, um auf der anderen Seite wieder nach oben zur Burg Hohenfreyberg klettern zu dürfen. Zwinkerndes Smiley Diese Burg wurde 1418 bis 1432 von Friedrich von Freyberg-Eisenberg zu Hohenfreyberg, dem ältesten Sohn des Besitzers der Burg Eisenberg, errichtet, und zwar als eine der letzten Burgneubauten im mittelalterlichen Stil der Stauferzeit.

Burg HohenfreybergBurg HohenfreybergBurg HohenfreybergBurg HohenfreybergBurg HohenfreybergBurg Hohenfreyberg

Diese Burg war schon in der ersten Ausführung wesentlich größer als die ältere Nachbarburg und ist im Laufe der nachfolgenden Jahrzehnte noch erweitert worden, wie man auf einer Schautafel gut erkennen kann. Wir mögen ja alte Steine, man kann schön seine Phantasie schweifen lassen und sich vorzustellen versuchen, was in diesen Mauern so alles passiert sein mag. Sie hätten ganz sicher einige Geschichten zu erzählen! Nein, leben hätten wir damals und unter solchen Bedingungen sicher nicht gewollt! Am vorletzten Wochenende war in Füssen Mittelaltermarkt und wir haben uns vorgestellt, wie alle die wunderbar vermeintlich original gewandeten Menschen wohl reagieren würden, wenn sie wirklich plötzlich um 400-700 Jahre zurückversetzt würden. Erstauntes Smiley

Burg HohenfreybergBurg HohenfreybergBurg HohenfreybergBurg HohenfreybergBurg HohenfreybergBurg HohenfreybergBurg HohenfreybergBurg HohenfreybergBurg HohenfreybergBurg HohenfreybergBurg HohenfreybergBlick zur Burg Eisenberg

Nach unserem Rundgang kehrten wir natürlich noch in der Schlossbergalm ein, bevor wir mit Flitzi wieder nach Hause fuhren. Der Zufahrsweg ist überwiegend einspurig, man sieht aber meistens, ob Gegenverkehr herrscht und es gibt für diesen Fall zwei oder drei Ausweichstellen. Mit Flitzi ist das alles kein Problem und wir freuen uns, ihn hier zu haben! Smiley

SchlossbergalmSchlossbergalmSchlossbergalmSchlossbergalm

written by Ingrid
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P.S.: Wie immer könnt ihr die Fotos durch anklicken auf Originalgröße bringen und den Fototext lesen, wenn ihr den Mauszeiger auf das Foto führt.

Mal wieder melden…

 
 
Es geht uns gut. Wir haben viel zu tun und viel zu lassen und immer zu wenig Zeit. Smiley Ein Tag ist rum wie nix! Wir sitzen im Schatten (das Wetter ist sehr angenehm), wir flitzen mit Flitzi durch das Allgäu, wir überstehen nachmittägliche Gewitter,

Gewitter

wir trinken Kaffee und essen Eis – oder Kuchen – oder letztens sogar Pizza, jeder eine!!! Wir gehen spazieren, Uschi macht morgendliche Radtouren, während ich noch schlafe. Dabei sind die Fotos von der 10-Seen-Runde entstanden.

10-Seen-Runde10-Seen-Runde10-Seen-Runde10-Seen-Runde10-Seen-Runde10-Seen-Runde

In Kempten waren wir in einem witzigen Café, alles in pink, sehr konsequent, bis hin zur Sahne. Verliebt

Café SissiCafé SissiCafé SissiCafé SissiCafé SissiCafé Sissi

Der Forggensee, auf dem man so schön Schiffchen fahren kann (könnte), hat kein Wasser. Ein Defekt an der Staumauer, alles Wasser musste abgelassen werden. Ein Desaster für die Menschen, die vom See im Sommer leben, nicht schön für all die Erholungssuchenden auf den umliegenden Campingplätzen. Vielleicht schafft man ja eine Reparatur noch vor dem Ende der Saison! Im Winter liegt der See standardmäßig trocken und da es keine Pflanzen gibt, die ein halbes Jahr im und ein halbes Jahr ohne Wasser sein können, ist er im ausgetrockneten Zustand eine Mondlandschaft.

ForggenseeForggenseeForggensee

Flitzi bekam neues Öl und neue Zündkerzen und eine Generaldurchsicht zu echten Mercedespreisen! Enttäuschtes Smiley Mich brachte man in der Zwischenzeit nach Füssen und holte mich drei Stunden später wieder ab. Leider regnete es fast nur!

FüssenFüssenFüssenFüssenFüssenFüssenFüssen

Den Weißensee, meinen (bisherigen) Lieblingssee, haben wir zu Fuß umrundet, sind nur etwas mehr als 6 Kilometer. Er macht seinem Namen keine Ehre, er sieht immer grün aus, sogar bei strahlendblauem Himmel.

WeißenseeWeißenseeWeißenseeWeißenseeWeißenseeWeißenseeWeißenseeWeißenseeWeißenseeWeißenseeWeißenseeWeißenseeWeißenseeWeißensee

In Garmisch waren wir bummeln, auf die Zugspitze wollen wir demnächst. Wir teilen uns die Attraktionen ein, damit immer noch etwas übrigbleibt. Unser Stellplatz ist nach wie vor sehr angenehm, oft habe ich, außer Fix und Boxi, keine Nachbarn, wenn doch, dann fahren sie nach ein, zwei oder drei Nächten wieder und lassen meistens ein wenig Strom da. Laut lachen Meine gesamten selbst bezahlten Stromkosten im Mai beliefen sich auf €2,50!!!

Ich empfinde es immer noch als sehr angenehm, keine (selbstauferlegte) Verpflichtung zu regelmäßigen Blogeinträgen zu verspüren, sorry. Abends habe ich endlich mal Zeit, zu lesen, nicht nur diverse Blogs, sondern richtige Bücher!!! Mein Fernseher tut, dank Uschi, zwar wieder, aber es kommt nur selten etwas, was mich wirklich interessiert und das ist gut so.

Über das Wochenende hätten wir eigentlich Besuch von einer Freundin bekommen sollen und wollten mal wieder umsonst Zug fahren, denn zu dritt passen wir in Flitzi ja nicht hinein. Die Alternative wäre, wir fahren zu zweit und Uschi muss per Fahrrad hinter uns her flitzen. Smiley mit geöffnetem Mund Aber leider kam, wie so oft, wenn man sich auf etwas freut, alles anders… 

Grundsätzlich planen wir wenig, sondern tun jeden Tag das, wozu wir gerade Lust haben. Ich glaube, das nennt man Urlaub, oder? Das Allgäu ist nicht die schlechteste Gegend dafür.

Pfronten

In diesem Sinne bis demnächst mal wieder! Kuss senden

written by Ingrid
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P.S.: Wie immer könnt ihr die Fotos durch anklicken auf Originalgröße bringen und den Fototext lesen, wenn ihr den Mauszeiger auf das Foto führt.

Bis die Tage!!!

 

Am letzten Sonntag fuhr Uschi mit Fix und Boxi zurück nach Lauterburg. Ich fuhr bei ihnen mit, grub Flitzi aus, befreite ihn von Unmengen an Blütenstaub, erst per Handfeger und Handtuch, dann feucht per Fensterleder. Vor allem die Scheiben und das Glasdach sahen verheerend aus! Danach gab es noch einen schnellen Kaffee plus Kuchen bei Maiers und nach knapp zwei Stunden flitzten Flitzi und ich zurück nach Pfronten zu Oscarlotta. Ein Kurzbesuch bei Uschis Vater war noch drin, lag sowieso auf der Strecke und nach genau 1¾ Stunden Fahrzeit war ich wieder hier. Ich habe mich nämlich nach reiflicher Überlegung dazu entschieden, diesen Sommer überwiegend nicht in Lauterburg zu verbringen. Es ist so schön hier im Allgäu und es sind schon wieder einige Jahre, dass ich das letzte Mal hier war. Auf die Idee mit Flitzi ist Uschi gekommen. Natürlich kann und werde ich auch mit Bus und Bahn fahren, aber für manche Ausflugsziele bin ich mit Flitzi eindeutig flexibler. Und es macht solchen Spaß mit ihm!!! Der Kontrast zu Oscarlotta könnte natürlich kaum größer sein. Smiley mit geöffnetem Mund

NesselwangNesselwangNesselwangBergeWeißenseeFlitziPfrontenWeißenseeWeißensee

Uschi hat noch einiges zu erledigen und wird dann auch wieder hierherkommen. Wir haben einen sehr zufriedenstellenden Sonder-Monatspreis mit dem Stellplatzinhaber ausgehandelt und sind überzeugt davon, dass uns hier so schnell nicht langweilig wird. Smiley

So weit, so gut! Jetzt kommt allerdings noch eine kleine (?) Einschränkung: Da es für einen noch nicht fest definierbaren Zeitraum wenige oder keine Stell- oder Campingplatzbeschreibungen geben wird und auch keine Reiseberichte, sondern höchstens die eine oder andere Ausflugsstory mit Fotos oder auch nur Fotos ohne Story, werde ich den Rhythmus der letzten Monate mit Blogbeiträgen jeden Mittwoch und jeden Samstag nicht beibehalten können und auch nicht wollen. Ich möchte mich im Moment auf gar nichts festlegen, sondern in erster Linie Urlaub in dieser wunderschönen Gegend machen, die Seele baumeln lassen und so faul sein, wie ich es gerade möchte. Liebe/r Leser/in, ich gehe einfach davon aus, dass du wissen wirst, wie du damit umgehst! Im Vorteil sind unsere Follower, die bekommen eine Benachrichtigung, wenn sich hier etwas bewegt…

Uschi und ich wünschen euch allen
einen wunderschönen Sommer!!!
Sonne SEE YOU! Sonne

written by Ingrid
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P.S.: Wie immer könnt ihr die Fotos durch anklicken auf Originalgröße bringen und den Fototext lesen, wenn ihr den Mauszeiger auf das Foto führt.

Jazz in Kempten

 

Dass ich (am Mittwoch vor zwei Wochen) (gut) bei Uschi in Pfronten-Weißbach angekommen bin, wisst ihr ja schon. Bis auf die Umfahrung von Karlsruhe und Stuttgart und die Durchfahrung diverser Baustellen kam ich gut voran. Diesmal wurde mein „Hasenbrot“ während der Fahrt gegessen. Zwinkerndes Smiley Uschi hatte ich gesagt, dass sie nicht vor 17 Uhr mit mir zu rechnen brauche und dann war ich doch schon um sieben Minuten vor fünf da. Ich stellte Oscarlotta zunächst mit in die hinterste Stellplatzecke, wir wollten ja (eigentlich) nur eine Nacht bleiben. Zum Stellplatz gehört ein sehr schönes Lokal mit Biergarten, es gibt landestypische Kost und leckere selbstgebackene Kuchen. Für uns allerdings entweder Kässpätzle oder Pommes und Salat. Laut lachen Letzteres erprobten wir und waren mehr als zufrieden.

Einfahrt zum Wohnmobilstellplatz Pfronten-WeißbachWohnmobilstellplatz Pfronten-WeißbachGasthaus "Wiesele"Gasthaus "Wiesele"

Am nächsten Vormittag fuhr Uschi schon einmal vor auf den Wohnmobilstellplatz in Kempten. Ich schlief erstmal aus! Wir wollten ja zum „Kemptener Jazzfrühling“ und uns dort mit einigen Mitgliedern unserer Wohnmobilistengruppe treffen. Als ich mir gerade einen Aufwach-Kaffee kochte und noch schnell ein Brot essen wollte, kamen Fix und Boxi schon wieder zurück! Was ist nun? Uschi teilte mir mit, dass ich bzw. Oscarlotta stehenbleiben könne, keine Chance für sie auf dem Stellplatz in Kempten. Er ist sowieso nur für 9 Mobile ausgewiesen und die sollten möglichst nicht länger als 6m sein. Fünf Mobile standen dort schon, mit 2m Abstand und damit war der Platz eigentlich schon voll. Es gibt zwar noch einen angrenzenden PKW-Parkplatz, auf dem das Stehen erlaubt ist, aber der war rappelvoll. Selbst Uschi hatte mit Fix und Boxi schon Schwierigkeiten, wieder zu drehen. Strom gibt es keinen, allerdings eine VE-Anlage. Die Nacht auf dem Stellplatz kostet €5, auf dem PKW-Platz €3, wenn man nur eine Parkfläche benötigt. Mit Oscarlotta hätte ich nur eine Möglichkeit gehabt, nämlich den hintersten Platz auf dem Stellplatz (wenn er denn frei gewesen wäre). Da hätte ihre Länge niemanden an der Durchfahrt gehindert. Ich hätte allerdings entweder rückwärts rein- oder rückwärts wieder rausfahren müssen bei sehr beengten Verhältnissen plus einiger Bäume. Wir waren in der darauffolgenden Woche einmal besuchsweise zu Fuß dort und ich konnte mir ein eigenes Bild machen. Wenn auf dem PKW-Parkplatz etwas frei gewesen wäre (vielleicht am Wochenende), hätte Oscarlotta quer drei Plätze benötigt (€9) und wäre vorne und hinten zugeparkt worden. Uschi brauchte mich gar nicht zu überreden, ich war sofort bereit, in Pfronten-Weißbach stehenzubleiben! Ein überzeugender Vorteil dieses Stellplatzes ist nämlich, wie Uschi schon berichtete, die gebührenfreie „PfrontenCard“, mit der man im gesamten Ostallgäu unzählige Bus- und Zugfahrten unternehmen kann, alles für umsonst! Smiley

Wir meldeten uns für Kempten (Stellplatz) ab und für Kempten (Jazzfrühling) an. Am Samstag liefen wir 10 Minuten bis zur Bedarfshaltestelle Pfronten-Weißbach (im Zug muss man die Haltewunschtaste betätigen, auf dem Bahnsteig hält man den Daumen raus – Version Ingrid, was bei dem Zugführer ein Lachen erzeugte). Der „Zug“ ist ein „Zügle“, zwei spiegelverkehrt aneinandergesetzte Triebköpfe mit etwas Zugabteil dran. Er fährt sehr gemächlich, hält an jeder Milchkanne und tutet (wir sagen „pupt“) an jedem der vielen unbeschrankten Übergänge. Entsprechend lange dauert die Fahrt, bis Kempten 45 Minuten, aber entsprechend wohltuend ist sie auch. Man kann alles in Ruhe betrachten, die blühende Landschaft, Menschen, die das schöne Wetter auf ihren Terrassen genießen oder in ihren Gärten werkeln und Schafe, die den Schatten unter den Panelen der Solarplattenanlagen zum Verdauungsschläfchen nutzen.

das ZügleZugfahrt nach KemptenIllerZugfahrt nach KemptenZugfahrt nach Kempten

Vom Bahnhof in Kempten kann man mit drei Buslinien kostenfrei in die 1,5km entfernte Innenstadt weiterfahren. Wir erwischten allerdings den Stadtbus und bezahlten €1,60/Person. Nun ja! Dafür waren wir aber auch pünktlich um 12 Uhr zum Beginn des „Jazzfrühling“ an der Bühne, die ich mir auserkoren hatte. Leider erfuhren wir dort, dass diese Band erst in einer halben Stunde spielen würde, wenn die Nachbarband, die uns nicht gefiel, Pause machte. Auch gut, dann gab es vorher noch einen Kaffee! Im Laufe des Nachmittages trafen wir unsere Freunde und flanierten durch die sonnige und gut besuchte Stadt, von Bühne zu Bühne. Diese Auftaktveranstaltungen gibt es nur am ersten Samstag, sie dienen u. a. dazu, die verschiedenen Bands dem Publikum bekannt zu machen. Die meisten spielen an den nächsten Abenden in Lokalitäten gegen Gebühr. Das war für uns dann allerdings ein Problem, denn der letzte Zug fuhr um 23 Uhr zurück. Das Spektrum der Veranstaltungen ist sehr weit gefächert, vom Einzelkünstler bis zur Bigband. Jazzliebhaber kommen bestimmt auf ihre Kosten, weiterführende Infos „hier“. Der „Jazzfrühling“ fand dieses Jahr bereits zum 34. Mal in Kempten statt!

Jazz in Kempten

 

Nun noch ein paar Stellplatzinfos zu Pfronten-Weißbach:

geschotterte Stellflächen für 44 Mobile, unterteilt in zwei Platzbereiche; wenig Schatten; Parzellengröße normal und auch für lange Mobile geeignet; VE-Station in der Durchfahrt zum hinteren Platzteil (nicht ganz optimal, da bei Belegung keine Durchfahrt möglich); Platz beleuchtet; ausreichende Anzahl von Stromsäulen (50 Cent/kW); Mülltrennung; Dusche (50 Cent/4 Min.) und WC, jeweils für Männer und Frauen; Spülküche; Waschmaschine und Trockner (je €3); Gasflaschenverkauf (€22); Brötchenservice; kostenfreies WLAN; absolut ruhig gelegen (ab und zu pupt der Zug vorbei, hörbar, aber nicht störend); Wander- und Radwege, im Winter Loipen, direkt ab dem Platz; Bushaltestelle oben an der Bundesstraße; Bahnhof 10 Min. Fußweg; Einkaufsmöglichkeit (Nahkauf) 10 Min. Fußweg; schönes Gasthaus mit Bier-/Kaffeegarten am Platz; SEHR freundliche Betreiber, Anmeldung besetzt von 18-19 Uhr, ansonsten Ansprechpartner im Gasthaus; kostenfreie Fahrt mit Bus und Bahn durch die gebührenfrei abgegebene PfrontenCard im gesamten Ostallgäu; Preis pro Übernachtung €12/Nacht/2 Personen (11. Nacht gratis)

Nachdem klar war, dass wir hier stehenbleiben würden, zogen wir um auf den hinteren Platzteil und blieben im vorderen Bereich stehen, um den bestmöglichen WLAN-Empfang zu haben. Noch hält sich der Betrieb in Grenzen und die Mobile verteilen sich auf dem ganzen Platz. An den Wochenenden kann es allerdings auch jetzt schon voll werden. Vorteil: Ich gehe am Montag Strom ernten! Cooles Smiley Uschi ist ja inzwischen mit ihrer „LiPo“ autark. Selbst Schuld! Smiley mit herausgestreckter Zunge

Wohnmobilstellplatz Pfronten-WeißbachWohnmobilstellplatz Pfronten-WeißbachWohnmobilstellplatz Pfronten-WeißbachWohnmobilstellplatz Pfronten-WeißbachWohnmobilstellplatz Pfronten-Weißbach

In unmittelbarer Umgebung des Stellplatzes sieht es so aus:

rund um den Stellplatzrund um den Stellplatzrund um den Stellplatzrund um den Stellplatzrund um den Stellplatzrund um den Stellplatzrund um den Stellplatzrund um den Stellplatzrund um den Stellplatzrund um den Stellplatz

Ach, übrigens, fast vergessen: Am Tag nach meiner Ankunft stieg Uschi Oscarlotta aufs Dach und unterzog die Satellitenschüssel samt aller Komponenten einer genauen Sichtprüfung. Ohne Befund. Bevor sie mir den Befehl zum Hochfahren gab, sprühte sie in alle verfügbaren Öffnungen großzügig WD-40. Das hatte ich zugegebenermaßen ein WENIG vernachlässigt. Etwa ich? Die Mechanik tat sich hörbar immer noch etwas schwer, aber die Schüssel drehte sich schicksalsergeben und fand relativ schnell den passenden Satelliten. Ich kann wieder fernsehen! Ist ab und zu dann doch ganz nett! Verliebt

written by Ingrid
photos taken with iPhone

P.S.: Wie immer könnt ihr die Fotos durch anklicken auf Originalgröße bringen und den Fototext lesen, wenn ihr den Mauszeiger auf das Foto führt.

Start in den Frühling mit Fix und Boxi

 
 
Bad SchönbornNach einem dreimonatigen “sportlichen” Winteraufenthalt auf dem Stellplatz in Bad Schönborn mit Besuch des benachbarten Fitnessstudios hatte ich erst einmal Termine bei Tischer (Hersteller der Aufbaukabine)  und Storkan (Nissanhändler), damit mein Gespann auch fit wurde.

Bei Tischer gab es die fällige Dichtigkeitsprüfung (ohne Befund) und einen Ersatz für die  Bordbatterie, die sich leider Knall auf Fall verabschiedet hatte. Schon längere Zeit hatte ich mich mit dem Thema ”Lithiumbatterie” beschäftigt und mir vorgenommen, bei einem irgendwann mal nötigen Batterietausch eine Lithiumbatterie + Wechselrichter einbauen zu lassen. Nun kam der Zeitpunkt zwar früher als gedacht, aber ich blieb bei meinem Vorhaben. In Boxi ist nun, passend zur Solarplatte eine 100AH-Lithiumbatterie mit einem neuen Ladegerät eingebaut. Ein Wechselrichter mit 1000 Watt Leistung ermöglicht mir, alle elektrischen Kleingeräte, die ich besitze, zu betreiben. Meine Kabel und Adapter sind seit  Inbetriebnahme der neuen Errungenschaften  “out of order” und führen hoffentlich die meiste Zeit des Jahres ein “Kellerdasein” im Staufach.

WechselrichterLiFePo4Ladegerät

Beim nächsten Stopp in Haßfurt bei der Firma Storkan gab es nur eine kleine Inspektion, dann konnte ich meine geplante Frühjahrstour ins “Bayrische” starten.

bei Storkan

In Bad Windsheim mussten wir noch eine Woche Eiseskälte überstehen. Cooles Smiley

Bad Windsheimeine Woche -10°C

ErdingDas nächste Ziel war Erding, um gute Freunde, die in der Nähe wohnen, zu besuchen. Leider hatte sie die Grippewelle lange im Griff, sodass ich nach einer Woche einen Ortswechsel vornahm. In Weilheim konnte ich zwar dann noch mit einer Freundin einen sonnigen Nachmittagsspaziergang unternehmen, aber alle weiteren Ausflugspläne fielen auch da dem Grippevirus zum Opfer. Ganz Bayern schien die Grippe zu haben, ich blieb verschont! Nachdem dann auch ein verspäteter Wintereinbruch vorhergesagt wurde (und auch stattfand), fuhr ich kurzerhand “nach Hause”, gleichbedeutend mit Campingplatz in Lauterburg.
Eiszapfen bei TagEiszapfen bei Nacht

Nach einer 4-wöchigen Reisepause startete ich Ende März zum neuen Versuch einer Frühlingsreise, mit Erfolg! Erstes Ziel war Bad Dürrheim, dort fand das Treffen von “Seabridge” (Verschiffung von Wohnmobilen und geführte Gruppenreisen) statt, wieder mit einigen auch für mich interessanten Bildvorträgen und natürlich vielen Gesprächen mit Gleichgesinnten. Außerdem konnten wir alle das sonnige, warme Wetter mit Aktivitäten oder auch “Passivitäten” (rumsitzen) im Freien genießen.

Nach den Tagen in Bad Dürrheim fuhr ich am Bodensee entlang über die “Alpenstraße” ins Allgäu (meine heimliche Heimat). Die Kulisse auf der Fahrt war wunderschön: blauer See, weiß-blauer Himmel, weiße Alpengipfel, grüne Wiesen und blühende Büsche! Auf dem Stellplatz in Oberstdorf war der Frühling zwar noch nicht vollständig angekommen, aber das Wetter war nach einem Regentag wieder vom Feinsten und ich habe eine Woche lang meine ausgedehnten Wanderungen und das Städtchen richtig genossen.

unterwegsunterwegsunterwegsunterwegs

Ich wollte auch noch mir unbekannte Stellplätze im Allgäu erkunden. So fuhr ich zunächst den Stellplatz in Fischen an. Er ist schön angelegt, aber ich wollte an dem Tag schon noch ein Stück weiter. Am Mittag landete ich dann in Bad Hindelang. Hier blieb ich eine ganze Woche, weil: superschöner Platz mit toller Ausstattung, superschöne Umgebung, superschönes Wetter und ich kam in den Genuss von einem Zwischensaisonangebot: 5 Nächte bezahlen, 7 Nächte bleiben.

HindelangHindelangHindelangHindelangHindelangHindelangHindelangHindelangHindelangHindelangHindelang

Auf meiner weiteren Erkundungstour fuhr ich über Nesselwang nach Pfronten-Weißbach. Der Stellplatz in Nesselwang ist direkt neben dem Großparkplatz an der Alpspitzbahn im Grünen angelegt. Ich richtete mich dann aber auf dem Stellplatz im übernächsten Dorf (Pfronten-Weißbach) für unbestimmte Zeit ein. Hier gibt es, wie auch in Bad Hindelang, ein gutes Restaurant und gute Sanitäranlagen sowie Waschmaschine und Trockner.

Pfronten

Als besonderes Schmankerl  bekommt man hier am Stellplatz in Pfronten-Weißbach die  “PfrontenCard”  umsonst, das bedeutet “Freie Fahrt” mit Bus und Bahn im Ostallgäu!

PfrontenCard

(Alle Stellplatzbeschreibungen und GPS-Daten zu den von mir angefahrenen Plätzen findet ihr im Bordatlas 2018 und/oder in den verschiedensten Apps und/oder hinter dem jeweiligen Link.)

Eine Woche ist seit meiner Ankunft schon wieder vergangen und zwischenzeitlich stehen “Oscarlotta” und “Fix und Boxi” wieder nebeneinander hier auf dem Platz und haben sich, so wie wir, über das Wiedersehen gefreut.

Pfronten

Pfronten

Die nächsten Neuigkeiten präsentiert euch dann wieder wie gewohnt Ingrid!

written by Uschi
photos taken with HUAWEI P10 Lite

P.S.: Wie immer könnt ihr die Fotos durch anklicken auf Originalgröße bringen und den Fototext lesen, wenn ihr den Mauszeiger auf das Foto führt.

Von Dienstag bis Dienstag (Teil 2)

 

Am Freitag fuhr ich zu meinem Bruder und meiner Schwägerin nach Bochum und als ich abends zurückgebracht wurde, war der Stellplatz rappelvoll. Auf den beiden Eckplätzen neben Oscarlotta, die kaum anfahrbar waren, standen zwei mittelgroße Wohnmobile, die sich am Zaun entlang quetschten, auf einem Platz und zwischen ihnen und Oscarlotta stand diagonal auf seinem Platz ein Kastenwagen. Diagonal deswegen, weil sonst keines der beiden anderen Mobile noch herausgekommen wäre. Den Insassen des Kastenwagens gefiel diese Enge offenbar nicht besonders und sie rechtfertigten sich bei mir für ihre unkonventionelle Art zu parken, obwohl mich das weder tangierte noch störte. Im Gegenteil, ich war froh, dass sie nur ein kleines Wohnmobil hatten und durch ihr schräg stehen sogar einen größeren Abstand zu Oscarlotta hielten als es normalerweise der Fall gewesen wäre.

voller Stellplatzvoller Stellplatzdirekt nebenan2 kommen nicht mehr raus

Dies war also offensichtlich der Normalzustand an Wochenenden in allen Jahreszeiten außerhalb des Winters. Erstauntes Smiley Sehr gewöhnungsbedürftig! Dazu gab es die erste Hitzewelle des Jahres, tagsüber stieg das Thermometer in der Sonne auf über 30°C!!! Und das Mitte April! Schatten gab es nur auf der Fahrerseite von Oscarlotta, aber da konnte ich ja nicht sitzen. Mit offenen Fenstern, offener Tür und laufendem Ventilator, der die warme Luft herauszog, ging es einigermaßen. Gegen Spätnachmittag wurde es dann erträglich und an der Ruhr war es sogar sehr angenehm. Das abendliche Telefonat mit Uschi verbrachte ich in der Gesellschaft von 11 Schwänen, die abwechselnd immer mal wieder bei mir vorbeischauten.

Schwäne auf der RuhrSchwäne auf der RuhrSchwäne auf der RuhrSchwäne auf der RuhrSchwäne auf der RuhrSchwäne auf der RuhrKöpfchen in das Wasser, Schwänzchen in die Höh

Am Sonntag bekam ich Kaffeebesuch, der den Kuchen mitbrachte. Zwinkerndes Smiley Die meisten Wohnmobile waren schon wieder abgereist, der Spuk war vorbei. Die Ecke war wieder frei, der Nachbar zur Linken war ebenfalls weg, ich hatte wieder einen Ausblick. Am Montag montierte ich meine neuen alten Kennzeichen, ver- und entsorgte per Eimer und Gießkanne und verabschiedete mich von der Ruhr. Ich muss mal wieder länger in meiner alten Heimat bleiben, ich merke jedes Mal, dass ich hier meine Wurzeln habe und ich möchte Zeit hier verbringen, ohne in Termindruck zu kommen. Das ist bei nur einer Woche Aufenthalt schwierig.

an der Ruhr

Dienstag verabschiedete ich mich auch vom Platzbetreiber, fragte, ob es bei längerem Aufenthalt, z. B. einem Monat, etwas andere Konditionen geben würde und er meinte, darüber ließe sich reden. Vor zwei Jahren kostete der Platz noch 7 Euro und wenn man 10 Nächte blieb, war die 11. Nacht umsonst. Dann wurde ein kleines Sanitärhaus gebaut (4 Toiletten und 2 Duschen) und der Preis auf 10 Euro erhöht, ohne Rabatt. Das Duschen bezahlt man natürlich noch extra, €1 für 4 Minuten und 10 Sekunden (!) und anschließend 10 Minuten Strom auf der Steckdose. Das Angebot einer Dusche auf Stellplätzen nehme ich schon an, Toiletten benutze ich jedoch nie, da ist mir meine eigene wesentlich angenehmer. Das heißt also, dass ich für die Annehmlichkeit einer Dusche, für die ich noch extra zahlen muss, pro Tag 3 Euro mehr für den Stellplatz zahlen muss als noch vor zwei Jahren. Enttäuschtes Smiley

Ich wollte am Donnerstag in Kempten sein, das waren ziemlich genau 600km. Wie weit ich fahren würde, ließ ich offen, es war abhängig von den Bedingungen auf den Autobahnen und meiner Tagesform. Der Verkehr war dicht, aber flüssig, meine Tagesform gut. Als ich mein Tagessoll erfüllt hatte, war es noch viel zu früh, um aufzuhören. Also beschloss ich, die Nacht in Bad Schönborn auf dem uns gut bekannten StellplatzWellMobilPark“ zu verbringen, meldete mich telefonisch an und hörte, dass genügend freie Plätze zur Verfügung ständen. Um 17:30 Uhr war ich dort und stellte erfreut fest, dass sogar Oscarlottas Stammplatz frei war! Ich verlegte nur mein Stromkabel und nahm dann mein Portemonnaie und ging ins benachbarte Thermalbad-Restaurant zum Abendessen. Bisher hatte es nämlich nur auf einer Autobahnraststätte ein Stück Kuchen gegeben, anstelle des vorab geschmierten Käsebrotes, das wieder in den Kühlschrank wanderte. Im Heidelberger Raum ist es ja immer etwas wärmer als überall sonst in Deutschland und so konnte ich bei herrlich wärmenden abendlichen Sonnenstrahlen draußen auf der Terrasse essen. Im April! Vor knapp drei Wochen hatte ich noch minus 3°C!!!

Abendessen

Der Kurpark von Bad Schönborn/Mingolsheim wird seit Monaten neu gestaltet. Der Klettergarten, der sich über die Jahre nicht bewährt hat, wurde demontiert und ist zur Zeit eine große Baustelle. Am Kurparkteich schaute ich nach Nutrias. Dort hatten wir über die Jahre mehrere Generationen einer Nutria-Großfamilie erlebt. Das Nest auf einer kleinen Insel war nicht mehr da, aber eine ausgewachsene Nutria schwamm durch den Teich, kletterte ans Ufer und graste ausgiebig. Auf meinem Rückweg sah ich dann auch noch einen Nutria-Teenager. Smiley

Wer genauso begeistert von diesen putzigen Tieren ist wie wir, der findet in unserem Blog eine Reihe von Berichten, in denen Nutrias vorkommen und auch einige Videos. Ein besonders nettes könnt ihr euch „hier“ anschauen. Ansonsten gebt einfach in die Suche rechts in der Seitenleiste „Nutria“ (ohne Anführungszeichen) ein.

Kurpark Bad SchönbornKurpark Bad SchönbornKurpark Bad SchönbornKurpark Bad SchönbornKurpark Bad SchönbornNutria am TeichNutria am Teich

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P.S.: Wie immer könnt ihr die Fotos durch anklicken auf Originalgröße bringen und den Fototext lesen, wenn ihr den Mauszeiger auf das Foto führt.

Von Dienstag bis Dienstag (Teil 1)

 

Hattingen und Umgebung Für Dienstag vergangener Woche hatte ich auf dem Stellplatz in Hattingen an der Ruhr meinen Wunschplatz reserviert. Auf dem Platz bin ich schon zweimal gewesen und hatte dort vor zwei Jahren, bei meinen ersten Alleinfahrten mit Oscarlotta, prompt den Schrankenpfosten „mitgenommen“. Nicht schön, ich war am Boden zerstört und nun hat Oscarlotta, trotz fachmännischer Reparatur, einen kleinen Schönheitsfehler. Seitdem fahre ich noch vorsichtiger und es ist mir kein weiteres Malheur passiert. Toi, toi, toi!!!

Katastrophe in Hattingen 2016Katastrophe in Hattingen 2016

Ich wusste also, welche Plätze für mich (gut) anfahrbar sind. Der Platz ist sehr einnahmeorientiert gestaltet worden, ob gewollt oder aus Unerfahrenheit entzieht sich meiner Kenntnis. Wenn er voll ist, verhindern an einigen Stellen längere Wohnmobile, dass der dazwischenliegende Platz noch anfahrbar ist oder, wenn dort schon ein kleineres Mobil stand, dann kommt es nicht mehr raus. Dann bräuchte man, wie Uschi immer sagt, einen „Siemens Lufthaken“. Ich reservierte den Platz 14 (17 Plätze gibt es insgesamt). Weit genug von der Einfahrt weg, aber direkt nach der Schranke vorwärts gut anfahrbar. Beim letzten Mal hatte ich rückwärts eingeparkt, aber dann könnte ich meinen Fahrradträger nicht abklappen. Und das musste ich, um mein Kennzeichen demontieren zu können. Oscarlotta sollte nämlich wieder eine Ganzjahreszulassung bekommen.

Hattingen 2017

Als ich endlich nach stressiger Staufahrt ankam, war der Platz angenehm leer. Am Zaun hing ein Reserviert-Schild mit meinem Kennzeichen und ich parkte mit ausreichendem Abstand zum Nachbarn auf der linken Seite ein. Der stand rückwärts in seinem Platz und relativ dicht an der Begrenzungslinie und ich wollte einen gewissen Mindestabstand haben. Zum Stellplatz gehört ein öffentlicher Minigolfplatz mit Restauration und so ging ich zum Biergarten, um mich anzumelden. Ich sagte, dass ich Platz 14 reserviert hätte. Ob ich auf 14 oder 15 stehe, wurde ich gefragt. Ich denke, auf 14, entgegnete ich, zumindest würde ich direkt vor meinem Kennzeichen stehen. Da meldete sich der Platzchef aus der Küche und rief, es sei Platz 15 geworden. Auf die Platznummern hatte ich gar nicht geachtet! Im Prinzip war es mir auch egal, Platz 15 war genauso gut, allerdings war die Zufahrt zu den nächsten beiden Plätzen 16 und 17 zwischen dem Fahrradträger von Oscarlotta und der Schranke jetzt nicht mehr sehr breit. Würde da überhaupt noch ein Wohnmobil durchpassen? An beiden Plätzen hingen Reservierungsschilder für den übernächsten Tag. Ich überlegte ernsthaft, ob ich Oscarlotta doch noch einen halben Meter nach links versetzen sollte, entschied mich dann aber dagegen. Es war ja schließlich nicht meine Schuld, dass ich nicht den Platz 14 bekommen hatte, wie gewünscht und bestellt. Und die beiden Plätze waren sowieso nur für kleinere Mobile geeignet. Ich würde es mal darauf ankommen lassen, beschloss ich. Am nächsten Mittag fuhr ein Einzelfahrer in einem Teilintegrierten souverän rückwärts auf Platz 17! Smiley mit geöffnetem Mund

Platz 15enge DurchfahrtPlatz 16 und 17

Am Donnerstag fuhr mich ein alter Freund zur Zulassungsstelle in Bochum. Donnerstags ist auch nachmittags geöffnet! Zwinkerndes Smiley Der freundliche Mensch an der Rezeption fragte alles ab, was ich brauchen würde, nachdem ich ihm geschildert hatte, was mein Anliegen sei. Personalausweis, TÜV-Nachweis, Gutachten für die Eintragung der Tankflasche, Kennzeichen zur Entwertung, Kraftfahrzeugschein, Fahrzeugbrief (MIST!), eVB-Nummer (elektronische Versicherungsbestätigung) der Versicherung (MIST!). Hätte ich doch besser vorher mal telefonisch nachgefragt! Die letzte Änderung vor drei Jahren, als Oscarlotta vor unserem halbjährigen Nordamerika-Aufenthalt ein Saisonkennzeichen bekam, hatte mein Bruder für mich erledigt. Er konnte sich auch noch daran erinnern, dass schon damals die fehlende eVB-Nummer ein Problem war, die ich dann bei der Versicherung erfragt und ihm telefonisch durchgegeben hatte. Diesen Vorfall hatte ich allerdings inzwischen offensichtlich gänzlich vergessen. Und dass ich den Brief auch brauchen würde, war einfach nicht in meinem Kopf!!! Enttäuschtes Smiley Ich hätte mich vor Ärger auf mich selbst irgendwo hinbeißen mögen! Also die ganze Strecke wieder zurück, durch die sehr verkehrsreiche Bochumer Innenstadt bis Hattingen. Unterwegs rief ich bei der Versicherung an und erhielt die eVB-Nummer noch während des Telefonats per SMS. Doch wo ist der Fahrzeugbrief? In Oscarlotta wohl eher nicht, sondern wahrscheinlich, wie alle wichtigen Unterlagen, bei einem Menschen meines Vertrauens in Verwahrung. Und dann? Ich wollte am Dienstag weiterfahren! Am Montag hatte das Straßenverkehrsamt zwar auch noch nachmittags geöffnet, aber ob der Brief bis dahin in Bochum sein würde? Wir beschlossen, dass ich in meinem Safe nachschauen würde und wir, falls er wider Erwarten dort wäre, sofort wieder zurückfahren würden. Ich hatte wenig Hoffnung! Und was war? Der Brief war im Safe!!! Ich hatte nach unserer Halbjahresreise den vorletzten Winter ja mit Oscarlotta in Norddeutschland verbracht und nach meiner Rückkehr nach Lauterburg offensichtlich mit keinem Gedanken mehr an den Brief gedacht. Das war jetzt natürlich mein Glück! Wir fuhren zurück. Die Zulassungsstelle hatte laut Internet bis 16 Uhr geöffnet. Um 15:30 Uhr waren wir dort und ich erklärte dem Mitarbeiter freudestrahlend, dass ich jetzt alle Unterlagen beisammen hätte. Ich bekam einen Nummernzettel, der besagte, dass 25 Personen vor mir dran seien. Es wurde 16 Uhr und die Türen wurden nicht verschlossen! Bis 18 Uhr sei geöffnet, erfuhren wir. Verwirrtes Smiley Nach einer Stunde Wartezeit wurde endlich meine Nummer angezeigt! Die Sachbearbeiterin begann zügig mit der Bearbeitung, merkte allerdings etwas erstaunt an, dass das Gutachten ja noch von 2017 sei? Mit meiner Erklärung, das sei zwei Tage vor Weihnachten gewesen und ich hätte da nicht mehr kommen können, gab sie sich ohne weitere Nachfrage, wo ich denn in der Zwischenzeit gewesen wäre, zufrieden. Sie fütterte ihren Computer mit den Daten, druckte einen neuen Kraftfahrzeugschein aus, vernichtete den alten und stellte dann fest, dass die eVB-Nummer nicht richtig sei. Sie sei mit meiner (Post-)Adresse in Lauterburg verknüpft, die ja aber nicht meine Meldeadresse sei. Ich müsse eine andere eVB-Nummer anfordern. Es war inzwischen 16:40 und ich war sicher, dass ich bei der Versicherung niemanden mehr erreichen würde! Aber noch einmal hatte ich Glück! Es dauerte zwar eine Weile, weil der Versicherungsangestellte einen neuen Vorgang mit neuer Adresse anlegen musste, aber dann gab er mir die neue Nummer telefonisch durch. Ich wiederholte jeden Buchstaben laut und meine geduldige Sachbearbeiterin, die sich in der Zwischenzeit ein wenig mit ihrer Kollegin unterhalten hatte, gab sie gleichzeitig in ihren Computer ein. Dann ging es schnell, neue Plaketten auf die alten Kennzeichenschilder kleben (die von vor drei Jahren, die ich natürlich aufgehoben UND mitgebracht hatte), die Plaketten von den alten Kennzeichen schaben (hab ich auch wieder mitgenommen, man weiß ja nie), das Gutachten für ihre Unterlagen kopieren und schon durfte ich bezahlen. Es war auch gar nicht teuer, €10,20 für die Eintragung der LPG-Tankflasche, €27,60 für die Änderung des Zulassungszeitraumes und noch 60 Cent für zwei Klebesiegel.

Zum vierten Mal an diesem Tag fuhren wir dieselbe Strecke, nun im Feierabendverkehr. Aber diesmal fuhren wir nicht schnurstracks zu Oscarlotta zurück, sondern in den Biergarten des Landgasthauses „Grum“ in Hattingen direkt an der Ruhr. Dort kann man gut, allerdings nicht besonders günstig, speisen und die Küche hatte auch schon geöffnet. Das hatten wir uns verdient, vor allem natürlich mein etwas geplagter, aber sehr nachsichtiger Chauffeur!!!

Hattingen an der Ruhr

Jetzt darf Oscarlotta wieder auf die Straße, wann immer sie möchte. Ich hoffe nur, sie nimmt lieber mich mit als noch einmal einen Schrankenpfosten! Laut lachen

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Seilersee

 

Carola kam am Dienstag noch einmal zum Verabschieden vorbei und weil ich nicht zu spät weiterfahren wollte, gingen wir nur an den Seilersee. Dort sollte es ein neues Lokal geben, das sie auch noch nicht kannte. Ich fuhr vorher noch auf die Ent- und Versorgungsstation und schaffte es, außer der Toilettenkassette acht Eimer Abwasser zu entleeren, bevor der Rolladen sich wieder schloss. Frischwasser konnte ich komplett auffüllen und musste der Hahn sogar zudrehen, bevor die Zeit abgelaufen war. Eine Viertelstunde, bevor Carola kommen wollte, war ich fertig und stellte Oscarlotta auf einen der PKW-Plätze, um einem eventuellen Neuankömmling einen offiziellen Platz zu überlassen. Die vorhandenen vier Plätze waren jede Nacht belegt, auf zweien standen allerdings „Dauercamper“, was u. a. an den irre hohen Wattstundenanzeigen am Display des Stromautomaten abzulesen war. Ich dachte zuerst, dass die beiden Mobile über den Winter nur abgestellt sein würden, aber dem war nicht so, sie wurden bewohnt. Das ist bei einem Platz, der nur über vier Stellflächen verfügt, natürlich von Nachteil für alle anderen Interessenten. Enttäuschtes Smiley

zwei von vier sind Dauerbewohner

Vom Stellplatz bzw. PKW-Parkplatz aus führt eine Fußgängerbrücke über die Bundesstraße und schon sahen wir den Seilersee. Die Natur explodierte förmlich, der See war gesäumt von maigrünen Bäumen und überall blühte es. Jetzt war der Winter wohl endgültig vorbei!?!? Smiley

SeilerseeSeilerseeSeilerseeSeilerseeSeilersee

Eine Infotafel erklärte, dass der Seilersee eigentlich eine Talsperre ist und eigentlich (oder auch) Callerbachtalsperre heißt. Eine richtige (Mini-) Sperrmauer gibt es und auch eine Überlaufzone.

CallerbachtalsperreCallerbachtalsperre

Ein Stück weiter waren wir auch schon an unserem Tagesziel. Man kann aber auch den gesamten See umrunden, zu Fuß oder per Rad. Neben einem Minigolfplatz ist ein schönes Restaurant entstanden mit großem Außenbereich. Aber auch innen hat es in zwei Etagen einiges zu bieten! Das geht bis zu den Toiletten. Die “Wilde Ente” ist eine Dependance des gegenüberliegenden Hotels “VierJahreszeiten”.

"Wilde Ente""Wilde Ente""Wilde Ente""Wilde Ente""Wilde Ente""Wilde Ente""Wilde Ente""Wilde Ente""Wilde Ente""Wilde Ente"

Diesmal tranken wir nur einen Kaffee, das Frühstück war noch nicht lange genug vorbei (bei mir!). Und wenn ich hier etwas gegessen hätte, dann keinen Kuchen, sondern Pommes frites. Die wurden am Nachbartisch serviert und sahen soooo lecker aus! Dazu gab es ein Holzbrettchen mit drei eingelassenen Gläschen, gefüllt mit verschiedenen Gewürzen. Nicht nur langweiliges Salz!!! Cooles Smiley

"Wilde Ente"

Ich hatte nur 50km bis Hattingen, brauchte dafür aber über eine Stunde, obwohl der überwiegende Teil der Strecke über Autobahnen ging. Zum Teil war schon auf der Abbiegespur von einer Autobahn auf die andere Stau! Zum Glück ist das Autobahnnetz im Ruhrgebiet vielfältig, sodass es immer mehrere Möglichkeiten gibt. Aber jeden Tag möchte ich dort nicht mehr unterwegs sein müssen!!! Erstauntes Smiley

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Hörder Burg am Phoenixsee

 

Auf der Fahrt zum Kino in Dortmund kamen wir am Phoenixsee vorbei, zumindest besagten das entsprechende Hinweisschilder. Zu sehen waren nur interessante, sehr moderne Gebäude. Ich hatte keine Ahnung, was der Phoenixsee sein könnte und Carola war dort bisher auch nicht gewesen. Auf dem Rückweg suchten wir uns einen Parkplatz und obwohl wir auch richtig Hunger hatten, liefen wir erst ein Stück am See entlang. Überall wird noch gebaut, Wohn- und Bürohäuser, vieles ist schon fertiggestellt und bewohnt. An diesem schönen Sonntagabend waren sehr viele Menschen unterwegs, die wie wir ein wenig flanieren und vielleicht noch nett essen wollten. Die Warteschlange an der Eisdiele war superlang!

Phönixsee

An der einen Seite des Sees stand ein Gebäude, das vom Baustil her so gar nicht zum Gesamtensemble passte. Es sah aus wie eine Burg.

Hörder BurgHörder BurgHörder BurgHörder Burg

Am Haupteingang gab es dann ein aufklärendes Schild, es war wirklich einmal eine Burg! Ursprünglich 1287 als Wasserburg aus den Steinen der damals zerstörten Hohensyburg entstanden. Ihr jetziges Aussehen verdankt sie allerdings der historisierenden Architektur aus der Zeit vom 19. zum 20. Jahrhundert. Ab 1840 entstand hier ein Walzwerk für die Herstellung von Eisenbahnschienen. Die nach ihrem Besitzer Hermann Diedrich Piepenstock benannte Hermannshütte wurde 1852 unter dem Namen Hörder Bergwerks- und Hüttenverein zur ersten Aktiengesellschaft im Hüttenwesen des Ruhrgebiets. Und jetzt erfuhren wir auch endlich, woher der See seinen Namen hat. Von 1906 bis 1922 war die „Hörder Burg“ Sitz der Hauptverwaltung des Montankonzerns Phoenix, des fünftgrößten deutschen Unternehmens.

an der Hörder Burgan der Hörder Burgam Phönixsee

Eine Inschrift gab uns Rätsel auf! Was soll das Wort in der mittleren Reihe bedeuten??? Wir haben es nicht entziffern können! Verwirrtes Smiley

??? mittlere Zeile ???

Der See ist mit 1200m Länge und 320m Breite nicht besonders groß. Seine Wassertiefe beträgt nur 2-3 Meter im Mittel und einmal rundherum sind es gerade mal gut 3km. Die Aushubarbeiten dieses künstlich angelegten Sees begannen im September 2006, die Flutung dauerte ab dem 1. Oktober 2010 ein ganzes Jahr lang an. Gespeist wird er ausschließlich durch Grundwasser und durch Niederschlagswasser und nur bei einer bestimmten Hochwassersituation ist er mit der hier renaturierten Emscher verbunden und dient dann als Rückhaltebecken, um eine Überflutung der flussabwärts liegenden Wohn- und Gewerbebebauung zu verhindern. Im Mai 2011 wurde der fertiggestellte Seeuferbereich für die Öffentlichkeit freigegeben und nach Fertigstellung aller Bauvorhaben sollen ca. 2000 neue Wohneinheiten entstanden sein sowie eine Vielzahl von Büro- und Geschäftshäusern. Alles wirkt sehr modern und stylisch, aber nicht unpersönlich und es scheint schon jetzt von der Bevölkerung sehr angenommen zu werden. Man darf zwar nicht im See baden, aber kleine Segelboote und motorlose Sportboote dürfen auf ihm verkehren.

weitergehende Infos: hier klicken

am Phönixseeam PhönixseePhönixsee

So schön kann es im Ruhrgebiet sein! Dortmund-Hörde hat sich fein herausgemacht, ist nicht mehr das Aschenputtel mitten im Pott! Natürlich fanden wir auch noch ein nettes Lokal und wurden exzellent bewirtet! Verliebt

am Phönixsee

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Seilerblick

 

Über Bad Bentheim fuhr ich diagonal an Coesfeld vorbei bis zur A1, auf dieser bis Unna und dann den Rest Bundesstraße bis Iserlohn. Die A1 war natürlich, wie von früher gewöhnt, voll mit LKW-Kolonnen, aber Stau gab es zum Glück nur in der Gegenrichtung. Den kostenfreien Stellplatz in Iserlohn kannte ich schon und wusste, dass es dort nur 4 Stellflächen für Wohnmobile gibt. Allerdings zusätzlich 9 PKW-Plätze und dieser separate Abschnitt ist Teil eines großen öffentlichen Parkplatzes. Ich machte mir also keine Sorgen. Tatsächlich zählte ich bei der Anfahrt vier Wohnmobile! Dann stellte sich aber heraus, dass eins auf der Fläche der Ent- und Versorgungsanlage stand und mein Wunschplatz am Ende des Platzes frei war! Das Wohnmobil auf der VE-Station blieb dort übrigens über Nacht stehen, der Platz ist schön eben und der Fahrer hatte wohl noch nicht viel Erfahrung oder ein dickes Fell. Der Platz liegt neben einer wenig befahrenen Anliegerstraße im Grünen. Benachbart ist eine Tennisanlage und ein Fitnesskomplex, der PKW-Parkbereich ist so weit weg, dass er nicht stört. Durch eine Grünanlage läuft man zur Hauptstraße und ein kleines Stück weiter gibt es ein Einkaufszentrum. Ganz in der Nähe liegt der Seilersee (den man komplett umrunden kann), weswegen der Stellplatz nach der angrenzenden Straße “Seilerblick” heißt. Zu sehen ist der See vom Stellplatz aus allerdings nicht. Strom erhält man über einen Münzautomaten, 50 Cent für angezeigte 1000 Wattstunden. Die VE-Station hat als Nachteil, dass man die Toilette nur ausleeren kann, wenn man 1 Euro investiert, nur dann öffnet sich der Rolladen. Abwasser kann auch nur dort abgelassen werden, per Schlauch. Wenn man, wie ich, am liebsten per Eimer entsorgt, falls es keine Bodenrinne gibt, muss man sich beeilen, der Rolladen schließt automatisch nach 4 ½ Minuten. Mal sehen, wieviele Eimer plus Toilette entleeren ich in der Zeit schaffe! Zwinkerndes Smiley

Stellplatz "Seilerblick"Stellplatz "Seilerblick"Stellplatz "Seilerblick"Stellplatz "Seilerblick"

Meine Freundin Carola kam am nächsten Nachmittag zum Kaffeetrinken und die folgenden Tage gab es ein ausgiebiges Programm,

IserlohnIserlohnIserlohn

bestehend aus Stadtbummel, quatschen, Eis essen, quatschen, die neue Wohnung anschauen, quatschen, ins Kino gehen, nicht quatschen, erst danach wieder. Smiley mit geöffnetem Mund Wir sahen übrigens den Film „3 Tage in Quiberon“ mit Marie Bäumer, die Romy Schneider auf grandiose Weise spielt. Sie sieht Romy sehr ähnlich und während des Films vergisst man vollständig, dass man auf der Leinwand NICHT die echte Romy Schneider sieht. Tonfall, Gesten, Körpersprache, alles zum Verwechseln ähnlich! Es geht um ein Interview, dass der „Stern“ im Jahre 1981 mit der Schauspielerin, die in Deutschland ihr Sissi-Image nie losgeworden ist, auf der französischen Halbinsel im Atlantik führte. Der Film, der komplett in schwarz-weiß gedreht ist, orientiert sich sehr an den originalen Geschehnissen, zu sehen an diesen Fotos (gleiche Szenen im Film). Es wird sehr deutlich, wie zerrissen der innere Zustand von Romy Schneider in ihrem letzten Lebensjahr war bzw. wie wenig sie dem noch entgegenzusetzen hatte. Der tragische Tod ihres 14-jährigen Sohnes kurz nach dem Interview, der nicht Teil des Filmes ist, hat ihren Lebensmut dann wohl vollständig zerstört und sie starb mit nur 43 Jahren aus nicht wirklich geklärter Ursache. (Trailer zum Film im 1. Link)

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Wildes Hausen im Strandkorb am See

 

Mein nächstes Ziel war Nordhorn. Da ich nun mal kein Frühaufsteher bin und noch Abwasser wegtragen und Frischwasser auffüllen sowie eine Gasflasche bei Toom wechseln und LPG tanken musste, wurde es 15 Uhr, bis ich so richtig unterwegs war. Das Wetter war gut, die Autobahn voller LKWs, aber es lief – bis Bremen. Da war nur noch zähfließender Verkehr und es machte auch nichts mehr, dass ich an das LKW-Überholverbot gebunden war. Es konnte niemand mehr schnell fahren. Als es dann wieder voran ging, hatte ich trotzdem keine Lust mehr. Klar hätte ich es noch bis Nordhorn geschafft, es wäre ja auch egal gewesen, wann ich dort ankomme, aber eigentlich wollte ich mir lieber einen gemütlichen Feierabend machen. Ich war gerade auf der Höhe von Wildeshausen und beschloss, meine Apps zu befragen, ob es dort einen Stellplatz gibt. Also fuhr ich die nächste Raststätte an und unverrichteter Dinge auf der anderen Seite wieder heraus, denn es war kein einziger Parkplatz für Oscarlotta frei. Alles war belegt mit LKWs! Die Züge standen sogar dicht an dicht der Länge nach hinter den einzelnen Spuren und selbst wenn ein LKW bereits nach vorne weggefahren war, konnte man deswegen den freien Platz nicht anfahren. Zum Glück kam kurz danach ein Parkplatz und es gab einen ausreichenden Abstand zwischen weiteren LKWs. Und es gab einen Stellplatz in Wildeshausen! 19 Plätze, da sollte doch ein geeigneter für Oscarlotta dabei sein. Dem war auch so, gut die Hälfte der Plätze war frei, allerdings waren nicht alle lang genug und mit dem Heck über die Wiese fahren ging wegen dort drapierter Felsbrocken auch nicht. An einer Seite waren allerdings extralange Plätze mit Fahrspuren aus Platten und dort sortierten wir uns ein. Der Stellplatz liegt an einen Schwimmbad (am Anfang des Stellplatzes) und an einem Restaurant/Imbiss (am Ende des Stellplatzes). Das bedeutete, dass doch der eine oder andere PKW an uns vorbeifuhr. Kleinkinder und Hunde müssten hier an die Leine!

WildeshausenWildeshausenWildeshausenWildeshausenWildeshausen

Der Nachbar war gerade draußen, als ich mein Stromkabel verlegen wollte und ich fragte ihn, wo man bezahlen müsse. Der Platz sollte €5 incl. Strom kosten. Der Ticketautomat sei kaputt, erfuhr ich, Strom würde man aber trotzdem kriegen. Okayyyyy! Die Stromsäule war ziemlich weit weg, da würde mein 25m-Kabel nicht reichen. Ich kramte also die Kabeltrommel aus der Heckgarage, aber auch die reichte nur so gerade eben bis hinter das rechte Vorderrad. Mit Hilfe des losen Kabels kam ich auf die andere Seite von Oscarlotta zum Stromanschluss und konnte wieder einmal alles mit Strom betreiben – und das auch noch für umsonst! Smiley mit geöffnetem Mund

Am nächsten Tag regnete es! Der Nachbar links neben mir war schon weggefahren und was stand direkt neben seinem Platz? Eine Stromsäule!!! Vielleicht hätte ich am Abend zuvor mal schauen sollen, ob er Strom angeschlossen hatte und WO! Nun ja. Eigentlich war es ja schade, dass ich weiterfahren musste. Und ich würde mir Oscarlotta auf der Autobahn total versauen, jetzt, wo sie gerade wieder einigermaßen sauber war. Ich hatte sie schon fahrfertig geräumt und beschloss dann trotzdem, einfach den Tag noch dort zu verbringen und das schlechte Wetter auszusitzen. Für den nächsten Tag war der Frühling angekündigt! In einer kurzen Regenpause holte ich mein Stromkabel ein, verstaute die Kabeltrommel wieder in der Heckgarage und wechselte zu der Stromsäule nebenan. Der Ticketautomat funktionierte immer noch nicht. Eine bessere Entscheidung hätte ich nicht treffen können! Ich wachte am nächsten Morgen (ja, Morgen!) bei strahlendem Sonnenschein auf. Draußen verrichtete ein Laubbläser seinen lauten Dienst und direkt hinter meinem Bett unterhielten sich gegen den Lärm zwei Stadtbedienstete in einer mir unverständlichen Sprache. Dann konnte ich auch aufstehen! Und so war ich mittags bereits auf dem Stellplatz in Nordhorn. Wie erwartet waren alle drei gepflasterten Spuren voll belegt. Aber dort, mitten im Getümmel, stehe ich sowieso nicht gerne, zu viele Nachbarn mit zu wenig Abstand. Die unbefestigten Rasenplätze waren durch die Nässe arg zerfahren mit tiefen Spurrillen und Schlammlöchern, aber Oscarlotta fand ein Plätzchen ohne sich die Füße dreckig zu machen. Ein wenig schief, der Platz, aber Keile wollte ich in den Schlamm nicht legen. Ich bin da auch nicht so empfindlich.

StellplatzStellplatzStellplatzStellplatzStellplatz

Das Wetter war der Hammer!!! Die Winterschuhe wanderten in die Heckgarage, die Kniehosen wurden aus der Winterruhe geholt, vorsichtshalber nahm ich eine leichte Jacke mit, die ich dann aber nicht brauchte. Ich ging quer über die Straße zum Vechtesee. Dort gibt es seit Jahren ein schönes und sehr beliebtes Seerestaurant/Hotel mit großem Gartenbereich, das Pier 99. Die Tische waren alle voll, aber die Strandkörbe waren fast alle noch leer. Wann hatte ich das letzte Mal in einem Strandkorb gesessen? Dazu noch in einem, der im Sand steht? Kaffee bitte! Und Kuchen. Ich hatte nämlich noch nichts gefrühstückt.

Pier 99Pier 99Pier 99Pier 99Pier 99

Alles war gut! Das Wetter, der Ausblick, der Kuchen, der Stellplatz sowieso. Ich bin immer wieder gerne in Nordhorn. Der Platz kostet akzeptable 5 Euro/Nacht, zu bezahlen an einem Ticketautomaten. Der nimmt allerding nur 2 und 1-Eurostücke, man sollte also vorher sammeln. Für €1 bekommt man 5 Stunden Strom, den brauche ich mittags für meinen Frühstückskaffee und der Kühlschrank läuft für diese Zeit dann auch auf Strom. Den Rest des Tages komme ich mit Solar (und Gas für den Kühlschrank) gut über die Runden. Ein Nachteil ist, dass es keine Kleinmenge Wasser gibt, so muss ich meinen Tee- und Kaffeewasserkanister alle paar Tage bei meinen Freunden füllen. Die nette Innenstadt ist in fußläufiger Entfernung (per Rad 5 Minuten), in Holland ist man mit dem Fahrrad ganz schnell, den Vechtesee kann man in einer Dreiviertelstunde zu Fuß umrunden. Mehrere Einkaufsläden sind nicht allzu weit entfernt. Hier ist Radfahrerland, die Nähe zu Holland macht sich bemerkbar. Alles ist eben und es gibt überall Radwege. Mein Fahrrad durfte also auch endlich mal wieder vom Heckträger runter und freute sich ganz offensichtlich, mal wieder sausen zu können!

Nur meiner Satellitenschüssel passte irgendetwas nicht! Eines Nachts wollte sie nicht mehr eingefahren werden. Motorblockade, sagte eine Fehlermeldung auf dem Fernsehschirm. Ich schaltete ein wenig hin und her, ließ sie wieder rotieren, wobei sie keinen Satelliten mehr fand, leuchtete mit der Taschenlampe nach irgendwelchen Hindernissen, die nicht da waren und hatte beim dritten Versuch das Glück, dass sie sich doch noch aufs Dach legte. Um zu überprüfen, was los ist, müsste ich aufs Dach (mache ich nicht so gerne, vor allem nicht auf einem vollen Stellplatz mit lauter draußensitzenden gelangweilten und neugierigen männlichen Menschen), außerdem müsste ich die Schüssel wieder hochfahren. Und wenn ich sie dann nicht mehr dazu bewegen kann, sich wieder einzuklappen, kann ich nicht weiterfahren! Ich rief bei einem Wohnmobilservice an. Diese Fehlermeldung hätten viele, da müsse das Steuerelement ausgebaut und eingeschickt werden, das könne drei bis vier Wochen dauern. So viel Zeit habe ich nicht. Also ist fernsehen gestrichen! Wird ja sowieso total überbewertet! Cooles Smiley

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Der Hase und der Igel

 

Nun waren die Tage am Meer auch schon Vergangenheit, leider. Ich hätte am liebsten den Sommer dort oben verbracht, an der Ostsee hat es mir immer schon gefallen. Ob es daran liegt, dass ich mit 4 Jahren in ihr schwimmen gelernt habe, damals in Kellenhusen? Mein Vater hat es mir beigebracht, zunächst, indem er mich an den Trägern meines Badeanzuges, die am Rücken über Kreuz liefen, über Wasser hielt. Irgendwann kam ich ihm auf die Schliche, dass er längst losgelassen hatte! Aber das war schon im nächsten Jahr, als ich fünf war. Und dann sollte ich über eine kurze Distanz allein zu ihm hin schwimmen und ertappte ihn bald dabei, dass er heimlich immer weiter rückwärts ging. Ich war sauer, aber ich konnte schwimmen!

Am Palmsonntag fuhr ich bis Buxtehude. Ich wollte unsere Freundin Gisela in Hamburg besuchen und Brodo, ebenfalls ein langjähriger Wohnmobilreisender, Freund und Fulltimer (lebt wie wir ständig im Wohnmobil), wollte mich in Buxtehude treffen, nicht nur, aber auch, damit ich mich seiner diversen Computer-, Tablet- und Smartphoneprobleme annehmen kann. Zwinkerndes Smiley Gisela äußerte dann den Wunsch, ihr erstes Smartphone zu kaufen und entschloss sich auch dazu, nachdem ich ihr angeboten hatte, es ihr einzurichten und zu erklären. Gisela ist 80.

So war ich gut beschäftigt. Meinen Vorgarten stellte ich auf Frühling um, was dem Winter aber offensichtlich nicht gefiel.

Frühlings-Vorgarten (!)Frühlings-Vorgarten (?)Ostern mit SchneeOstern mit Schnee

Ich hatte damit gerechnet, dass der Stellplatz „Schützenplatz“ über Ostern voll werden würde. Buxtehude ist ja ein nettes Städtchen, der Platz liegt stadtnah und trotzdem im Grünen und kostet nur €5. Offiziell darf man nur maximal 3 Tage bleiben, aber das interessiert offenbar niemanden. Es wurde nicht voll, über die Ostertage waren mit uns höchstens 6 oder 7 Mobile da.

Stellplatz "Schützenplatz"Stellplatz "Schützenplatz"auf dem Weg in die StadtStellplatz "Schützenplatz"BuxtehudeBuxtehudeBuxtehudeBuxtehudeOstern naht!

In Buxtehude soll sich der Überlieferung nach ja das Wettrennen zwischen dem Hasen und dem Igel abgespielt haben. Dem war zwar nicht so, aber das Grimm’sche Märchen ist natürlich eine gute Marketingidee für die Stadt. So findet man die beiden Figuren auch an den verschiedensten Stellen, oft an das Verkaufsangebot des Geschäftes, vor dem sie stehen, angepasst.

Uhren-IgelHaseImbiss-Igel

Das mit dem leeren Stellplatz änderte sich schlagartig am Dienstag nach Ostern! Da kamen die Mobile im Minutentakt! Hatten alle noch mit den Enkelkindern Ostereier suchen müssen? Uschi hatte dann die Erklärung: Es war Anfang April, alle Saisonkennzeichenfahrer durften mit ihren Fahrzeugen wieder auf die Straße!!! Jetzt beginnt wieder die schwierigere Jahreszeit. Zwar ist das Wetter besser (hoffentlich!), dafür sind aber die Stellplätze überfüllt. Zeit, auf die Schwäbische Alb zurückzukehren. Vorher möchte ich aber noch meine Freunde in Nordhorn besuchen und einen Abstecher ins Ruhrgebiet machen. Und Ende des Monats zum Jazzfrühling und Wohnmobiltreffen nach Kempten fahren. Gisela und ihr Smartphone kommen auch! Smiley

nach Osternnach OsternFußmatte ohne Matte

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Das “Beste” kommt zum Schluss

 

Der Sturm ging, die Sonne kam, die Minustemperaturen blieben. Bei einem Strandspaziergang zeigten sich wahre Kunstwerke, die Schnee und/oder Regen in Verbindung mit der Kälte und dem Wind hervorgebracht hatten.

Eis am Stiel, ähh StrandEis am Stiel, ähh StrandEis am Stiel, ähh StrandEis am Stiel, ähh StrandEis am Stiel, ähh StrandEis am Stiel, ähh StrandEis am Stiel, ähh StrandEis am Stiel, ähh StrandEis am Stiel, ähh StrandEis am Stiel, ähh StrandEis am Stiel, ähh StrandEis am Stiel, ähh Strand

Die Vorhersage kündigte besseres Wetter an und nun wollte ich nicht abreisen und verlängerte um eine ganze weitere Woche. Am Samstag wurde der Platz immer voller, in Bremen hatten die Osterferien begonnen. Ich blieb trotzdem allein hinten in meiner Ecke am letzten Zipfel des Campingplatzes. Dummerweise waren die Wasserentnahmestellen, die es auf fast jedem Stellplatz gibt, wegen der Kälte noch nicht wieder in Betrieb, so musste ich einige Male mit vollem Abwassereimer hin und voller Gießkanne zurück bis zum Sanitärhaus laufen. Molli bekam keine zweite Chance, auch mit der Bäderbahn bin ich nicht gefahren und auf einen weiteren Kinobesuch verzichtete ich ebenfalls, obwohl es noch einen Film gab, der mich interessiert hätte. Aber der kommt irgendwann sowieso im Fernsehen. Dafür war ich noch einige Male am Strand unterwegs und in den zwei Ortsteilen, sogar mit Friseurbesuch. So teuer im Osten!!! Erstauntes Smiley

am Strand von Kühlungsbornam Strand von Kühlungsbornam Strand von Kühlungsbornam Strand von Kühlungsbornam Strand von Kühlungsbornam Strand von Kühlungsbornam Strand von Kühlungsbornam Strand von Kühlungsbornam Strand von Kühlungsbornam Strand von Kühlungsbornam Strand von Kühlungsbornam Strand von Kühlungsbornam Strand von Kühlungsbornam Strand von Kühlungsbornam Strand von Kühlungsbornam Strand von Kühlungsbornam Strand von Kühlungsborn

Am nächsten Samstag ging ich nachmittags in die Rezeption, um schon einmal zu bezahlen. Ich ahnte, dass es schwierig werden würde mit anderem Platz, einmal umziehen, zweimal verlängern und als Krönung galt für die letzten zwei Nächte auch der Sparwochenpreis nicht mehr, sondern der der Nebensaison. Vorsichtshalber hatte ich akribisch für mich ausgerechnet, was ich zu zahlen haben würde und hatte es mindestens zweimal überprüft. Die resolute Dame, die mich zu Beginn empfangen hatte, bediente mich. Und wie erwartet fiel die Rechnung um einiges höher aus als ich errechnet hatte! Nachdem ich das angemerkt hatte und auch, dass ich gewusst hätte, dass es schwierig werden würde, wurde ich etwas von oben herab darüber belehrt, dass sie (die Rezeptionisten) dies seit Jahren Tag für Tag machen würden und den (besseren?) Überblick hätten. Es hätte schon alles seine Richtigkeit! Daraufhin legte sie mir die reichlich unübersichtliche Rechnung mit mehreren Posten und nachträglichen Gutschriften vor, schob von Zeile zu Zeile ein Lineal über die Rechnung und erläuterte die Einzelposten. Alles ziemlich schnell und etwas ungeduldig. Ihr Unmut, dass ich dumme Touristin es gewagt hatte, ihre Rechnung anzuzweifeln, war deutlich zu spüren und ich glaube nicht, dass ich das nur so empfunden habe. Auf die Schnelle sah alles richtig aus, ich zweifelte an mir (wenn auch nur ein wenig) und beschloss, erst einmal zu bezahlen und dann in das nächste Café zu gehen und alles IN RUHE zu überprüfen. Das machte ich dann auf einer Bank auf der Strandpromenade in der Sonne. Und siehe da, ICH HATTE RICHTIG GERECHNET!!! Die letzten zwei Nächte kosteten nicht mehr €7,50/Person, sondern €8,00. Zweimal acht macht sechzehn, auf der Rechnung wurden mir aber €32 berechnet! Es wurde offenbar also auch hier davon ausgegangen, dass es sich um zwei Personen handelt, aber das hätte ja nun klar sein müssen, dass ich allein bin, denn sonst wären mir ja die 6 Euro für die zweite berechnete Person während der Sparwochen nicht vergütet worden. Und da war dann auch der zweite Fehler, statt einer Gutschrift für 12 Tage wurde nur eine für 4 Tage aufgeführt. Beides zusammen ergab dann genau die Differenz zwischen meiner Vorabrechnung und der, die ich bezahlt hatte, nämlich €64,00!!! Ist ja nicht ganz wenig, nicht wahr? Auf dem Rückweg ging ich wieder in der Rezeption vorbei, die Dame war noch da. Sie telefonierte und ich legte ihr wortlos die Rechnung auf den Tresen. Sie nahm sie und rief schon einmal meine Daten im Computer auf. Ich zeigte ihr dann die entdeckten Fehler und nun geschah etwas Erstaunliches. Sie war nicht in der Lage, diese Fehler nachzuvollziehen, setzte sich vor den Computerbildschirm und war sichtlich überfordert. Also war sie doch nicht so souverän und fähig, wie sie es mir zu vermitteln versucht hatte? Oder war es ihr nur peinlich, dass ihr diese Fehler unterlaufen waren, konnte das aber nicht zugeben? Als sie bei den letzten zwei Nächte (die für €8/Person) wieder mit den Sparwochen anfing, sagte ich, jetzt reichlich genervt, dass es sich hierbei NICHT mehr um die Sparwochen handeln würde und ich aber auch nicht für zwei Personen bezahlen würde, da ich ja nun nur eine Person sei. Daraufhin stand sie auf, stellte sich vor mich hin und erzählte mir irgendetwas, das darin gipfelte, dass wir doch bitte in einem freundschaftlichen Ton miteinander reden wollten. Ich hatte nicht geschrien, ich war auch nicht unverschämt geworden, nur etwas bestimmter in meinem Tonfall! Jetzt hatte ich nur zwei Möglichkeiten, entweder völlig auszurasten oder zu schweigen. Ich entschied mich für zweiteres. Sie setzte sich wieder an den PC und war weiterhin nicht in der Lage, zu erkennen, warum die Computereingabe an diesen zwei Punkten einfach falsch war. Sie müsse sich das in Ruhe anschauen und die Berechnung ändern und ich möge doch bitte am nächsten Morgen noch einmal wiederkommen. Sie würde den Kollegen eine Benachrichtigung schreiben und die würden mir mein zuviel bezahltes Geld dann aushändigen. Immerhin entschuldigte sie sich für das „Versehen“ und lächelte mich freundlichst an mit dem sehr fühlbaren Anspruch, dass ich jetzt auch nett zurücklächeln möge. Freundschaftlich eben. Warum bin ich eigentlich nicht (seltenst) in der Lage, meinen Unmut kundzutun??? Geärgert hat mich ja ihre überhebliche Art, mir eine falsche Rechnung zu erklären, besonders nachdem ich sagte, dass ich wesentlich weniger errechnet hätte. Geärgert hat mich ihre überzeugte Behauptung, sie wisse schon, was richtig ist. Ich hasse es, wenn man mich behandelt wie ein dummes Blag! Und mindestens genauso hasse ich es, wenn ich mich so behandeln lasse!!! Eine kleine Genugtuung war es für mich, dass sie so ins Schleudern kam und ich denke, dass es ihr schon ziemlich peinlich war. Wenn sie nämlich so großartig wäre wie sie vorgab zu sein, dann hätte ihr ein so schwerwiegender Fehler nicht passieren dürfen, gerade weil ich die Höhe der Rechnung ja sofort angezweifelt hatte.

Am nächsten Mittag gab ich meine Magnetkarte ab und erklärte, dass ich noch Geld zu bekommen hätte. Bei meinen Personalien lag die korrigierte Rechnung, die diensthabende Rezeptionistin wusste offenbar noch von nichts, erfasste die Angelegenheit aber schnell, zerriss die alte Rechnung, druckte mir die neue aus und erstattete mir €64 in bar. Ich hatte nicht sonderlich gut geschlafen, das sagte ich ihr und auch, dass ich beschlossen hätte, wenn schon nicht gestern, dann immerhin jetzt zu der ganzen Angelegenheit etwas zu sagen. Es hätte mir nämlich grundsätzlich gut gefallen auf diesem Campingplatz und in Kühlungsborn und ich würde gerne noch einmal wiederkommen. Wenn ich aber mit Groll fahren würde, dann könnte ich das nicht. Sie war sehr freundlich und hörte sich meine Geschichte an, verzog bei der „freundschaftlichen“ Sequenz sogar ein wenig das Gesicht und fragte dann, um welche Mitarbeiterin es sich handeln würde. Das sagte ihr dann ihre Kollegin, die im Hintergrund alles mitangehört hatte und sie sagte auch, dass sie am Tag zuvor danebengestanden hätte. Sie sagte es in einem ganz bestimmten Tonfall! Cooles Smiley

Ich fuhr mit Oscarlotta auf die Entsorgungsstation und füllte noch ein paar Gießkannen Frischwasser ein. Innerhalb der vorgeschriebenen Abreisezeit fuhr ich vor die Schranke, die sich nicht öffnete! Ich setzte ein Stück zurück und fuhr in einem etwas anderen Winkel wieder vor. Die Schranke machte keine Anstalten, sich zu öffnen. Ich wiederholte den Vorgang weitere drei Male, immer in der Annahme, dass die eingebaute Kamera mein Nummernschild nicht erfassen kann. Die Rezeption lag nicht weit daneben mit Sichtkontakt zur Ein- und Ausfahrt, wie das so üblich ist. Aber dort schien niemand zu bemerken, dass ich ein Problem hatte. Schließlich ließ ich einen anderen Mobilfahrer, der auf dem Randstreifen stand und erst noch seinen Enkel angegurtet hatte, vor. Die Schranke öffnete sich sofort! Hoffnungsfroh fuhr ich wieder nach vorne. Nichts! Es blieb mir nichts anderes übrig, als auszusteigen und in der Rezeption darum zu bitten, mir die Schranke manuell zu öffnen. Ja, selbstverständlich würde sie das! Und dann konnte ich endlich fahren. Erzürnt

written by Ingrid
photos taken with iPhone

P.S.: Wie immer könnt ihr die Fotos durch anklicken auf Originalgröße bringen und den Fototext lesen, wenn ihr den Mauszeiger auf das Foto führt.

Stürmische Zeiten

 

Je mehr ich vom Campingpark und von Kühlungsborn sah, desto besser gefiel es mir dort. Vom feinsten sind die Sanitäranlagen, die fast identisch waren mit denen der „LuxOase“ in Kleinröhrsdorf bei Dresden, wo wir das letzte Osterfest verbracht haben. Dort hatte es mir vor allem der Kinderbereich angetan. Also ging ich hier natürlich auch hin und war wieder restlos begeistert!

Poseidon 1Sanitärbereich DamenDuscheEinzelwaschkabinenKinderbadKinderbadToilettenEinzelduschenWaschbeckenDuschbereichBabybadewannen

Schon am Mittwoch sagte ich in der Rezeption Bescheid, dass ich bis Sonntag bleiben würde und fragte gleichzeitig, ob es möglich sei, dass ich evtl. kurzfristig für ein paar Stunden oder eine Nacht den Platz wechseln könnte. Ich stand nämlich unter Bäumen und es war für die nächsten Tage Sturm mit orkanartigen Böen angekündigt. Sturm und Bäume sind keine gute Kombination und seitdem mir in Spanien bereits einmal ein entwurzelter Baum gegen mein damaliges Wohnmobil gefallen ist, werde ich da etwas nervös. Unerwartet ging es am selben Abend schon los und am nächsten Morgen zog ich dauerhaft um auf einen anderen Platz. Am Ende meiner „Straße“ gab es zwei Plätze, die außerhalb der Gefahrenzone lagen, weil sich dort statt Bäumen die Gebäude der Bootsvermietung sowie viele Boote im Winterlager befanden.

Umzug uf Platz 146der alte PlatzBlick von der anderen Seite

Dieser Platz kostete zwar noch einmal einen Euro mehr, aber das waren mir meine Ruhe und Sicherheit wert. Und es stellte sich heraus, dass diese Entscheidung die einzig richtige gewesen war. Es gab über drei Tage Windgeschwindigkeiten von bis zu 80km/h mit heftigen Böen! Zudem stand Oscarlotta jetzt mit der Schnauze zum Wind, auf dem alten Platz hätten wir die Böen seitlich abbekommen, was wenig lustig gewesen wäre! Auch jetzt schüttelte Oscarlotta sich ab und zu, aber mit ihren 6 Tonnen bewies sie ausreichende Bodenhaftung. Wir standen allein, rundherum war nichts, was uns hätte gefährlich werden können und so war ich in der Lage, das Getöse entspannt zu beobachten. Von meinem gedrehten Beifahrersessel konnte ich, bequem mit den Beinen auf der Couch, direkt auf die aufgewühlte Ostsee sehen. So hatte ich bisher nur die Nordsee, das Mittelmeer bei Orkan oder den Atlantik gesehen, nicht aber die überwiegend zahme Ostsee! Sich draußen aufzuhalten war wenig erfreulich, die Temperaturen fielen noch einmal auf -3°C. Aber ich musste von diesem Schauspiel unbedingt ein paar Videos drehen! Nach dem zweiten zeigte mein iPhone Erbarmen und schaltete sich aus, bevor mir die Finger abfielen. Laut lachen
 

 

 
Am nächsten Tag schien dann immerhin die Sonne und ich schaffte zwei weitere Videos.
 

 

 
Kühlungsborn unterteilt sich in die Ortsteile West (wo der Campingplatz liegt) und Ost (wo die Seebrücke ist). Dazwischen ist ein recht großes Waldgebiet mit vielen verzweigten Wegen, im Sommer bestimmt sehr schön schattig. Trotz Ortsplan verlief ich mich ein wenig. Zwinkerndes Smiley

Kühlungsborn

Kühlungsborn Ost ist etwas touristischer, „mondäner“ trifft es nicht ganz, aber es gibt eine lange Straße mit Geschäften, Restaurants, Cafés. Die Bäckereikette Junge hat hier sogar zwei Geschäfte/Cafés und noch eins in West. Da war es ja klar, wo ich landete! Die Seebrücke sah ich mir noch an, meine Füße wollten sie allerdings nicht mehr begehen, sondern nach Hause. Aber nicht laufen! Bis zum Bahnhof Ost schafften wir es aber noch und hatten Glück, dass nach 10 Minuten der richtige Bus kam. €1,50 kostete die Fahrt bis zum Bahnhof West, von dort sind es noch einmal 15 Gehminuten bis zum Campingplatz.

KühlungsbornSeebrückeaufgewühlte OstseeausruhenKühlungsbornKühlungsbornKühlungsbornKühlungsbornverlassene Prunkvillaverlassene Prunkvilla

Eine weitere Attraktion ist das Campingplatz-Kino. Gleich zweimal war ich dort, so vor der Haustür habe ich ein Kino ja sonst nie. Beide Filme waren extrem berührend, einer davon hat mich für einen Abend und die darauffolgende Nacht regelrecht ausgeknockt. Trotzdem empfehle ich beide uneingeschränkt weiter, thematisch und schauspielerisch sind sie ganz „großes Kino“. Es handelt sich um „Wunder“ mit Julia Roberts und „Das Leuchten der Erinnerung“ mit Helen Mirren und Donald Sutherland, beide auch im Alter immer noch hervorragende Schauspieler. Weinen und lachen liegen bei beiden Filmen ganz dicht beieinander.

Aber nicht nur ein Kino gehört zum Campingplatz, sondern auch ein ganz normal großer Norma-Supermarkt. Die Namensgleichheit ist Zufall, aber Norma hätte vermutlich nichts dagegen, wenn die eine oder andere Tageseinnahme in ihre Taschen fließen würde. Vielleicht bekommt sie ja wenigstens einen Einkaufsrabatt!?

Direkt am Campingplatz ist auch eine Haltestelle der Bäderbahn. Mit der kann man für €7 eine Rundfahrt durch ganz Kühlungsborn machen oder für 50 Cent mehr per Tageskarte die Fahrt so oft und lange unterbrechen wie man möchte. Wenn man nur ein paar Stationen fahren will, z. B. um vom Campingplatz zur Seebrücke zu kommen, zahlt man von Station zu Station €0,70. Das wären in diesem Fall €3,50. Übrigens zahlt man nichts mehr, wenn man älter als 99 Jahre ist! Smiley mit geöffnetem Mund

Und dann gibt es natürlich noch die „Molli“! Eine Schmalspurbahn mit 900mm Spurweite. Sechs liebevoll restaurierte Personenwagen, Baujahr 1911-1926 mit je 26 originalen Holzlattensitzen, holzgerahmten Fallfenstern mit Lederriemen, verglasten Oberlichtern, handgeknüpften Gepäcknetzen mit Gusskonsolen sowie Türschlössern und Lampen aus Messing. Ein Büffetwagen mit 22 Sitzplätzen, Baujahr 1925 und ein Gepäckwagen/Postwagen komplettieren den Zug, der ausschließlich von historischen Dampflokomotiven bewegt wird, gebaut 1932 von der Firma Orenstein & Koppel in Drewitz bei Berlin. Ich wollte die Fahrt nach Bad Doberan und zurück mitmachen, unterwegs an der Haltestelle „Steilküste“ aussteigen und zwei Stunden später wieder weiterfahren. Mein Vorhaben scheiterte leider ganz profan daran, dass ich zu spät am Bahnhof ankam und Molli mir vor der Nase wegfuhr! Ich habe sie nicht einmal mehr gesehen, nur gehört. Enttäuschtes Smiley

Ein wenig tröstete mich, als ich las, dass die Station Steilküste keine reguläre Haltestelle ist und der Zug auf Anfrage dort nur hält, wenn es weder Eis noch Schnee gibt. In der Nacht zuvor hatte es noch einmal geschneit! Die nächsten Tage schien die Sonne nicht mehr und es war weiterhin kalt. Ob die Personenwagen überhaupt geheizt sein würden? Molli sollte also nicht sein, dieses Mal jedenfalls.

Molli

written by Ingrid
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P.S.: Wie immer könnt ihr die Fotos durch anklicken auf Originalgröße bringen und den Fototext lesen, wenn ihr den Mauszeiger auf das Foto führt.

Fröhliche Ostertage!

 

Da man sich in Deutschland ja nicht darauf verlassen kann, dass zu Ostern das Wetter schön ist (mindestens die letzten zwei Jahre war es das nicht, wie ich in unserem Blog nachgelesen habe), wenn also die Sonne nicht für Farbe sorgt und auch noch nicht soooo viel blüht, dann muss auf andere Weise Farbe hergezaubert werden! Was wäre dafür besser geeignet als die wunderbar bunten und so bezaubernd liebe- und humorvoll gezeichneten Bilder einer neuseeländischen Künstlerin, die ich vor mehr als einem Jahr auf Instagram gefunden habe. Jedes ihrer kleinen Kunstwerke entzückt und/oder belustigt mich! Exemplarisch möchten drei ihrer wunderbaren Osterhäschen dieses Jahr die Aufgabe übernehmen, unseren Lesern

FROHE   OSTERN

zu wünschen!!!

Osterhase 1Osterhase 2Osterhase 3

 

Natürlich habe ich ihre Erlaubnis eingeholt, sie freut sich darüber, dass ihre bunnies hier angeschaut werden. Smiley

Wer noch mehr sehen möchte (und es lohnt sich!), kann das auch tun, wenn er keinen Instagram-Account hat, einfach dem Link folgen!

https://www.instagram.com/lynpollock/

Thanks Lyn, I appreciate it!

Endlich am Meer!!!

 

Für meinen „Urlaub“ am Meer hatte ich mir Kühlungsborn ausgesucht. Dort waren Uschi und ich im letzten Winter auf einer unserer Spritztouren mit dem Miet-Smart nur durchgefahren, es regnete. Ich hatte aber den Eindruck gehabt, dass ein Besuch sich lohnen könnte und den wollte ich jetzt nachholen. Einen Stellplatz gibt es nur weiter außerhalb, aber der Campingplatz öffnete wieder am 2. März. Bis zum 23. März wurden zudem „Sparwochen“ angepriesen, das passte doch gut. Was mir nicht gefiel, war der Zusatz „Bei den Sparwochen gilt eine Mindestbelegung mit 2 Personen ab 12 Jahre“. Ich sah darin keinen Sinn außer dem, möglichst viel Geld wieder reinzuholen, denn der Platz ist ja sowieso schon belegt, egal wie viele Menschen in dem Mobil oder Wohnwagen sind. Und ein Einzelreisender erzeugt keine Kosten für zwei! Ich rief an. Nach mehreren Minuten in der Warteschleife meldete sich eine junge Frauenstimme mit Namen und dem Zusatz „Auszubildende“. Ich stellte meine Frage und sagte gleich dazu, dass ich nicht kommen würde, wenn ich für zwei Personen bezahlen muss. Die Antwort war, dass man es tatsächlich erst einmal so in den Computer eingeben müsse, aber die Personengebühr für die zweite Person dann wieder gutgeschrieben würde. Nun ja. Eine weitere Besonderheit dieses Platzes ist, dass es 9 (!) verschiedene Preiskategorien gibt. Alle 10qm ab 80qm kostet der Platz einen Euro mehr, dazu kommen drei Saisonzeiten. Die unterschiedlich bepreisten Plätze liegen wild durcheinander auf dem ganzen Gelände verteilt und werden unterschiedlich farbig (9 Farben) gekennzeichnet. Es wurden aber in einem Bereich auch spezielle Wohnmobilplätze bis 80qm (10. Farbe = weiß für Wohnmobilplätze) ausgewiesen und die sollten in den Sparwochen €4,99 kosten. Ich fragte noch einmal explizit die Preise ab, also für den Platz €4,99 und für eine Person €7,50? Ja – und Kurtaxe käme noch dazu. Jetzt im Winter? Ja, ab Anfang März €1 pro Person. Ich fragte ein drittes Mal, ob ich dann jetzt sicher davon ausgehen könne, dass ich innerhalb der Sparwochen €13,49 pro Tag bezahlen muss, ich würde nämlich nicht gerne an der Rezeption stehen und erfahren müssen, dass doch alles ganz anders ist. Nein, €13,49 sei richtig!

PreiskategorienPreiskategorien

Ich fuhr am nächsten Sonntag hin. Ahnt ihr schon etwas? Die resolute Dame an der Rezeption fragte die Größe meines Wohnmobils ab und kringelte mir dann auf dem Lageplan ein paar unterschiedlich farbige Plätze gegenüber der Rezeption ein. Preise zwischen €6,99 und €12,99. Ich fragte nach den Wohnmobilplätzen für €4,99. Nein, die seien noch nicht verfügbar, der Platzteil müsse noch hergerichtet werden und das Sanitärhaus dort sei auch noch nicht geöffnet. Ich solle mir doch bitte hier einen Platz aussuchen. Bevor ich das tat, fragte ich mal vorsichtshalber nach der 2-Personen-Regelung. Ja, zwei Personen müssten bezahlt werden! Ich erklärte ihr beherrscht, aber bestimmt, dass ich deswegen extra vorher angerufen hätte und man mir versichert habe, dass der Preis für die zweite Person gutgeschrieben würde. Wenn das nicht der Fall sei, würde ich wieder fahren. Da hieß es dann, 6 Euro würden mir gutgeschrieben. Ja, sie wisse, dass Einzelpersonen immer etwas benachteiligt würden, das bedauere sie auch, aber so sei es leider. Eigentlich hätte ich jetzt fahren müssen! Das hätte dann aber bedeutet, dass ich Kühlungsborn nicht kennenlernen würde. Ich sah mir die eingekringelten Plätze an und entschied mich, zu bleiben, allerdings legte ich mich nicht wie geplant für eine Woche fest, sondern erst einmal nur für vier Nächte. Meine Anmeldung wurde bearbeitet, ich bekam eine Magnetkarte für die verschiedenen Zugangstore und sollte langsam vor die Schranke fahren, die Kamera würde mein Kennzeichen auslesen. Dann käme ein Mitarbeiter und würde mich zu meinem Platz bringen. Hinter der Schranke gab es extra dafür eine Wartespur, allerdings dauerte es mehr als 5 Minuten, bis der Mitarbeiter per PKW dann auch kam. Und dann erklärte er mir, dass er mich mit diesem Mobil nicht auf den von mir gewählten Platz stellen könne, der Boden sei noch viel zu aufgeweicht. Er telefonierte mit der Rezeption und gab dort bekannt, wohin er mich stellen würde. Nach einigem Hin und Her, ob dieser Platz evtl. reserviert sein könnte, fuhren wir endlich los. Glück für mich, dieser Platz kostete weniger als der andere, aber immerhin €8,99 statt der erhofften €4,99 plus €9,00 Personengebühr statt €7,50! Ein Vorteil war, ich stand in der vordersten Reihe zum Strand und konnte durch die Bäume hindurch das Meer sehen. Endlich am Meer!!! Smiley

PlatzplanPlatzplanmein Platz

Der nächste Strandzugang war nicht weit entfernt und die Sonne schien, also verlegte ich nur mein Stromkabel (Strom ist im Preis inbegriffen) und ging an den Strand. Dort waren noch Schneereste zu finden! Nach 5 Minuten war ich schon am Beginn der Promenade und stieß dort zufällig auf ein Bäckereicafé meiner Lieblingskette Junge. Zwinkerndes Smiley

Café Junge

Danach lief ich noch ein Stück in die andere Richtung am Strand entlang, machte die ersten Fotos und stellte dann meine Wohnordnung wieder her.

Weg zum StrandStrandzugang 23Strand mit SchneeStrand mit SchneeEndlich am Meer!!!Fundsache (mitgenommen)

Die ganze Preisangelegenheit ging mir allerdings nicht aus dem Kopf! Ich ärgerte mich tierisch darüber, dass trotz aller Vorbemühungen letztendlich doch alles ganz anders war! Wem oder worauf kann man eigentlich noch vertrauen? Ich fühlte mich regelrecht verar… Am nächsten Tag lief ich den ganzen (riesigen) Platz mal ab und sah mir auch die Wohnmobilplätze an. Die sahen nicht so aus, als ob sie noch nicht hergerichtet seien. Ich denke, man wollte einfach die Kosten für ein weiteres geöffnetes Sanitärhaus einsparen, so viele Urlauber waren auch noch nicht da. Das finde ich ja in Ordnung, hätte diese Info aber eben gerne schon am Telefon bekommen. Erzürnt

WohnmobilplätzeWohnmobilplätzeWohnmobilplätzeWohnmobilplätzeWohnmobilplätzeSanitärhaus "Poseidon 3"

Ich beschloss, um einen Gesprächstermin mit der Campingplatzleitung zu bitten. Das klappte sofort und die beiden Herren mittleren Alters (einer ist für den Außenbetrieb, der andere für innen zuständig) hörten sich bereitwillig (ob auch wirklich interessiert, kann ich nicht abschätzen) mein Anliegen an. Auf meine direkte Frage, warum ein Einzelfahrer bei ihnen bestraft würde, bekam ich zur Antwort, dass sie den Campingplatz erst im letzten November übernommen haben, die Preisgestaltung und Platzgliederung so vom Vorbesitzer übernommen hätten und jetzt dabei sind zu schauen, was verändert werden muss/sollte/kann. Sie versicherten mir, dass sie dankbar für die Meinungsäußerungen ihrer Kunden seien. Vielleicht stimmt das sogar, zumindest wären sie gut beraten. Auch sie bedauerten das Geschehen, versicherten, dass Einzelfahrer in Zukunft nicht mehr zahlen müssen, aber rückwirkend könnte man leider nichts tun. Ja, schon klar! Sarkastisches Smiley Ich sagte wahrheitsgemäß, dass es mir darum auch gar nicht gehen würde, ich wollte kein Geld herausschlagen, ich hätte nur meinen Unmut kundtun wollen über die Diskrepanz zwischen dem, was mir am Telefon zugesichert worden war und der Realität.

Ist aber schon witzig, dass zwei Chefs nicht in der Lage sind, mal kurz einen alten Zopf vorzeitig abzuschneiden, oder?

written by Ingrid
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P.S.: Wie immer könnt ihr die Fotos durch anklicken auf Originalgröße bringen und den Fototext lesen, wenn ihr den Mauszeiger auf das Foto führt.

Dialog des Geistes

 

Zum Sonntagnachmittagskaffeetrinken besuchten wir Normas Freundin in ihrer Kurklinik im ehemaligen Seebad Wendorf, das als Wismarer Stadtteil Wendorf eingemeindet wurde. Die Seebrücke gibt es seit 1992, sie ist 350m lang und seit 2015 nach einer monatelangen Sanierung wieder öffentlich zugänglich. Wir legten einen kurzen Zwischenstopp ein. Auf der Hälfte der Brücke drehten wir allerdings um, der Wind war mehr als unangenehm! Aber der Blick auf die Wismarer Bucht war gerade wegen der Kälte so schön.

Seebrücke WendorfSeebrücke WendorfSeebrücke Wendorf

Am Montag verabschiedete Norma sich, sie wollte weiter zu ihrer Schwester. Ich wollte eigentlich endlich ans Meer, aber die Wettervorhersage im Internet sagte, dass die nächsten Tage eher schlecht sein würden. Also beschloss ich, noch zu bleiben. Der erste Niederschlag, der nicht mehr als Schnee herunterkam, wusch Salz und Straßendreck weitgehend von Oscarlotta ab (sie hatte verheerend ausgesehen!) und ließ die Platzmarkierungen wieder zum Vorschein kommen. Also war umparken angesagt und bei der Gelegenheit fuhr ich auch gleich über die VE-Station.

Jetzt war für mich auch klar, dass ich die erstbeste Gelegenheit nutzen würde, um noch einmal zur St. Marien-Kirche zu gehen. Die so besondere Ausstellung „Dialog des Geistes“ hatte mich letzten Winter in ihren Bann gezogen. Ich hatte zwar damals schon ein paar Fotos gemacht und auch darüber berichtet, aber ich musste da einfach noch einmal hin! Es war genauso beeindruckend wie beim ersten Mal. Von der Kirche steht ja nur noch der riesige Turm, das Kirchenschiff wurde im 2. Weltkrieg so stark beschädigt, dass es letztendlich 1960 gesprengt wurde. Der Grundriss des ehemaligen Kirchenschiffes und die Lage der gewaltigen Stützpfeiler wurden später durch niedrige Mauern wieder sichtbar gemacht.

St. MarienSt. MarienSt. MarienSt. MarienSt. Marien

Und so schön war sie einmal!! Verliebt

St. Marien  

In einem Seitenflügel des Turmes mit dem originalen Mauerwerk ist eine Gruppe von sechs Terakottafiguren aufgebaut, deren Mitglieder miteinander im Dialog zu sein scheinen. Als Vertreter unterschiedlicher Kulturen und Religionen treten sie mit Originalzitaten aus ihren Schriften in einen Dialog über Gott und seine Schöpfung, über die Suche nach dem Sinn des Lebens und die Möglichkeiten des friedlichen Zusammenlebens von Menschen. Diese Gedanken werden über Lautsprecher wiedergegeben (Sprecher ist Bruno Ganz) und erzeugen im Zusammenspiel mit dem abgedunkelten, kargen Raum und der punktuellen Beleuchtung der Figuren eine ganz besondere Stimmung. Die Figuren stellen einen Pilger dar; den streitbaren Zisterzienserabt Bernhard von Clairvaux; den Philosophen und Theologen Petrus Abaelard; den persischen Dichter Hafis; den Rabbi, Arzt und Philosophen Moses ben Maimon und schließlich Parzival, den Held aus Wolfram von Eschenbachs berühmtem Ritter-Epos. Die Texte liegen auch in Schriftform aus, exemplarisch als letztes Foto die Rede des Pilgers.

Dialog des GeistesDialog des GeistesDialog des GeistesDialog des GeistesDialog des GeistesDialog des GeistesDialog des GeistesDialog des GeistesDialog des GeistesDialog des GeistesDialog des GeistesDialog des GeistesDialog des GeistesDialog des GeistesDialog des GeistesDialog des GeistesDialog des GeistesDialog des GeistesDialog des GeistesDialog des GeistesDialog des GeistesDialog des GeistesDialog des GeistesDialog des GeistesDialog des GeistesDialog des Geistes

Auf der anderen Seite des Turmes ist im Seitenflügel eine liebevoll gemachte Ausstellung der drei prägenden Stadtkirchen im Modell 1:100. Auch hier schaute ich noch einmal rein und blieb viel länger hängen als gedacht. Mich interessieren Kirchen zwar wegen ihrer Architektur und sie faszinieren mich, weil ich mir vorzustellen versuche, unter welch schwierigen Bedingungen sie erbaut wurden, aber von Kirchengeschichte habe ich wenig bis keine Ahnung. Hier standen jetzt zwei Computermonitore und ich absolvierte einen Schnellkurs. Laut lachen Es wurde nämlich anschaulich demonstriert, wozu das Streben nach immer größerer Höhe der Kirchenschiffe geführt hatte und auch, mit welchen Risiken nicht nur die Höhenangleichung der Seitenschiffe verbunden war, was auch nicht nur einmal zum Zusammensturz geführt hat. Es scheint in der Natur des Menschen zu liegen, das unmöglich Erscheinende möglich machen zu wollen. Immer höher, immer schneller, immer weiter. No risk, no fun. Besser: Ohne Risiko keine Weiterentwicklung.

Kirchen der BacksteingotikKirchen der BacksteingotikKirchen der BacksteingotikKirchen der BacksteingotikKirchen der BacksteingotikKirchen der BacksteingotikKirchen der Backsteingotik

Bei den nachfolgenden Fotos zum Größenvergleich auf den erklärenden weißen Mauszeiger achten!

Kirchen der BacksteingotikKirchen der BacksteingotikKirchen der BacksteingotikKirchen der BacksteingotikKirchen der BacksteingotikKirchen der BacksteingotikKirchen der BacksteingotikKirchen der BacksteingotikKirchen der BacksteingotikKirchen der Backsteingotik

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P.S.: Wie immer könnt ihr die Fotos durch anklicken auf Originalgröße bringen und den Fototext lesen, wenn ihr den Mauszeiger auf das Foto führt.

Weißes Wismar

 

Am Donnerstag war der Schnee zwar immer noch nicht geräumt, aber am „Kringel“ festgefahren und es hatte nicht mehr neu geschneit. Unter Oscarlotta war alles grün und ich konnte weit genug zurückfahren, um mit meinen Antriebsrädern erst einmal Fahrt aufzunehmen, bevor ich mich in den „Tiefschnee“ wagte. Die Sonne hatte schon seit Stunden auf Oscarlottas Front geschienen, zusätzlich war der Motorvorwärmetauscher seit dem Aufstehen eingeschaltet und so startete der Motor trotz der immer noch heftigen Minusgrade problemlos. Meine Campinggasflasche war inzwischen leer geworden und ich hatte sie nicht gegen die volle Reserveflasche getauscht, sondern die LPG-Tankflasche weiterlaufen lassen. Ich wusste ja, wo ich die wieder auffüllen konnte. In mein Navi gab ich die Adresse des hagebaumarktes ein, der ganz in der Nähe des Stellplatzes liegt. Im Außenbezirk von Wismar kam ich an eine Stelle, an der die Straße nur nach rechts oder nach links führte. Mein Navi schwieg und ich entschied mich für rechts. Wahrscheinlich hätte ich feststellen können, dass das falsch sein würde, wenn ich mir mehr Zeit gelassen hätte, die Schilder zu studieren. In solchen Situationen verlässt mich leider meine Gelassenheit und ich neige dazu, überstürzt zu handeln. Nach kürzester Zeit wusste ich, dass ich letztes Jahr hier schon genauso falsch abgebogen war und dass ich durch enge Altstadtstraßen würde fahren müssen. Diesmal dauerte es, aus unerfindlichen Gründen, sogar noch etwas länger, bis ich wieder auf der richtigen Straße war. Verwirrtes Smiley Vielleicht kann ich es mir jetzt dann endlich mal merken, dass ich nach LINKS abbiegen muss!

Den Baumarkt fand ich, auch einen Parkplatz neben einem zusammengeschobenen Schneehaufen und volle Gasflaschen gab es auch. Ich teilte Norma, die schon auf dem Stellplatz „Am Westhafen“ auf mich wartete, mit, dass ich Kuchen mitbringen würde und gleich da sei. Als ich dort ankam, hatte sie Tisch und Stühle draußen aufgebaut und bereits Kaffee gekocht. Draußen Kaffee trinken??? Bei der Kälte? Erstauntes Smiley Ich ließ mich überreden, wir wickelten uns in Decken ein und nach jedem Bissen/Schluck versteckte ich auch meine Hände. Die Sonne machte es tatsächlich erträglich, zumindest für eine halbe Stunde. Als um 16 Uhr der Stellplatzbetreiber per PKW kam, meinte er, das sähe doch schon richtig nach Frühling aus! Ich zahlte mal bis Montag. Der Platz kostet €10/Nacht, es gibt ein kleines Sanitärgebäude (Dusche €1), pro 8 Stunden Strom zahlt man ebenfalls einen Euro. Auf dem Stromautomaten klebte ein Hinweisschild, dass Geräte mit maximal 1500 Watt angeschlossen werden dürfen. Das hätte bedeutet, dass ich mit Gas hätte zuheizen müssen. Norma erfuhr dann allerdings, dass die Absicherung 10 Ampere beträgt und das sind immerhin 2300 Watt. Ich musste also nur daran denken, die Heizung kurz auszuschalten, wenn ich meine Kaffeemaschine in Betrieb nahm. Und sinnvollerweise die Heizung danach wieder einzuschalten! Cooles Smiley

Stellplatz "Am Westhafen"Stellplatz "Am Westhafen"

Der Platz war geräumt, aber von den Stellplatzmarkierungen war nichts zu sehen und so stand jedes Wohnmobil, wie es bzw. sein Fahrer wollte. Das war egal, denn der Platz ist groß und es waren auch hier noch nicht viele unterwegs.

Die nächsten zwei Tage machten wir Wismar unsicher. Ich war sehr gespannt, ob bei der eisigen Kälte die Fischverkäufer am alten Hafen auf ihren Booten arbeiten würde. Und tatsächlich war es so! Einer stand sich die Füße in den Bauch und zumindest musste er sich keine Gedanken über die Kühlung seiner Ware machen. Ob sich das Geschäft lohnt, wage ich allerdings zu bezweifeln. Andererseits stellten wir fest, dass auch zu dieser Jahreszeit schon Unmengen an Touristen in der Stadt waren, alle Cafés waren rappelvoll! Aber verständlich, draußen hielt man sich freiwillig nicht länger auf als unbedingt nötig.

WesthafenWesthafenAlter HafenAlter HafenFischverkäufer im Hafen

Bevor auch wir das Café Junge beehrten und mit Glück einen freien Tisch ergatterten, ließen wir uns auf die Aussichtsplattform der St. Georgen-Kirche fahren und genossen den Blick auf und über Wismar.

Wismar von obenWismar von obenWismar von obenWismar von obenGarten von oben dieses JahrGarten von oben letztes Jahr

Dieser hübsche Garten hatte mich schon im letzten Winter fasziniert, aber diesmal sah er eindeutig noch schöner aus. Verliebt

Die Kirche St. Marien, in der es diese tolle Ausstellung und den 3D-Film über die Erbauung der großen Backsteinkirchen des Ostseeraumes gibt, war leider schon geschlossen, eine halbe Stunde vor der Zeit. Ich hatte letztes Jahr schon darüber berichtet, wer es (noch einmal) nachlesen möchte, kann „hier“ klicken.

Wir liefen noch kreuz und quer durch die Straßen Wismars. Es ist völlig egal, wo man anfängt oder aufhört, das Zentrum ist so angelegt, dass man eigentlich immer wieder am Marktplatz landet. Der ist mit 10000m² Fläche einer der größten in Norddeutschland und beherbergt mit der “Wasserkunst” (Brunnen, erbaut 1580-1602) und dem Backsteinhaus “Alter Schwede” (erbaut 1380) zwei der meistfotografierten Sehenswürdigkeiten der Stadt.

WasserkunstAlter SchwedeAlter Schwede

An Sehenswürdigkeiten ist kein Mangel in Wismar, fast jedes der liebevoll restaurierten Häuser ist eine. Und es ist noch wirklich viel alte Bausubstanz erhalten. Wer sich ein wenig für Architektur interessiert oder auch nur begeistern kann, der wird sich hier wohlfühlen!

BürgerhäuserHeiligen-Geist-KircheDas "Lange Haus"Archidiakonat (1450)Archidiakonat (1450)Giebelhaus am alten HafenGiebelhaus am alten HafenWassertorKunst am Wassertor

Meine Sorge, dass Norma in ihrem „Kleinbus“ (er)frieren würde, erwies sich zum Glück als unbegründet! Sie konnte ihren Heizwürfel sogar auf einer niedrigen Stufe laufen lassen, sonst wurde es zu warm. Ihr Vorzelt hätte sie auch aufbauen dürfen, allerdings wäre es ein Ding der Unmöglichkeit gewesen, Befestigungsnägel in den gefrorenen Boden zu bringen. Zwinkerndes Smiley

written by Ingrid
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P.S.: Wie immer könnt ihr die Fotos durch anklicken auf Originalgröße bringen und den Fototext lesen, wenn ihr den Mauszeiger auf das Foto führt.

Urlaub am Schloss

 

Den nächsten Stellplatztipp bekam ich von Norma. Die brachte ihre Freundin zur Kur nach Wismar und dort wollten wir uns noch einmal für ein paar Tage treffen. Norma hatte sich eigentlich für den Campingplatz „Ferienpark Zierow“ entschieden, weil er direkt am Meer liegt und war der Meinung, dass sie dort für €10 stehen könne. Da sie einen nur sehr spartanisch ausgebauten Kleinbus hat, der nicht wirklich winterfest ist, wollte sie ihr Busvorzelt aufbauen, um etwas mehr Stauraum zu haben. Als ich mir die Preisliste etwas genauer ansah, stellte sich heraus, dass der Preis von 10 Euro nur für „Kleinbusse“ OHNE Vorzelt und OHNE Strom gilt. Ohne Vorzelt wäre ja noch gegangen, ohne Strom absolut nicht! Dann wäre Norma entweder tiefgefroren worden oder arm. Ich hätte mit Oscarlotta mindestens €21 (und Norma dann auch) zahlen müssen, das war uns zu teuer. In der Hauptsaison würde dieser Platz bereits €35 kosten, Höchstpreis für einen Platz in der 1. Reihe ist €39! Immer noch preiswerter als in Spanien oder Italien im Sommer, aber trotzdem! Erstauntes Smiley

Wir entschieden uns dann für den Wohnmobilstellplatz am Westhafen, wo Uschi und ich letzten Winter schon waren und der uns gut gefallen hatte. Es waren aber noch ein paar Tage Zeit, bis Norma in Wismar sein würde. Sie hatte noch einen Alternativ-Stellplatz ausfindig gemacht, 10km von Wismar entfernt, „Urlaub am Schloss“, hörte sich vielversprechend an und den wollte ich mir mal anschauen, zumal unser Freund Brodo dort schon gewesen war und ihn positiv bewertete. €5 sollte der Stellplatz kosten plus €2 pauschal für Strom mit bis 32 Ampere (!) Absicherung. Das war doch etwas für mich! Smiley mit geöffnetem Mund

Schloss Zurow-KrassowSchloss Zurow-Krassow

Kurz vor der Ankunft konnte ich noch meine LPG-Tankflasche wieder randvoll machen, sicher ist sicher! Es war inzwischen -10°C kalt, tagsüber! Geschneit hatte es auch, aber nur etwas. Am Sonntagnachmittag war ich da, der Stellplatz war absolut leer. Es gibt 10 Stellflächen in einem Rondell (eine Seite Wohnmobile, andere Seite PKW-Parkplätze für Angestellte und Mieter der Ferienwohnungen). Ich entschied mich für den Platz 10, der war schön lang, gut anzufahren und direkt neben dem Stromkasten.

Zurow-KrassowPlatz 10Blick aus Oscarlotta

Als erstes sah ich mich um. Neben dem kleinen Pavillon, in dem Anmeldeformulare und Infobroschüren lagen, stand eine Informationstafel. Um lesen zu können, was dort stand, musste ich sie erstmal enteisen. Ankömmlinge nach 16 Uhr und am Wochenende wurden gebeten, das Anmeldeformular auszufüllen und in den Briefkasten an der Einfahrt zu werfen. Kosten: €10 incl. Strom! Ich legte einen 20-Euro-Schein mit dazu und ging am nächsten Nachmittag trotzdem mal bei der Anmeldung im Nebengebäude des Schlosses vorbei, um mich persönlich anzumelden und nachzufragen, ob mein Geld an der richtigen Stelle angekommen ist. Ja, alles in Ordnung. Ich nutzte dann die Gelegenheit und bat die nette Dame an der Rezeption, den für die Preisgestaltung Verantwortlichen doch bitte auszurichten, dass überall im Internet noch der alte Preis stände und ich eine Preiserhöhung von satten 100% etwas gewöhnungsbedürftig fände. Es wäre generell immer nicht optimal, wenn Stellplatzgebühr und Strom untrennbar gekoppelt sind, denn zumindest im Sommer brauchen viele Wohnmobilisten keinen Strom, müssen ihn so aber mitbezahlen. Die Menschen, die im letzten Sommer nur für den Stellplatz noch €5 bezahlt haben, müssen dieses Jahr €10 bezahlen und werden sicher nicht sehr amused sein. Sie notierte sich alles stichwortartig und versicherte mir, dass sie es weitergeben würde.
Für mich war es zum jetzigen Zeitpunkt hervorragend, denn ich konnte fast ausschließlich mit Strom heizen. Tagsüber reichte es bei 2000 Watt völlig aus und wenn die Sonne schien, musste ich sogar auf 1000 Watt runterschalten, wenn ich keine 24 Grad in Oscarlotta haben wollte. Abends musste ich ab und zu für 10 Minuten Gas zuschalten, bis es wieder über 20 Grad hatte und das reichte dann für die nächsten drei Stunden.

Am Dienstag wollte ich eigentlich zum Wohnmobilstellplatz in Wismar wechseln, aber für Dienstag waren heftige Schneefälle vorhergesagt. Im Radio hieß es, den Eltern sei es freigestellt, ihre Kinder zu Hause zu behalten. Und wirklich war alles flächendeckend weiß draußen, als ich mittags meine Rollos öffnete! Geräumt war nicht, also war klar, dass ich Oscarlotta keinen Zentimeter bewegen würde, ich gehe kein Risiko ein, wenn es nicht sein muss. Lustig war eine Fußspur, die durch den Schnee führte, geradeaus an Oscarlotta vorbei. An einer Stelle waren zwei Fußabdrücke parallel und rechtwinklig zur Spur und es war klar, dass dieser Mensch sich etwas genauer anschauen wollte. Ich habe im Fenster neben dem Beifahrersitz ein Frühstücksbrettchen hängen mit dem Spruch: „Der frühe Vogel kann mich mal!“ Smiley

NeuschneeBlick aus Oscarlotta

Ich stapfte auch durch den Schnee und bezahlte für zwei weitere Nächte.

Spuren vom Vortagneuer Schnee, neue Spuren

Der Stellplatz liegt sehr ruhig im Grünen. Zurow-Krassow ist ein kleines Dorf, in dem sich in den Jahrzehnten seit der Wende nicht allzu viel verändert haben dürfte. Jetzt im Winter gibt es nicht wirklich viele Möglichkeiten zu Outdoor-Aktivitäten, im Sommer kann man sicher schön Rad fahren und das größte Plus ist die Nähe zu Wismar, zur Ostsee und zu den anderen lohnenswerten Zielen der Umgebung. Hinter dem Platz ist ein kleines Wäldchen, gut geeignet für die kleine Hunderunde am Morgen oder Abend, sogar versehen mit Wegbeleuchtung. Die umgefallenen Bäume vom Orkan Friederike lagen noch kreuz und quer. Mich störte das nicht und den Hund, den ich nicht habe, auch nicht. Zwinkerndes Smiley

Zurow-KrassowZurow-KrassowZurow-KrassowZurow-KrassowZurow-KrassowZurow-KrassowZurow-KrassowZurow-Krassow

Ich verbrachte noch zwei wunderbar gemütliche und warme Höhlentage, genoss es, wenn die Sonne schien, weil ich dann meinen Frontscheibenrolladen öffnen konnte und mir die Sonnenstrahlen den Rücken wärmten. Nach draußen ging ich nur sehr sporadisch und meistens nur, um etwas aus meinem Außenstaufach zu holen. Cooles Smiley Der “Urlaub” am “Schloss”, das eigentlich “nur” ein Gutshaus war, hat mir gut gefallen!

Schloss Zurow-Krassow

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Schwerin, Stadt der 7 Seen

 

Seit ewigen Zeiten will ich nach Schwerin, aber es hatte bisher nie geklappt. Dieses beeindruckende Schloss inmitten von unzähligen Seen hatte es mir angetan und das wollte ich jetzt endlich mal nicht nur im Fernsehen oder auf Fotos sehen. Leider resultierte aus der Stellplatzsuche nur ein ernüchterndes Ergebnis, die Stell- und Campingplätze hatten entweder noch geschlossen, lagen zu weit vom Zentrum entfernt oder verfügten nicht über Strom. In akzeptabler Nähe zum Stadtkern gab es nur zwei Großparkplätze mit einmal fünf Stellplätzen ohne Strom für Wohnmobile und einmal vier mit Strom. Vier Plätze ist ja nicht gerade viel, aber es stand dabei, dass es erlaubt sei, auch auf den PKW-Plätzen zu stehen. Also fuhr ich hin und hatte Glück, zwei der vier Plätze waren noch frei, incl. der dazugehörigen Steckdosen. Smiley Ich hatte mich für den Parkplatz am Bahnhof entschieden und obwohl die Bahnlinie nicht allzu weit entfernt war, gab es keine Störung dadurch. Die vorbeiführende Straße war da schon eher zu hören, aber auch das war erträglich.

Stellplatz am BahnhofStellplatz am Bahnhof

Bei der Einfahrt muss man eine Karte ziehen, über die dann automatisch alles abgerechnet wird, sowohl die Parkzeit als auch der Strom. Dummerweise waren der Anforderungsknopf sowie der Ausgabeschlitz auf PKW-Höhe angebracht, also aussteigen, um Oscarlotta herumlaufen und hoffen, dass die Schranke geöffnet bleibt, bis wir durch sind. Die Parkdauer zählt nach Stunden, höchstens €8/24 Stunden. Wenn man Strom möchte, muss man die Karte vor das Display halten (nachdem man seinen Stromstecker ausgewählt hat und BEVOR der Stecker angeschlossen ist) und es werden automatisch 2 Kilowatt für €1 bereitgestellt und verbucht. Da nicht ganz klar war, wo genau die Karte hingehalten werden muss und weil ich nicht sicher war, ob es beim ersten Mal geklappt hatte und es noch einmal versuchte, hatte ich als Ergebnis dann 4 Kilowatt! Aber das war nicht schlimm, ich wollte ja etwas bleiben. Ich war übrigens noch nicht ganz fertig, als schon der Nachbar aus seinem Mobil kam, um mir hilfreich zur Seite zu stehen, weil ich, wie er meinte, alleine nicht zurecht käme. Ja, so ist das in Camperkreisen! Zwinkerndes Smiley Diesmal zeigte mir mein Display dann auch an, dass der Strom in Oscarlotta ankam! In welche Richtung ich laufen müsse, um in die Altstadt zu kommen, konnte der freundliche Nachbar mir allerdings nicht sagen und seine vage Vermutung stellte sich nach einem Blick auf Google Maps als falsch heraus.

Altstadt Schwerin und Schloss/SchlossparkAm nächsten Tag zog ich los, warm eingepackt, denn es wurde immer kälter in Deutschland. Schon wenige Meter, nachdem ich den Parkplatz verlassen hatte, konnte ich in eine Querstraße einbiegen, die direkt auf den ersten Schweriner See führte. Na ja, See ist vielleicht etwas übertrieben, tatsächlich ist es eher ein (großer) Teich und heißt auch so: Pfaffenteich. Eine Eisfläche lag vor mir, leider noch nicht tragfähig, denn dann wäre das die perfekte Eislauflocation! Aber hübsch war es auch so mit den Häusern am anderen Ufer und dem Blick auf den Dom. Ich war sehr zufrieden mit meiner Stellplatzwahl. Am Ende des Pfaffenteichs hielt ich mich intuitiv links (ich „rolle“ eine Stadt gerne von außen nach innen auf) und als ich um die nächste Straßenecke bog, lag das Schloss vor mir! Noch etwas entfernt, aber jetzt schon so berauschend schön wie ich es erhofft hatte.

PfaffenteichDomMaskottchen am PfaffenteichSchloss

Ich ließ mir Zeit, schlenderte von hier nach da und wieder zurück und dann noch einmal anders herum. Ein Traum, diese Seenlandschaft, der blaue Himmel, das Schloss, der Schlossgarten! Nur meine Finger drohten mir abzufallen nach jedem Foto, das ich machte. Der Wind war echt eisig!

Blick vom SchlossSchlossSchlossSchlossInnenseeInnenseeSchloss vom Schlosspark ausEisInnenseeBurgsee

Das Museum war leider geschlossen wegen Umbaus, die Schlosskirche nur zu bestimmten Zeiten zu besichtigen. Ich lief ein wenig durch den Burggarten und ging dann neugierig zu den vielen Menschen, die irgendetwas im Wasser fotografierten. Ein Nutria-Nest im Schilf! Zwei wirklich riesige, gut genährte Elterntiere und eine nicht auszumachende Kinderschar. Alle bildeten ein großes Knäuel, die Alten wechselten mal kurz die Position, aber brauchbare Fotos konnte ich keine machen.

BurggartenBurggartenBurggartenBurggartenBurggartenSchlossparkRückansicht vom Burggarten ausRückansicht vom Burggarten aus

Jetzt wollte ich die Stadt sehen! Und was ich sah, gefiel mir. Mein erster Weg führte mich in einen alternativen Supermarkt und ich konnte endlich mal vernünftigen Käse kaufen, allerdings teuer. Gegenüber gab es ein Einkaufszentrum und sofort fiel mir die Bäckerei „Junge“ ins Auge. Das ist eine Kette mit guten Backwaren, gutem Kaffee und nett eingerichteten Cafés, die ich vom letzten Winter in guter Erinnerung hatte. Die Junge-Kundenkarte hatte ich ebenfalls noch, man bekommt bei jedem Verzehr oder Brotkauf Punkte gutgeschrieben und kann dann irgendwann einen Kaffee oder ein Brot umsonst trinken/mitnehmen.

bei Jungebei Jungebei Jungebei Junge

Danach durchstreifte ich das dreigeschossige Zentrum und wollte dann nur noch nach Hause. Nein, ich habe längst nicht alles gesehen, was es zu sehen gäbe, nicht einmal den Dom von innen, aber ich hatte schon beschlossen, dass ich hier im Frühling/Sommer/Herbst noch einmal hin will. So war es auch nicht schlimm, dass es am nächsten Tag schneite! Ich verbrachte einen Höhlentag. Als ich nach meinem Stromstand sah und feststellte, dass ich nachbuchen muss, entdeckte ich, dass der freundliche Nachbar oder einer der anderen Nachbarn (die Plätze waren zwischenzeitlich alle belegt worden) mir ein Stromguthaben von weiteren 4 Kilowatt hinterlassen hatte. Cooles Smiley Da hatte vermutlich noch jemand nicht gewusst, wo genau die Karte hingehalten werden muss.

Als ich am nächsten Tag fuhr, entleerte ich auf dem unteren Teil des riesigen Parkplatzes noch meine Toilette an der VE-Station. Auf diesen Platzteil dürfen außer zu diesem Zweck keine Wohnmobile, dort stehen die Linienbusse, die auf ihre nächste Betriebsfahrt warten und dort an der Ausfahrt war der Ticketschlitz dann in Bus-/Wohnmobilhöhe! Bezahlt hatte ich vorher am Ticketautomaten (Münzen/Scheine oder EC/Kredit-Karte), alles war ordnungsgemäß berechnet, drei Nächte á 8 Euro und 2 Euro für den Strom.

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P.S.: Wie immer könnt ihr die Fotos durch anklicken auf Originalgröße bringen und den Fototext lesen, wenn ihr den Mauszeiger auf das Foto führt.

Kein Strom am Strom

 

Uschi hatte einen weiteren Stellplatztipp für mich und so machte ich auf dem Weg nach Schwerin noch einen Abstecher nach Wittenberge. Der Stellplatz und Sportboothafen „Nedwiganger“ liegt direkt an der Elbe, die hier die Grenze zwischen Brandenburg und Sachsen-Anhalt bildet. Laut Internet sollte der Platz ebenfalls direkt an einem Restaurant liegen und €5 pro Nacht kosten. Auf der Fahrt dorthin nahm ich die erste Gelegenheit wahr um meine LPG-Flasche wieder aufzufüllen. Jetzt hatte ich erst einmal wieder drei volle Flaschen, also alles gut. Smiley

WittenbergeWittenberge

Ich fand Wittenberge, ich fand den Stellplatz, obwohl meine beiden Navis sich wieder einmal nicht einig waren. Diesmal ging der Punkt an Tommie! Ob es daran lag, dass ich es endlich geschafft hatte, ihn upzudaten? Ein fettes Dankeschön an Vodafone, die ihren Kunden im Februar pro SIM-Karte 100GB Internetvolumen schenkten!!!

Es ging über den Deich und entlang einer einspurigen Zufahrtsstraße auf einen großen Parkplatz und ein dahinterliegendes Haus zu. Ein zweiteiliges Absperrgitter zum Restaurant „Zum Fährmann“ stand zwar offen, aber ansonsten sah alles sehr verlassen aus. Die Durchfahrt war sehr eng, aber zum Glück bog die Zufahrtsstraße davor ab auf den weiter unten liegenden Parkplatz, der sich in PKW- und Wohnmobilplätze unterteilt. Die gekennzeichneten Spuren für Wohnmobile waren sehr lang und etwas schief.

Stellplätze untenStellplätze unten

Ich stellte Oscarlotta erstmal ab und ging mich umschauen. Ich sah nämlich keine Stromsäule. Auch draußen konnte ich nirgendwo eine entdecken. Also ging ich zum Lokal. Dort informierte ein Schild, dass man wieder für seine Kundschaft da sei, aber laut Öffnungszeiten nur am Wochenende und nur bis 18 Uhr. Aber hinter der Tür stand ein Aufsteller, der besagte, dass am Abend eine geschlossene Gesellschaft da sein würde. Gut, dann frage ich da noch einmal und auch, wo ich bezahlen kann. Als ich mich zur Elbe umdrehte, bemerkte ich zwei Stromsäulen und ein Wohnmobilschild. Hier oben konnte man also auch stehen! Kurzentschlossen parkte ich Oscarlotta um, allerdings war es nicht ganz so einfach wie gedacht. Jetzt musste ich nämlich durch die enge Zufahrt und das auch noch rechtwinklig ohne großartige Ausweichmöglichkeit nach rechts. Beim ersten Versuch sah ich im linken Seitenspiegel, dass ich jeden Moment mit der Seitenschürze am hohen Bordsteinrand hängenbleiben würde. Also zurückrollen, noch ein wenig weiter nach rechts und laaaangsam auf den rechten Teil der Absperrung zufahren, einschlagen und hoffen, dass es vorne reicht! In den Scheinwerferboxen müssten Kameras verbaut sein, das wäre echt hilfreich!!! Ich hatte Glück, es passte und seitlich und hinten auch. Oscarlotta ist nun einmal mit Fahrradträger 8,50m lang und wenn nicht genug Rangierfläche vorhanden ist, wird es schon mal schwierig, vor allem, wenn man allein unterwegs ist. Enttäuschtes Smiley

Stellplätze oben Erleichtert parkte ich rückwärts (mit Blick auf die Elbe) ein und verlegte mein Stromkabel. Es gab 8 Steckdosen und ein durchlaufendes Leuchtband forderte zweisprachig auf, einen Stecker zu wählen. Ich testete, wie immer, ob es noch irgendwo ein Restguthaben gab und entschied mich nach negativem Befund für den Stecker 2. Das Kilowatt sollte hier 70 Cent kosten statt der üblichen 50 Cent und ich hatte noch Euromünzen in der Jackentasche. Also warf ich mal 2 Euro ein und nach kurzem Überlegen auch noch das einzelne Eurostück. Das mache ich sonst nie und es sollte sich auch sehr bald schon als Fehler herausstellen! Aber ich wollte mindestens zwei Nächte bleiben und mir das Städtchen ansehen. Das Display listete mir freundlich leuchtend auf, über wieviel Kilowatt ich jetzt verfügen konnte, mein Display in Oscarlotta zeigte mir allerdings kein Stromzeichen! Also raus, alles noch einmal ab- und neu anstecken, gleiches Resultat!!! Zähnezeigendes Smiley

 

WittenbergeWittenbergeWittenbergeWittenbergeWittenberge

Ich suchte mir die Handynummer vom Hafenmeister heraus und rief an. Der betreibt zusätzlich nicht nur den „Fährmann“, sondern auch noch ein von promobil hochgelobtes Restaurant im Ort, die „Alte Ölmühle“. Dort landete mein Anruf und man teilte mir mit, dass der Stellplatz geschlossen sei, ich aber natürlich kostenfrei dort stehen könne. Nur Strom gäbe es keinen. Ja, das hätte ich gemerkt und würde deswegen auch anrufen. Am Stromautomat wäre kein Hinweis darauf, dass er keinen Strom liefert, im Gegenteil, man würde aufgefordert, ihn in Betrieb zu nehmen. Ja, es würde kein Strom kommen, weil der Stellplatz geschlossen und der Strom abgeschaltet sei. Aber ich solle doch einen Moment warten, sie würde mal ihre Kollegin fragen. Nach einer kurzen Wartezeit machte sie mir den Vorschlag, dass ich zur „Ölmühle“ kommen solle, dort könnte ich für €11,50 stehen und man würde die 3 Euro dann verrechnen. Dieses Angebot lehnte ich dankend ab und ließ noch einmal verlauten, dass ich es nicht in Ordnung finden würde, dass ein offensichtlich funktionierender Stromautomat zwar Geld annimmt, aber nirgendwo steht, dass er keinen Strom abgibt. Ich war sauer!!! Okay, dann würde ich eben nur eine Nacht bleiben und hätte einen Stellplatz in ruhiger Lage mit schöner Aussicht, der mich 3 Euro kostet. Als ich mein Kabel wieder einsammelte, kam ein Kanufahrer von der Elbe hoch und sprach mich an. Ihm habe ich von meinem Frust erzählt und er meinte, dass er auch davon ausgehen würde, dass die Stromsäule betriebsbereit sei.

Ich beschloss, mir das Städtchen sofort anzusehen und war danach froh, dass ich nur eine Nacht bleiben musste. Es bietet nämlich wenig bis nichts. Ein altes Stadttor, ein altes Kranhaus. Viele Esslokale!

WittenbergeWittenbergeWittenberge

Wittenberge Für Menschen, die im Sommer einfach nur vor ihrem Wohnmobil sitzen und aufs Wasser schauen wollen und dazu noch ein Lokal am Platz haben, ist dieser Stellplatz sicher nicht schlecht. Immerhin fand ich ein Café direkt hinter dem Deich und bekam meinen Nachmittagskaffee und ein leckeres Stück Kuchen, allerdings zu etwas überhöhten Preisen. Und auf der Promenade gab es ein interessantes Kunstwerk. Das war eindeutig das Beste an Wittenberge!

WittenbergeWittenbergeWittenbergeWittenbergeWittenbergeWittenbergeWittenbergeWittenbergeWittenberge

Muss ich noch erwähnen, dass es abends keine geschlossene Gesellschaft gab? Sarkastisches Smiley

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Ottostadt Magdeburg

 

Bereits am nächsten Tag war mir klar, dass ich nicht nur drei Nächte bleiben würde. Ich hatte nämlich zunächst keine große Lust auf einen Stadtrundgang in Magdeburg, es war eisig kalt. Unmittelbar hinter dem Stellplatz liegt der große Stadtpark Rotehorn, dort lief ich ein paar Schritte, direkt an der Alten Elbe entlang. Im Sommer ist es dort bestimmt sehr schön. Wenn man ihn z. B. per Rad durchquert, kann man eine weitere Brücke in die Stadt nutzen. Der Stellplatz liegt ja auf einer Insel zwischen der Elbe und der Alten Elbe, dem sog. Werder.

MagdeburgRotehorn-Park

Am Freitag fiel mir siedendheiß ein, dass Herr Hollenbach ja glaubte, dass ich abreisen würde und mein Stromstand abgelesen werden musste, damit ich bezahlen konnte, was ich verbraucht hatte. Hoffentlich war er nicht schon extra deswegen vorbeigekommen, aber dann hätte er vermutlich angeklopft. Ich schickte ihm eine SMS, dass ich noch mindestens über das Wochenende bleiben würde und bat ihn, mir eine Gasflasche mitzubringen. Gasflaschentausch war laut Internet möglich, ich wusste aber nicht, ob er welche vorrätig hatte. Ich teilte ihm mit, dass ich nachmittags in der Stadt sei, aber gegen 18 Uhr wieder zurück sein würde. Vom Stellplatz aus muss man die Zufahrtsstraße bis zur Alten Zollbrücke vorlaufen und hat dann zwei Möglichkeiten. Entweder weiter zu Fuß über die Neue Strombrücke bis zum Allee-Center (Einkaufszentrum) oder an der Zollbrücke in die Straßenbahn einsteigen und eine Haltestelle bis zu selbigem Center fahren. Auf der einen Seite schließt sich das Domviertel und das Gründerzeitviertel an, auf der anderen Seite das Marktviertel. Der historische Kern Magdeburgs ist recht überschaubar und gut zu Fuß zu erkunden.

An diesem Freitag war meine Stadtlust immer noch nicht besonders groß, sodass ich nur zur Touri-Info ging, mir ein paar Unterlagen über die Stadt besorgte und mir in einem Café anschaute, was ich mir anschauen sollte. Um 16 Uhr war ich schon wieder am Stellplatz (Laufzeit vom Center aus ca. 15 Minuten) und ich stand gerade noch draußen und fotografierte, als Herr Hollenbach mit meiner neuen Gasflasche angefahren kam, so, als ob wir uns auf Punkt 16 Uhr verabredet hätten! Smiley Er hatte auch kein Problem damit, dass meine Betriebsflasche noch nicht ganz leer war und ich ihm also keine im Austausch mitgeben konnte. Ich verlängerte und bezahlte bis zum nächsten Mittwoch, bis dahin würden wir uns ja noch sehen, spätestens am Dienstagabend zum Strom ablesen und bezahlen. Um 1 Uhr sah ich auf dem Weg ins Bad, dass meine Gasflasche leer war. Na wunderbar, so hatte ich mir das gewünscht, damit die fast leere LPG-Flasche gar nicht gebraucht wurde! Ich bemühte mich, so leise wie möglich zu sein beim Tausch der Gasflaschen, ich hatte nämlich direkte Nachbarn und dort war es schon dunkel. Um kurz vor 2 hörte ich dann Stöckelschuhgeklapper von der Einfahrt bis zu Oscarlotta, die Nachbarn lagen noch gar nicht im Bett, sondern kamen gerade erst nach Hause! Hätte ich also Krach machen können, soviel ich gewollt hätte! Smiley mit geöffnetem Mund

Am Montag spulte ich dann planmäßig mein Besichtigungsprogramm ab und hatte sogar das Glück, dass zeitweise die Sonne schien. Angefangen vom Kloster „Unser Lieben Frauen“, heute Kunstmuseum

?????? von der anderen SeiteKunstmuseum Kloster "Unser Lieben Frauen"Kloster "Unser Lieben Frauen"Kunstmuseum Kloster "Unser Lieben Frauen"Kunstmuseum Kloster "Unser Lieben Frauen"Kunstmuseum Kloster "Unser Lieben Frauen"Kunstmuseum Kloster "Unser Lieben Frauen"Kunstmuseum Kloster "Unser Lieben Frauen"Kunstmuseum Kloster "Unser Lieben Frauen"Kunstmuseum Kloster "Unser Lieben Frauen"Kunstmuseum Kloster "Unser Lieben Frauen"

über den Dom, der mich allerdings nicht besonders begeisterte, weder von außen noch von innen

Dom (im Hintergrund)Dom (im Hintergrund)

bis zum ältesten erhaltenen Wohn- und Fachwerkhaus der Altstadt, dem Remtergang 1.

Remtergang 1Remtergang 1Remtergang 1

Direkt daran schließt sich die Bastion Cleve an, die südöstlichste Eckbastion des ehemaligen Verteidigungsringes Magdeburgs.

Bastion CleveBastion CleveBastion CleveBastion Cleve

Unbedingt sehen wollte ich noch das Hundertwasserhaus, das letzte vom Künstler Friedensreich Hundertwasser geplante Bauwerk. Seine Goldkugeln auf dem Dach konnte ich vom Stellplatz aus sehen. Wie üblich farbenfrohe Fassaden, 900 verschiedene Fenster, bunte Säulen, begrünte Dächer. Ein Gebäudekomplex um einen Innenhof herum gebaut, mit ein paar Geschäften und Lokalen, hübsch und jetzt im Winter wie ausgestorben.

Hundertwasser-KomplexHundertwasser-KomplexHundertwasser-KomplexHundertwasser-KomplexHundertwasser-KomplexHundertwasser-KomplexHundertwasser-KomplexHundertwasser-KomplexHundertwasser-Komplex

Ich ging noch Lebensmittel einkaufen im Allee-Center und gönnte mir dann eine Straßenbahnfahrt zurück. Es würde sich bestimmt lohnen, in der wärmeren Jahreszeit noch einmal nach Magdeburg zu kommen, es gibt noch einiges zu unternehmen. Ausflugsfahrten auf der Elbe mit der Weißen Flotte, Radtouren auf dem Elberadweg, diverse Museen, der Elbauenpark mit dem Jahrtausendturm und dem Schmetterlingshaus, der tropisch-botanische Garten und eben der Rotehorn-Stadtpark.

alte Eisenbahnbrücke am Rotehorn-ParkRotehorn-Parkalte Eisenbahnbrücke am Rotehorn-Park

Herr Hollenbach hatte mir erzählt, dass jeder, dem er von seinem Stellplatzvorhaben berichtet hatte, skeptisch gewesen war und man ihm sogar abgeraten hatte, soviel Geld in ein so risikoreiches Unterfangen zu investieren. Ich glaube, dass er sich keine Sorgen zu machen braucht und das habe ich ihm auch gesagt. Ein gut gestalteter Wohnmobilstellplatz mit einem netten und bemühten Betreiber in fußläufiger Entfernung zu einer attraktiven Stadt läuft immer! Er wird jeden Tag ausgebucht sein, habe ich ihm prophezeit, zumindest in den Sommermonaten und ich werde mal vorsichtshalber reservieren, bevor ich wiederkomme. Zwinkerndes Smiley

Blick auf den Stellplatz Blick auf die StadtBlick auf die StadtBlick auf die StadtStellplatz 'Am Winterhafen'

Der Beitragstitel bezieht sich übrigens nicht etwa auf das Versandhaus Otto, sondern auf die zwei bedeutenden Ottos der Stadt.

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Am Winterhafen

 
 
Die schöne Zeit in Boxdorf auf dem kostenfreien Stellplatz der Firma „Caravan-Meinert“ – mit Tagen ohne und mit Programm – neigte sich langsam einem selbstgewählten Ende zu. Ich hätte es durchaus noch länger dort aushalten können, aber ich wollte ja eigentlich noch ein wenig mehr sehen. Norma und ich besuchten noch das große Einkaufszentrum „Elbepark“ in Dresden und nahmen am Karnevalssonntag sogar an einem Faschingsumzug in Radeburg teil!!! Laut lachen Allerdings nur als passive Zuschauer. Der Umzug war für eine mittelgroße Kleinstadt erstaunlich umfangreich und mit vielen Arbeitsstunden und viel Phantasie erstellt worden. Mitten auf dem Marktplatz war ein riesiges Festzelt aufgebaut und dort hindurch wurden alle Wagen, teilweise von riesigen Treckern gezogen, auf schmalen Fahrwegen und durch einige Kurven manövriert, was natürlich zu mehreren Staus führte. Wir standen direkt hinter der Absperrung und wurden ausgiebig mit Konfetti und Kamelle beworfen. Konfetti fand ich noch nach Tagen immer wieder neu in Oscarlotta! Was mir aber am meisten aufgefallen ist, im Vergleich zu Umzügen in Köln, Mainz etc., die Nord-/Ostdeutschen können Karneval nicht wirklich! Die wenigsten Zuschauer an der Umzugsstrecke waren kostümiert (wir ja auch nicht) und es wurde nur vereinzelt gejubelt (wenn jemand vorbeikam, den man kannte) und weder gesungen noch geschunkelt, geschweige denn getanzt. Auch die am Zug unmittelbar Beteiligten hatten dort am meisten Spaß, wo Alkohol dies begünstigte. Aber kann es denn auch Spaß machen, durch ein Spalier von stockfischähnlichen Zuschauern zu laufen??? Ich glaube, Karneval/Fasching gehört ins Rheinland oder nach Südamerika, dort „kann“ man das. Cooles Smiley

Karneval in RadeburgKarneval in Radeburg

Nach genau 14 Tagen holte ich den Anker hoch und fuhr weiter. Magdeburg war mein nächstes Ziel. Unterwegs wollte ich meine LPG-Tankflasche wieder füllen. Die ersten beiden Raststätten auf der Autobahn ließ ich aus, es würden schon noch mehr Tankstellen kommen. Als ich schon 50km vor Magdeburg war, fuhr ich dann mal eine an. Mein Tommie sagt mir, ob eine Tankstelle auch LPG anbietet. Die Zapfsäule war gut anzufahren, nur kam kein Gas heraus. Nach mehrmaligen erfolglosen Versuchen ging ich zur Kasse und fragte nach. Da sei wohl die Zeitbeschränkung aktiviert worden, ich solle es einfach noch einmal versuchen. Von einer Zeitbeschränkung hatte ich zwar noch nie gehört, aber da ich die Zapfpistole nicht gleich beim ersten Mal aufgedreht bekommen hatte, hätte das ja vielleicht sein können. Ich schraubte also alles wieder ab, hängte die Pistole in ihre Vorrichtung, wartete vorsichtshalber noch ein paar Sekunden und probierte es erneut, mit demselben Ergebnis! Diesmal hatte ich die Pistole ohne Verzögerung aufgeschraubt bekommen, eine Zeitbeschränkung konnte also nicht der Grund sein, warum es nicht klappte. Ich probierte es noch ein drittes Mal und hatte dann die Faxen dicke, ich fuhr weiter. Es gibt ja schließlich noch andere Tankstellen! Denkste!!! Mein Tommie nannte mir zwar noch einige, aber die lagen nicht direkt an der Autobahn und waren auch nicht zu sehen und auf Verdacht abfahren wollte ich nicht. Als wir kurz vor Magdeburg waren, sah ich ein großes Einkaufszentrum mit Tankstelle und fuhr kurzentschlossen doch ab. Eine Tasse Kaffee wäre ja grundsätzlich auch nicht schlecht und einkaufen könnte ich ebenfalls. Außerdem sind die Parkmöglichkeiten an großen Zentren immer auch wohnmobiltauglich. Ich erledigte alles erfolgreich und fuhr danach zur Tankstelle. Mein Tommie schwieg allerdings und es stellte sich schnell heraus, dass diese Tankstelle a) kein LPG hatte und b) nur eine Durchfahrtshöhe von deutlich unter 3 Metern. 15 Minuten später kam ich am Wohnmobilstellplatz an, im letzten Büchsenlicht und mit fast leerer LPG-Tankflasche. Das Dumme daran ist, dass die LPG-Flasche eben als Reserveflasche fungiert, wenn die Campinggasflasche leer wird, was überwiegend mitten in der Nacht passiert. Und wenn sie ebenfalls leer ist, wird es kalt in Oscarlotta! Und da ich ja überzeugt davon gewesen war, auf der Fahrt nachtanken zu können, hatte ich die Tankflasche am Dienstag nach dem letzten Gasflaschentausch bei Meinert weiter als Betriebsflasche laufen lassen, um dann mit drei vollen Gasflaschen in Magdeburg anzukommen. Was lerne ich also daraus? In Zukunft die allererste Möglichkeit nutzen, auch wenn ich erst 10 Minuten gefahren sein sollte!

Am Winterhafen gibt es seit dem letzten Sommer einen Wohnmobilstellplatz. Bei meiner Ankunft wurde am Rande des Platzes noch gearbeitet und ich war noch nicht ganz ausgestiegen, als ein freundlicher junger Mann, der sich als Betreiber vorstellte, mich begrüßte und mir anhand eines Stadtplans erklärte, was bei der gegenüberliegenden Stadtsilhouette was ist. Außerdem las er den Stromstand ab und fragte, wie lange ich bleiben wolle. Das weiß ich in der Regel vorher nie so genau, aber da ich ja vorher auch nicht weiß, ob es mir überhaupt gefällt, entschied ich mich mal für drei Nächte. Ich bezahlte €30. Es gibt 19 Stellplätze der üblichen Größe in einer Reihe auf Schotter, ca. 10m lang, abgeteilt durch Blumenkübel. Die Stromregelung ist so, dass jeder Stellplatz seinen eigenen Anschluss mit Zähler hat und mit den üblichen 50 Cent/kW abgerechnet wird. Für die Zukunft ist aber ein Münzautomat geplant, was vor allem für den Betreiber eine Arbeitserleichterung sein wird. Allerdings sind solche Automaten mit einigen tausend Euro nicht gerade preiswert. Erstauntes Smiley

Stellplatz "Am Winterhafen"Stellplatz "Am Winterhafen"

Ich hatte einen tollen Ausblick auf ein gefrorenes Hafenbecken und die scherenschnittartige Stadtansicht und freute mich auf den Anblick bei Tageslicht.

Magdeburg

Der Betreiber hatte mir versichert, dass der Bagger nicht gleich am nächsten Morgen wieder Krach machen würde. Er sei noch berufstätig und könne immer erst nach Feierabend weiterarbeiten. Er bewegte riesige Felsbrocken mit der Schaufel eines weniger riesigen Baggers Meter für Meter über die Rasenfläche am Ende des Platzes und deponierte sie dort „malerisch“, nicht als Hochwasserschutz, wie ich vermutete, sondern nur aus optischen Gründen.

Stellplatz "Am Winterhafen"Stellplatz "Am Winterhafen"Stellplatz "Am Winterhafen"

In den folgenden Tagen (ich blieb dann doch länger als drei Nächte) ergaben sich ein paar Gespräche und ich erfuhr etwas mehr über die Entstehung des Platzes. Schon vor 4 Jahren hatte Herr Hollenbach das Gelände kaufen können, bis allerdings die Baugenehmigung erteilt wurde, vergingen ganze 2 Jahre! Mit der Hilfe von Freunden hat er das Grundstück geebnet, geschottert, eingezäunt, Stromleitungen verlegt, eine Ent- und Versorgungsstation gebaut. Zwei Sanitärcontainer wurden gekauft, mit Holz verkleidet und durften dann nicht dort aufgestellt werden, wo er sie haben wollte. Jetzt stehen sie etwas weiter hinten im Hafen, werden im Sommer von den Bootstouristen mitbenutzt, gegen die Gebühr von einem Euro/Person/Tag für die Toiletten und zwei Euro pro Duschgang.

Stellplatz "Am Winterhafen"Stellplatz "Am Winterhafen"Stellplatz "Am Winterhafen"Stellplatz "Am Winterhafen"Stellplatz "Am Winterhafen"YachthafenWinterhafenWinterhafenAlte Zollbrücke

Ich stand die meiste Zeit mit nur einem oder zwei weiteren Wohnmobilen auf dem Platz, es war herrlich ruhig! Am Samstagabend klopfte es an der Tür, draußen stand ein mir unbekannter Mann und stellte sich höflich mit Vor- und Nachnamen vor. Er komme aus Berlin (sein Fahrrad hatte ich schon von meinem Küchenfenster aus gesehen) und er wolle auf der Wiese zwei Plätze weiter zelten, ob mir das Recht sei? Ob ich denn mal eben rauskommen könne, damit er mir den Platz zeigt, den er sich ausgesucht hatte? Ich bin ja nicht besonders ängstlich und es gab auch noch ein weiteres Wohnmobil, aber das kam mir dann doch nicht ganz geheuer vor. Außerdem war es kalt draußen. Ich informierte ihn also darüber, dass ich nicht entscheiden könne, ob und wo er sein Zelt aufbauen darf und dass ich nicht wüsste, ob der Stellplatzbetreiber heute noch einmal vorbeikommen würde. Stellplatzbetreiber? Ja, dies ist ein Stellplatz für Wohnmobile und für Zelte eigentlich sowieso nicht geeignet. Ich würde pro Nacht 10 Euro bezahlen und ich dächte mir, dass der Besitzer von ihm auch sicherlich etwas Geld haben würde. Diese Informationen schienen den Radreisenden, der sicher kein Obdachloser war, doch ziemlich zu überraschen! Ob er sich denn anmelden solle? Ja, das wäre sicher gut, die Telefonnummer hängt ja an dem Holzhäuschen an der Einfahrt. Ich wünschte ihm eine gute Nacht und dass er aufpassen solle, nicht zu erfrieren und sah dann durch mein Küchenfenster, dass er sein Rad Richtung benachbartem Park schob. Die Nachbarn, die früher wach waren als ich, erzählten am nächsten Tag, dass das Zelt morgens dann doch in der Ecke des Stellplatzes gestanden hätte! Er hatte sich aber weder telefonisch angemeldet noch bezahlt. Aber zumindest war er nicht erfroren! Smiley

written by Ingrid
photos taken with iPhone and by Norma with Doogee 7000 (Karneval)

P.S.: Wie immer könnt ihr die Fotos durch anklicken auf Originalgröße bringen und den Fototext lesen, wenn ihr den Mauszeiger auf das Foto führt.

Panometer Dresden

 

Außer den netten (und auch weniger netten) Begebenheiten gab es während meines Aufenthalts in Moritzburg-Boxdorf dann auch noch wirklich Ernsthaftes. Es jährte sich der verheerende Bombenangriff auf Dresden am 13. Februar 1945. Bereits seit 2006 gibt es eine beeindruckende Darstellung des barocken Dresdens in einem ehemaligen Gasometer. Der Künstler Yadegar Asisi erschafft die größten 360°-Panoramen der Welt, mit bis zu 32 Metern Höhe und bis zu 110 Metern Umfang. Zum 70. Jahrestag 2015 erstellte Asisi ein Abbild der Zerstörung der Dresdener Innenstadt rund um die Frauenkirche durch die Luftangriffe der Alliierten. Seitdem wechseln die beiden Ausstellungen im „Panometer“ (Wortschöpfung aus Gasometer und Panorama) halbjährig.

GasometerGasometerGasometerGasometerGasometerGasometerGasometer

Norma und ich nahmen an einer Führung teil, bei der uns anschaulich erklärt wurde, warum Dresden bis kurz vor Kriegsende von Angriffen weitestgehend verschont worden war und warum auch bei den nahenden Flugzeuggeschwadern die wenigsten Dresdener mit einer Bombardierung ihrer Stadt rechneten. Luftschutzbunker gab es nicht, es blieben nur die Keller der Häuser als Schutzzone. Vorausschauend hatte man die Keller der benachbarten Häuser zueinander geöffnet, damit im Falle, dass ein Haus einstürzt, die Bewohner über die Keller der Nachbarhäuser ins Freie flüchten konnten. Nicht bedacht hatte man allerdings, dass auch Brandbomben abgeworfen wurden und die über Hunderte von Metern offenen Keller einen Kamineffekt entwickelten. In der Nacht vom 13. auf den 14. Februar 1945 gab es gleich zwei Angriffswellen, zwei weitere an den beiden darauffolgenden Tagen. Zwischen 17000 und 25000 Menschen verloren dabei ihr Leben und die wenigen Überlebenden in diesem Bereich der Stadt ihre Bleibe, ihr Hab und Gut und ihre Angehörigen.

Gasometer

Im Innenraum des Gasometers steht ein Stahlgerüst mit einer Höhe von 15 Metern. Wenn man oben angekommen ist, hat man einen Rundumblick auf die total zerstörte Stadt, so als ob man am Morgen des 14. Februars vom Rathausturm herabschauen würde. Ich bin ja ein Nachkriegskind, aber im Ruhrgebiet geboren und natürlich haben meine Eltern von der Zerstörung der Städte erzählt und man hat ja auch schon oft alte Fotos und Filmaufnahmen gesehen. Aber das alles ist nichts gegen diese Panorama-Steinwüste!!! Die Gefühle, die hervorgerufen werden, kann man nicht beschreiben und ich werde es auch nicht versuchen.

Was mich zusätzlich total fasziniert hat, ist der Arbeitsaufwand dieses Projekts. 3000qm bedruckte Leinwand im Verhältnis 1:1, unglaublich detaillierte Darstellungen, dreidimensional, naturgetreu. Drei Jahre soll es gedauert haben und ich möchte nicht wissen, wie viele Stunden am Rechner dafür nötig waren. Aber waren nicht alle bedeutenden Künstler Besessene?

Es wird hier keine weiteren Fotos zu sehen geben, aus zwei Gründen. Zum einen möchte ich jeden meiner Leser selbst entscheiden lassen, ob er sich mit diesem Thema konfrontieren will und zum anderen war das Fotografieren nur zum privaten Gebrauch gestattet. Ist ein privates, aber öffentliches, Blog privater Gebrauch??? Ich habe mich dafür entschieden, ein Online-Fotoalbum mit ein paar wenigen Fotos zu erstellen. Wer es anschauen möchte, kann mir das per Kommentar (oder per eMail) mitteilen und ich schicke ihm dann den Link an die im Kommentar hinterlegte eMailadresse (die nur ich zu sehen bekomme!).

Die Frauenkirche, die auch getroffen wurde, stand heroisch noch bis zum Morgen des 15. Februars, bevor auch sie in sich zusammenstürzte, weil die ausgebrannten Pfeiler das schwere Kuppeldach nicht länger tragen konnten.

written by Ingrid
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Drei Haselnüsse für Aschenbrödel

 
 
Weil das Wetter viel zu schön war, um gleich nach dem Dometic-Besuch wieder zum Stellplatz zurückzufahren, überlegte ich, was ich unternehmen könnte. Das Schloss Moritzburg war ganz in der Nähe und ich beschloss zu versuchen, dort einen Parkplatz zu finden. Das ist mit Oscarlotta ja immer etwas schwieriger, aber jetzt im Winter sollte es doch klappen. Der große Parkplatz kurz vor dem Schloss sah so aus, als ob mein Vorhaben erfolgreich sein würde und bei der Einfahrt stand dann sogar ein Hinweisschild auf Wohnmobilplätze im hinteren Bereich! Der hintere Bereich war schlammig und leer. Am Ticketautomaten war ein Zettel, dass er defekt sei und man bitte den am Sanitärhaus benutzen möge. Ich stellte Oscarlotta quer über drei Plätze, um einigermaßen sauberen Fußes aussteigen zu können. Es gab eine Stromsäule mit genau 4 Anschlüssen, für 10 ausgewiesene Plätze etwas wenig. Der Ticketautomat am Sanitärhaus wollte €10/Nacht, für einen Dreckplatz ohne alles etwas viel! Wie schön, dass ich meinen eigenen, kostenfreien Stellplatz in Boxdorf hatte! Im Schloss lief die Winterausstellung zum Kultfilm „Drei Haselnüsse für Aschenbrödel“. Bereits im Januar 1973 wurden hier Teile des Märchenfilms als deutsch-tschechische Gemeinschaftsproduktion gedreht. Da es draußen zwar sonnig, aber kalt war, ging ich hinein.

Schloss MoritzburgSchloss MoritzburgSchloss MoritzburgSchloss MoritzburgSchloss MoritzburgSchloss MoritzburgSchloss MoritzburgSchloss MoritzburgSchloss MoritzburgSchloss MoritzburgDrei Haselnüsse für AschenbrödelDrei Haselnüsse für Aschenbrödel

Sehr liebevoll gestaltet erstreckte sich die Ausstellung über mehrere Stockwerke. Zu sehen waren Originalkostüme, viele Requisiten, Schautafeln mir erklärenden Texten und originalgroße Nachbildungen der Protagonisten. Auch einen 20-minütigen Film konnte man sich anschauen, in dem auf humorvolle Art erklärt wurde, mit welchen Schwierigkeiten das Filmteam damals zu kämpfen hatte. Da war zum einen das Sprachproblem – die Pferde z. B. hörten nur auf tschechische Kommandos – und zum anderen lag, entgegengesetzt zum Drehbuch, kein Schnee. Man behalf sich mit pulverisiertem Styropor und Fischmehl, da es aber sehr windig war, verschwand beides relativ schnell wieder, nur der Fischgeruch nicht! Laut lachen

Drei Haselnüsse für AschenbrödelDrei Haselnüsse für AschenbrödelDrei Haselnüsse für AschenbrödelDrei Haselnüsse für AschenbrödelDrei Haselnüsse für AschenbrödelDrei Haselnüsse für AschenbrödelDrei Haselnüsse für AschenbrödelDrei Haselnüsse für AschenbrödelDrei Haselnüsse für AschenbrödelDrei Haselnüsse für AschenbrödelDrei Haselnüsse für AschenbrödelDrei Haselnüsse für AschenbrödelDrei Haselnüsse für AschenbrödelDrei Haselnüsse für AschenbrödelDrei Haselnüsse für Aschenbrödel

Vor dem Raum, in dem es um die Filmproduktion ging, war ein verglastes Kassenhäuschen aufgestellt, in dem eine Kassiererin Zeitung las. Ich überlegte, ob sie wohl echt sein würde. Als ich näherkam, legte sie die Zeitung beiseite und lächelte mich an. Dann aber las sie ungerührt weiter. Ich hatte wohl eine Lichtschranke durchbrochen, wirklich sehr gut gemacht!

Drei Haselnüsse für Aschenbrödel

In der ehemaligen Schlossküche ist ein Café untergebracht und ein Souvenirshop und so gab es zum Abschluss noch lecker Kaffee und Kuchen.

Drei Haselnüsse für Aschenbrödel

Link zum Film

weitere umfassende Infos für Liebhaber des Films

Zufrieden und satt machte ich mich auf die Suche nach einer LPG-Tankstelle. Bei der Firma Meinert hatte man mir eine Wegbeschreibung gegeben, also fuhr ich dorthin zurück und dann der Beschreibung nach. An einer Straßenkreuzung sollte ich Richtung Dresden fahren und am nächsten Kreisverkehr die zweite Abfahrt nehmen. Dann käme eine Jet-Tankstelle. Die Straßenkreuzung kam, das Hinweisschild zeigte geradeaus, aber ein Kreisverkehr kam nicht! Ich landete auf einer großen Straße und war schon in einem der Außenbezirke Dresdens. An einer roten Ampel konnte ich meine LPG-App befragen und die sagte mir, dass wenige hundert Meter weiter eine Tankstelle kommen würde. Es war Freitag Nachmittag und die Tankstelle war gut frequentiert! Zum Glück sah ich sofort, wo die LPG-Säule stand, es war die letzte von drei Spuren und ich hätte vorwärts hineinfahren müssen, da mein Gaskasten auf der Beifahrerseite ist. Hinter der Gastanksäule war aber noch eine normale Säule und dort stand schon ein PKW. Um den Anschluss auf der anderen Säulenseite nutzen zu können, musste ich drehen. Dafür war es aber zu eng. Ich rangierte Oscarlotta rückwärts in die Parkbox mit den Staubsaugern, damit ich nicht alles blockierte und beschloss zu warten. Ein älterer Mann betankte sein Auto und ging dann mühsam und entsprechend langsam zum Bezahlen. Genauso langsam kam er nach geraumer Zeit wieder zurück und es dauerte dann noch einmal recht lange, bis er seiner Frau sein Portemonnaie gegeben, sich hingesetzt und angeschnallt hatte. Ich hatte derweil meinen Motor gestartet und war schon so weit auf ihn zu gefahren, dass er noch gut vor mir herausfahren konnte. Und in dem Moment fuhr ein weiterer PKW hinter ihn und, sobald er weg war, an die nun freie Zapfsäule! Grrrrrr!!! Jetzt war es mir egal, ob ich die gesamte Tankstelle blockiere und ich fuhr Oscarlotta direkt vor den Neuankömmling und stieg aus. Eine Frau mittleren Alters betankte ihr Auto. Ich bemühte mich um einen neutralen Tonfall und sagte: „Das war jetzt aber nicht sehr freundlich von Ihnen!“ „Was?“ „Ja, ich wäre vor Ihnen dran gewesen. Ich stehe da schon eine Weile und will LPG tanken und habe nur gewartet, dass der alte Mann wegfährt.“ „Das kann ich doch nicht wissen!“ „Aber Sie haben doch sicher gesehen, dass ich schon mein Licht anhatte und da stehe, so klein ist mein Fahrzeug ja nicht, dass man es übersehen könnte und ich stehe ziemlich im Weg.“ Bevor sie etwas erwidern konnte, kam ihr Mann aus dem Shop, lief wortlos direkt an mir vorbei und gab seiner Frau ein Zeichen nach dem Motto, lass die Alte doch reden, kümmer dich einfach nicht darum. In solchen Momenten wünschte ich, ich hätte sizilianisches Temperament!!! Innerlich tobend setzte ich mich wieder auf meinen Fahrersitz. Als sie fertig war, gingen beide (!) in den Shop, anstatt dass einer den PKW schon mal weggefahren hätte. Irgendwann konnte ich dann endlich an meine Säule vorfahren und da sie ja rückwärts rausfahren mussten, konnte sich niemand mehr vorpfuschen!

Ich frage mich allerdings schon, was mit den Menschen heutzutage los ist? Wäre es so schlimm gewesen, zu sagen: „Oh, entschuldigen Sie bitte, ich habe Sie irgendwie gar nicht gesehen, war keine Absicht.“ Oder etwas in der Art. Was ist daran so schwierig??? Aber vermutlich war es Absicht und wenn man dann konfrontiert wird, muss man lügen oder aggressiv werden oder sich dumm stellen oder eben schweigen. Trauriges Smiley

written by Ingrid
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Keine Probleme?

 

Nach 17 Tagen in meiner Mistgrube wollte ich mal weiter, hauptsächlich, weil ich endlich wieder unlimitierten Internetempfang haben wollte. Ich hatte zwar herausgefunden, dass die Telekom 4G bereitstellte, aber bei denen habe ich nur ein Volumen von 2GB. Und damit kommt man ja nirgendwo hin, ich zumindest nicht. Zweimal hatte ich schon teuer nachgebucht. Die netten Studenten hatten mir zwar das Passwort für ihren Gastzugang gegeben, aber das WLAN war genau wie das Netz von Vodafone so gut wie nicht verfügbar. Als ich meine kuschelige Bleibe verließ, hatte ich deutliche Spuren hinterlassen. Laut lachen

Stromkabelspur

Eigentlich wollte ich in Moritzdorf-Boxdorf wieder nur eine Nacht bleiben, meine Tanks leeren bzw. füllen und eine Gasflasche tauschen. Es war kalt und eine Gasflaschenfüllung reichte noch knapp 3½ Tage. Zum Glück gab es in Normas Nachbardorf einen Betrieb, der mittwochs und samstags Gasflaschen befüllte. Wir nahmen jeden Termin wahr.

Uschi informierte mich dann über die Wetterlage der nächsten Woche und so beschloss ich, lieber noch auf dem kostenfreien Stellplatz der Firma Meinert stehenzubleiben. Ich vergewisserte mich, dass sie genügend volle Gasflaschen auf Lager hatten und stellte meine „Wohnordnung“ wieder her. Norma freute sich, auch wenn es jetzt ein etwas weiterer Weg war zum Kaffeetrinken.

BoxdorfBoxdorfBoxdorfUrmitzBoxdorfBoxdorf

So kam ich auch noch in den Genuss einer Ausflugsfahrt zu einem besonderen Schloss, dem „Traumschloss Schönfeld“ in Schönfeld. Ich glaube, ich habe noch nie ein Schloss mit so vielen verschiedenen Anbauten und Baustilen gesehen. Aber vielleicht macht gerade das den besonderen Reiz aus? Es war alles ein wenig, nun ja, renovierungsbedürftig? Erstauntes Smiley

Schloss SchönfeldSchloss SchönfeldSchloss SchönfeldSchloss SchönfeldSchloss SchönfeldSchloss SchönfeldSchloss SchönfeldSchloss SchönfeldSchloss SchönfeldSchloss SchönfeldSchloss SchönfeldSchloss SchönfeldSchloss SchönfeldSchloss Schönfeld

Am zweiten Abend auf dem Stellplatz stellte ich, mehr durch Zufall, fest, dass mein Tiefkühlfach sich abgetaut hatte!!! Die Gasflasche war in der Nacht leer geworden und die Duomatik hatte auf die LPG-Tankflasche umgeschaltet. Die war allerdings nur noch zu ca. 30% gefüllt und es hatte Minusgrade. Konnte es sein, dass die 30% überwiegend aus Butan bestanden und dieses nicht mehr gasförmig wurde? Aber die Heizung lief doch ohne Probleme! Ich befreite ein weiteres Mal seit Dezember das Gefrierfach von dem Schmelzwasser und schaltete den Kühlschrank auf Strom um. Er kühlte!

Am nächsten Mittag schilderte ich mein Problem bei der Firma Meinert. Der Chef persönlich ging mit zu Oscarlotta, öffnete die Abdeckung des Brennerfachs, begutachtete alles und konnte kein Problem feststellen. Die Flamme brannte und sie hatte die richtige Farbe. Es gäbe in Moritzburg aber einen Dometic-Fachhändler und den könne er kontaktieren und fragen, ob er am nächsten Tag vorbeikommen könnte. Ich solle wieder auf Gas umschalten und am nächsten Tag Bescheid geben. Inzwischen war wieder eine Campinggasflasche mit Propan in Betrieb, trotzdem erwärmte sich der Kühlschrank langsam, aber kontinuierlich. Also schaltete ich auf Strom zurück. Am nächsten Tag erklärte ich, dass ich selbst nach Moritzburg fahren wolle, denn ich wollte unbedingt meine LPG-Flasche wieder auffüllen. Ich bekam eine Wegbeschreibung und eine Telefonnummer und die Angabe, wo ich parken könne. Dort angekommen, erreichte ich nur einen Anrufbeantworter, es war kurz nach 12 Uhr und offenbar Mittagsruhe. Nun ja, ich hatte Zeit und die Heizung lief, also kein Problem. Doch schon fuhr ein PKW heran und parkte quer direkt vor Oscarlotta, sodass ich nur noch rückwärts wieder hätte fahren können. Der Fahrer wollte aber offensichtlich zu mir! Er könne jetzt nicht zu Mittag essen, habe er seiner Frau gesagt, er warte auf eine Kundin mit einem Wohnmobil. Und woher hatte er gewusst, dass ich schon da sei, wollte ich wissen. Seine Frau habe aus dem Fenster geschaut und gesagt, da kommt sie schon. Smiley Ich bot ihm an, dass er gerne erst essen könne, ich hätte kein Problem damit, zu warten, aber das wollte er nicht. Er fing an, das Fach zu öffnen, irgendetwas abzuschrauben, den Brenner zu überprüfen. Nein, den Brenner „durchblasen“ wäre nicht nötig bzw. würde gar nicht gehen, da ich schon die neue Generation Brenner habe. Natürlich hatte ich ihm erzählt, dass ich kurz vor Weihnachten erst das Aggregat des Kühlschrankes hatte austauschen lassen und ihn gefragt, ob damit automatisch auch der Brenner ausgetauscht würde. Nicht unbedingt, war die Antwort, und es könne sein, dass ein alter Brenner sich mit einem neuen Aggregat nicht verstehen würde. Aber es hatte doch bis jetzt funktioniert und der Brenner stellte sich dann ja als ebenfalls neu heraus. Nachdem er alles akribisch überprüft und nichts gefunden hatte, sollte ich den Kühlschrank einschalten. Er zündete ohne Probleme, die Flamme brannte schön blau und ließ sich regulieren. Tja, dann solle ich das mal beobachten, mehr könne er leider nicht für mich tun. Auf meine Frage, was ich ihm schuldig sei, meinte er nur, dass er dafür jetzt nicht extra eine Rechnung schreiben würde und verabschiedete sich zu seinem verspäteten Mittagessen. Sehr nett!

Den restlichen Tag kontrollierte ich alle Dreiviertelstunde die Kühlschranktemperatur und als sie wieder auf über 10°C angestiegen war, schaltete ich erneut auf Strom um!!! So ein Mist! Ich googelte das Problem und stellte fest, dass es viele Kühlschränke gibt, die zwar auf Strom, nicht aber mit Gas kühlen. Mit Druckluft durchblasen, wurde als Lösungsmöglichkeit angeboten oder die Kühlpaste erneuern. Ich beschloss, direkt am Montag bei der Dometic-Hotline anzurufen, erfuhr dann aber von Uschi, dass es die nicht mehr gibt. Und jetzt??? Noch einmal zu Meinert, noch einmal den Dometic-Fachhändler anrufen? Oder gleich in Wertheim, wo man das Aggregat getauscht hatte? Okay, am Montag. Ich warf ein paar 50-Cent-Stücke mehr in den Stromautomaten und war froh, dass der Kühlschrank wenigstens mit Strom seine Arbeit verrichtete. Der Samstag verging ohne Zwischenfälle. Am Sonntag stellte ich beim Aufstehen fest, dass das Stromgeld aufgebraucht war, der Kühlschrank also gänzlich ohne Energiezufuhr war. Wie lange schon, wusste ich natürlich nicht. Da ich weder im Nachthemd in die Kälte raus wollte noch Lust hatte, mich provisorisch anzuziehen, beschloss ich, kurzfristig auf Gas umzustellen. Besser als gar nichts! Der Kühlschrank zündete, „fauchte“ hörbar und fing unverzüglich an zu kühlen!!! Als wäre nie etwas gewesen! Und seitdem kühlt er und kühlt und kühlt…

Ich denke inzwischen, dass wirklich der Butananteil Schuld hatte, dass sich irgendwo irgendeine Verunreinigung festgesetzt hatte und sich durch welche Umstände auch immer nach Tagen wieder gelöst hat oder durch das nachfolgende Propan „herausgespült“ wurde. Herr Meinert hielt das nicht für unwahrscheinlich, auf jeden Fall hatte er auch keine andere Erklärung. Gut, ich habe eine neue Erfahrung gemacht, davon kann man ja nie genug haben. Zwinkerndes Smiley

Dann kam mir allerdings noch ein ganz anderer Gedanke! Im Dezember in Wertheim, als sich mein Gefrierfach das erste Mal abgetaut hatte, war das vielleicht genau der gleiche Grund gewesen??? Auch damals war es sehr kalt und meine Gasflaschen werden grundsätzlich mitten in der Nacht leer, sodass auch da ein paar Stunden die LPG-Flasche zum Einsatz gekommen war. War mein Aggregat etwa gar nicht kaputt gewesen? Der Mitarbeiter hatte damals auch davon gesprochen, dass sich manchmal etwas festsetzen könne und wenn man dann über ein paar Erschütterungen fahren würde, könne es sich auch wieder lösen. Das war mir damals zu vage und zu unzuverlässig und natürlich hat man mir gerne für 1000 Euro ein neues Aggregat eingebaut. Ich könnte mich jetzt natürlich tierisch aufregen, dass man nur noch abgezockt wird, aber erstens war das Aggregat, ob nun kaputt oder nicht, schon über 10 Jahre alt und zweitens haben mich der Dometic-Fachhändler in Moritzburg und auch die Firma Meinert NICHT abgezockt, ganz im Gegenteil. Beide haben einfach nur zu helfen versucht, unentgeltlich. Herzlichen Dank dafür!!! Daumen hoch

written by Ingrid
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Niedermühle Rödern

 
 
Von Plauen aus waren es nur noch 156km bis zu Norma, bzw. bis nach Moritzburg-Boxdorf. Auf dem kostenfreien Stellplatz der Firma „Caravan Meinert“ hatten Uschi und ich im letzten Frühjahr bei unserem Dresden-Besuch schon gestanden und ihn für gut befunden. Er bietet alles, was man als Wohnmobilfahrer benötigt und schließt direkt an eine Grünfläche mit Picknickeinrichtung und einem kleinen Weiher an. Der letzte Sturm hatte das Dach ein wenig beschädigt, aber schon am nächsten Morgen kam ein älterer Mann, der den Stellplatz betreut und nagelte alle Bretter wieder fest. Und er richtete die Blumenkübel wieder auf und befüllte sie neu mit Erde und Pflanzen. Morgens um 10, direkt hinter meinem Bett! Verwirrtes Smiley

Boxdorf

Der Stellplatz liegt zwar am Rande eines Gewerbegebietes, aber außer, dass ab und zu ein LKW vorbeifährt, ist es absolut ruhig dort. Von der nächsten Querstraße aus fährt dreimal pro Stunde ein Bus Richtung Dresden mit Umsteigemöglichkeit in die Straßenbahn zur Neustadt. Gesamte Fahrzeit wohl ca. 30-35 Minuten.

Ich blieb eine Nacht dort stehen, um am nächsten Tag bei Meinert eine Gasflasche zu tauschen und meine Tanks voll und/oder leer zu machen. Eine Nacht deswegen, weil Norma mir einen privaten Stellplatz besorgt hatte dort, wo sie wohnt. Sie holte mich ab und geleitete Oscarlotta und mich in ihr Dorf.

Die „Niedermühle“ war im Laufe der Jahrzehnte Getreidemühle, Heimat und Handwerkerhaus für „konfirmierte Fürsorgezöglinge“ und Produktionsschule. Anfang 2001 begann die Sanierung der Niedermühle, die sich in einem sehr schlechten Zustand befand. Im Jahre 2003 war die Sanierung weitgehend abgeschlossen. 2002 nahm der Biohof, ein Projekt der Produktionsschule Moritzburg, seine Arbeit auf, vorrangig für psychisch kranke Menschen. Diese Phase dauerte bis 2015 und z. Z. sind die Wohnräume des Hauptgebäudes übergangsweise an Theologiestudenten vermietet, denn Besitzer des Anwesens ist die Diakonie.

Niedermühle RödernNiedermühle RödernNiedermühle RödernNiedermühle RödernNiedermühle RödernNiedermühle RödernNiedermühle Rödern Niedermühle RödernNiedermühle RödernNiedermühle Rödern

Ich durfte mit Oscarlotta in der ehemaligen Misthaufengrube stehen! Laut lachen Ein idealer Stellplatz, fester, tragfähiger, betonierter Untergrund, halbhohe Mäuerchen an drei Seiten. Beim Orkan Friederike stand ich supergeschützt und zufällig auch mit der Schnauze zum Wind. Zu Norma, die ihre Wohnung im Nebengebäude hat, waren es nur ein paar Schritte. Wir arbeiteten alle ihre Computer- und Smartphoneprobleme ab, tranken den einen oder anderen Kaffee, statteten ihrem winterlichen Schrebergarten einen Besuch ab und unternahmen den einen oder anderen Ausflug in die Umgebung. Und meine Wäsche durfte sogar draußen trocknen! Nur die Netzabdeckung von Vodafone war grottenschlecht! Erstauntes Smiley

WäscheSchneemannim Garten

Und wir gingen zum SemperOpernball!!! Dummerweise hatte ich mein Ballkleid nicht dabei Zwinkerndes Smiley und so durfte ich nicht rein. Also standen wir mit Hunderten anderer draußen auf dem Vorplatz der Semperoper und beobachteten das Geschehen auf einer großen Leinwand. Zum Glück war es nicht allzu kalt und als es anfing zu nieseln, konnten wir uns unter ein Partyzelt stellen. Zu essen und zu trinken gab es rundum ausreichend, außerdem Feuertonnen und Heizpilze. Der Höhepunkt drinnen wie draußen war der Beginn des Balles und tatsächlich tanzten die meisten Menschen auf dem Theatervorplatz in Winterstiefeln und warmen Jacken im Nieselregen Wiener Walzer.

SemperOpernballSemperOpernballSemperOpernballSemperOpernballSemperOpernballSemperOpernballSemperOpernball

written by Ingrid
photos taken with iPhone and by Norma with Doogee 7000 (SemperOpernball)

P.S.: Wie immer könnt ihr die Fotos durch anklicken auf Originalgröße bringen und den Fototext lesen, wenn ihr den Mauszeiger auf das Foto führt.