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von Oscarlotta on tour Veröffentlicht in Allgemein

Statusbericht Rügen Teil 2

 

Die schönen sonnigen Tage nutzten wir bisher für kurze oder längere Strandspaziergänge mit und ohne Einkehr, für Radtouren, für Überlandfahrten mit Fix und Boxi oder für Busfahrten nach Göhren oder Sellin. Einige stürmische Höhlentage gab es auch, aber erfreulich wenig Regen.

Strandkiosk Klein ZickerStrandkiosk Klein ZickerStrandpromenade Thiessow

Eines schönen Tages im September wollten wir per Bus nach Binz. Das bedeutet zweimal umsteigen, einmal in Göhren und einmal in Sellin, am sogenannten Serams Wendeplatz. Ich überlegte mir, dass wir für die Hinfahrt auch den Rasenden Roland nehmen könnten und Uschi war einverstanden. Also fuhren wir mit dem Bus nur bis Göhren zum Bahnhof und konnten sofort in den schon wartenden Zug, der hier seine Endstation hat, einsteigen.

Rasender RolandRasender RolandRasender RolandRasender RolandRasender RolandRasender RolandRasender RolandRasender Roland

Ein Zug besteht immer aus der hervorragend gepflegten Kleinspurlok, vier geschlossenen Waggons, davon ein Speisewagen, einem offenen Aussichtswaggon und noch einmal vier geschlossenen Waggons, einer oder zwei davon für Gepäck- bzw. Fahrradtransport. Wir hatten Glück und ergatterten die letzten beiden Sitzplätze im offenen Waggon. Kurz darauf ging es auch schon los. Die Fahrpreise sind nicht ganz niedrig, aber einmal muss man das gemacht haben, wenn man schon hier ist. Die Gesamtstrecke geht von Göhren bis Lauterbach Mole und entweder fährt man von dort wieder zurück oder man steigt um auf ein Schiff und fährt mit diesem bis Sellin (umgedreht ist natürlich auch möglich). Die kombinierte Tour kostet pro Person €17,50 (Kinder 4–14 Jahre €10,50). Ein Hund kostet, unabhängig wie alt er ist, ebenfalls €10,50!!! Zwei Erwachsenen mit bis zu drei Kindern zahlen €45,00.

Kombitour Rasender Roland

Der Rasende Roland fährt bereits seit 120 Jahren mit einer Höchstgeschwindigkeit von 30km/h und einer Spurbreite von 750mm über die Insel und erfreut sich ungebrochener Begeisterung bei den Touristen. Überall an der Strecke stehen filmende Enthusiasten. Die Gesamtstrecke beträgt 24km, für die der Zug eine gute Stunde braucht. Vielleicht würde er besser Fauchender Roland heißen, aber vor 120 Jahren waren 30km/h vermutlich schon rasend schnell. Laut lachen An den Stationen Putbus, Binz LB, Sellin Ost und Göhren laden gemütliche Bahnhofsgaststätten zur Einkehr ein.

Sellin OstHaltestelle Granitz

Wir fuhren also von Göhren bis Binz und zahlten dafür €6,60/Person. Hätten wir einen Hund dabei gehabt, wären noch einmal €3,30 fällig geworden und für Fahrräder je €3. Die Fahrstrecke bis Binz ist ein wenig langweilig, weil es fast nur durch Wald geht, kurz vor Binz durch das Waldgebiet der Granitz, von wo man auch fußläufig zum gleichnamigen Jagdschloss gelangt. Allerdings sind diese Buchenwälder wunderschön! Unangenehm wird es, wenn der Wind so steht, dass der Rauch in Richtung der Waggons geblasen wird. Er hat einen ganz spezifischen Geruch, den man nicht einatmen mag und den man den ganzen restlichen Tag in der Nase behält. Und der Rauchausstoß ist bei einer Dampflok schon gewaltig! Sicher auch nicht mehr klimapolitisch vertretbar, aber es bringt halt gutes Geld.

In Binz stiegen wir also aus und mussten dann noch eine ganze Weile an der Hauptstraße entlanglaufen, bis wir zur Fußgängerzone kamen. Es hätte natürlich auch die Möglichkeit gegeben, die Bäder-Bimmelbahn zu nehmen. Binz ist recht nett, die weißen Häuser in Bäderarchitektur sehen schön aus und wer hier hungrig oder durstig ist, hat eine Riesenauswahl. Bei schönem Wetter sind alle Tische in allen Gartenlokalen belegt! Uns zog es natürlich wieder zu Junge!!! Zwinkerndes Smiley

BinzBinz

Zurück nahmen wir dann den Bus. Da wir mit unserer Kurkarte ja erst ab Sellin kostenfrei fahren können, zahlten wir von Binz bis Sellin €3,20/Person. Das bedeutet, dass wir ganz schön sparen bei unseren kostenfreien Fahrten. Smiley

In Göhren angekommen hatten wir Glück und mussten nicht ein zweites Mal umsteigen, der Bus änderte seine Nummer und Zielanzeige und fuhr uns direkt zum Campingplatz.

Eine weitere Bustour machten wir nach Sellin. Dort fängt die Haupteinkaufsstraße und „Fressmeile“ direkt an der Bushaltestelle an. Sellin gefällt uns noch besser als Binz. Die Architektur und die Restaurantdichte ist zwar gleich, aber die Wilhelmstraße ist, obwohl keine Fußgängerzone, sehr hübsch mit ihren Bäumen zu beiden Seiten. Und das Highlight ist natürlich die Selliner Seebrücke! Vielleicht ist die Seebrücke von Ahlbeck auf Usedom durch den Loriot-Film „Pappa ante Portas“ bekannter und sie ist auch die ältere (1882), aber schöner ist sie sicher nicht. Wir kennen beide und uns gefällt die in Sellin besonders gut. Beiden Seebrücken gemeinsam ist, dass ihre weit ins Meer hineinragenden Stege durch Eisschollen zerstört wurden und wieder aufgebaut werden mussten. In Ahlbeck nur im Winter 1941/42, in Sellin zusätzlich noch 1918 und 1924. Erst in den 1970er-Jahren wurden die Holzpfosten gegen Stahlträger ausgetauscht, die vom Eis nicht mehr zerdrückt werden können. Das ist zwar sinnvoll, sieht aber lange nicht so schön aus. Baubeginn in Sellin war 1906 und außer dem Gebäude auf dem Brückenkopf (noch ohne die seitlichen Anbauten) entstand eine Seebrücke von sagenhaften 508 Metern. Nach der ersten Beschädigung durch Packeis baute man erneut auf „nur“ noch 500m auf, zusätzlich wurde aus dem Gebäude eine Konzerthalle, später genutzt als äußerst beliebtes Tanzlokal. Da über einen Zeitraum von 20 Jahren zu DDR-Zeiten nichts mehr renoviert wurde, musste das Gebäude samt Brückenkopf 1978 abgerissen werden. Erst 1991 begann der Wiederaufbau, unterstützt durch den damaligen Bundespräsidenten Richard von Weizsäcker und orientiert an den Bauten von 1906 und 1925. Seit dem 2. April 1998 ist die Seebrücke wieder in Betrieb. Sie wurde zwar auf 394m verkürzt, ist damit aber immer noch die längste der Insel. (Quelle: Wikipedia)

Seebrücke SellinSeebrücke Sellin1. Seebrücke von 1906Die Seebrücke der 1930er-JahreZerstörung Winter 1924Zerstörung Winter 1942

Zur Seebrücke hinunter und wieder zur Stadt hinauf gibt es sowohl eine lange, steile und breite Treppe mit steinernen Ruhebänkchen als auch zwei breite Rampen und sogar einen kostenfreien Aufzug. Wer von uns nahm die Treppe und wer den Aufzug??? Cooles Smiley

In Göhren muss man von der Seebrücke zur Stadt ebenfalls ein paar Höhenmeter überwinden und es gibt auch einen Aufzug bzw. eine Zahnradbahn. Der Transport kostet allerdings einen Euro.

Seebrücke Göhren

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P.S.: Wie immer könnt ihr die Fotos durch anklicken auf Originalgröße bringen und den Fototext lesen, wenn ihr den Mauszeiger auf das Foto führt.

Ein Tag am Meer

 

Ja, es gefällt uns immer noch sehr gut hier!

Nein, wir schauen nicht ausschließlich den ganzen Tag aus unseren Fenstern – ab und zu unternehmen wir auch etwas. Laut lachen

Thiessow

Für Montag sagte die Wettervorhersage Sonnenschein voraus und noch keinen Regen oder Wind wie für die kommenden Tage. Putbus stand noch auf unserer Liste. Dort waren wir das letzte Mal 2003. Da es auf direktem Weg nur 28km sind, fuhren wir einen kleinen Umweg. Es ging an Bergen vorbei über kleinste Sträßchen durch ein paar Dörfer. Im Ortskern geht die asphaltierte Straße ganz oft in Kopfsteinpflaster über, eine gut funktionierende Methode der Geschwindigkeitsverringerung ganz ohne Schilder. Zwinkerndes Smiley Wir fragen uns immer wieder, wie das Leben in diesen von der Welt abgeschnittenen Dörfern wohl zu Zeiten der ehemaligen DDR war und denken, dass die Menschen damals überwiegend Selbstversorger sein mussten. Nicht nur, dass der nächste Konsum weit weg war, das Angebot war ja auch nicht üppig. Viele Häuser sind inzwischen saniert, einige neu erbaut und es wohnen augenscheinlich (auch) junge Familien dort. Aber die Wege sind nach wie vor weit, auch wenn die „Welt“ erreichbarer geworden ist.

Ausflugsfahrt

Wir fuhren bis zu der einzigen Fähre zum Festland in Glewitz, man kommt in etwa auf halber Strecke zwischen Stralsund und Greifswald über den Strelasund. Allerdings könnte nur Uschi dort übersetzen, die Gewichtsbeschränkung liegt bei 5t! Also natürlich Uschi zusammen mit Fix und Boxi! Cooles Smiley

Rügen ist ja eine Insel mit sehr zerklüfteter Küstenlinie und immer wieder kleinen „angeklebten“ Halbinseln oder „Fingern“. Auf einer solchen, der Mönchgut-Halbinsel, liegt Thiessow, aber ganz im Süden der Insel, hier, wo die Fähre ist, gibt es eine weitere, Zudar genannt. Auf der Karte fand ich den Ort Zicker. Bei uns gibt es ja, wie schon erwähnt, Klein Zicker und Groß Zicker. Also schauten wir uns auch Zicker mal an. Dorthin gab es tatsächlich noch eine Buslinie, obwohl die Straße nur noch einspurig war und in Teilen nur aus zwei Fahrstreifen aus Betonplatten bestand. Alle paar hundert Meter gab es eine Ausweiche und natürlich kam uns an der ungünstigsten Stelle der Bus entgegen! Der Busfahrer war freundlich und rangierte sein Gefährt in die einzig verfügbare Lücke, sodass wir uns mit Fix und Boxi vorbeiquetschen konnten. Mit Oscarlotta wäre es schwierig geworden!

Ich hatte als Beifahrer die Karte der Insel auf dem Schoß und irgendwann fiel mir auf, dass nicht etwa die Orte mit „ow“ am Ende (wie üblich in diesem Teil Deutschlands, z. B. Thiessow) in der Überzahl sind, sondern eindeutig (!) die „itze“. Kleine Auswahl gefällig? Ohne Anspruch auf Vollständigkeit!!! Erstauntes Smiley

Sassnitz

Üselitz

Losentitz

Silmenitz

Groß Schoritz

Venzvitz

Poseritz

Krakvitz

Kasnevitz

Groß Kubitz

Karnitz

Boldevitz

Parchtitz

Vilmnitz

Granitz

Alt Reddewitz

Buschvitz

Ramitz

Neddesitz

Varnkevitz

Gramtitz

Nadelitz

Nistelitz

Garftitz

Kartzitz

Jamitz

Reischwitz

Pachtitz

Thesenvitz

Lipsitz

Muglitz

Platvitz

Dreschvitz

Dönkvitz

Dußvitz

Klucksevitz

Bußvitz

Lüßvitz

Dubkevitz

Rattelvitz

Varbelvitz

Teschvitz

Presnitz

Garditz

Tribkevitz

Jabelitz

Libnitz

Vaschvitz

Retelitz

Schmantevitz

Fernlütkevitz

Kreptitz

Starrvitz

Polkvitz

Silvitz

… ???

Die Rücktour verlief „unten herum“, wir machten noch einen kurzen Abstecher nach Lauterbach, wo wir 2003 auf dem Wohnmobilstellplatz gestanden hatten und fuhren dann nach Putbus hinein. Die Attraktion hier sind die 15 im klassizistischen Stil erbauten und kreisförmig angeordneten strahlend weißen Häuser, in Auftrag gegeben 1810 von Fürst Wilhelm Malte I. Fürst zu Putbus. Wir fragten uns, wie wohl der Name Putbus entstanden sein könnte und natürlich kennt (Quelle) Wikipedia die Antwort: „Der Name Putbus leitet sich vom slawischen epod boz her und bedeutet hinter dem Holunderbusch.“ Na ja, kann man glauben oder auch nicht.

Die Häuser sind recht ansehnlich und imposant, einige sind allerdings noch oder wieder renovierungsbedürftig. Sehen kann man sie nur, wenn man einmal um den ganzen Platz, Circus genannt, herumläuft. Aus der aufwändig angelegten Parkanlage mit ihren 8 baumgesäumten Wegen, die alle auf einen 19m hohen Obelisken zulaufen, sieht man nur Fragmente von ihnen. Dieser Platz, das Wahrzeichen von Putbus und beliebter Ausflugsort, gilt als letzter einheitlich ausgeführter Rondellplatz Deutschlands.

Circus PutbusCircus PutbusCircus Putbus

Viel mehr bietet Putbus nicht, vielleicht noch die Orangerie, den Marstall und das Mausoleum im Schlosspark. Wir hatten aber noch ein anderes Ziel! Vor längerer Zeit war ich in einem Dokumentationsfilm über Rügen auf ein ungewöhnliches Geschäft aufmerksam geworden mit einem ebenso ungewöhnlichen Namen: „Ein Tag am Meer“. Es wurden lustig bemalte Treibholzstücke gezeigt, die hier gefertigt und verkauft werden. Wir fanden den Laden an der Hauptstraße nur wenige Meter vom Circus entfernt. Und wir waren begeistert!!! Weil die Exponate so liebe- und phantasievoll gestaltet sind, gibt es hier alle Fotos, die ich gemacht habe. Smiley mit geöffnetem Mund

Ein Tag am MeerEin Tag am MeerEin Tag am MeerEin Tag am MeerEin Tag am MeerEin Tag am MeerEin Tag am MeerEin Tag am MeerEin Tag am MeerEin Tag am MeerEin Tag am MeerEin Tag am MeerEin Tag am MeerEin Tag am MeerEin Tag am MeerEin Tag am MeerEin Tag am MeerEin Tag am Meer

Wenn wir über mehr Platz verfügen würden, hätten wir sicher mehr mitgenommen als „nur“ zwei Schlüsselanhänger.

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P.S.: Wie immer könnt ihr die Fotos durch anklicken auf Originalgröße bringen und den Fototext lesen, wenn ihr den Mauszeiger auf das Foto führt.

Statusbericht Rügen Teil 1

 

Inzwischen haben wir gut die Hälfte unseres Herbstaufenthaltes auf Rügen schon wieder rum. Mist! Die Zeit vergeht viel zu schnell!!! Die Entscheidung für genau diesen Campingplatz im Südosten der Insel war goldrichtig, ein dickes Dankeschön für die Empfehlung geht nach Sprockhövel. Smiley

RügenSüd-Ostrügen

Unsere Stellplätze liegen natürlich auch genial. Wir haben zwar keine Komfort-Plätze (mit eigenem Frisch- und Abwasser- und Stromanschluss), aber einen Stromkasten gibt es im Abstand von drei Plätzen, der nächste Wasserhahn ist nur ein paar Meter entfernt und Toilettenkassetteninhalt und Abwasser können wir entweder am kleinen WC-Häuschen oder am nächsten großen Sanitärgebäude (es gibt insgesamt zwei) entsorgen. Für die Toilettenkassette nutzen wir unsere Rollwägelchen, für das Abwasser habe ich aus den Tiefen meiner Heckgarage den rollbaren Tank herausgekramt, den ich nur dann nutze, wenn mir die Entsorgungsmöglichkeit zu weit weg ist. In ihn passt deutlich mehr als in einen Eimer und ich muss nicht ganz so oft laufen. Zwinkerndes Smiley Ich habe mir aber sowieso angewöhnt, die Ver- und Entsorgung jede Woche zu erledigen, dann bleibt es in vertretbaren Ausmaßen. Das alles bezieht sich darauf, wenn ich längere Zeit irgendwo stehenbleibe, zu Fahrzeiten nutze ich natürlich die VE-Stationen zum Drüberfahren und zapfe dort auch das Frischwasser, aber nur mit meinem eigenen Schlauch! Inzwischen ist es leider auch schon etwas kälter geworden, die Heizung läuft abends ein paar Stunden und die letzte Gasflasche hat nur noch für 12 Tage gereicht. Das Gas ist hier mit €25/Flaschenfüllung recht teuer!

Lageplan - Campingplatz Thiessowunsere Plätze

Der September hat uns außer extremer Hitze oder extremer Kälte alles geboten, wunderschönes warmes Spätsommerwetter, heftigsten Sturm, phantastische Sonnenuntergänge und ab und zu ein wenig Regen. Aber egal, wie das Wetter ist, unser Ausblick ist immer interessant und einfach nur schön! Zu Beginn weidete auf der riesigen Brachfläche zwischen Campingplatz und Zicker See noch eine ebenso riesige Rinderherde. Muttertiere mit ihren Kälbchen, Jungrinder und ältere Tiere. Sie wanderten fressend langsam von der einen Seite der Weide zur anderen, kamen also mindestens zweimal am Tag bei uns vorbei. An einem besonders stürmischen Abend versammelten sie sich, als es auch noch zu regnen begann, alle dicht gedrängt direkt fünf Meter von Oscarlotta entfernt am Zaun, laut muhend und alle mit dem Hinterteil zum Sturm. Ich hätte sie ja gerne reingelassen, sie taten mir wirklich Leid, aber soviel Platz hatte ich einfach nicht! Laut lachen

ThiessowThiessowThiessow

Inzwischen ist der Grundwasserspiegel angestiegen und große Flächen der Wiese stehen unter Wasser. Die Kühe sind abgeholt worden, dafür versammeln sich Graureiher, Schwäne, Möven und Wildgänse um die und auf den Wasserflächen.

nur KuhweideWasserflächen für Zugvögelunser täglicher Blick

Die Gänse haben sich schon richtige Bäuche angefressen, aber die Fettreserven werden sie noch brauchen. Sie kommen und gehen in wunderschönen Formationen und mit viel Geschrei. Wir warten sehnsüchtig auf die Kraniche!!! Ein Schwarm kam schon vorbei, flog suchend dreimal an der Wasserlinie entlang, entschloss sich aber leider nicht, die Nacht hier zu verbringen. Es war trotzdem ein magischer Moment, denn genau an diesem Abend war der Himmel besonders schön und sie flogen in Formation an den pinkfarbenen Wolken vorbei. Sie sind leicht von den Wildgänsen zu unterscheiden, allein schon durch die Lautstärke ihres Geschreis! Erstauntes Smiley Und dann sind sie natürlich noch viel größer und gestreckter mit ihren langen Hälsen und Beinen. Von ihnen habe ich leider kein Foto, so schnell war ich nicht, aber ich kann euch eine Auswahl von Sonnenuntergängen zeigen.

SonnenuntergangSonnenuntergangSonnenuntergangSonnenuntergangSonnenuntergangSonnenuntergangSonnenuntergangSonnenuntergangSonnenuntergang

Schön, oder ???

Hier auf Rügen wird eine Kurabgabe verlangt und bei der Länge unseres Aufenthaltes lohnte es sich, eine Jahreskurkarte zu beantragen, mit Namen und Lichtbild. Diese berechtigt uns u. a. den am Campingplatz vorbeifahrenden Linienbus unentgeltlich zu nutzen, in die eine Richtung bis Sellin. In die andere Richtung geht es nur noch „um die Ecke“, in Klein Zicker ist Schluss mit der Halbinsel Mönchgut, der Bus fährt eine Schleife und kommt wieder am Campingplatz vorbei. Wenn man also früh genug an der Haltestelle ist und keine Lust hat, draußen dumm rumzustehen, kann man schon einsteigen und eine kleine Extratour fahren. Smiley In Klein Zicker gibt es noch einen Campingplatz, der überwiegend von Surfern genutzt wird, denn dort ist schon die offene Ostsee.

Ostseestrand Thiessow

Von unserem Platz aus schauen wir über den Hafen hinweg dorthin und sehen jeden Tag die Kite-Schirme hin und her flitzen. Wind gibt es hier eigentlich immer genug und selbst bei heftigem Sturm sind immer einige Kiter draußen. Und dann gibt es ganz am Ende von Klein Zicker noch einen Strandkiosk mit Gartenbetrieb und ausgesprochen leckerem und preiswertem Angebot in kalt (Fischbrötchen in allen Variationen), heiß (Kibbeling, Backfisch, Fischfrikadellen, Pommes, Suppen und mehr) und auch in süß (Kuchen). Getränke natürlich auch in ausreichender Auswahl. Den Imbiss haben wir per Zufall entdeckt und waren bereits einige Male dort, immer im Sonnenschein.

Klein-Zickerwird geteilt!schöner geht nicht :-)

Es gibt aber auch ein paar Innenplätze, wenn das Wetter nicht mehr mitspielt und die Bushaltestelle liegt direkt daneben. Cooles Smiley

Noch eine nette Einkehrmöglichkeit liegt am Ostseestrand, den wir erreichen, wenn wir die Straße am Campingplatz entlang überqueren und 150m durch ein Kiefernwäldchen laufen. Wir haben noch schöne Strandspaziergänge barfuß durchs Wasser zu genau diesem kleinen Café gemacht, wo es leckeren selbstgebackenen Kuchen oder genauso leckere Crèpes gibt.

"unser" Strandich begegne mir selbst ;-)

Durch den Kiefernwald führt ein Radweg, auf dem man in alle möglichen Teile der Mönchgut-Halbinsel fahren kann. Unsere erste Tour führte nur bis zum Campingplatz in Lobbe, ca. 4km entfernt, wo es einen schönen Abenteuer-Spielplatz und ein nettes Strandlokal gibt. Wir wollten zu zweiterem! Zwinkerndes Smiley

Strandlokal in Lobbe

Dass wir nicht weiter fuhren, lag daran, dass meine Gangschaltung am Fahrrad schon wieder nicht funktionierte! Ich konnte nur im 3. oder 4. Gang fahren und das ist auf Dauer nicht so toll. Wir wissen zwar inzwischen, was man wo einstellen kann, aber es veränderte sich nichts. Also fuhren wir am nächsten Tag mit dem Bus bis ins nächste Städtchen, nach Göhren. Dort gibt es Einkaufsmöglichkeiten für Lebensmittel, eine Junge-Bäckerei mit Café und neben allen möglichen Geschäften auch einen Fahrradhändler mit Werkstatt. Am nächsten Tag wurde mein Fahrrad abgeholt und schon einen Tag später wieder zurückgebracht, mit neu eingestellter Gangschaltung. Es kostete fast nichts und der Transport war im Preis mit drin. Das nenne ich Kundenservice! Jetzt bleibt nur abzuwarten, wie lange die Einstellung diesmal hält!!! Eine größere Tour haben wir schon erfolgreich hinter uns gebracht.

Meine Lieblingsbäckerei im Norden Deutschlands ist bekanntlich “Junge”. Seit ein paar Jahren besitze ich eine Kundenkarte, die alles um einiges preiswerter macht. Bei einem mittleren Milchkaffee z. B. um 50 Cent, das lohnt sich schon. Außerdem sammelt man für jedes Getränk, für jeden Verzehr und für jedes Brot Punkte und bekommt bei jeweils 12 Punkten einen Kaffee etc. umsonst. Richtig gut finden wir das Umweltbewusstsein, das propagiert wird und ein Projekt, das sich “Das Geld hängt an den Bäumen” nennt und von Junge unterstützt wird. Es handelt sich dabei um einen privaten Unternehmer aus dem Hamburger Umland, dem aufgefallen war, wieviele Obstbäume nicht mehr abgeerntet werden. Er beschäftigt ausschließlich Menschen mit Behinderungen oder aus sozialen Randschichten, das Obst wird zu Saft verarbeitet und in Gaststätten, online und eben auch bei Junge verkauft. Eine tolle Idee!

Bäckerei JungeBäckerei JungeBäckerei JungeBäckerei Junge

So, jetzt höre ich aber erst einmal mit der Schwärmerei auf. Ich denke, ich konnte euch vermitteln, dass es uns hier ausnehmend gut gefällt. Kuss senden Unser Abendhimmel von gestern, nicht spektakulär, aber schön:

AbendhimmelAbendhimmelAbendhimmel

written by Ingrid
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P.S.: Wie immer könnt ihr die Fotos durch anklicken auf Originalgröße bringen und den Fototext lesen, wenn ihr den Mauszeiger auf das Foto führt.

Rügen – wir kommen!!!

 

Uschi war inzwischen auch unterwegs, hatte ihre Termine bei Tischer und beim Nissan-Händler erfolgreich erledigt und fuhr im Kilometerrausch mir nach. Sie wollte „nur“ bis Wismar, fragte aber vorsichtshalber nach, ob bei mir noch ein Plätzchen frei sei, falls Wismar voll sein sollte. War es, beides. Obwohl der Stellplatz in Wismar vor ein paar Jahren erweitert wurde, war er komplett belegt! Nicht ungewöhnlich für Ende August bei einem attraktiven Stellplatz nahe bei einer beliebten Stadt an einem Freitagabend, trotzdem doof. Uschi rief mich um kurz nach 20 Uhr an und wollte die 80km bis ins nach Tessin noch fahren. Das bedeutete, dass sie nicht mehr vor 21 Uhr da und die Anmeldung dann geschlossen sein würde. Natürlich hätte ich sie einfach mit meinem Schlüssel reinlassen können, ich entschied mich aber, telefonisch um die Erlaubnis dafür zu bitten. Zum Anmeldebüro laufen wollte ich nicht extra, die Tür und die Hitze! Aber sicher könne ich meine Freundin hineinlassen, vorausgesetzt, sie würde am nächsten Morgen zum Bezahlen kommen. Auf der Straße müsse sie die Nacht nicht verbringen! Um zwanzig nach neun schloss ich das Tor auf und stellte mich um die erste Ecke an die Garagen. Die besonderen Gegebenheiten hatte ich Uschi am Telefon erläutert. Bevor ich Big Fix sah oder hörte, erschien ein Lichtkegel an der letzten Garage. Ich schaltete meine Taschenlampe auf dem iPhone ein und gab Signale, sobald Fix und Boxi um die Ecke gebogen waren. Die beiden und Uschi waren an dem Tag 745km Erstauntes Smiley gefahren und froh, auf solch einem schönen und ruhigen Stellplatz gelandet zu sein. Da Uschi über eine funktionierende Klimaanlage verfügt, sagte sie, dass es für sie angenehmer gewesen sei, gekühlt zu fahren als stehend weichgekocht zu werden.

Tessin

Der nächste Tag wurde noch einmal so heiß, dass ich meine Klimaanlage durchlaufen ließ und Oscarlotta nur verließ, um meine Toilettenkassette zu entleeren und meinen Wassertank randvoll zu machen. Der Wasserhahn war nur ein paar Meter entfernt. Dabei fiel mir auf, wie traurig die neuangepflanzten Bäumchen aussahen und die nächsten Gießkannenfüllungen waren für sie. Verliebt

Uschi hatte sich beim nahen Bäcker Brötchen geholt und ihren Platz bezahlt und war zu weiteren Aktivitäten auch nicht bereit. Stimmt nicht, sie schaute sich Oscarlottas Tür an, schraubte die drei seitlichen Befestigungen ab, reinigte sie und schliff sie an.

Am nächsten Morgen öffnete sich die Tür anstandslos! Wir gaben unsere Schlüssel ab und fuhren wieder auf die A20. Bei der Ausfahrt 24 wechselten wir auf die E251/E22, die geradewegs auf die Rügenbrücke führt. Wir waren wohl nicht die einzigen, die dort hin wollten! Am letzten Rastplatz vor der Brücke hielten wir noch einmal an, wer weiß, wann wieder eine Gelegenheit kommen würde. Es fing nämlich leicht an zu regnen und ich kann mein Fenster an der Beifahrerseite in Ermangelung eines Beifahrers während der Fahrt nicht schließen. Wir fuhren bei Regen über die Brücke und über den Rügendamm. Mein Scheibenwischer auf der Beifahrerseite hat keinen ausreichenden Anpressdruck und wischt mehr in der Luft als auf der Scheibe. Das ist ein Manko, das immer nur kurzzeitig beseitigt werden kann, wenn ich mal wieder einer Werkstatt den Auftrag dazu gegeben habe. Da ich durch meinen Teil der Scheibe genug sehe, kann ich damit leben. Plötzlich drehte sich der rechte Scheibenwischerarm aber sehr akrobatisch einmal um die eigene Achse und blieb von der Scheibe weggedreht in der Luft. Sofort schaltete ich die Anlage ab. Aber es regnete und ich sah nichts mehr! Ich musste die Scheibenwischer laufen lassen!!! Anhalten ging natürlich nirgendwo, die Zugangsstraßen auf die Insel sind in diesem Bereich ausgesprochen schmal und insgesamt nur zweispurig. In beiden Richtungen bewegte sich eine PKW-Schlange! Der in der Luft schwebende, verdrehte Scheibenwischer machte sehr sonderbare Bewegungen und ich rechnete damit, dass er jeden Moment abfallen würde! Verwirrtes Smiley Ich schaltete die Anlage nur kurz ein, wenn ich fast nichts mehr sah und hoffte inständig auf einen Parkplatz. Der kam dann ZUM GLÜCK irgendwann. Mir war klar, dass Uschi sich wundern würde und ich wollte schnell aussteigen, um ihr Bescheid zu geben. Meine Tür GING NICHT AUF!!! Aber nicht ums Verrecken! Uschi kam durch den Regen gelaufen und ich rief ihr zu, sie möge den Scheibenwischer wieder zurückklappen. Der hatte sich aber so verkantet, dass auf die Schnelle nur abmontieren half. Egal, er nützte mir ja sowieso nicht viel, Hauptsache, ich konnte weiterfahren. Der verbleibende Gelenkstummel hatte genügend Abstand zur Scheibe, sodass er sie nicht verkratzen konnte. Der Regen wurde noch heftiger! Dann kam die Strecke mit den wunderschönen Baumalleen, die es nur noch in diesem Teil Deutschlands gibt. Ich erwähnte den starken Gegenverkehr? Die Warnschilder an den Bäumen für hohe Fahrzeuge nehme ich sehr ernst, die Bäume sind nämlich mit Sicherheit widerstandsfähiger als Oscarlotta. Ich blieb also in gebührendem Abstand zu ihnen, was bedeutete, dass ich über die Mittellinie fuhr. Wenn mir niemand entgegen kam. Wenn doch, blieb ich vor dem in die Straße hineinragenden Baum stehen und fuhr dann im großen Bogen drumherum. Es dauerte, bis wir in Thiessow ankamen! Enttäuschtes Smiley Auf dem Parkplatz des Campingplatzes ging die Tür nur auf, weil ich mich von innen dagegenwarf (mein Knie konnte ich nicht mehr einsetzen!) und Uschi von außen zog. Es war jetzt klar, dass der untere der drei „Tannenbäume“ (so hatte der Hartal-Mitarbeiter sie damals genannt) der Übeltäter war. Der wurde jetzt abgeschraubt! Und schon war das Problem gelöst. Seine Arbeit müssen bis auf weiteres seine beiden Kollegen übernehmen. Vermutlich müssen die Stifte in der Tür, die in diese Tannenbäume einrasten, wenn sich die Tür schließt, neu justiert werden. Ob wir das hinkriegen oder ob das eine Werkstatt machen muss, wird sich zeigen. Wir haben ja jetzt zwei Monate Zeit!

Hartal-TürHartal-TürHartal-TürHartal-TürHartal-TürHartal-TürHartal-Tür

Die Schranken des Campingplatzes öffneten sich erst um 15 Uhr wieder, die Rezeption war aber besetzt. So konnten wir uns anmelden und im Campingplatz-Bistro unseren ersten Backfisch essen. Wir hatten zwei nebeneinanderliegende Stellplätze gebucht, wovon einer allerdings erst drei Tage später frei werden sollte. Solange müsste Uschi einen anderen Platz nehmen. Sie fuhr schon einmal vor, ich machte einen Zwischenstopp auf der Entsorgungsstation. Als ich in der Nähe unserer Plätze ankam, stand Fix und Boxi mitten auf der Zufahrtsstraße und Uschi unterhielt sich mit den Campern auf ihrem zukünftigen Platz. Die packten gerade die Fahrräder zusammen und mussten nur noch den Wohnwagen anhängen. Der PKW stand natürlich auf meinem Platz! Laut Campingplatzordnung muss man bis 11 Uhr abgereist sein, aber für manche Menschen gelten immer andere Regeln. Die Leute waren aber nett und absolut relaxt. Der Mann stellte sein Auto auf die Straße und mit Uschis Hilfe drehte ich Oscarlotta auf 11 Metern um 180 Grad. Um quer zu stehen waren die Plätze nicht tief genug und ich wollte die Tür nicht zur Straße haben. Es dauerte dann noch eine gute halbe Stunde, bis Uschi hinter mich fahren konnte. Smiley

ThiessowThiessow

Unser erster Eindruck bestätigte nicht nur alle Erwartungen, sondern übertraf sie noch! Wir stehen in der „ersten Reihe“ mit einem unverbaubaren grandiosen Ausblick. Der Regen hatte mit unserer Ankunft aufgehört und dieser graue und etwas stressige Tag verabschiedete sich mit einem versöhnlichen und völlig unverhofften Willkommenssonnenuntergang! Daumen hoch

Thiessow

written by Ingrid
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P.S.: Wie immer könnt ihr die Fotos durch anklicken auf Originalgröße bringen und den Fototext lesen, wenn ihr den Mauszeiger auf das Foto führt.

Heißt es ins Tessin oder nach Tessin?

 

Ich hatte versäumt, nachzufragen, wann ich am nächsten Morgen spätestens abgereist sein müsste und beschloss, dass 11 Uhr in Ordnung sein muss. Wenn der Innenbereich von Oscarlotta im Reisemodus ist, brauche ich für sie und für mich eine gute Stunde, bis wir fahrfertig sind, vom Aufwachen bzw. Aufstehen aus gerechnet. Und dann habe ich zwar ein, zwei Kaffee bekommen, aber noch kein Frühstück, höchstens ein, zwei, drei Kekse. Zwinkerndes Smiley
Um viertel nach elf rollten wir vom Grundstück, ohne noch jemanden gesehen zu haben. Die Anfahrt zum Campingplatz war etwas unübersichtlich gewesen und so kam es, dass ich direkt an der ersten Abbiegung in die falsche Richtung fuhr. Manchmal ist es auch von Nachteil, ein Steinbock zu sein und so fuhr ich weiter anstatt zu drehen, in der festen Überzeugung, dass ich schon irgendwann auf die richtige Straße kommen würde. Mein Tommie schlug die Hände über dem Kopf zusammen und blieb nach den ersten erfolglosen Aufforderungen, doch bitte zu wenden, stumm. Oscarlotta und ich fuhren auf kleinsten Sträßchen durch eine schöne Waldgegend, danach durch eine menschenleere Wohnsiedlung und kamen nach einer guten halben Stunde an einer Stelle vorbei, die mir vom Tag zuvor in Erinnerung war. Immerhin in der richtigen Richtung! Beide Schiebefenster im Fahrerhausbereich hatte ich handbreit auf, damit wenigstens etwas Luftbewegung vorhanden war. Es war nämlich wieder heftig warm draußen!
Einen Plan, bis wohin ich fahren würde, hatte ich nicht. Kurz vor Ludwigslust stand ein Hinweisplakat auf einen Toom-Baumarkt an der Straße. Super, da würde ich meine leere Gasflasche tauschen. Und vielleicht gäbe es ein Baumarkt-Café! Statt Ludwigslust kam die Auffahrt auf die A14 Richtung Wismar. Nee, ich will erst zu Toom! Toom kam aber nicht, Ludwigslust auch nicht, auch keinerlei Hinweise, so, als gäbe es diese Stadt gar nicht! Es wurde immer ländlicher und irgendwann bog ich zumindest schonmal rechts ab. Erwähnte ich schon einmal, dass ich ungern dieselbe Strecke wieder zurückfahre? Dazu konnte ich mich erst durchringen, als das Waldsträßchen von Teer zu Kopfsteinpflaster wechselte. Als ich wieder an der Autobahnauffahrt angekommen und schon leicht genervt war, schrieb ich Ludwigslust und Toom und Gasflasche ab und fuhr Richtung Wismar. Ich SCHWÖRE, dass nichts anderes als Wismar dort stand! Drei Kilometer weiter an der ersten Abfahrt ging es dann nach Ludwigslust!!! Ob es der Wunsch war, doch noch eine Gasflasche zu bekommen oder mein inzwischen nicht mehr zu ignorierender Hunger, irgendetwas ließ mich den Blinker setzen und abfahren. Das Stadtzentrum war ausgeschildert, bloß sah ich keinen Hinweis mehr auf den Baumarkt. Verwirrtes Smiley Okay, ich musste irgendwo halten, die Adresse online suchen und endlich Tommie wieder einschalten. Die einzige Wendemöglichkeit war eine Tankstelle auf der anderen Straßenseite und dort fuhr ich direkt vor die Gitterbox mit Gasflaschen! Stehenbleiben konnte ich dort allerdings nicht, dann hätte ich die Zufahrt zur Waschstraße blockiert. Also wieder raus auf die Straße, noch einmal auf die Tankstelle fahren und sofort an der Staubsauger-Parkfläche halten. Jetzt blockierte ich zwar die, aber eine andere Möglichkeit gab es für mich nicht. Ich blieb auch nicht lange dort stehen, denn im Kassenraum gab es genau eine Angestellte, aber schon eine Schlange von mindestens sechs Männern, die ihre Tankrechnung bezahlen oder etwas kaufen wollten. Meine Geduld und Gelassenheit nimmt proportional zu meinem Sättigungszustand ab, ich machte auf dem Absatz kehrt, riss die Fenster in Oscarlotta wieder auf, suchte die Baumarktadresse raus und ließ mich direkt über Google dorthin leiten. Es ging durch die ganze Stadt wieder zurück, an der ersten Kreuzung nach der Autobahnabfahrt hätte ich nach rechts abbiegen müssen! Ich SCHWÖRE, dass dort nichts von Toom stand! Der kam dann aber ein paar Kilometer weiter tatsächlich, ich parkte quer über vier PKW-Parkplätze, ging vorsichtshalber ohne Gasflasche erst einmal fragen, ob ich meine tauschen könne, bekam sogar ungefragt von einer netten Kassiererin einen Chip für eine Baumaterialkarre („da müssen Sie nicht so hoch heben“) und konnte ganz unproblematisch eine neue Gasflaschenfüllung erwerben. Nur ein Café gab es leider nicht!!! Oscarlotta stand in der prallen Sonne, dort konnte ich nicht frühspätstücken. Also musste ein weiterer Keks herhalten. Cooles Smiley
Die Autobahnrastplätze waren alle geklont, voll und vollsonnig. Wenn mein Hunger eine bestimmte Grenze überschritten hat, werde ich entscheidungsunfähig und fahre einfach immer weiter. Das hätte sich fast geändert, als an einer Auffahrt innerhalb einer Baustelle zwei PKWs rechts an mir vorbeischossen und unbedingt noch vor mir reinfahren mussten. Für den ersten war das völlig in Ordnung, der zweite hätte mich aber erst vorbeilassen müssen, zumal ich ja auf der vorfahrtberechtigten Straße war und es keinen Seitenstreifen gab. Tat er aber nicht, der Idiot (der Fahrer, nicht der PKW). Zähnezeigendes Smiley Vollbremsung, das rechte Schiebefenster flog ganz auf, einige Dinge in Oscarlotta gerieten in Bewegung und wenn der Fahrer nicht ZUM GLÜCK Vollgas gegeben hätte, wäre es das gewesen. Jetzt hatte ich mehrere Gründe, den nächsten Rastplatz anzufahren, egal wie sonnig es dort war. Ich musste mich und die in Oscarlotta verstreuten Gegenstände sammeln und das Fenster wieder schließen. Sooo viel Wind wollte ich dann doch nicht! Ich aß endlich etwas und erledigte ein Telefonat, das ich schon seit Tagen vor mir herschob. Meine Fahrerhaus-Klimaanlage ist nämlich nicht mein einziges Problem. Trauriges Smiley Bereits am Morgen meiner ersten Übernachtung auf dieser Reise ließ sich meine Aufbautür von innen nicht mehr öffnen! Etwas schwergängig ist sie schon lange, aber es reichte immer, wenn ich mit dem Knie leicht nachhalf. Dieses Mal nützte das nichts. Es gibt nur diese eine Tür! Was macht man, wenn man aus seinem Mobil nicht mehr rauskommt? Ich probierte 10 Minuten alles mögliche, verdächtigte eines der beiden Schlösser als Übeltäter und wurde irgendwann rabiat. Mit dem Ergebnis, dass die Tür aufging und mein Knie blau wurde! Dieses Spiel setzte sich die nächsten Tage fort. Mal ging die Tür anstandslos und beim ersten Versuch auf, mal nicht. Ich hatte keine Erklärung dafür. Vor vielen Jahren hatten wir dieses Problem schon einmal, damals durfte Oscarlotta nicht mit der Tür zur Sonne stehen. Wir waren dann irgendwann bei Hartal in Iserlohn und dort wurde sie wieder neu eingestellt. Jetzt rief ich in Stralsund beim Caravan-Center Dahnke an und fragte, ob man mir helfen könne. Es war ja schon Freitagnachmittag und mein Plan war, auf dem angeschlossenen Stellplatz das Wochenende zu verbringen und erst am Montag nach Rügen zu fahren. Meine verspätete Ankunft hatte ich ja schon angekündigt. Der freundliche Mensch am Telefon erklärte mir allerdings, dass sie sich mit Hartal-Türen nicht auskennen würden, man könne zwar mal gucken, aber die Werkstatttermine seien bis weit in den Oktober ausgebucht. Ich verzichtete auf Stralsund (noch ging die Tür ja auf, mit mehr oder weniger Überredungsgewalt) und suchte online nach einem geeigneten Stellplatz für die nächsten zwei Nächte.
Am Kreuz Wismar wechselte ich auf die A20 Richtung Rostock und ein Stück dahinter war ich im Tessin. Nein, falsch, iN Tessin. Das ist ein unbedeutendes kleines Städtchen wenige Kilometer abseits der Autobahn mit einem netten und etwas ungewöhnlichen Wohnmobil-Stellplatz. Nett, weil man sich auf einer großen Wiese mit oder ohne Bäume/n seinen Platz da suchen kann, wo es einem gefällt. Nett auch der Preis von €12 incl. Strom und Wasser (mehrere Wasserhähne auf dem Gelände). Nett der Blick auf das angrenzende Freibad und auf die Tennis- und Sportplätze. Alles weit genug entfernt, dass die Lärmbelästigung sich in Grenzen hält. Besonders nett, dass keine Straßen in der Nähe sind, was zu einer wunderbaren Stille in der Nacht führt. Das liegt an der Ungewöhnlichkeit des Platzes bzw. seiner Lage. Es gibt an der Hauptstraße zwar ein Hinweisschild, aber die einspurige, enge und lange Zufahrt zu einem Haus ganz an ihrem Ende ermutigte mich nicht, dort hineinzufahren. Der große Parkplatz daneben gehörte aber nur zum Schützenhof. Ich fuhr ein Stück die Straße entlang, wendete und fuhr wieder zurück. Es war klar, ich musste dort bei dem Hinweisschild hineinfahren! Ein Junge mit Hund kam mir entgegen und ich fragte ihn, ob es da hinten einen Stellplatz für Wohnmobile geben würde. Das wusste er nicht! Etwas ratlos schaute ich wieder nach vorne und sah am Ende des Weges eine winkende Frau. Bei ihr angekommen bekam ich einen Schlüssel und eine Wegbeschreibung. Parken und aussteigen war nicht möglich.

TessinTessin

Ich solle quasi um das Gebäude herumfahren, zweimal rechts abbiegen, zwischen den Garagen durchfahren, das Tor auf (und wieder zu) schließen, mir einen Platz suchen und dann zum Bezahlen kommen. Netterweise verriet sie mir auch den kürzeren Fußweg an den Tennisplätzen entlang. Der Stellplatz ist ausgewiesen für 20 Mobile, anwesend waren drei und ich suchte mir ein schönes Plätzchen neben einem Apfelbaum aus. Am Tor war meine Tür schon nicht mehr ganz freiwillig aufgegangen, als ich zur Anmeldung gehen wollte, musste ich wieder Gewalt anwenden. Die Nachbarn auf dem übernächsten Platz werden sich wohl gewundert haben, warum ich von innen auf meine Tür einhämmerte! Smiley mit geöffnetem Mund Von außen öffnete sie sich bei meiner Rückkehr zur Abwechslung dann schon beim zweiten Versuch! Ich war nicht in Erklär-/Erzähllaune, ich wollte nur meine Klimaanlage anwerfen und meine Ruhe haben!!!

TessinTessinTessin

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P.S.: Wie immer könnt ihr die Fotos durch anklicken auf Originalgröße bringen und den Fototext lesen, wenn ihr den Mauszeiger auf das Foto führt.

Geht es etwa weiter???

 

Wohnmobilstellplatz Eschede ZUM GLÜCK hatte ich keinen Werkstatttermin um 8 Uhr, sodass ich doch noch ein paar Stunden Schlaf bekam, nicht genug, aber immerhin. Vereinbart war, dass ich, nachdem der TÜV-Prüfer fertig sein würde, kommen sollte, also gegen 13 Uhr. Perfekt für mich! Vorher würde ich anrufen, um nicht umsonst vor der Werkstatt zu stehen, falls der Kompressor doch noch nicht geliefert sein würde. Und so kam es – ich rief an und man teilte mir mit, dass der Kompressor erst am nächsten Tag kommen würde!!! Mist! Es war ja gar nicht die Zeit, davon hatte ich ja noch genug bis zum 1. September, es war die Hitze, die ich jetzt noch einen weiteren Tag aushalten musste. Das sagte ich so auch Herrn Seemüller und dass ich wohl nach Uelzen zurückfahren würde, weil ich Strom bräuchte, um die Klimaanlage laufen lassen zu können. Worauf er sofort sagte, dass er, wenn es nur um einen Stromzugang ginge, eine Lösung finden würde. Er würde seinen Nachbarn fragen, ob ich bei ihm auf dem Grundstück über Nacht stehen könnte. Zwei Tage zuvor hatte mir Herr Seemüller angeboten, dass man mich für die Dauer der Reparaturen zu der einzigen Attraktion in der Umgebung von Eschede fahren könnte, zum Filmtier-Park. Dorthin würde ich dann jetzt fahren und danach bei ihm vorbeikommen, teilte ich ihm mit. Nach Uelzen könnte ich dann zur Not immer noch fahren.

Der Tierpark interessierte mich, weil es sich spannend anhörte, dass dort alle? einige? der Tiere leben, die für bestimmte Filmszenen ausgebildet? abgerichtet? wurden und bei Bedarf an Filmstudios/-produktionen ausgeliehen werden. Hatte ich mir noch nie Gedanken drüber gemacht, wo solche Tiere leben. Wenn ich also die Gelegenheit schon hatte, dann wollte ich sie auch wahrnehmen, egal, wie heiß es war.

Lageplan Es war nicht weit, es gab einen Parkplatz mit einer Abteilung für Busse, der Eintritt war mit €10 noch erschwinglich. Geworben wurde mit Fotos von Prominenten in hautnahem Kontakt mit Löwen und Tigern. Ich bekam einen Gehegeplan und begann meinen Rundgang. Nun kann man zu Tierparks ja die oder die Meinung haben, hier hatte ich ziemlich schnell das Gefühl, dass die Behausungen, Freigelände und Volieren zu klein und/oder zu eintönig sind. Zudem schien den Tiere, wenn sie denn überhaupt zu sehen waren, die Hitze genauso zu schaffen zu machen wie mir. Fast alle lagen schlafend oder dösend im Schatten. Enttäuschtes Smiley

schlafende Waschbärenschlafende WaschbärenKamele und Dromedaredösendes Dromedareuropäische WölfeWolf amerikanische SchwarzbärenBalu oder PetziMinischweineSchröder oder PoppeyeBengaltigerClayKönigstigerElvisAfrikanische LeopardenKitoWestafrikanischer LöweSibirischer TigerBengaltigerLeopardJaguarLuchsPumaGepard

Nur den Emus ging es so richtig gut! Sie lagen unter einem Baum und ließen sich von dem riesigen Wasserspender „begießen“.

EmusFritzi und FreundeFritzi und Freunde

Ich weiß ja nicht, was, wann und wie oft mit den Tieren irgendetwas geprobt oder neu eingeübt wird oder ob es schon ausreicht, dass sie „zahm“, also in Gefangenschaft geboren, aufgewachsen und an Menschen gewöhnt, sind. Es ist auf jeden Fall so, dass keines der Tiere so leben kann, wie es seinen angeborenen Instinkten entspricht. Dafür ist ihr Überleben gesichert. Verlegenes Smiley

ArasKaspar und SalomonKaspar und SalomonZwergotterWaschbärenLöweSchnee-EulenPaulaRasmusRasmus und SamanthaSamanthaFlugkünstler

Der Besuch hinterließ einen schalen Nachgeschmack bei mir und ich mochte wegen der Hitze auch nicht noch eine Stunde warten, bis es um 15 Uhr die tägliche Tiererlebnis-Show gab, wo man die Tiere sogar anfassen können soll. Vielleicht habe ich da etwas verpasst, keine Ahnung.

Ich fuhr zur Werkstatt und Herr Seemüller hatte tatsächlich auf dem Nachbargrundstück einen Übernachtungsplatz mit Strom für mich organisiert. Was für eine Wohltat, die Klimaanlage einschalten zu können! Und Kaffee konnte ich mir auch kochen! Vorsichtshalber schaltete ich die Klimaanlage aus, während die Kaffeemaschine lief. Ich wollte nicht riskieren, dass die Sicherung rausfliegt. Erstauntes Smiley

Firma SeemüllerFirma Seemüller

Ich hatte das Werkstattgeschehen nun gut im Blick. Vereinbart war, dass ich mich am nächsten Vormittag melden würde, wenn ich bereit war. Gegen 18 Uhr gab es ein Gewitter und damit einher ging endlich eine Abkühlung, sodass ich die Klimaanlage nach drei Stunden ausgeschaltet lassen konnte.

Vorsichtshalber schickte ich eine eMail zum Campingplatz auf Rügen und teilte mit, dass ich evtl. erst am Montag oder Dienstag eintreffen würde und dass ich den am 1. September fälligen Restbetrag überwiesen hätte. Ich schlief wunderbar in dieser Nacht, trotz der nahen und gut hörbaren Bundesstraße.

Am nächsten Morgen regnete es und es war angenehm, ja was – kühl? Etwas übertrieben ausgedrückt, aber kein Vergleich zu den vergangenen Tagen! Um halb elf rief ich in der Firma Seemüller an und bat darum, dass der Chef mich doch bitte befreien möge, sobald es ihm passe. Der steckte „kopfüber“, wie er sich ausdrückte, in einem zu reparierenden PKW und es dauerte dann noch eine Stunde, bis er mir das Tor vom Grundstück öffnete und hinter mir wieder schloss. Ich hatte vorher schon mein Stromkabel in der Scheune, vor der ich stand, abgezogen und bei meinen Gastgebern geklingelt, um mich für die Beherbergung zu bedanken, aber es öffnete leider niemand.

Oscarlotta bezog wieder den Platz neben dem Werkstatttor und ein freundlicher junger Mann fing damit an, das zwei Tage vorher eingefüllte Kältemittel wieder abzusaugen. Erneut fehlte ein nicht unbedeutender Teil und das, obwohl ich ja keine 100km gefahren war und die Anlage immer noch behauptete, dass keine Undichtigkeiten erkannt würden. Seltsam! Der Mechaniker fand eine defekte Sicherung, die im Motorraum verbaut war. Die anderen Sicherungen müsse er auch überprüfen, ob ich wüsste, wo die sind. Ja – und ich wusste auch, dass sich die an einer Stelle befinden, die schon so manchen Werkstattmenschen zu akrobatischen Verrenkungen genötigt hat. Links unter dem Lenkrad im oberen Pedalbereich. Dort kommt man nur hin, wenn man sich auf dem Rücken liegend zwischen Fahrer- und Beifahrersitz hindurchhangelt. Er sei wohl zu fett, stöhnte der junge Mann. Nein, war er nicht, vielleicht aber etwas zu groß! Cooles Smiley Die Sicherungen waren alle in Ordnung! Den defekten Schalter hatte er ausgetauscht und jetzt würde die Kühlflüssigkeit wieder aufgefüllt werden. Danach könne er erst feststellen, ob der Kompressor auch ausgetauscht werden müsse oder ob der Schalter das Problem war. Das würde etwas dauern. Ich nutzte die Zeit und ging beim benachbarten Edeka-Markt einkaufen und einen Kaffee trinken. Kaum zurück, ich konnte gerade noch meine Einkäufe verstauen, bekam ich die Aufforderung, den Motor zu starten und die Klimaanlage einzuschalten. Trommelwirbel!!! Es kam kalte Luft aus allen Ausströmern! Halleluja! Smiley mit geöffnetem Mund

Glücklich und erleichtert ging ich ins Büro, um meine Rechnung zu bezahlen. Nach einer Viertelstunde des Wartens verkündete die Dame am Tresen, dass sie heute eher Feierabend machen würde. Offenbar hatte sie meine Rechnung noch gar nicht in Arbeit. Auf meine Nachfrage, warum es denn jetzt noch so lange dauern würde, meinte sie, dass sie das auch nicht wisse, aber mal in der Werkstatt nachfragen würde. Nach einer weiteren Viertelstunde kam der Chef, entschuldigte sich, dass sie noch eben etwas gegessen hätten und dabei gefachsimpelt, warum das Gerät zweimal einen Kühlmittelverlust angezeigt hätte. Sie könnten sich das nur so erklären, dass die Waage in dem Gerät hochsensibel sei und das Gerät normalerweise nicht von der Stelle bewegt werde/werden dürfte. Jetzt war es aber sogar über das holprige Pflaster der Einfahrt gerollt worden. Sie hätten aber zur Vorsicht eine fluoriszierende Flüssigkeit hinzugefügt, sodass man eventuell doch vorhandene Undichtigkeiten mit Schwarzlicht kenntlich machen könnte. Aber vermutlich hätte nur die Waage gesponnen. Eine Rechnung könne er mir jetzt nicht schreiben (die Sekretärin war ja schon weg), nur eine Quittung ausstellen. Er rechnete dann sehr wohlwollend eine Arbeitszeit aus, der Kühlflüssigkeitsaustausch wurde zum Festpreis nur einmal berechnet, der Schalter, die Sicherung und noch zwei Glassicherungen, die ich für meine defekten 12-Volt-Steckdosen brauchte. Ich bezahlte €332. Ob ich auf der Rückfahrt von Rügen noch einmal in der Nähe vorbeikommen würde? Dann könne man noch einmal nachschauen? Den Kompressor würde er dann zurückgeben, das sei kein Problem. Ich verneinte und bedankte mich, hinterließ 10 Euro mit der Bitte, sie und mein Dankeschön dem Nachbarn für meine Übernachtung und den Stromverbrauch zu geben und verließ um halb vier den Hof. Wie herrlich, eine funktionierende Fahrerhaus-Klimaanlage zu haben!!! Die große Hitze war zwar vorbei, aber gebrauchen konnte ich sie noch gut.

Mein Glück dauerte ungefähr 1½ Stunden. Zunächst unmerklich, dann aber immer deutlicher wurde die ausströmende Luft wieder warm! Meine Enttäuschung war unbeschreiblich!!! Drei Tage hatte ich ausgeharrt, in der Hitze gelitten und jetzt war doch alles für die Katz! Weinendes Smiley Entnervt folgte ich spontan einem Stellplatzhinweis und machte nach knapp 100km Fahrt Schluss. Eigentlich hätte ich wieder zurückfahren müssen, aber dazu konnte ich mich nicht aufraffen. Ich rief Herrn Seemüller an. Meine Vermutung war, dass die Sicherung wieder durchgeschmort sein würde. Die Frage war, warum? Also doch der Kompressor? Möglich sei das, wenn der Kompressor schwergängig sei, wurde mir mitgeteilt. Das nützte mir nun auch nichts. Ich beschloss, am nächsten Tag weiterzufahren und eine Überprüfung auf irgendwann zu verschieben.

Der kleine Campingplatz, auf dem ich gelandet war, war eindeutig noch aus DDR-Zeiten übriggeblieben. Ich zahlte vor der Gaststättentür für einen Campingplatz günstige 12 Euro bar auf die Kralle ohne Quittung und ohne Anmeldeformalitäten. Sarkastisches Smiley Vier kWh waren im Preis enthalten, ich schloss mein Kabel an, ließ alles zu und schmiss meine Dachklimaanlage an. ZUM GLÜCK funktionierte ja wenigstens die!!!

Neu GöhrenNeu GöhrenNeu Göhren

written by Ingrid
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Was Uelzen mit Hundertwasser und der Expo 2000 zu tun hat

 
Eine Info vorab:

Alle Angelegenheiten in Uschis Erbschaftsmarathon sind erfolgreich abgeschlossen!!! Smiley Zum 1. September konnte das Haus ihres Vaters an die neuen Besitzer übergeben werden. Mögen sie dort lange und glücklich leben! Wir sind jederzeit herzlich willkommen, ob wir aber irgendwann wirklich noch einmal dort hinfahren werden, steht noch in den Sternen.

Und: Wir sind seit Sonntag auf Rügen und es gefällt uns sehr gut hier. Näheres demnächst!

Nun aber zur Fortsetzung meiner Werkstattgeschichte!

Als ich am nächsten Vormittag wach wurde, begann es in Oscarlotta schon wieder warm zu werden. Über Nacht hatte ich alle Fenster und Dachluken geöffnet gelassen, jetzt wurde es Zeit, die Klimaanlage erneut einzuschalten. Dazu musste ich aber erst einmal einen Euro in den Automaten einwerfen, für weitere 6 Stunden Strom. Ein Blick aus dem Fenster zeigte, dass inzwischen alle Plätze frei waren, bis auf Platz 4, auf dem der Pössl stand. Der wurde zwar gerade von den Keilen runtergefahren, aber nur, wie sich herausstellte, um gedreht zu werden, damit sich die Schiebetür auf der Schattenseite befinden würde. Das war gut, weil der ältere Herr dadurch beschäftigt war und kein Interesse an meinem Tun hatte. Ich wollte nämlich Oscarlotta auch umdrehen! Am Abend zuvor hatte ich mir schon überlegt, wie ich dort rückwärts um die Absperrung herum wieder herauskommen könnte? Also schnell angezogen, das Stromkabel abgezogen und aus dem Weg gelegt, damit ich es nicht überfahre und Oscarlotta in wenigen Zügen „auf dem Teller“ gedreht. Geht nicht ganz so gut wie mit einem Schiff, aber ich hatte ja Platz. Dann Stromkabel wieder angesteckt (der Nachbar war immer noch beschäftigt!), Geld eingeworfen und die Klimaanlage eingeschaltet. Jetzt erst einmal ausgiebig duschen gehen! Die Duschräume waren einfach, aber sauber, das Wasser war warm mit kräftigem Strahl und die Zeit war nicht begrenzt. Sehr schön!!! Draußen war es jetzt um die Mittagszeit schon wieder sehr heiß, aber in Oscarlotta herrlich kühl. Kuss senden Ich machte mir Frühstück und versuchte online herauszufinden, wann es eine Busverbindung in die Innenstadt geben würde. Bei der Hitze wollte ich auf keinen Fall laufen und auch nicht mit dem Fahrrad fahren. Die Bushaltestelle war an der Bundesstraße, keine 200m entfernt und ein Bus fuhr so alle 1½ Stunden. Bei der Herfahrt hatte ich schon einen Hinweis auf den Hundertwasser-Bahnhof von Uelzen gesehen und den wollte ich mir auf jeden Fall ansehen. Um 15 Uhr am ZOB angekommen erkundigte ich mich als erstes nach den Rückfahrzeiten. Mein Busfahrer konnte mir dazu keine Auskunft geben und verwies mich an den Kollegen in der nächsten Busspur. Der schaute mich aber auch an, als ob ich chinesisch mit ihm reden würde, schickte mich dann aber immerhin zum richtigen Terminal. Der nächste Bus würde in 20 Minuten zurückfahren und dann erst wieder gegen 19 Uhr! Dann fiel dem Busfahrer ein, dass es noch eine andere Linie gibt, da war die nächste Abfahrt um 17 Uhr. Passt!

Ich machte mich auf den Weg zum Bahnhof. Es war heiß! Der erste Anblick war etwas enttäuschend, die Farben waren alle sehr dunkel, nichts Strahlendes, wie von Hundertwasser gewöhnt. Innen drin war es schon deutlich besser, kühler und bunter.

Hundertwasser-Bahnhof UelzenHundertwasser-Bahnhof UelzenHundertwasser-Bahnhof UelzenHundertwasser-Bahnhof UelzenHundertwasser-Bahnhof UelzenHundertwasser-Bahnhof UelzenHundertwasser-Bahnhof UelzenHundertwasser-Bahnhof Uelzen

Der Uelzener Bahnhof entstand schon 1847, als die Strecke der „Königlich Hannöverschen Staatseisenbahn“ von Hannover nach Celle über Uelzen hinaus bis nach Harburg erweitert wurde. Das ursprüngliche Empfangsgebäude wurde im Zuge eines Expo 2000-Projekts (Weltausstellung im Jahre 2000 in Hannover) nach den Ideen und dem Konzept des österreichischen Künstlers Friedensreich Hundertwasser umgebaut. Seitdem gilt der Bahnhof als Touristenattraktion. Die Expo 2000 habe ich damals über 10 Tage „abgearbeitet“, war in nahezu jedem Länderpavillon und schwer begeistert. Geschlafen habe ich in meinem ersten Wohnmobil auf dem Parkplatz einer S-Bahnstation und bin jeden Tag morgens eine halbe Stunde hin und abends in übervollen S-Bahnwagen todmüde wieder zurückgefahren. Verpflegen konnte ich mich jeden Tag in einem anderen Land! Die architektonische Vielfalt, die vielen verschiedenen Nationalitäten, der friedliche Ablauf trotz der irre vielen Besucher (insgesamt 18 Millionen in 5 Monaten), die unterschiedlichen Veranstaltungen und die teilweise irrwitzigen Visionen und Ideen, mit denen das offizielle Motto „Mensch, Natur und Technik – Eine neue Welt entsteht“ umgesetzt worden war, entschädigten für alles, die langen Bahnfahrten, die platten Füße, die teilweise recht hohen Preise und den nächtlichen Lärm an einer Bahnhofsstraße. Verwirrtes Smiley

Erstmalig umgesetzt wurde die Idee, eine Weltausstellung mit ihren weltweiten Projekten nicht nur in der Veranstaltungsstadt, in diesem Fall Hannover, sondern tatsächlich in aller Welt stattfinden zu lassen. In insgesamt 123 Ländern wurden 787 zukunftsweisende, übertragbare und nachhaltig wirkende Projektideen zu allen Themenbereichen als offizielle Expo 2000-Projekte registriert. In Deutschland wurden 280 Projekte realisiert, eins davon der Hundertwasser-Bahnhof in Uelzen. (Quelle: Wikipedia). Ich kann mich nicht mehr erinnern, ob ich damals von diesem Projekt wusste. Ich weiß aber, dass ich mehrere Jahre später noch einmal zum Messegelände gefahren bin, um nachzusehen, was von den vielen verschiedenen Gebäuden noch existierte. Bis 2004 sollen laut Auskunft der Betreibergesellschaft noch 85 Prozent der Fläche und der Pavillons des Ost-Geländes weitergenutzt worden sein. Das westliche Pavillongelände wurde mit neuen Messehallen überbaut oder zu Parkflächen umgestaltet, u. a. für die größte Computermesse der Welt, die CeBit. Ich war hin und hergerissen vor Freude, wenn ich ein Gebäude noch vorfand, an das ich mich erinnern konnte und es in noch akzeptablen Zustand war und Trauer über so viele freie Flächen und über den Verfall. Viele Pavillons wurden im Laufe der Nachfolgejahre abgerissen und viele andere wurden von Firmen übernommen. Der deutsche Pavillon steht noch und wurde im Zuge der Flüchtlingskrise ab 2015 als Notunterkunft zum kurzzeitigen und inzwischen längerfristigen Aufenthalt von bis zu 430 Flüchtlingen genutzt. (Quelle: Wikipedia)

Es ist für mich gerade sehr interessant, wie viele Erinnerungen wieder hochkommen, während ich diesen Text schreibe, den ich in dieser Ausführlichkeit gar nicht geplant hatte! Etwa ich?

Die vielen Details im Inneren des Uelzeners Bahnhofs und auf den Bahnsteigen waren nett und sehenswert, fasziniert hat mich aber vor allem das Modell unter Glas in einem Ausstellungsraum.

Hundertwasser-Bahnhof UelzenHundertwasser-Bahnhof UelzenHundertwasser-Bahnhof Uelzen

Als ich alles gesehen und auch noch einen Kaffee getrunken hatte, war trotzdem erst eine Stunde vergangen. Draußen erschlug mich fast eine Wand aus schwüler Luft. Es hatte inzwischen gewittert, aber es ging keinerlei Abkühlung damit einher. Sollte ich ein Taxi nehmen und zum Stellplatz zurückfahren oder sollte ich noch in die Stadt gehen? Die Taxen, die vor dem Bahnhof gestanden hatten, waren gerade alle unterwegs, also begab ich mich auf den Weg in die Stadt. Es mag an der Hitze und an meiner Verfassung gelegen haben, dass ich Uelzen nichts abgewinnen konnte. Ich schlich eine halbe Stunde durch mehrere Straßen, suchte und fand eine Haltestelle, an der meine Buslinie vorbeikommen müsste und setzte mich auf die ZUM GLÜCK dort vorhandene Bank ZUM GLÜCK im Schatten. Ich schwitzte eine weitere halbe Stunde still leidend vor mich hin, bis der Bus ZUM GLÜCK dann wirklich kam und auch dorthin fuhr, wo ich hin wollte. Mich hielt nur noch die Erwartung einer klimaanlagengekühlten Oscarlotta aufrecht und es war eine Wohltat, sie zu betreten! Der Strom war, wie erwartet, wenige Minuten vorher beendet worden, ich verstaute noch schnell mein Stromkabel, machte alles fahrfertig und verließ vorwärts den schon wieder vollen Stellplatz. Ich hätte natürlich auch noch eine weitere Nacht dort verbringen können, aber ich wollte den Vorteil der Zeitersparnis am nächsten Tag haben und schon in der Nähe der Werkstatt sein. Also fuhr ich zurück nach Eschede auf den kosten- und stromlosen Stellplatz. Außer ein paar Bier trinkenden Jugendlichen war niemand dort, aber die waren weit genug weg und ließen mich in Ruhe. Trotzdem stellte sich meine Entscheidung als Fehler heraus, denn in dieser Nacht kühlte es kaum ab und es bewegte sich kein Lüftchen. Wenn ich alleine irgendwo stehe, lasse ich keine Fenster auf. Es konnte also nur durch die Dachluken hereinziehen und das war nicht spürbar. Ich konnte ewig nicht einschlafen, was besonders blöd ist, wenn man am nächsten Tag Termine hat. Aber es gab noch einen zweiten Grund, warum ich die falsche Entscheidung getroffen hatte…

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Unverhofft kommt oft

 

Am Sonntag ging es nicht weiter, weder über Land- noch sonstige Straßen. Der Parkplatz war, als ich aufstand (früher als üblich, weil ich ja weiterfahren wollte), schon wieder total vollgeparkt. Klar, es war Sonntag und Freibadwetter! Das Wohnmobil auf dem ersten Platz war schon weg, dafür standen dort und auf den dazwischenliegenden Plätzen bis zu Oscarlotta PKWs. Grundsätzlich nicht toll, mir war es aber natürlich Recht. Dieses Problem gibt es immer, wenn die Wohnmobilstellplätze Bestandteil eines PKW-Parkplatzes sind. Ich wollte noch auf die VE-Station, aber das Geschehen auf dem Parkplatz war mir einfach zu busy. Ich beschloss, noch einen weiteren Ruhetag dranzuhängen. Im Laufe des Nachmittags kamen drei weitere Wohnmobile, der Bereich auf der anderen Seite war wundersamerweise frei geblieben. Zwei Mobile gehörten offensichtlich zusammen und fuhren nach ein paar Stunden auch wieder, man hatte sich wohl zum Sonntagsnachmittagskaffeetrinken getroffen. Mutter (um die 75) und Tochter (um die 50) trugen beide das gleiche Blümchen-Sommerkleid. Smiley mit geöffnetem Mund Ich hatte den Ehrgeiz, die Hitze ohne Einsatz meiner Dach-Klimaanlage auszuhalten (man könnte es auch Geiz nennen, 1 kW kostete €1), aber es war hart an der Grenze!

Eschede Am Montag war der Parkplatz LEER, kein Wohnmobil, ein PKW! Mein Stromgeld vom Vortag reichte noch haarscharf für zwei Kaffee. Cooles Smiley In aller Ruhe konnte ich ent- und versorgen und fuhr dann, wie geplant, über die Bundesstraßen 214 und 191 an Celle vorbei Richtung Uelzen. Bei der Ortsdurchfahrt von Eschede, 35km vor Uelzen, sah ich aus den Augenwinkeln ein Firmenschild: AC Auto Check Die Mehrmarkenwerkstatt Seemüller. Kurz danach kam ein Edeka-Markt, dort wendete ich kurzentschlossen und fuhr bei der Firma Seemüller auf den Hof. Im Büro schilderte ich mein Anliegen und fragte, ob die Möglichkeit sofortiger Hilfe bestehen würde. Daraufhin nahm sich der Chef persönlich der Sache an, ich bugsierte Oscarlotta direkt neben das Hallentor (Höhe nicht ausreichend und Halle voll) und nach kürzester Zeit war das Gerät zum Absaugen des Kältemittels angeschlossen. Ob ich wüsste, wieviel davon drin sein müsse? Nein, natürlich nicht und meine Betriebs- und Wartungsanleitung sagte zwar, dass es die Kühlflüssigkeit R134a sein solle, aber eine Mengenangabe fand ich nicht. Kein Problem für Herrn Seemüller, er telefonierte mal eben mit IVECO und bekam die Info, dass es 440g sein sollen. Es stellte sich heraus, dass ungefähr die Hälfte der Kühlflüssigkeit nicht mehr vorhanden war. Die letzte Wartung hatte ich im November 2017 in Auftrag gegeben und die Klimaanlage seitdem nicht benutzt. Dummerweise hatte ich damals auch nicht überprüft, ob sie funktioniert und das turnusmäßige Einschalten einmal im Monat, auch im Winter, sollte ich mir mal angewöhnen! Augen rollendes Smiley Leider löste das Wiederauffüllen mein Problem nicht. Es baute sich kein Druck auf und es kam weiterhin nur heiße Luft aus den Ausströmern. Das deutete entweder auf einen defekten Kompressor oder einen nicht funktionierenden Schalter (für was auch immer) hin. Herr Seemüller telefonierte erneut. Ein kompatibler Kompressor war verfügbar und ich gab mein okay, zumal er um €300 preiswerter sein würde als das Original von IVECO. Hoffentlich passt er! Bei den Starterbatterien ist es nämlich so, dass NUR die originale passt, alle anderen, die genauso gut sein würden, sind einen halben Zentimeter zu hoch! Herr Seemüller wird aber als erstes prüfen, ob ein Austausch besagten Schalters schon hilft. Den Kompressor könne er zurückgeben. Ich fühlte mich von Beginn an gut aufgehoben in dieser Werkstatt!

Jetzt hieß es wieder einen Tag überbrücken, der Kompressor war für Mittwochmorgen angekündigt. Ich fuhr zum Ortsausgang von Eschede und schaute mir den Stellplatz an. Nicht schlecht, aber kein Strom, dafür kostenfrei. Aber bei diesen Temperaturen dort einen ganzen Tag stehen? Ich entschied, noch die 35km nach Uelzen zu fahren in der Hoffnung, einen von 12 Plätzen auf dem Stellplatz am Sportboothafen zu erwischen. Und ich hatte wirklich Glück! Nicht nur, dass überhaupt noch etwas frei war (2 Plätze), ich bekam auch noch den besten überhaupt. Neben dem Clubhaus mit Restaurant und Gartenwirtschaft sind auf einer Aspaltfläche vier Plätze der für Stellplätze üblichen Größe nebeneinander (quer) angelegt und der fünfte Platz liegt wie ein T-Strich längs zu ihnen. Dazwischen der Fahrbereich. Von den vier querliegenden Plätzen hat man keinen Blick auf den Hafen, von Platz 5 aus schon! Das Allerbeste war aber die Stromregelung! Für einen Euro gibt es 6 Stunden Strom!!! In Windeseile hatte ich mein Stromkabel verlegt und die Klimaanlage angeworfen. Die sechs Stunden reichten aus, um Oscarlotta auf Schlaftemperatur herunterzukühlen. Während ich noch mit dem Kabel hantierte (ich musste es über den Fahrbereich ziehen und es reichte so gerade eben bis auf die Fahrerseite), schlenderte ein älterer Mann herbei. Wie sich herausstellte, der Nachbar mit Pössl vom letzten Platz gegenüber. Mein Mobil würde ihn so an seinen Großen erinnern. Und seine Heckgarage wäre auch immer so voll gewesen! (Was geht ihn der Inhalt meiner Heckgarage an?) Er folgte mir auf die Fahrerseite und schaute aufmerksam zu, wie ich mein Kabel ansteckte. ICH HASSE SO ETWAS! Ich würde aber den ganzen Tag voll in der Sonne stehen! Seine Frau und er hätten sich extra dicht an die Büsche gestellt, da wäre dann wenigstens am frühen Abend etwas Schatten. Entweder das oder er fahre wieder nach Hause, habe er zu seiner Frau gesagt. Und, nicht als Kritik gemeint, aber ich würde ihnen jetzt… Ich war drauf gefasst, zu hören, dass ich ihnen die Sicht nehme, aber es kam eine neue Variante: Ich würde ihnen das letzte bisschen Wind nehmen! Phhhh!!! Ich versicherte ihm, dass ich nur eine Nacht bleiben würde, wünschte ihm freundlich noch einen schönen Abend und verschwand nach innen. Die Dachklimaanlage haben wir 2011 oder 2012 nachrüsten lassen, als es noch im Gespräch war, Oscarlotta nach Nordamerika zu verschiffen. Sehr oft haben wir sie nicht gebraucht, allein schon deswegen, weil man im Sommer ja eigentlich nicht bei geschlossenen Fenstern, Luken und Türen drin sitzen möchte. Aber wenn sich ein Gewitter ankündigt, ist es eine feine Sache, wenn man den Innenraum rechtzeitig vorher runterkühlen kann, bevor man alles schließen muss. Und diesen Sommer habe ich sie so oft wie nie zuvor in so kurzen Abständen genutzt. Die Sommer werden immer heißer und ich werde immer hitzeempfindlicher! Enttäuschtes Smiley

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Bei einem kleinen Rundgang entdeckte ich dann die restlichen 7 der angepriesenen 12 Plätze. Die befinden sich auf dem Niveau des Yachthafens und haben eine separate Zufahrt, die mir (zum Glück) entgangen war. Sieben Plätze in einer Reihe, auf der 9 Wohnmobile standen! Alle mit Blick auf die Boote, aber den hatte ich ja auch! Zwinkerndes Smiley

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Bezahlt habe ich übrigens €8 für das Mobil/den Platz und €1 für mich. Im Preis enthalten ist die Nutzung des Sanitärgebäudes (Toiletten und Duschen) und die Abfallentsorgung. Sogar Mietfahrräder gibt es umsonst! Der Innenstadtbereich ist ca. 2,5km entfernt, per Rad, zu Fuß oder per Bus zu erreichen.

Fortsetzung folgt…

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Licht am Ende des Tunnels

 

So laaaangsam scheinen die Erbschaftsangelegenheiten, die uns seit Anfang Dezember beschäftigt halten, zu einem erfolgreichen Ende zu kommen. Aber natürlich lief auch wieder etwas schief! Uschi wollte eine Probeüberweisung in die U.S.A. schicken, um die Kontodaten, die ihre Schwester ihr bei einem der turnusmäßig stattfindenden Telefonate mitgeteilt hatte, auf ihre Richtigkeit zu überprüfen. Diese Bank- und Kontodaten füllten ein Din A5-Blatt und waren für uns undurchschaubar. Uschi fuhr also zu ihrer kontoführenden Volksbankfiliale und die Sachbearbeiterin stellte fest, dass es sich um die Angaben zu zwei amerikanischen Banken handelte und fragte recht forsch, welche Bank sie denn nehmen solle. Uschi nannte ihr den Namen der Hausbank ihrer Schwester. Für die endgültige Überweisung der Gesamtsumme wurde ein Blankoformular ausgefüllt und von Uschi unterschrieben, damit sie nur noch telefonisch die endgültige Summe mitteilen muss. Telefonisch deswegen, weil sie vermutlich schon auf Rügen sein wird, wenn es endlich zu einer Auszahlung kommt. So weit, so gut. Dachte sie zumindest. Denn die €5000 wurden nicht von ihrem Konto abgebucht! Nicht während der nächsten drei Tage und nicht innerhalb der nächsten Woche! Uschi musste wegen einer anderen Angelegenheit aber sowieso noch einmal zu ihrer Bank. Dort fand sie zum wiederholten Mal eine andere Sachbearbeiterin vor (Versetzung, Krankheit, Urlaub), der, als sie Uschis Nachnamen hörte, dämmerte, dass da doch irgendetwas gewesen sei… Auf dem Schreibtisch der nicht anwesenden Kollegin fand sie dann den Vorgang und sagte in leicht vorwurfsvollem Ton, dass man sie zweimal ergebnislos versucht habe, telefonisch zu erreichen, weil die Überweisung nicht hätte ausgeführt werden können. Nach dem Motto: „Was können wir dazu, wenn Sie nicht ans Telefon gehen!“ Mehr wäre wohl nicht passiert. Heutzutage hat ja eigentlich jeder eine eMail-Adresse, man hätte also nur mal im Computer Uschis Kontaktdaten anschauen müssen (die sie erst kürzlich hat aktualisieren lassen) und hätte dabei dann auch feststellen können, dass diese (uralte) Telefonnummer gar nicht aufgeführt war. MAN HÄTTE – ABER… Auch wenn man bei einer Bank arbeitet, die in einem „Kaff“ liegt und Auslandsüberweisungen nicht an der Tagesordnung sind, HÄTTE MAN sich ja vielleicht schlau machen und jemanden fragen können, der besser Bescheid weiß. Dann HÄTTE MAN nämlich erfahren, dass es in den U.S.A. in vielen ländlichen Gebieten kleine Banken gibt, die über keinen eigenen Swiftkey (Identifikationsnummer) verfügen. Das zu transferierende Geld wird also zunächst an eine größere, übergeordnete Bank überwiesen mit der Anweisung, es intern an die kleinere Bank weiterzuleiten. Deswegen standen auf Uschis Zettel zwei Banken! Diese Info hatte Uschi von ihrer Schwester aber nicht bekommen (vermutlich wusste die das auch nicht) und die Bankangestellte hatte keine Ahnung. Es wäre ja mal interessant zu wissen, wie lange der unerledigte Vorgang noch unerledigt auf dem Schreibtisch der Kollegin liegengeblieben wäre! Das ist jedenfalls kein Kundenservice! Uschi ließ sich alle Unterlagen aushändigen und verkündete, dass sie die Überweisung bei der Hauptstelle in Heidenheim erledigen lassen würde. Das gefiel der Dame dann nicht so gut. Uschi vergewisserte sich telefonisch, dass es in Heidenheim bei der Volksbank jemanden gibt, der sich mit Auslandsüberweisungen auskennt und vereinbarte einen Termin. Sie geriet an einen kompetent erscheinenden jungen Mann, der mit einem Blick auf ihren Zettel feststellte, dass der Swiftkey nicht stimmen konnte. Zwei Buchstaben waren falsch. Ob es daran gelegen hatte, dass die Überweisung nicht ausgeführt werden konnte, wissen wir nicht, aber den zugehörigen Swiftkey für eine bestimmte Bank kann man schnell und einfach im Internet erfragen. Wenn man es kann! Die Sachbearbeiterin konnte es offenbar nicht. Sie konnte ja nicht einmal nachschauen, ob Uschi eine eMail-Adresse hat oder ob die Telefonnummer stimmt. Erzürnt Solche Inkompetenzen oder Gleichgültigkeiten machen nicht nur Uschi rasend, sondern auch mich und davon hatten wir in diesen letzten Monaten einige mehr als zu entschuldigen wäre. Beruf scheint nur noch in absoluten Ausnahmefällen mit Berufung zu tun zu haben und in der Mehrheit lediglich mit Broterwerb. Das zieht sich durch alle Branchen und kann einen schon zur Verzweiflung treiben, wenn es sich häuft!

Uschi veranlasste auch jetzt, dass die Endüberweisung ohne ihre Anwesenheit erledigt werden kann und konnte schon am nächsten Tag erfreut feststellen, dass die 5000 Euro von ihrem Konto abgebucht worden waren! Die nächste Freude kam in Form eines Schreibens von ihrem Notar, dem ein Schriftstück beilag, in dem die Grundschuldeintragung der Käufer bestätigt und ein Auszahlungstermin der Kaufsumme für Anfang September mitgeteilt wurde! HURRA!!! Jetzt dürfte eigentlich nichts mehr schiefgehen! Die Schlüssel- und Hausübergabe sowie die damit noch nötigen Amtshandlungen übernimmt der Makler, sodass Uschis pünktlicher Ankunft auf Rügen nichts mehr im Wege stehen sollte. Smiley

Ich bin am Mittwoch schon einmal vorgefahren und habe inzwischen gut die Hälfte der Gesamtstrecke „erledigt“. Anders kann man es nicht nennen, wenn man in Deutschland Autobahn fährt. Das Verkehrsaufkommen, besonders in der Mitte Deutschlands, ist der Wahnsinn. Weil die A9 voller Baustellen (20 allein bis Berlin) ist, habe ich mich für die A7 entschieden. Erster Tag 4 Baustellen, zweiter Tag 4 Baustellen, davon eine mit stop and go schon lange vorher, vierspurig, davon zwei Spuren für LKWs erlaubt. Die beiden Spuren waren VOLL mit LKWs, dazwischen Wohnmobile wie Oscarlotta, die als LKW eingestuft sind und dem Überholverbot unterliegen. In den Kasseler Bergen habe ich mich über dieses Verbot hinweggesetzt, nachdem ich das erste Mal zwischen zwei LKWs hing, die nicht mehr über 50km/h kamen. Die Wohnwagengespanne zogen fröhlich und legal an mir vorbei! Ich habe dann beschlossen, dass Oscarlotta ein Wohnmobil ist und kein LKW! Cooles Smiley
Meine Sorge, keine freien Stellplätze zu finden, hat sich nicht bestätigt, allerdings übernachte ich in kleinsten Ortschaften. Am dritten Tag hatte ich in der 6. Baustelle und nach gut 200km in 3 ½ Stunden die Schnauze dermaßen voll, dass ich kurzentschlossen von der A7 abfuhr. Egal wie, ab jetzt fahre ich Landstraße! Erschwerend kommt hinzu, dass meine Fahrerhaus-Klimaanlage nicht funktioniert und ich inzwischen 35°C in Oscarlotta hatte! Verwirrtes Smiley Ich machte erst einmal Kaffee- und Abkühlungspause in einem Hofladencafé und bekam dort die Info über einen Wohnmobilstellplatz am Ort sowie über zwei in den Nachbarorten. Der im Ort hatte keinen Strom, der nächste war mit 7 von 8 Plätzen voll und mir zu eng, der dritte (wo ich jetzt stehe) liegt an einem Naturfreibad und bot mir die Auswahl von sieben freien Plätzen! Es handelt sich um den abgetrennten Bereich eines PKW-Parkplatzes, 2 x 4 Plätze auf Schotter, zwei Stromsäulen mit je 4 Steckdosen. Der Strom kostet €1/kWh, der Platz selbst ist kostenlos! Ich war zum Glück früh genug da, es kamen zwar keine weiteren Wohnmobile, dafür wurden im Laufe des frühen Abends aber sämtliche Stellplätze incl. der VE-Station mit PKWs zugeparkt. Im Bad gab es wohl ein Wasserballturnier. Die Nacht war dann aber herrlich ruhig und der Badebetrieb mit PKW-Türen schlagenden Menschen begann erst wieder am Samstagmorgen um 10 Uhr. Die Umgebung ist ländlich idyllisch. Insgesamt ist dieser Stellplatz ein Glücksgriff und war sehr geeignet für einen Ruhetag, den ich dringend benötigte! Sonntag geht es weiter, über Landstraßen!

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Bäumchen wechsel dich

 

Ein kleines, aber bedeutendes Update zu Beginn:

Apostille Das so sehnsüchtig erwartete Dokument mit der Apostille war schon am Montag vor einer Woche hier, wurde tatsächlich mit einem FedEx-Transporter angeliefert. 9 Tage hin und zurück, da kann man ja nicht meckern! Aber für schlappe €170 für bevorzugte Bearbeitung und Expresstransport kann man ja auch etwas erwarten, oder? Und wie sieht eine Apostille nun aus? Es ist eine aus Pappe bestehende “Ecke” im oberen linken Bereich eines Schriftstückes. Ein Hinweis besagt, dass das Dokument seine Wirksamkeit verliert, wenn die Apostille entfernt wird und er besagt auch, dass die Apostille nichts mit der Richtigkeit oder dem Inhalt des ursprünglichen Dokuments, das mit ihr beglaubigt wird, zu tun hat. Die Apostille bescheinigt lediglich, dass das ursprünglich erstellte Dokument (in unserem Falle die beglaubigte Unterschrift von Uschis Schwester unter der von ihr erteilten Generalvollmacht für Uschi) von einer juristischen Person erstellt wurde, die die Befugnis dazu hat. Toll, oder? Das Dokument und sein Inhalt ist immer noch wie gehabt, aber der Sachbearbeiter beim Grundbuchamt weiß jetzt, dass die Notarin im State Washington, die es erstellt und mit ihrem Geschäftsstempel versehen hat, dazu auch berechtigt war. Verwirrtes Smiley

Uschi hat natürlich sofort Kopien machen lassen und ist dann schnurstracks zu ihrem Notar in Aalen gefahren. Dort hat sie mit Engelszungen auf die Notargehilfin eingeredet, damit das Dokument nicht noch Tage auf ihrem Schreibtisch liegenbleibt. Wie lange es jetzt allerdings auf dem Schreibtisch des “Entscheiders” liegenbleiben wird, darauf haben wir keinen Einfluss! Trauriges Smiley

Wir sitzen also weiterhin unsere Zeit auf dem Campingplatz ab und freuen uns über jede Abwechslung, sei sie auch noch so klein. Am Montag kam sie in Form eines ganz besonderen Wohnwagengespanns, ein kleiner Eriba Puck-Anhänger mit einem Fiat Topolino als Zugwagen. Die Besitzer, ein älteres Ehepaar, kamen vom Hymer-Sommerfest und Oldtimer-Event in Bad Waldsee und wussten nicht, dass unser Campingplatz auf 700m Höhe liegt. Der Topolino hat nur 16 PS und schaffte es nicht aus eigener Kraft. Irgendein mitfühlender Mensch schleppte das Gespann bis hierher. Smiley

Topolino und PukTopolino und PukTopolino und PukTopolino und Puk

Und dann konnten wir miterleben, was diesem Blogartikel den Titel gegeben hat. Seit dieser Saison steht gegenüber unserer Terrasse ein Schlaffass. Angeliefert wurden schon letztes Jahr drei dieser lustig aussehenden Exemplare und zunächst auf der Freifläche neben der Entsorgungsstation abgestellt. Das Fundament für Fass Nr. 2 war schon lange vorbereitet, das Umsetzen scheiterte aber an einer Verletzung des einzigen in Frage kommenden “Umsetzers”. Diese Woche war es dann endlich so weit! Und glücklicherweise waren wir zu Hause. Die Fässer sind übrigens sehr beliebt und mindestens an den Wochenenden regelmäßig belegt. Sie bieten ein großes Bett, zwei lange Bänke, einen ausziehbaren Tisch, Stauraum, Strom und sind beheizbar. Kochen kann man in ihnen allerdings nicht und fließendes Wasser gibt es auch nicht. Wie der Name schon besagt, es sind Fässer zum Schlafen, quasi als Zeltersatz. Aber das Sanitärgebäude ist ja nicht weit. Zwinkerndes Smiley

Schlaffass umsetzenSchlaffass umsetzenSchlaffass umsetzenSchlaffass umsetzenSchlaffass umsetzenSchlaffass umsetzenSchlaffass umsetzenSchlaffass umsetzenSchlaffass umsetzenSchlaffass umsetzenSchlaffass umsetzenSchlaffass umsetzen
Schlaffass umsetzen (Endergebnis)

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Der Amtsschimmel wiehert

 
 
Die Antwortmail war wie erwartet schon da, als Uschi ihr Smartphone einschaltete. Mit einer guten und einer weniger guten Nachricht und einer Frage. Weniger gut: Eine Überweisung des Geldes ist nicht möglich! (Muss man sich mal vorstellen!!!) Gut: „money order“ sei bei einer Bank möglich. Frage: Ob Uschi eine Kreditkarte habe. Laut lachen Und, obwohl wir ja das ausgefüllte PDF mit allen Informationen mitgeschickt hatten, kam noch einmal die Frage, ob das zu beglaubigende Dokument von einem Notary Public im State Washington erstellt worden sei. Wir antworteten und bejahten beide Fragen und fragten unsererseits nach, ob dann eine Bezahlung per Kreditkarte möglich sei? Die Antwort traf unmittelbar zu Bürobeginn in den U.S.A. bei uns ein. Diesmal nicht von Audrey, die sei im Moment nicht im Büro, aber sie (oder er?), Nikki, sei glücklich, assistieren zu können. Das lieben wir an den Amerikanern, diese Freundlichkeit und Verbindlichkeit! Kuss senden Im Anhang der eMail war ein Formular, in das Uschi ihre Keditkartendaten eintragen sollte. Dieses sollte aber auf keinen Fall per eMail zurückgeschickt werden, sondern auf dem Postweg, zusammen mit dem zu beglaubigenden Dokument. Audrey hatte erwähnt, dass das fertig bearbeitete Dokument mit FedEx (einer der größten Kurierdienste mit Niederlassung auch in Deutschland) zurückgeschickt werden würde, Nikki teilte den Preis mit: $66,61 – also knapp 60 Euro! Nicht ganz preiswert. Wir haben im letzten halben Jahr zweimal mit DHL ein größeres Paket zu Uschis Schwester geschickt, was beide Male um die €35 gekostet hat. Aber nun ja, Uschi würde sicher nicht jetzt noch um den Preis einer Versendung feilschen.

Wir machten alles fertig, legten vorsichtshalber noch das ausgefüllte und ausgedruckte PDF dazu und Uschi schrieb einen kurzen erklärenden Text mit allen gewünschten, erforderlichen und eventuell hilfreichen Informationen. Heute früh fährt sie runter nach Essingen zur Poststelle und schickt das Kuvert mit gemischten Gefühlen los. Es darf auf keinen Fall verloren gehen! Es muss zwingend im Original verschickt werden und es existiert nur einmal. Wenn es verloren geht, muss Uschis Schwester es erneut erstellen lassen, erneut bezahlen und erneut verschicken. Allein das würde schon wieder einen Zeitverlust von zwei bis drei Wochen bedeuten! Es sollte aus naheliegenden Gründen auch nicht in verkehrte Hände geraten! Erstauntes Smiley

Zur Erinnerung: Es handelt sich bei dem zu beglaubigenden Dokument lediglich um eine Vollmacht von Uschis Schwester, die besagt, dass Uschi alle notwendigen Erbschaftsangelegenheiten in ihrem Namen erledigen darf. Diese Vollmacht ist nötig, weil in der Generalvollmacht, die Uschi von ihrem Vater hatte, die vier entscheidenden Worte „über meinen Tod hinaus“ fehlten. Die Vollmacht hatte vor Jahren ein Notar ausgestellt! Der „Entscheider“ beim hiesigen zuständigen Amtsgericht findet die Vollmacht von Uschis Schwester, die von einem Notar in den U.S.A. ausgefertigt wurde, offenbar so wichtig, dass er unbedingt noch diese Apostille verlangt!!! Es handelt sich um eine private Erbschaftsangelegenheit, es geht nicht um Millionen, nicht einmal um eine, es geht nur um den Eigentümerwechsel eines ganz normalen Einfamilienhauses. Der erst stattfinden kann, wenn eine Kann-Verfügung erfüllt ist!

Fortsetzung folgt – irgendwann. Wir warten weiter… Enttäuschtes Smiley

NACHTRAG:
Die Dokumente sind auf dem Weg in die U.S.A., mit wichtig aussehendem Aufkleber und versichert bis €2.500. €25.000 wäre auch noch möglich gewesen, erschien Uschi aber als etwas übertrieben! Cooles Smiley Der Preis? €65,90!!!

In den Mühlen der Bürokratie

 
 
Der Notar schickte weitere Unterlagen, mehrere erklärende Seiten des Auswärtigen Amts zu Apostillen, was das ist, wofür, warum, wo man sie beantragen kann und so weiter. Wichtige Passagen waren freundlicherweise gemarkert und teilweise befanden sich Links im Text. Dummerweise kann man Links in einem Papierdokument nicht anklicken. Zwinkerndes Smiley Ich suchte einigermaßen lange, bis ich den identischen Text online gefunden hatte. Über Umwege gelangten wir schließlich dort hin, wo wir eine Adresse fanden, worüber die Ausfertigung einer Apostille im für uns zuständigen Bundesstaat Washington beantragt werden kann. Natürlich ist das nicht kostenfrei und das war unser größtes Problem. Nicht die Summe als solche, die war aufgelistet, $15 für die normale Bearbeitung oder $50 Aufschlag für Express-Bearbeitung innerhalb von 1-2 Werktagen. Zahlbar im Voraus. Aber wie??? Darüber stand nirgendwo etwas, auch nicht in den FAQs. Augen rollendes Smiley Das zu (über)beglaubigende Dokument muss im Original in die U.S.A. (zurück)geschickt werden, im Begleitschreiben muss der genaue Name des (beiliegenden!) Dokuments (sonst keine Überbeglaubigung möglich!) aufgeführt werden sowie Name des Antragstellers und eine tagsüber erreichbare Telefonnummer. 9 Uhr im State Washington ist 18 Uhr bei uns! Und natürlich muss eine Adresse mitgeteilt werden, an die das überbeglaubigte Dokument zurückgeschickt werden kann. Nachdem die Zahlung eingegangen ist. Uschi wollte schon Dollarscheine besorgen und mit dem Dokument in einen Umschlag stecken, davon konnte ich sie abhalten. Smiley mit geöffnetem Mund Der Sachbearbeiter wäre damit vermutlich etwas überfordert gewesen, in einem Land, in dem Barzahlung kaum noch üblich ist. Aber vermutlich wäre es auch in Deutschland eine Herausforderung, wenn in einer Behörde für eine gewünschte Dienstleistung Geld im Umschlag stecken würde. Diese Situation ist aber völlig fiktiv, denn grundsätzlich werden bei uns für jeden Geschäftsvorgang die Überweisungsdaten automatisch mitgeteilt. In diesem Fall nicht! Es gab lediglich eine Post- und immerhin noch eine eMail-Adresse. Geld per eMail geht gar nicht, also doch mit in den Briefumschlag??? Wir schrieben eine Mail und fragten nach PayPal oder Bankdaten. Es kam eine automatische Eingangsbestätigung, klar, es war noch Nacht dort drüben. Wir hatten um möglichst schnelle Antwort gebeten und die kam tatsächlich um 22 Uhr unserer Zeit. Bezahlen per Scheck oder per „money order“. Verwirrtes Smiley Eine Postadresse, keine Überweisungsdaten und, nein, PayPal sei leider nicht möglich! Ein PDF war angehängt, das online ausgefüllt, abgespeichert und als Dateianhang wieder zurückgeschickt werden konnte. Morgen (heute) ist Freitag. Wenn wir vor dem Wochenende noch etwas erreichen wollten, mussten wir der freundlichen Audrey noch antworten. Uschi war schon im Schlafmodus, aber ich war ja noch fitt. Das ausgefüllte PDF wurde verschickt, alle Fragen beantwortet und im Gegenzug gefragt, wie „money order“ von Deutschland aus geht. Die Erklärungen, die wir auf die Schnelle online fanden, bezogen sich nämlich alle auf den Ablauf innerhalb der U.S.A.. Uschi schaltete ihr Smartphone aus, auf einen eventuellen Anruf, der sie aus dem Schlaf reißen würde, wollte sie heute Nacht verzichten. Wenn sie aufsteht, wird wohl eine Antwort-Mail da sein und dann sehen wir weiter.
Fortsetzung folgt… Cooles Smiley

Was ist eine Überbeglaubigung?

 
 
Der Notartermin hat stattgefunden, alle für den Verkauf des Hauses notwendigen Unterschriften wurden geleistet. Die Käufer machen einen sympathischen und soliden Eindruck, die 11-jährige Tochter freut sich, dass sie zum Einzug in das eigene Haus mit Garten einen Hund bekommt. Also alles gut? Nun ja, gut schon, aber noch nicht gleich. Eine neue Grundschuldeintragung ist nötig, vorher gibt das finanzierende Geldinstitut die Kaufsumme nicht frei. Das könne noch einmal bis zu zwei Monate dauern! Außerdem muss bei der Gemeinde nachgefragt werden, ob sie von ihrem Vorkaufsrecht Gebrauch machen will oder nicht. Also weiter warten… Enttäuschtes Smiley
Gestern, eine Woche später, bekommt Uschi einen Anruf vom Notar. Es gäbe da ein kleines Problem! Der Sachbearbeiter beim Amtsgericht, offizielle Bezeichnung „Entscheider“, würde die Generalvollmacht von Uschis Schwester nicht anerkennen. Er verlange eine sogenannte Apostille auf dem Schriftstück. Die Beschaffung dieser Vollmacht, für die ganz bestimmte Voraussetzungen erfüllt sein müssen, war ja schon eine Geschichte für sich. Die Notarin in dem Heimatstädtchen von Uschis Schwester hatte sogar extra beim zuständigen Amtsgericht in Deutschland angerufen und sich vergewissert, dass sie alles richtig macht. Es kam dann ein sehr offiziell aussehendes Schriftstück mit einer, wie wir dachten, Apostille. Das ist eine Art Siegel, so, wie man immer schon amtliche, offizielle und/oder wichtige Schriftstücke gekennzeichnet hat. Nicht mehr mit Wachs, sondern als ein Stempel, der ganz bestimmte, äußerst strenge Voraussetzungen erfüllen muss, die zwischen den Vertrags- oder Mitgliedstaaten des multilateralen Übereinkommens Nummer 12 der Haager Konferenz für Internationales Privatrecht im Jahre 1961 eingeführt wurde. Die Vereinfachung des Rechtsverkehrs, die mit diesem Übereinkommen erreicht werden konnte, trägt heute wesentlich zur Entwicklung der Globalisierung bei, weil sie internationale Rechtswege rasch und unbürokratisch ermöglicht. (Quelle: Wikipedia)
Wie genau eine Apostille aussieht, wussten wir natürlich auch nicht, nicht einmal vom Hörensagen kannten wir sie bis dahin. So ging es aber wohl nicht nur uns, denn weder die Bank, noch der Makler und geschweige denn der Notar bezweifelten die Korrektheit der beglaubigten Vollmacht mit dem eingeprägten Stempel. Und von den Entscheidern unbekannter Anzahl beim Amtsgericht hätten es laut dem Notar auch alle akzeptiert, nur dieser eine „Scharfrichter“ (Aussage des Notars) NICHT. Er verlangt eine „Überbeglaubigung“. Die muss in den U.S.A. beantragt werden und, wenn sie beschleunigt bearbeitet werden soll, natürlich auch entsprechend bezahlt werden. Cooles Smiley Der Notar beteuerte Uschi gegenüber, dass er mit Engelszungen versucht habe, dem Entscheider die besonderen Schwierigkeiten des Falles klarzumachen, ohne Erfolg. Dieser hätte durchaus die Möglichkeit, sein okay zu geben und auf die Apostille zu verzichten, soooo wichtig ist eine Vollmacht, die eine Schwester der anderen in einer privaten Erbangelegenheit ausstellt, ja nun auch nicht. Er tut es aber nicht, aus welchen Gründen auch immer. Erzürnt Wie war das mit rasch und unbürokratisch? Dass das möglich ist, hat ein anderer Entscheider bewiesen, der Uschi einen Erbschein ausgestellt hat, bevor überhaupt die Vollmacht aus den U.S.A. in Deutschland angekommen war, mit oder ohne Apostille. Aber nicht mit mir, sagt da ein „Scharfrichter“ in einem kleinen schwäbischen Städtchen. Ich will mindestens eine Überbeglaubigung! Ich habe das Recht, sie zu verlangen und das tue ich. Basta!

Vor vielen, vielen Jahren sang Reinhard Mey sehr unterhaltsam vom „Antrag auf Erteilung eines Anstragsformulars“. Smiley mit geöffnetem Mund

Fortsetzung folgt – irgendwann…

Allgäuer Luft schnuppern

 

Wir mussten mal wieder ins Allgäu! Nicht zu glauben, dass es schon wieder ein ganzes Jahr her ist, dass wir den Sommer dort verbracht haben!!! Uschi hatte damals in der Wohnmobilwerkstatt in Füssen (an einem der dortigen Stellplätze) ihren Absorberkühlschrank gegen einen Kompressorkühlschrank austauschen lassen, um dafür kein Gas mehr verbrauchen zu müssen. Wenn man nur Platz für 5-Kilo-Flaschen hat, macht das Sinn. Den “alten” Kühlschrank konnte sie dort stehenlassen. Entweder der Betreiber würde ihn an einen Wohnmobilisten verkaufen oder wir über das Internet. Letzteres passierte dann im Frühjahr und jetzt wollte sie ihr Geld abholen.

Ich hatte im letzten Jahr Kontakt mit der Inhaberin eines Handarbeitsgeschäftes in Füssen aufgenommen und ihr meine gehäkelten Aufbewahrungskörbchen für Allerlei und Krimskrams in Kommission gegeben. Davon waren inzwischen ein paar verkauft worden und deswegen konnte auch ich etwas Geld abholen. Der Schuss wäre allerdings beinahe nach hinten losgegangen! Erstauntes Smiley Ich hatte in dem Laden noch überlegt, ob ich von den Körbchen (den alten und den drei neuen, die ich mitgebracht hatte) noch ein Foto machen sollte, hatte mich aber dagegen entschieden. Das Papiergeld, das ich ausgehändigt bekam, behielt ich zunächst in der Hand, da ich mir noch neues Häkelgarn aussuchen wollte. An der Kasse erließ mir die Inhaberin den das Papiergeld übersteigenden Betrag, sie bekam ihr Geld zurück, wir wechselten noch ein paar Sätze und verabschiedeten uns. Zwei Straßen weiter bei Tchibo an der Kasse beim Öffnen meiner Tasche der große Schock: mein iPhone war nicht mehr da!!! Dieses Erlebnis hatte ich ja vor Jahren in Barcelona, da war der Reißverschluss der Tasche allerdings offen und nicht nur das Smartphone sondern auch das Portemonnaie war weg. Schlagartig wurde mir genauso schlecht wie damals! Also nichts wie zurück zum Handarbeitsgeschäft. Aber dort hatte ich das iPhone ja gar nicht benutzt! Die Inhaberin stand vor ihrem Laden, nein, ein Telefon hatte sie nicht gefunden. Uschi entdeckte es dann auf einem kleinen Ablagebrett an der Kassentheke. PUH!!! Und dann konnte ich mich auch erinnern. Ich hatte es aus meiner Tasche genommen und auf das Brett gelegt, um mein Portemonnaie herausnehmen zu können (meine Tasche ist klein). Da ich aber nichts zuzahlen musste, blieb das Portemonnaie drin und das iPhone draußen… Abgelenkt durch unser Gespräch dachte ich nicht mehr daran und das, obwohl ich es normalerweise hüte wie meinen Augapfel! Was war ich froh! Aber schlecht war mir noch eine ganze Weile. Verwirrtes Smiley

Richtig gut ging es mir erst wieder an unserem Lieblingssee, dem grünen Weißensee. Dort waren wir letzten Sommer ja etliche Male, zum Dran-entlang-laufen oder Drum-herum-laufen oder nur auf der Terrasse des Kiosks zum Milchkaffee trinken. Badebetrieb war nicht, da es bewölkt und für Juli eindeutig zu kühl war, aber der See war so traumhaft schön wie wir ihn in Erinnerung haben.

Der grüne WeißenseeDer grüne WeißenseeDer grüne WeißenseeDer grüne WeißenseeDer grüne WeißenseeDer grüne WeißenseeFlitzi am grünen WeißenseeDer grüne Weißensee

Danach frischten wir eine weitere Erinnerung auf, nämlich die an die leckersten Pommes frites des Universums und das beste Rösti, überbacken mit Gemüse und Käse. Das gibt es natürlich nur im Wirtshaus “Wiesele” am gleichnamigen Wohnmobilstellplatz in Pfronten-Weißbach, dort, wo ich es letztes Jahr 6 Monate ausgehalten, nein, genossen habe. Das Ehepaar Wohlfart freute sich, uns zu sehen, auch wenn wir nicht mit unseren Mobilen kamen, sondern nur zum Essen. Nächstes Jahr, versprochen! Der geplante Aus- und Anbau des Lokals war bereits fertiggestellt und ist sehr schön geworden. Das “Wiesele” wird nicht nur von den Stellplatzgästen sehr gut angenommen, sondern ist auch sehr beliebt bei den Einheimischen für Familienfeiern aller Art. Dafür gibt es jetzt einen Extraraum, der auch als Erweiterung für das Tagesgeschäft genutzt wird. Denn obwohl der Gastraum über einige Tische verfügt, sind die am Abend ganz schnell voll besetzt. Nicht verwunderlich, das Essen ist hervorragend, die Bedienung ist zuvorkommend und schnell, die Preise sind im Normalbereich. Einen schönen Kaffeegarten gibt es auch (ist durch den Umbau noch größer geworden) und sowohl die Kuchen und Torten als auch die Eisbecher sind lecker! Und ganz besonders hervorzuheben ist die unschlagbare und nahbare Freundlichkeit der Betreiber!!!

Wirtshaus "Wiesele"Wirtshaus "Wiesele"

Über die A7 waren wir in knapp zwei Stunden wieder in Lauterburg. Nächsten Dienstag ist der Notartermin zur Unterzeichnung des Kaufvertrags und dann geht es, hauptsächlich für Uschi, in eine neue Freiheit. Regenbogen

bald geht es wieder losbald geht es wieder losAbendhimmel

written by Ingrid
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P.S.: Wie immer könnt ihr die Fotos durch anklicken auf Originalgröße bringen und den Fototext lesen, wenn ihr den Mauszeiger auf das Foto führt.

Es gibt uns noch :-)

 

Nachdem die Anfragen, ob es uns noch gibt und wie es uns geht, häufiger werden, raffen wir uns zu einem kleinen Update auf. Zwinkerndes Smiley Aufraffen deshalb, weil wir etwas ausgepowert sind, körperlich, aber hauptsächlich psychisch. Ein Haus (Uschis Elternhaus, auch wenn sie dort nicht lange gelebt hat) auszuräumen bedeutet, so gut wie jeden Gegenstand mindestens zweimal in die Hand zu nehmen. Einmal, um festzustellen, dass es ihn gibt und zur Entscheidung, was mit ihm geschehen soll und ein zweites Mal, um ihn in den Mülleimer zu werfen oder in eine/n Korb/Karton/Zimmerecke/Garage zu legen/stellen, damit er verkauft/verschenkt/behalten werden kann. Es müssen Ordner gesichtet, aussortiert und entsorgt werden. Bei dieser Tätigkeit fanden sich auf der Bühne (schwäbisch für Dachboden) sämtliche Studienunterlagen von Uschis Schwester, die seit über 30 Jahren in den U.S.A. lebt. Erstauntes Smiley Außerdem altes Spielzeug, selbstgefertigte Puppen von Uschis Mutter und ihre Kleidung, in mehreren alten Koffern. Die Kleidung der Mutter, die seit 27 Jahren nicht mehr lebt! Ihr Mann, Uschis Vater, hatte es damals wohl nicht über sich gebracht, die Kleidungsstücke aus dem Haus zu bringen. Auch das blieb jetzt uns. Es mussten Fotos und Dias gesichtet werden, die zahlreichen Filmspulen hat Uschi unbesehen entsorgt. Vieles hat uns ein privater Händler abgenommen, für kleines Geld. Aber wir waren ja froh um alles, was weg war. Einiges habe ich im Internet verkauft oder gegen Abholung verschenkt. Es gab an die 200 Bildbände Modelleisenbahn, unzählige VHS-Kassetten Modelleisenbahn und etliche DVDs mit dem Thema, na? Im Keller einen deckenhohen Metall-Büroschrank, voll mit kompletten Jahrgängen Modelleisenbahn. Verwirrtes Smiley Das meiste davon haben wir verschenkt oder so gut wie, wir waren froh, das nicht alles wegwerfen zu müssen.

Die größte Herausforderung allerdings war die Eisenbahnanlage. Es wurde nämlich sehr bald klar, dass nicht die Anlage selbst das Problem war, sondern die Räumlichkeiten. Der Zugang zum Kellergang und somit zum Garten war so verwinkelt, dass man mit größeren Teilen nicht um die Ecken kam und die beiden vorhandenen Fenster sind relativ klein. Es gab Interessenten, die Besichtigungstermine machten, aber nicht einhielten und auch nicht absagten, andere wurden krank, wieder andere wohnten zu weit weg. Es gab auch welche, die freimütig zugaben, dass, nach eingehender Überlegung, sie zu dem Ergebnis gekommen wären, dass dieses Projekt sie oder ihre finanziellen und räumlichen Möglichkeiten überfordern würde. Und dann waren da noch diejenigen, die die Anlage unbedingt haben wollten, weil sie schon seit Kindheitstagen rollendes Material sammelten, aber noch nie eine Anlage selbst betrieben hatten und weder über ein geeignetes Transportfahrzeug verfügten noch über fachkundiges Hilfs“personal“. Etwas kundigere Modellbahner hatten geschätzt, dass der fachgerechte Abbau der Anlage wohl den Einsatz von drei erfahrenen Männern über zwei bis drei Tage erfordern würde, vorausgesetzt, man will die Anlage ohne allzu große Verluste teilen, abtransportieren und später wieder aufbauen und zum Laufen bringen. Ich schrieb über Wochen Antworten auf Anfragen, ein Interessent nach dem anderen sprang ab und uns verließ langsam der Mut. Dann meldete sich jemand erneut, den ich ganz zu Beginn als unseriös eingestuft und nicht mehr kontaktiert hatte. Ein vielversprechender Mailwechsel überzeugte uns vom Gegenteil und so kam Anfang Mai dann tatsächlich ein ernsthafter Interessent aus Norddeutschland angereist. Mit einem auf den ersten Blick klar erkennbar viel zu kleinen Anhänger! Dem und den räumlichen Einschränkungen geschuldet konnten dann doch, wie befürchtet, nur wenige Teilbereiche der Anlage „am Stück“ abtransportiert werden, der größte Teil wurde „abgeräumt“ und die Überreste zum Wertstoffhof gebracht. Trauriges Smiley Zu dem Zeitpunkt war uns aber schon alles fast egal. Wir wollten nur noch fertig werden!

Das endgültige Leerräumen des Hauses erledigten zwei junge Männer, die solcher Art Arbeiten nebenberuflich machen, um sich etwas Geld zusätzlich zu verdienen. Sie arbeiteten gründlich, zuverlässig und schnell und nach zwei Wochenenden und ein paar Stunden zwischendurch war das Haus komplett leer. Ein eigenartiger Anblick, einerseits befreiend, andererseits sehr gefühlsbeladen.

Parallel zu all dem lief der bürokratische Teil und da lief einiges schief! Sarkastisches Smiley Und alles sehr langsam! Uschi brauchte eine vom deutschen Konsulat beglaubigte Vollmacht ihrer Schwester, um überhaupt einen Erbschein beantragen zu können. Ohne Erbschein geht gar nichts, kein Verkauf des Hauses, keine Kontoauflösung bei der Bank. Uschi war zwar seit Jahren im Besitz einer Generalvollmacht für die Bank, aber da fehlten die vier ausschlaggebenden Wörter „über meinen Tod hinaus“. Wohlgemerkt, die Vollmacht hatte ein Notar erstellt, vor vielen Jahren. Das nächste Konsulat für Uschis Schwester befindet sich in San Francisco, ca. 1600 Kilometer von ihrem Wohnort entfernt. Recherchen ergaben, dass es einen Honorarkonsul in Seattle gibt. Auch noch über 300 km, aber dorthin hätte man mit dem PKW fahren können, aber erst, wenn der Pass über die Cascades, die große nordamerikanische Gebirgskette, wieder geöffnet, weil schneefrei, sein würde. Per Zufall erfuhr Uschi bei einem Telefonat mit dem Notariat, dass Honorarkonsule von deutschen Amtsgerichten nicht akzeptiert werden!!! Aber eventuell ein sogenannter notary public, das bliebe aber abzuwarten und läge im Ermessen des Gerichts! Aber probieren könne man es ja mal. Im Heimatsort von Uschis Schwester gibt es seit kurzem so jemanden und es ist sogar eine Deutsche, die Uschis Begleitbrief mit den notwendigen Erfordernissen lesen konnte und sogar mit dem zuständigen Amtsgericht hier in Deutschland telefonierte, um sich zu vergewissern, dass sie alles richtig erledigen würde. Zwei Wochen später war das entsprechende Schreiben mit Siegel versehen beim Notar und wurde tatsächlich vom Gericht anerkannt! Hurra!!! Smiley mit geöffnetem Mund Jetzt erst konnte Uschi einen Makler für das Haus beauftragen. Der machte ihr Hoffnungen, dass die Immobilie binnen kürzester Zeit verkauft sein würde. Tatsächlich fand sich erfreulich schnell ein Abnehmer und diese Woche hätte schon der Notartermin zur Unterzeichnung des Kaufvertrages stattfinden sollen, ABER es ergaben sich im letzten Moment Schwierigkeiten mit der Finanzierung. Das war dem Makler sehr unangenehm, er hat aber zum Glück noch mehr Kaufinteressenten. Jetzt heißt es also wieder warten… Augen rollendes Smiley Uschi könnte inzwischen ein Buch schreiben über alles das, was nicht geklappt hat oder zumindest schwierig war. Bei Behörden und Institutionen sitzen erschreckend viele Menschen, die ihren Job offenbar nicht mehr so verantwortungsvoll erledigen wie man es erwarten sollte. Die Mülltonnen wurden plötzlich nicht mehr geleert, obwohl es telefonisch anders besprochen war und die Müllgebühren inzwischen von Uschis Konto abgebucht wurden. Die Bank löste das Konto von Uschis Vater auf, obwohl Uschi deutlich gesagt hatte, dass sie Bescheid gibt, wenn es aufgelöst werden soll. Natürlich wird sie darüber nicht benachrichtigt, sondern wird erst aufmerksam, nachdem Rechnungen über nicht ausführbare Daueraufträge (Gas, Wasser, Strom, Gebäudeversicherung etc.) samt zu bezahlender Rückbuchungsgebühren per Post eintreffen. Sich auf jemanden verlassen ist nicht mehr ratsam, alles muss angezweifelt und überprüft werden. Das kann schon ganz schön nerven! Umso größer ist die Freude, wenn dann mal etwas ganz problemlos klappt. Smiley

So sieht es aus! Ich könnte jetzt hier wegfahren, meine Arbeit ist erledigt. Aber jetzt, wo es überall voll und voller ist, dazu (für mich zu) warm, zieht es mich nirgendwo anders hin. Also werde ich wohl auch noch ein wenig hierbleiben. Den nächsten fixen Termin haben wir erst am 1. September. Ab da haben wir auf einem Campingplatz auf Rügen gebucht, zwei Monate
USonneRSonneLSonneASonneUSonneB zum Pauschalpreis. 

Fuhrpark

Nein, Flitzi macht keine Sommerpause und er friert auch nicht! Aber nachdem er die Tage von innen (Ingrid) und von außen (Waschanlage) piccobello sauber gemacht wurde, haben wir ihn erst einmal verpackt. Cooles Smiley Nein, Scherz, es drohte ein heftiges Gewitter mit Hagel und da es eine Abdeckhaube für ihn gibt, haben wir ihm die mal vorsichtshalber übergestreift. Fix und Boxi und Oscarlotta haben so etwas ja nicht und hoffen immer, dass sie unbeschadet davon kommen! Bisher hat das geklappt, toi, toi, toi!!!

Gewitter erwartet

written by Ingrid
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Kleines Oster-Update

 

Vor zwei Jahren hatten wir überlegt, ob man einen Antrag stellen sollte, Ostern in den Mai zu verlegen, damit das Wetter mal besser ist als in den Jahren zuvor. Auch 2018 war es eher schneelastig, aber es hatte ja auch niemand diesen Antrag gestellt!

Und dieses Jahr dann der Beweis: Ostern gehört wirklich in den Mai!!! Denn schon jetzt, Ende April, ist das Wetter um Klassen besser als jemals zuvor an Ostern, zumindest soweit wir uns erinnern können! Die Blumen blühen, die Bienen summen, die Bäume schlagen aus! Die ersten Sonnenbrände sind zu bemerken, aber alle Menschen um uns herum scheinen glücklich zu sein.
So lassen wir uns Ostern gefallen!

Euch allen ein schönes, sonniges Osterfest!!! Hase

von Oscarlotta on tour Veröffentlicht in Allgemein

Neues Zuhause gesucht

 

Wir sind wieder auf der Schwäbischen Ostalb. Auch hier liegt noch Schnee, der es uns verwehrt, auf unsere Terrasse zu fahren. Also stehen wir zur Zeit noch im Bereich der Zufahrt zum Campingplatz. Flitzi musste zunächst noch in Blaichach zurückbleiben, aber inzwischen haben wir ihn in einer Halbtagesaktion auch hierher gebracht.

wieder in Lauterburg 

Zum Glück scheint die Sonne und mit den steigenden Temperaturen verbreitet sich schon ein Hauch von Vorfrühling. Eine Gasflasche reicht schon wieder für fünf (!) Tage! Smiley mit geöffnetem Mund

Leider ist der Grund unseres Hierseins nicht so angenehm. Wir müssen ja das Haus von Uschis Vater leerräumen und zum Verkauf anbieten. Die größte Herausforderung stellt dabei die große Modelleisenbahnanlage dar. Uschi hatte bei ihrem Kurzaufenthalt im Dezember schon das gesamte rollende Material von der Anlage genommen, verpackt und verlagert, was bereits Stunden gedauert hat. Jetzt geht es darum, zu versuchen, einen (oder mehrere) Abnehmer für die Anlage zu finden, um sie nicht zerstören und vernichten zu müssen. Also an dieser Stelle ein Appell an alle Modellbahner oder die, die einen kennen:

Es gibt eine wunderschöne, gut erhaltene Modelleisenbahnanlage der Spur N, die ein neues Zuhause sucht und gerne jemand anderem Freude machen möchte. Der Verkaufspreis, der natürlich niemals die investierten Material- und Zeitkosten beinhalten kann, ist verhandelbar. Das rollende Material, also die Loks und Waggons, ist inzwischen separat verkauft worden.

Anlage 6 (Bahnbetriebswerk Drehscheibe Lokschuppen)

Es gibt „hier“ einen ausführlichen Blogeintrag mit allen Informationen und vielen Fotos. Ich habe jetzt noch einmal weitere Detailfotos gemacht und ein Fotoalbum erstellt, das „hier“ zu sehen ist. Noch hoffen wir, dass sich eine Lösung findet, die dem Lebenswerk von Uschis Vater ermöglicht, weiterzuexistieren!!! Es wäre so schade, wenn diese wunderbare Modelleisenbahnanlage zerstört werden müsste. Weinendes Smiley

Anlässlich dieser ganzen Aktivitäten und anbetracht der Tatsache, dass sich in den nächsten Wochen voraussichtlich nichts blogmäßig interessantes begeben wird, verabschieden wir uns hiermit und an dieser Stelle in eine Blogpause unbestimmter Länge! Wir haben keine Ahnung, wie lange das hier alles dauern wird und bis wann wir hierbleiben müssen oder wollen.

Lasst es euch gut gehen und passt auf euch auf!

written by Ingrid
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P.S.: Wie immer könnt ihr die Fotos durch anklicken auf Originalgröße bringen und den Fototext lesen, wenn ihr den Mauszeiger auf das Foto führt.

Alpenrundblick

 

Das weiße Schicksal ereilte uns ein weiteres Mal in Form von gut 20cm Neuschnee über Nacht! Erstauntes Smiley Der Wetterbericht hatte es zuverlässig vorhergesagt und so nahmen wir das Geschenk gelassen an. Wenn die Arbeit erst getan ist und die Sonne wieder scheint, ist es wirklich ein Geschenk!

OberstdorfOberstdorfOberstdorfOberstdorfOberstdorfOberstdorfOberstdorf

Diesmal sahen alle Bäume rundherum besonders bezaubernd aus (siehe aktuelles Headerfoto). Und diesmal wagte ich mich auch höchstselbst auf Oscarlottas Dach. Das Heki hatte ich schon am Vortag vom Schnee befreit, damit es sich aufkurbeln ließ. Soweit ich von der Leiter auf dem Bett reichen konnte, schob ich den Schnee vom Dach, bevor ich rauskletterte. Als richtig gut dafür geeignet hat sich ein Gummibesen erwiesen, auch für die weitere Arbeit auf dem Dach. Den ersten Besen hatten wir nicht mit dem für ihn geeigneten Stiel benutzt, sodass jetzt ein „Handbesen“ übrig war. Diese praktischen Gummibesen verursachen keine Kratzer, haben einen variablen Teleskopstiel und eine zusätzliche Wasserabzieh-/Schabekante. Man kann sie als Besen oder Schrubber oder Wasserabzieher nutzen und durch ihre weichen „Borsten“ können sie auch den Solarplatten nichts anhaben.

neuer SalatSalatbesteck

Diesmal wollten wir den runtergeschobenen Schnee nur auf der Fahrerseite von Oscarlotta haben, da wir auf der anderen Seite nicht mehr wussten, wohin mit weiterem Schnee. Auf der rechten Seite behindert aber sowieso die Markise das über die Kante schieben und an einem Punkt war dann klar, dass ich mit schieben nicht mehr weiter kommen würde, auch, weil unter der Schneehaube eine schon angefrorene Schicht Pressschnee war. Uschi reichte mir ihre Mini-Schneeschaufel (für Kinder, pinkfarben Smiley) hoch und damit schob ich den Schnee nicht mehr vom Dach, sondern schmiss ihn im hohen Bogen bis auf den (noch nicht geräumten) Fahrweg! Das machte richtig Spaß!!! Es wurde aber auch sehr deutlich, wie schwer selbst diese kleinen Schneemengen schon sind und unser Respekt vor Dachlawinen verstärkte sich noch. Die Feinarbeit passierte dann wieder mit dem Gummibesen.

auf dem Dachauf dem Dachauf dem Dachauf dem Dachauf dem Dachauf dem Dachauf dem Dachgeschafft!!!

Ein angenehmer Nebeneffekt ist, dass die Wohnmobildächer blitzsauber werden und keine schwarzen Regenstreifen mehr an den Seitenwänden herunterlaufen!

blitzsauber!

Die Sonne schien herrlich warm und die Aussicht war vom Feinsten! Verliebt

Aussicht von OscarlottaAussicht von OscarlottaAussicht von OscarlottaAussicht von OscarlottaAussicht von BoxiAussicht von BoxiAussicht von BoxiAussicht von BoxiAussicht von OscarlottaAussicht von Boxi

Auch die nächsten Tage waren wunderbar und wir genossen die Märchenlandschaft bei unseren Nachmittagsspaziergängen.

WintermärchenWintermärchenWintermärchenWintermärchenWintermärchen

Unsere Zeit hier ist nun LEIDER vorbei und jetzt verraten wir auch, wo wir die letzten drei Monate waren, nämlich auf dem Stellplatz „Alpenrundblick“ in Blaichach. Es gibt auf einer großen geschotterten Fläche Platz für 60 Mobile und, wie der Platzname sagt, rundherum Berge. Die Lage ist nahezu perfekt, Immenstadt ist ca. 3km entfernt und über den Iller-Radweg zu Fuß oder mit dem Rad gut zu erreichen, nach Sonthofen sind es ca. 5km. Der Bahnhof (Zugverbindung Oberstdorf/Immenstadt und weiter) ist 5 Minuten vom Stellplatz entfernt (die Bahnstrecke ist in Hörweite, aber nicht störend) und vom Bahnhof aus ist man direkt in dem kleinen Ort mit Supermarkt und allen Geschäften, die man so braucht. Der Iller-Radweg war immer gut geräumt, sodass unsere Spaziergänge in beide Richtungen jederzeit stattfinden konnten. Zum Stellplatz gehört sogar ein eigener Badesee! Alle weiteren Einrichtungen und die Preise findet ihr auf der Homepage.

BlaichachBlaichachBlaichach

Es hat uns so gut gefallen, dass wir für den nächsten Winter schon wieder reserviert haben! Wir hatten das Wetter, dass wir uns gewünscht hatten. Regen kam fast immer als Schnee herunter, grau und nieselig war es nur ganz selten und die Sonne schien (nicht nur gefühlt) an wesentlich mehr Tagen als im restlichen Deutschland. Die beiden vorhergehenden Winter habe ich ja im Norden und Osten Deutschlands verbracht und am meisten im Gedächtnis geblieben ist mir, wie sehr ich die Sonne vermisst habe. Das kann ich von diesem Winter nicht sagen! Und Sonne und Schnee hat schon was, oder? Kuss senden

Sonne und SchneeSonne und SchneeSonne und SchneeSonne und SchneeSonne und SchneeSonne und Schnee

“Wer hat an der Uhr gedreht?
Ist es wirklich schon so spät???
Soll das heißen – ja, ihr Leut – mit dem Allgäu ist Schluss für heut! 
Stimmt es, dass es sein muss?
Ist für heute wirklich Schluss???

Heute ist nicht alle Tage, wir kommen wieder – keine Frage!”

bis dann!bis dann!bis dann!

written by Ingrid
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P.S.: Wie immer könnt ihr die Fotos durch anklicken auf Originalgröße bringen und den Fototext lesen, wenn ihr den Mauszeiger auf das Foto führt.

Bizarre Eiswelten

 

Ich folge auf Instagram einem Allgäu-Account und dort wurde vor ein paar Tagen ein Foto von der Breitachklamm bei Oberstdorf gepostet. Wir kennen die Klamm nur vom Sommer, sehr schön und schon ein paar Jahre her. Im Winter waren wir dort noch nie, was sich aber, laut Foto, mehr als lohnen würde! Trauen wir uns, die schmalen und teilweise steilen Wege bei Eis und Schnee zu begehen? Wir beschlossen, es zumindest zu versuchen, abbrechen kann man ja jederzeit. Der Eintritt ist mit €4,50/Person sehr moderat, ein Verlust ließe sich also verschmerzen.

Wir zogen uns warm an, bestückten unsere Bergschuhe mit anschnallbaren Spikes und nahmen die Walkingstöcke mit. Auf Mützen und Handschuhe verzichteten wir, denn es schien die Sonne und wir waren schon mittags dort. Aber wie das in einer Klamm so ist, die Sonne hat nur ein sehr kurzes Zeitfenster, um dort den Boden zu erreichen. Die meiste Zeit waren wir im Schatten und es war kalt. Aber die wechselnden Anblicke entschädigten uns für alles! Außer uns waren eine Menge anderer Menschen unterwegs, alle so vorsichtig gehend wie wir und alle staunend und immer wieder stehenbleibend, um zu fotografieren.

BreitachklammBreitachklammBreitachklamm

Es fing zunächst schön, aber unspektakulär an. Die Breitach plätscherte munter und mit relativ wenig Wasser an schneebedeckten Felsen und Steinen vorbei Richtung Illerursprung.


BreitachklammBreitachklammBreitachklammBreitachklammBreitachklammBreitachklamm

Die Iller, die hier an unserem Stellplatz vorbeifließt, entsteht ja durch den Zusammenfluss von Breitach, Stillach und Trettach in der Nähe von Oberstdorf. Uschi war im Frühjahr dort gewesen und hatte ein Video (siehe “hier”) gedreht.

Je näher wir zur Klamm kamen, desto eisiger wurde es! Erst noch sehr gemäßigt, aber dann überwältigend. Über Wochen hatten die Temperaturunterschiede zwischen Wärme- und Kälteperioden und die zwischen Tag und Nacht erst Eiszäpfchen, dann ausgewachsene Zapfen und schließlich an einigen Stellen Eisvorhänge und riesige Säulen wachsen lassen. Immer wieder musste ich mich von den Stöcken losclipsen, um zu fotografieren. Aber ohne die Stöcke ging gar nichts! Der Weg war zwar mit Split gestreut und es gab Geländer und an einigen Stellen noch zusätzlich Seile an der Felswand, aber es war trotzdem teilweise mühsam. Nicht alle Leute hatten geeignetes Schuhwerk an und schlitterten mehr als sie liefen. Dort, wo es dann richtig steil wurde, brachen wir ab. Hoch wären wir sicher noch gekommen, aber ob heil wieder runter, war die Frage. Wir beschlossen, lieber nichts zu riskieren. Oben wären wir zwar endlich in der Sonne gewesen, aber die bizarrsten Eisformationen waren unten und ich hatte zu dem Zeitpunkt schon unzählige Fotos gemacht.

BreitachklammBreitachklammBreitachklammBreitachklammBreitachklammBreitachklammBreitachklammBreitachklamm

Wir begaben uns also auf den Rückweg und bestaunten diese Märchenwelt noch in aller Ruhe aus der anderen Richtung. Trotz allem waren wir insgesamt zwei Stunden unterwegs gewesen und das reichte dann ja auch. Es war einfach nur toll und wir sind glücklich, es gewagt zu haben!

Dieser Beitrag zeigt nur einen Teil der Fotos, deswegen gibt es noch eine kleine Dia-Show von zwei Minuten Länge.
Viel Vergnügen beim Anschauen (bitte Vollbild-Ansicht einstellen)!


 
written by Ingrid
photos and videos taken with iPhone

P.S.: Wie immer könnt ihr die Fotos durch anklicken auf Originalgröße bringen und den Fototext lesen, wenn ihr den Mauszeiger auf das Foto führt.

“Alles Gute kommt von oben” oder “Die Gefahr beim Fahren”

 
Heute möchte ich (Uschi) mich mal wieder kurz zu Wort melden.
Wir stehen ja nun schon seit fast drei Monaten auf dem Stellplatz hier im Allgäu und haben einige erheblichen Schneefälle miterlebt mit einem herrlichen Ergebnis für Augen und Seele! (Wer es mag!)

viel Salat!

Dass Schnee auch Arbeit mit sich bringt, ist ja bekannt, die Allgäuer sind wirklich mit den Räumarbeiten auf Straßen und Wegen richtig gut.

OberstdorfOberstdorfSalaträumerGrünten

Auch wir haben schon Stunden Schnee geschaufelt, aber wir nehmen es sportlich und genießen das Draußensein, vor allem bei Sonnenschein! Smiley
Immer mehr Wohnmobilisten sind wie wir auch im Winter unterwegs, viele in Richtung des schneefreien Südens, aber einige auch hier im Allgäu oder in anderen Wintersportgebieten. Sie haben fast alle ein mehr oder weniger winterfestes Mobil und oft viel nicht unnötiges Zubehör wie z. B. Wintermatten für das Fahrerhaus, Anfahrhilfen, Schneeschaufel und manche für den Fall der Fälle sogar Schneeketten dabei. Alles gut und schön, aber … dummerweise fällt der Schnee nicht nur auf den Boden, sondern auch auf Haus- und Wohnmobildächer.

Salat auf dem Dachund anderswo

Diesen Winter mussten viele Menschen im Allgäu die doch hohen und schweren Schneemassen von Dächern räumen. Auch wir haben unsere Mobildächer mehrfach von Schnee- und Eislasten befreit, schon wegen der Solarplatten, die ja keine Sonnenstrahlen mehr einfangen konnten, aber vor allem dafür, dass wir uns jederzeit auf öffentliche Straßen begeben könnten.

schon wiederneuer Salat

So, genug der Vorrede, jetzt komme ich zu meinem eigentlichen Anliegen.
Leider denken die meisten “mobilen Wintercamper” vor ihrer (Weiter-)Fahrt nicht über Schnee und Eis auf dem Wohnmobil- oder Wohnwagendach nach und über die Gefahr für nachfolgende Verkehrsteilnehmer. Was mit angefrorenem Schnee auf dem Dach während der Fahrt passieren kann, hat Ingrid „hier“ ja schon erzählt. Alle Lkw-Fahrer müssen ihre Dächer vor der Fahrt räumen – und wir…? Etwa ich?

so sollte man NICHT losfahren! Leute, ein einziger (!!!) Mobilfahrer hier hat in den letzten vier Wochen zumindest versucht, von einer meines Erachtens gefährlichen Leiter aus, den vielen Schnee vom Dach zu schieben, ohne großen Erfolg, die anderen haben es erst gar nicht probiert!
Aber ich finde: Geht nicht gibt’s nicht!
Das Versäumnis der Reisemobillieb=
haber geschieht schon beim Kauf. Heute haben die meisten Mobile keine Heckleiter mehr so wie früher, irgendwie ist diese praktische Sache nicht mehr angesagt, aber wir haben sie beim Kauf mitbestellt, um jederzeit sicher Boxi auf’s Dach steigen zu können. Es gibt zwar dafür auch tolle leichte ausziehbare Anstellleitern, aber die sind für die heute doch oftmals hohen Wohnmobile viel zu oft zu kurz. Sie reichen in der Regel höchstens bis kurz unter die Dachkante UND sie haben keine vier Füße wie eine Bock-/Haushaltsleiter. Sie sind deshalb, vor allem auf unebenen, rutschigen oder wie jetzt vereisten Untergründen, SEHR gefährlich! Erstauntes Smiley AUF das Dach zu kommen ist für einen sportlichen Menschen vielleicht noch möglich, aber runter geht dann unter Umständen schneller als gewollt.

Bei Oscarlotta haben wir schon beim Kauf (gegen die Empfehlung des Verkäufers, das Heki doch in den Wohnbereich zu verbauen) auf einer großen aufkurbelbaren Dachluke über dem Heckbett bestanden, aus gutem Grund: Dachluke aufkurbeln, kleine passende Bockleiter mit Bügel auf’s Bett stellen und schon kann man sicher und bequem jederzeit raus auf das Dach und auf demselben Weg wieder zurück! Keine Leiter, die wegrutschen kann, keine Akrobatik nötig,  um vom Dach auf die oberste Stufe zu gelangen.
Randbemerkung: Sowohl das Dach von Oscarlotta als auch das Dach von Boxi ist voll begehbar. (Leute mit Höhenangst sollten es trotzdem lieber nicht “begehen”.)

Unsere Antwort zu der Frage: “Wie komme ich sicher auf mein Wohnmobildach?” lautet ganz einfach: Versucht nachzurüsten, entweder von innen mit einer großen Luke, an die man eine Leiter anstellen kann (falls schon vorhanden, braucht man nur noch eine passende Leiter) oder von außen mit einer Heckleiter. Wer trotz allem eine Anstellleiter bevorzugt, sollte darauf achten, dass sie mindestens 30cm länger als das Womodach hoch ist und er sollte sich einen kompetenten “Leiterhalter” organisieren! Ich höre schon die „todesmutigen“ Männer sagen, „ich brauche nicht aufs Dach, ich kann den Schnee auch von der Leiter aus runterschieben“. Haben wir auch versucht, mit einer Schneeschaufel erreicht man NICHT die Mitte des Daches. Und selbst mit einem Besen, Schrubber o. ä. an einer entsprechend langen Teleskopstange ist es ausgesprochen schwierig (und gefährlich – Leiter rutscht unten weg, wenn oben Kräfte wirken), größere Schneemassen wegzuschieben.

Camping mit SalatMit diesem Beitrag wollte ich euch das Wintercamping nicht madig machen, Wintercamping hat gaaanz viel zu bieten!!! Cooles Smiley

Wintercamping

Zum Abschluss noch ein kleiner Tipp: Sorgt dafür, dass ihr Winterdiesel im Tank habt! Ansonsten braucht ihr euch über das Räumen eurer Dächer keine Gedanken mehr zu machen, dann springt euer Motor nämlich erst wieder an, wenn der Frühling kommt!

written by Uschi
photos taken by Ingrid with iPhone

P.S.: Wie immer könnt ihr die Fotos durch anklicken auf Originalgröße bringen und den Fototext lesen, wenn ihr den Mauszeiger auf das Foto führt.

Salat-Update

 

Wir haben Glück! Die heftigen Schneefälle hörten auf und dafür kam die Sonne durch, nicht jeden Tag, aber auf jeden Fall öfter als im Rest Deutschlands. Der liegengebliebene Schnee ist angetaut und wieder gefroren, das Gehen rund um unsere Mobile und auf sämtlichen Spazierwegen gestaltet sich schwierig. Man sollte gut aufpassen, wohin man tritt! Ein Vorteil des Alters ist, dass man sowieso nicht mehr so schnell unterwegs ist/sein muss, also besteht keine erhöhte Gefahr, auszurutschen oder sich den Fuß zu vertreten. Die “Hundewege” sind inzwischen allerdings so verharscht, dass das Laufen dort eher dem Balancieren auf einem Schwebebalken gleicht. Da kann es schon einmal passieren, dass man das Gleichgewicht verliert und auf allen Vieren im Tiefschnee landet! Laut lachen

viel Salat!viel Salat!viel Salat!Hundewegeviel Salat!viel Salat!viel Salat!bizarre Eisweltenbizarre Eisweltenbizarre Eisweltenbizarre Eisweltenbizarre Eisweltenbizarre Eiswelten

Passieren tut gerade nicht wirklich etwas, zumindest nichts, worüber es sich lohnen würde, ausführlich zu berichten. Wir hatten Besuch von einem zukünftigen Fulltimer, der sich Tipps bei uns einsammelte. Einen weiteren Kurzbesuch von Bloglesern verschlief ich, sodass nur Uschi das Vergnügen hatte. Ansonsten gehen wir, bevorzugt wenn die Sonne scheint, spazieren, gerne mit einem Umweg über das hervorragend bestückte Bäckereicafé im Ort, fahren einkaufen oder auch mal nach Sonthofen oder Oberstdorf zum Bummeln. Wenn die Sonne scheint, wird es in unseren Mobilen so warm, dass die Heizung noch stundenlang in der Nachtabsenkung bleiben kann. Das spart ein wenig Gas. Die Temperaturen draußen sind nämlich so weit unter dem Gefrierpunkt, dass eine Gasflasche nur noch gut 2 1/2 Tage reicht. Das ist sowohl bei Oscarlotta als auch bei Boxi so, allerdings mit dem Unterschied, dass ich 11-Kilo-Flaschen brauche und Uschi nur Fünfer. Trotz Kondenswasser ableitender Wäscheklammern an den Kaminaustritten der Heizungen bilden sich interessante Eisgebilde. Cooles Smiley

Eispimmel ;-)Eispimmel ;-)

Die Sonnenuntergänge sind nicht spektakulär, aber schön, vor allem die Berge sehen vom letzten Sonnenlicht beschienen toll aus. Verliebt

letzte Sonnenstrahlenletzte Sonnenstrahlenletzte Sonnenstrahlenletzte Sonnenstrahlenletzte Sonnenstrahlen

Langweilig wird uns bisher nicht. Ich habe die letzten Tage eingehend Lithium-Akkus und Wechselrichter recherchiert. Man sollte es nicht für möglich halten, aber in Oscarlotta arbeiten immer noch die ersten Aufbaubatterien, seit inzwischen 11 3/4 Jahren!!! Da sie aber natürlich von heute auf morgen ihren Dienst einstellen können, wäre es gut, wenn ich dann weiß, was ich will. Wieder Gel-Batterien oder umsteigen auf die vielgepriesenen LiFe(Y)PO4-Akkus? Uschi hat schon im letzten Jahr gewechselt und ist zufrieden. Mir reichen meine Gel-Akkus eigentlich, allerdings würde ich gerne, wenn kein Landstrom zur Verfügung steht, trotzdem meine Kapsel-Kaffeemaschine nutzen können, die sehr stromhungrig ist. Das geht mit Wechselrichter, aber der geht nicht mit Gel-Batterien, zumindest nicht in der bisherigen Kapazitätsklasse. Und Akkus mit größerer Kapazität passen von den Ausmaßen her nicht in das Batteriefach im Doppelboden der Heckgarage. Sie woanders unterbringen möchte ich aber auch nicht. Ich habe eine Firma ausfindig gemacht, die alles hat, was ich möchte und bei der ich auch Austausch/Einbau/Aufrüstung erledigen lassen kann. Also werde ich wohl in den sauren (Preis-) Apfel beißen. Allerdings ergibt sich auch einiges an Sparpotenzial, nicht nur beim Strom, sondern auch beim Gas. Ich nutze zwar einen Absorber- und keinen Kompressorkühlschrank, aber über einen Batteriemonitor kann eingestellt werden, bei welchem Ladezustand der Lithium-Akkus der Kühlschrank mit (überschüssigem) Solarertrag betrieben werden soll. Wäre ja blöd, wenn ich im Sommer mehr Solarstrom “einfange”, als in den Batterien eingelagert werden kann. Nach meinen Berechnungen könnten sich die teuren Lithium-Akkus im theoretischen Idealfall nach ca. 4 Jahren amortisiert haben. Das wird sich herausstellen! Vermutlich wird es im realen Leben etwas länger dauern. Auf jeden Fall wird es in Zukunft, zumindest im Sommer, egal sein, ob Landstrom zur Verfügung steht oder nicht und ich kann trotzdem meine Kaffeemaschine anschmeißen. Man gönnt sich ja sonst nichts! Kuss senden

written by Ingrid
photos taken with iPhone

P.S.: Wie immer könnt ihr die Fotos durch anklicken auf Originalgröße bringen und den Fototext lesen, wenn ihr den Mauszeiger auf das Foto führt.

Mal wieder etwas anderes als immer nur Salat!

 

Nuss-Schoko-MuffinsWir hatten einige Höhlentage. Es schneite zwar nicht unablässig, dafür regnete es dann, was die Sache nicht unbedingt besser machte. Also musste man sich drinnen beschäftigen und Uschi nutzte das, um leckere Muffins im Omnia-Backofen zu produzieren. Geht natürlich auch in einem ganz normalen Wohnmobil- oder Haushaltsbackofen! Der Phantasie, was die Zusatzingredienzien betrifft, sind keine Grenzen gesetzt, lecker sind sie immer! Und aufbewahren kann man sie ungekühlt bis zu einer Woche, falls man es schafft, sie bis dahin nicht aufzuessen. Zwinkerndes Smiley

Das Rezept mit Zutaten und Zubereitung folgt als Fotostrecke. Wer am PC/Laptop liest, kann sich zusätzlich die Fototexte anzeigen lassen. Viel Erfolg, Spaß und guten Appetit!

Zutatendas wird alles benötigtEier und Zucker schaumig schlagen/rührenNüsse und Schokotropfen einrührenebenso Mehl und Backpulverzum Schluss noch die Milch Förmchen zu zwei Dritteln füllen6 Förmchen passen in den OmniaDeckel drauf und ab auf den Herd (wahlweise auf einem Gitter in den Backofen)für die Teigreste ist es gutwenn man einen Hiwi hat ;-)saubere Arbeit!!!Gesamtergebnis (12 Stück)gut verpackenoder sofort probieren

written by Ingrid
photos taken by Uschi with HUAWEI P10 Lite

P.S.: Wie immer könnt ihr die Fotos durch anklicken auf Originalgröße bringen und den Fototext lesen, wenn ihr den Mauszeiger auf das Foto führt.

Salat satt (sozusagen bis zum Hals!) ;-)

 

Mit Sicherheit verfolgt ihr die aktuelle Wetterlage, seid vielleicht sogar selbst davon betroffen. Schon im Herbst war sehr auffällig, welche Unmengen an Zapfen an den Bäumen hingen und wir unkten, dass es sicher einen harten Winter geben würde… Wie soll ich es sagen, wir hatten wohl Recht! In Teilen Bayerns und Österreichs ist es derzeit echt heftig und was man so in den Nachrichten sehen und hören kann, ist absolut nicht übertrieben. Die Wetterverhältnisse und die daraus resultierenden Bedingungen scheinen den Winter ebenso zu einem “Rekordwinter” machen zu wollen, wie der letzte Sommer ein “Rekordsommer” war.

RekordschneehöhenRekordschneehöhenRekordschneehöhen

Wir stehen gut und vor allem sicher hier. Keine Berge und keine Bäume in unmittelbarer Nähe. Ein Supermarkt ist fußläufig zu erreichen, Gas gibt es am Stellplatz. Unser einziges Problem ist, den unaufhörlich fallenden Schnee von den Autodächern zu holen. Dazu sind Logistik, eine lange Leiter, Schneeschaufeln in verschiedenen Größen, wasserabweisende Jacken, Handschuhe und Fitness nötig. Mit den Hausdächern und den Wohnmobildächern der Nachbarn haben wir zum Glück nichts zu tun. Zwinkerndes Smiley

räumungsbedürftigräumungsbedürftig

Fix und Boxi sind relativ pflegeleicht, Oscarlotta ist da schon eine andere Nummer. Normalerweise gelangen wir aufs Dach, indem wir eine dreistufige Trittleiter auf das Bett stellen und durch das aufgekurbelte Heki (Hebekippdachfenster) nach draußen klettern. Das klappte diesmal nicht. Der Schnee lag so hoch auf dem Heki, dass es sich nicht aufkurbeln ließ! Zum Glück konnten wir beim Stellplatzbetreiber eine 3m-Haushaltsleiter ausleihen, mit deren Hilfe von der obersten Stufe aus die Randbereiche des Daches freigeschaufelt werden konnten sowie ein Teil des Hekis. Dann eine gute Handbreit aufkurbeln, den hereinfallenden Schnee mit einem großen Duschtuch auffangen und voooorsichtig durch den Spalt allen Schnee nach hinten und zu den Seiten wegschieben. Ein Stück weiter aufkurbeln (ja, es schneite noch!) und mit Verrenkungen den restlichen Schnee vom Heki schaufeln. Mit Hilfe der Leiter konnten wir das Dach zu ca. zwei Dritteln freilegen. Den Rest in der Mitte, an den man nicht heranreichte, verschoben wir auf den nächsten Tag. Der Stellplatzbetreiber und sein Helfer fuhren schon den ganzen Tag mit Schneeräumern über den Platz und die Zufahrtswege und der geräumte Schnee türmte sich schon zu hohen Bergen an den Rändern. Wir sind zwar, außer einem weiteren Mobil, die einzigen Gäste, es gibt aber noch einen bewohnten Dauercamperbereich.

Ingrid bei der ArbeitIngrid bei der ArbeitIngrid bei der ArbeitIngrid bei der ArbeitIngrid bei der ArbeitOscarlottas DachOscarlottas Dach

Am nächsten Tag schneite es nur wenig, es war auch in der Nacht kaum weiterer Schnee dazugekommen, sodass Uschi aufs Dach steigen konnte. Sogar die Sonne kam ein wenig heraus und die Temperaturen waren so, dass das Heki aufbleiben konnte, während Uschi räumte. Danach sah Oscarlotta so aus:

schneefrei und blitzblankschneefrei und blitzblankschneefrei und blitzblank

Dann schneite es wieder! Und es hörte auch nicht mehr auf. Man konnte quasi dabei zusehen, wie die Schneehöhe wuchs. Am einfachsten erkennbar immer an der Trittstufe. Bevor man reingeht, kehrt man sie ab und wenn man das nächste Mal wieder rausgehen will, hat sie schon wieder ein “Häubchen”, vor allem natürlich am Morgen. Genauso wie Flitzi! Verwirrtes Smiley

Trittstufen OscarlottaTrittstufen OscarlottaFlitzi mit MützchenFlitzi wird ausgegraben

In der Nacht auf Donnerstag gab es an die 40cm Neuschnee! Oscarlotta sah wieder genauso aus wie vor der Räumung. Also alles wieder von vorne! Gleiche Reihenfolge, da das Heki sich wieder nicht aufkurbeln ließ. Dieses Mal ging Uschi aufs Dach, sobald das Heki geöffnet werden konnte. Das musste blitzschnell gehen, da es unaufhörlich dicke Flocken schneite. Kaum war sie draußen, klappte ich die Leiter zusammen und kurbelte wieder zu. Die Räumerei eines Wohnmobildaches ist nicht ohne. Man muss gelenkig sein, trittsicher und man darf keine Höhenangst haben. Zusätzlich sind Bewegungen nur im Zeitlupentempo sinnvoll, da das sowieso schon glatte Dach durch den teilweise gefrorenen Schnee gefährlich rutschig wird. Es ist also eine zeitaufwändige Angelegenheit, vor allem auf einem Dach dieser Größe. Rund um unsere Mobile haben wir Laufgräben geschaufelt und genau in diese hinein fällt der Schnee vom Dach! Was bedeutet, dass aller Schnee zweimal geschaufelt wird, einmal oben und einmal unten. Inzwischen sind die Schneehaufen schon so hoch, dass wir kaum noch wissen, wohin mit dem neuen Schnee. Diese Aktion hat gute 2 1/2 Stunden gedauert, danach musste noch das Werkzeug enteist werden. Die Leiter konnten wir ja auch nicht völlig verschneit zurückgeben. Auf den Trittstufen war der Schnee schon so angefroren, dass ich ihn mit einem Spachtel abkratzen musste. Erstauntes Smiley

Neuschnee!!!Neuschnee!!!Neuschnee!!!Neuschnee!!!Neuschnee!!!Neuschnee!!!Neuschnee!!!Neuschnee!!!Neuschnee!!!Neuschnee!!!Neuschnee!!!Neuschnee!!!Spuren im Schnee

Dann gab es erst einmal einen Kaffee! Gefrühstückt hatte ich auch noch nichts. Die Wettervorhersage für die nächsten Tage kündigte weitere ergiebige Schneefälle an! Fein, dann wissen wir ja, was zu tun ist! Laut lachen Im Fernsehen (Brennpunkt Wetter) war, außer der Lawinengefahr-Höchsttufe, immer wieder Thema, dass Dächer von den Schneemassen befreit werden müssen und es wurden Zahlen genannt. Pulverschnee hat ein Gewicht von 30-50 Kilo pro Kubikmeter. Wenn der Schnee nass ist oder nass wird, weil es hineinregnet (ist für das Wochenende angekündigt), kann das Gewicht auf das Zehnfache ansteigen! Unsere Dächer sind begehbar, d. h., für ca. 100-150kg ausgelegt, punktuell vermutlich. 40cm lagen ganz sicher schon da oben, macht also im nassesten Zustand auf ein mal einen Meter ca. 200kg. Also bleibt uns nichts anderes übrig, als zu räumen, mindestens jeden zweiten Tag. Außerdem wollen bzw. können wir ja nicht bis zum Frühling hier bleiben und fahren kann und darf man mit einem Dach voller Schnee nicht. Sollte man auch nicht! Mit meinem früheren Wohnmobil habe ich das mal gemacht, weil ich mich nicht aufs Dach traute und sooo viel ja gar nicht drauf lag. Während der Fahrt löste sich eine Eisplatte, wahrscheinlich durch die Fahrbewegungen losgerüttelt, rutschte über die Schrägung des Alkovens nach unten und zerschlug mir die Frontscheibe! Auf dem nächsten Rasthof war die Fahrt für mich erst einmal zu Ende und ich blieb über Nacht dort stehen. Immer wieder hörte ich im Verlauf des Abend, wie irgendwo eine Eisfläche vom Dach fiel, es taute nämlich und die Wärme aus meinem geheizten Innenraum tat ihr übriges. Ich war froh, dass ich nur mich selbst geschädigt hatte und nicht eine Eisplatte auf ein nachfolgendes Fahrzeug gefallen war. Eine Werkstatt fand ich am nächsten Morgen auch, konnte auch noch selbst dorthin fahren und musste dann natürlich noch lange dort herumstehen, da man mit einer frischeingesetzten Scheibe ja nicht sofort weiterfahren kann. Dieses Risiko würde ich also nicht noch einmal eingehen!

Für den Freitag war eine Wetterberuhigung angesagt, bevor es dann am Wochenende weitergehen sollte. Und tatsächlich schien sogar die Sonne! Uschi grub Flitzi mal wieder aus und wurde von einem Radioreporter (SWR3) angesprochen, der in der Folge spontan ein Interview mit ihr machte. Der junge Mann konnte zunächst nicht so ganz nachvollziehen, warum man freiwillig so lebt wie wir, aber als Uschi ihn aufforderte, sich doch mal umzuschauen, musste er zugeben, dass die Landschaft einfach ein Traum ist!

Flitzi wird befreitFlitzi wird befreitFlitzi wird befreitFlitzi wird befreitWintermärchenWintermärchenWintermärchenWintermärchen

Wir machten später einen Erkundungsgang, am See entlang in den Ort. Die Wege hatten gerade mal Hundebreite, Gegenverkehr nicht möglich!

WintermärchenWintermärchenWintermärchenWintermärchenWintermärchenWintermärchenWintermärchenWintermärchenschmale Wegeschmale Wegelustige Häubchenlustige Häubchenlustige Häubchen

Die Zugverbindung nach Oberstdorf musste inzwischen auch eingestellt werden, wegen kontrollierter Baumfällarbeiten entlang der Strecke. Bis Immenstadt kommt man noch per Zug, dann geht nichts mehr. Immerhin gab es ab dem zweiten Tag einen Schienenersatzverkehr per Bus. Die Menschen im Süden Deutschlands sind Schnee im Winter ja gewöhnt, aber dies jetzt scheint auch für Bayern eine Ausnahmesituation zu sein! Angeblich war es seit 1960 nicht mehr so schlimm.

DB-StreckensperrungDB-StreckensperrungDB-StreckensperrungDB-Streckensperrung

written by Ingrid
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P.S.: Wie immer könnt ihr die Fotos durch anklicken auf Originalgröße bringen und den Fototext lesen, wenn ihr den Mauszeiger auf das Foto führt.

Nun haben wir den Salat!

 

Na ja. Nicht so ganz. Aber fast. Fängt immerhin auch mit S an. Hört hinten aber nicht mit t auf, sondern mit e. Und dazwischen ist auch nicht ala, sondern chne. Naaaaa??? Cooles Smiley

Es fing ganz harmlos an, sozusagen heimtückisch. Nämlich so:

blauester Himmel

Unmerklich, damit wir nicht misstrauisch werden (obwohl, wir haben seit dem 22. Dezember Winter!), änderte sich etwas. Erst war es nur eine hauchdünne Puderzuckerschicht auf Wiesen, Bäumen und Bergen. Sah schön aus!

1. Wintereinbruch

Dann setzte sich die Sonne wieder durch. Auch recht!

Winterspaziergang im Herbst-LookWinterspaziergang im Herbst-LookWinterspaziergang im Herbst-LookWinterspaziergang im Herbst-LookWinterspaziergang im Herbst-LookWinterspaziergang im Herbst-Look

Wir freuten uns und genossen die (fast) täglichen Spaziergänge, ohne und mit Irritationen.

Winterspaziergang im Herbst-LookIrritationenIrritationenRätsel gelöstWasserskianlage"unser" See

Manchmal glaubten wir, immer noch am grünen Weißensee zu sein! Smiley

blauer Weißensee?blauer Weißensee?blauer Weißensee?blauer Weißensee?

Aber dann. Je mehr sich das Jahr seinem Ende näherte, desto mehr kam der Salat. Erst so:

noch wenig "Salat"

dann so:

schon etwas mehr "Salat"

und immer wieder auch ausgesprochen dekorativ:

PfrontenOberstdorfträumende Tannendie Engel backenOberstdorf

Es kam der letzte Tag des Jahres 2018. Party-Smiley Immer noch nur ansatzweise Salat. Und Kartoffelsalat gab es bei uns auch nicht, sondern traditionsgemäß Hering nach Hausfrauenart mit Pellkartoffeln. Um Mitternacht hatten wir dann den Salat in Form von Böllern und Raketen, die man hörte, aber nicht sah!!! Erstauntes Smiley Und es wurde heftigst und ausdauernd geballert. Manchmal waberte ein roter, grüner oder blauer Farbfetzen hinter den Bäumen auf, aber das war es auch schon. Alles weitere verschluckte der Nebel. Ein Feuerwerk, das man nicht sieht, ist irgendwie doof! Trauriges Smiley

Kein Feuerwerk, kein Salat! Der erste Tag des neuen Jahres startete immerhin sehr vielversprechend mit Sonnenschein, aber leider/natürlich nicht mit den Temperaturen, die aus Spanien vermeldet wurden. Cooles Smiley

Happy New Year!Happy New Year!Happy New Year!

Die nächsten Tage waren so grau wie die Schriftfarbe hier. Aber dann, vorgestern, wurde Salat angekündigt! Uschi war voller Vorfreude!!! Und nun hat sie ihn, den Salat!!!

Salat!!!Salat!!!Salat!!!

Und ich auch!

Salat!!!Salat!!!

Da hilft nur neuen Limoncello machen (zwinker Zwinkerndes Smiley, zwinker Zwinkerndes Smiley zu Paules und Elfie)!

written by Ingrid
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Vier Hochzeiten und ein Todesfall

 

Der Titel ist abgeleitet von dem gleichnamigen Spielfilm mit Hugh Grant. Hochzeiten im üblichen Wortsinn hatten wir allerdings keine zu feiern, nicht einmal zu beobachten. Wir waren wohl nicht oft genug auf Schloss Neuschwanstein, das als DIE perfekte Kulisse für Hochzeitsaufnahmen gilt.

Neuschwanstein

Unsere HOCHzeiten hatten wir trotzdem, nämlich in Form der vier Jahreszeiten! Uschi war ja schon zum Ende des letzten Winters hier im Allgäu und erlebte mit, wie innerhalb einer Woche die Natur förmlich explodierte und der Frühling da war.

FrühlingsbeginnFrühlingsbeginnFrühlingsbeginnFrühlingsbeginn

Ich kam Ende April von Norddeutschland her und wollte eigentlich nach unserem Mobiso-Frühjahrstreffen mit auf die Schwäbische Alb fahren. Es kam anders… Nicht nur Uschi liebt das Allgäu immer schon, auch mir gefällt es hier ausnehmend gut. Diese Grüne-Hügel-Schroffe-Felsen-Blaue-Seen-Landschaft ist einfach eine Wohltat für die Seele, dazu kommt die Freundlichkeit der Menschen und die noch etwas geruhsamere Lebensart.

Uschis Wanderung zur Alpspitze

Zusammengehörigkeit ist hier noch kein Fremdwort, Traditionen werden noch gepflegt, auch von den jungen Menschen. Oft haben wir von Einheimischen gehört, dass ihnen bewusst sei, dass sie „im Paradies“ leben und dass sie dankbar dafür sind. Verliebt haben wir uns auf Anhieb in den grünen Weißensee, wir berichteten schon mehrmals darüber, aber ein paar weitere Fotos müssen jetzt doch noch sein! Smiley

WeißenseeWeißensee Weißensee

Der sommerliche Frühling ging unmerklich über in den Hochsommer und ich war immer noch in Weißbach. Laut lachen

Weißbach

Uschi fuhr zwischendurch immer mal wieder nach Lauterburg, um nach ihrem Vater zu schauen. Anfang August zog ich um in „meine“ Ecke und wollte dort nicht mehr weg. Der perfekte Platz, groß genug für Oscarlotta und Flitzi, viel Schatten, höchstenfalls ein direkter Nachbar, meistens aber gar keiner, abseits vom Durchgangsverkehr, ruhig – und das Platz-WLAN funktionierte auch da hinten noch.

StellplatzMein EckplatzMein EckplatzMein Eckplatz

Ich trennte mich von meiner Fernsehanlage und kümmerte mich um Alternativen, die sich alle inzwischen als erfolgreich erwiesen haben. Es gab verschiedene Feste, ich bekam Besuch und dann war Uschi auch schon wieder da. Der Hochsommer ging über in einen hochsommerlichen Herbst und immer noch waren die Wiesen sattgrün. Dabei regnete es genauso wenig wie im restlichen Deutschland, die Flüsse waren alle fast ausgetrocknet. Aber sogar während der heißesten Sommertage kühlte es nachts so ab, dass vermutlich Morgentau für die Farbgebung verantwortlich war. Die Herbstnebel an einigen Tagen brachten eine ganz neue Stimmung.

Weißbach im HerbstWeißbach im Herbst

Jetzt wollten wir die vierte Jahreszeit auch noch erleben! Einmal rund ums Jahr im Allgäu. Uschi hatte per Zufall erfahren, dass es an anderer Stelle einen Stellplatz gibt, der Vierteljahresangebote zu einem sehr attraktiven Preis anbietet. Wir hatten ihn uns im Sommer schon angesehen und reserviert. Jetzt schlossen wir einen Vertrag ab von Mitte November bis Mitte Februar. Eigentlich wollte ich vor dem Ortswechsel noch ins Ruhrgebiet fahren, aber das Wetter war immer noch so schön, dass ich mich nicht losreißen konnte. Den fälligen TÜV-Termin erledigte ich in einer urigen LKW-Werkstatt in Füssen, wo ich Oscarlotta zwar nicht selbst über die Grube fahren durfte, aber nach erfolgreicher Sichtprüfung rückwärts wieder aus der Halle raus. Da war ja schon klar, dass die Höhe des Tores ausreichend war. Zwinkerndes Smiley Bezahlt werden konnte nur in bar! Ich habe noch in keiner Werkstatt für alle notwendigen Überprüfungen so wenig bezahlt wie dort!

Sehr ungern verabschiedeten wir uns von der Familie Wohlfart, aßen noch ein letztes Mal im Gasthaus Wiesele und versprachen, wiederzukommen. Flitzi hatte Uschi schon am Tag zuvor zu unserem neuen Standort gebracht und war mit dem Zug zurückgefahren. Am 15. November zogen wir um. Auch hier ist es schön, die Berge sind noch ein wenig näher und es gibt einen kleinen, hübschen und überwältigend klaren See nebenan.

WinterplatzStellplatzseeStellplatzsee

Den ersten Schnee hatten wir auch schon, der nicht liegenblieb, aber die Berge sehr attraktiv dekorierte. Es wurde schon so kalt, dass eine Gasflasche noch gerade 2 ½ Tage reichte. Dazu scheint fast immer die Sonne! Okay, drei Regentage am Stück hatten wir auch schon. Die ließen den Schnee in den Höhen schmelzen und seitdem sind auch die Flüsse wieder Flüsse.

Schnee auf den BergenHindelangFrostEiszapfenEiszapfen

Seit Weihnachten ist der Platz voll und inzwischen platzt er aus allen Nähten. Erstauntes Smiley Wer nicht reserviert hat, muss wieder fahren. Das ist hier überall so, das Allgäu hat das ganze Jahr über Hauptsaison. Die Skifahrer haben allerdings ein wenig Pech, aber das wird sich im Januar vermutlich noch ändern. Uns ist es recht so, Landschaft und Berge sind weiß überzuckert, die Straßen sind aber frei. Wir kennen uns schon gut aus, entdecken aber trotzdem immer noch wieder Neues. Die Weihnachtsmärkte waren so, wie ich sie mir erhofft hatte, mit viel handwerklichen Angeboten und wenig Kommerz, mit viel Stimmung und keinem Kitsch. Vom Pfrontener Weihnachtsmarkt aus entstand das Winterfoto vom Stellplatz in Weißbach. Am 1. Weihnachtstag waren wir noch einmal zum Kaffeetrinken dort und da war es deutlich voller.

Weißbach FüssenFüssenOberstdorfOberstdorfKempten

Das waren also unsere vier Hochzeiten, die in Wirklichkeit Jahreszeiten waren. Und leider gibt es auch in Wirklichkeit einen Todesfall. Am 1. Dezember erlitt Uschis Vater bei Nacht einen schweren Schlaganfall, der ihn zu einem absoluten Pflegefall gemacht hätte. Aufgrund einer Patientenverfügung, die er vor 10 Jahren ausgefüllt hatte, blieb ihm ein langer Leidensweg erspart. Wir sind sehr froh, dass wir ihn Ende Oktober zu seinem 91. Geburtstag noch von Weißbach aus besucht hatten. Uschi hat alles Notwendige geregelt, alle noch anfallenden Arbeiten verschieben wir auf die Zeit ab Mitte Februar.

 

Jetzt wünschen wir euch allen einen guten Rutsch in das Neue Jahr und für dieses inneren und äußeren Frieden, Gesundheit sowie viel (Lebens-)Freude und wenig Sorgen!!!

2019

written by Ingrid
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Frohes Fest!

 
 

Geschafft!!!

Wir hoffen, dass euch der Adventskalender dieses Jahr wieder
gefallen hat!

Wie immer könnt ihr euch das, was hinter den „Türchen“ versteckt war, noch einmal im Ganzen anschauen, wenn ihr „hier“ klickt.

 

Jetzt möchten wir euch einfach ein paar geruhsame oder turbulente Feiertage wünschen und falls es zu trubelig werden sollte, hängt euch einfach auch irgendwo über einen Zaun,
siehe oben!

Spaziergang auf dem Seeboden

 

An einem Sonntag im November wollten wir einen Spaziergang machen, aber nicht nur im Gelände hinter dem Stellplatz, obwohl es uns dort ja sehr gut gefiel. Welchen See der Umgebung hatten wir denn noch nicht besucht bzw. umrundet? Es blieb nur der Alpsee übrig. Dann fahren wir doch mal dorthin, ist ja nicht weit! Das Dumme war allerdings, dass der Alpsee direkt beim Schloss Neuschwanstein liegt und noch dümmer war, dass wir Sonntag hatten. Außer uns waren ein paar hundert weitere Menschen unterwegs (im November!), überwiegend Asiaten und sie alle wollten entweder ins Schloss oder an den See oder beides. Schon sehr weiträumig um das Gebiet der allgemeinen Begierde waren die Straßenränder lückenlos zugeparkt, warum erfuhren wir, als wir auf den am dichtesten am See gelegenen Parkplatz fuhren. 6 (in Worten sechs) Euro sollte es kosten. Erstauntes Smiley Für einen Spaziergang um einen eher kleinen See? Womöglich im Gänsemarsch mit all den Japanern? Nein, das war nicht nach unserem Geschmack! Ich wollte wenden, aber der Mensch am Kassenhäuschen gestikulierte wild und klärte uns darüber auf, dass die Zufahrt eine Einbahnstraße sei. Wir durften dann immerhin durch- und oben wieder hinausfahren, ohne zu bezahlen. Nur weg hier! Und nun? Fahren wir doch noch einmal zum Forggensee und schauen, wie hoch der Wasserstand inzwischen ist. Ganz zu Beginn unseres Aufenthaltes hier hatten wir ja schon davon berichtet, dass der See nur im Sommer voll mit Wasser ist und im Winter trockengelegt wird. Wegen eines Defekts an der Staumauer und der notwendigen Reparaturen war er den überwiegenden Teil des diesjährigen Sommers allerdings nur eine braune, rissige, wüstige Ödnis. Auf einer Schautafel hatten wir gelesen, dass es keinerlei Pflanzen im See gäbe, weil es keine Pflanzen geben würde, die ein halbes Jahr im und das andere halbe Jahr ohne Wasser leben können.

Forggensee

Wir fuhren zum unteren Teil des Sees, der am weitesten von der Staumauer entfernt ist. Und hier gab es tatsächlich noch einen größeren Bereich, der immer noch nicht mit Wasser geflutet war. Und es gab Pflanzen, sogar jede Menge! Es liefen (wenige!) Menschen auf dem Seeboden herum, sogar mit dem Fahrrad waren einige unterwegs. Das ging allerdings nur an wenigen Stellen. Der Seeuntergrund bestand aus Lehm und Kieselsteinen, wurde durchzogen von kleinen Rinnsalen und es gab Bereiche, in denen das Grundwasser durchdrückte. An einigen Stellen waren auch kleine Tümpel entstanden. Eine bizarre, aber sehr interessante Landschaft, die uns gut gefiel.

ForggenseeForggenseeForggenseeForggenseeForggenseeForggenseeForggenseeForggenseeForggenseeForggenseeForggensee

Wir sind in Nordamerika schon auf einem Meerboden spazieren gegangen, bei Ebbe (siehe „hier“) und im vorletzten Herbst ist Uschi mit unserem Freund Juan auch schon auf dem ausgetrockneten Boden eines spanischen Stausees herumgelaufen (siehe „hier“), dieses war jetzt also Nummer 3. Es blieb nicht aus, dass wir auch durch die feuchteren Bereiche laufen mussten und schon bald waren unsere Wanderschuhe dick verklebt mit Lehm. Flitzi würde sich freuen! Aber zu seinem und unserem Glück mussten wir noch ein Bächlein durchqueren. Dass taten wir sehr ausgiebig und wussten danach auch, dass wir ein gutes Imprägnierspray gekauft hatten! Laut lachen

Forggensee

written by Ingrid
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