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von Oscarlotta on tour Veröffentlicht in Allgemein

Es ist geöffnet!!!

 
 
In der Woche nach Pfingsten fiel die Inzidenz, sicher auch deswegen, weil über das lange Wochenende nicht so viel getestet wurde. Aber auch gegen Ende der Woche blieb es so und dann sehr rasch waren wir unter 100. Wenn das stabil so bleiben würde, könnte der Stellplatz zum Fronleichnam-Wochenende wieder öffnen dürfen. Ich war gar nicht so scharf darauf, zumal nicht klar war, ob man sich dann alle zwei oder alle drei Tage testen lassen muss. Es steht zwar ein Testbus auf dem Marktplatz, aber täglich nur von 10 bis 13 Uhr. Das würde bedeuten, früher aufstehen und 20 Minuten laufen. Nicht das, was ich generell möchte und erst recht nicht, wenn es heiß wird.
Am Montag ging ich mal wieder zum Bezahlen und fragte nach. Das wisse sie nicht, sagte mir die Auszubildende, mit der ich alle drei Wochen per SMS einen Termin ausmache, darüber sei noch gar nicht gesprochen worden. Das Bad dürfe voraussichtlich am 12. Juni wieder geöffnet werden und die Verantwortlichen hätten jetzt so viel anderes zu überlegen. Ich bat sie, mir eine SMS zu schicken.
Am Dienstag sammelte ich alles zusammen, was gewaschen werden sollte und begab mich auf den Weg zum Waschsalon. Diesmal nahm ich den Bus. Erfahrungsgemäß werde ich im Waschsalon immer so fertig, dass ich so lange auf den nächsten Bus warten muss, dass ich in der Zeit auch nach Hause laufen kann. Auf beide Strecken laufen hatte ich aber bei der Wärme absolut keine Lust. Wie gut meine Entscheidung war, sollte sich noch herausstellen. Ich hatte richtig viel Wäsche, weil ich mein Bett von Winter auf Sommer umgestellt hatte und die Winterdecke(n) mit waschen wollte. Ich hatte also meine Karre und noch eine große Plastiktasche dabei. Der Waschsalon war fast leer, ich füllte zwei Maschinen und ging kurz in die Stadt, aber es war mir einfach zu heiß. Also holte ich mir einen Kaffee to go und setzte mich in den kühlen Waschkeller. Irgendwann war die erste Maschine fertig und ich konnte die gut geschleuderte und nur noch leicht feuchte Wäsche zusammenlegen und verstauen. Nachdem ich beim ersten Mal im November fünf 50-Cent-Stücke in den Trockner investiert hatte, der dann nicht anlief, habe ich die Wäsche immer vor/in Oscarlotta getrocknet. Die zweite Maschine war dann auch fertig, ich hatte nur leider nicht bemerkt, dass sie NICHT geschleudert hatte! Wahrscheinlich hätte ich das Programmrad manuell noch auf schleudern stellen können, aber nachdem ich die Tür schon geöffnet hatte, war es zu spät. Ich hatte zwei klitschnasse Decken, eine Hose und ein Winter-Nachthemd. Na, super! Enttäuschtes Smiley Zum Glück gab es Plastikwannen auf Rollbrettern und einen Ausguß im Boden. Wer schon einmal versucht hat, per Hand eine Steppdecke auszuwringen, kann sich vielleicht vorstellen, wie begeistert ich war. Wie gut, dass ich noch die große Plastiktasche dabei hatte! Die war dann allerdings so schwer, dass ich sie nicht hätte tragen können und wirklich wasserdicht war sie auch nicht. In einen Bus hätte ich so auf keinen Fall einsteigen können. Ich wuchtete die leicht triefende Tasche irgendwie auf meine Karrentasche und wackelte zum Stellplatz zurück. Alle 100 Meter musste ich die Seite wechseln, die Tasche rutschte zwar nicht ab, aber alles zusammen war heftig schwer zu ziehen. Und es war sooo warm! Auf den letzten Metern kam ich am Bad vorbei und traf zufällig eine der Angestellten, die zu ihrem Auto ging. Ich fragte nach der Testpflicht. Nein, keine Testpflicht und auch keine Maskenpflicht! Und sie würden am nächsten Tag die Sperrgitter, das Flatterband und die Schilder entfernen. Das war dann zwar erst der 5. Tag unter der Inzidenz von 100, aber an Fronleichnam würde ja niemand arbeiten und das Ordnungsamt hatte die Öffnung offenbar erlaubt. Ich war froh und erleichtert und schaffte so dann noch den Rest meines Weges. Dann war Wäsche trocknen angesagt und irgendwann konnte ich mich ziemlich geschafft auch noch zum Kaffeetrinken hinsetzen. Smiley

WäscheWäscheWäscheEisbärliKaffeestunde

Ich genoss den letzten Abend allein auf „meinem“ leeren Stellplatz und meine Wäsche wurde auch überwiegend trocken.

letzter Abend allein

Am nächsten Mittag war der Platz offen, aber immer noch leer. Das erste Wohnmobil tauchte um halb zwei auf und dann noch eins und abends waren es fünf außer Oscarlotta, schön verteilt auf dem gesamten Platz. Es war der 2. Juni und somit war der Platz auf den Tag genau nach 7 Monaten wieder geöffnet! Wer hätte das im November 2020 gedacht, als das Beherbergungsverbot verkündet wurde und der Lockdown light eigentlich nur für den November gedacht war. Trauriges Smiley
Über das Wochenende war der Platz zu ca. zwei Dritteln gefüllt, unter der Woche wieder erfreulich leer mit drei, vier, fünf Mobilen bei 22 Plätzen insgesamt. So lasse ich mir das gefallen! Meine Stimmungslage veränderte sich. Ich fühlte mich nicht mehr einsam, aber auch nicht, wie befürchtet, gestresst von so viel Andrang nach so langer Zeit des Alleinseins. Und irgendwie fühle ich mich sicherer, wenn Oscarlotta nicht mehr das einzige Wohnmobil auf dem Platz ist. Unmittelbare Nachbarn hatte ich nur am Wochenende und dann auch noch „richtig“ herum. Vor meiner Tür ist ja ein Grünstreifen und ab 15 Uhr wirft der große Ahorn am Nachbarplatz Schatten. Das bedeutet aber auch keinen Satellitenempfang! Und deswegen bleibt der Platz meistens frei. Es gefällt mir hier immer noch und jetzt auf eine ganz neue Art von Tag zu Tag mehr. Ich habe mehr Zeit, weil ich nicht mehr dauernd eine Gasflasche tauschen gehen muss und ich genieße es, draußen im Schatten zu sitzen und die friedliche Abendstimmung bei weit geöffneten Luken, Fenstern, Tür mit Vogelgezwitscher und wunderbaren Sonnenuntergängen. Verliebt

Müßiggangnicht vollAbendstimmungAbendstimmung

Ich finde es absolut nicht schlimm, noch zwei Wochen hier bleiben zu müssen, bis ich zum zweiten Mal geimpft werde. Auch dann werde ich nicht sofort fahren, denn mein Werkstatttermin steht auch noch aus und nächsten Sonntag wird Uschi hierher kommen. Und der muss ich dann ja erst einmal alles hier zeigen! Seit wenigen Tagen ist auch die Außengastronomie wieder geöffnet, was einen Stadtbummel oder eine Ausflugsfahrt in die Umgebung erstrebenswerter macht. Wir werden in aller Ruhe überlegen, wie es reisetechnisch für uns weitergehen soll. Juli/August sind natürlich nicht die besten Reisemonate, vor allem nicht jetzt, wo sich Hinz und Kunz Wohnmobile gekauft oder gemietet haben und in Deutschland bleiben, von daher sind wir noch unentschlossen. Für September/Oktober haben wir auf dem Campingplatz in Thiessow auf Rügen reserviert und hoffen sehr, dass uns das Corona-Virus nicht noch einmal einen Strich durch die Rechnung macht!!!

Passt auf euch auf und bleibt gesund!

written by Ingrid
photos taken with iPhone

P.S.: Wie immer könnt ihr die Fotos durch anklicken auf Originalgröße bringen (bessere Qualität) und den Fototext lesen, wenn ihr den Mauszeiger auf das Foto führt.

Und schon wieder Pfingsten!

 
 
Wird es langsam besser??? Ich warte seit Wochen darauf, dass es mal ein offenes Statement zur Aufhebung des bundesweiten Beherbergungsverbots gibt, stattdessen machen jetzt die einzelnen Bundesländer wieder auf unterschiedlichste Art auf. Mal mit Modellregionen, mal nur für „Landeskinder“ (wurde in Niedersachsen vom Oberverwaltungsgericht inzwischen gekippt), mal nur für voll Geimpfte oder Genesene. Wenn die Eltern geimpft sind, die Kinder aber nicht, weil sie ja noch nicht geimpft werden, dürfen die Eltern in die Ferienwohnung, ihre Kinder aber nicht!!! Das hat man immerhin inzwischen geändert. Herr Söder hat für Bayern schon vor Wochen verkündet (er musste mal wieder der Erste sein), dass ab dem 21. Mai mit Beginn der Pfingstferien alles wieder öffnen darf, also auch die Camping- und Stellplätze, eine stabile Inzidenz unter 100 im entsprechenden Landkreis vorausgesetzt. Spätestens Mitte Juni dürften wohl alle, die können, nachgezogen haben. Dann wird es spannend! Viele Menschen scheinen ernsthaft zu glauben, dass es das dann war mit der Pandemie. Wäre ja schön, ist aber unrealistisch. Erst gut 12% der Bevölkerung Deutschlands sind vollständig geimpft. Wenn alle, die können und wollen, durch sind, ist Spätherbst und dann brauchen die ersten schon eine Auffrischungsimpfung. Alles wird vom Impffortschritt und -erfolg abhängen, denn es wird schätzungsweise genauso werden wie im letzten Herbst. Wiedergewonnene Freiheiten freiwillig wieder einschränken oder unfreiwillig eingeschränkt bekommen, werden mindestens genauso viele Menschen nicht akzeptieren und mittragen wie bisher.

Beim Gasflasche tauschen am Montag saßen wie gewohnt vier Mitarbeiter im offenen Bürobereich hinter dem Tresen, wie gewohnt alle ohne Maske. Es dauerte lange, bis sich der Mann am ersten Schreibtisch (den ich bisher noch nie gesehen hatte) aufraffen konnte, aufzustehen, sich eine FFP2-Maske aufzusetzen und mich zu bedienen. Ich trug mein Begehren höflich vor und gab ihm die Rechnung vom letztes Mal. Daraus ist zu ersehen, dass ich als Kassenkunde (ohne Kundenkonto, es dürfen derzeit ja wieder nur Handwerker einkaufen) kaufe und da es sich um Verbrauchs- bzw. Heizmaterial handelt, ist das zulässig. Missmutig ging er zum Kassencomputer und fragte nach kurzer Zeit nach meiner Telefonnummer. Ich erlaubte mir, zu sagen, dass die im letzten halben Jahr noch niemand abgefragt hätte. Ja, jetzt sei es aber so! Dann wollte er Namen, Vornamen und schließlich die Adresse wissen. Ich machte noch einmal mein Erstaunen darüber deutlich und ziemlich unfreundlich kam die Antwort, dass er das zur Kontaktverfolgung brauche, wir hätten nämlich Corona und eigentlich dürfte ich gar nicht da sein! An dieser Stelle wäre ich gerne ausfällig geworden und hätte ihm erzählt, wie genau ich weiß, dass „wir Corona haben“ und was das vor allem in den letzten sechs Monaten für mich bedeutet hat. Und warum, wenn wir doch Corona haben, er seit einem halben Jahr der erste ist, der diese Kontaktverfolgungsdaten von mir wissen will. In den Wintermonaten war ich jede Woche zweimal da! Und warum es offenbar keine Homeofficepflicht in seinem Betrieb gibt und vor allem keine Maskenpflicht??? An seinem Tonfall war allerdings deutlich seine Stimmungslage abzulesen und in solch einem Fall wird eine Konfrontation nur ungut. Es fällt mir nicht leicht, mich dann zurückzunehmen, aber je länger diese ganze Sch… dauert, desto „wurschtiger“ empfinde und reagiere ich, nach dem Motto: „Ihr könnt mich doch alle mal kreuzweise!“ Erzürntes Smiley

Vor dem Stellplatz wird die angrenzende Siedlungsstraße aufgerissen. Der Schuttcontainer steht in der Einfahrt vom Stellplatz und entsprechend groß ist das Getöse, wenn der Baggerfahrer seine Schaufel voller Asphalt dort hinein entleert.

BaustelleBaustelleBaustelle

Heute wurde der Rasen hier auf dem Stellplatz (endlich mal) gemäht (laut) und mit einem Pfitzer wurden die Feinarbeiten erledigt (laut). Immerhin hatte jemand mein Stromkabel vom Gras auf den Schotter gelegt. Da wäre es dann liegengeblieben, wenn ich es nicht wieder zurückgelegt hätte. Ja, ist nur eine Kleinigkeit, zeigt aber das Grundproblem von zunehmender Gleichgültigkeit. Ich glaube, dass sehr viele Menschen mit der Komplexität unserer Zeit inzwischen überfordert sind und diese ungewohnte, nie dagewesene Pandemie, zumindest nicht in unseren Breiten, bringt viele an ihre Grenzen und lässt alle mühsam errichteten und sorgsam gepflegten Schutz-/Verteidigungswälle bröckeln und schlimmstenfalls einstürzen. Die Nerven liegen bei vielen blank, bei mir auch.

FeiertagsruheHier ist noch nichts auf, die Inzidenz liegt noch weit über 100. Mir ist das recht, es ist auch so schon laut genug. An Nachbarn werde ich mich erst wieder gewöhnen müssen und ich ahne schon, dass es mir nicht leicht fallen wird. Bis mindestens Ende Juni werde ich noch hierbleiben, da ich dann zum zweiten Mal geimpft werde. Eine eMail an den zuständigen Landrat mit Schilderung meiner besonderen Situation war erfolgreich. Er telefonierte mit „meinem“ Leiter des Ordnungsamts, der erteilte mir die Genehmigung, die Stellplatzadresse vorübergehend als Meldeadresse angeben zu dürfen und innerhalb von 36 Stunden hatte ich einen Anruf eines freundlichen jungen Mannes, der mir zwei Impftermine zuteilte. Ich durfte sogar darum bitten, sie auf den späten Nachmittag zu legen. Laut lachen

Ich räumte Oscarlotta fahrfertig und fuhr die 12 Kilometer zum zuständigen Impfzentrum. Höchste Zeit, sie mal wieder zu bewegen, die Bremsscheiben rosteten schon fröhlich vor sich hin! Der Parkplatz am Impfzentrum war ausreichend groß, ich brauchte nichts mehr zu erklären und keine meiner Sondergenehmigungen vorzuzeigen, man war informiert. Mit einem sehr guten Gefühl verließ ich eine gute halbe Stunde später das super organisierte Zentrum und fuhr, da ich schon unterwegs war, noch zum LPG tanken und zu dem tollsten Edeka-Markt, den ich jemals gesehen habe. Dort muss man aufpassen, nicht in einen Kaufrausch zu verfallen!

Glücklich kam ich wieder am Stellplatz an und stellte dann fest, dass die Fahrzeugbeleuchtung sich nicht mehr automatisch ausschaltet, wenn ich den Zündschlüssel abziehe. Bei der Tankstelle und beim Edeka-Parkplatz funktionierte es noch! Irgendwas ist immer! Ich muss demnächst aber sowieso in eine Iveco-Werkstatt, weil es eine Rückrufaktion gibt. Nach 14 Jahren!!! Das Layout der elektrischen Anlage muss geändert bzw. ein Trennschalter, wofür auch immer, ausgetauscht werden. Weil sonst bei ungünstigen Bedingungen Feuchtigkeit in den Kabelbaum eindringen könnte, was zu einem Kurzschluss in der ABS-Steuerung und folglich zu einer Fehlfunktion oder Beschädigung und im Extremfall zu einen Brand führen könnte und zwar sowohl bei ein- als auch bei ausgeschaltetem Motor. Jetzt war das zwar die letzten 14 Jahre offenbar kein Problem, aber ein blödes Gefühl bleibt trotzdem. Also versuchte ich, dort einen Termin zu bekommen, wo ich schon Anfang Dezember die alljährliche Wartung hatte durchführen lassen. Zwar eine Iveco-LKW-Vertragswerkstatt, gewartet und repariert werden dort vorrangig aber nur Traktoren. Ich durfte in Oscarlotta bleiben und hatte interessante Ausblicke. Ich glaube, Oscarlotta war ein wenig neidisch auf die Reifen der „Kollegen“.

DeutzDeutz

Der Werkstattleiter teilte mir mit, dass er von der Rückrufaktion wisse und für einen Kunden auch vor Wochen schon das Ersatzteil bestellt, es aber bis heute nicht erhalten habe. Wie lange ich denn noch hier sei? Wenn es bis dahin nicht mehr klappen würde, könne er mir das Teil an eine beliebige Adresse schicken, damit ich es bei einer beliebigen anderen Iveco-Werkstatt austauschen lassen könne. Das würde vier bis sechs Stunden dauern!!! Also muss ich wohl warten…
Bei dem Werkstattbesuch im Dezember wurde auch mal wieder nach der Ursache gesucht, warum meine Fahrerhausklimaanlage immer nur für kurze Zeit funktioniert, ich hatte ja schon mehrfach darüber geschrieben, eine unendliche Geschichte. Es konnte eigentlich nur noch ein defektes Kabel verantwortlich sein und wirklich fanden die Mechaniker dies: Erstauntes Smiley

Kabel

Das sah ja nun wirklich nicht gut aus! Man konnte mir leider nicht sagen, was der Auslöser gewesen sein könnte und so bleibt die Unsicherheit, dass so etwas jederzeit wieder passieren kann. Das Kabel wurde ausgetauscht und bei meiner Fahrt zum Impfzentrum probierte ich die Funktion der Klimaanlage, obwohl die Außentemperaturen dagegen sprachen. Sie funktioniert, aber das hat sie auch schon einmal bis zu 100km nach einer Reparatur getan. Also abwarten und darauf hoffen, dass sie auch dann noch arbeiten wird, wenn ich sie wirklich brauche. Enttäuschtes Smiley

Uschi wartet die Pfingsttage noch auf dem noch nicht geöffneten Campingplatz in Lauterburg ab, bevor sie sich auf den Weg macht. Auch sie will jetzt endlich mal wieder eine andere Aussicht, andere Wege und neue Erlebnisse, obwohl die Natur auf der Schwäbischen Ostalb gerade alles gibt.

LauterburgLauterburgLauterburg
 
FahrradträgerFahrradträgerFahrradträger

Ihr Fahrradträger ist bereits bestückt, Flitzis Hauptuntersuchung wurde einen Monat vorverlegt, mein Hänger ist sauber und winterfest gemacht, kaum nachdem er „entwintert“ wurde. Wenn alles gut geht, werden wir so bald nicht zurückkehren. Aber wer weiß das schon? Fünf Tage Inzidenz über 100 – zack, alles wieder zu! Dieses Damoklesschwert wird uns wohl noch eine Weile begleiten. Herr Lauterbach äußert sich erstaunlicherweise zuversichtlich, was den Sommer betrifft, weist aber gleichzeitig darauf hin, dass am Ende des Jahres ca. 5 Milliarden der Menschen auf der ganzen Welt noch nicht geimpft sein werden. Wir haben eben nicht nur Corona, sondern eine Pandemie. Augen rollendes Smiley

Wir wünschen euch schöne, hoffentlich überwiegend sonnige und nicht zu kalte Pfingsttage! Passt trotz aller Öffnungen und Lockerungen bitte weiter gut auf euch auf, auch wenn ihr bereits oder demnächst vollständig geimpft seid. Die Impfungen sind ein guter Schutz, aber auch sie bieten keine hundertprozentige Sicherheit! Und verlasst euch auch nicht allzusehr auf die Schnelltests, die haben nur eine Verlässlichkeit von etwa 60 Prozent. Das heißt, im Restaurant kann jemand am Nachbartisch sitzen, der ein negatives Testergebnis hat, aber trotzdem infiziert und hochansteckend sein kann. Selbst wenn euch die Impfung bei einer nicht hundertprozentig ausschließbaren Ansteckung vor einem schweren Verlauf schützen sollte und hoffentlich wird, gebt ihr das Virus trotzdem unbemerkt und ungewollt weiter. Vergesst das bitte nicht, auch und besonders zum Schutz all derer, die noch keine Chance hatten, sich impfen lassen zu können.

Passt auf euch auf und bleibt gesund!

written by Ingrid
photos taken with iPhone and taken by Uschi with Samsung Galaxy S20

P.S.: Wie immer könnt ihr die Fotos durch anklicken auf Originalgröße bringen (bessere Qualität) und den Fototext lesen, wenn ihr den Mauszeiger auf das Foto führt.

Corona-Notlage(r)

 
 
Ich bin #mütend. 😞😤

An manchen Tagen überwiegt die Müdigkeit, die Hoffnungslosigkeit und alles ist nur mühsam und mein Energielevel ist kurz vor Reserve. Es soweit wieder aufzuladen, dass ich wenigstens die notwendigen Alltagsgeschäfte erledigen kann, ist nicht jeden Tag einfach. Manchmal gelingt es auch gar nicht. Das sind dann die Tage, an denen ich erst nach 15 Uhr aus dem Bett finde und mich trotzdem bleischwer fühle und nur im Zeitlupentempo funktioniere. Und froh bin, wenn ich NICHTS muss und dass NIEMAND etwas von mir will.

Am 29. April war ich genau 6 Monate hier, pandemiemäßig gestrandet auf einem kleinen Stellplatz in einem netten Städtchen in Bayern, freundlicherweise geduldet, sowohl vom Stellplatzchef als auch vom Leiter des Ordnungsamtes. Ich mache mir keine Illusionen darüber, dass das einzig und allein deswegen so ist, weil ich hier bezahle. Mitgefühl hat, Gedanken über meine Situation macht sich niemand. Dass ich die Aufenthaltsgenehmigung als „Härtefall“ vom Ordnungsamt bekam, habe ich nach der anfänglichen Ablehnung durch persönliches Erscheinen erkämpft, eine Mietpreisermäßigung wegen wochenlangem Baulärm auf dem Stellplatz wurde vom stellvertretenden Badleiter abgelehnt mit der Aussage, ich könne mich ja weiter nach hinten stellen. Weiter hinten ist die vielbefahrene Straße! Das sind die Gründe dafür, dass an manchen Tagen die Wut die Müdigkeit überlagert. Insbesondere dann, wenn neben meinem Wohnzimmerfenster wieder ein orangefarbener Transporter der Baufirma steht und mir die Sicht nimmt.

Transporter

An einem Donnerstag war es wieder so weit und abends klemmte ich einen Zettel unter den Scheibenwischer mit der freundlichen Bitte, das Fahrzeug nicht das ganze Wochenende so stehen zu lassen, ich hätte gerne eine Aussicht, auf die Zufahrt und überhaupt. Am nächsten Morgen wurde ich kurz nach sieben durch Türen schlagen und Motorengeräusch geweckt. Der Fahrer gab einmal richtig Vollgas, direkt neben meinem Bett und parkte sein Fahrzeug dann einen Platz weiter wieder ein, erneutes Türenschlagen inklusive.

Ich bin #…ütend. 😤

Ich frage mich oft, in was für einer Welt ich lebe. Anteilnahme, Solidarität, Mitgefühl, Freundlichkeit, Fürsorge – das alles scheint nicht mehr Normalität, sondern zur Rarität geworden zu sein. Alte Menschen habe ich im Laufe meines Lebens schon oft sagen höre, dass „früher“ alles besser war und ich habe es belächelt. Jetzt bin ich selbst alt und sage es auch.

Seit dem 2. November 2020 ist über Deutschland ein Beherbergungsverbot verhängt. Deswegen stehe ich seitdem hier. Beherbergungsverbot bedeutet, dass alle Beherbergungsbetriebe und -orte geschlossen sein müssen und nicht für Übernachtungen genutzt werden dürfen. Das gilt nicht nur für Hotels, Pensionen, private Zimmervermietungen, Camping- und Stellplätze, sondern auch für nicht bewirtschaftete, kostenfreie Stellplätze sowie Wald-, Wander- und sonstige Plätze und sogar für Privatgrund. Jegliche Beherbergung ist einfach verboten! Siehe „hier“. Im privaten Raum wird das durch die Kontaktbeschränkungen zu regeln versucht und durch die ernstgemeinte Aufforderung seitens der Regierung, touristische Reisen und nicht zwingend notwendige Familienbesuche zu unterlassen und jetzt auch durch die nächtlichen Ausgangssperren. Das freie Stehen mit Wohnmobil ist in den meisten Ländern sowieso nicht erlaubt, in Deutschland wird es geduldet zur Wiedererlangung der Fahrtüchtigkeit für maximal 10 Stunden ab Ankunft, Campingverhalten (Stühle und Tisch draußen, ausgefahrene Markise) ist untersagt. In Spanien gilt schon ein offenes (Dach-)Fenster und die ausgefahrene Trittstufe als Beweis für Camping. Wenn man, wie derzeit, aber nicht reisen SOLL, entfällt diese Duldung auch. Trotzdem herrscht in Deutschland schon wieder eine rege Reisetätigkeit, ich höre es von verschiedenen Seiten und ich sehe die Wohnmobile, die während der Woche und besonders am Wochenende die VE-Station hier anfahren. Das Motto in unserer Gesellschaft wird anscheinend immer mehr zu: „Ich mache, was möglich ist. Ob es erlaubt ist oder nicht, interessiert mich nicht. Machen alle anderen ja auch so und warum soll ich denn der Dumme sein? Wird schon gut gehen! Und wenn nicht, mein Gott, dann bezahl ich eben die paar Kröten, dafür hatte ich dann aber wenigstens meinen Spaß. Wenn die anderen sich nicht trauen, sind sie selbst Schuld.“ Unrechtsbewusstsein? Ist nicht mehr „in“. Solidarität? Was ist das? Habe ich da was von? Nur Nachteile? Nee, dann ohne mich!

An dieser Textstelle klopfte es an mein Fenster und ein freundlich lächelndes Paar um die Sechzig fragte, ob der Platz geschlossen sei und warum ich denn „so einfach“ hier herumstehen würde. Ich war ja gerade gut im Thema, aber auf alles, was ich fragte und anmerkte und kritisierte, bekam ich lediglich ein mildes Lächeln und ein „ach, das geht schon“ und „die Menschheit war wohl schon immer egoistisch, sonst wäre sie nicht so weit gekommen“. Man habe die Tochter in Ulm besucht. Ich habe nicht gefragt, ob sie alleinlebend oder alleinerziehend ist. Man wünschte mir freundlich lächelnd alles Gute und ging absolut gelassen zurück zum Van. Im Grunde hatte ich ja noch Glück mit dieser Begegnung, die Regel ist es nämlich heutzutage, dass Menschen, die auf ein Fehlverhalten hingewiesen werden, nicht nachdenken, sondern sofort aggressiv reagieren. Habe ich hier auch schon erlebt.

Ich bin #mütend. 😞😤

Was ist denn bloß los mit den Menschen??? Ist man nicht mehr in der Lage, die Gründe, die für das Erlassen von Gesetzen und Verboten maßgeblich sind, zu erkennen und dann SELBSTVERSTÄNDLICH die Verbote einzuhalten? Alle gemeinsam? Der aktuelle, leider schon über ein Jahr dauernde Grund ist dieses Virus. Warum schaffen es so viele Menschen NICHT, trotz der inzwischen millionenfachen Todesfälle weltweit, die Bedrohung ernst zu nehmen? Weil man sich nicht mehr einschränken kann? Weil in unserer Konsumwelt alles sofort möglich ist? Weil wir Frustration und Verzicht nicht mehr gewöhnt sind? Weil Anteilnahme, Solidarität, Mitgefühl… siehe oben… WIRKLICH nicht mehr gelebt werden? Im Fernsehen wird gezeigt, dass alle Parks, Promenaden etc. voller Menschen sind, so wie vor Corona. Die Bauarbeiter hier trinken ihr Feierabendbier eineinhalb Stunden lang zu neunt um eine Holzkiste dicht nebeneinander stehend, natürlich ohne Masken, man ist ja draußen. Sie sind aus zwei Firmen und arbeiten in einer dritten, sind aber doch alles Kollegen. In der Firma, bei der ich meine Gasflasche tausche, scheint weder Homeoffice noch Maskenpflicht durchgesetzt zu werden. Ich habe mit fassungslosem Erstaunen zur Kenntnis genommen, wer in meinem Familien-, Freundes- und Bekanntenkreis sich mehr oder weniger häufig und mehr oder weniger bewusst NICHT an die Regeln hält. Es befremdet mich, im Wortsinne.

Ich bin #mü… 😞

Der sehr verstörende, tödliche, Existenzen vernichtende und Angst machende Ausbruch einer Virus-Pandemie scheint im allgemeinen Verständnis der Menschen die persönliche Schuld von irgendjemandem zu sein oder die Strafe der Götter, manche Querdenker haben sich eine oder mehrere konkrete Personen ausgesucht, niemand aber scheint sich Gedanken darüber zu machen, welchen Anteil er selbst mit seiner Lebensweise daran hat. Was begünstigt denn eigentlich Zoonosen?

Um Kommentaren vorzubeugen möchte ich ganz deutlich sagen, dass mir durchaus klar ist, dass bei allen Außenaktivitäten die Ansteckungsgefahr reduziert bis nicht vorhanden ist (siehe meinen Ostereintrag) und dass das Wohnmobil fahren als solches keine Gefahr darstellt. Ich weiß auch, dass nicht nur ich #mütend bin, weil die Beschlüsse unserer Bundesregierung nicht alle gut durchdacht und nach mehr als einem Jahr wenig vielfältig sind. Ich würde auch gerne langsam mal wieder woanders hinfahren! Meine persönlichen Kontakte beschränken sich seit 6 Monaten auf die paar Worte mit Verkäufer*innen, Kassierer*innen und dem Gärtner über den Zaun alle zwei Wochen. Alles andere findet am Telefon statt, per eMail und SMS. Seit 6 Monaten!!! Nein, das ist nicht schön! Und – ganz ehrlich – inzwischen mache ich das nicht mehr, um andere zu schützen, sondern nur noch, um mich selbst zu schützen. Wenn das alle so machen würden, zumindest alle, denen das möglich ist, wäre das eine Form von Egoismus, die etwas Positives bewirkt. Der Egoismus, der in der Welt vorherrscht, tut das leider nicht.

Ich bin #mütend 😞😤

BaustelleBaustelleBaustelleBaustelleBaustelleBaustelle

Aktuelles Beispiel:
Neben mir steht ein Weinsberg Pepper, alle Fenster blickdicht verschlossen. Irgendwann kommt eine Frau um die Sechzig auf ihrem Fahrrad angefahren und wenig später klopft sie bei mir. Ob man hier Strom anschließen könne? Ich mache sie darauf aufmerksam, dass der Platz geschlossen ist. Ja, das weiß sie, aber in Nürnberg und in ? war das auch kein Problem. Beherbergungsverbot? Das weiß sie auch, aber in Nürnberg… Sie besucht hier eine Freundin und sie weiß auch noch gar nicht, ob sie heute Nacht in ihrem Wohnmobil schläft oder bei ihrer Freundin. ICH FASSE ES NICHT!!! Im Schaukasten hängt ein Hinweis, dass der Platz pandemiebedingt geschlossen ist, um den Schaukasten ist das Absperrband gezogen. Was braucht es denn noch? Man entfernt einfach das Band und fährt auf den Platz, man ignoriert, dass touristische Reisen unterbleiben sollen, man lässt sich von einer Freundin abholen und bleibt u. U. die Nacht dort. Wie dumm oder ignorant kann man denn sein, dass man nach über einem Jahr immer noch nicht verstanden hat, wie Ansteckung funktioniert???
Vor ein paar Wochen demonstrierte ein Familienvater seinen ca. 14- und 8-jährigen Söhnen, wie man mit Verboten und gesperrten Plätzen umgeht, nämlich genauso. Das alles macht mich soooo

#…ütend. 😤 😤 😤

aktuell

Der Stellplatz- bzw. Badleiter behauptet, dass sie täglich kontrollieren und die Wohnmobile dann auch wegschicken, außer natürlich am Wochenende (natürlich?). Die Polizei interessiert das alles gar nicht. Eines Abends kam ein Streifenwagen fünf Minuten, nachdem ein Kastenwagen auf den Platz gefahren war. Er hielt vor dem Absperrband, machte das Licht aus und dann passierte zehn Minuten gar nichts. Das Licht ging wieder an und der Streifenwagen fuhr davon.
Ich sehe absolut schwarz für die Zukunft, übrigens in jeglicher Hinsicht. Wenn jetzt schon so deutlich wird, dass man sich nicht mehr an Regeln und Gesetze hält, weil es keine oder viel zu lasche Konsequenzen nach sich zieht, wie soll das denn erst werden, wenn die Restriktionen kommen, die in den nächsten Jahrzehnten nötig sein werden, um die Klimaziele zu erreichen? Wenn der überwiegende Teil der Menschheit (ich meine die Menschen, denen es möglich ist) jetzt schon nicht versteht, warum es gut wäre, sich an Regeln zu halten, wie soll das dann funktionieren?

Ich bin #mü… 😞

written by Ingrid
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P.S.: Wie immer könnt ihr die Fotos durch anklicken auf Originalgröße bringen (bessere Qualität) und den Fototext lesen, wenn ihr den Mauszeiger auf das Foto führt.

 

SOG

 
 
SOGDa ich gerade so schön erfolgreich dabei war mit Reparaturen an Oscarlotta, schockierte mich nicht allzu sehr, dass das Entlüftungssystem meiner Toilettenanlage seine Arbeit einstellte. Das passierte nicht von einem Tag auf den anderen, sondern hatte sich durch ein um Sekunden verzögertes Einschalten des Ventilators nach öffnen des Toilettenschiebers über Tage angekündigt. Da dies in der Zeit der extremen Kälte geschah, führte ich es zunächst darauf zurück, natürlich ohne es entsprechend begründen zu können. Die Kälte verschwand, das Problem nicht und eines Tages blieb das Ventilatorgeräusch ganz aus! Ich ging auf die Suche und entdeckte relativ schnell ein loses Stromkabel. Ich fummelte es in die Lüsterklemme zurück und es passierte – nichts! Die Drahtenden waren mir schon etwas kurz erschienen, also schraubte ich die Lüsterklemme wieder auf und versuchte, die Isolierung etwas zu kürzen. Das gestaltete sich schwierig, weil die Kabel sehr dünn sind und ich kein passendes Werkzeug hatte. Mit einer Nagelschere versuchte ich, die Isolierung rundherum einzuritzen und hatte dann erfolgreich die innenliegenden Drähte gleich mit durchtrennt. Erstauntes Smiley Nein, so wollte ich das nicht haben! Zum Glück hatte ich genug Kabellänge zum Nachziehen und irgendwann hatte ich in mühseliger Kleinarbeit die Drahtenden weit genug freigelegt. Ich fummelte – siehe oben – und es passierte: nichts!

SicherungBlöd! Eine im Toilettenstaufach direkt sichtbare Sicherung, von der ich nicht wusste, wofür sie da ist, hatte ich schon ausgetauscht. Von einem früheren Totalausfall, der schon viele Jahre zurückliegt, wusste ich, dass es noch eine Sicherung im allgemeinen Sicherungskasten gibt. Die hatten wir damals nämlich gesucht und nicht gefunden und erst ein Telefonat mit der Herstellerfirma von Oscarlotta ergab, dass diese Sicherung zur Beleuchtungsgruppe 3 gehört bzw. als solche beschriftet ist! Da kommt man ja nicht drauf! Verwirrtes Smiley Diese Sicherung war allerdings sichtbar in Ordnung. Jetzt blieben zwei weitere mögliche Ursachen, der Ventilator samt Motor und ein Mikroschalter. Ich machte Fotos, mit der Selfie-Kamera meines iPhones, denn die gesamte Mechanik befindet sich an der Decke des nicht besonders hohen Staufaches (so hoch wie die Toilettenkassette) und nur so konnte ich, wenn auch nur so gerade, sehen, was ich da fotografiere. Ich fand keinen Mikroschalter! Uschi sagte mir, dass dieser bei ihr schon einmal abgebrochen war und sie ihn ersetzen musste und sie beschrieb mir, wie er aussieht. Abgebrochen konnte er bei mir nicht sein, dann hätte ich ihn im Staufach gefunden. Ich drehte ein wenig an dem Hebel, der beim Einschieben der Kassette den Schieber zum Öffnen und Schließen der Kassette betätigt und siehe da, auf den neuen Fotos erschien der Mikroschalter! Er sah unbeschädigt aus und funktionierte offensichtlich. Also doch der Ventilator?

MikroschalterMikroschalter

Ich begab mich auf die Internetseite der Firma SOG. Diese Firma hat in den 1990er-Jahren, soweit ich weiß, als erste am Markt, eine Möglichkeit entwickelt, fest verbaute Campingtoiletten ohne den Einsatz von chemischen Zusätzen geruchsfrei betreiben zu können. Mit meinem ersten Wohnmobil bin ich 1998 extra nach Löf an die Mosel gefahren, um dieses System am Firmensitz nachrüsten zu lassen. Es war damals ein noch ganz kleiner Familienbetrieb. In Oscarlotta haben wir es natürlich schon direkt bei der Bestellung mitgeordert, vielleicht wurde es auch schon serienmäßig verbaut, das weiß ich nicht mehr genau. In all den Jahren hat mich/uns diese Art der chemiefreien Toilettennutzung absolut überzeugt. Das Prinzip ist, verkürzt beschrieben, dass Gerüche aus der Toilettenkassette bei der Benutzung der Toilette mit geöffnetem Schieber durch das automatische Einschalten des verbauten Ventilators durch einen Aktivkohlefilter nach außen geleitet werden. Diesen sollte man einmal pro Jahr austauschen. In meiner „Frieda“ hatte ich in 11 Jahren kein einziges Problem mit diesem System und in den letzten 14 Jahren in Oscarlotta war, wie gesagt, einmal die Sicherung durch. Das spricht für Qualität! Auf der Firmenseite fand ich die Möglichkeit, entweder einen neuen Lüfter zu bestellen oder den alten zur Überprüfung einzuschicken und einen neuen im Austausch zu bekommen. Der Preisunterschied beträgt ca. 20 Euro. Auf den Produktfotos war zu sehen, dass die Kabel nicht mehr in Lüsterklemmen gesteckt werden, sondern in „modernen“ Steckverbindungen sitzen. Ich schickte eine eMail und fragte an, ob man mir bei Austausch des Lüfters zwei zusätzliche Steckverbindungen mitschicken könne, weil diese ja mit meiner Lüsterklemme nicht kompatibel sind. Umgehend kam die Antwort, dass das kein Problem sei. Ich entschied mich für die Austauschvariante, führte Kauf und Bezahlung durch und brachte meinen Lüfter auf den Postweg, versehen mit der beim Kaufvorgang erstellten Auftragsnummer und vorsichtshalber noch einmal mit der Bitte um zwei weitere Steckverbindungen. Als Lieferadresse gab ich die Packstation an, die ganz in der Nähe des Stellplatzes hier ist. Montags wurde mir der Eingang meines Lüfters bekanntgegeben und die Versendung des neuen. Ich hatte darum gebeten, mir doch bitte mitzuteilen, ob der alte Lüfter wirklich defekt ist, weil ich gerne wissen wollte, ob das Versagen der Entlüftungsanlage nun wirklich an ihm lag. So ganz verständlich war mir die Variante mit dem Austausch nicht, bzw. warum es diesen Preisunterschied gab. Es hieß zwar, der eingeschickte Lüfter werde überprüft, aber offenbar wurde ja nicht er wieder zurückgeschickt, repariert oder nicht, sondern ein Austauschmodell. Bereits am übernächsten Tag erhielt ich eine Benachrichtigung von DPD, dass mein Paket zur Abholung bereit liegen würde, allerdings stand nicht dabei, wo. In der DHL-Packstation konnte ich es nicht abholen, wie sich herausstellte. Ein junger DHL-Angestellter, der mir zufällig über den Weg lief, erklärte mir, wo ich hin müsse. Da ich am nächsten Tag sowieso in die Stadt wollte, verschob ich die Abholung. Am nächsten Mittag rief Uschi mich an und erklärte, mein Päckchen sei bei ihr in Lauterburg angekommen!!! Enttäuschtes Smiley Bei der Bestellung hatte ich als Lieferadresse eindeutig die Packstation hier angegeben und die war in der Auftragsbetätigung auch so angeführt. Auf der Verpackung meines zurückgeschickten Lüfters war automatisiert (App von Hermes) als Absenderadresse Lauterburg angegeben. Nun würde ich mal sagen, dass die Lieferadresse des Kaufabschlusses gilt, da hatte also wieder einmal jemand nicht gründlich genug gearbeitet. Aber immerhin waren die zwei zusätzlichen Steckverbindungen im Paket und auf der Rechnung stand der kurze Vermerk „Lüfter defekt“. Uschi packte um, legte meine aufgelaufene Post mit dazu und zwei Tage später konnte ich alles abholen, diesmal richtig in der Packstation.
 
Ich sammelte alle Werkzeuge zusammen, die ich brauchen würde und machte mich draußen daran, die dünnen, mehradrigen Käbelchen in die zwei Steckverbindungshülsen zu friemeln und dort zu befestigen. Das war gar nicht so einfach! Es kam mir sehr zugute, dass ich Erfahrung im Schmuck basteln und die entsprechend kleinen Zangen habe. Irgendwann konnte ich alle vier Stecker paarweise miteinander verbinden und den Lüfter wieder festschrauben. Ich war ziemlich durchgefroren und wappnete mich für die Enttäuschung, dass der Ventilator NICHT laufen würde. Ich war nämlich alles andere als überzeugt, dass meine Bemühungen Erfolg haben würden. Wasserpumpe einschalten, Toilettenschieber öffnen * Trommelwirbel * Ventilator LÄUFT!!! Ungläubiges, aber sehr freudiges Erstaunen! Smiley mit geöffnetem Mund

Am nächsten Tag lief der Ventilator nicht mehr!!! Mist, Mist, Mist! Zum Glück hatte sich nur ein Kabel aus der Steckverbindung wieder gelöst. Die auf der Seite des neuen Lüfters sind verlötet, meine konnte ich nur klemmen. Diese Klemmen wieder aufzubiegen gelang mir nur mangelhaft und letztendlich habe ich alles mit Isolierband verklebt. Bis jetzt funktioniert es!!!

altne

Noch ein Tipp zum Schluss: Das SOG-Entlüftungssystem verhindert wirklich erfolgreich die Entstehung von Gerüchen während der Toilettenbenutzung. Beim Entleeren der Kassette riecht es dann aber natürlich nicht ganz so angenehm. Um auch das zu verhindern, hilft die Zugabe von „Ammovit“ direkt in die entleerte Kassette. Dies ist ein biologisch abbaubares Produkt, das überwiegend in der Landwirtschaft bei der Gülleaufbringung verwendet wird. Zu kaufen ist es in einigen Baumärkten in der Gartenabteilung oder im Internet. Ist nicht ganz preiswert, hält aber ewig, da man für jede Kassettenfüllung nur einen kleinen Messlöffel voll braucht. Unbedingt empfehlenswert, auch wenn man kein SOG-System hat. Ich denke, dass man sogar die Zugabe von chemischen Mitteln, die ja nicht gerade zuträglich für die Umwelt sind, damit ersetzen kann. Es bindet nämlich nicht nur Gerüche, sondern zersetzt auch. Aufpassen muss man nur, wenn man das Mittel über die Toilettenschüssel in die Kassette gibt. Man muss vorsichtig hantieren oder sofort nachspülen, da Ammovit weißes Plastik gelb verfärbt.

written by Ingrid
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P.S.: Wie immer könnt ihr die Fotos durch anklicken auf Originalgröße bringen (bessere Qualität) und den Fototext lesen, wenn ihr den Mauszeiger auf das Foto führt.

Fröhliche Erweiterte Ruhetage, ähm Ostern!

 
 
Ja, ihr lieben Leser, wir wünschen euch schöne, sonnige, friedliche, erholsame Osterfeiertage ohne Einkaufs- oder sonstigen Stress! Wir wünschen euch offene Eisdielen und wir würden euch (und uns) auch offene Gartenlokale, Campingplätze (zumindest für Dauercamper) und Ferienhäuser wünschen, also alles, was nach dem seit einem Jahr verfügbaren und belastbaren Wissen über das Infektionsgeschehen bei SARS-CoV-2 relativ bis wahrscheinlich ungefährlich ist. Die überwiegende Anzahl der deutschen Bevölkerung ist zwar inzwischen müde, resigniert, enttäuscht, aber trotzdem immer noch bereit, auch weiterhin die Zähne zusammenzubeißen, wenn, ja wenn sie die Maßnahmen und Auflagen, die ihnen übergestülpt werden, einigermaßen nachvollziehen können. Und da liegt MEIN größter Kritikpunkt! Schon lange vermisse ich in der Beschlussfassung und der Kommunikation der notwendigen Maßnahmen, um das Pandemiegeschehen möglichst umfassend zu kontrollieren, den psychologischen und den pädagogischen Aspekt. Ich bin/war Lehrerin, aber auch jeder, der eigene Kinder hat, weiß, dass es nicht funktioniert, nur Verbote auszusprechen ohne diese ausgiebig und immer wieder neu zu erklären. Nur wenn derjenige, der unter dem Verbot (das ja immer ein objektiver oder zumindest subjektiv empfundener Verlust ist) leidet, den Sinn und Zweck dieses Verbots intellektuell nachvollziehen kann, wird er bereit sein, mitzumachen, wenn auch vielleicht nur zähneknirschend. Hilfreich für die Akzeptanz jedes Verbotes ist, wenn es zeitlich begrenzt ist, weil es dann das berühmte Licht am Ende des Tunnels gibt. Und es sollte eine Belohnung in Aussicht gestellt werden! Und die MUSS es dann auch geben!!! Man muss sich VORHER gut überlegen, ob man die Belohnung, die man verspricht, auch wirklich einhalten kann, ansonsten produziert man tiefe Enttäuschung, die mit Vertrauensverlust, Trotz und gegebenenfalls Rebellion einhergeht. Seit dem Lockdown „light“ im und versprochen nur für den November, der seitdem ständig verlängert und verschärft wird, spreche ich den Entscheidungsträgern der deutschen Bundes- und Landesregierung/en jegliche pädagogische/psychologische Kompetenz ab und frage mich mit ungläubigem Erstaunen, welche Berater dort tätig sind?!?! Enttäuschtes Smiley

Das Highlight war dann tatsächlich am Montag letzter Woche nach ca. zwölfstündiger (in Zahlen: 12) MPK die grandiose Idee der erweiterten Ruhetage zu Ostern! Ich möchte nicht wissen, wie vielen Menschen es so ging wie mir, die nach ungläubigem Staunen entweder ein Schleudertrauma vom Kopfschütteln riskierten oder vor Wut und Enttäuschung in die nächste Tischkante beißen oder laut schreiend alles kurz und klein schlagen wollten. SO hält man Menschen nicht bei der Stange, vor allem nicht, wenn sie sowieso schon auf dem Zahnfleisch laufen, mit den Nerven völlig am Ende sind, vor Existenzängsten nicht mehr schlafen können. Schwer gebeutelte Menschen bei der Stange halten gelingt nur durch Wertschätzung, durch Anerkennung ihrer schwierigen Situation, durch SOFORTIGE Entlastung finanzieller und arbeitstechnischer Art, durch immer wieder appellieren an ihre Solidarität UND durch Belohnung, NICHT durch weitere Frustration. Wäre ich Frau Merkel, dann würde ich folgende Rede (so oder ähnlich) halten:
 

„Liebe Mitbürger*innen!

Ich danke Ihnen aus vollem Herzen für Ihre Geduld, Ihr Verständnis für die notwendigen Maßnahmen, die die Bundesregierung zum Schutz Ihrer Gesundheit bestimmen und durchsetzen musste und für Ihr Vertrauen darauf, dass wir nach bestem Wissen und Gewissen handeln und für Ihre Nachsicht, wenn nicht alles optimal läuft. Wir Verantwortlichen bemühen uns nach Kräften, das Land und seine Menschen so gut wie möglich durch diese fraglos schwerste Zeit seit Jahrzehnten zu manövrieren und wir wissen es sehr zu schätzen, dass wir auf eine verlässliche „Mannschaft“ bauen können. Damit wir alle über die Ostertage und für die Zeit danach neue Kraft schöpfen können, ermöglichen wir ab Gründonnerstag die Öffnung der Außengastronomie unabhängig von Inzidenzwerten – natürlich unter Einhaltung der AHA-Regeln und der Kontaktbeschränkungen – sowie das kontaktlose Reisen innerhalb Deutschlands. Die Eisdielen dürfen im ganzen Land an allen Ostertagen im Außenbereich und für Straßenverkauf geöffnet sein, ebenso Freizeitparks und Zoos mit Zugangsbeschränkungen sowie Autokinos und andere auf diese sichere Art durchführbare kulturelle Veranstaltungen. Ich vertraue darauf, dass Sie über genügenden Willen verfügen, um verantwortungsvoll mit diesen lange vermissten Freiheiten umzugehen. Sie alle wissen, was für uns alle auf dem Spiel steht! Wir werden noch eine ganze Weile weiter durchhalten müssen und nur wenn alle mitmachen, werden wir diese Krise schneller und erfolgreich beenden können.

Ich habe verbindlich bei Petrus stabiles sonniges Frühlingswetter bestellt!
In diesem Sinne wünsche ich Ihnen fröhliche und kraftbringende Ostertage!“

 
matt und mütend

Nachtrag eine Woche, nachdem ich diesen Text geschrieben habe:
Ich glaube, es geht ganz vielen Menschen so wie mir, dass Bauch und Kopf miteinander debattieren. Die beständig steigenden Infektionszahlen lassen eigentlich nur zu, einen erneuten landesweiten Shutdown durchzuführen, richtig hart und konsequent. Die Intensivstationen in Deutschland sind bereits zu 81% belegt und sie werden natürlich nicht nur für COVID-19 Patienten benötigt. Wenn keine Betten mehr frei sind, wird das Verkehrsunfallopfer, der Herzinfarkt- oder Schlaganfallpatient nicht die lebensrettende Behandlung erhalten, die er braucht. Schon lange werden alle nicht unbedingt notwendigen Operationen verschoben. Es ging von Anfang an darum, die Krankenhäuser nicht an oder über ihre Belastungsgrenzen zu bringen. Nicht alle Länder haben das geschafft, dort hat ein Shutdown dann allerdings dazu geführt, dass die Situation sich innerhalb weniger Wochen wieder entspannte. Ich glaube, dass viele Menschen erst dann bereit sind, den Ernst der Lage zu akzeptieren, wenn sie selbst betroffen sind, wenn Menschen in ihrem Umfeld sterben oder wenn sie miterleben, wie z. B. in Portugal, dass Krankenwagen sich vor überfüllten Krankenhäusern stauen. Das alles ist uns bisher erspart geblieben, was natürlich gut ist, aber eben auch nicht. Ich lese in den sozialen Medien relativ viele Statements von Beschäftigten im Gesundheitswesen. Die gehen inzwischen auf dem Zahnfleisch, viele mussten schon aufgeben, weil sie völlig ausgebrannt sind, viele halten nur noch aus Pflichtbewusstsein aus, nach der Pandemie bzw. der Krise werden massig Kündigungen folgen. Es stehen aber nicht schon jede Menge Fachkräfte Schlange, die unter den jetzigen Bedingungen übernehmen wollen. Was machen wir alle denn, wenn es nicht mehr genügend Krankenschwestern (ich weiß, die heißen inzwischen anders), Pfleger, Altenpflegekräfte gibt???
Okay, das alles war der Kopf, der Gehör finden sollte. Der Bauch will trotzdem Eis 🍧 und Urlaub 🌊.

Passt auf euch auf und bleibt gesund!

written by Ingrid
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Schwarzer schmieriger Schmodder

 
 
Von jetzt auf gleich lief das Wasser aus dem Küchenspülbecken nicht mehr ab! Erstauntes Smiley Nichts hatte das angekündigt, es war kein schleichender Prozess, es passierte von hundert auf null. Immer schon sind wir sehr vorsichtig mit allem, was in den Ausguss gelangt, nicht nur, weil das Abwasserrohrsystem in einem Wohnmobil eben anders ist als in einem Haus, sondern auch, weil das Abwasser nicht direkt in der Kanalisation landet, sondern als Zwischenschritt zunächst in einem Abwassertank. Und was sich in dem im Laufe der Zeit so als Bodensatz ablagert, hatte ich vor zwei Jahren erfahren, als bei einer Verstopfung zwischen Tank und Ablassrohr nichts mehr ging und ich den Inhalt des Tanks ausschöpfen musste und letztlich per Aufnehmer trockenlegte. Schwarzer schmieriger Schmodder!!! Das periodische Säubern und Durchspülen des Abwassertanks ist eine Tätigkeit, die man (ich) gerne vor sich herschiebt, bedarf es dazu doch einer über längere Zeit freien Entsorgungsstation und eines langen Schlauches und einer Schräglage des Wohnmobils in Richtung des Abwasserrohres, das aus dem Tank herausführt. Was bedeutet, dass man auf der richtigen Seite auf Keile fahren muss. Der Abwassertank in Oscarlotta ist gut zugänglich, über eine Klappe im Fußboden des Wohnbereiches und einen Schraubverschluss, durch den man in den Tank hineingreifen kann. Um in alle Ecken zu gelangen, benötigt man allerdings Reinigungsgeräte mit Teleskopstielen, die aber wiederum nicht zu groß sein dürfen, damit sie überhaupt durch den Tankdeckel passen. Ihr versteht sicher, warum das keine allzu beliebte Tätigkeit ist? Nach der damaligen Verstopfung war der Abwassertank fast so sauber wie beim Einbau und nach mehrmaligem Stochern von innen und von außen mit einer langen Bürste, die eigentlich für Heizungslamellen gedacht ist, lief wieder alles.

AbwassertankAbwassertank

Diesmal war die Verstopfung auf der anderen Seite des Abwassertanks, also im Zulauf, bloß wo? Vor Monaten hatte ich, von einer Werbeanzeige inspiriert, ein Reinigungstool für die Spül- und Waschbeckenausgüsse gekauft, eine Art Bürstchen, ähnlich der „kratzigen“ Seite eines Klettverschlusses, befestigt an einem starren Plastikdraht. Das Bürstchen passte so gerade eben durch die Löcher meiner fünf Ausgüsse in Dusche, Badezimmer, Doppelspüle und Herd. Ich arbeite mich in dieser Reihenfolge durch und bereits im linken Becken der Spüle riss das Bürstchen ab und verschwand unerreichbar in der Tiefe. Mist! Ich entleere das Abwasser, wenn ich länger irgendwo stehe, per Eimer und jedes Mal hoffte ich, dass das Bürstchen mit herauskommen würde. Tat es aber nicht. Also war zu befürchten, dass es irgendwo, vielleicht im Syphon, steckengeblieben sein würde und alle Haare, Seifen-, Zahnpasta- und Spülwasserreste an sich binden würde. Ich rechnete also schon lange damit, dass irgendwann nichts mehr gehen bzw. fließen würde. Insofern überraschte mich lediglich, dass es so abrupt geschah. Es war abends und ich beschloss, zunächst über Nacht H11 einwirken zu lassen, ein Mittel, mit dem ich auch regelmäßig die Reinigung des Frischwassertanks und aller Leitungen erledige. Der Erfolg war allerdings gleich null. Also kam mein „Pümpel“ zum Einsatz. Der stammt noch aus Wohnungszeiten und hatte mir schon in meinem ersten Wohnmobil das eine oder andere Mal aus der Verlegenheit geholfen. Ich verschloss jeweils ein Spülbecken und pümpelte, zunächst vorsichtig, dann immer energischer, je weniger passierte. Es kam zwar viel Dreck von unten, aber es machte nicht „plopp“. Enttäuschtes Smiley

Verstopfung Immer, wenn ich einen Stöpsel wieder zog, floss die dreckige Brühe vom einen Becken in das andere. Irgendwann fiel mir siedendheiß ein, dass im Herd ja auch ein Ausguss ist und natürlich stand die gesamte Kochmulde schon voll mit schmierigem schwarzen Schmodder. Prima! Trauriges Smiley Da hatte ich doch endlich einen Grund, den Herd mal wieder richtig sauber zu machen, inklusive des Abschraubens der Brennerdeckel. Ab jetzt wurde es schwierig, denn zwei Ausgüsse zu verschließen und gleichzeitig zu pümpeln erfordert eigentlich vier Hände. Wenn alle Ausgüsse offen sind, pümpelt man nur zwischen diesen hin und her. Wenn man die Stopfen in den Ausgüssen nicht festhält, ploppen sie durch den Druck, der beim Pümpeln entsteht/entstehen soll, sofort wieder hoch. Da ich dummerweise nur zwei Hände habe und die Füße nicht wirklich einsetzbar waren, stapelte ich schweres Gerät auf dem verschlossenen Herdausguss und pümpelte einhändig. Das Dreckwasser lief gut hörbar vom rechten Becken zum verschlossenen Herdausguss, erschütterte den Turm darüber, kam zurück und floss in das linke Becken, sobald ich den Stopfen dort entfernte. Und umgedreht! Verwirrtes Smiley Ich pümpelte über Stunden, mit Erholungs- und Kaffeepausen und kurz vor Feierabend rief ich beim Caravancenter in der näheren Umgebung an. Eine freundliche Telefonistin verband mich mit der Werkstatt. Ein Mann hörte sich mein Problem an und teilte mir dann mit, dass er keine freien Kapazitäten habe. Keine freien Kapazitäten für einen Notfall??? Nein, er habe jede Menge Reparaturen. Ja, aber, versuchte ich einzuwenden, im Moment könne doch sowieso niemand fahren, dann wäre es doch vielleicht nicht so schlimm, wenn der eine oder andere Kunde etwas länger auf sein Mobil warten müsse? Er müsse auch noch sehr viele Wohnmobile für die Auslieferung fertigmachen und dann wörtlich: „Das muss ich jetzt mit Ihnen nicht diskutieren!“ WOW! Erstauntes Smiley Damit hatte er mich ausgeknockt. Es fiel mir nicht mehr ein, ihm meine besondere Lage zu schildern, nämlich, dass ich in meinem Mobil lebe und es durchaus unangenehm ist, wenn man verstopfte Leitungen hat. Immerhin ließ er sich noch dazu herab, zu bemerken, dass in einem Wohnmobil die Leitungsrohre in der Regel nicht geklebt, sondern nur gesteckt sind.
Ich entfernte die zwei Schubladen und das untere große Auszugsfach unter der Spüle und machte Fotos. Uschi ermutigte mich am Telefon, es selbst zu versuchen. An dem Tag schöpfte ich aber nur noch das Dreckwasser aus den beiden Becken. Mein Glück war, dass das Waschbecken im Bad eine eigene Abwasserleitung hat, die unabhängig von den beiden Spülen und dem Herd auf direktem Weg zum Abwassertank führt. So war zwar alles etwas umständlicher, aber machbar, ohne dass ich mein Brauchwasser zur Tür hinaus schütten musste.

UntergeschossVerrohrungVerrohrung

WaschtagAm nächsten Tag schien endlich mal wieder die Sonne und ich beschloss, zum Waschsalon zu gehen. Das hatte ich schon seit geraumer Zeit vor und jetzt kam es mir gerade recht. Der Gärtner, mit dem ich mich noch kurz unterhielt, meinte allerdings, dass er glaube, dass der Waschsalon pleite sei, er habe Schilder in den Fenstern gesehen, sei sich aber nicht ganz sicher. Ich packte meine Schmutzwäsche auf meine Karre und stiefelte los, gewappnet dafür, unverrichteter Dinge wieder zurücklaufen und Handwäsche machen zu müssen. Aber ich hatte Glück! Während die Maschine lief, ging ich kurz zum Bäcker und wunderte mich, dass niemand von den Menschen, die durch die Fußgängerzone liefen, mehr einen Mundschutz trug. Nein, müsse man nicht mehr, erfuhr ich in der Bäckerei, nur noch bei Markttagen auf dem Marktplatz. Den Trockner sparte ich mir, der hatte beim letzten Mal zwar mein Geld genommen, war aber nicht gestartet. Die Bettwäsche und ein paar Kleidungsstücke konnte ich am Stellplatz draußen trocknen, den Rest verteilte ich in Oscarlotta. Bis ich ins Bett ging, war alles trocken. Smiley

Für den nächsten Tag hatte ich keine Ausrede mehr! Ich deckte das Loch in den „Untergrund“ mit einer der Spülen-Abdeckplatten zu, stellte einen Eimer darauf und schraubte todesmutig den Ausguss des rechten Spülbeckens los. Ja, die Rohre waren nur gesteckt! Schon das erste Knie war voll mit schwarzem schmierigen Schmodder und als ich Wasser vom linken Spülbecken abfließen ließ, tauchte, na was wohl auf? Richtig, ein ehemals gelbes Reinigungsbürstchen.

neu und gebrauchtneu und gebraucht

Rohrstück für Rohrstück arbeitete ich mich vor, in Richtung Syphon, der lediglich ein U-förmig gebogenes Rohr ist und in dem ich den Verursacher des Dilemmas vermutete. An den kam ich von unten aber nicht mehr heran, so weit konnte ich in den Spülen-Unterbau nicht hineinkriechen. Die Konstrukteure bei Niesmann und Bischoff hielten es wohl für eine gute Idee, hinter die Spülbecken in der Küche zwei riesige Abfallbehälter zu platzieren, eingehängte Plastikboxen mit Henkeln, die durch eine Klappe aus dem Material der Küchenarbeitsplatte verschlossen werden. Völliger Quatsch, denn den Platz auf den Klappen braucht man für Kaffeemaschine, Thermoskanne etc., die man ja nicht dauernd beiseite räumen will und außerdem würde der Abfall anfangen zu riechen, wenn man ihn nicht jeden Tag entsorgen würde. Diese Abfallbehälter haben wir von Anfang an einfach als zusätzlichen Stauraum genutzt für Küchenartikel, die nicht so oft genutzt werden. Da sich darunter noch jede Menge weiterer ungenutzter Stauraum befindet, stehen dort immer schon zwei verschließbare Plastikbehälter, die genau durch die Öffnung passen und die man mit einem verknoteten Bindfaden nach oben ziehen kann. Das wäre übrigens der perfekte Ort für Wertgegenstände! Für den Einbrecher, der hier mitliest, die Boxen sind inzwischen leer! Auf eine stellte ich den Wischeimer, die andere wanderte in den Untergrund.

SyphonVorsichtsmaßnahme

Ich brauchte einen Tritthocker und legte mich bäuchlings auf die Küchenarbeitsplatte bzw. quer über die Spüle, anders kam ich an den Syphon nicht heran. Er ließ sich, wie alle Rohrstücke bisher, problemlos abdrehen (ich hatte mir Gummihandschuhe angezogen, weil die nicht so rutschig sind wie trockene Hände) und er enthielt zwar einiges an Dreck, war aber nicht völlig zu. Jetzt blieb nur noch das Fallrohr übrig, das senkrecht an der Wand entlang lief und dann um 90 Grad abgeknickt über den Fußboden zu dem Rohr, was vom Waschbecken im Bad kommt und dann weiter zum Abwassertank läuft. Nach Abschrauben des letzten Knies war klar, dass dieses Fallrohr RESTLOS zu war! Erstauntes Smiley

Syphon wegDer Kern des Übels

Jetzt brauchte ich aber erst einmal eine Pause mit Kaffee und Kuchen!!! Ich schüttete vorher noch etwas H11 von oben in das Rohr, es schäumte auch ordentlich, aber der Schaum tropfte lediglich oben wieder heraus. Erzürnt

UnordnungRohre sauberKaffeepause

Nach meiner Kaffeepause löste ich das Knie zur querlaufenden Badezimmer – Abwassertankleitung und da war dann zweifelsfrei klar, warum kein Wasser aus der Küche mehr ablaufen konnte und es oben nur schäumte: Der gesammelte Dreck aus 14 Jahren hatte sich dort abgelagert. Erstauntes Smiley

OHA!!!

EndstationDas Stochern von unten mit einer Spiralbürste förderte den ersten schmierigen schwarzen Schmodder zu Tage, der in die Box plumpste. Oben war immer noch alles dicht. Womit könnte ich stochern? Meine Abwassertankreinigungsbürste fiel mir ein, die ist ungefähr einen Meter lang. Aber würde sie vom Umfang her in das Rohr passen? Sie passte so gerade! Gaaanz vorsichtig schob ich sie von oben hinein und kam bis zum Knick. Gaaanz vorsichtig zog ich sie wieder heraus. Sie war voll mit schwarzem schmierigen Schmodder! Im Eimer sauber machen und ein zweiter Durchgang. Und plötzlich platschte ein riesiger Dreckflatschen in die untergestellte Box!!! Geschafft! Ich stocherte noch ein paarmal aus beiden Richtungen, ließ zwischendurch immer wieder reichlich Wasser durchlaufen, bis klar war, dass das Rohr sauber ist. Was war ich froh! Smiley mit geöffnetem Mund

Eigentlich wollte ich für den Tag Schluss machen und den Zusammenbau auf den nächsten Tag schieben. Ich war nämlich einigermaßen geschafft, das lange Knien bekommt mir nicht mehr so gut. Aber nachdem ich zu Abend gegessen hatte und mich mein Chaos die ganze Zeit anlachte, konnte ich doch nicht an mich halten. Ich stellte mein Tablet so auf, dass ich gleichzeitig meine Freitagsabendtalkshow sehen/hören (liebgewordene Tradition seit Jahrzehnten) und arbeiten konnte. Um Mitternacht war ich fertig. Vor allem beim Zusammenbauen der Syphoneinzelteile war ich froh, dass ich Fotos gemacht hatte und ich brauchte alle meine Muskelkraft, um alle Rohrstücke bis zum Anschlag ineinander drehen zu können. Ein Wasserprobelauf ergab keine Undichtigkeiten! Vorsichtshalber ließ ich die Unterschrankschubladen noch draußen, um am nächsten Tag noch einmal alles über einen längeren Zeitraum genau beobachten zu können. Es blieb alles gut! Verliebt

ChaosFERTIG!FERTIG!FERTIG!

Fazit: Viel Geld gespart, viel Wartezeit in einer Werkstatt vermieden, viel gelernt, viel getraut. Zugetraut hatte ich mir das am Anfang absolut nicht, es dann wirklich allein geschafft zu haben, ist ein verdammt gutes Gefühl!
Weiteres Fazit: Das Wasser aus meinen Kaffeekapseln drücke ich nicht mehr in der Spüle aus, sondern in einem Becher und schütte die mit Kaffeesatz vermischte Flüssigkeit dann in die Toilette. Dies war zwar nicht die eigentliche Ursache der Verstopfung, hat aber sicher dazu beigetragen. Die nächsten 14 Jahre werde ich jetzt wohl hoffentlich Ruhe haben!
Cooles Smiley

Spülbecken

written by Ingrid
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Update 06.03.2021

 
 
Im Admin-Bereich sehe ich, dass es immer noch täglich Menschen gibt, die nachsehen, ob es hier etwas Neues gibt. Das ist nett, aber leider ist alles beim Alten und so wird es wohl auch noch eine Weile bleiben. Trauriges Smiley Trotzdem oder gerade deswegen melde ich mich heute mit einem kurzen Update: Wir sind gesund und wir tun weiterhin alles dafür, dass es so bleibt und warten darauf, dass wir irgendwann geimpft werden und das Risiko eines schweren Krankheitsverlaufs im Falle einer Infizierung dann hoffentlich mindestens stark vermindert sein wird! Der Preis dafür ist ein sehr eingeschränktes, auf das Notwendigste reduziertes Leben mit wenigen Kontakten. Meine beschränken sich im „realen Leben“ auf ein Gespräch ab und zu über den Zaun mit dem Gärtner und auf ein paar Worte beim Gas holen oder einkaufen. Alles weitere findet am Telefon statt. Enttäuschtes Smiley Nein, wirklich gut geht es mir damit nicht und so richtige Perspektiven sind ja auch nicht sichtbar. Abgesehen davon, dass das Beherbergungsverbot ja sicher vor Ostern nicht aufgehoben wird, gibt es keine Planungssicherheit für die nächsten Monate, weil es absolut nicht klar ist, wie sich das Infektionsgeschehen weiterentwickelt und wann wir den nächsten Lockdown/Shutdown haben werden. Wir haben für drei Sommermonate mal im Allgäu reserviert und hoffen, dass ein Ortswechsel möglich sein wird. Von Stellplatz zu Campingplatz zu reisen kann man im Sommer inzwischen vergessen, der Verkauf von Wohnmobilen boomt immer noch.
Wenigstens ist die Eiszeit vorbei, meine Gasflaschen halten schon wieder 5 Tage! Die Sonne scheint öfter, ich habe sogar schon barfuß und in leichter Bekleidung draußen gesessen. Man wird sehr bescheiden!
Ich werde mich von Zeit zu Zeit wieder melden, auch wenn es nichts zu erzählen gibt…

Isolation

Passt auf euch auf und bleibt gesund!

written by Ingrid
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Eisige Zeiten

 
 
Ich kann mich nicht erinnern, dem Frühling jemals mehr entgegengefiebert zu haben als gerade jetzt! Als wenn nicht alles schon frustrierend, beängstigend, langwierig, öde, perspektivlos genug wäre, muss da jetzt noch fast auf der Winter-Ziellinie diese Affenkälte hinzukommen? Aushalten, das ist mein Wort des Jahres 2020, aber offensichtlich gilt es immer noch. Dezember, Januar, Februar sind die für mich schwierigsten Monate, wenn man wie ich im Wohnmobil lebend in Deutschland überwintert. Seit Beginn des Februars wurde es gefühlt von Tag zu Tag besser in der Gewissheit, dass mit diesem kürzesten Monat das Ende der „Leidenszeit“ absehbar ist. Und dann dieses! Erstauntes Smiley

Eisige Zeiten

Rekordminustemperaturen im Februar wie seit 2012 nicht mehr. Meine Gasflasche hielt schon wieder 5 Tage und 7 Stunden, die nächste dann nur noch schockierende 2 Tage und 6 Stunden und die letzte noch 3 Stunden weniger. Und dabei lasse ich den Kühlschrank schon seit Wochen über Strom laufen. Einer der Verkäufer bei meiner Gasflaschentauschfirma meinte, nachdem ich zwei Tage hintereinander dort auftauchte, ob man mir nicht mal langsam eine Pipeline legen solle? Ja, bitte!!! Ich habe übrigens mal genau ausgerechnet, um wieviel teurer der Betrieb des Kühlschrankes mit Strom ist. Abhängig von den Verkaufskosten einer Gasflaschenfüllung und dem Preis für eine Kilowattstunde kann man im Schnitt mit 80 Cent bis 1 Euro rechnen, pro 24 Stunden. Ich habe mich dafür entschieden, lieber mehr zu bezahlen und dafür nicht noch öfter tauschen gehen zu müssen als zur Zeit sowieso schon.
 
Meinen gefühlsmäßigen Tiefpunkt hatte ich, als ich die leere Gasflasche aus der Heckgarage holen wollte und diese sich nicht öffnen ließ! Oscarlotta steht etwas nach rechts geneigt und Regenwasser war nicht nur über die Heckklappe, sondern offenbar in jede verfügbare Ritze der Füllungen geflossen und dort gefroren. Eigentlich nicht sehr verwunderlich bei diesem Aussehen:

Eisige ZeitenEisige ZeitenEisige ZeitenEisige Zeiten

Mein Außenstaufach auf der anderen Seite, in dem meine Vorräte lagern, weigerte sich ebenfalls! Nicht die Schlösser waren zugefroren, sondern die gesamte Klappe, keine Chance. Nun komme ich zum Glück vom Innenraum Oscarlottas an den Inhalt, auch wenn ich dafür die Couch komplett abräumen muss. Mehr Sorgen machte mir die Heckgarage, denn ohne Gas keine Heizung! Zwar könnte ich die Heizung auch mit Strom betreiben, aber das wird dann richtig teuer!
Mit heißem Wasser aus der Kaffeemaschine in einem Emaillebecher und einer Hutbürste, die als Allerweltsbürste immer griffbereit im Eingang liegt, bestrich ich die Eiswülste rechts und links der Heckgaragenklappe, versuchte, mit einem Schlüssel angetautes Eis wegzubrechen, tauchte die eingefrorenen Fahrradschlösser, die meine Transportkarre auf dem Fahrradträger sichern, in die letzten Reste des warmen Wassers und ließ die Kaffeemaschine neues heißes produzieren. Es dauerte lange, bis die Heckklappe sich mit meiner Kraftverstärkung gegen das Eis durchsetzen konnte!
Puh, große Erleichterung! Smiley

 
Beim Gasflaschentausch fragte ich nach Schlossenteisungsmittel, mit demselben negativen Bescheid wie schon ein paar Wochen zuvor. Ich könne aber genauso gut Frostschutzmittel, mit Wasser verdünnt, in eine Sprühflasche füllen, riet mir die nette Angestellte und zeigte auf die vielen Kanister, die neben dem Eingang standen. Frostschutzmittel habe ich! Oscarlotta wird ja von einer schwedischen Alde-Warmwasserheizung erwärmt und in den Wasserkreislauf gehört Frostschutzmittel, das in Abständen immer wieder kontrolliert und aufgefüllt werden muss. Natürlich befand sich dieses im Außenstaufach! Also räumte ich die Couch wieder frei und mit etwas Akrobatik hielt ich schließlich die noch gut halbvolle Flasche Glysantin in den Händen. Eine Sprühflasche fand sich auch, deren Inhalt umgefüllt wurde und binnen kurzer Zeit hatte ich meine Mischung aktionsbereit. Sehr großzügig besprühte ich alle Fugen, Ritzen und Dichtungen mit der rosafarbigen Flüssigkeit. Die Klappendichtungen bestehen nicht aus Silikon, sondern aus einem bürstenähnlichen, weichen, faserigen Stoff, der jetzt zu einer einheitlichen Eismasse mutiert war. An einigen Stellen konnte ich mit einem Spachtel Schlitze hineinschlagen und teilweise sogar Eisstücke herausbrechen, aber nach unten wurde das Eis immer dicker. Die linke Seite der Heckklappe stand nach dem erneuten Schließen gute zwei Zentimeter hervor.
Ob das Besprühen irgendeinen Effekt haben würde, wusste ich nicht, gleichwohl sprühte ich meine Vorratsstaufachklappe ringsherum ebenfalls ein, ebenso sämtliche Schlösser aller Klappen. Es ging mir wieder besser! Das hielt leider nur bis abends gegen 22 Uhr, als völlig unerwartet nach besagten 2 Tagen und 6 Stunden die Gasflasche schon wieder leer war! Was, wenn ich die Heckklappe wieder nicht mehr aufkriegen würde? Die gleiche Prozedur vom Nachmittag jetzt noch einmal??? Enttäuschtes Smiley Alternativ könnte ich auf meine LPG-Tankflasche umschalten, um über die Nacht zu kommen, aber mit deren Inhalt bin ich sehr sparsam, weil ich, wenn sie leer ist, zur Tankstelle fahren muss. Und im Moment kann und möchte ich mit Oscarlotta nirgendwo hinfahren.
Ich zog mir eine warme Jacke und Stiefel an und begab mich bangen Herzens zur Heckgarage. Die öffnete sich widerstandslos!!! Die Klappe vom Gasfach ebenfalls und binnen Minuten konnte ich die Heizung wieder starten. Puh!
Am nächsten Nachmittag versuchte ich zum Spaß mal, ob sich meine Vorratsstaufachklappe vielleicht auch wieder öffnen lassen würde. Als wäre nie etwas gewesen, ging sie auf! Ein Zaubermittel, meine Sprühmischung!!!
 
Seitdem sprühe ich jeden Tag mehrfach und klopfe und breche alles weg, was nachgibt. Das Eis bildet sich immer wieder neu, wenn die Sonne den Schnee auf dem Dach zum Tauen bringt. Es wäre sicher hilfreich, das Dach leerzuräumen, aber ich will kein Risiko eingehen. Wenn ich ausrutsche und vom Dach falle, findet mich hier niemand. Am Montag wurde nach den heftigen Schneefällen der Nacht zwar die Ent- und Versorgungsanlage geräumt und sogar ein Laufweg bis zu Oscarlottas Eingangstür angelegt, aber schon die erneuten Schneemengen am Dienstag blieben liegen. Gesehen habe ich die ganze Woche niemanden.

Eisige ZeitenEisige Zeiten

written by Ingrid
photos taken with iPhone

P.S.: Wie immer könnt ihr die Fotos durch anklicken auf Originalgröße bringen (bessere Qualität) und den Fototext lesen, wenn ihr den Mauszeiger auf das Foto führt.

Fix und Boxi haben sich verabschiedet ;-(

 
 
Ja, heute gibt es Neuigkeiten von Fix und Boxi, bittersweet. Erstauntes Smiley Enttäuschtes Smiley Smiley Verliebt
Wenn ihr die Story lesen wollt, müsst ihr auf die andere Seite wechseln, indem ihr „hier“ klickt! (Es öffnet sich ein neuer Tab!) Bis gleich!!!

Update 09.01.2021

 
 
Das Jahr ist neu, aber ansonsten ist alles beim Alten. Trauriges Smiley Lockdown light, Lockdown hart, Ausgangssperre ab 21 Uhr bei einer Inzidenz über 200, ebenso eine Bewegungsbeschränkung unterschiedlichen Ausmaßes, Kontaktregeln so extrem wie im Frühjahr. Alles zu bis auf die überlebenswichtigen Geschäfte/Einrichtungen. Dieses Virus zeigt uns Menschlein jetzt erst so richtig sein Können und es hat sich – bildlich gesehen – wohl schon den ganzen Sommer die Hände gerieben in Vorfreude auf den Herbst und Winter, wo es uns dann mal so richtig beweisen kann, was es drauf hat. Die unvernünftige Handlungsweise zu vieler Menschen im Sommer hat die Grundlage geschaffen dafür, dass das Virus sich zunächst ziemlich unbemerkt weiter verbreiten konnte. Ich verstehe das Nachholbedürfnis all derer, die sich über Wochen eingeschränkt haben oder eingeschränkt wurden und besonders für die Kinder, Jugendlichen und jungen Erwachsenen ist diese Pandemie wirklich hart! Enttäuschtes Smiley Aaaaber: Wir Menschen kriegen das nur hin, wenn wir uns solidarisch und verantwortungsvoll verhalten und uns an die von den Regierenden vorgegebenen Verhaltensmaßregeln halten, AUCH wenn wir aus persönlichen Gründen mit ihnen nicht einverstanden sind und AUCH, wenn sie Schwachstellen aufweisen. Und das tun sie zweifellos. Aber niemand in der westlichen Welt hat Erfahrungen mit Pandemien, die Wissenschaftler kommen tagtäglich zu neuen Erkenntnissen, da ist es doch logisch, dass die Meinung von gestern morgen eventuell schon nicht mehr gilt. Wer sich darüber aufregt und den Verantwortlichen Willkür vorwirft, hat nicht verstanden, wie Wissenschaft funktioniert. Wer daraus für sich den Schluss zieht, dass ihm das jetzt langsam zu dumm wird und er selbst entscheidet, was (für ihn) richtig ist, verhält sich seinen Mitmenschen gegenüber ignorant, egoistisch und verantwortungslos.
Aber ist nicht sogar genau diese Einstellung das Grundübel unserer Zeitepoche? Ging es uns in den wohlhabenden Ländern und Staaten schon viel zu lange viel zu gut? Dazu ist schon viel geschrieben und geredet worden, von Menschen, die wesentlich mehr davon verstehen als ich, deshalb werde ich das hier jetzt nicht weiter vertiefen.
Aber einen Gedanken möchte ich weiterspinnen. Es scheint so zu sein, dass Menschen alles, was sie als Bedrohung empfinden, versuchen von sich fernzuhalten. Das ist verständlich, wenn es um eine direkte und sichtbare Bedrohung von Leib und Leben geht. Dieses Virus ist eine direkte Bedrohung und es ist als solche auch sichtbar, zumindest indirekt über die tägliche Berichterstattung der Medien. Nun weiß man, dass der Mensch so „gestrickt“ ist, dass er bei fortwährender Konfrontation mit Katastrophen(meldungen) abstumpft. Auch das ist eine eigentlich gesunde Reaktion des Gehirns, damit der permanente Stress nicht krank macht. Weiterhin höchst sensibilisiert und damit aber auch emotional höchst beansprucht sind wohl überwiegend die Menschen, die entweder auf Grund ihres Alters oder ihrer Vorerkrankungen ein signifikant erhöhtes Risiko haben, nach einer Ansteckung an dieser Viruserkrankung zu sterben und diejenigen, die Sterbefälle in ihrem Umkreis bereits miterlebt haben. Und ich denke, dass alle, die hautnah mitbekommen, welche unvorstellbaren Arbeitsbedingungen für das medizinische Personal auf Covid-Intensivstationen jetzt herrschen, mehr Empathie und Solidarität aufbringen.
Ich höre öfter, dass von Panikmache geredet wird und dies verurteilt und als nicht zielführend angesehen wird. Nein, das finde ich nicht! Ich habe eher das Gefühl, dass viele Menschen es lieber nicht ganz so genau wissen möchten, um möglichst wenig an ihrem gewohnten Lebensstil ändern zu müssen. Und negative Gefühle will niemand, verständlicherweise, deswegen ist es einfacher, nicht so genau hinzusehen oder die Fakten und Gefahren herunterzuspielen oder gleich ganz zu bestreiten. Dann redet man lieber von Panikmache als zuzugeben, dass man verunsichert ist oder sogar besorgt und ängstlich. Es gibt, wahrscheinlich nicht wenige, Menschen, die ihre Ohnmacht damit in Schach halten, dass sie beschließen, dass „wir da durchkommen“. Da bleibt nur zu hoffen, dass das Virus das wohlwollend zur Kenntnis nimmt!
Mich macht das alles hilflos! Wenn das Virus wenigstens nur die Uneinsichtigen und Unvernünftigen treffen würde! Aber das tut es nicht, es nimmt sich, wen es kriegen kann. Und das ganz besonders Tückische daran ist eben, im Vergleich zu den meisten anderen ansteckenden Krankheiten, dass schon Kontaktpersonen infiziert werden, bevor der Virusträger überhaupt ahnt, dass er sich angesteckt hat. Wie schnell das aus dem Ruder gerät, ist gerade überall auf der Welt noch viel drastischer als zu Beginn der Pandemie zu sehen. Logisch, Stichwort exponentielles Wachstum. Je mehr infiziert sind, desto schneller die Ausbreitung. Gerade explodiert es, die Wissenschaftler haben es vorausgesagt (Panikmache!!!), die Erinnerung an die Spanische Grippe hätte es uns glauben lassen sollen.
Und trotzdem gibt es immer noch Menschen, die das alles nicht glauben wollen, nicht akzeptieren wollen, nicht Ernst nehmen. Das macht mich fassungslos und wütend! Sie sind unmittelbar mit verantwortlich dafür, dass es nicht besser werden kann. Dass alle anderen in Mitleidenschaft gezogen werden, da wir nun einmal alle in einem Boot sitzen. Sie machen sich schuldig an all denen, die an Covid-19 sterben. An all denen, die aufgrund der Lockdown-Beschränkungen weltweit mittel- oder unmittelbar ihre Existenzgrundlage oder ihr Leben verlieren oder das ihrer Angehörigen. Panikmache? Ja, die ist angebracht, finde ICH. Ob sie ein Umdenken bewirkt, bezweifel ich trotzdem. Und wenn ich diese Verhaltensweisen hochrechne auf all die anderen Menschheitsprobleme, die sich durch Verleugnung oder Egoismus genauso wenig in Luft auflösen werden wie diese Pandemie, die aber noch weitaus gravierendere Folgen haben werden, dann wird mir himmelangst und ich bin froh, schon so alt zu sein und keine Nachkommen zu haben, die all dem ausgesetzt sein würden.
Sorry, aber der Satz muss noch sein: Ich kann nicht nachvollziehen, dass so viele Menschen, die Nachkommen haben, ihnen zuliebe nicht anders agieren. Das wäre jetzt aber eine andere Baustelle…
Cooles Smiley

written by Ingrid
photo taken with iPhone (snowman not made by me)

 
 

Wir wünschen all denen, die durch Kontaktreduzierung (auch wenn es an Weihnachten besonders weh tut) mithelfen, dass wir alle aus dieser einschränkenden und wenig erfreulichen Situation baldmöglichst wieder herausfinden: