DHL-Packstationen

 

Unbezahlte Werbung aus Überzeugung

Während der Lockdown-Monate mit zeitweiser Schließung fast aller Geschäfte habe auch ich auf den Online-Versandhandel zurückgegriffen und habe im Zuge dessen die Möglichkeit zu schätzen gelernt, unterwegs von (fast) überall Lieferungen entgegennehmen zu können. Eine Kundenkarte der Deutschen Post hatte ich schon seit Jahren, aber bisher ergab sich noch keine Notwendigkeit, sie einzusetzen, da ich entweder in Lauterburg war oder mir Post/Pakete an die jeweilige Stell-/Campingplatzadresse schicken lassen konnte. Das ging in Coburg nicht und als das Ersatzteil für meine Toilettenreparatur fälschlicherweise nach Lauterburg geschickt worden war, war die Packstation die einzige Möglichkeit. Ein vorheriger Versuch war gescheitert, was aber eindeutig an mir lag. Es gab außer der Packstation noch einen Paketshop bei dem Supermarkt, in dem ich regelmäßig einkaufte und dort hatte ich mir die ersten beiden Lieferungen hinschicken lassen. Die kamen bloß nie an. Eine telefonische Nachfrage bei der einen Firma ergab, dass die Lieferung zurückgeschickt worden war, die andere Firma behauptete, keine Rücksendung meiner bestellten Artikel erhalten zu haben. Letzteres blieb ergebnislos und ich auf dem Geld sitzen. Die erste Lieferung konnte ich umleiten zur Packstation und sie dann dort zwei Tage später abholen. Beim Paketshop erklärte man mir, dass man bei ihnen zwar Päckchen und Pakete aufgeben könne, sie aber aus Platzgründen keine Lieferungen annehmen. Auf die Idee, dass es so etwas gibt, war ich nicht gekommen! Hätte ich mich vorher genauer mit der Post & DHL-App beschäftigt, hätte ich herausgefunden, dass bei jedem existierenden Paketshop in Deutschland angegeben wird, ob es nur eine Annahme oder auch eine Ausgabe gibt. Nun ja, ab und zu muss man wohl Lehrgeld zahlen. Zwinkerndes Smiley

Besagte App ist für die Nutzung der Packstationen zwingend erforderlich, für die Abholung bei Poststellen genügt die Postnummer. Die App erzeugt einen vierstelligen Zahlencode, der zusätzlich zu der Identifikation mittels der Kundenkarte eingegeben werden muss. Diese Identifikation auf der Karte besteht aus einem Strichcode, der von einem Lesegerät am Display der Packstation gescannt wird. Man kann diesen Strichcode auch in die App übertragen, dann braucht man die Karte gar nicht dabeizuhaben. Bei mir funktioniert das problemlos, es scheint aber auch zu passieren, dass die App diese Kennung wieder „vergisst“ und bei Uschi, die sich erst vor ein paar Wochen registriert hat, scheint es diese Möglichkeit gar nicht mehr zu geben, zumindest haben wir sie (noch?) nicht gefunden. Ob es am Betriebssystem liegt oder weil ihre Registrierung noch nicht vollständig abgeschlossen ist, keine Ahnung! Es scheint aber auch alle paar Tage etwas verändert bzw. optimiert zu werden. Enttäuschtes Smiley

Packstation CoburgPackstation Coburg

Aber jetzt erkläre ich den gesamten Vorgang mal von Anfang an!
1. Registrierung und Postident „hier“.

Registrierung

2. Es wird eine Postnummer generiert, die auf der Kundenkarte vermerkt wird. Die Postnummer benötigt man zum Paketempfang an einer Packstation oder einer Filiale/Paketshop. Sie muss bei einer Bestellung zwingend mit angegeben werden, sonst scheitert die Zustellung! (Näheres weiter unten…)
3. Postadresse für die Kundenkarte angeben.
4. In einer Bestätigungsmail auf den Link klicken, um die Registrierung abzuschließen. (Bei Uschi war kein anklickbarer Link, erst nach der zweiten Anfrage kam eine Korrektur, natürlich ohne Erklärung/Entschuldigung.Enttäuschtes Smiley)
5. Zu diesem Zeitpunkt, also wenn die Registrierung erfolgreich absolviert ist, kann man die Packstationen noch nicht nutzen, aber man kann, da man seine Postnummer schon mitgeteilt bekommen hat, sich in der App (siehe Punkt 8) anmelden.
6. Ab jetzt hat man auch ein Kundenkonto, bei dem man sich mit den bei der Registrierung festgelegten Daten anmelden kann. Hier sind alle Funktionen, die die App bietet, ebenfalls verfügbar, zusätzlich zu vielen verschiedenen Anwendungsbeispielen, veranschaulicht durch zahlreiche Erklär-Videos.
7. An die Postadresse wird jetzt eine AdressTAN geschickt, die dann auf der Webseite eingegeben werden muss. Erst jetzt hat man sich erfolgreich legitimiert und die Kundenkarte wird zum Versand gebracht.

AdressTAN

8. Während der Wartezeit bis zum Eintreffen der Kundenkarte kann man sich schon einmal die App (Android oder iOS) herunterladen und sich mit den bei der Registrierung festgelegten Daten anmelden.
9. In der App kann man deutschlandweit Packstationen und Poststellen suchen (über „Standorte“). Wenn man der App erlaubt, den aktuellen Standort zu verwenden, wird auf einer Karte sofort angezeigt, ob und wo in der unmittelbaren Umgebung es welche gibt. Für andere Standorte kann man in die Suchmaske Postleitzahl und/oder Stadt eingeben. Man bekommt dann alle Packstationen, Postfilialen und Paketshops mit der ihnen zugeordneten Nummer aufgezeigt. Die Nummern sind notwendig für die Adressierung (siehe weiter unten).

Standorte suchen

10. Über „Versenden“ hat man die Wahl zwischen Brief, Postkarte, Päckchen und Paket und bekommt alle Möglichkeiten aufgelistet, die es gibt, mit Maßen und Preisen. Frankieren kann man auf vielfache Art, dazu mehr im letzten Video am Ende des Artikels. Bei Briefen und Postkarten gibt es eine ganz neue und interessante Möglichkeit. Entweder man druckt sich, falls möglich, die Marke selbst aus oder man lässt sich einen Code zum Beschriften erstellen. Diesen schreibt man gut lesbar in Druckschrift und mit einem feinen, gut kontrastierenden Stift (Filzstift oder Kugelschreiber) in die obere rechte Ecke des Briefes oder der Postkarte. Bezahlt wird in allen Fällen per PayPal oder mit Kreditkarte. So vorbereitet kann man seine Post dann zum nächsten Briefkasten bringen. Ob ich bei einem wichtigen Brief darauf vertrauen würde, dass es funktioniert? Etwa ich? Jürgen Vogel ist davon überzeugt! Ich werde es irgendwann mal ausprobieren!
 

 
11. Unter „Verfolgen“ ist es möglich, den Versandweg der bestellten Artikel zu verfolgen, wenn man eine Sendungsnummer mitgeteilt bekommen hat. Außerdem werden hier alle in der Vergangenheit abgeholten Sendungen aufgelistet, bis man sie löscht.
12. Wenn eine Bestellung in der Packstation eingelagert wurde, erhält man per eMail eine Benachrichtigung und hat 7 Tage Zeit, um die Lieferung auszulösen. Macht man das nicht innerhalb der ersten drei Tage, bekommt man eine Erinnerungsmail. Grund ist, dass die Fächer möglichst schnell wieder zur Verfügung stehen sollen.

BenachrichtigungBenachrichtigung

13. Man fährt/geht also mit dem Smartphone, auf dem die App installiert ist, zur Packstation. Die Kundenkarte braucht man nicht, wenn man sie zuvor in die App integriert hat. Das Touch-Display bietet die Möglichkeit, die Sprache auf englisch umzustellen und zeigt zwei Schaltflächen zum Abholen oder Versenden. Beim Abholen wird nun mit der Lesefunktion des Displays der Barcode gescannt, indem man entweder die Kundenkarte davor hält oder den Barcode in der App vergrößert und das Smartphone vor die Lesefunktion hält. Bei mir hat letzteres etliche Male ohne Probleme funktioniert.

AbholungAbholungAbholungAbholung

14. Jetzt wird der Abholcode (mTAN) verlangt, der bis zur letzten Aktualisierung der App auf derselben Seite direkt sichtbar zur Verfügung stand. Aktualisierungen bringen nicht immer nur Verbesserungen, sodass ich die ersten ein/zwei Male etwas suchen musste, bis ich ihn eingeben konnte.

AbholungAbholung

15. Hat man sich bis hierhin erfolgreich durchgearbeitet, ist nur noch ein Klick auf den Sendungsbalken nötig. Und schon hört man, dass sich eines der vielen Fächer öffnet, je nach dem Umfang der Lieferung ein kleines, mittleres oder eins von den großen. Wenn zufällig zwei oder mehr Sendungen von verschiedenen Versendern am selben Tag ankommen, dann sind sie alle in einem Fach vorzufinden.

AbholungAbholung

16. In dem Moment, in dem man die Tür des Faches wieder schließt, schließt auch die Funktion des Displays den Abholvorgang ab und der nächste Kunde kann abholen oder versenden.

AbholungAbholung

17. Man erhält ein paar Stunden später noch eine eMail mit einem Dank, dass man seine Sendung abgeholt hat. Smiley

Was man noch wissen sollte:
– Ohne Smartphone und Installation der App funktioniert nichts, weil der Abholcode (mTAN) nur dort erzeugt wird.
– Man benötigt dafür einen Internetzugang (mobiles Internet). Ob man sich den Abholcode schon zu Hause (Wohnmobil, Ferienwohnung), wenn man noch online ist, anzeigen lassen kann und dann an der Packstation kein Internet mehr braucht, weiß ich nicht. Ich stand zwar schon einmal davor, als mein Internetvolumen aufgebraucht war und nichts mehr ging bzw. ich keine Lust hatte, ewig zu warten, aber das war am letzten Tag des Monats und ich bin dann einfach am nächsten Tag noch einmal hingelaufen, waren ja nur 5 Minuten. Auf die Idee, es zu Hause mal auszuprobieren, bin ich nicht gekommen!
– Es gibt Packstationen unterschiedlichen Alters mit unterschiedlichen Funktionen und unterschiedlicher Größe, insgesamt ca. 7000 in Deutschland.

kleine Packstation

Die neuesten können fast alles und werden langfristig die eine oder andere Poststelle ersetzen. Zum Beispiel gibt es Packstationen ohne Display, die ausschließlich mit der App gesteuert werden. Dafür braucht man allerdings eine zusätzlich, nämlich die „Packstation Kompakt App“.

appgesteuerte Packstation
 

 
– Wenn man also ein Paket an eine Packstation oder in eine Poststelle schicken lassen will, ist es notwendig, dass man bei der Bestellung seine Postnummer im Adresszusatzfeld der Lieferadresse angibt. Also so:

Adressangabe

– Man kann nur Produkte bestellen/Pakete schicken lassen, die nicht größer sind als das größte verfügbare Fach.

Adressangabe

– Nicht alle Versandhändler verschicken an Packstationen. Und nicht alle Dienstleister beliefern sie.
– Packstationen sind überwiegend 24 Stunden nutzbar.
– Es ist sogar möglich, dass eine Bestellung aus dem Ausland an die Packstation geliefert wird, vorausgesetzt die Maße werden eingehalten. Zudem muss der Transport über die DHL erfolgen.
– Auch Sendungen per Nachnahme können an der Packstation abgegeben werden. Bezahlt wird die Sendung bei Abholung dann direkt am Automaten mit der EC-Karte.

Schlussbemerkung:
Ich bin begeistert von dieser Möglichkeit, seine Post überall in Deutschland erhalten zu können! So hat Uschi mir nicht nur ein Weihnachtspäckchen schicken können, sondern auch meine aufgelaufene Briefpost. Aber auch für Menschen im Steinhaus kann es von Vorteil sein, sich in einer Packstation oder Poststelle beliefern zu lassen, weil man Termine hat oder berufstätig ist und die Nachbarn nicht einspannen möchte. Ich traf bei der Packstation eine junge Frau, die in dem Hochhaus lebt, das vom Coburger Stellplatz aus zu sehen ist. Ihre Wohnung ist in einer der höheren Etagen und sie berichtete, dass die Paketzusteller dort schon gar nicht mehr klingeln, weil ihnen dann zu viel Zeit verloren geht. Feststellen konnte sie das, als sie coronabedingt 14 Tage in Quarantäne war. Die Sendungen werden irgendwo unten abgegeben und ob sie dann weitergegeben werden, ist Glücksache. Sie hatte jedenfalls keine Lust mehr, im ganzen Haus nach ihren Paketen zu suchen und lässt sich alles nur noch an die Packstation schicken.

Behandelt habe ich jetzt überwiegend das Thema „Abholung“. Für das Versenden gibt es unzählige Möglichkeiten, die alle digital erledigt werden können und sogar, ohne dass man seine Wohnung verlassen muss! Infos dazu auf der DHL-Webseite, im eigenen Kundenkonto, in der App oder bei YouTube. Da muss man sich einfach mal umschauen und reinarbeiten. Eine erste ganz gute Erklärung in folgendem Video:
 

 
Wenn ihr allerdings solch einen Briefkasten seht, dann bitte keine Frankierungen per Stift! Hier braucht es nach wie vor Briefmarken, im besten Fall die der besonderen Art. Cooles Smiley

nur Liebesbriefe

nur Liebesbriefe
 

Passt auf euch auf und bleibt gesund!

 
written by Ingrid
photos taken with iPhone

P.S.: Wie immer könnt ihr die Fotos durch anklicken auf Originalgröße bringen (bessere Qualität) und den Fototext lesen, wenn ihr den Mauszeiger auf das Foto führt.

Frankenpark Mitwitz

 
 
Auszeit

Nach meinem Werkstattbesuch war ich froh, nur noch 7 Kilometer bis zu dem Stellplatz fahren zu müssen, auf dem Uschi schon auf mich wartete und einen Platz für mich reserviert hatte.

FrankenparkFrankenparkFrankenpark

Der „Frankenpark Mitwitz“ ist von seinen Besitzern sehr liebevoll und für Wohnmobilfahrer optimal angelegt worden. Man merkt, dass die Betreiber selbst Mobilisten sind. Es gibt insgesamt 29 unterschiedlich große Plätze, teilweise durch Hecken voneinander abgeteilt. Das aktuelle Blog-Headerfoto zeigt den Blick von der Terrasse des Bistros. Dort gibt es Kleinigkeiten zu essen und nachmittags leckeren Kuchen. Und Kaffee natürlich! In dem Gebäude befinden sich auch Toiletten und Duschräume sowie Waschmaschine/Trockner und die Rezeption. Das Prozedere des Bezahlvorgangs beim Duschen hat sich uns auf Anhieb nicht erschlossen und da wir sowieso seit Beginn der Pandemie ausschließlich in unseren Mobilen duschen, haben wir auch nicht nachgehakt.

Frankenpark

Es gibt ein weiteres kleines Holzhaus, in dem die Möglichkeit besteht zu spülen und wo man seinen Strom ordert und bezahlt. Der ist allerdings mit €1/kWh ziemlich teuer. Erstauntes Smiley

FrankenparkFrankenpark

Mein Pech, dass ausgerechnet jetzt mein Kühlschrank im Gasbetrieb nicht mehr ausreichend kühlte. Das ist eine blöde Eigenart, die schon mehrfach aufgetreten ist, nachdem ich mit Oscarlotta gefahren bin. Beim ersten Mal im Dezember 2017 hat mich dies €1000 gekostet, weil die Wohnmobilwerkstatt mir ein neues Kühlaggregat aufgeschwatzt hatte. Es passierte aber ein weiteres Mal und der Gasfachmann, den ich befragte, war nach Reinigung des Brenners und dem Einsatz von Druckluft ratlos. Die Gasflamme brennt, aber es erfolgt keine Kühlleistung. Bei dem neuen Aggregat kann man hören, ob der Kühlschrank kühlt. Wenn er sich einschaltet, ertönt ein leises Fauchen. Daran erkenne ich, wenn wieder etwas nicht in Ordnung ist. Allerdings werde ich immer erst aufmerksam, wenn ich etwas aus dem Kühlschrank hole, was nicht so kalt ist, wie es sein sollte. Ein Kontrollblick auf das Thermometer bestätigt dann die Erkenntnis, dass ich es schon länger nicht mehr fauchen gehört habe.
Beim letzten Mal erledigte sich das Problem drei Tage später von allein, als ich noch einmal auf Gas umschaltete und mein Kühlschrank zu fauchen begann, als wäre nie etwas gewesen!
Seitdem hatte ich 3 Jahre Ruhe und jetzt ist es mal wieder so weit! Die Brennerflamme brennt, Reinigung und automatische Beseitigung einer eventuellen Luftverstopfung bringen keinen Erfolg, mit Strom kühlt der Kühlschrank wie verrückt, mit Gas wird er langsam immer wärmer. Im Internet finden sich etliche Lösungsvorschläge, für deren Durchführung ich aber eine Werkstatt brauche. Ich hoffe immer noch auf eine erneute Wunderheilung! Wer einen heißen Tipp hat, her damit!

So schön der Platz in Mitwitz ist, so wenig bietet das Städtchen. Es ist winzig, die größte Attraktion ist wohl das Wasserschloss. Uschi war dort, hat aber nur Blumen- und Fischfotos mitgebracht.

Mitwitz

In unmittelbarer Nähe gibt es einen kleineren Edeka-Frischemarkt und einen gut sortierten Netto. Der wird demnächst noch besser sein, denn nebenan wird ein großer moderner Glaspalast gebaut. Wir machten „Urlaub“, Uschi hat gewaschen und ansonsten waren wir faul. Das tägliche Kaffeetrinken fand im Schatten der Büsche vor unseren Mobilen statt, wenn das Wetter gut war und einmal bekamen wir sogar Besuch.

Mitwitz

Ein Stadtbummel in der nächsten größeren Stadt, Kronach, fiel buchstäblich ins Wasser, aber immerhin konnte ich einen neuen Fahrradsattel samt Stange kaufen. Die Stange war allerdings problematisch, weil wir nicht daran gedacht hatten, den Rohrdurchmesser zu ermitteln. Etwa ich? Und natürlich passte die Stange nicht! Uschi hatte Lust auf eine kleine Fahrradtour und fuhr zwei Tage später 34km um sie umzutauschen.
Eine neue Matratze gab es für mich auch noch. Nicht mehr 1,50m breit, die ich allein kaum beziehen und schon gar nicht wenden kann, sondern eine Einzelschläfermatratze mit Standardmaß. Die Lieferung wurde mir für den folgenden Montag ab 17 Uhr zugesichert, für die Entsorgung der alten Matratze wollte man €14. Ich räumte bei 32°C Innentemperatur mein Bett frei, wuchtete mit Uschis Hilfe die alte Matratze raus und wartete. Uschi unkte schon, dass niemand kommen würde. Dann müsste ich wohl auf dem Boden schlafen oder auf meiner Matratze vor Oscarlotta im Freien. Kurz vor sieben fuhr ein PKW rein und hielt hinter unseren Mobilen. Der Spediteur hätte sie im Stich gelassen, meinte der Fahrer. Diagonal durch seinen Kombi lag meine neue Matratze. Wie er meine 1,50-Matratze da rein kriegen wolle, fragte ich ungläubig. Kein Problem, war die Antwort. Er „faltete“ sie, schob sie so weit rein wie es ging und ließ die Heckklappe einfach auf. Eine Schnur lehnte er ab, er wohne um die Ecke und man wäre hier ja auf dem Dorf! Laut lachen
Ich schlafe jetzt übrigens wieder hervorragend! Seit Mitwitz, ohne Witz!

FrankenparkFrankenpark

Passt auf euch auf und bleibt gesund!

written by Ingrid
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Coburg und seine Veste

 
 
StadtplanDass ich mich in Coburg grundsätzlich wohlgefühlt habe, hatte ich ja bereits erwähnt. Jetzt möchte ich euch noch ein paar Eindrücke von der Stadt und vor allem von seiner Veste vermitteln. Coburg ist mit seinen gut 40000 Einwohnern von einer angenehmen Größe, nicht zu klein und nicht zu groß, man kann alles fußläufig gut erreichen. Die Auswahl an Geschäften ist vielfältig, die Häuser in der Altstadt sind teilweise reich verziert und man erkennt, dass Coburg auch früher zu Zeiten der Herzöge von Sachsen-Coburg schon eine wohlhabende Stadt war. Mir war die Stadt nur bekannt durch die Werbung für die HUK Coburg, die es ja schon seit Jahrzehnten gibt (die Werbung). Am beeindruckendsten ist mit Sicherheit der Marktplatz mit dem ältesten Haus der Stadt, der alten Hofapotheke und den sich gegenüberliegenden imposanten Gebäuden Stadthaus und Rathaus.

AltstadtHahnenmühleMarktplatz

Es gibt auch noch Teile der ehemaligen Stadtmauer und drei erhaltene Stadttore.

StadtsymbolDas überall immer wieder sichtbare Stadtsymbol ist übrigens ein Mohrenkopf. Nicht der mit Schokoladenüberzug, sondern der eines Schutzpatrons, des heiligen Mauritius. Auch das Stadtwappen zeigt diesen Mohrenkopf. Als „Mohr“ bezeichnete man zunächst einen „Bewohner Mauretaniens (Marokkos), Äthiopiens“, dann auch einen Menschen mit dunkler Hautfarbe, und ist eine Entlehnung aus lateinisch Maurus, „Bewohner der nordafrikanischen Provinz Mauretanien, Maure, Nordwestafrikaner“. (Quelle: Wikipedia) Es gibt in Coburg eine Mohrenstraße, eine Mohrenbrücke und natürlich auch eine Mohrenapotheke. In Europa zur Zeit des Mittelalters war die Medizin noch völlig unentwickelt. Wirksame Heilmittel kamen aus Afrika und dem Orient. Zu dieser Zeit haben sich viele Apotheken Namen gegeben, die den Begriff Mohr enthalten. Dies galt als Wertschätzung für die Heilkundigen und ihre Medizin. Mehr über den heiligen Mauritius „hier“. Mit dem Wissen um den geschichtlichen Ursprung mutet es schon eigenartig an, dass seit geraumer Zeit alles, was den „Mohr“ im Namen hat, aus antirassistischen Gründen umbenannt wird. In Coburg wird das nicht passieren, da bin ich mir sicher. Schon allein deswegen nicht, weil es eine gedankliche Verbindung mit dem Nationalsozialismus herstellen würde, unter dem der Kopf vom Stadtwappen entfernt und mit einem Schwert und Hakenkreuz ersetzt wurde.

Sehr dekorativ ist das Schloss Ehrenburg, das ab 1543 erbaut wurde.

Schloss EhrenburgSchloss EhrenburgSchloss Ehrenburg

Hinter dem Schlossplatz, an dem auch das Landestheater liegt, beginnt der Hofgarten. Der zieht sich 170 Höhenmeter den Berg hinauf bis zur Veste Coburg, einer der größten und am besten erhaltenen Burganlagen Deutschlands. Sie wurde 1225 erstmalig urkundlich erwähnt und im 17. Jahrhundert mit einem dreifachen Mauerring zur Landesfestung ausgebaut.

Hofgarten und VesteHofgarten und VesteHofgarten und VesteHofgarten und Veste

Ich war noch im Oktober dort oben, allerdings bin ich hoch per Bus und runter dann gelaufen. Ich hatte schönes Wetter und sogar das Glück, dass das Ausflugslokal noch geöffnet sein durfte. Mein Essen war zwar nicht besonders, aber ich habe es genossen, mit schöner Aussicht noch draußen sitzen zu können.

VesteVesteVesteVeste

Die gesamte Anlage ist sehr weitläufig und es gibt viel zu sehen, aber am imposantesten ist sie eindeutig von unten und von weitem.

VesteVesteVesteVesteVesteVesteVeste

VesteVesteVeste

Veste

Coburg gehört zu Bayern, liegt aber mit seinem gesamten Landkreis ganz im Nordosten sowohl an der Grenze zu Tschechien als zum Nachbarbundesland Thüringen. Coburg und der Landkreis Coburg wurden nach dem 2. Weltkrieg Teil der Amerikanischen Besatzungszone, während das thüringische Hinterland zur Sowjetischen Besatzungszone gehörte und bis 1989 durch die innerdeutsche Grenze von Coburg abgeschnitten blieb. Coburg lag somit im Zonenrandgebiet. (Quelle: Wikipedia)
Die nördlichen Bereiche Bayerns sind Oberfranken, Mittelfranken und Unterfranken. Sie zeichnen sich durch kulturelle und sprachliche Eigenheiten aus. Ein großer Teil der Bewohner der Region Franken versteht sich selbst in erster Linie als Franken, nicht als Bayern. Vielleicht, weil dem Stamm der Franken „ausgeprägter Gemeinschaftssinn, Organisationstalent, Heiterkeit und ein schnelles Auffassungsvermögen“ nachgesagt wird. Franken sind Franken und Bayern sind Bayern. Punkt! Smiley mit geöffnetem Mund

written by Ingrid
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P.S.: Wie immer könnt ihr die Fotos durch anklicken auf Originalgröße bringen (bessere Qualität) und den Fototext lesen, wenn ihr den Mauszeiger auf das Foto führt.

Quarantäne beendet

 
 
Am Dienstag habe ich meine ganz persönliche Corona-Quarantänezeit von insgesamt kompletten 8 Monaten in Coburg beendet. Und tatsächlich bin ich mit sehr gemischten Gefühlen gefahren, mein Stellplatz Nr. 20 ist ein Stückchen Heimat geworden. Auch nach der Wiedereröffnung wurde es wider Erwarten nie zu voll, am letzten Samstag war der Höchststand mit 18 Mobilen incl. Uschi und mir.

Uschi in CoburgUschi in Coburg

Der Stellplatz ist so gestaltet, dass beidseitig der asphaltierten Fahrspur je zweimal 4 gekieste Plätze nebeneinander liegen, dann kommt ein zwei Meter breiter Grünstreifen. Die beiden ersten „Abteile“ auf beiden Seiten bestehen aus je einem normalgroßen Platz (angeblich 7m Breite, tatsächlich 5,40m) und zwei XXL-Plätzen mit angeblichen 10m Breite (tatsächlich 8,50m). Was man sich bei der Planung gedacht hat, erschließt sich mir nicht und es wird auch ganz offensichtlich nicht verstanden, wenn man sieht, wer und vor allem wie man dort steht. Größere Mobile sind ja nicht unbedingt breiter, sondern allenfalls länger. Von Vorteil wären die großen Plätze allenfalls für Wohnwagengespanne, die angekoppelt i. d. R. zu lang sind. Die sind auch erlaubt, kommen aber so gut wie nicht. Ich hatte mir den normalgroßen Platz im ersten Abteil auf der Seite zum Freibad ausgesucht, meiner Meinung nach der allerbeste des ganzen Stellplatzgeländes.

Lieblingsplatz

Weit genug von den beiden begrenzenden Straßen entfernt (man hört sie aber trotzdem!), mit Blick ins Grüne durch die Frontscheibe, auf der Türseite 2m Platz bis zum Grünstreifen. Der nächste Nachbar ist also immer weit genug entfernt. Auf der linken Seite schließt ein XXL-Platz an, also ist auch da ein großzügiger Abstand gewährleistet, wenn, ja wenn der ankommende Mobilist das System durchschaut. Das ist nicht immer so! Verwirrtes Smiley Einer stand eine Nacht rückwärts mit 1,5m Abstand neben Oscarlotta (so wie damals der Baustellentransporter) und hatte offenbar nicht bemerkt, dass er einen „Vorgarten“ zum Tanzen hatte. Den nächsten, der ähnlich einparken wollte, konnte ich stoppen und nach meiner Frage, ob er gesehen habe, wie viel Platz er auf der anderen Seite noch hat, fuhr er freiwillig noch einen Meter weiter weg. Dabei sind die Platzbegrenzungen gut zu sehen und vor jedem Platz steht auf der Asphaltfläche mittig und unübersehbar eine Platznummer.

StellplatzmarkierungenStellplatzmarkierungen

Man muss also nur hinsehen, aber damit sind viele Menschen schon überfordert. Und wenn Stellplätze anders angeordnet sind als quadratisch-praktisch-gut, dann klappt oft gar nichts mehr. Das konnte Uschi in Bad Schönborn wieder beobachten, wo ein Teil der Plätze kreisförmig liegt. Erstauntes Smiley

Die nächste Schwierigkeit hier sind die Steckdosen! Ich habe es auch noch nirgendwo anders erlebt (zumindest erinnere ich mich nicht), dass jedem Platz eine bestimmte Steckdose zugeordnet ist. Der Hinweis steht zwar sowohl an den Vierer-Steckdosensäulen als auch an der Bezahl-Säule in der Mitte, aber man muss es halt merken. Habe ich auch nicht sofort!

StromsäulenKücheStromsäulenStromsäulen

Uschi beobachtete, wie ein ankommender Wohnmobilfahrer einfach einen Stecker abzog, der fälschlicherweise in „seiner“ Steckdose steckte. Er steckte das abgezogene Kabel zwar um, aber sagte weder Bescheid noch warf er Geld ein. Die Nachbarn, offensichtlich Neulinge, debattierten nach einer Weile ganz aufgeregt draußen, warum sie keinen Strom mehr hatten. So geht es natürlich nicht! Erzürnt

VesteVesteVesteVeste

Oberhalb des Stellplatzes thront die Coburger Veste auf einem bewaldeten Bergrücken, sehr dekorativ vor allem beleuchtet im Dunkeln. Während der Wintermonate hatte ich meinen Frontscheibenrolladen ja zumindest abends immer geschlossen, also musste ich dran denken, ab und zu durch das Seitenfenster einen lohnenswerten Blick nach oben zu werfen. Seit dem Frühjahr sah ich die Veste ständig, aber beleuchtet zum Schluss meines Aufenthaltes nur noch ca. eine Stunde am Tag, da es erst gegen 22 Uhr dunkel genug war, die Programmierung aber bereits um 23 Uhr alle Scheinwerfer wieder ausschaltete. Hätte man in den Sommermonaten ruhig auf Mitternacht verlängern können.

Samstagnacht hatte ich ein Erlebnis der besonderen Art! Als ich kurz vor zwei Uhr gewohnheitsmäßig noch einmal nach oben schaute, war alles dunkel, aber offenbar nicht im Innenhof der Burganlage. War die Beleuchtung dort, aus welchen Gründen auch immer, nicht ausgeschaltet worden? Gab es vielleicht irgendeine Veranstaltung? Das Licht war sehr hell und leuchtete von innen heraus durch alle Zwischenräume der Festungsgebäude wie aus einem beleuchteten Halloween-Kürbis. Fünf Minuten später hatte ich den Eindruck, dass das Licht sich verändert hatte. Weitere fünf Minuten später war klar, dass es wandert. Aber das konnte doch nicht der Mond sein?!?! Den hatten Uschi und ich an derselben Position fünf Tage vorher beobachtet, aber nicht um zwei Uhr nachts, sondern gegen 22 Uhr. Da war es noch nicht einmal richtig dunkel.

Mond um 22 Uhr

Es war der Mond!!! Dass sich die Zeiten seines Aufgangs in so kurzer Zeit so gravierend verändern, hatte ich nicht auf dem Schirm bzw. kann ich mich nicht erinnern, es schon einmal so anschaulich wahrgenommen zu haben. Am Sonntag bin ich extra aufgeblieben, obwohl ich eigentlich mal früher ins Bett wollte, LiveExperiment quasi. Es wurde tatsächlich zwei Uhr, bis der Mond, nur minimal am oberen Rand sichtbar, aber mit großem Hof, links von der Burganlage auftauchte. Er war also deutlich noch später dran als am Tag zuvor und er stieg deutlich schneller auf. Da, wo er mich am Vortag noch als unsichtbare Innenhoflichtquelle in die Irre geführt hatte, stand er 24 Stunden und etwa 45 Minuten später als dicker, heller Ball vollständig sichtbar über der Burg, mindestens viermal so hoch wie am Vortag! Etwas weniger rund, aber nicht weniger imposant, vor allem, wenn er sich durch Wolken durchkämpfte. Und so plötzlich, wie er aufgetaucht (im Wortsinne) war, so plötzlich war er wieder weg, wie vom Himmel gefallen! Nur noch tiefschwarzes Nichts. Das lag aber an der undurchdringlichen Wolkendecke. Um drei Uhr beendete ich mein Experiment, ohne ihn noch einmal gesehen zu haben. Wikipedia sagt: „Der Mond bewegt sich vor dem Hintergrund der Fixsterne im prograden (rechtläufigen) Drehsinn der Erdrotation, sodass sein scheinbarer Erdumlauf etwa 50 Minuten länger als 24 Stunden dauert. Dies addiert sich in einem Monat zu einem ganzen Tag, da der Mond in dieser Zeit tatsächlich die Erde einmal umläuft.“ Hab ich bestimmt irgendwann einmal in der Schule gelernt, aber wahrscheinlich damals schon nicht verstanden und deswegen nicht behalten. Was mich allerdings wirklich verwundert, warum ist mir das bisher in meinem langen Leben noch nie zuvor aufgefallen??? Oder hab ich das nur vergessen? Augen rollendes Smiley Brauchte es dafür erst die Veste zu Coburg und dann auch noch die letzte Woche von 8 Monaten??? Ich sollte vielleicht weniger oft in Smartphone, Tablet, Notebook und Co schauen, sondern öfter mal in den Himmel? Laut lachen

GasIch hatte ja schon verschiedentlich erwähnt, warum die Lage dieses Stellplatzes für mich in dieser besonderen Situation ideal war. Oscarlotta konnte stehenbleiben (was für sie natürlich nicht optimal ist) und ich hatte alles in fußläufiger Entfernung, einkaufen, Gasflasche tauschen, Waschsalon, DHL-Packstation, Hermes-Shop. Die Bushaltestellen in die Stadt und aus der Stadt sind direkt an der den Stellplatz begrenzenden Hauptstraße, es sind nur 4 Haltestellen zwischen Abfahrt und Ankunft, die Fahrt dauert ca. 5 Minuten und kostet €1,80. In der Regel bin ich hin gelaufen und zurück mit dem Bus gefahren.

Da der Stellplatz an zwei Seiten von Wohnhäusern begrenzt ist, fühlte ich mich sicher, obwohl ich 7 Monate allein dort stand, von den gelegentlichen, meist illegalen, Übernachtungsbesuchen anderer Mobilisten abgesehen. Trotzdem muss ich zugeben, dass es mir gut gefallen hat, als es die nächtlichen Ausgangssperren gab und ab 22 Uhr absolute Ruhe herrschte. Offenbar hatte man auch ein Auge auf mich, denn der Gärtner des Aquaria-Freizeitbades, zu dem der Stellplatz gehört und mit dem ich mich immer mal wieder durch den Zaun unterhielt, fragte mich eines Tages, ob die Polizei bei mir gewesen wäre. Ein Anwohner habe ihm erzählt, dass eine Mieterin des Mehrfamilienhauses genau gegenüber von Oscarlotta die Polizei angerufen habe, weil sie mich über Tage nicht gesehen hatte. Das war im Winter, die Bäume waren kahl und gaben den Blick frei und ich war, wenn überhaupt, nur kurzzeitig draußen. Ich habe nie mit einem der Anwohner gesprochen, aber natürlich wurde ich registriert und es wurde über mich geredet, über den langen Zeitraum meines Aufenthaltes und dass ich allein unterwegs bin. Die Polizei machte sich aber offensichtlich keine Sorgen um mich, aber die kümmerte ja auch nicht, wenn hier auf dem abgesperrten Stellplatz noch andere Wohnmobile standen. Trauriges Smiley

Am Sonntag fuhr Uschi schon einmal vor zum nächsten Stellplatz, am Montag verabschiedete ich mich von dem netten Gärtner, der all die Monate der einzige reale Mensch war, mit dem ich mal ein Gespräch führen konnte und der sich regelmäßig erkundigte, ob es mir gut geht und mir seine Hilfe anbot, falls nötig. Ganz zu Beginn hatte er mir sogar mal eine Gasflasche getauscht, bevor ich wusste, dass ich das ohne Probleme zu Fuß erledigen konnte.

letzter TagKücheletzter Tag

Ich genoss noch einen letzten Nachmittag im Schatten des großen Ahorns und den Abend draußen mit Blick auf die Veste, die Nachbarn vom Vortag, die ihr Mobil für mich verkehrt herum eingeparkt hatten, waren zu meiner großen Freude mittags gefahren. Die meisten Mobilisten blieben nur ein oder zwei Nächte, sodass ich immer wieder das Glück hatte, keine direkten Nachbarn zu haben. Nach diesen 7 Lockdown-Monaten alleine auf einem Stellplatz bin ich für Kuschelcamping noch mehr verloren als sowieso schon. Ich ver- und entsorgte ein letztes Mal, wie immer per Eimer und Gießkanne an der nur 20m entfernten VE-Station. Auch das ein großer Vorteil meines Platzes!

VE-StationVE-StationVE-StationVE-Station

Die geflügelte Stellplatzbesatzung, die mich die ganze Zeit mit ihren Gesängen erfreut und manchmal auch amüsiert hatte, gab noch einmal ihr Bestes. Verliebt Und ich war sehr wehmütig, wie meistens bei Abschieden, egal welcher Art.

Am Dienstag, nach auf den Tag genau 8 Monaten (!!!) auf dem Wohnmobilstellplatz „Vesteblick“ am Aquaria-Freizeitbad in Coburg, machte ich Oscarlotta fahrfertig und fuhr, tatsächlich nicht froh und erleichtert, sondern eher melancholisch gestimmt, zunächst zu der Iveco LKW-Werkstatt, in der ich im Dezember schon gewesen war. Nach meiner letzten Fahrt anlässlich meiner ersten Corona-Schutzimpfung hatte ich festgestellt, dass sich die Fahrzeugbeleuchtung inclusive sämtlicher Positionslampen nicht mehr automatisch ausschaltet, wenn der Zündschlüssel abgezogen wird. Außerdem musste ein Steuergerät ausgetauscht werden, das für die Beleuchtung des Fahrradträgers zuständig ist. Und eigentlich war da ja auch noch die Rückrufaktion von Iveco, aber dafür bekam die Werkstatt angeblich über Wochen kein Austauschteil.

Zum Glück war es nicht mehr ganz so warm wie am Vortag, trotzdem war ich sehr erfreut, dass meine Fahrerhaus-Klimaanlage immer noch (toi! toi! toi!) funktioniert. Das ist ja der Verdienst eben dieser Werkstatt! Es wurde wieder ein langer Aufenthalt von fast vier Stunden. Erstauntes Smiley Ich darf erfreulicherweise in Oscarlotta bleiben und habe so wenigstens meine eigene Toilette und genug zu essen und zu trinken.

WerkstattWerkstatt

Die Zeit zog sich trotzdem wie Blei… Mit dem Diagnosegerät wurde versucht, eine Fehlermeldung auszulesen und irgendwann hieß es, es müsse wohl ein Steuergerät/Computer (?) ausgetauscht werden, das würde um die €900 kosten plus Einbau. Nein, danke! Dann werde ich mir lieber angewöhnen, das Licht manuell auszuschalten, so wie bei Flitzi und früher bei meiner Ente. Kein Problem! Für die nicht funktionierende Beleuchtung des Fahrradträgers sollte eigentlich nur nachgesehen werden, welches Steuergerät dafür bestellt werden müsste. Die beiden Männer probierten aber alles mögliche andere aus. Das hatten sie aber doch im Dezember auch schon ausgiebig getan, um dann zu dem Ergebnis mit dem Steuergerät zu kommen. Enttäuschtes Smiley Irgendwann kam die Erfolgsmeldung, dass alles wieder funktionieren würde! Muss ich das verstehen??? Aber dann muss ich wenigstens nicht noch ein zweites Mal hin!

Als ich auf mein Kontrollpanel über der Aufbautür schaute, stand dort die Meldung „Fahrzeugbatterie entladen“! Sie hatte noch 12,4 Volt. Die Wohnraumbatterie war allerdings randvoll und es kam, obwohl in der Halle stehend, durch das offene Tor noch soviel Sonnenlicht herein, dass die Solarplatten luden. Unter diesen Voraussetzungen müsste die Starterbatterie automatisch aufgeladen werden. Müsste! Der junge Mechaniker schloss ein Ladegerät an, kein Erfolg, die Meldung blieb. Die beiden Männer waren so ratlos wie ich und ich hatte auch den Eindruck, dass sie mir nicht so recht glaubten. Wenn ich gleich fahren würde, dann würde sich die Batterie ja wieder aufladen. Ich erklärte noch einmal, dass das automatisch passiert, wenn die Starterbatterie unter einen bestimmten Wert fällt. Man erbat sich das Bordbuch und blätterte. Dem Meister fiel ein, dass er eine bestimmte Sicherung gezogen, kontrolliert und andersherum wieder eingesteckt hatte, weil ihm das richtiger erschien. Das korrigierte er, aber das Symbol der Fahrzeugbatterie blinkte immer noch. Ich solle doch den Motor einmal starten. Ergebnis: Das Blinken hatte aufgehört, das Symbol war verschwunden! Verwirrtes Smiley Vor lauter Erleichterung vergaß ich zu fragen, was denn nun aus der Rückrufaktion wird.
Bezahlen konnte ich nicht, da offenbar niemand mehr da war, der eine Rechnung schreiben konnte. Auch das war mir nur recht, im Dezember hatte ich auf die Rechnung noch eine ganze weitere lange Stunde warten müssen, weil das die Chefin persönlich machte, sie aber noch nicht da war. Ich versprach, die nächsten Tage vorbeizukommen, um zu bezahlen.

Uschi hatte einen Wohnmobilstellplatz nur wenige Kilometer von der Werkstatt entfernt ausgesucht und wartete dort schon auf mich. Nachdem ich meinen Platz eingenommen und den Motor samt Zündung, aber nicht das Licht ausgeschaltet hatte und zu berichten begann, meinte Uschi etwas verwundert, dass doch aber alles aus sei! Ja, dem war wirklich so! Bei Ankunft in der Werkstatt war es anders gewesen. Muss ich das verstehen??? Wird Oscarlotta langsam etwas wunderlich oder was ist los? Ist sie sauer, dass sie so viel rumstehen muss? Muss sie ab und zu mal „runtergefahren“ und „neugestartet“ werden, wie es jetzt geschehen war? Das wäre ja in Ordnung, auch wenn es viel Zeit und auch vermutlich wieder viel Geld kostet. Was ich von dieser Iveco/Deutz-Werkstatt für augenscheinlich überwiegend Traktoren halten soll, weiß ich nicht so recht. Alle sind ausnehmend nett, hilfsbereit und bemüht. Es dauert nur alles ewig und ich weiß nie, ob nun gerade trotzdem noch für mich gearbeitet wird, wenn gerade mal wieder niemand zu sehen ist. Warum das mit dem Fahrradträger nicht schon im Dezember geklappt hat, ist mir ein Rätsel und natürlich beschleicht mich die Vermutung, dass ich für ein und dieselbe Arbeit doppelt bezahle. Aber so ist das nunmal. Ob man über den Tisch gezogen wird, kann man nicht erkennen, ich zumindest nicht. Wenn meine Klimaanlage weiter läuft, die Fahrzeugbeleuchtung sich automatisch ausschaltet, die Beleuchtung des Fahrradträgers funktioniert und meine Starterbatterie weiterhin automatisch geladen wird, bin ich zufrieden!!! Smiley

Passt auf euch auf und bleibt gesund!

written by Ingrid
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Es ist geöffnet!!!

 
 
In der Woche nach Pfingsten fiel die Inzidenz, sicher auch deswegen, weil über das lange Wochenende nicht so viel getestet wurde. Aber auch gegen Ende der Woche blieb es so und dann sehr rasch waren wir unter 100. Wenn das stabil so bleiben würde, könnte der Stellplatz zum Fronleichnam-Wochenende wieder öffnen dürfen. Ich war gar nicht so scharf darauf, zumal nicht klar war, ob man sich dann alle zwei oder alle drei Tage testen lassen muss. Es steht zwar ein Testbus auf dem Marktplatz, aber täglich nur von 10 bis 13 Uhr. Das würde bedeuten, früher aufstehen und 20 Minuten laufen. Nicht das, was ich generell möchte und erst recht nicht, wenn es heiß wird.
Am Montag ging ich mal wieder zum Bezahlen und fragte nach. Das wisse sie nicht, sagte mir die Auszubildende, mit der ich alle drei Wochen per SMS einen Termin ausmache, darüber sei noch gar nicht gesprochen worden. Das Bad dürfe voraussichtlich am 12. Juni wieder geöffnet werden und die Verantwortlichen hätten jetzt so viel anderes zu überlegen. Ich bat sie, mir eine SMS zu schicken.
Am Dienstag sammelte ich alles zusammen, was gewaschen werden sollte und begab mich auf den Weg zum Waschsalon. Diesmal nahm ich den Bus. Erfahrungsgemäß werde ich im Waschsalon immer so fertig, dass ich so lange auf den nächsten Bus warten muss, dass ich in der Zeit auch nach Hause laufen kann. Auf beide Strecken laufen hatte ich aber bei der Wärme absolut keine Lust. Wie gut meine Entscheidung war, sollte sich noch herausstellen. Ich hatte richtig viel Wäsche, weil ich mein Bett von Winter auf Sommer umgestellt hatte und die Winterdecke(n) mit waschen wollte. Ich hatte also meine Karre und noch eine große Plastiktasche dabei. Der Waschsalon war fast leer, ich füllte zwei Maschinen und ging kurz in die Stadt, aber es war mir einfach zu heiß. Also holte ich mir einen Kaffee to go und setzte mich in den kühlen Waschkeller. Irgendwann war die erste Maschine fertig und ich konnte die gut geschleuderte und nur noch leicht feuchte Wäsche zusammenlegen und verstauen. Nachdem ich beim ersten Mal im November fünf 50-Cent-Stücke in den Trockner investiert hatte, der dann nicht anlief, habe ich die Wäsche immer vor/in Oscarlotta getrocknet. Die zweite Maschine war dann auch fertig, ich hatte nur leider nicht bemerkt, dass sie NICHT geschleudert hatte! Wahrscheinlich hätte ich das Programmrad manuell noch auf schleudern stellen können, aber nachdem ich die Tür schon geöffnet hatte, war es zu spät. Ich hatte zwei klitschnasse Decken, eine Hose und ein Winter-Nachthemd. Na, super! Enttäuschtes Smiley Zum Glück gab es Plastikwannen auf Rollbrettern und einen Ausguß im Boden. Wer schon einmal versucht hat, per Hand eine Steppdecke auszuwringen, kann sich vielleicht vorstellen, wie begeistert ich war. Wie gut, dass ich noch die große Plastiktasche dabei hatte! Die war dann allerdings so schwer, dass ich sie nicht hätte tragen können und wirklich wasserdicht war sie auch nicht. In einen Bus hätte ich so auf keinen Fall einsteigen können. Ich wuchtete die leicht triefende Tasche irgendwie auf meine Karrentasche und wackelte zum Stellplatz zurück. Alle 100 Meter musste ich die Seite wechseln, die Tasche rutschte zwar nicht ab, aber alles zusammen war heftig schwer zu ziehen. Und es war sooo warm! Auf den letzten Metern kam ich am Bad vorbei und traf zufällig eine der Angestellten, die zu ihrem Auto ging. Ich fragte nach der Testpflicht. Nein, keine Testpflicht und auch keine Maskenpflicht! Und sie würden am nächsten Tag die Sperrgitter, das Flatterband und die Schilder entfernen. Das war dann zwar erst der 5. Tag unter der Inzidenz von 100, aber an Fronleichnam würde ja niemand arbeiten und das Ordnungsamt hatte die Öffnung offenbar erlaubt. Ich war froh und erleichtert und schaffte so dann noch den Rest meines Weges. Dann war Wäsche trocknen angesagt und irgendwann konnte ich mich ziemlich geschafft auch noch zum Kaffeetrinken hinsetzen. Smiley

WäscheWäscheWäscheEisbärliKaffeestunde

Ich genoss den letzten Abend allein auf „meinem“ leeren Stellplatz und meine Wäsche wurde auch überwiegend trocken.

letzter Abend allein

Am nächsten Mittag war der Platz offen, aber immer noch leer. Das erste Wohnmobil tauchte um halb zwei auf und dann noch eins und abends waren es fünf außer Oscarlotta, schön verteilt auf dem gesamten Platz. Es war der 2. Juni und somit war der Platz auf den Tag genau nach 7 Monaten wieder geöffnet! Wer hätte das im November 2020 gedacht, als das Beherbergungsverbot verkündet wurde und der Lockdown light eigentlich nur für den November gedacht war. Trauriges Smiley
Über das Wochenende war der Platz zu ca. zwei Dritteln gefüllt, unter der Woche wieder erfreulich leer mit drei, vier, fünf Mobilen bei 22 Plätzen insgesamt. So lasse ich mir das gefallen! Meine Stimmungslage veränderte sich. Ich fühlte mich nicht mehr einsam, aber auch nicht, wie befürchtet, gestresst von so viel Andrang nach so langer Zeit des Alleinseins. Und irgendwie fühle ich mich sicherer, wenn Oscarlotta nicht mehr das einzige Wohnmobil auf dem Platz ist. Unmittelbare Nachbarn hatte ich nur am Wochenende und dann auch noch „richtig“ herum. Vor meiner Tür ist ja ein Grünstreifen und ab 15 Uhr wirft der große Ahorn am Nachbarplatz Schatten. Das bedeutet aber auch keinen Satellitenempfang! Und deswegen bleibt der Platz meistens frei. Es gefällt mir hier immer noch und jetzt auf eine ganz neue Art von Tag zu Tag mehr. Ich habe mehr Zeit, weil ich nicht mehr dauernd eine Gasflasche tauschen gehen muss und ich genieße es, draußen im Schatten zu sitzen und die friedliche Abendstimmung bei weit geöffneten Luken, Fenstern, Tür mit Vogelgezwitscher und wunderbaren Sonnenuntergängen. Verliebt

Müßiggangnicht vollAbendstimmungAbendstimmung

Ich finde es absolut nicht schlimm, noch zwei Wochen hier bleiben zu müssen, bis ich zum zweiten Mal geimpft werde. Auch dann werde ich nicht sofort fahren, denn mein Werkstatttermin steht auch noch aus und nächsten Sonntag wird Uschi hierher kommen. Und der muss ich dann ja erst einmal alles hier zeigen! Seit wenigen Tagen ist auch die Außengastronomie wieder geöffnet, was einen Stadtbummel oder eine Ausflugsfahrt in die Umgebung erstrebenswerter macht. Wir werden in aller Ruhe überlegen, wie es reisetechnisch für uns weitergehen soll. Juli/August sind natürlich nicht die besten Reisemonate, vor allem nicht jetzt, wo sich Hinz und Kunz Wohnmobile gekauft oder gemietet haben und in Deutschland bleiben, von daher sind wir noch unentschlossen. Für September/Oktober haben wir auf dem Campingplatz in Thiessow auf Rügen reserviert und hoffen sehr, dass uns das Corona-Virus nicht noch einmal einen Strich durch die Rechnung macht!!!

Passt auf euch auf und bleibt gesund!

written by Ingrid
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Und schon wieder Pfingsten!

 
 
Wird es langsam besser??? Ich warte seit Wochen darauf, dass es mal ein offenes Statement zur Aufhebung des bundesweiten Beherbergungsverbots gibt, stattdessen machen jetzt die einzelnen Bundesländer wieder auf unterschiedlichste Art auf. Mal mit Modellregionen, mal nur für „Landeskinder“ (wurde in Niedersachsen vom Oberverwaltungsgericht inzwischen gekippt), mal nur für voll Geimpfte oder Genesene. Wenn die Eltern geimpft sind, die Kinder aber nicht, weil sie ja noch nicht geimpft werden, dürfen die Eltern in die Ferienwohnung, ihre Kinder aber nicht!!! Das hat man immerhin inzwischen geändert. Herr Söder hat für Bayern schon vor Wochen verkündet (er musste mal wieder der Erste sein), dass ab dem 21. Mai mit Beginn der Pfingstferien alles wieder öffnen darf, also auch die Camping- und Stellplätze, eine stabile Inzidenz unter 100 im entsprechenden Landkreis vorausgesetzt. Spätestens Mitte Juni dürften wohl alle, die können, nachgezogen haben. Dann wird es spannend! Viele Menschen scheinen ernsthaft zu glauben, dass es das dann war mit der Pandemie. Wäre ja schön, ist aber unrealistisch. Erst gut 12% der Bevölkerung Deutschlands sind vollständig geimpft. Wenn alle, die können und wollen, durch sind, ist Spätherbst und dann brauchen die ersten schon eine Auffrischungsimpfung. Alles wird vom Impffortschritt und -erfolg abhängen, denn es wird schätzungsweise genauso werden wie im letzten Herbst. Wiedergewonnene Freiheiten freiwillig wieder einschränken oder unfreiwillig eingeschränkt bekommen, werden mindestens genauso viele Menschen nicht akzeptieren und mittragen wie bisher.

Beim Gasflasche tauschen am Montag saßen wie gewohnt vier Mitarbeiter im offenen Bürobereich hinter dem Tresen, wie gewohnt alle ohne Maske. Es dauerte lange, bis sich der Mann am ersten Schreibtisch (den ich bisher noch nie gesehen hatte) aufraffen konnte, aufzustehen, sich eine FFP2-Maske aufzusetzen und mich zu bedienen. Ich trug mein Begehren höflich vor und gab ihm die Rechnung vom letztes Mal. Daraus ist zu ersehen, dass ich als Kassenkunde (ohne Kundenkonto, es dürfen derzeit ja wieder nur Handwerker einkaufen) kaufe und da es sich um Verbrauchs- bzw. Heizmaterial handelt, ist das zulässig. Missmutig ging er zum Kassencomputer und fragte nach kurzer Zeit nach meiner Telefonnummer. Ich erlaubte mir, zu sagen, dass die im letzten halben Jahr noch niemand abgefragt hätte. Ja, jetzt sei es aber so! Dann wollte er Namen, Vornamen und schließlich die Adresse wissen. Ich machte noch einmal mein Erstaunen darüber deutlich und ziemlich unfreundlich kam die Antwort, dass er das zur Kontaktverfolgung brauche, wir hätten nämlich Corona und eigentlich dürfte ich gar nicht da sein! An dieser Stelle wäre ich gerne ausfällig geworden und hätte ihm erzählt, wie genau ich weiß, dass „wir Corona haben“ und was das vor allem in den letzten sechs Monaten für mich bedeutet hat. Und warum, wenn wir doch Corona haben, er seit einem halben Jahr der erste ist, der diese Kontaktverfolgungsdaten von mir wissen will. In den Wintermonaten war ich jede Woche zweimal da! Und warum es offenbar keine Homeofficepflicht in seinem Betrieb gibt und vor allem keine Maskenpflicht??? An seinem Tonfall war allerdings deutlich seine Stimmungslage abzulesen und in solch einem Fall wird eine Konfrontation nur ungut. Es fällt mir nicht leicht, mich dann zurückzunehmen, aber je länger diese ganze Sch… dauert, desto „wurschtiger“ empfinde und reagiere ich, nach dem Motto: „Ihr könnt mich doch alle mal kreuzweise!“ Erzürntes Smiley

Vor dem Stellplatz wird die angrenzende Siedlungsstraße aufgerissen. Der Schuttcontainer steht in der Einfahrt vom Stellplatz und entsprechend groß ist das Getöse, wenn der Baggerfahrer seine Schaufel voller Asphalt dort hinein entleert.

BaustelleBaustelleBaustelle

Heute wurde der Rasen hier auf dem Stellplatz (endlich mal) gemäht (laut) und mit einem Pfitzer wurden die Feinarbeiten erledigt (laut). Immerhin hatte jemand mein Stromkabel vom Gras auf den Schotter gelegt. Da wäre es dann liegengeblieben, wenn ich es nicht wieder zurückgelegt hätte. Ja, ist nur eine Kleinigkeit, zeigt aber das Grundproblem von zunehmender Gleichgültigkeit. Ich glaube, dass sehr viele Menschen mit der Komplexität unserer Zeit inzwischen überfordert sind und diese ungewohnte, nie dagewesene Pandemie, zumindest nicht in unseren Breiten, bringt viele an ihre Grenzen und lässt alle mühsam errichteten und sorgsam gepflegten Schutz-/Verteidigungswälle bröckeln und schlimmstenfalls einstürzen. Die Nerven liegen bei vielen blank, bei mir auch.

FeiertagsruheHier ist noch nichts auf, die Inzidenz liegt noch weit über 100. Mir ist das recht, es ist auch so schon laut genug. An Nachbarn werde ich mich erst wieder gewöhnen müssen und ich ahne schon, dass es mir nicht leicht fallen wird. Bis mindestens Ende Juni werde ich noch hierbleiben, da ich dann zum zweiten Mal geimpft werde. Eine eMail an den zuständigen Landrat mit Schilderung meiner besonderen Situation war erfolgreich. Er telefonierte mit „meinem“ Leiter des Ordnungsamts, der erteilte mir die Genehmigung, die Stellplatzadresse vorübergehend als Meldeadresse angeben zu dürfen und innerhalb von 36 Stunden hatte ich einen Anruf eines freundlichen jungen Mannes, der mir zwei Impftermine zuteilte. Ich durfte sogar darum bitten, sie auf den späten Nachmittag zu legen. Laut lachen

Ich räumte Oscarlotta fahrfertig und fuhr die 12 Kilometer zum zuständigen Impfzentrum. Höchste Zeit, sie mal wieder zu bewegen, die Bremsscheiben rosteten schon fröhlich vor sich hin! Der Parkplatz am Impfzentrum war ausreichend groß, ich brauchte nichts mehr zu erklären und keine meiner Sondergenehmigungen vorzuzeigen, man war informiert. Mit einem sehr guten Gefühl verließ ich eine gute halbe Stunde später das super organisierte Zentrum und fuhr, da ich schon unterwegs war, noch zum LPG tanken und zu dem tollsten Edeka-Markt, den ich jemals gesehen habe. Dort muss man aufpassen, nicht in einen Kaufrausch zu verfallen!

Glücklich kam ich wieder am Stellplatz an und stellte dann fest, dass die Fahrzeugbeleuchtung sich nicht mehr automatisch ausschaltet, wenn ich den Zündschlüssel abziehe. Bei der Tankstelle und beim Edeka-Parkplatz funktionierte es noch! Irgendwas ist immer! Ich muss demnächst aber sowieso in eine Iveco-Werkstatt, weil es eine Rückrufaktion gibt. Nach 14 Jahren!!! Das Layout der elektrischen Anlage muss geändert bzw. ein Trennschalter, wofür auch immer, ausgetauscht werden. Weil sonst bei ungünstigen Bedingungen Feuchtigkeit in den Kabelbaum eindringen könnte, was zu einem Kurzschluss in der ABS-Steuerung und folglich zu einer Fehlfunktion oder Beschädigung und im Extremfall zu einen Brand führen könnte und zwar sowohl bei ein- als auch bei ausgeschaltetem Motor. Jetzt war das zwar die letzten 14 Jahre offenbar kein Problem, aber ein blödes Gefühl bleibt trotzdem. Also versuchte ich, dort einen Termin zu bekommen, wo ich schon Anfang Dezember die alljährliche Wartung hatte durchführen lassen. Zwar eine Iveco-LKW-Vertragswerkstatt, gewartet und repariert werden dort vorrangig aber nur Traktoren. Ich durfte in Oscarlotta bleiben und hatte interessante Ausblicke. Ich glaube, Oscarlotta war ein wenig neidisch auf die Reifen der „Kollegen“.

DeutzDeutz

Der Werkstattleiter teilte mir mit, dass er von der Rückrufaktion wisse und für einen Kunden auch vor Wochen schon das Ersatzteil bestellt, es aber bis heute nicht erhalten habe. Wie lange ich denn noch hier sei? Wenn es bis dahin nicht mehr klappen würde, könne er mir das Teil an eine beliebige Adresse schicken, damit ich es bei einer beliebigen anderen Iveco-Werkstatt austauschen lassen könne. Das würde vier bis sechs Stunden dauern!!! Also muss ich wohl warten…
Bei dem Werkstattbesuch im Dezember wurde auch mal wieder nach der Ursache gesucht, warum meine Fahrerhausklimaanlage immer nur für kurze Zeit funktioniert, ich hatte ja schon mehrfach darüber geschrieben, eine unendliche Geschichte. Es konnte eigentlich nur noch ein defektes Kabel verantwortlich sein und wirklich fanden die Mechaniker dies: Erstauntes Smiley

Kabel

Das sah ja nun wirklich nicht gut aus! Man konnte mir leider nicht sagen, was der Auslöser gewesen sein könnte und so bleibt die Unsicherheit, dass so etwas jederzeit wieder passieren kann. Das Kabel wurde ausgetauscht und bei meiner Fahrt zum Impfzentrum probierte ich die Funktion der Klimaanlage, obwohl die Außentemperaturen dagegen sprachen. Sie funktioniert, aber das hat sie auch schon einmal bis zu 100km nach einer Reparatur getan. Also abwarten und darauf hoffen, dass sie auch dann noch arbeiten wird, wenn ich sie wirklich brauche. Enttäuschtes Smiley

Uschi wartet die Pfingsttage noch auf dem noch nicht geöffneten Campingplatz in Lauterburg ab, bevor sie sich auf den Weg macht. Auch sie will jetzt endlich mal wieder eine andere Aussicht, andere Wege und neue Erlebnisse, obwohl die Natur auf der Schwäbischen Ostalb gerade alles gibt.

LauterburgLauterburgLauterburg
 
FahrradträgerFahrradträgerFahrradträger

Ihr Fahrradträger ist bereits bestückt, Flitzis Hauptuntersuchung wurde einen Monat vorverlegt, mein Hänger ist sauber und winterfest gemacht, kaum nachdem er „entwintert“ wurde. Wenn alles gut geht, werden wir so bald nicht zurückkehren. Aber wer weiß das schon? Fünf Tage Inzidenz über 100 – zack, alles wieder zu! Dieses Damoklesschwert wird uns wohl noch eine Weile begleiten. Herr Lauterbach äußert sich erstaunlicherweise zuversichtlich, was den Sommer betrifft, weist aber gleichzeitig darauf hin, dass am Ende des Jahres ca. 5 Milliarden der Menschen auf der ganzen Welt noch nicht geimpft sein werden. Wir haben eben nicht nur Corona, sondern eine Pandemie. Augen rollendes Smiley

Wir wünschen euch schöne, hoffentlich überwiegend sonnige und nicht zu kalte Pfingsttage! Passt trotz aller Öffnungen und Lockerungen bitte weiter gut auf euch auf, auch wenn ihr bereits oder demnächst vollständig geimpft seid. Die Impfungen sind ein guter Schutz, aber auch sie bieten keine hundertprozentige Sicherheit! Und verlasst euch auch nicht allzusehr auf die Schnelltests, die haben nur eine Verlässlichkeit von etwa 60 Prozent. Das heißt, im Restaurant kann jemand am Nachbartisch sitzen, der ein negatives Testergebnis hat, aber trotzdem infiziert und hochansteckend sein kann. Selbst wenn euch die Impfung bei einer nicht hundertprozentig ausschließbaren Ansteckung vor einem schweren Verlauf schützen sollte und hoffentlich wird, gebt ihr das Virus trotzdem unbemerkt und ungewollt weiter. Vergesst das bitte nicht, auch und besonders zum Schutz all derer, die noch keine Chance hatten, sich impfen lassen zu können.

Passt auf euch auf und bleibt gesund!

written by Ingrid
photos taken with iPhone and taken by Uschi with Samsung Galaxy S20

P.S.: Wie immer könnt ihr die Fotos durch anklicken auf Originalgröße bringen (bessere Qualität) und den Fototext lesen, wenn ihr den Mauszeiger auf das Foto führt.

Corona-Notlage(r)

 
 
Ich bin #mütend. 😞😤

An manchen Tagen überwiegt die Müdigkeit, die Hoffnungslosigkeit und alles ist nur mühsam und mein Energielevel ist kurz vor Reserve. Es soweit wieder aufzuladen, dass ich wenigstens die notwendigen Alltagsgeschäfte erledigen kann, ist nicht jeden Tag einfach. Manchmal gelingt es auch gar nicht. Das sind dann die Tage, an denen ich erst nach 15 Uhr aus dem Bett finde und mich trotzdem bleischwer fühle und nur im Zeitlupentempo funktioniere. Und froh bin, wenn ich NICHTS muss und dass NIEMAND etwas von mir will.

Am 29. April war ich genau 6 Monate hier, pandemiemäßig gestrandet auf einem kleinen Stellplatz in einem netten Städtchen in Bayern, freundlicherweise geduldet, sowohl vom Stellplatzchef als auch vom Leiter des Ordnungsamtes. Ich mache mir keine Illusionen darüber, dass das einzig und allein deswegen so ist, weil ich hier bezahle. Mitgefühl hat, Gedanken über meine Situation macht sich niemand. Dass ich die Aufenthaltsgenehmigung als „Härtefall“ vom Ordnungsamt bekam, habe ich nach der anfänglichen Ablehnung durch persönliches Erscheinen erkämpft, eine Mietpreisermäßigung wegen wochenlangem Baulärm auf dem Stellplatz wurde vom stellvertretenden Badleiter abgelehnt mit der Aussage, ich könne mich ja weiter nach hinten stellen. Weiter hinten ist die vielbefahrene Straße! Das sind die Gründe dafür, dass an manchen Tagen die Wut die Müdigkeit überlagert. Insbesondere dann, wenn neben meinem Wohnzimmerfenster wieder ein orangefarbener Transporter der Baufirma steht und mir die Sicht nimmt.

Transporter

An einem Donnerstag war es wieder so weit und abends klemmte ich einen Zettel unter den Scheibenwischer mit der freundlichen Bitte, das Fahrzeug nicht das ganze Wochenende so stehen zu lassen, ich hätte gerne eine Aussicht, auf die Zufahrt und überhaupt. Am nächsten Morgen wurde ich kurz nach sieben durch Türen schlagen und Motorengeräusch geweckt. Der Fahrer gab einmal richtig Vollgas, direkt neben meinem Bett und parkte sein Fahrzeug dann einen Platz weiter wieder ein, erneutes Türenschlagen inklusive.

Ich bin #…ütend. 😤

Ich frage mich oft, in was für einer Welt ich lebe. Anteilnahme, Solidarität, Mitgefühl, Freundlichkeit, Fürsorge – das alles scheint nicht mehr Normalität, sondern zur Rarität geworden zu sein. Alte Menschen habe ich im Laufe meines Lebens schon oft sagen höre, dass „früher“ alles besser war und ich habe es belächelt. Jetzt bin ich selbst alt und sage es auch.

Seit dem 2. November 2020 ist über Deutschland ein Beherbergungsverbot verhängt. Deswegen stehe ich seitdem hier. Beherbergungsverbot bedeutet, dass alle Beherbergungsbetriebe und -orte geschlossen sein müssen und nicht für Übernachtungen genutzt werden dürfen. Das gilt nicht nur für Hotels, Pensionen, private Zimmervermietungen, Camping- und Stellplätze, sondern auch für nicht bewirtschaftete, kostenfreie Stellplätze sowie Wald-, Wander- und sonstige Plätze und sogar für Privatgrund. Jegliche Beherbergung ist einfach verboten! Siehe „hier“. Im privaten Raum wird das durch die Kontaktbeschränkungen zu regeln versucht und durch die ernstgemeinte Aufforderung seitens der Regierung, touristische Reisen und nicht zwingend notwendige Familienbesuche zu unterlassen und jetzt auch durch die nächtlichen Ausgangssperren. Das freie Stehen mit Wohnmobil ist in den meisten Ländern sowieso nicht erlaubt, in Deutschland wird es geduldet zur Wiedererlangung der Fahrtüchtigkeit für maximal 10 Stunden ab Ankunft, Campingverhalten (Stühle und Tisch draußen, ausgefahrene Markise) ist untersagt. In Spanien gilt schon ein offenes (Dach-)Fenster und die ausgefahrene Trittstufe als Beweis für Camping. Wenn man, wie derzeit, aber nicht reisen SOLL, entfällt diese Duldung auch. Trotzdem herrscht in Deutschland schon wieder eine rege Reisetätigkeit, ich höre es von verschiedenen Seiten und ich sehe die Wohnmobile, die während der Woche und besonders am Wochenende die VE-Station hier anfahren. Das Motto in unserer Gesellschaft wird anscheinend immer mehr zu: „Ich mache, was möglich ist. Ob es erlaubt ist oder nicht, interessiert mich nicht. Machen alle anderen ja auch so und warum soll ich denn der Dumme sein? Wird schon gut gehen! Und wenn nicht, mein Gott, dann bezahl ich eben die paar Kröten, dafür hatte ich dann aber wenigstens meinen Spaß. Wenn die anderen sich nicht trauen, sind sie selbst Schuld.“ Unrechtsbewusstsein? Ist nicht mehr „in“. Solidarität? Was ist das? Habe ich da was von? Nur Nachteile? Nee, dann ohne mich!

An dieser Textstelle klopfte es an mein Fenster und ein freundlich lächelndes Paar um die Sechzig fragte, ob der Platz geschlossen sei und warum ich denn „so einfach“ hier herumstehen würde. Ich war ja gerade gut im Thema, aber auf alles, was ich fragte und anmerkte und kritisierte, bekam ich lediglich ein mildes Lächeln und ein „ach, das geht schon“ und „die Menschheit war wohl schon immer egoistisch, sonst wäre sie nicht so weit gekommen“. Man habe die Tochter in Ulm besucht. Ich habe nicht gefragt, ob sie alleinlebend oder alleinerziehend ist. Man wünschte mir freundlich lächelnd alles Gute und ging absolut gelassen zurück zum Van. Im Grunde hatte ich ja noch Glück mit dieser Begegnung, die Regel ist es nämlich heutzutage, dass Menschen, die auf ein Fehlverhalten hingewiesen werden, nicht nachdenken, sondern sofort aggressiv reagieren. Habe ich hier auch schon erlebt.

Ich bin #mütend. 😞😤

Was ist denn bloß los mit den Menschen??? Ist man nicht mehr in der Lage, die Gründe, die für das Erlassen von Gesetzen und Verboten maßgeblich sind, zu erkennen und dann SELBSTVERSTÄNDLICH die Verbote einzuhalten? Alle gemeinsam? Der aktuelle, leider schon über ein Jahr dauernde Grund ist dieses Virus. Warum schaffen es so viele Menschen NICHT, trotz der inzwischen millionenfachen Todesfälle weltweit, die Bedrohung ernst zu nehmen? Weil man sich nicht mehr einschränken kann? Weil in unserer Konsumwelt alles sofort möglich ist? Weil wir Frustration und Verzicht nicht mehr gewöhnt sind? Weil Anteilnahme, Solidarität, Mitgefühl… siehe oben… WIRKLICH nicht mehr gelebt werden? Im Fernsehen wird gezeigt, dass alle Parks, Promenaden etc. voller Menschen sind, so wie vor Corona. Die Bauarbeiter hier trinken ihr Feierabendbier eineinhalb Stunden lang zu neunt um eine Holzkiste dicht nebeneinander stehend, natürlich ohne Masken, man ist ja draußen. Sie sind aus zwei Firmen und arbeiten in einer dritten, sind aber doch alles Kollegen. In der Firma, bei der ich meine Gasflasche tausche, scheint weder Homeoffice noch Maskenpflicht durchgesetzt zu werden. Ich habe mit fassungslosem Erstaunen zur Kenntnis genommen, wer in meinem Familien-, Freundes- und Bekanntenkreis sich mehr oder weniger häufig und mehr oder weniger bewusst NICHT an die Regeln hält. Es befremdet mich, im Wortsinne.

Ich bin #mü… 😞

Der sehr verstörende, tödliche, Existenzen vernichtende und Angst machende Ausbruch einer Virus-Pandemie scheint im allgemeinen Verständnis der Menschen die persönliche Schuld von irgendjemandem zu sein oder die Strafe der Götter, manche Querdenker haben sich eine oder mehrere konkrete Personen ausgesucht, niemand aber scheint sich Gedanken darüber zu machen, welchen Anteil er selbst mit seiner Lebensweise daran hat. Was begünstigt denn eigentlich Zoonosen?

Um Kommentaren vorzubeugen möchte ich ganz deutlich sagen, dass mir durchaus klar ist, dass bei allen Außenaktivitäten die Ansteckungsgefahr reduziert bis nicht vorhanden ist (siehe meinen Ostereintrag) und dass das Wohnmobil fahren als solches keine Gefahr darstellt. Ich weiß auch, dass nicht nur ich #mütend bin, weil die Beschlüsse unserer Bundesregierung nicht alle gut durchdacht und nach mehr als einem Jahr wenig vielfältig sind. Ich würde auch gerne langsam mal wieder woanders hinfahren! Meine persönlichen Kontakte beschränken sich seit 6 Monaten auf die paar Worte mit Verkäufer*innen, Kassierer*innen und dem Gärtner über den Zaun alle zwei Wochen. Alles andere findet am Telefon statt, per eMail und SMS. Seit 6 Monaten!!! Nein, das ist nicht schön! Und – ganz ehrlich – inzwischen mache ich das nicht mehr, um andere zu schützen, sondern nur noch, um mich selbst zu schützen. Wenn das alle so machen würden, zumindest alle, denen das möglich ist, wäre das eine Form von Egoismus, die etwas Positives bewirkt. Der Egoismus, der in der Welt vorherrscht, tut das leider nicht.

Ich bin #mütend 😞😤

BaustelleBaustelleBaustelleBaustelleBaustelleBaustelle

Aktuelles Beispiel:
Neben mir steht ein Weinsberg Pepper, alle Fenster blickdicht verschlossen. Irgendwann kommt eine Frau um die Sechzig auf ihrem Fahrrad angefahren und wenig später klopft sie bei mir. Ob man hier Strom anschließen könne? Ich mache sie darauf aufmerksam, dass der Platz geschlossen ist. Ja, das weiß sie, aber in Nürnberg und in ? war das auch kein Problem. Beherbergungsverbot? Das weiß sie auch, aber in Nürnberg… Sie besucht hier eine Freundin und sie weiß auch noch gar nicht, ob sie heute Nacht in ihrem Wohnmobil schläft oder bei ihrer Freundin. ICH FASSE ES NICHT!!! Im Schaukasten hängt ein Hinweis, dass der Platz pandemiebedingt geschlossen ist, um den Schaukasten ist das Absperrband gezogen. Was braucht es denn noch? Man entfernt einfach das Band und fährt auf den Platz, man ignoriert, dass touristische Reisen unterbleiben sollen, man lässt sich von einer Freundin abholen und bleibt u. U. die Nacht dort. Wie dumm oder ignorant kann man denn sein, dass man nach über einem Jahr immer noch nicht verstanden hat, wie Ansteckung funktioniert???
Vor ein paar Wochen demonstrierte ein Familienvater seinen ca. 14- und 8-jährigen Söhnen, wie man mit Verboten und gesperrten Plätzen umgeht, nämlich genauso. Das alles macht mich soooo

#…ütend. 😤 😤 😤

aktuell

Der Stellplatz- bzw. Badleiter behauptet, dass sie täglich kontrollieren und die Wohnmobile dann auch wegschicken, außer natürlich am Wochenende (natürlich?). Die Polizei interessiert das alles gar nicht. Eines Abends kam ein Streifenwagen fünf Minuten, nachdem ein Kastenwagen auf den Platz gefahren war. Er hielt vor dem Absperrband, machte das Licht aus und dann passierte zehn Minuten gar nichts. Das Licht ging wieder an und der Streifenwagen fuhr davon.
Ich sehe absolut schwarz für die Zukunft, übrigens in jeglicher Hinsicht. Wenn jetzt schon so deutlich wird, dass man sich nicht mehr an Regeln und Gesetze hält, weil es keine oder viel zu lasche Konsequenzen nach sich zieht, wie soll das denn erst werden, wenn die Restriktionen kommen, die in den nächsten Jahrzehnten nötig sein werden, um die Klimaziele zu erreichen? Wenn der überwiegende Teil der Menschheit (ich meine die Menschen, denen es möglich ist) jetzt schon nicht versteht, warum es gut wäre, sich an Regeln zu halten, wie soll das dann funktionieren?

Ich bin #mü… 😞

written by Ingrid
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P.S.: Wie immer könnt ihr die Fotos durch anklicken auf Originalgröße bringen (bessere Qualität) und den Fototext lesen, wenn ihr den Mauszeiger auf das Foto führt.

 

Fröhliche Erweiterte Ruhetage, ähm Ostern!

 
 
Ja, ihr lieben Leser, wir wünschen euch schöne, sonnige, friedliche, erholsame Osterfeiertage ohne Einkaufs- oder sonstigen Stress! Wir wünschen euch offene Eisdielen und wir würden euch (und uns) auch offene Gartenlokale, Campingplätze (zumindest für Dauercamper) und Ferienhäuser wünschen, also alles, was nach dem seit einem Jahr verfügbaren und belastbaren Wissen über das Infektionsgeschehen bei SARS-CoV-2 relativ bis wahrscheinlich ungefährlich ist. Die überwiegende Anzahl der deutschen Bevölkerung ist zwar inzwischen müde, resigniert, enttäuscht, aber trotzdem immer noch bereit, auch weiterhin die Zähne zusammenzubeißen, wenn, ja wenn sie die Maßnahmen und Auflagen, die ihnen übergestülpt werden, einigermaßen nachvollziehen können. Und da liegt MEIN größter Kritikpunkt! Schon lange vermisse ich in der Beschlussfassung und der Kommunikation der notwendigen Maßnahmen, um das Pandemiegeschehen möglichst umfassend zu kontrollieren, den psychologischen und den pädagogischen Aspekt. Ich bin/war Lehrerin, aber auch jeder, der eigene Kinder hat, weiß, dass es nicht funktioniert, nur Verbote auszusprechen ohne diese ausgiebig und immer wieder neu zu erklären. Nur wenn derjenige, der unter dem Verbot (das ja immer ein objektiver oder zumindest subjektiv empfundener Verlust ist) leidet, den Sinn und Zweck dieses Verbots intellektuell nachvollziehen kann, wird er bereit sein, mitzumachen, wenn auch vielleicht nur zähneknirschend. Hilfreich für die Akzeptanz jedes Verbotes ist, wenn es zeitlich begrenzt ist, weil es dann das berühmte Licht am Ende des Tunnels gibt. Und es sollte eine Belohnung in Aussicht gestellt werden! Und die MUSS es dann auch geben!!! Man muss sich VORHER gut überlegen, ob man die Belohnung, die man verspricht, auch wirklich einhalten kann, ansonsten produziert man tiefe Enttäuschung, die mit Vertrauensverlust, Trotz und gegebenenfalls Rebellion einhergeht. Seit dem Lockdown „light“ im und versprochen nur für den November, der seitdem ständig verlängert und verschärft wird, spreche ich den Entscheidungsträgern der deutschen Bundes- und Landesregierung/en jegliche pädagogische/psychologische Kompetenz ab und frage mich mit ungläubigem Erstaunen, welche Berater dort tätig sind?!?! Enttäuschtes Smiley

Das Highlight war dann tatsächlich am Montag letzter Woche nach ca. zwölfstündiger (in Zahlen: 12) MPK die grandiose Idee der erweiterten Ruhetage zu Ostern! Ich möchte nicht wissen, wie vielen Menschen es so ging wie mir, die nach ungläubigem Staunen entweder ein Schleudertrauma vom Kopfschütteln riskierten oder vor Wut und Enttäuschung in die nächste Tischkante beißen oder laut schreiend alles kurz und klein schlagen wollten. SO hält man Menschen nicht bei der Stange, vor allem nicht, wenn sie sowieso schon auf dem Zahnfleisch laufen, mit den Nerven völlig am Ende sind, vor Existenzängsten nicht mehr schlafen können. Schwer gebeutelte Menschen bei der Stange halten gelingt nur durch Wertschätzung, durch Anerkennung ihrer schwierigen Situation, durch SOFORTIGE Entlastung finanzieller und arbeitstechnischer Art, durch immer wieder appellieren an ihre Solidarität UND durch Belohnung, NICHT durch weitere Frustration. Wäre ich Frau Merkel, dann würde ich folgende Rede (so oder ähnlich) halten:
 

„Liebe Mitbürger*innen!

Ich danke Ihnen aus vollem Herzen für Ihre Geduld, Ihr Verständnis für die notwendigen Maßnahmen, die die Bundesregierung zum Schutz Ihrer Gesundheit bestimmen und durchsetzen musste und für Ihr Vertrauen darauf, dass wir nach bestem Wissen und Gewissen handeln und für Ihre Nachsicht, wenn nicht alles optimal läuft. Wir Verantwortlichen bemühen uns nach Kräften, das Land und seine Menschen so gut wie möglich durch diese fraglos schwerste Zeit seit Jahrzehnten zu manövrieren und wir wissen es sehr zu schätzen, dass wir auf eine verlässliche „Mannschaft“ bauen können. Damit wir alle über die Ostertage und für die Zeit danach neue Kraft schöpfen können, ermöglichen wir ab Gründonnerstag die Öffnung der Außengastronomie unabhängig von Inzidenzwerten – natürlich unter Einhaltung der AHA-Regeln und der Kontaktbeschränkungen – sowie das kontaktlose Reisen innerhalb Deutschlands. Die Eisdielen dürfen im ganzen Land an allen Ostertagen im Außenbereich und für Straßenverkauf geöffnet sein, ebenso Freizeitparks und Zoos mit Zugangsbeschränkungen sowie Autokinos und andere auf diese sichere Art durchführbare kulturelle Veranstaltungen. Ich vertraue darauf, dass Sie über genügenden Willen verfügen, um verantwortungsvoll mit diesen lange vermissten Freiheiten umzugehen. Sie alle wissen, was für uns alle auf dem Spiel steht! Wir werden noch eine ganze Weile weiter durchhalten müssen und nur wenn alle mitmachen, werden wir diese Krise schneller und erfolgreich beenden können.

Ich habe verbindlich bei Petrus stabiles sonniges Frühlingswetter bestellt!
In diesem Sinne wünsche ich Ihnen fröhliche und kraftbringende Ostertage!“

 
matt und mütend

Nachtrag eine Woche, nachdem ich diesen Text geschrieben habe:
Ich glaube, es geht ganz vielen Menschen so wie mir, dass Bauch und Kopf miteinander debattieren. Die beständig steigenden Infektionszahlen lassen eigentlich nur zu, einen erneuten landesweiten Shutdown durchzuführen, richtig hart und konsequent. Die Intensivstationen in Deutschland sind bereits zu 81% belegt und sie werden natürlich nicht nur für COVID-19 Patienten benötigt. Wenn keine Betten mehr frei sind, wird das Verkehrsunfallopfer, der Herzinfarkt- oder Schlaganfallpatient nicht die lebensrettende Behandlung erhalten, die er braucht. Schon lange werden alle nicht unbedingt notwendigen Operationen verschoben. Es ging von Anfang an darum, die Krankenhäuser nicht an oder über ihre Belastungsgrenzen zu bringen. Nicht alle Länder haben das geschafft, dort hat ein Shutdown dann allerdings dazu geführt, dass die Situation sich innerhalb weniger Wochen wieder entspannte. Ich glaube, dass viele Menschen erst dann bereit sind, den Ernst der Lage zu akzeptieren, wenn sie selbst betroffen sind, wenn Menschen in ihrem Umfeld sterben oder wenn sie miterleben, wie z. B. in Portugal, dass Krankenwagen sich vor überfüllten Krankenhäusern stauen. Das alles ist uns bisher erspart geblieben, was natürlich gut ist, aber eben auch nicht. Ich lese in den sozialen Medien relativ viele Statements von Beschäftigten im Gesundheitswesen. Die gehen inzwischen auf dem Zahnfleisch, viele mussten schon aufgeben, weil sie völlig ausgebrannt sind, viele halten nur noch aus Pflichtbewusstsein aus, nach der Pandemie bzw. der Krise werden massig Kündigungen folgen. Es stehen aber nicht schon jede Menge Fachkräfte Schlange, die unter den jetzigen Bedingungen übernehmen wollen. Was machen wir alle denn, wenn es nicht mehr genügend Krankenschwestern (ich weiß, die heißen inzwischen anders), Pfleger, Altenpflegekräfte gibt???
Okay, das alles war der Kopf, der Gehör finden sollte. Der Bauch will trotzdem Eis 🍧 und Urlaub 🌊.

Passt auf euch auf und bleibt gesund!

written by Ingrid
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Schwarzer schmieriger Schmodder

 
 
Von jetzt auf gleich lief das Wasser aus dem Küchenspülbecken nicht mehr ab! Erstauntes Smiley Nichts hatte das angekündigt, es war kein schleichender Prozess, es passierte von hundert auf null. Immer schon sind wir sehr vorsichtig mit allem, was in den Ausguss gelangt, nicht nur, weil das Abwasserrohrsystem in einem Wohnmobil eben anders ist als in einem Haus, sondern auch, weil das Abwasser nicht direkt in der Kanalisation landet, sondern als Zwischenschritt zunächst in einem Abwassertank. Und was sich in dem im Laufe der Zeit so als Bodensatz ablagert, hatte ich vor zwei Jahren erfahren, als bei einer Verstopfung zwischen Tank und Ablassrohr nichts mehr ging und ich den Inhalt des Tanks ausschöpfen musste und letztlich per Aufnehmer trockenlegte. Schwarzer schmieriger Schmodder!!! Das periodische Säubern und Durchspülen des Abwassertanks ist eine Tätigkeit, die man (ich) gerne vor sich herschiebt, bedarf es dazu doch einer über längere Zeit freien Entsorgungsstation und eines langen Schlauches und einer Schräglage des Wohnmobils in Richtung des Abwasserrohres, das aus dem Tank herausführt. Was bedeutet, dass man auf der richtigen Seite auf Keile fahren muss. Der Abwassertank in Oscarlotta ist gut zugänglich, über eine Klappe im Fußboden des Wohnbereiches und einen Schraubverschluss, durch den man in den Tank hineingreifen kann. Um in alle Ecken zu gelangen, benötigt man allerdings Reinigungsgeräte mit Teleskopstielen, die aber wiederum nicht zu groß sein dürfen, damit sie überhaupt durch den Tankdeckel passen. Ihr versteht sicher, warum das keine allzu beliebte Tätigkeit ist? Nach der damaligen Verstopfung war der Abwassertank fast so sauber wie beim Einbau und nach mehrmaligem Stochern von innen und von außen mit einer langen Bürste, die eigentlich für Heizungslamellen gedacht ist, lief wieder alles.

AbwassertankAbwassertank

Diesmal war die Verstopfung auf der anderen Seite des Abwassertanks, also im Zulauf, bloß wo? Vor Monaten hatte ich, von einer Werbeanzeige inspiriert, ein Reinigungstool für die Spül- und Waschbeckenausgüsse gekauft, eine Art Bürstchen, ähnlich der „kratzigen“ Seite eines Klettverschlusses, befestigt an einem starren Plastikdraht. Das Bürstchen passte so gerade eben durch die Löcher meiner fünf Ausgüsse in Dusche, Badezimmer, Doppelspüle und Herd. Ich arbeite mich in dieser Reihenfolge durch und bereits im linken Becken der Spüle riss das Bürstchen ab und verschwand unerreichbar in der Tiefe. Mist! Ich entleere das Abwasser, wenn ich länger irgendwo stehe, per Eimer und jedes Mal hoffte ich, dass das Bürstchen mit herauskommen würde. Tat es aber nicht. Also war zu befürchten, dass es irgendwo, vielleicht im Syphon, steckengeblieben sein würde und alle Haare, Seifen-, Zahnpasta- und Spülwasserreste an sich binden würde. Ich rechnete also schon lange damit, dass irgendwann nichts mehr gehen bzw. fließen würde. Insofern überraschte mich lediglich, dass es so abrupt geschah. Es war abends und ich beschloss, zunächst über Nacht H11 einwirken zu lassen, ein Mittel, mit dem ich auch regelmäßig die Reinigung des Frischwassertanks und aller Leitungen erledige. Der Erfolg war allerdings gleich null. Also kam mein „Pümpel“ zum Einsatz. Der stammt noch aus Wohnungszeiten und hatte mir schon in meinem ersten Wohnmobil das eine oder andere Mal aus der Verlegenheit geholfen. Ich verschloss jeweils ein Spülbecken und pümpelte, zunächst vorsichtig, dann immer energischer, je weniger passierte. Es kam zwar viel Dreck von unten, aber es machte nicht „plopp“. Enttäuschtes Smiley

Verstopfung Immer, wenn ich einen Stöpsel wieder zog, floss die dreckige Brühe vom einen Becken in das andere. Irgendwann fiel mir siedendheiß ein, dass im Herd ja auch ein Ausguss ist und natürlich stand die gesamte Kochmulde schon voll mit schmierigem schwarzen Schmodder. Prima! Trauriges Smiley Da hatte ich doch endlich einen Grund, den Herd mal wieder richtig sauber zu machen, inklusive des Abschraubens der Brennerdeckel. Ab jetzt wurde es schwierig, denn zwei Ausgüsse zu verschließen und gleichzeitig zu pümpeln erfordert eigentlich vier Hände. Wenn alle Ausgüsse offen sind, pümpelt man nur zwischen diesen hin und her. Wenn man die Stopfen in den Ausgüssen nicht festhält, ploppen sie durch den Druck, der beim Pümpeln entsteht/entstehen soll, sofort wieder hoch. Da ich dummerweise nur zwei Hände habe und die Füße nicht wirklich einsetzbar waren, stapelte ich schweres Gerät auf dem verschlossenen Herdausguss und pümpelte einhändig. Das Dreckwasser lief gut hörbar vom rechten Becken zum verschlossenen Herdausguss, erschütterte den Turm darüber, kam zurück und floss in das linke Becken, sobald ich den Stopfen dort entfernte. Und umgedreht! Verwirrtes Smiley Ich pümpelte über Stunden, mit Erholungs- und Kaffeepausen und kurz vor Feierabend rief ich beim Caravancenter in der näheren Umgebung an. Eine freundliche Telefonistin verband mich mit der Werkstatt. Ein Mann hörte sich mein Problem an und teilte mir dann mit, dass er keine freien Kapazitäten habe. Keine freien Kapazitäten für einen Notfall??? Nein, er habe jede Menge Reparaturen. Ja, aber, versuchte ich einzuwenden, im Moment könne doch sowieso niemand fahren, dann wäre es doch vielleicht nicht so schlimm, wenn der eine oder andere Kunde etwas länger auf sein Mobil warten müsse? Er müsse auch noch sehr viele Wohnmobile für die Auslieferung fertigmachen und dann wörtlich: „Das muss ich jetzt mit Ihnen nicht diskutieren!“ WOW! Erstauntes Smiley Damit hatte er mich ausgeknockt. Es fiel mir nicht mehr ein, ihm meine besondere Lage zu schildern, nämlich, dass ich in meinem Mobil lebe und es durchaus unangenehm ist, wenn man verstopfte Leitungen hat. Immerhin ließ er sich noch dazu herab, zu bemerken, dass in einem Wohnmobil die Leitungsrohre in der Regel nicht geklebt, sondern nur gesteckt sind.
Ich entfernte die zwei Schubladen und das untere große Auszugsfach unter der Spüle und machte Fotos. Uschi ermutigte mich am Telefon, es selbst zu versuchen. An dem Tag schöpfte ich aber nur noch das Dreckwasser aus den beiden Becken. Mein Glück war, dass das Waschbecken im Bad eine eigene Abwasserleitung hat, die unabhängig von den beiden Spülen und dem Herd auf direktem Weg zum Abwassertank führt. So war zwar alles etwas umständlicher, aber machbar, ohne dass ich mein Brauchwasser zur Tür hinaus schütten musste.

UntergeschossVerrohrungVerrohrung

WaschtagAm nächsten Tag schien endlich mal wieder die Sonne und ich beschloss, zum Waschsalon zu gehen. Das hatte ich schon seit geraumer Zeit vor und jetzt kam es mir gerade recht. Der Gärtner, mit dem ich mich noch kurz unterhielt, meinte allerdings, dass er glaube, dass der Waschsalon pleite sei, er habe Schilder in den Fenstern gesehen, sei sich aber nicht ganz sicher. Ich packte meine Schmutzwäsche auf meine Karre und stiefelte los, gewappnet dafür, unverrichteter Dinge wieder zurücklaufen und Handwäsche machen zu müssen. Aber ich hatte Glück! Während die Maschine lief, ging ich kurz zum Bäcker und wunderte mich, dass niemand von den Menschen, die durch die Fußgängerzone liefen, mehr einen Mundschutz trug. Nein, müsse man nicht mehr, erfuhr ich in der Bäckerei, nur noch bei Markttagen auf dem Marktplatz. Den Trockner sparte ich mir, der hatte beim letzten Mal zwar mein Geld genommen, war aber nicht gestartet. Die Bettwäsche und ein paar Kleidungsstücke konnte ich am Stellplatz draußen trocknen, den Rest verteilte ich in Oscarlotta. Bis ich ins Bett ging, war alles trocken. Smiley

Für den nächsten Tag hatte ich keine Ausrede mehr! Ich deckte das Loch in den „Untergrund“ mit einer der Spülen-Abdeckplatten zu, stellte einen Eimer darauf und schraubte todesmutig den Ausguss des rechten Spülbeckens los. Ja, die Rohre waren nur gesteckt! Schon das erste Knie war voll mit schwarzem schmierigen Schmodder und als ich Wasser vom linken Spülbecken abfließen ließ, tauchte, na was wohl auf? Richtig, ein ehemals gelbes Reinigungsbürstchen.

neu und gebrauchtneu und gebraucht

Rohrstück für Rohrstück arbeitete ich mich vor, in Richtung Syphon, der lediglich ein U-förmig gebogenes Rohr ist und in dem ich den Verursacher des Dilemmas vermutete. An den kam ich von unten aber nicht mehr heran, so weit konnte ich in den Spülen-Unterbau nicht hineinkriechen. Die Konstrukteure bei Niesmann und Bischoff hielten es wohl für eine gute Idee, hinter die Spülbecken in der Küche zwei riesige Abfallbehälter zu platzieren, eingehängte Plastikboxen mit Henkeln, die durch eine Klappe aus dem Material der Küchenarbeitsplatte verschlossen werden. Völliger Quatsch, denn den Platz auf den Klappen braucht man für Kaffeemaschine, Thermoskanne etc., die man ja nicht dauernd beiseite räumen will und außerdem würde der Abfall anfangen zu riechen, wenn man ihn nicht jeden Tag entsorgen würde. Diese Abfallbehälter haben wir von Anfang an einfach als zusätzlichen Stauraum genutzt für Küchenartikel, die nicht so oft genutzt werden. Da sich darunter noch jede Menge weiterer ungenutzter Stauraum befindet, stehen dort immer schon zwei verschließbare Plastikbehälter, die genau durch die Öffnung passen und die man mit einem verknoteten Bindfaden nach oben ziehen kann. Das wäre übrigens der perfekte Ort für Wertgegenstände! Für den Einbrecher, der hier mitliest, die Boxen sind inzwischen leer! Auf eine stellte ich den Wischeimer, die andere wanderte in den Untergrund.

SyphonVorsichtsmaßnahme

Ich brauchte einen Tritthocker und legte mich bäuchlings auf die Küchenarbeitsplatte bzw. quer über die Spüle, anders kam ich an den Syphon nicht heran. Er ließ sich, wie alle Rohrstücke bisher, problemlos abdrehen (ich hatte mir Gummihandschuhe angezogen, weil die nicht so rutschig sind wie trockene Hände) und er enthielt zwar einiges an Dreck, war aber nicht völlig zu. Jetzt blieb nur noch das Fallrohr übrig, das senkrecht an der Wand entlang lief und dann um 90 Grad abgeknickt über den Fußboden zu dem Rohr, was vom Waschbecken im Bad kommt und dann weiter zum Abwassertank läuft. Nach Abschrauben des letzten Knies war klar, dass dieses Fallrohr RESTLOS zu war! Erstauntes Smiley

Syphon wegDer Kern des Übels

Jetzt brauchte ich aber erst einmal eine Pause mit Kaffee und Kuchen!!! Ich schüttete vorher noch etwas H11 von oben in das Rohr, es schäumte auch ordentlich, aber der Schaum tropfte lediglich oben wieder heraus. Erzürnt

UnordnungRohre sauberKaffeepause

Nach meiner Kaffeepause löste ich das Knie zur querlaufenden Badezimmer – Abwassertankleitung und da war dann zweifelsfrei klar, warum kein Wasser aus der Küche mehr ablaufen konnte und es oben nur schäumte: Der gesammelte Dreck aus 14 Jahren hatte sich dort abgelagert. Erstauntes Smiley

OHA!!!

EndstationDas Stochern von unten mit einer Spiralbürste förderte den ersten schmierigen schwarzen Schmodder zu Tage, der in die Box plumpste. Oben war immer noch alles dicht. Womit könnte ich stochern? Meine Abwassertankreinigungsbürste fiel mir ein, die ist ungefähr einen Meter lang. Aber würde sie vom Umfang her in das Rohr passen? Sie passte so gerade! Gaaanz vorsichtig schob ich sie von oben hinein und kam bis zum Knick. Gaaanz vorsichtig zog ich sie wieder heraus. Sie war voll mit schwarzem schmierigen Schmodder! Im Eimer sauber machen und ein zweiter Durchgang. Und plötzlich platschte ein riesiger Dreckflatschen in die untergestellte Box!!! Geschafft! Ich stocherte noch ein paarmal aus beiden Richtungen, ließ zwischendurch immer wieder reichlich Wasser durchlaufen, bis klar war, dass das Rohr sauber ist. Was war ich froh! Smiley mit geöffnetem Mund

Eigentlich wollte ich für den Tag Schluss machen und den Zusammenbau auf den nächsten Tag schieben. Ich war nämlich einigermaßen geschafft, das lange Knien bekommt mir nicht mehr so gut. Aber nachdem ich zu Abend gegessen hatte und mich mein Chaos die ganze Zeit anlachte, konnte ich doch nicht an mich halten. Ich stellte mein Tablet so auf, dass ich gleichzeitig meine Freitagsabendtalkshow sehen/hören (liebgewordene Tradition seit Jahrzehnten) und arbeiten konnte. Um Mitternacht war ich fertig. Vor allem beim Zusammenbauen der Syphoneinzelteile war ich froh, dass ich Fotos gemacht hatte und ich brauchte alle meine Muskelkraft, um alle Rohrstücke bis zum Anschlag ineinander drehen zu können. Ein Wasserprobelauf ergab keine Undichtigkeiten! Vorsichtshalber ließ ich die Unterschrankschubladen noch draußen, um am nächsten Tag noch einmal alles über einen längeren Zeitraum genau beobachten zu können. Es blieb alles gut! Verliebt

ChaosFERTIG!FERTIG!FERTIG!

Fazit: Viel Geld gespart, viel Wartezeit in einer Werkstatt vermieden, viel gelernt, viel getraut. Zugetraut hatte ich mir das am Anfang absolut nicht, es dann wirklich allein geschafft zu haben, ist ein verdammt gutes Gefühl!
Weiteres Fazit: Das Wasser aus meinen Kaffeekapseln drücke ich nicht mehr in der Spüle aus, sondern in einem Becher und schütte die mit Kaffeesatz vermischte Flüssigkeit dann in die Toilette. Dies war zwar nicht die eigentliche Ursache der Verstopfung, hat aber sicher dazu beigetragen. Die nächsten 14 Jahre werde ich jetzt wohl hoffentlich Ruhe haben!
Cooles Smiley

Spülbecken

written by Ingrid
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Update 06.03.2021

 
 
Im Admin-Bereich sehe ich, dass es immer noch täglich Menschen gibt, die nachsehen, ob es hier etwas Neues gibt. Das ist nett, aber leider ist alles beim Alten und so wird es wohl auch noch eine Weile bleiben. Trauriges Smiley Trotzdem oder gerade deswegen melde ich mich heute mit einem kurzen Update: Wir sind gesund und wir tun weiterhin alles dafür, dass es so bleibt und warten darauf, dass wir irgendwann geimpft werden und das Risiko eines schweren Krankheitsverlaufs im Falle einer Infizierung dann hoffentlich mindestens stark vermindert sein wird! Der Preis dafür ist ein sehr eingeschränktes, auf das Notwendigste reduziertes Leben mit wenigen Kontakten. Meine beschränken sich im „realen Leben“ auf ein Gespräch ab und zu über den Zaun mit dem Gärtner und auf ein paar Worte beim Gas holen oder einkaufen. Alles weitere findet am Telefon statt. Enttäuschtes Smiley Nein, wirklich gut geht es mir damit nicht und so richtige Perspektiven sind ja auch nicht sichtbar. Abgesehen davon, dass das Beherbergungsverbot ja sicher vor Ostern nicht aufgehoben wird, gibt es keine Planungssicherheit für die nächsten Monate, weil es absolut nicht klar ist, wie sich das Infektionsgeschehen weiterentwickelt und wann wir den nächsten Lockdown/Shutdown haben werden. Wir haben für drei Sommermonate mal im Allgäu reserviert und hoffen, dass ein Ortswechsel möglich sein wird. Von Stellplatz zu Campingplatz zu reisen kann man im Sommer inzwischen vergessen, der Verkauf von Wohnmobilen boomt immer noch.
Wenigstens ist die Eiszeit vorbei, meine Gasflaschen halten schon wieder 5 Tage! Die Sonne scheint öfter, ich habe sogar schon barfuß und in leichter Bekleidung draußen gesessen. Man wird sehr bescheiden!
Ich werde mich von Zeit zu Zeit wieder melden, auch wenn es nichts zu erzählen gibt…

Isolation

Passt auf euch auf und bleibt gesund!

written by Ingrid
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Eisige Zeiten

 
 
Ich kann mich nicht erinnern, dem Frühling jemals mehr entgegengefiebert zu haben als gerade jetzt! Als wenn nicht alles schon frustrierend, beängstigend, langwierig, öde, perspektivlos genug wäre, muss da jetzt noch fast auf der Winter-Ziellinie diese Affenkälte hinzukommen? Aushalten, das ist mein Wort des Jahres 2020, aber offensichtlich gilt es immer noch. Dezember, Januar, Februar sind die für mich schwierigsten Monate, wenn man wie ich im Wohnmobil lebend in Deutschland überwintert. Seit Beginn des Februars wurde es gefühlt von Tag zu Tag besser in der Gewissheit, dass mit diesem kürzesten Monat das Ende der „Leidenszeit“ absehbar ist. Und dann dieses! Erstauntes Smiley

Eisige Zeiten

Rekordminustemperaturen im Februar wie seit 2012 nicht mehr. Meine Gasflasche hielt schon wieder 5 Tage und 7 Stunden, die nächste dann nur noch schockierende 2 Tage und 6 Stunden und die letzte noch 3 Stunden weniger. Und dabei lasse ich den Kühlschrank schon seit Wochen über Strom laufen. Einer der Verkäufer bei meiner Gasflaschentauschfirma meinte, nachdem ich zwei Tage hintereinander dort auftauchte, ob man mir nicht mal langsam eine Pipeline legen solle? Ja, bitte!!! Ich habe übrigens mal genau ausgerechnet, um wieviel teurer der Betrieb des Kühlschrankes mit Strom ist. Abhängig von den Verkaufskosten einer Gasflaschenfüllung und dem Preis für eine Kilowattstunde kann man im Schnitt mit 80 Cent bis 1 Euro rechnen, pro 24 Stunden. Ich habe mich dafür entschieden, lieber mehr zu bezahlen und dafür nicht noch öfter tauschen gehen zu müssen als zur Zeit sowieso schon.
 
Meinen gefühlsmäßigen Tiefpunkt hatte ich, als ich die leere Gasflasche aus der Heckgarage holen wollte und diese sich nicht öffnen ließ! Oscarlotta steht etwas nach rechts geneigt und Regenwasser war nicht nur über die Heckklappe, sondern offenbar in jede verfügbare Ritze der Füllungen geflossen und dort gefroren. Eigentlich nicht sehr verwunderlich bei diesem Aussehen:

Eisige ZeitenEisige ZeitenEisige ZeitenEisige Zeiten

Mein Außenstaufach auf der anderen Seite, in dem meine Vorräte lagern, weigerte sich ebenfalls! Nicht die Schlösser waren zugefroren, sondern die gesamte Klappe, keine Chance. Nun komme ich zum Glück vom Innenraum Oscarlottas an den Inhalt, auch wenn ich dafür die Couch komplett abräumen muss. Mehr Sorgen machte mir die Heckgarage, denn ohne Gas keine Heizung! Zwar könnte ich die Heizung auch mit Strom betreiben, aber das wird dann richtig teuer!
Mit heißem Wasser aus der Kaffeemaschine in einem Emaillebecher und einer Hutbürste, die als Allerweltsbürste immer griffbereit im Eingang liegt, bestrich ich die Eiswülste rechts und links der Heckgaragenklappe, versuchte, mit einem Schlüssel angetautes Eis wegzubrechen, tauchte die eingefrorenen Fahrradschlösser, die meine Transportkarre auf dem Fahrradträger sichern, in die letzten Reste des warmen Wassers und ließ die Kaffeemaschine neues heißes produzieren. Es dauerte lange, bis die Heckklappe sich mit meiner Kraftverstärkung gegen das Eis durchsetzen konnte!
Puh, große Erleichterung! Smiley

 
Beim Gasflaschentausch fragte ich nach Schlossenteisungsmittel, mit demselben negativen Bescheid wie schon ein paar Wochen zuvor. Ich könne aber genauso gut Frostschutzmittel, mit Wasser verdünnt, in eine Sprühflasche füllen, riet mir die nette Angestellte und zeigte auf die vielen Kanister, die neben dem Eingang standen. Frostschutzmittel habe ich! Oscarlotta wird ja von einer schwedischen Alde-Warmwasserheizung erwärmt und in den Wasserkreislauf gehört Frostschutzmittel, das in Abständen immer wieder kontrolliert und aufgefüllt werden muss. Natürlich befand sich dieses im Außenstaufach! Also räumte ich die Couch wieder frei und mit etwas Akrobatik hielt ich schließlich die noch gut halbvolle Flasche Glysantin in den Händen. Eine Sprühflasche fand sich auch, deren Inhalt umgefüllt wurde und binnen kurzer Zeit hatte ich meine Mischung aktionsbereit. Sehr großzügig besprühte ich alle Fugen, Ritzen und Dichtungen mit der rosafarbigen Flüssigkeit. Die Klappendichtungen bestehen nicht aus Silikon, sondern aus einem bürstenähnlichen, weichen, faserigen Stoff, der jetzt zu einer einheitlichen Eismasse mutiert war. An einigen Stellen konnte ich mit einem Spachtel Schlitze hineinschlagen und teilweise sogar Eisstücke herausbrechen, aber nach unten wurde das Eis immer dicker. Die linke Seite der Heckklappe stand nach dem erneuten Schließen gute zwei Zentimeter hervor.
Ob das Besprühen irgendeinen Effekt haben würde, wusste ich nicht, gleichwohl sprühte ich meine Vorratsstaufachklappe ringsherum ebenfalls ein, ebenso sämtliche Schlösser aller Klappen. Es ging mir wieder besser! Das hielt leider nur bis abends gegen 22 Uhr, als völlig unerwartet nach besagten 2 Tagen und 6 Stunden die Gasflasche schon wieder leer war! Was, wenn ich die Heckklappe wieder nicht mehr aufkriegen würde? Die gleiche Prozedur vom Nachmittag jetzt noch einmal??? Enttäuschtes Smiley Alternativ könnte ich auf meine LPG-Tankflasche umschalten, um über die Nacht zu kommen, aber mit deren Inhalt bin ich sehr sparsam, weil ich, wenn sie leer ist, zur Tankstelle fahren muss. Und im Moment kann und möchte ich mit Oscarlotta nirgendwo hinfahren.
Ich zog mir eine warme Jacke und Stiefel an und begab mich bangen Herzens zur Heckgarage. Die öffnete sich widerstandslos!!! Die Klappe vom Gasfach ebenfalls und binnen Minuten konnte ich die Heizung wieder starten. Puh!
Am nächsten Nachmittag versuchte ich zum Spaß mal, ob sich meine Vorratsstaufachklappe vielleicht auch wieder öffnen lassen würde. Als wäre nie etwas gewesen, ging sie auf! Ein Zaubermittel, meine Sprühmischung!!!
 
Seitdem sprühe ich jeden Tag mehrfach und klopfe und breche alles weg, was nachgibt. Das Eis bildet sich immer wieder neu, wenn die Sonne den Schnee auf dem Dach zum Tauen bringt. Es wäre sicher hilfreich, das Dach leerzuräumen, aber ich will kein Risiko eingehen. Wenn ich ausrutsche und vom Dach falle, findet mich hier niemand. Am Montag wurde nach den heftigen Schneefällen der Nacht zwar die Ent- und Versorgungsanlage geräumt und sogar ein Laufweg bis zu Oscarlottas Eingangstür angelegt, aber schon die erneuten Schneemengen am Dienstag blieben liegen. Gesehen habe ich die ganze Woche niemanden.

Eisige ZeitenEisige Zeiten

written by Ingrid
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P.S.: Wie immer könnt ihr die Fotos durch anklicken auf Originalgröße bringen (bessere Qualität) und den Fototext lesen, wenn ihr den Mauszeiger auf das Foto führt.

Update 09.01.2021

 
 
Das Jahr ist neu, aber ansonsten ist alles beim Alten. Trauriges Smiley Lockdown light, Lockdown hart, Ausgangssperre ab 21 Uhr bei einer Inzidenz über 200, ebenso eine Bewegungsbeschränkung unterschiedlichen Ausmaßes, Kontaktregeln so extrem wie im Frühjahr. Alles zu bis auf die überlebenswichtigen Geschäfte/Einrichtungen. Dieses Virus zeigt uns Menschlein jetzt erst so richtig sein Können und es hat sich – bildlich gesehen – wohl schon den ganzen Sommer die Hände gerieben in Vorfreude auf den Herbst und Winter, wo es uns dann mal so richtig beweisen kann, was es drauf hat. Die unvernünftige Handlungsweise zu vieler Menschen im Sommer hat die Grundlage geschaffen dafür, dass das Virus sich zunächst ziemlich unbemerkt weiter verbreiten konnte. Ich verstehe das Nachholbedürfnis all derer, die sich über Wochen eingeschränkt haben oder eingeschränkt wurden und besonders für die Kinder, Jugendlichen und jungen Erwachsenen ist diese Pandemie wirklich hart! Enttäuschtes Smiley Aaaaber: Wir Menschen kriegen das nur hin, wenn wir uns solidarisch und verantwortungsvoll verhalten und uns an die von den Regierenden vorgegebenen Verhaltensmaßregeln halten, AUCH wenn wir aus persönlichen Gründen mit ihnen nicht einverstanden sind und AUCH, wenn sie Schwachstellen aufweisen. Und das tun sie zweifellos. Aber niemand in der westlichen Welt hat Erfahrungen mit Pandemien, die Wissenschaftler kommen tagtäglich zu neuen Erkenntnissen, da ist es doch logisch, dass die Meinung von gestern morgen eventuell schon nicht mehr gilt. Wer sich darüber aufregt und den Verantwortlichen Willkür vorwirft, hat nicht verstanden, wie Wissenschaft funktioniert. Wer daraus für sich den Schluss zieht, dass ihm das jetzt langsam zu dumm wird und er selbst entscheidet, was (für ihn) richtig ist, verhält sich seinen Mitmenschen gegenüber ignorant, egoistisch und verantwortungslos.
Aber ist nicht sogar genau diese Einstellung das Grundübel unserer Zeitepoche? Ging es uns in den wohlhabenden Ländern und Staaten schon viel zu lange viel zu gut? Dazu ist schon viel geschrieben und geredet worden, von Menschen, die wesentlich mehr davon verstehen als ich, deshalb werde ich das hier jetzt nicht weiter vertiefen.
Aber einen Gedanken möchte ich weiterspinnen. Es scheint so zu sein, dass Menschen alles, was sie als Bedrohung empfinden, versuchen von sich fernzuhalten. Das ist verständlich, wenn es um eine direkte und sichtbare Bedrohung von Leib und Leben geht. Dieses Virus ist eine direkte Bedrohung und es ist als solche auch sichtbar, zumindest indirekt über die tägliche Berichterstattung der Medien. Nun weiß man, dass der Mensch so „gestrickt“ ist, dass er bei fortwährender Konfrontation mit Katastrophen(meldungen) abstumpft. Auch das ist eine eigentlich gesunde Reaktion des Gehirns, damit der permanente Stress nicht krank macht. Weiterhin höchst sensibilisiert und damit aber auch emotional höchst beansprucht sind wohl überwiegend die Menschen, die entweder auf Grund ihres Alters oder ihrer Vorerkrankungen ein signifikant erhöhtes Risiko haben, nach einer Ansteckung an dieser Viruserkrankung zu sterben und diejenigen, die Sterbefälle in ihrem Umkreis bereits miterlebt haben. Und ich denke, dass alle, die hautnah mitbekommen, welche unvorstellbaren Arbeitsbedingungen für das medizinische Personal auf Covid-Intensivstationen jetzt herrschen, mehr Empathie und Solidarität aufbringen.
Ich höre öfter, dass von Panikmache geredet wird und dies verurteilt und als nicht zielführend angesehen wird. Nein, das finde ich nicht! Ich habe eher das Gefühl, dass viele Menschen es lieber nicht ganz so genau wissen möchten, um möglichst wenig an ihrem gewohnten Lebensstil ändern zu müssen. Und negative Gefühle will niemand, verständlicherweise, deswegen ist es einfacher, nicht so genau hinzusehen oder die Fakten und Gefahren herunterzuspielen oder gleich ganz zu bestreiten. Dann redet man lieber von Panikmache als zuzugeben, dass man verunsichert ist oder sogar besorgt und ängstlich. Es gibt, wahrscheinlich nicht wenige, Menschen, die ihre Ohnmacht damit in Schach halten, dass sie beschließen, dass „wir da durchkommen“. Da bleibt nur zu hoffen, dass das Virus das wohlwollend zur Kenntnis nimmt!
Mich macht das alles hilflos! Wenn das Virus wenigstens nur die Uneinsichtigen und Unvernünftigen treffen würde! Aber das tut es nicht, es nimmt sich, wen es kriegen kann. Und das ganz besonders Tückische daran ist eben, im Vergleich zu den meisten anderen ansteckenden Krankheiten, dass schon Kontaktpersonen infiziert werden, bevor der Virusträger überhaupt ahnt, dass er sich angesteckt hat. Wie schnell das aus dem Ruder gerät, ist gerade überall auf der Welt noch viel drastischer als zu Beginn der Pandemie zu sehen. Logisch, Stichwort exponentielles Wachstum. Je mehr infiziert sind, desto schneller die Ausbreitung. Gerade explodiert es, die Wissenschaftler haben es vorausgesagt (Panikmache!!!), die Erinnerung an die Spanische Grippe hätte es uns glauben lassen sollen.
Und trotzdem gibt es immer noch Menschen, die das alles nicht glauben wollen, nicht akzeptieren wollen, nicht Ernst nehmen. Das macht mich fassungslos und wütend! Sie sind unmittelbar mit verantwortlich dafür, dass es nicht besser werden kann. Dass alle anderen in Mitleidenschaft gezogen werden, da wir nun einmal alle in einem Boot sitzen. Sie machen sich schuldig an all denen, die an Covid-19 sterben. An all denen, die aufgrund der Lockdown-Beschränkungen weltweit mittel- oder unmittelbar ihre Existenzgrundlage oder ihr Leben verlieren oder das ihrer Angehörigen. Panikmache? Ja, die ist angebracht, finde ICH. Ob sie ein Umdenken bewirkt, bezweifel ich trotzdem. Und wenn ich diese Verhaltensweisen hochrechne auf all die anderen Menschheitsprobleme, die sich durch Verleugnung oder Egoismus genauso wenig in Luft auflösen werden wie diese Pandemie, die aber noch weitaus gravierendere Folgen haben werden, dann wird mir himmelangst und ich bin froh, schon so alt zu sein und keine Nachkommen zu haben, die all dem ausgesetzt sein würden.
Sorry, aber der Satz muss noch sein: Ich kann nicht nachvollziehen, dass so viele Menschen, die Nachkommen haben, ihnen zuliebe nicht anders agieren. Das wäre jetzt aber eine andere Baustelle…
Cooles Smiley

written by Ingrid
photo taken with iPhone (snowman not made by me)

Nichts genaues weiß man nicht

 
 
Dieses emotional anstrengende Jahr 2020 neigt sich langsam dem Ende zu und auf ein Ende der Pandemie lässt sich zumindest hoffen, seit es den Wissenschaftlern in Rekordzeit offenbar gelungen ist, wirksame Impfstoffe zu entwickeln. Aber noch eine ganze Weile gilt es, auszuharren, was in den dunklen und kalten Wintermonaten um einiges schwieriger ist als im hellen, sonnigen, warmen Sommer. Was ich als besonders zermürbend empfinde, ist nicht, dass jetzt zwar, wie erwartet, klar ist, dass der Lockdown nicht Ende November beendet sein wird, sondern dass es in den Sternen steht, wann überhaupt. Über Weihnachten wird nun tatsächlich gelockert, bis Neujahr sogar, was nicht nur meiner Meinung nach sehr bedenklich, wenn nicht fahrlässig gefährlich, unverständlich und kontraproduktiv ist. Ich gehe davon aus, dass der nächste Lockdown folgen wird/muss und die Freizeiteinrichtungen, also auch die Stell- und Campingplätze, als letztes wieder geöffnet werden dürfen, vielleicht erst zu Ostern. Enttäuschtes Smiley Das bedeutet, bis dahin muss ich irgendwo ausharren und dann fahren wieder alle gleichzeitig los, den verständlichen Nachholbedarf ausleben. Keine mutmachenden Aussichten!

Aber da alles Jammern nichts nützt, habe ich, um euch und mir zumindest den Dezember etwas zu versüßen, auch dieses Jahr wieder einen Adventskalender (nein, OHNE Schokolade) gebastelt. Vielleicht habt ihr etwas Freude daran!

Passt auf euch auf und bleibt gesund!

Wilde Zicke und der Dom zu Naumburg

 
 
Bevor der Lockdown mich zum zweiten Mal in diesem Jahr ausbremste, war ich noch in Naumburg. Das liegt auf der Route nach Mecklenburg-Vorpommern, wo ich ja eigentlich hin wollte, zwecks erneuter Reparatur meiner Fahrerhaus-Klimaanlage. Und da ich ja noch ein paar andere Dinge auf meiner to-do-Liste hatte, erfreute mich, im Internet zu finden, dass es in Naumburg einen Wohnmobilhändler mit Werkstatt UND Wohnmobilstellplätzen gibt. Nach einem eMail-Wechsel war meine Freude allerdings gleich wieder weg. Nein, die Stellplätze gebe es nicht mehr. Nein, HU und AU könne bei ihnen nicht gemacht werden, auch kein Ölwechsel, mein Fahrzeug sei für ihre Halle zu groß. Aber den undichten Haubendeckel des Badezimmerluks könne man tauschen, das sei kein Problem. Und ich solle doch auf die Vogelwiese fahren, da könne ich stehen.
Das Internet sagte mir, dass die Vogelwiese ein Großparkplatz ist mit einem ausgewiesenen Bereich für 15 Wohnmobile, mit €10 plus €2/Person Kurtaxe nicht gerade preiswert, aber stadtnah. Als ich ankam, standen drei Wohnmobile außerhalb des Areals und vier innen, außerdem noch ein Wohnwagen ganz hinten. Nach Erkundung der Gegebenheiten war mir auch klar, wieso – es gibt nämlich nur zwei Stromsäulen à vier Steckdosen am Grünstreifen, der den Wohnmobilbereich vom Parkplatz trennt und die waren natürlich alle belegt! Mist, kein Kaffee! Ich räumte Oscarlotta in den Wohnzustand zurück und beobachtete mit einem Auge das Geschehen draußen. Es war Sonntagnachmittag und tatsächlich zog der Wohnwagenfahrer sein Stromkabel ab und fuhr. Ich war blitzschnell draußen! Doch noch ein Sonntagsnachmittagskaffee zu meinem Kuchen. Smiley

VogelwieseVogelwiese

Bezahlt wird an einem Parkscheinautomaten, nur mit Münzen. Man könnte sich allerdings auch eine App herunterladen und darüber bezahlen. Die Verweildauer ist auf drei Nächte beschränkt, aber das interpretiere ich in der Regel so, dass es nur für die Sommermonate gilt. Mein Ticket gewährte mir einen Aufenthalt bis zum übernächsten Tag 8 Uhr! Nun, dann könnte ich nur hoffen, dass mich ein Kontrolleur nicht aus dem Bett klopft, denn ich stehe sicher nicht um acht auf, um ein neues Ticket zu ziehen. Vorsichtshalber schrieb ich mal drauf, dass ich verlängern werde.
Die Nacht (und alle weiteren Nächte auch) war ruhig, es klopfte niemand und von den PKWs hörte man nichts, sie standen überwiegend im vorderen Parkplatzbereich. Die Nachbarschaft wechselte allerdings täglich und da gibt es leider immer wieder „Kollegen“, die glauben, wenn sie wach sind, sind das alle anderen auch. Erzürnt Alle weiteren Tickets zeigten übrigens einen Zeitbereich von exakt 24 Stunden ab Anforderung und ich freute mich, die ersten zwei Nächte zum Sonderpreis bekommen zu haben.

Naumburg Um in die Stadt zu gelangen, muss man nur den Parkplatz und eine Ringstraße und Gleise überqueren. Auf den Gleisen kam dann auch just in dem Moment eine niedliche, feuerrote Oldtimer-Straßenbahn. Süß!
 
 
 
 
 
Wilde Zicke

Ich lief durch Nebenstraßen mit kleinen und altertümlichen Häuschen, teils unrenoviert, teils sehr hübsch ausgearbeitet, in Richtung Dom. Vom Naumburger Dom hat wohl jeder schon einmal gehört, er gilt als eines der bedeutendsten Kulturdenkmäler aus der Zeit des europäischen Hochmittelalters und ist seit 2018 als UNESCO-Welterbestätte deklariert.

Schon von weitem ist der Dom St. Peter und St. Paul mit seinen vier imposanten Türmen nicht zu übersehen.

Naumburger DomNaumburger DomNaumburger DomNaumburger DomNaumburger DomNaumburger Dom

Sein Inneres beeindruckt durch das unglaublich realistische Werk eines völlig unbekannten Steinbildhauers. Es ist von ihm nichts überliefert, kein Name, kein Geburtsdatum, keine Herkunft, nur sein spektakuläres Werk. Unnachahmbar und unvorstellbar, wie es möglich sein kann, aus Stein derart lebendige, naturgetreue Darstellungen, Handlungen, Mimiken und Gestiken zu erschaffen. Völlig zu Recht spricht man von ihm nur als von dem „Naumburger Meister“.

Naumburger DomNaumburger Dom

Ein Großteil des Domes, wie er heute erhalten ist, wurde bereits in der ersten Hälfte des 13. Jahrhunderts erbaut und 1542 fand in ihm die Amtseinsetzung des weltweit ersten evangelischen Bischofs statt, durch Martin Luther persönlich vollzogen.

Domgarten Ein Audio-Guide, eine Videovorführung, eine Domkunstausstellung im Untergeschoss und natürlich der Kreuzgang machen die Dombesichtigung wirklich lohnenswert. Ein großer Domgarten gehört auch noch dazu, aber dafür war das Nieselwetter nicht einladend genug. Nach der Besichtigung gab es für mich noch einmal Kaffee und Kuchen draußen, allerdings nicht mehr sehr komfortabel aufgrund feuchter Stühle und kalter Außentemperatur. Geschmeckt hat es trotzdem!

Kaffeezeit

Naumburg selbst ist ein hübsches Städtchen mit schön restaurierten Häusern, alles sehr gepflegt und überschaubar.

NaumburgNaumburgNaumburgNaumburg

In der Touristeninformation erfuhr ich, dass die historischen Straßenbahnen im Regelbetrieb fahren, auf einer einzigen Strecke vom Salztor bis zum Hauptbahnhof und zurück. Ich fuhr am nächsten Tag natürlich mit! Die Haltestelle war unweit des Stellplatzes und per Tageskarte hatte ich das Glück, in die Gegenrichtung bis zum Salztor fahren zu können und danach zurück bis zum Bahnhof. Hätte ich den Nachweis meiner bezahlten Kurtaxe dabei gehabt, hätte ich statt €3,50 nur €2,50 bezahlt! Augen rollendes Smiley

Wilde ZickeWilde ZickeWilde ZickeWilde Zicke

Die Straßenbahnlinie wurde bereits 1892 in Betrieb genommen und erhielt schon bald den liebevollen Kosenamen „Wilde Zicke“, sicherlich nicht unbegründet! 1991 wurde der Betrieb eingestellt, aber dank eines breiten bürgerlichen Engagements fährt sie seit 2007 wieder regelmäßig. Ein Straßenbahnzug fährt ständig hin und her, alle 30 Minuten pro Haltestelle, beginnend wochentags um 5 Uhr (!) bis abends 20 Uhr. Die Reservezüge stehen im öffentlich einsehbaren Depot.

StraßenbahndepotStraßenbahndepotStraßenbahndepotStraßenbahndepotStraßenbahndepot

Die Fahrdauer bis zum Bahnhof beträgt nur 15 Minuten und dort hatte ich eine halbe Stunde Aufenthalt, was für den Kauf eines neuen Feuerzeuges und den Verzehr von Kaffee und Kuchen (klar doch!) bei weit geöffnetem Fenster in einem Bäckereicafé reichte.

KaffeezeitKaffeezeit

Dann ratterte ich mit der wieder ankommenden Bahn gemächlich zurück, stieg aber bereits am Marientor aus und lief in der einsetzenden Dämmerung durch den Stadtkern zum Stellplatz zurück, mit einem kleinen Umweg, da ich mich trotz Stadtplans ein wenig verlief. Cooles Smiley

Marientor

Am nächsten Tag hatte ich meinen Werkstatttermin, nur 2km entfernt. Auf dem ursprünglichen Wohnmobilstellplatz stehen jetzt Ausstellungswagen. Überhaupt war das gesamte, ziemlich große Gelände mit Wohnmobilen „gepflastert“, die aber wohl zum überwiegenden Teil vermietet wurden. Vom Empfang wurde ich zu einem Bürocontainer bei der Werkstatt verwiesen, dort bat ich um drei weitere kleine Instandsetzungen bzw. Überprüfungen, was mit „Oh, ich weiß nicht, ob das klappt, der Zeitrahmen der Mitarbeiter ist sehr eng!“ beantwortet wurde. Ich möge doch bitte mit meinem Fahrzeug ganz nach hinten auf den Abstellplatz fahren und dann den Schlüssel bei ihnen abgeben. Manchmal schalte ich nicht sofort! Es kam mir zwar komisch vor, da ich in 15 Minuten meinen bestätigten Termin hatte, aber da, wo Oscarlotta parkte, konnte sie auch nicht stehenbleiben. Der Abstellplatz war voller abgestellter Wohnwagen und Wohnmobile und ein Arbeiter wies mir den einzigen noch freien Platz zu. Ich lief mit meinem Schlüssel zum Bürocontainer zurück und fragte, warum ich ihn denn abgeben solle, ich sei doch in meinem Mobil und hätte doch gleich einen Termin!? Sie könnten mich doch einfach anrufen, dann käme ich wieder nach vorne gefahren. Die Frau schaute mich verwundert an und erklärte mir, sie hätte mir doch vorhin gesagt, dass ich mein Mobil hierlassen müsste! Das hatte ich nicht gehört oder nicht verstanden, da es für mich ja völlig unrealistisch war. Ich wurde darüber aufgeklärt, dass es seit Anfang der Woche (es war inzwischen Mittwoch) in Sachsen-Anhalt eine neue Corona-Verfügung gebe, nach der Monteure erst nach drei Tagen in ein Wohnmobil gehen dürften. Erstauntes Smiley Völlig konsterniert fragte ich sie, warum man mich darüber nicht informiert habe und dass das für mich nicht machbar sein würde, da ich in meinem Mobil lebe und ob ich etwa für drei Tage in ein Hotel gehen solle??? Ratlosigkeit auf beiden Seiten! Ja, im Grunde müsse das so geschehen, hieß es und ich erwiderte, dass ich dann jetzt leider wieder fahren müsse. Zum Glück fiel mir dann aber ein, dass alle meine gewünschten Arbeiten, bis auf eine, auf die ich dann verzichtete, außen oder von außen durchzuführen waren. Ja, ob ich denn dann mein Fahrzeug bitte wieder holen könne? Ich konnte!

Unverzüglich erschien ein sehr netter junger Mann und kümmerte sich angelegentlich, sehr motiviert und ausführlich um meine Aufbautür. Wie bereits im letzten Sommer hatte ich die untere der drei Verriegelungsvorrichtungen der Schließanlage, einen der sogenannten „Tannenbäume“, vor Wochen wieder abschrauben müssen, da die Tür sich bei Sonneneinstrahlung dermaßen verzieht, dass sie weder von innen noch von außen zu öffnen ist. Der junge Mann setzte seinen ganzen Ehrgeiz daran, dieses Problem zu lösen und schloss dann, ganz im Vertrauen auf sein Werk, die Tür. Die war dann zu und blieb es auch!!! Ich glaube, er war genauso erschrocken wie ich. Kommentarlos verschwand er und tauchte erst nach ein paar Minuten mit einem Kollegen und zwei Stemmeisen wieder auf. Das schmalere passte zwischen Tür und Rahmen und gemeinsam gelang es ihnen, die Tür soweit anzuheben, dass sämtliche Verriegelungsstifte aus allen drei Tannenbäumen herausrutschen konnten. Das konnte er so nicht auf sich sitzen lassen! Er feilte, er schraubte, er ersetzte Schrauben durch seiner Meinung nach besser geeignete und war irgendwann mit seiner Arbeit zufrieden, nicht hundertprozentig, aber besser würde er es nicht hinkriegen! Mir reichte es völlig, spätestens im nächsten Sommer muss ich den Tannenbaum sowieso wieder entfernen.

Dann widmete er sich mit gleichem Elan dem Problem, dass die Duo-Control mir zwar sagt, wenn eine meiner zwei Gasflaschen leer ist, aber nicht mehr automatisch von der Gebrauchs- auf die Reserveflasche umschaltet, was ihre Aufgabe wäre. Das ist lästig, weil alle Gasflaschen dazu neigen, nachts leer zu werden, was zumindest im Winter nicht so angenehm ist. Er stellte auch fest, was die Ursache ist, konnte daran mangels Ersatzteil aber nichts ändern. Meine Vermutung, dass es sich vielleicht nur um einen Wackelkontakt handeln könne und sich das Problem durch seine umfangreichen manuellen Versuche eventuell aufgelöst haben könnte, erwies sich nach Tagen als halb richtig, indem jetzt die Duo-Control wieder automatisch umschaltet, mir das aber nicht anzeigt! Also genau das Gegenteil von vorher. Keine Ahnung, was ich besser finde.

Inzwischen war eine gute Stunde vergangen und er nahm Kurs auf das Büro mit der Bemerkung, dass er jetzt aber ein wenig Arbeitszeit aufschreiben müsse. Stopp! Mein Badezimmerluk müsse ja noch ausgetauscht werden, bzw. der Haubendeckel. Davon stände nichts auf seinem Auftragszettel! Ich reklamierte, deswegen sei ich doch eigentlich da, alles andere wären ja nur Zusatzwünsche gewesen! Er marschierte ins Büro und kam mit der Aussage zurück, dann müsse er jetzt mal nachfragen, ob ein Haubendeckel bestellt worden wäre! Jesus!!! Ich ahnte Schlimmes. Zum Glück schien die Sonne, Oscarlotta parkte direkt neben dem Vermiet-Container, davor stand eine Rattan-Sitzgarnitur. Ich machte es mir gemütlich und beobachtete, wie der junge Mann hin und her lief, den alten Haubendeckel abschraubte und mal mit und mal ohne ihn über den Werkstatthof eilte. Nach einer Viertelstunde tauchte er wieder auf und erklärte mir, dass diese Art von Haube nicht mehr bestellbar sei. Das habe der Werkstattleiter, der heute nicht im Haus sei, leider so nicht weitergegeben. Er habe aber in einer Ecke noch einen identischen gebrauchten gefunden, den könne er montieren, wenn ich das wolle. Natürlich wollte ich! Dann solle ich doch bitte im Büro nachfragen, was ich dafür bezahlen müsse, bevor er ihn aufschraubt. Ich versicherte, dass ich jeden Preis dafür bezahle, er möge doch bitte sofort anfangen. Aber ich hätte geglaubt, dass die schrecklich verdreckte Unterschale auch ausgetauscht würde? Seit Jahren hatte ich mich nicht mehr getraut, den Haubendeckel zum Säubern abzuschrauben, um die Risse rund um die Schraubenlöcher nicht weiter zu vergrößern. Nein, der würde nicht getauscht, aber er könne ihn mir ja schnell sauber machen!!! Im Büro überlegten zwei Frauen, was sie mir denn jetzt berechnen sollen. Das Luk würde neu wohl €220 kosten? Moment, ich habe kein ganzes Luk, sondern nur den Haubendeckel ausgetauscht und der kostet im Internet €69. Erneutes, etwas ratloses Überlegen. Ob ich mit €50 einverstanden sei? Ohne Rechnung? Bezahlbar direkt bar auf die Kralle bei ihnen, nicht vorne im Verkaufsraum. Ich holte Geld, bewunderte ein blitzblankes neugebrauchtes Luk, steckte dem netten jungen Mann ein Trinkgeld in die Hand und ging wieder in den Bürocontainer. Ja, was solle sie denn jetzt an Arbeitszeit berechnen, er habe gar nichts aufgeschrieben? Telefonisch war er nicht zu erreichen. „Ach, wissen Sie was, geben Sie mir einfach 50 Euro und gut ist es.“ Ich war inzwischen zwei Stunden vor Ort! Dann bekam ich von ihr noch einige Tipps zu Stell- und Campingplätzen in der Umgebung und, als ich davon sprach, dass ich Strom hauptsächlich für meine Kaffeemaschine brauche, zeigte die junge Frau mir ein Foto auf ihrem Handy, mit der Bemerkung: „Sie sind ja wohl aus dem Westen, nicht? Wir sind seit kurzem auch Camper. Ich zeige Ihnen mal, wie wir Ossis Kaffee kochen!“ Eine Thermoskanne mit aufgestecktem Porzellanfilter samt Filtertüte und gemahlenem Kaffee. Laut lachen JAAA, das kann ich auch, habe ich auch, versicherte ich ihr und erklärte ihr dann, dass das Problem dabei, wenn man diese Methode nur notfallmäßig ab und zu nutzen würde, der Kaffee sei, der über einen längeren Zeitraum seinen Geschmack verliert. Eine Alternative wäre vielleicht, seine Kaffeebohnen selbst zu mahlen?

Ich bat darum, dass mich jemand rückwärts über den Vorgarten des Vermiet-Containers hinausleiten würde, beim Hineinfahren hatte ich zweimal rangieren müssen und überall standen Wohnmobile herum, die ich nicht anfahren wollte. Ein Mitarbeiter wurde gerufen, der mich vorwärts durch das schmale Tor zum Werkstatthof leitete und dann um ein paar Ecken bis zur Straße vor mir her lief, obwohl ich ihm zurief, dass ich das jetzt auch alleine schaffen würde. Nein, er lief mitten auf die kleine Einliegerstraße, ließ einen LKW passieren, vergewisserte sich, dass kein weiteres Fahrzeug kam und gab mir dann das Zeichen, dass ich fahren könne. Daumen hoch

Mit Ausnahme des Werkstattleiters kann ich mich über die Arbeitsauffassung der Mitarbeiter dieser Firma wirklich nicht beklagen! Und gut, dass besagter Werkstattleiter mir weder mitgeteilt hatte, dass es den Haubendeckel nicht mehr gibt noch dass Mitarbeiter erst nach drei Tagen in ein Wohnmobil dürfen, dann wäre ich nämlich erst gar nicht nicht hingefahren und hätte keines meiner Probleme gelöst bekommen!

Abreise Vogelwiese

Aber nicht nur meine Probleme waren weg, als ich Naumburg verließ, sondern auch mein Fahrradsattel! Das merkte ich aber erst eine ganze Woche später, als ich in meinem Lockdown-Quartier Oscarlotta wusch und dafür den Fahrradträger samt Fahrrad abklappte. Noch nicht einmal beim Abklappen fiel es mir auf, sondern erst, als ich wie üblich den Träger mit einer Hand am Sattel wieder hochklappen wollte. Es brauchte ein oder zwei Sekunden, bis ich glaubte, was ich sah! Ein ungutes Gefühl beschlich mich, da ich nicht wusste, ob das noch in Naumburg passiert war oder erst hier, was mein Sicherheitsgefühl natürlich massiv beeinträchtigt hätte. Anhand von Fotos konnte ich zum Glück aber feststellen, dass es schon in Naumburg passiert sein muss.

Inzwischen hatte ich schon einen Wohnmobilnachbarn für eine Nacht, dessen Fahrer offenbar kein Problem damit hatte, das Absperrband zu öffnen. Im Morgengrauen war er wieder weg, das Flatterband hängt jetzt etwas durch und bezahlt hat er vermutlich auch nicht. Wenn er Glück hat, ist die Überprüfungskamera, die beim Rein- und Rausfahren die Kennzeichen scannt, ausgeschaltet. Am Wochenende stand für eine Nacht ein Kastenwagen parallel zur Absperrung außerhalb des eigentlichen Stellplatzes, sodass niemand mehr raus- oder reingekommen wäre. Die beiden Alternativen wären gewesen, sich auf die VE-Station zu stellen oder eben die Absperrung widerrechtlich zu öffnen. Dass man beides nicht befürwortete, finde ich eher löblich und mich hat es nicht gestört. Ich wollte bzw. durfte mit Oscarlotta ja sowieso nicht raus!

Drei einsame Wochen habe ich jetzt bereits rum. Die erste leere Gasflasche wurde mir von dem Gärtner hier getauscht und eine volle wieder mitgebracht. Dabei erfuhr ich, dass es eine Querstraße weiter einen Baustoffbetrieb gibt mit Gasflaschenverkauf/-tausch. Da bin ich in fünf Minuten zu Fuß und die zweite und dritte Gasflasche holte ich mir mit meiner Transportkarre. Wenn ich aufpasse, dass mir die Duo-Control nicht auch noch die andere Hälfte meiner LPG-Tankflasche leert, muss ich Oscarlotta nicht bewegen. Die Ent- und Versorgung erledige ich per Eimer und Gießkanne. Ich hoffe darauf, dass das Beherbergungsverbot Ende des Monats aufgehoben wird und ich wieder fahren kann, aber ich befürchte, dass das nicht so sein wird! Ob ich dann beim Ordnungsamt um Verlängerung bitte und Weihnachten und Silvester auch noch hier verbringe oder ob ich mir etwas anderes überlege, weiß ich noch nicht. Ich warte mal ab, was anderes bleibt mir ja nicht. Für den 1. Dezember habe ich einen Termin beim TÜV ganz in der Nähe gemacht und für den 2. Dezember einen Werkstatttermin in einer Iveco-LKW-Werkstatt für die anfallenden Servicearbeiten und zur Fehlersuche bei der Fahrerhaus-Klimaanlage. Erwähnte ich bereits, dass sie seit drei Jahren ohne bleibenden Erfolg repariert wird??? Müdes Smiley

Passt auf euch auf und bleibt gesund!

written by Ingrid
photos taken with iPhone

P.S.: Wie immer könnt ihr die Fotos durch anklicken auf Originalgröße bringen (bessere Qualität) und den Fototext lesen, wenn ihr den Mauszeiger auf das Foto führt.

Sch… Sch…

 
 
Leider gibt es absolut nichts zu erzählen, vielleicht müsste ich aber auch sagen, zum Glück!? Es passiert nämlich leider/zum Glück gar nichts. Ich stehe gut hier, wo ich stehe, aber die Gesamtsituation empfinde ich zunehmend als belastend. Wenn man die täglichen Corona-News verfolgt und sich anhört, was die medizinischen Fachleute mehr oder weniger deutlich sagen, so wird immer mehr klar, dass alle Maßnahmen nur dafür sorgen sollen (müssen!), dass die Krankenhäuser nicht an ihre Grenzen kommen. Ja, ich weiß, das war schon seit Beginn der Pandemie das Ziel (flatten the curve), aber irgendwie haben wir wohl alle geglaubt oder besser gehofft, dass mit den sinkenden Infektionszahlen nach dem ersten Lockdown das Virus verschwindet oder sich zumindest abschwächt. Nun, dem ist nicht so! War eigentlich klar, den Wissenschaftlern sowieso, aber alle geäußerten Bedenken in diese Richtung wurden jedes Mal sofort als Panikmache kritisiert. Dieses aus Hilflosigkeit resultierende „wir machen mal weiter wie vorher, mal sehen was passiert“ fällt uns jetzt leider auf die Füße. Langsam und unaufhaltsam wird wohl auch klar, dass die Rückkehr zum Normalbetrieb in den Schulen NICHT funktioniert. Die Sommermonate sind nicht dazu genutzt worden, umsetzbare Konzepte zu entwickeln, es wurden nicht entsprechende Geldmittel locker gemacht oder zumindest nicht ausreichend umfangreiche. Ein erhebliches Problem im Bildungsbereich, genauso wie im medizinischen Bereich, ist jedoch der akute Personalmangel! Woher so schnell LehrerInnen bekommen, um Klassen teilen zu können? Woher die Räumlichkeiten? Letzteres würde man noch mit Klassencontainern auf den Schulhöfen improvisieren können, aber realistisch wäre wohl nur ein täglich oder wöchentlich wechselnder Unterricht mit jeweils der Hälfte einer Klasse. Selbst dafür ist jetzt schon nicht mehr genügend Lehrpersonal da, weil immer mehr ausfallen, quarantänebedingt oder weil zur Risikogruppe gehörend. Die Lehrpläne hätten angepasst und deutlich reduziert werden müssen, damit die Wochenstundenzahl gesenkt werden kann und damit die Anzahl der Stunden, die pro Tag in geschlossenen Räumen verbracht werden muss.
Als ich in den 1960er-Jahren zur Schule gegangen bin, wurde der Schuljahresbeginn von Ostern auf nach den Sommerferien verlegt. Das ermöglichte man praktisch mit zwei sogenannten Kurzschuljahren. Vielleicht müsste man jetzt „Langschuljahre“ einführen, um den Bildungsstand aufrecht erhalten zu können, also vielleicht Versetzungen nur alle 1½ Jahre. Vielleicht wäre das ja nur ein einziges Mal nötig bzw. zweimal, um wieder zum Versetzungstermin Sommer zu kommen und um alle Restrisiken auszuschalten. Das würde bedeuten, dass allen Schülern ein (Schul-)Jahr verloren gehen würde. Wäre das sooo schlimm (passiert bei jeder Nichtversetzung) und wäre es wirklich ein Verlust? Natürlich kann ich nicht beurteilen, wie intensiv in den Kultusministerien und Schulämtern an Lösungen gearbeitet wird, aber was ich von Betroffenen – Eltern, Lehrern, Schülern – in den Sozialen Medien so lese, scheint das bisher so dolle nicht gewesen zu sein, sondern jede Schule musste sich ihre Konzepte selbst erschaffen. Ach ja, dann wären da noch die überfüllten Schulbusse…

Von meiner Einstellung zum Beherbergungsverbot hatte ich ja schon geschrieben. Nicht nur für mich und die anderen Fulltimer bedeutet das einen gravierenden Eingriff in ihre Persönlichkeitsrechte und es bleibt zu befürchten, dass die Akzeptanz der Menschen für coronabedingte Einschränkungen damit nicht vergrößert werden wird. Was wird denn zu Weihnachten passieren? Wird das Beherbergungsverbot aufgehoben, werden wir wie im Sommer einen absoluten Nachholbedarf erleben, zumal es vielen Menschen unvorstellbar ist oder erscheint, an Weihnachten nicht so im Kreise der Familie zu feiern wie immer. Wird das Beherbergungsverbot nicht aufgehoben, finden die meisten Feiern trotzdem statt, nur mit dem Unterschied, dass der Besuch dann auch noch über Nacht bleiben muss. Und über Weihnachten setzt man dann auch die Kontaktbeschränkungen mal kurz außer Kraft? Der nächste Lockdown ab Mitte Januar ist dann schon vorprogrammiert. In China wurde kurz vor dem wichtigsten Familienfest des Jahres, dem Neujahrsfest, ein rigoroser Shutdown beschlossen, durchgeführt und kontrolliert und das übliche landesweite Reisen zur Verwandtschaft unterbunden. Ach ja, stimmt, da gibt es eine diktatorische Machtstruktur. Geht also bei uns nicht! In einer Demokratie arbeitet man mit so wenigen Verboten wie möglich und setzt auf die Mitarbeit, Einsicht und Vernunft der Bürger. In Schweden, den Niederlanden und ? scheint das zu funktionieren, in Deutschland und ? eher nicht. Ja, ich weiß, dass Schweden und die Niederlande im Einwohnerzahlenvergleich wesentlich höhere Todeszahlen im Zusammenhang mit Corona haben, aber ich befürchte, dass wir das im Laufe der nächsten Monate/Jahre aufholen werden. Ich fürchte, das Virus wird gewinnen! Ein Impfstoff mag eine Hilfe sein, aber er muss in hohem Maße wirksam sein und es wird Jahre dauern, bis genügend Menschen weltweit geimpft worden sind, zumal es aller Wahrscheinlichkeit nötig sein wird, jedes Jahr erneut zu impfen. Tja, da haben wir wohl alle die A…karte. Unverschuldet? Ähm – ich glaube nicht.

+++ 11.11.2020 13:45 Italien verbietet Weihnachten mit der Großfamilie +++
Italiens Regierung reagiert auf die steigenden Infektionszahlen und verbietet als erstes EU-Land das Weihnachtsfest in der Großfamilie. Am Dienstag hatte das Land fast 600 Corona-Tote binnen 24 Stunden registriert. Damit starben seit Februar mehr als 42.000 Menschen im Zusammenhang mit der Viruskrankheit.
Quelle: ntv

written by Ingrid

Zitterpartie beendet

 

In den USA leider immer noch nicht (Stand Freitagabend), aber parallel zum Wahl-Krimi hatte auch ich meine ganz persönliche Zitter- oder Hängepartie. Ich habe Tagebuch geführt und kopiere die Tageseinträge jetzt einfach mal hierher:

29.10.2020

  • Erfahre mittwochs in Naumburg, dass es ab dem 2. November neue Corona-Beschränkungen geben wird, u. a. sollen touristische Reisen unterbleiben. Ich brauche also einen Platz, wo ich stehen kann. Am idealsten erscheint mir XXX, dort habe ich alles, was ich brauche = Stadtzentrum in 15 Minuten erreichbar, Buslinie direkt am Stellplatz (samstags kostenfrei), tegut und Lidl zu Fuß erreichbar, Real per Bus, Rewe, Obi (Gasflasche tauschen) und LPG-Tankstelle 2km. Außerdem gibt es eine Iveco-Werkstatt, wo ich HU, AU etc. erledigen lassen könnte. Nach Lauterburg möchte ich nur in dem Falle, wenn nichts anderes mehr geht!
  • Anruf in XXX, ob der Stellplatz im November wegen der neuen Reisebeschränkungen geschlossen wird, Antwort nein.
  • Ich fahre los, Ankunft nach 17 Uhr, Anmeldung laut Aushang nur bis 15 Uhr.

30.10.2020

  • Gehe kurz nach 14 Uhr zum Bezahlen, es ist jedoch alles geschlossen. Schreibe Namen, Kennzeichen, Platznummer und Ankunftsdatum auf einen der ausliegenden Briefumschläge, stecke €50 hinein für 4 Nächte (bis Montag, 2.11.) und werfe alles in einen tresorartigen Kasten.
  • Erfahre von einer ansässigen Wohnmobilistin, dass laut Zeitung alles komplett geschlossen hat und dass beim ersten Lockdown ein Paar, das aus Spanien kam, hierbleiben durfte.
  • Ich warte mal ab und werde Montag erneut telefonieren und fragen, ob ich bleiben kann.
  • Verschiedene Bundesländer schicken Touristen schon wieder nach Hause. Erstauntes Smiley

31.10.2020

  • keine besonderen Vorkommnisse

01.11.2020

  • keine besonderen Vorkommnisse

02.11.2020

  • Stehe um 9 Uhr auf, draußen wird der Stellplatz lautstark von Laub befreit.
  • Rufe noch im Nachthemd bei der Stellplatz-Verwaltung an und bitte darum, als Härtefall aufgenommen zu werden; die freundliche Angestellte will ihren Chef fragen, der aber noch nicht im Haus ist, sie komme dann später bei mir vorbei.
  • Ich mache mich übereilt fertig und bin gerade angezogen, als es klopft; es ist einer der Arbeiter, der mir die zuviel gezahlten zwei Euro der vier bezahlten Nächte zurückgibt. 👍
  • In dem Moment kommt ein Mann auf den Stellplatz, der 2. Chef, wie der Arbeiter sagt.
  • Er teilt mir mit, dass meine Anfrage jetzt vom Ordnungsamt geprüft werde, sie von der Verwaltung könnten das nicht entscheiden, von ihnen aus könnte ich gerne bleiben; er habe auch nur mal schauen wollen, ob ich nicht ein rosa Herz im Fenster habe. Erstauntes Smiley
  • Unmittelbar danach erscheinen zwei junge Frauen und bringen mir einen Flyer, damit ich eine direkte Durchwahlnummer zu ihnen in der Verwaltung habe, wenn etwas anliegt.
  • Ich sitze und warte und fange dann an, mit Eimer und Gießkanne zu ent- und versorgen, in der Hoffnung, dass ich bleiben darf.
  • Da es richtig warm ist, hole ich meinen Stuhl aus der Heckgarage und setze mich in die Sonne.

  • Schon bald kommen die beiden jungen Frauen erneut und teilen mir mit, dass das Ordnungsamt ablehnt. Enttäuschtes Smiley
  • Es entwickelt sich ein längeres Gespräch und eine der beiden nimmt sofort ihr Handy und fragt ihren Chef, ob er beim Ordnungsamt erwähnt habe, dass im Frühjahr zwei Wohnmobilbesatzungen den Lockdown hier aussitzen durften (ja, hat er); die beiden sind sehr interessiert an meiner Lebensform und können mein Problem wohl gut nachvollziehen; der Arbeiter mischt sich vom Zaun aus ein und schlägt vor, dass ich mich draußen auf den öffentlichen Parkplatz stellen soll, dort koste es nur €2,50, es gäbe aber keinen Strom.
  • Ich lehne ab mit der Begründung, dass ich mich dort nicht sicher fühlen würde, außerdem würde die Polizei mich dort sicher nicht dulden.
  • Im Gespräch erfahre ich, dass der Stellplatz am nächsten Tag abgesperrt werden wird, nur die VE-Station bleibt zugänglich; auf meinen Einwand, dass es dann für mich schwierig würde, zu bleiben, weil ich irgendwann mal Gasflaschen tauschen fahren müsse, meinen die beiden, das sei gar kein Problem, ich bräuchte dann nur anzurufen und es käme jemand, der mich rauslässt. 👍
  • Ich beschließe, am nächsten Tag persönlich zum Ordnungsamt zu gehen und frage, ob ich noch eine weitere Nacht bleiben darf, was mir ohne weiteres genehmigt wird.
  • Im Lauf des Tages kommt noch ein weiteres Wohnmobil und hinter mir steht eins schon seit Tagen, mit dem Fahrer komme ich ins Gespräch und er ist völlig überrascht zu erfahren, dass der Stellplatz gesperrt werden soll; er habe doch gerade erst um eine weitere Nacht verlängert und niemand habe etwas davon gesagt; offensichtlich weiß er nichts von dem deutschlandweiten Beherbergungsverbot, er sei auf Urlaubstour und wolle erst am Wochenende wieder in Berlin sein; er ist völlig konfus, wo sie denn jetzt übernachten können und muss erst einmal mit seiner Frau darüber sprechen Verwirrtes Smiley
  • Ich entscheide mich, eine eMail an den Leiter des Ordnungsamtes zu schreiben:

Guten Tag, Herr X!

Ich wende mich in einer persönlichen, durch den neuerlichen Corona-Lockdown verursachten Notlage an Sie. Ich stehe aktuell auf dem Wohnmobilstellplatz … und dürfte nach Angaben der dortigen Verwaltung den Lockdown hier auf dem ansonsten geschlossenen Stellplatz „aussitzen“, natürlich gegen Bezahlung. Ich lebe seit 2004 im Wohnmobil, bin 70 Jahre alt und Alleinreisende. Zu meiner Meldeadresse kann ich nicht, da mein dort lebender 80jähriger Bruder zu den Risikofällen gehört. Außerdem wüsste ich nicht, wo ich mein Wohnmobil sicher abstellen könnte, da bekanntlich alle entsprechenden Einrichtungen geschlossen sind. Der Stellplatz hier ist für mich ideal, weil er 1. eine Ent- und Versorgungsstation sowie Stromversorgung bietet und 2. eine Bushaltestelle in unmittelbarer Nähe, sodass ich zum Einkaufen fahren kann. Auch ist die Innenstadt zu Fuß erreichbar, wenn mir mal die Decke auf den Kopf fallen sollte.

Ich bitte Sie, sich in meine Situation zu versetzen: Wir im Wohnmobil lebenden werden von der Gesetzgebung nicht berücksichtigt und müssen uns eigenständig eine Lösung für das aktuelle Problem suchen. Wir müssen Abwasser entsorgen, unsere Toilette entleeren und Frischwasser tanken. Strom ist in der dunklen Jahreszeit ebenfalls von Bedeutung. Ich als alleinreisende Frau möchte aus Sicherheitsgründen auch keinesfalls irgendwo frei herumstehen! Das verstehen Sie bestimmt. Während des ersten Lockdowns wurde ich als „Härtefall“ auf einem Campingplatz aufgenommen. Dort kann ich jetzt aber nicht hin. Ich weiß, dass aufgrund dieser Härtefallklausel, die der Gesetzgeber einräumt, im Frühjahr zwei Wohnmobilbesatzungen hier auf dem Stellplatz stehen durften. Ich bitte Sie inständig, mir dieses Recht jetzt auch zu gewähren!!! Ich weiß nämlich gerade nicht, wo ich sonst hin könnte. Ich bin gerne bereit, heute (Dienstag) noch persönlich bei Ihnen im Ordnungsamt vorbeizukommen.

Mit freundlichen Grüßen, Ingrid Heidemann

  • Drei Wohnmobilbesatzungen verbringen die nächste Nacht ungesetzlicherweise auf einem Stellplatz, der eigentlich schon abgeriegelt sein müsste und obwohl ich früh zu Bett gehe, kann ich natürlich ewig nicht einschlafen; ich überlege in sämtliche Richtungen, was ich mache, wenn es bei der Absage bleibt. Etwa ich?

03.11.2020

  • Ich stehe wieder früh auf und schalte mit Herzklopfen mein iPhone ein, vielleicht ist eine Entscheidung für oder gegen mich schon gefallen und ich weiß es nur noch nicht, aber es ist noch keine Antwort da.
  • Ich sitze und warte und beschließe, nach der Mittagspause persönlich bei Herrn X nachzufragen; kann ja auch sein, dass er in Urlaub ist oder krank oder sonstwas.
  • Mein Gefühlshaushalt ist reichlich unausgewogen, um es mal so positiv wie möglich auszudrücken; das Gefühl, vom Wohlwollen eines Menschen abhängig zu sein, der mich gar nicht kennt und der sich vielleicht auch nicht wirklich dafür interessiert, was mein Problem ist, ist – mit Verlaub gesagt – beschissen.
  • Die ganze Sache ist besch…eiden, wie in so vielen Bereichen sind die vergangenen Monate offensichtlich nicht genutzt worden, um bestehende Missstände zu beseitigen; vermutlich sind es zu viele.
  • Warum allerdings Stell- und Campingplätze jetzt im November wieder geschlossen werden müssen, erschließt sich mir nicht; sehr viele Wohnmobile haben ein Saisonkennzeichen und fahren ab dem 1. November nicht mehr; von den restlichen werden die wenigsten fahren, da touristische Reisen unterbleiben sollen und die wenigen Mobilisten, die sich darüber hinwegsetzen, dürften wohl kein Problem darstellen; man könnte ja auch z. B. wieder jede zweite Parzelle sperren, obwohl man sich zu dieser Jahreszeit ja sowieso überwiegend drinnen aufhält und nicht zu erwarten ist, dass es große gesellige Zusammenkünfte geben würde.
  • Dass die Schließungen erneut erhebliche Schwierigkeiten für die Menschen bedeuten, die dauerhaft in ihren Wohnmobilen leben, scheint nicht zu interessieren, ist vermutlich immer noch nicht wirklich bekannt. So wie im Frühjahr, muss jede/r selbst sehen, wo er/sie bleibt.
  • Ich erfahre um 13 Uhr im Ordnungsamt, dass Herr X nicht im Haus ist, ob es mir weiterhelfen würde, seine Vorzimmerdame zu sprechen, ja – besser als nichts; von ihr erfahre ich, dass er zu einer Schulung ist, woraus zu schließen ist, dass er meine eMail noch gar nicht gelesen hat; später stellt sich noch heraus, dass die negative Entscheidung nicht von ihm ausgegangen war, da er auch am Vortag nicht im Amt anwesend war.
  • Ich schildere der jungen Frau meine Beweggründe und mache deutlich, dass die aktuelle Situation wirklich belastend für mich ist, dass ich wirklich nicht weiß, wo ich hin soll und nicht alle Stell- und Campingplätze Deutschlands abtelefonieren könne, um zu erfragen, wer mich als Härtefall aufnimmt; hier wäre man bereit und ich bräuchte nur noch die Erlaubnis des Ordnungsamtes.
  • Ich habe den Eindruck, dass sie mich versteht, sie macht sich Notizen und verspricht, mit ihrem Chef zu reden, wenn er käme; ich bitte darum, mir spätestens im Laufe des nächsten Vormittags Bescheid zu geben, da ich gegebenenfalls ja dann noch eine gewisse Strecke fahren müsste.
  • Um 15 Uhr bin ich wieder am Stellplatz, trage mein Telefon ständig bei mir, aber es passiert nichts mehr.
  • Ein weiteres Wohnmobil kommt an (die anderen zwei waren am Vormittag gefahren), wird aber wieder fortgeschickt und danach wird der Stellplatz mit Flatterband abgeriegelt.
  • Später kommt ein Polizeiwagen vorbei, aber man schaut nur und fährt wieder, ich nehme an, dass die Polizisten davon ausgingen, dass es abgesprochen sein muss, wenn ein Wohnmobil hinter der Absperrung steht und sie bei der Verwaltung und/oder dem Ordnungsamt nachfragen werden.
  • Ich habe eine zaghafte Hoffnung, dass ich bleiben kann. Verlegenes Smiley

04.11.2020

  • Um halb 9 Uhr bin ich wach, natürlich nicht ausgeschlafen (wenn das hier beendet ist, schlafe ich 24 Stunden am Stück!!!), zwinge mich aber aufzustehen; es könnte ja sein, dass der Leiter des Ordnungsamtes persönlich vorbeikommt.
  • Mindestens genauso spannend ist der Ausgang der US-Wahl; heute Nacht bin ich der Vernunft folgend um 1 Uhr ins Bett gegangen; aber weder in dem einen noch in dem anderen Fall gibt es ein Ergebnis.
  • Meine Geduld wird noch eine Weile auf die Probe gestellt, aber um kurz vor zehn kommt die ersehnte eMail; ich mache mir noch schnell einen Kaffee und öffne sie mit klopfendem Herzen; kann ich bleiben oder muss ich fahren???

Sehr geehrte Frau Heidemann,

wir gehen aufgrund Ihrer Schilderungen und nach Rücksprache mit dem Betreiber davon aus, dass für den Monat November 2020 Ihr Aufenthalt auf dem Stellplatz … aus privaten Gründen glaubhaft notwendig ist.

Freundliche Grüße

X (Amtsleiter)

 

  • WOW!!!

Gut, dass der Stein nicht in die Kaffeetasse gefallen ist. 

Smiley mit geöffnetem Mund

written by Ingrid
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Weiter gehts – bloß wohin?

 

Wir fahren im Wochenrhythmus weiter, winzige Etappen, weil Uschi darauf wartet, zumindest ihren Toyota, der bereits im März (!) geliefert werden sollte, demnächst übernehmen zu können. Von der Firma Tischer hat sie noch keine verbindlichen Aussagen, sodass es wohl darauf hinauslaufen wird, dass Boxi erst einmal auf den Toyota umgesetzt werden wird. Uschi hat darum gebeten, in der Fertigungsreihenfolge nach vorne verlegt zu werden, da anzunehmen ist, dass die anderen Käufer ihre Kabine erst im nächsten Frühjahr nutzen wollen, für sie aber die Vorteile einer Duschmöglichkeit und eines Abwassertanks im beheizten Bereich über den Winter von großem Wert wären.
So zockelten wir vom HEICamp nach Grafenrheinfeld. Auf dem Stellplatz war ich bereits zweimal, da im Nachbardorf die deutsche Niederlassung der Firma Alde sitzt, deren Warmwasserheizung in Oscarlotta verbaut ist. Vor zwei Jahren hatte ich ja Probleme mit dem integrierten Warmwasserboiler und musste zu Alde fahren, da die Händler und Werkstätten den Austausch des neuesten Modells nicht mehr vornehmen dürfen. Ich hatte „hier“ darüber berichtet. Zwei Nächte stand ich damals auf dem firmeneigenen Stellplatz, auch der Austausch und das Auswechseln der Heizungsflüssigkeit wurde von dort aus vorgenommen, sodass ich gar nicht in die Werkstatt fahren musste und da ich nicht nachmittags noch weiterfahren wollte, empfahl man mir den Stellplatz in Grafenrheinfeld. In Röthlein selbst gibt es zwar auch sechs Wohnmobilstellflächen, aber ohne jegliche Infrastruktur, dafür kostenfrei. Aber eben auch ohne Strom und damit für mich ohne Kaffeemaschine. Das versuche ich zu vermeiden! Zwinkerndes Smiley Grafenrheinfeld hatte mir damals sofort gefallen, der Stellplatz bietet Platz für 9 Mobile (kreisförmig angelegt) und liegt sehr schön naturnah an mehreren Seen, um die man laufen kann.

GrafenrheinfeldGrafenrheinfeldGrafenrheinfeldGrafenrheinfeldGrafenrheinfeldGrafenrheinfeldGrafenrheinfeldGrafenrheinfeldGrafenrheinfeldGrafenrheinfeldGrafenrheinfeldGrafenrheinfeldGrafenrheinfeldGrafenrheinfeldGrafenrheinfeldGrafenrheinfeldGrafenrheinfeldGrafenrheinfeldGrafenrheinfeldGrafenrheinfeldAusblick aus Oscarlotta

Der Main ist nicht weit und der Übernachtungspreis, zahlbar an einem Parkscheinautomaten, ist mit €6/Nacht sehr günstig. Alles, was man als Wohnmobilist so braucht, ist vorhanden und Einkaufsmöglichkeiten sind in fußläufiger Entfernung. Nett ist, dass nebenan eine Reithalle mit Pferdeboxen steht und zu unterschiedlichen Zeiten Pferde spazieren geführt oder auch beritten werden. Es gibt also immer etwas zu sehen und wir hatten auch noch Glück mit dem Wetter. Uschi fuhr ihren Toyota ansehen und kam schwer begeistert zurück. Smiley mit geöffnetem Mund

Toyota HiluxToyota HiluxToyota Hilux

Unser nächstes Ziel war Hofheim in Unterfranken. Der Stellplatz nicht ganz so schön angelegt bzw. stereotyp in zwei langen Reihen für 30 Mobile, dafür zwei Euro teuer. Allerdings gibt es ein kleines Sanitärgebäude mit kostenlosen (!) Duschen und eigentlich auch freies WLAN, was aber gerade nicht zur Verfügung stand. DVB-T war leider auch fast nicht existent. Enttäuschtes Smiley
Wir zahlten trotzdem für eine Woche. Zum Bezahlen kommt jeden Tag jemand vorbei, allerdings morgens zwischen 8 und 9 Uhr!!! Ich war sehr froh, dass Uschi für mich mit zahlen konnte. Man bekommt sogar für jeden Tag des Aufenthalts ein Gutscheinkärtchen, mit dem man bei ausgewählten Geschäften €2,50 vergütet bekommt, wenn man dort einkauft. Ich hätte das gerne beim Friseur genutzt, aber leider gab es keinen freien Termin.

Hofheim

Das Städtchen ist klein, aber recht nett, vor allem der Marktplatz mit seinen alten Fachwerkhäusern und die zwei erhaltenen Stadttore. Einkaufsmöglichkeiten gibt es in reicher Auswahl und in fußläufiger Entfernung (jeweils 10 Min.).

HofheimHofheimHofheimHofheimHofheimHofheim

Stover Strand Und dann trennten sich unsere Wege seit langer Zeit mal wieder. Uschi fuhr mit einem Abstecher über Bad Schönborn, wo sie ihr repariertes eBike abholte, nach Lauterburg zurück. Sie muss dort noch einige vorbereitende Arbeiten für den Austausch ihrer mobilen Wohnung erledigen. Bei Oscarlotta steht im November wieder die Hauptuntersuchung an und ich weiß noch nicht, wo ich sie und die anderen turnusmäßig anfallenden Arbeiten erledigen lasse. Eigentlich müsste ich nach Stralsund, da die dort im März erfolgte Reparatur der Fahrerhaus-Klimaanlage keinen bleibenden Erfolg hatte. Seit drei Jahren mache ich damit jetzt schon rum und es war schon richtig teuer. Wenn auch der Austausch des Kompressors das Problem nicht beseitigen konnte, was ich natürlich erst auf der ersten Fahrt nach der Corona-Sommerpause bemerken konnte, muss nach der ursächlichen Fehlerquelle gesucht werden. Mit der Iveco-Werkstatt in Stralsund bin ich grundsätzlich zufrieden, zumal ich während der Werkstattaufenthalte in Oscarlotta bleiben und auf dem Firmengelände übernachten darf/durfte. Ob es allerdings im Moment Sinn macht, nach Mecklenburg-Vorpommern zu fahren, ist nicht ganz klar. Ich habe es ja im Frühjahr erlebt, wie schnell man dort damit ist, Touristen des Landes zu verweisen und wie militant die Bevölkerung für die Umsetzung sorgt. Vorsichtshalber habe ich mir vom Stellplatz in Hofheim schriftlich bestätigen lassen, von wann bis wann ich dort war und werde das an den nächsten Anlaufpunkten ebenfalls tun und/oder Tickets, Quittungen, Einkaufsrechnungen aufbewahren.
Was für eine verrückte Zeit!!! Erstauntes Smiley

Trostpflaster

Nachtrag:
Uschi hat tatsächlich Erfolg und von Tischer eine Auslieferungszusage für die 50. Kalenderwoche erhalten! Bis Weihnachten dürften Neuzulassung, Austausch und Umzug erledigt sein. Ich werde Fix und Boxi also nicht wiedersehen, hatte mich auch schon von ihnen verabschiedet. Weinendes Smiley
Ich habe in Hofheim noch einmal verlängert, weil es preiswert und völlig egal ist, ob ich heute, morgen oder übermorgen weiterfahre, vor allem bei dem aktuell schlechten Wetter. Auf der Strecke nach Stralsund hatte ich mir in Naumburg einen Stellplatz bei einem Wohnmobilhändler ausgeguckt und eine Anfrage gestellt, ob ich meine diversen Arbeiten evtl. auch bei ihm erledigen lassen könne. Eine Antwort auf meine eMail bekam ich erst nach Tagen auf erneute Nachfrage. (Genauso war es in Stralsund auch gewesen! Wie arbeiten die Menschen heutzutage eigentlich?) Es gäbe keine Stellplätze mehr bei seiner Firma, erfuhr ich aus Naumburg (steht aber überall noch im Internet!). Seine Werkstatt sei für mein Wohnmobil zu klein, also keine Hauptuntersuchung. Ölwechsel und Fehlersuche Klimaanlage müsse von einer Iveco-Werkstatt erledigt werden, aber meinen undichten Haubendeckel vom Badezimmerluk könne man tauschen. Tja, dann werde ich wohl doch nach Stralsund fahren, falls nicht zeitnah die Landesgrenzen wieder dicht gemacht werden! Das kann, so wie die Lage aktuell ist, allerdings vom einen auf den anderen Tag passieren.
Was für eine verrückte Zeit!!! Erstauntes Smiley

Zum Thema „Wie erledigen die Menschen heutzutage eigentlich ihre Arbeit?“ habe ich noch zwei Beispiele vom Stellplatz in Hofheim.
Ich (bzw. Uschi) hatte mir zwei Waschmaschinen-/Trocknermarken besorgt. Am Sonntag befüllte ich die Waschmaschine und wählte das 60 Grad Eco-Programm. Es wurde mir eine Waschdauer von 2 Stunden angezeigt. Dann würde wohl alles richtig sauber werden! Smiley Nach Ablauf der Zeit lief die Maschine nicht mehr, die Tür ließ sich öffnen, aber die Wäsche war nicht geschleudert und offensichtlich auch nicht fertig gespült!!! Ich hätte meine zweite Marke verwenden müssen, hätte dann aber zwar geschleuderte Wäsche gehabt, aber keine Möglichkeit mehr, sie zu trocknen. Also wrang ich, so gut es ging, an einem der Handwaschbecken jedes einzelne Teil aus und warf es in den Trockner. Die Waschbecken waren ein Stück von der Waschmaschine entfernt und ich setzte den gesamten Boden unter Wasser. Zum Glück wollte währenddessen niemand die Toiletten benutzen und ich konnte alles mit dem Schieber für die Duschen dorthin befördern. Nur das restliche Wasser in der Maschine konnte ich nicht beseitigen. Der Trockner brauchte noch einmal eine Stunde und obwohl ich schranktrocken+ gewählt hatte, hegte ich wenig Hoffnung, dass die Wäsche auch nur ansatzweise trocken sein würde. Und so war es dann auch, Oscarlotta sah die nächsten Stunden sehr „dekoriert“ aus. Es ist gar nicht so einfach, eine Waschmaschinenladung zum Nachtrocknen auf der begrenzten Fläche eines Wohnmobils zu verteilen.
Ich schrieb eine Mitteilung wegen des noch in der Waschmaschine verbliebenen Wassers und bekam einen Tipp für das nächste Mal: kein Eco-Programm auswählen, dafür reiche die Marke zeitlich nicht aus. Erstauntes Smiley Könnte man das nicht als Hinweis an die Maschine oder die Wand daneben hängen??? Ich habe extra noch einmal nachgeschaut, ob ich etwas übersehen habe, aber hatte ich natürlich nicht.
Die zweite Sache war, dass ich nach Uschis Abreise (einen Tag früher als geplant) meinen Aufenthalt um zunächst zwei Nächte verlängern wollte. Mir wurde Uschis schon bezahlte Nacht gutgeschrieben und sie zahlte weitere €8 für mich. Somit hatte ich bis Dienstag bezahlt und ließ mir die Aufenthaltsdauer von/bis bestätigen, um bei meiner Weiterfahrt belegen zu können, das ich nicht aus einem Risikogebiet komme. Am Montag beschloss ich, das angekündigte Schlechtwetter noch in Hofheim auszusitzen. Ich versuchte, am Dienstag bis 9 Uhr wach, aufgestanden, gewaschen und angezogen in der Rezeption zu erscheinen, war um Mitternacht im Bett und – konnte nicht einschlafen. Um 2 Uhr stellte ich meinen Wecker wieder ab und beschloss, dass mich alle mal gerne haben können! Die Stellplatzgebühr für die nächsten sechs Nächte steckte ich in einen Briefumschlag, schrieb eine Nachricht und warf alles in den an der Rezeption hängenden Briefkasten. Ich wusste schon, dass die Rezeptionistinnen wöchentlich wechseln und prompt eröffnete mir die diensthabende, dass ich, wenn ich sechs Nächte bleiben will, noch 8 Euro mehr bezahlen müsse. Sie listete mir auf, was ich schon bezahlt habe und vertat sich schon mit den Daten der ersten Woche. Die von Uschi extra bezahlten 8 Euro waren ebenfalls nicht auf ihrer Auflistung. Mag sein, dass ihre Kollegin die nicht verbucht hatte. Ich schrieb eine Gegendarstellung und legte als Argument die mir von ihrer Kollegin ausgestellte Bescheinigung bei, aus der hervorgeht, dass ich bis zum Dienstag zweifelsfrei bezahlt hatte. Und bis zum nächsten Montag sind es nun mal sechs Nächte und die habe ich bezahlt. Mit einem 50-Euro-Schein und dem Hinweis, dass sie die zwei Euro, die ich eigentlich zurückbekommen müsste, in ihre Kaffeekasse stecken soll. Jetzt bin ich gespannt! Ich hoffe nicht, sie klopft um halb 9 bei mir!!!

Nachtrag:
Nein, es klopfte niemand. Ich wurde trotzdem wach, weil die Dame offenbar ihren Hund dabei hatte und der neben meinem Bett bellte, während sein Frauchen die Tüte mit ihrer Entschuldigung an meinen Fahrradgepäckträger klemmte. Sie hätte nichts von einer zusätzlichen Bezahlung gewusst! Dass ihre gesamte Auflistung kalendarisch total falsch war, erwähnte sie nicht weiter. Also Schwamm drüber! Cooles Smiley

Mecklenburg-Vorpommern erlässt (mal wieder!) die schärfste Stufe der Beherbergungsverbote aller Bundesländer, Reisende aus Risikogebieten müssen einen negativen Covid 19-Test vorlegen und zusätzlich 14 Tage in Quarantäne, die mit einem weiteren Test nach vier Tagen aufgehoben werden kann, falls auch dieser Test wieder negativ ist. Meine Postleitzahl gehört aktuell zum Risikogebiet! Dort war ich zwar schon über zwei Jahre nicht mehr, aber das interessiert wahrscheinlich nicht. Ich bin ja quasi in Dauerquarantäne, meine Kontakte beschränken sich auf ein- bis zweimal die Woche beim Einkaufen und/oder Tanken. Solche Sonderfälle fallen aber natürlich wieder durchs Raster.
Diese wiedereingeführten Reiseregelungen in einigen Bundesländern sind wirklich nicht der Weisheit letzter Schluss, aber wenn man wirklich auf der sicheren Seite sein will, dann ist die Vorgehensweise von MeckPomm die einzig richtige. Erst nach dem zweiten Test kann man zumindest ausschließen, dass infizierte Menschen einreisen. Ob sie sich dann evtl. während ihres Aufenthaltes anstecken, steht wieder auf einem anderen Blatt. 100%ige Sicherheit gibt es sowieso nicht, dafür werden aber alle, die vom Tourismus leben (vor allem in den Bundesländern mit Seezugang oder denen mit Bergen) massivst und langsam vermutlich nicht mehr aufholbar geschädigt. Ich mache mir schon lange echte Sorgen um die wirtschaftlichen Folgen, nicht nur in Deutschland. Ist den jungen Menschen, die ihren Lebenssinn und ihr verbrieftes Recht offenbar darin sehen, Party zu machen, wirklich nicht klar (zu machen), dass sie die Folgen zu tragen haben, wenn es durch ihr verantwortungsloses und egozentrisches Handeln aus Sorge vor weiter steigenden Infektionszahlen und damit einhergehender Gefährdung der Risikogruppen erneut einen Lockdown geben MUSS, so wie jetzt teilweise schon wieder in Frankreich und den Niederlanden? Die Staatsverschuldung müssen doch überwiegend sie einmal rückgängig machen! Wie kurzsichtig kann man denn sein? Aber das Motto (nicht aller, aber zu vieler und nicht nur in Deutschland) scheint wirklich zu sein: “Ich bin jetzt jung, ich will Spaß, ich will feiern, nach mir die Sintflut.” Nun, die Sintflut könnte kommen, denn diese Pandemie ist ja nicht das einzige Problem, das die Weltgemeinschaft hat.
Was für eine verrückte Zeit!!! Erstauntes Smiley

Passt auf euch auf und bleibt gesund!

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P.S.: Wie immer könnt ihr die Fotos durch anklicken auf Originalgröße bringen (bessere Qualität) und den Fototext lesen, wenn ihr den Mauszeiger auf das Foto führt.

Wieder unterwegs

 

Ich weiß, dass ich angekündigt hatte, mich etwas eher wieder zu melden, aber ich konnte mich noch nicht dazu aufraffen. Trauriges Smiley Es gibt jetzt auch nur ein kleines Update und ein paar Gedanken zu der Gesamtsituation (und ein par Fotos).
Der Corona-Sommer war für uns erträglich, aber ein wenig zu ereignislos. Wir konnten immerhin das schöne Wetter genießen und waren während der wirklich heißen Tage froh um unseren schattigen Rasenplatz. Bei den nachmittäglichen Spaziergängen mit unseren „Leihhunden“ erfreuten wir uns alle vier jeden Tag aufs Neue an dem direkt an den Campingplatz angrenzenden wunderschönen, kühlen, lichtdurchfluteten, friedlichen Buchenwald. Anschließend war dann wieder relaxen angesagt. Smiley mit geöffnetem Mund

ErdarbeitenErdarbeitenErdarbeitenErdarbeitenErdarbeitenErdarbeitenErdarbeitenErdarbeitenErdarbeiten

Seit knapp drei Wochen sind wir nun tatsächlich wieder unterwegs! Auf den ersten Blick scheint alles wie gehabt und doch ist alles anders. Enttäuschtes Smiley Zunächst fällt die weiter gewachsene Anzahl an Wohnmobilen auf. Allein im August gab es einen Zuwachs an Verkaufszahlen von 60% im Vergleich zum Vorjahr, im Jahresschnitt sind es bisher 20%!!! Da kann man nur hoffen, dass die meisten ein Saisonkennzeichen haben und es zumindest im Winterhalbjahr wieder so aussieht:

Erdarbeiten

Es fällt (uns) auf, dass viele zum ersten Mal mit einem Wohnmobil unterwegs sind. Auffallend war auch die große Anzahl der neuen Gattung „Van“ und manchmal kamen Mini-Vans oder eigentlich nur PKWs, in denen man keine Ahnung wie geschlafen hat. Einige bauten seitlich, hinten oder sonstwo eine Art Vorzelt auf und es waren nicht nur die Jungen, die so reisten. Offensichtlich ist vielen Menschen durch die Pandemie mit den einhergehenden (Reise-)Beschränkungen klar geworden, dass Campingurlaub eine Möglichkeit bietet, mit relativ geringem Risiko unterwegs sein zu können. Augen rollendes Smiley

Wir wissen im Moment wenig bis gar nichts darüber, wie wir die nächsten Monate verbringen wollen bzw. werden. Das Wollen ist ja leider ziemlich eingeschränkt, außer man setzt sich über die existierenden Gefahren für Leib und Leben hinweg. Manche Menschen können das offenbar, wir nicht. Dazu kommt, dass Uschi sich schon vor über einem Jahr dafür entschieden hat, Fix und Boxi gegen eine etwas größere Variante desselben Typs zu tauschen. Die Firma Tischer hatte aber schon bei der Bestellung einer neuen Aufbaukabine eine Liefer-/Herstellungsfrist von 1½ Jahren und unglücklicherweise verschiebt sich coronabedingt die geplante Auslieferung von November auf einen bisher unbestimmten Termin. Es heißt also warten…

Stover Strand Unser erster Anlaufpunkt war der uns wohlbekannte WellMobilPark in Bad Schönborn. Wir absolvierten turnusmäßige Vorsorgeuntersuchungen, wie wir es seit Jahren handhaben. Das immer noch wunderbare Spätsommerwetter erlaubte uns einige Outdoor-Restaurantbesuche, zum Kaffee und zum Abendessen. Auch in der Hinsicht wissen wir noch nicht, wie wir das in der kalten Jahreszeit handhaben werden. Die seit Wochen wieder eklatant steigenden Infektionszahlen nicht nur in Deutschland machen nicht sehr zuversichtlich. Donnerstagabend bei Markus Lanz im ZDF sagte es Elke Heidenreich sehr treffend: „Es ist schwierig, das Leben macht keinen Spaß im Moment. Keine Abende mit Freunden, kein Wein mit Freunden, solche Abende habe ich ja überhaupt nicht mehr, weil alles zu eng ist.“ Weinendes Smiley Bisher war das bei uns noch möglich, weil es draußen stattfinden konnte, aber so unbeschwert wie früher ist es trotzdem nicht mehr.

ErdarbeitenErdarbeitenErdarbeitenErdarbeitenErdarbeitenErdarbeitenErdarbeitenErdarbeitenStover Strand

Stover Strand Nach zwei Wochen wechselten wir ein kleines Stück weiter nach Öhringen. Dort gibt es seit 2018 den neuerrichteten Wohnmobilstellplatz „HEICamp“ am Rande eines Industriegebietes, zwar relativ dicht an der stark befahrenen Landesstraße, aber auch nahe an Obstplantagen und Radwegen durch das Umland. Ins Städtchen kommt man per Rad oder mit dem Bus, der direkt am Stellplatz hält. Witzigerweise heißt der Betreiber des Stellplatzes Heidemann und als ich telefonisch reservierte, er sich mit Namen meldete und ich mit „hier auch“ konterte, war erst einmal verwirrtes Schweigen am anderen Ende der Leitung. Cooles Smiley Wir haben später versucht herauszufinden, ob wir irgendwie miteinander verwandt sein könnten, sind aber zu keinem Ergebnis gekommen.
Zum Stellplatz gehört ein schönes Lokal mit großem Biergarten, was offenbar nicht nur von den Wohnmobilisten sehr frequentiert wird. Es gibt auch schöne und sehr geräumige Duschbereiche und überhaupt ist alles sehr gepflegt und liebevoll gestaltet. Aber auch nicht ganz preiswert. Für das Mobil/den Platz zahlt man schon €12. Dazu kommen €2/Person. Das Duschen kostet noch einmal €2 plus €1 Corona-Desinfektionszuschlag, allerdings ohne Zeitbegrenzung. Kosten für WLAN €2 pro Gerät und Tag. Strom wird nach Verbrauch über einen Automaten abgerechnet, mit 60 Cent pro Kilowatt. Wenn also zwei Personen (die übliche Wohnmobilbesatzung) alles nutzen, sind sie bei €23 pro Tag (ohne Strom und Frischwasserauffüllung) und da kann dann sogar nur einer duschen oder man geht (erlaubt?) gleichzeitig. Und online gehen kann auch nur jeder mit einem einzigen Gerät. Laptop, Tablet, Smartphone im Wechsel ist nicht bzw. dann würde es richtig teuer. Der Platz ist trotzdem jeden Tag voll, unter der Woche etwas weniger als am Wochenende. Camping boomt, ich schrieb es ja schon. Augen rollendes Smiley

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Öhringen ist ein ganz nettes Städtchen mit einem schön angelegten Stadtpark und einem Marktplatz mit Schloss. Leider macht es nicht besonders viel Spaß, für jedes Geschäft, in das man will, die Maske anlegen zu müssen. Kommunikation mit Menschen, deren Mimik man nicht sieht, ist sehr befremdlich! Verwirrtes Smiley

ErdarbeitenErdarbeitenStover Strand

Morgen fahren wir weiter. Wie es hier im Blog weitergeht, kann ich noch nicht mit Sicherheit sagen. Ich denke, dass es vorerst keine festen Veröffentlichungsintervalle mehr geben wird. Je nachdem, ob es etwas Lohnenswertes zu berichten gibt, werde ich mich wieder melden. Wer uns folgt, wird automatisch benachrichtigt.

Passt auf euch auf und bleibt gesund!

written by Ingrid
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P.S.: Wie immer könnt ihr die Fotos durch anklicken auf Originalgröße bringen (bessere Qualität) und den Fototext lesen, wenn ihr den Mauszeiger auf das Foto führt.

“Ende Gelände”

 

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(abgeschlossen mit dem 25. Juli)

Eigentlich wollten wir uns auf der Weiterfahrt noch einen Campingplatz mit großem Dauercampingbereich und der Möglichkeit, Tinyhäuser aufzustellen, anschauen. Aber irgendwie hatten wir das Gefühl, wir sollten zusehen, dass wir möglichst schnell nach Rügen kommen. Also fuhren wir vom Stover Strand aus bis Wismar. Der Wohnmobilstellplatz am Westhafen war recht gut besucht, aber es war auch Wochenende. Die Platzerweiterung dieses sehr beliebten Platzes war schon vollzogen und wir wählten zwei der neuen Plätze, wo wir fast allein standen. Auch hier war das Coronavirus schon Thema, in die Rezeption durfte man nur noch einzeln eintreten. Wir wollten eigentlich eine Woche bleiben, aber die Dame an der Rezeption teilte uns mit, dass sie nicht mehr als drei Nächte akzeptiert, es wäre ja gar nicht klar, ob sie den Platz nicht schließen müssten. Im Moment würden sich die Ereignisse überschlagen. Die Sanitäranlagen würden auf jeden Fall vorsichtshalber schon einmal geschlossen werden. Ein Wohnmobilist musste dringend drei Flaschen Bier für sich und seine beiden Freunde kaufen, sie standen dann im Aufenthaltsbereich beieinander wie immer und fanden das alles ziemlich übertrieben. Verwirrtes Smiley

WismarWismarWismarWismar

Wismar Wir liefen einmal durch den Hafenbereich. Es sah alles ganz normal aus! Da das Wetter schön war, waren, wie von Wismar gewöhnt, viele Menschen unterwegs, auch die Gastronomie war gut besucht, drinnen wie draußen.

WismarWismarWismarWismarWismarWismar

Uschi äußerte erste Bedenken, ob es, wenn es denn überhaupt noch möglich sein würde, sinnvoll sei, auf Rügen und dann noch am letzten Zipfel der Insel zu sein, wenn man so gar nicht wisse, wie sich das Geschehen entwickeln würde. Die Fernsehbilder und die Berichte aus Italien waren schon furchteinflößend! Aber es war alles so neu und unglaublich, dass man überhaupt nicht wusste, wie man das alles einschätzen sollte. So wird es sicher jedem gegangen sein in diesen ersten Tagen. Als in China ganze Millionenstädte rigoros abgesperrt wurden, veränderte sich die Einschätzung von „Die übertreiben aber doch etwas, oder?“ in „Wenn es jetzt schon in Italien so schlimm ist, was passiert dann bei uns noch?“. Am Montag war noch keine Rede davon, dass der Stellplatz geschlossen werden würde, am Dienstag hing ein Zettel an der Rezeption, dass alle Gäste am Mittwoch, dem 18. März bis spätestens 12 Uhr den Platz verlassen müssten! Bis Mittwoch hatten wir bezahlt. Die nächste Meldung besagte, dass alle Ostseeinseln dicht gemacht würden, die Nordseeinseln waren das bereits. In einem Laden am Hafen erfuhr ich, dass bis Donnerstag alle Touristen Mecklenburg-Vorpommern zu verlassen haben! Na toll! Ich hatte für den folgenden Montag einen Werkstattermin in Stralsund vereinbart! Uschi beschloss, auf die Schwäbische Ostalb zurückzufahren und absolvierte die 654km in einem Rutsch. Wie es bei mir weiterging, habe ich ja „hier“ bereits berichtet. Im Nachhinein war das natürlich die richtige Entscheidung, nachdem es mir als „Härtefallregelung“ zugesagt wurde, auch hier in Lauterburg auf dem geschlossenen Campingplatz sein zu dürfen. Alle, die wie wir Vollzeit in ihren Wohnmobilen leben, haben sich in Eigenregie irgendeine Lösung suchen müssen. Und das ist nicht nur in Deutschland so, sondern überall auf der Welt. Es sitzen Menschen in Spanien, geduldet auf geschlossenen Campingplätzen oder von der Polizei geduldet auf irgendwelchen Parkplätzen, es sind Menschen untergekommen bei ihnen bis dato völlig unbekannten Portugiesen mit Grundbesitz, in Griechenland auf einem Campingplatz als „Familienangehörige“ deklariert. In Südamerika haben einige ihre Mobile irgendwo untergestellt, auf völlig unbestimmte Zeit und sind mit einem der letzten Flieger nach Hause zu Mama und Papa oder Freunden geflogen. Andere sitzen als Härtefälle in Argentinien auf geschlossenen Campingplätzen, haben da immerhin die Möglichkeit, zu ent- und versorgen, wissen von Gleichgesinnten, die nur wenige Kilometer entfernt auf einem anderen Platz hocken, dürfen aber keinen physischen Kontakt zueinander haben. Umherfahren ist sowieso nirgendwo gestattet, allenfalls kurz zum Einkaufen. Auch die Marokkofahrer, die noch relativ lange versucht haben, sich irgendwie durchzuschlagen, wurden ausgebremst. Da aber hatte Spanien seine Grenzen schon geschlossen und es gab keine Fährverbindungen mehr, nur noch nach Italien, drei Tage Überfahrt für nicht ganz wenig Geld. Hunderte von Wohnmobilen standen zeitweise in langen Schlangen für Tage auf den Zufahrtsstraßen der marokkanischen Häfen. Das waren allerdings nicht alles Fulltimer, sondern Überwinterer, die vermutlich der Meinung waren, dass es doch sooo schlimm nicht kommen würde. Betroffen sind auch nicht nur Wohnmobilfahrer, den Seglern auf der ganzen Welt geht es ganz genauso. Die liegen mit ihren Schiffen zum Großteil in irgendwelchen Häfen rum, dürfen nichts und warten auf den Tag X. Wie wir alle… Enttäuschtes Smiley

Unser Freund Brodo, gemeldet in Schleswig-Holstein, hat Glück. Schleswig-Holstein erlaubt als einziges Bundesland das Reisen innerhalb des Landes, allerdings nur für Menschen, die dort ihren 1. Wohnsitz haben. Natürlich sind auch dort alle touristischen Einrichtungen geschlossen, was dazu führt, dass bei dem schönen Frühlingswetter die Schleswig-Holsteiner mit ihren Wohnmobilen an den Nord-Ostseekanal fahren und sich auf jeden verfügbaren Zufahrtsweg zum Kanal stellen. Stühle und Tische raus und zusammensitzen, wie immer. Und das nicht nur tagsüber. Da wäre es doch sicher besser, die Wohnmobilstellplätze mit Auflagen wieder zu öffnen. Auch wenn nur jeder zweite Platz belegt werden dürfte, was den notwendigen Mindestabstand gewährleisten würde, hätten die Platzbetreiber immerhin 50% ihrer Einnahmen und nicht 100% Ausfall. Und der Inhalt der Toilettenkassetten müsste nicht in die Büsche gekippt werden! Augen rollendes Smiley

Aber natürlich ist das alles schwierig! Es müssen dermaßen viele Entscheidungen in kürzester Zeit getroffen werden und es ergibt sich erst mit Verzögerung, ob sie richtig oder falsch waren, wobei falsch irreparabel sein kann oder ist. So etwas gab es halt in diesen Ausmaßen noch nie und die Ergebnisse der Spanischen Grippe nach dem 1. Weltkrieg sind so grauenvoll, dass man sicher noch einiges aushält, damit sich so etwas nicht wiederholt!!!

Eine nette Geschichte noch zum Schluss:

Während unserer Wintertour habe ich Uschis eBike auf dem Fahrradträger von Oscarlotta mittransportiert, damit es ihren Fahrradträger, den sie ja hochklappen muss, um ihre Aufbautür öffnen zu können, nicht so belastete. In Wismar änderten wir das und ich deponierte meine Karre, mit der ich die Toilettenkassette transportiere und eine neue Gasflasche hole, wieder hinten bei meinem Fahrrad, gegen Diebstahl gesichert mit einem Kabelschloss. Am Mittwoch beschloss ich, der Einfachheit halber, die Karre nicht für die Fahrt zusätzlich zu befestigen, sondern sie samt geöffnetem Schloss und mit abgenommenen Rädern in der Heckgarage zu verstauen.

In Lauterburg angekommen, nahm ich sie heraus, als ich sie das erste Mal wieder brauchte und befestigte sie danach mit besagtem Schloss wieder auf dem Fahrradträger. Das eine Ende des Kabels rastet automatisch in das Schloss ein. Ein paar Tage später brauchte ich die Karre wieder und stellte fest, dass das Schlüsselbund nicht an seinem Platz war! War es runtergefallen oder hatte ich es irgendwo verräumt? Zum Glück hatte ich noch einen Reserveschlüssel. Ich zermarterte mein Hirn. Wann hatte ich das Schloss das letzte Mal aufgeschlossen??? Aus den hintersten Gehirnwindungen entstand langsam ein Bild: Ich hatte das Schloss in Wismar aufgeschlossen und das Schlüsselbund auf eine Schiene des Fahrradträgers gelegt, weil ich beide Hände brauchte, um die Räder von der Karre lösen zu können. Dann hatte ich die Karre verstaut, die Heckgarage verschlossen und das Schlüsselbund vergessen! Mist!!! Irgendwo in Wismar lagen jetzt seit Tagen meine Schlüssel und niemand konnte etwas damit anfangen. Es handelte sich um 7 oder 8 Schlüssel, die alle mit meinem Rad und auch seiner Befestigung auf dem Fahrradträger zu tun haben und nur von vieren hatte ich ein Duplikat. Wann würde das Schlüsselbund von der Schiene gerutscht sein? Noch auf dem Stellplatz oder auf dem benachbarten Firmenparkplatz, auf den ich gefahren war, weil ich einen Telefonanruf bekam oder beim Abbiegen auf die Hauptstraße oder erst beim Verlassen des ersten Kreisverkehrs? Es gab nur drei Optionen: Ich finde mich mit dem Verlust ab und zerstöre alle schlossgesicherten Befestigungen ODER ich rufe beim Fundamt der Stadt Wismar an ODER ich schreibe eine eMail an den Stellplatz. Ich fing hinten an. Drei Tage später, es war der 1. April, erhielt ich eine Antwortmail, die so anfing: „Sie werden es nicht glauben, aber…“ Der Stellplatzbetreiber war zum Hecke schneiden auf den leeren Platz gekommen und fand mein Schlüsselbund im Gras, ganz in der Nähe meines Platzes. Wismar Ich hatte direkt hinter dem Zaun gestanden und musste rechtwinklich und etwas abschüssig durch das Zufahrtstor zum alten Platzteil fahren. Das hatte offensichtlich ausgereicht, um die Schlüssel ins Rutschen zu bringen. Jubel!!! Ich schickte einen frankierten Rückumschlag mit einer Dankeskarte nach Wismar. Dann passierte tagelang nichts. War es ein übler Aprilscherz gewesen? Nein, das konnte nicht sein, dafür war der Kontakt mit einer mir unbekannten Frau zu nett gewesen. Vielleicht hatte sie Urlaub in der Woche vor Ostern? Ich übte mich in Geduld. Und wurde belohnt! Am Ostersamstag war mein Schlüsselbund wieder in meinem Besitz!!! Ein schöneres Ostergeschenk hätte es für mich gar nicht geben können! Verliebt

Fahrrad, Karre und SchlossSchlossSchlüsselbund

Corona-Bänkchen So, ihr Lieben, jetzt mache ich Schreibpause, auf unbestimmte Zeit. Uschi und mir geht es den Umständen entsprechend gut. Wir machen Waldspaziergänge mit „Leihhunden“, trinken unseren Nachmittagskaffee bei dem schönen Wetter am Teich auf den „Corona“-Bänken und wechseln uns mit dem Fahren zum Einkaufen ab, so alle zwei Wochen. Seit letztem Montag mit „Maske“, was ziemlich gewöhnungsbedürftig ist. Und sicher nicht mehr angenehm, wenn es Sommer wird. Aber auch da müssen wir durch! Verglichen mit den meisten anderen Ländern hatten wir ja noch Glück, dass wir nur Kontaktregeln und keine Ausgangssperre hatten. Hoffentlich bleibt es dabei! Denn wie es weitergeht und wie lange noch und was noch alles auf uns zukommen könnte/wird, steht ja in den Sternen. Es sind außer uns nur eine Handvoll anderer Dauerbewohner hier und entsprechend HERRLICH ruhig ist es. Von Tag zu Tag konnte man zusehen, wie der Wald immer grüner wurde. Wintereinbruch Einen Tag, bevor ich hier ankam, sah es noch anders aus! Es ist also nicht ganz furchtbar hier, trotzdem hoffe ich sehr, dass wir irgendwann wieder reisen können. So viel Zeit bleibt uns ja nicht mehr! Ein wenig graust es uns allerdings auch davor, dass in dem Moment, wo das Reisen wieder möglich sein wird, ALLE ihren Nachholbedarf ausleben werden und es überall noch voller sein wird als vorher schon. Vor allem, wenn die Grenzen zu den Lieblingsurlaubsländern weiterhin geschlossen bleiben und die Menschen genötigt sind, ihren Urlaub in Deutschland zu verbringen. Aber soweit ist es ja noch nicht!

Für die, die es interessiert, werde ich wie gehabt jeden Samstag um 18 Uhr ein kleines Lebenszeichen posten, immer hier unten im Anschluss, ohne Benachrichtigungen für unsere Abonnenten. Also schaut einfach ab und zu rein und hinterlasst auch gerne einen Kommentar, wie es euch geht.

Passt gut auf euch auf und bleibt zuversichtlich!
CUL8R!!!

UPDATE vom 9. Mai 2020:
Corona-Lockerungen in BW: Seit Anfang der Woche sind Frisörsalons wieder geöffnet, Zoos und Gottesdienste dürfen wieder besucht werden, alles natürlich mit den entsprechenden Auflagen und Vorsichtsmaßnahmen.
Was sowohl Kinder als auch Eltern besonders freuen dürfte, ist, dass die Absperrungen der Spielplätze aufgehoben wurden. Allerdings soll sich maximal ein Kind pro 10 Quadratmeter Gesamtfläche dort aufhalten und die Kinder müssen in Begleitung Erwachsener sein.
Seit 4. Mai 2020 findet unter strengen Vorgaben des Infektionsschutzes auch der Schulbetrieb in Baden-Württemberg wieder statt – für die Schülerinnen und Schüler an den allgemeinbildenden Schulen, die in diesem und im nächsten Jahr ihre Abschlussprüfungen ablegen, sowie für die Schüler der Prüfungsklassen der beruflichen Schulen. Eine Woche zuvor (seit 27. April 2020) hat BW als eines der ersten Bundesländer überhaupt die Notbetreuung deutlich ausgeweitet, um mehr Eltern entlasten zu können. Auch Kindertagespflegepersonen können seither bis zu fünf Kinder von Eltern oder Alleinerziehenden, die in systemrelevanten Berufen arbeiten oder nachweislich präsenzpflichtig außerhalb der Wohnung tätig sind, betreuen. In der erweiterten Notbetreuung in den Kitas sowie in den Schulen bis Klasse 7 sind inzwischen durchschnittlich etwa zehn Prozent der Kinder. In den Kitas sind es in Einzelfällen derzeit bereits bis zu 25 Prozent der Kinder. Für einen Vergleich: Zuvor, also bis zum 27. April, waren durchschnittlich nur etwa drei Prozent der Kinder in der Notbetreuung, in der Notbetreuung an den Schulen waren es teilweise sogar nur einzelne Kinder.
Quelle: Ministerium für Kultus, Jugend und Sport Baden-Württemberg

Ich bin mit Oscarlotta vom Platz außerhalb der Schranke ein Stück nach innen vorgerückt, weil rund um meinen Platz die Hecke gestutzt werden muss. Seite für Seite und Tag für Tag befreie ich Oscarlotta vom Winterschmutz, schön langsam. Normalerweise fange ich ja mit dem Dach an, aber dazu konnte ich mich noch nicht aufraffen. Und nach unten auf unsere Terrasse, wo Uschi mit Fix und Boxi steht, werde ich erst wechseln, wenn der Campingplatz wieder für die Dauercamper oder Touristen geöffnet werden darf (voraussichtlich ab dem 18. Mai). Im Moment gefällt es mir, hier oben nicht ganz so abgetrennt vom „Leben“ zu sein. Wenn das Leben hier dann wieder tobt, werde ich die Ruhe unten wieder zu schätzen wissen. Falls es sie dann noch gibt, denn wir befürchten, dass der Campingplatz überrannt bzw. überrollt werden wird. Einen noch größeren Zuwachs als in den vergangenen Jahren wird die Vermietung von Wohnmobilen haben, da man mit ihnen autark ist und sich weiterhin separieren kann, aber trotzdem in Urlaub ist. Der Verkauf von Wohnmobilen wird auch nicht stagnieren und die müssen ja alle irgendwohin! Etwa ich?

Fahrrad, Karre und SchlossSchlossSchlüsselbund

UPDATE vom 16. Mai 2020:
Corona-Lockerungen in BW:
– Seit dem 11. Mai dürfen wieder Personen aus zwei verschiedenen Hausständen miteinander Kontakt haben und sich im öffentlichen Raum bewegen, unabhängig von der Anzahl der Personen und ohne den Mindestabstand von 1,5m einhalten zu müssen. Das erlaubt uns, wieder gemeinsam mit Flitzi zum Einkaufen zu fahren. Mal sehen, wann wir davon Gebrauch machen.
– Im privaten Raum dürfen sich mehr als fünf Personen einer Familie treffen, die nicht in gerader Linie (Großeltern, Eltern, Kinder) miteinander verwandt sind, sondern in Seitenlinie (z. B. Geschwister, deren Lebenspartner und Kinder) oder Angehörige eines anderen Haushalts. Ansonsten gilt immer noch die 5-Personen-Obergrenze.
– Alle Geschäfte dürfen, unabhängig von ihrer Größe, wieder geöffnet haben, allerdings nur unter strengen Auflagen zur Hygiene, zur Steuerung des Zutritts und zur Vermeidung von Warteschlangen.
– Musikschulen und Jugendkunstschulen dürfen mit eingeschränktem Betrieb wieder öffnen, ebenso Fahrschulen und Flugschulen.
– Körpernahe Dienstleistungen mit vergleichbaren Hygienestandards wie bei Friseuren dürfen öffnen, also Massagestudios, Kosmetikstudios, Nagelstudios, Tattoo-Studios, Piercingstudios und auch Sonnenstudios.
– In Friseursalons sind gesichtsnahe Dienstleistungen wie Bartpflege, Wimpern färben und Augenbrauen zupfen wieder erlaubt.
– Vergnügungsstätten wie Spielbanken, Spielhallen sowie Wettvermittlungsstellen dürfen unter Hygieneauflagen wieder öffnen, ebenso Freiluft-Sportanlagen für Sportarten ohne Körperkontakt und ebenfalls Hundeschulen und Reitanlagen.
– Sportboothäfen dürfen ihren Betrieb wieder aufnehmen, Luftsport incl. Modellflug ist wieder möglich.
– Das Tragen von Alltagsmasken ist in Läden, im Nahverkehr, in Zügen des Personenfernverkehrs und in Flughafengebäuden verpflichtend.

Am Dienstagnachmittag bin ich mit Oscarlotta kurz entschlossen auf unsere Terrasse zu Uschi und Fix und Boxi umgezogen, nicht ohne vorher noch das Abwasser abzulassen und eine Gasflasche zu tauschen. Die Eisheiligen machen es nötig, wenigstens über Nacht zu heizen. Der Grund für meine “Flucht” war ein ähnlicher Bauzaun wie auf dem Foto, der zwei benötigte PKW-Parkplätze eliminierte, direkt gegenüber meines Platzes. Da ich spätestens am Sonntag sowieso endgültig umgezogen wäre, kam es auf die paar Tage jetzt auch nicht mehr an.

SommersitzBauzaun

Es geschehen nämlich bemerkenswerte Dinge hier am Hirtenteich! Smiley Es geht um die große “Hundewiese”, die bis vor ein paar Jahren noch außerhalb des Campingplatzes lag und inzwischen als Zeltwiese “eingemeindet” wurde. Es gab nur einen Nachteil, die Wiese hat eine ausgeprägte Schräglage. Ein Zelt so aufzubauen, dass man nicht übereinander- oder sogar herauskullert, gestaltete sich schwierig. Laut lachen

"Hundewiese"

Also kam eines schönen Morgens ein kompaktes Raupenfahrzeug – der Chef persönlich auf dem Bock – und schob mal eben von unten nach oben die oberste Gras-/Erdeschicht auf einen riesigen Haufen. Dabei sind leider viele Gänseblümchen ums Leben gekommen und auch der eine oder andere Regenwurm, denn die Vögel hatten es ganz schnell spitzgekriegt, dass ihnen ihre Tagesmahlzeit quasi auf dem Teller serviert wurde! Von morgens um sieben bis abends um sieben röhrte das Arbeitsfahrzeug über den Hang, schob und ebnete das Erdreich mit seiner vorne angebrachten Platte und holte große Felsblöcke mit den hinteren drei “Zinken” heraus. Die Schwäbische Ostalb ist bekannt und berüchtigt für ihre steinigen Böden! Wir atmeten dann doch auf, als nach 12 Stunden der Motor ausgeschaltet wurde. Dieselverbrauch? Schlappe 400 Liter pro Arbeitstag (Reservetank auf dem Pickup-Nissan)!!! Erstauntes Smiley

ErdarbeitenErdarbeitenErdarbeitenErdarbeiten

Am nächsten Tag ging es weiter, wieder arbeitete der Chef der Baufirma allein und zwölf Stunden lang. Jetzt ging es darum, den Hang zu terrassieren. Es war ein Vergnügen, dabei zuzuschauen, vom Lärm mal abgesehen. Dieser Mensch wusste, was zu tun ist! Das schwere Raupenfahrzeug “tanzte” und drehte sich fast auf der Stelle, größere Felsbrocken wurden an passender Stelle wieder eingearbeitet, eine Terrasse nach der anderen entstand und ein geschwungener Fahrweg mittendurch. Am Ende des Arbeitstages sah der Hang so aus:

ErdarbeitenErdarbeitenErdarbeitenErdarbeiten

Dann war erst einmal Baupause. Der nächste Schritt wird sein, Stromkabel zu verlegen und Stromsäulen zu installieren. Und da es Komfortplätze werden, gibt es auch einen Frischwasser- und einen Abwasseranschluss an jedem Platz! Sogar die Toilettenkassetten kann man dann dort entleeren!!! So etwas stellen wir uns für die Phase unseres Lebens vor, wenn uns das Wasser schleppen und vielleicht auch das Reisen zu schwer fallen wird. Trauriges Smiley Aber bis dahin ist hoffentlich noch etwas Zeit! Jetzt genießen wir noch die letzten ruhigen Tage auf einem fast leeren Platz, ab Montag dürfen sowohl Dauercamper als auch Touristen wieder anreisen, allerdings bleiben alle Gemeinschaftsräume geschlossen und man muss zwingend vor Anreise reserviert haben. Auch die Dauercamper müssen sich anmelden, bevor sie auf ihre Parzellen fahren dürfen, damit jederzeit Infektionsketten nachverfolgt werden können. Natürlich müssen die Mindestabstände eingehalten und im Rezeptionsgebäude Alltagsmasken getragen werden. Mal sehen, ob und wie das klappen wird! Etwa ich?

fast leerer Platz

UPDATE vom 23. Mai 2020:
Corona-Lockerungen in BW:
– Seit dem 18. Mai dürfen Restaurants, Gaststätten, Cafés und Eisdielen wieder schrittweise öffnen. Die Öffnungen sollen sowohl für Innen- als auch für Außenbereiche unter strengen Auflagen gelten. Dazu gehören eingeschränkte Öffnungszeiten, Hygienekonzepte und eine Begrenzung der Gästezahlen. Der Besuch einer Speisewirtschaft ist nur alleine oder mit den Angehörigen des eigenen Haushalts und/oder den Angehörigen eines weiteren Haushalts möglich. Bei räumlich abgetrennten geschlossenen Gesellschaften sind in Gaststätten auch Zusammenkünfte mit der erweiterten Familie möglich.
– Die Besuchsregelungen für Krankenhäuser, Alten- und Pflegeheime werden schrittweise gelockert. Die Leitung einer Einrichtung kann entsprechend Besucher zulassen, wenn geeignete Maßnahmen zum Schutz vor Infektionen getroffen wurden und ansonsten körperliche und seelische Schäden durch eine soziale Isolation drohen.

  • Pro Bewohner ist pro Tag grundsätzlich ein Besuch erlaubt. Der Besuch wird dabei auf zwei Personen beschränkt. Ausnahmen sind insbesondere für nahestehende Personen im Rahmen der Sterbebegleitung vorgesehen.
  • Besuche sind nur im Bewohnerzimmer, Besucherzimmern oder anderen geeigneten Besucherbereichen zulässig. Besuche im Bewohnerzimmer können von der Einrichtung ausgeschlossen werden, wenn Besucherzimmer oder andere geeignete Besucherbereiche vorhanden sind.
  • Besuchswünsche sollen bei der Einrichtung vorab angemeldet werden, um den Einrichtungen ein Besuchsmanagement zu ermöglichen. Unangekündigte Besuche sind ohne Einverständnis der Einrichtung nicht möglich.
  • Die Besucher müssen von der Einrichtung registriert werden. Das ist notwendig, um nötigenfalls eine Kontaktnachverfolgung durchführen zu können.
  • Besucher, bei denen eine aktive COVID-19-Erkrankung nicht sicher ausgeschlossen ist oder die innerhalb der Inkubationszeit Kontakt zu einem an COVID-19-Erkrankten hatten, dürfen die Einrichtung nicht betreten, um eine Ansteckung weiterer Personen zu vermeiden.
  • Einrichtungen können aus Gründen des Infektionsschutzes nur nach vorheriger Händedesinfektion betreten werden.
  • In allen Bereichen der Einrichtungen gilt die Masken- und Abstandspflicht.

Für Krankenhäuser sind die folgenden Regelungen geplant:

  • Die Zahl der Besucher in Krankenhäusern soll in der Regel auf einen Besucher pro Tag und Patient beschränkt sein.
  • Besucher, bei denen eine aktive Covid-19-Erkrankung nicht sicher ausgeschlossen ist oder die innerhalb der Inkubationszeit Kontakt zu einem an Covid-19-Erkrankten hatten, dürfen die Einrichtung nicht betreten, um eine Ansteckung weiterer Personen zu vermeiden.
  • Die in vielen Bereichen der Öffentlichkeit üblichen Schutzmaßnahmen wie Tragen eines Mund-Nasen-Schutzes, das Einhalten des Mindestabstands sowie die hygienische Händedesinfektion sind auch im Krankenhaus einzuhalten. Die Einrichtungsleitung kann Ausnahmen zulassen, insbesondere im Rahmen der Sterbebegleitung oder zur Unterstützung der Patientinnen und Patienten bei der Nahrungsaufnahme.
  • Das Krankenhaus muss für bestimmte hochgradig infektionsgefährdete Patientengruppen wie beispielsweise Patienten nach Knochenmarkstransplantation weitergehende Schutzmaßnahmen veranlassen. Diese können je nach medizinischer Einschätzung bis zu einem kompletten Besuchsverbot reichen.
    Quelle: Heidenheimer Zeitung

– Campingplätze (sowie Wohnmobilstellplätze) dürfen wieder öffnen für Übernachtungen in Wohnwagen, Wohnmobilen oder festen Mietunterkünften. Auch die Beherbergung in Ferienwohnungen und vergleichbaren Wohnungen wird wieder zugelassen. Das gilt jeweils nur, soweit eine Selbstversorgung möglich ist. Die Nutzung von Gemeinschaftseinrichtungen ist untersagt.

– Freizeiteinrichtungen im Freiluftbereich wie Ausflugsziele, für die Eintrittsgeld zu entrichten ist, dürfen unter Auflagen öffnen. Das gilt nicht für Freizeitparks.

– Fahrgastschiffe dürfen wieder fahren. Wie in anderen Verkehrsträgern gilt die Maskenpflicht. In der Fahrgastschifffahrt ist aufgrund des vorhandenen relativ großen Raumes, der möglichen Durchlüftung und der weitgehenden Beförderung im Freien das Infektionsrisiko gering, weshalb neben der bestehenden Maskenpflicht auf eine zusätzliche Abstandspflicht verzichtet werden kann.

Persönliche Anmerkung:
Überall im öffentlichen Raum dürfen sich unter Androhung von Verwarnungen und/oder Bußgeldern nur die Angehörigen der erweiterten Familie bzw. die Angehörigen zweier Haushalte treffen. Auf Fahrgastschiffen scheint das nicht kontrolliert zu werden und einen Mindestabstand braucht man auch nicht einzuhalten??? Na, dann wäre das doch die perfekte Location gewesen für die ganzen „Väter“ an Christi Himmelfahrt. Immer schön alleine oder zu zweit oder als „Wohngemeinschaft“ an Bord gehen, sich nett zusammensetzen und gegebenenfalls behaupten, dass man sich gerade erst auf dem Deck kennengelernt hat. Würde allerdings nur Sinn machen, wenn die Gastronomie an Bord geöffnet ist. Denn mit Bierwagen würde man wohl eher nicht aufs Schiff gelassen werden! Smiley mit geöffnetem Mund

Für unseren Campingplatz gelten „diese“ Bedingungen. Eine Beschränkung der Belegungskapazität gibt es nicht. Ab Montag kam es wie erwartet. Noch etwas zögerlich rollten die ersten Wohnmobile an und binnen zweier Tage wandelte sich das Bild eines verwaisten Platzes in das gewohnte Urlaubssaison-Aussehen. Ausgebucht sind wir zwar noch nicht, aber das wird wohl spätestens zu Pfingsten so sein. Interessant, dass plötzlich alle Wohnmobilisten und auch die Dauercamper ihr eigenes Bad benutzen können!!! Zwinkerndes Smiley Alle scheinen überaus glücklich zu sein, endlich wieder campen zu dürfen. Und dass sogar die Campingplatzgaststätte wieder geöffnet ist, macht das Glück (fast) perfekt. Schwimmbad und Sauna sind nämlich noch nicht zugänglich, der Spielplatz nur mit den üblichen Auflagen. Aber das wird auch wieder, zu Pfingsten wird es aller Voraussicht nach weitere Lockerungen geben.

"Hundewiese"SommersitzBauzaunSommersitzBauzaun

Wie erwartet kam es offenbar auch in Niedersachsen. Auch dort durften die Camping- und Stellplätze wieder öffnen, allerdings begrenzt Niedersachsen die Kapazitäten auf 50%. In Greetsiel, wo wir ja Ende Februar noch waren, hat das zum Ergebnis, dass nur jede 2. Parzelle belegt werden durfte, also insgesamt max. 30 Mobile dürfen dort stehen. Es kamen zum Vatertagswochenende aber 90! Als der Platz (halb)voll war, blieben die anderen einfach auf dem vorgelagerten PKW-Parkplatz stehen, auf dem Wohnmobile für einen Tagespreis von €8 ohne die Möglichkeit, Strom zu bekommen, auch stehen dürfen, so weit ich weiß, auch über Nacht. SO ist das aber vermutlich nicht gedacht und es würde uns wirklich interessieren, ob die Polizei eingeschritten ist und welche Maßnahmen sie ergriffen hat. Alle wegschicken? Nur die wegschicken, die nicht genauso viel Abstand zwischen ihren Mobilen hatten wie die auf dem offiziellen Stellplatz? Oder blieb alles unkontrolliert und ohne Maßnahmen?
Vom Stellplatz in Nordhorn vermute ich, dass einfach nur die hintere Hälfte des Platzes abgetrennt wurde. Das wäre zwar die einfachste, aber nicht die effektivste Lösung, weil es nicht für mehr Abstand zwischen den Mobilen sorgt. Der Platz ist nicht parzelliert, man müsste also die Regel aufstellen, dass zwischen den Mobilen (sie stehen hintereinander) immer eine Wagenlänge Platz frei bleiben muss. Das müsste natürlich kontrolliert werden! Da der Platz über einen Parkscheinautomaten bezahlt wird, kommt aber sowieso jeden Tag ein Bediensteter der Stadt vorbei. Wäre also kein Problem! Ich warte aktuell noch auf nähere Infos und Fotos. Wenn ich sie habe, reiche ich sie hier nach! Smiley

Nachtrag:
Nordhorn hat die Vorgaben der Landesregierung gut umgesetzt, mit viel Aufwand sogar. Jeder zweite Platz in der Länge mindestens eines Wohnmobils ist abgesperrt. Offenbar vertraut man nicht darauf, dass die Wohnmobilisten das eigenverantwortlich regeln. So ist auf jeden Fall gewährleistet, dass sich nicht noch jemand dazwischen quetschen kann und der Kontrollaufwand hält sich in Grenzen. Daumen hoch

Stellplatz NordhornStellplatz Nordhorn

Schön geht vielleicht anders, aber die mediale Berichterstattung aus anderen beliebten Städten/Gegenden des Landes zeigt, dass entsprechend unserer Befürchtungen mindestens jeder Zweite, der ein Wohnmobil besitzt, jetzt auch endlich wieder damit fahren will! Die vorhandenen Stellplätze reichen dafür nicht ansatzweise aus und so werden jetzt gerade sämtliche Wald-, Friedhofs-, Schul- und sonstige Parkplätze mit Beschlag belegt. Seinen Abfall lässt man gerne dort zurück und so manche Toilettenkassette wird wohl ins Gebüsch entleert werden. Dass dieses Verhalten, wenn es jetzt noch gehäufter auftritt als sonst schon, nicht für eine Akzeptanz bei der nicht Wohnmobil fahrenden Anwohnerschaft führen kann, liegt auf der Hand. In der Corona-Krise werden gerade ja an allen möglichen Stellen Missstände deutlich. Einer davon ist sicherlich, dass zwar jedes weitere Jahr immer noch mehr Wohnmobile als im Vorjahr gefertigt und verkauft werden, die Anzahl der Camping- und Stellplätze aber nicht entsprechend steigt. Für uns bedeutet das, dass wir diesen Sommer nirgendwo hinfahren werden. Auch, weil man sich nicht sicher sein kann, dass man z. B. im Ausland willkommen ist. Auf der einen Seite wird zwar das Geld gebraucht, das Touristen bringen, auf der anderen Seite ist aber vielerorts die Angst groß, dass auch das Virus mitgebracht wird. Mehrere Bürgermeister, z. B. der von Cuxhaven, sowie der Ministerpräsident der Niederlande bitten eindringlich darum, doch bitte über Pfingsten noch nicht zu kommen.

UPDATE vom 30. Mai 2020:
Corona-Lockerungen in BW:
– Zu Pfingsten dürfen Campingplätze ab dem 29. Mai 2020 die Sanitäranlagen wieder öffnen, es gilt aber weiterhin, den Mindestabstand einzuhalten und möglichst eine Mund-Nasen-Bedeckung zu tragen. In den Waschräumen müssen einzelne Waschbecken durch geeignete Maßnahmen von der Benutzung ausgeschlossen werden, wenn der Mindestabstand sonst nicht eingehalten werden kann. Weiterhin geöffnet werden dürfen die Gemeinschaftsräume wie Spül- und Waschküchen, die aber u. U. nur von einer Person oder den Personen eines Haushalts betreten werden dürfen.
– Hotels und andere Beherbungsbetriebe sowie Freizeitparks können ebenfalls am 29. Mai wieder öffnen. Überall gelten eingeschränkte Öffnungszeiten, Hygienekonzepte und eine Begrenzung der Gästezahlen.
– Kneipen und Bars dürfen im Zuge der Gleichbehandlung mit Speisegaststätten ihre Außenbereiche ab dem 30. Mai wieder für Gäste freigeben.
– Auch Fitnessstudios, Tanzschulen, Kletterhallen oder Indoorsporthallen sollen ab dem 31. Mai unter Einhaltung bestimmter Hygienevorschriften wieder in Betrieb gehen können.
– Spaß- und Freizeitbäder sollen nur für Schwimmkurse und -unterricht wieder öffnen dürfen.
– Die Kontaktregeln gelten nach wie vor.

Die offiziellen Regeln für den Spielplatzbereich unseres Campingplatzes sind auch da:

SpielplatzregelnSpielplatz

Bei uns gibt es nichts Neues zu berichten, es passiert halt gerade nichts. Das Einkaufen mit Mund-Nasen-Schutz macht nicht wirklich Spaß und nach einem Bummel in Aalen war uns auch noch nicht. Bei jedem Geschäft Mundschutz anlegen und danach wieder abnehmen? Lästig! Die ganze Zeit tragen? Noch lästiger! Der Spaßfaktor bei allen Unternehmungen hält sich sehr in Grenzen und die Aussicht, dass das noch eine ganze Weile so bleiben wird, trägt nicht gerade dazu bei, besonders zuversichtlich in die Zukunft zu schauen. Wir versuchen, es uns auf unserem Campingplatz so schön wie möglich zu machen und weichen auch schon mal auf einen der Nachbarplätze aus, um noch ein wenig Abendsonne einzufangen.

AbendstimmungAbendstimmungAbendstimmung

Da die Sanitärgebäude wieder offen sind, werden auch wieder Leute mit Zelt kommen und auch Bewohner für die Schlaffässer, dann entfällt diese Option für uns. Wenn es richtig heiß ist, sind wir über den Schatten auf unserer Terrasse ja froh, aber zur Zeit freut man sich noch, wenn man in der Sonne sitzen kann.

Wir wünschen euch sonnige, friedliche, geruhsame, zufriedene

Pfingsttage mit Zuversicht und Gelassenheit

und vielleicht einigen wohltuenden zwischenmenschlichen Kontakten,

ob nun real oder virtuell.

UPDATE vom 06. Juni 2020:
Corona-Lockerungen in BW:
– Ab dem 1. Juni können in Baden-Württemberg neue Lockerungen in Kraft treten. Demnach dürfen bei privaten Feiern wie Hochzeiten oder Geburtstagen in geschlossenen Räumen bis zu zehn Personen, im Freien bis zu 20 Personen teilnehmen. Auch für öffentliche Veranstaltungen wurden erste Lockerungen in Aussicht gestellt. So sollen ab dem 1. Juni auch wieder öffentliche Veranstaltungen mit bis zu 100 Personen möglich sein. Hier sei allerdings vorausgesetzt, dass es feste Sitzplätze gebe und die Hygiene- und Abstandsregeln eingehalten würden. Davon profitieren vor allem Kinos und Theater.
Das Kabinett hat zudem beschlossen, dass Großveranstaltungen wie Volksfeste, Dorf- und Schützenfeste, sowie Open-Air-Konzerte, bei denen nicht zu kontrollieren ist, wer sie besucht, auf jeden Fall bis zum 31. August verboten bleiben sollen.
– Schwimm- und Hallenbäder sowie Thermal- und Spaßbäder, einschließlich Badeseen mit kontrolliertem Zugang, dürfen ab dem 4. Juni betrieben werden. Der erlaubte Betrieb umfasst auch Nebenanlagen, die untergeordnet und für den Betrieb notwendig sind, insbesondere Sekretariat und Toiletten.
Voraussetzung für den Betrieb von Bädern im Sinne des Absatzes 1 ist die
Wahrung folgender Grundsätze des Infektionsschutzes:

1. die Anzahl der am Badebetrieb teilnehmenden Personen ist durch geeignete Maßnahmen zu beschränken;
a) in Schwimmerbecken errechnet sich die maximale Anzahl an Personen, die sich gleichzeitig im Becken aufhalten, aus der Wasserfläche mit 10 Quadratmetern pro Person; abweichend hiervon kann die Wasserfläche in einzelne Bahnen, möglichst mit Leinen oder anderen geeigneten Markierungen, unterteilt werden; innerhalb der Bahnen ist ein Einbahnsystem einzuführen; dabei kann jede Bahn auf einer Bahnlänge von 50 Metern von maximal zehn Personen gleichzeitig genutzt werden; es ist darauf zu achten, dass kein Aufschwimmen oder Überholen stattfindet;
b) in Nichtschwimmerbecken errechnet sich die maximale Anzahl an Personen, die sich gleichzeitig im Becken aufhalten, aus der Wasserfläche mit 4 Quadratmetern pro Person;
c) in ausgewiesenen Therapiebecken errechnet sich die maximale Anzahl an Personen, die sich gleichzeitig im Becken aufhalten, aus der Wasserfläche mit 4,5 Quadratmetern pro Person bei Schwimmerbecken und mit 2,7 Quadratmetern pro Person bei Nichtschwimmerbecken;
d) für Liegewiesen und Liegeflächen errechnet sich die maximale Anzahl an Personen, die sich gleichzeitig auf diesen niederlassen, aus der Liegefläche mit 10 Quadratmetern pro Person; für die Bestimmung der maximalen Personenzahl in den Bädern insgesamt sind sowohl die Wasserfläche als auch die Liegefläche heranzuziehen.
2. während des gesamten Badebetriebs muss ein Abstand von mindestens 1,5 Metern zwischen sämtlichen anwesenden Personen, die nicht unter § 3 Absatz 2 Satz 2 CoronaVO fallen, durchgängig eingehalten werden; Körperkontakt, insbesondere Händeschütteln und Umarmen, ist zu vermeiden; dies gilt nicht für Personen im Sinne des § 3 Absatz 2 Satz 2 CoronaVO;
3. falls Räumlichkeiten, insbesondere Toiletten, die Einhaltung des Mindestabstands nicht zulassen, ist die Anzahl der Personen, die die Toiletten gleichzeitig benutzen dürfen, entsprechend zu beschränken;
4. Zu- und Ausstiege aus den Becken sind räumlich voneinander zu trennen; sofern dies nicht möglich ist, ist auf andere Weise sicherzustellen, dass der Mindestabstand beim Betreten und Verlassen der Becken eingehalten werden kann; die Betreiber haben darauf hinzuwirken, dass im Rahmen der örtlichen Gegebenheiten der Zutritt zu Sprungtürmen, Wasserrutschen und ähnlichen Attraktionen gesteuert wird und Warteschlangen vermieden werden;
5. Kontakte außerhalb der Schwimmbecken und der einzelnen Attraktionen sind auf ein Mindestmaß zu beschränken; Ansammlungen im Eingangsbereich sind untersagt; die Betreiber haben darauf hinzuwirken, dass im Rahmen der örtlichen Gegebenheiten und des Notwendigen der Zutritt zu den Bädern gesteuert wird und Warteschlangen vermieden werden, insbesondere durch vorherige Reservierung oder Ticketbuchung;
6. es dürfen ausschließlich persönliche Schwimm- und Trainingsutensilien, insbesondere Schwimmflügel und Schwimmbrillen, verwendet werden, sofern diese in der Badeordnung zugelassen sind;
7. bei der Umkleide sollen möglichst Einzelkabinen genutzt und die Anzahl der Spinde entsprechend eingeschränkt werden, um den Mindestabstand sicherzustellen;
8. das Duschen vor dem Baden ist in Abhängigkeit von den örtlichen Gegebenheiten in Kleinstgruppen durchzuführen; dabei ist im Duschraum eine maximale Anzahl von drei Personen pro 20 Quadratmetern einzuhalten; das Duschen nach dem Baden findet nicht im Duschraum statt; auf das Föhnen der Haare soll nach Möglichkeit verzichtet werden;
9. Textilien, insbesondere Handtücher und Bademäntel, die an die Nutzerinnen oder Nutzer ausgegeben werden, sind nach jeder Nutzerin und jedem Nutzer auszutauschen;
10. die Betreiberinnen und Betreiber der Bäder müssen gewährleisten, dass die erforderlichen Hygiene- und Infektionsschutzmaßnahmen durchgeführt werden können, insbesondere müssen
a) ausreichende Schutzabstände bei der Nutzung von Verkehrswegen sichergestellt werden,
b) ausreichend Hygienemittel wie Seife und Einmalhandtücher zum Händewaschen zur Verfügung stehen; sofern dies nicht gewährleistet ist, müssen Handdesinfektionsmittel zur Verfügung gestellt werden,
c) Sitz- und Liegeflächen sowie Barfuß- und Sanitärbereiche täglich gereinigt werden; Handläufe an Beckenleitern, Wasserrutschen und Sprunganlagen sind mehrmals täglich zu reinigen;
d) alle gegebenen Möglichkeiten der Durchlüftung aller geschlossenen Räumlichkeiten, die dem Aufenthalt von Nutzerinnen und Nutzern dienen, genutzt werden.
(4) Schwimmkurse und Schwimmunterricht, einschließlich Trainingseinheiten und Angebote von Sportvereinen, dürfen ausschließlich individuell oder in Gruppen von maximal zehn Personen erfolgen. Schwimmunterricht findet in, möglichst mit Leinen getrennten, Bahnen statt. Dabei kann jede Bahn auf einer Bahnlänge von 50 Metern von maximal zehn Personen gleichzeitig genutzt werden. Es ist darauf zu achten, dass kein Aufschwimmen oder Überholen stattfindet. Bei Schwimmkursen muss die genutzte Wasserfläche so bemessen sein, dass pro Person mindestens 10 Quadratmeter Wasserfläche zur Verfügung stehen. Es dürfen ausschließlich persönliche Trainingsutensilien, insbesondere Paddles, Schwimmbretter, Pull Buoys und Schwimmflossen, verwendet werden.
(5) Die Betreiberin oder der Betreiber hat für jedes Becken sowie für jede Attraktion eine Person zu bestimmen, die für die Einhaltung der in den Absätzen 2 und 4 genannten Regeln verantwortlich ist.
(6) Die Betreiberin oder der Betreiber hat, ausschließlich zum Zweck der Auskunftserteilung gegenüber dem Gesundheitsamt oder der Ortspolizeibehörde nach §§ 16, 25 IfSG, die folgenden Daten bei den Nutzerinnen und Nutzer zu erheben und zu speichern, sofern die Daten nicht bereits vorliegen:
1. Name und Vorname der Nutzerin oder des Nutzers,
2. Datum sowie Beginn des Besuchs unter Angabe der maximal zulässigen Badezeit entsprechend dem gekauften Ticket, und
3. Telefonnummer oder Adresse der Nutzerin oder des Nutzers.
Die Nutzerinnen und Nutzer dürfen Bäder im Sinne des Absatzes 1 nur besuchen, wenn sie die Daten nach Satz 1 der Betreiberin oder dem Betreiber vollständig und zutreffend zur Verfügung stellen. Diese Daten sind von der Betreiberin oder dem Betreiber vier Wochen nach Erhebung zu löschen. Die allgemeinen Bestimmungen über die Verarbeitung personenbezogener Daten bleiben unberührt.
Quelle: Verordnung des Kultusministeriums und des Sozialministeriums über Sportstätten

Persönliche Anmerkung:
DER WAHNSINN!!! Erstauntes Smiley Wer soll das denn alles umsetzen und dann auch noch kontrollieren??? Bei Sport- und Tanzveranstaltungen in geschlossenen Räumen sieht es ganz genauso aus. Für unseren Campingplatz ist somit klar, dass das Schwimmbecken diesen Sommer ohne Wasser bleiben wird!

– Nach den Pfingstferien, also ab dem 15. Juni, sollen alle Schülerinnen und Schüler in einem rollierenden System Präsenzunterricht bekommen, der mit den Fernlernangeboten verzahnt werden soll. Dafür stehen bis zu den Sommerferien sechs Wochen zur Verfügung, die erweiterte Notbetreuung läuft daneben weiter. Darüber hinaus richten die Schulen für Schülerinnen und Schüler aller Jahrgangsstufen, die in den vergangenen Wochen weder digital noch analog erreicht wurden, Lerngruppen an den Schulen ein. Mit diesen Förderangeboten soll den Schülern ermöglicht werden, den Stoff aufzuholen, zu wiederholen und zu vertiefen, damit sie Anschluss halten können. In den Sommerferien wird das Kultusministerium zudem freiwillige Lern- und Förderangebote anbieten und damit Schülerinnen und Schülern, die sich unsicher fühlen und mehr üben möchten, die Möglichkeit geben, Lerninhalte zu wiederholen, zu vertiefen und gezielt an Lernschwierigkeiten zu arbeiten.
– Ein Präsenzunterricht an den Grundschulen soll rollierend angeboten werden, um alle Klassenstufen und alle Kinder zu erreichen. Das rollierende System sieht so aus, dass die Kinder im wöchentlichen Wechsel an die Schule kommen – eine Woche die Erst- und Drittklässler, eine Woche die Zweit- und Viertklässler. Der Turnus sieht immer eine Woche Unterricht an der Schule und dann wieder eine Woche Fernlernen von zu Hause aus vor. Damit ist nach den Pfingstferien immer die Hälfte der Grundschüler an der Schule. Da die Schülerinnen und Schüler der Grundschulen mit Fernlernangeboten schwerer zu erreichen sind als die Schülerinnen und Schüler der weiterführenden Schulen, sieht man es als wichtig an, die drei Wochen pro Klassenstufe nach Pfingsten im Präsenzunterricht zu nutzen, um den Lernstand abzugleichen und Inhalte zu vermitteln und zu vertiefen. Der Schwerpunkt liegt auf Deutsch, Mathematik und Sachunterricht – Noten und Klassenarbeiten sollen zweitrangig sein.
– Für das rollierende System an den Gymnasien, Realschulen, Haupt- und Werkrealschulen, Gemeinschaftsschulen sieht das Kultusministerium folgenden Rhythmus vor: In den sechs Schulwochen, die noch anstehen, sollen im wöchentlichen Wechsel die Klassen 5/6, 7/8 aller Schularten und 9/10 am Gymnasium in Präsenzphasen an den Schulen einbezogen werden. So haben alle Schülerinnen und Schüler bis Schuljahresende noch mindestens zwei Schulwochen Präsenzunterricht an der Schule. Zusätzlich richten die Schulen gezielte Lerngruppen vor Ort für Schülerinnen und Schüler ein, die mit den Fernlernangeboten gar nicht oder nicht gut erreicht werden konnten.
– Eine Ausnahme gilt für die Jahrgänge, die bereits am 4. Mai gestartet sind und in diesem oder im nächsten Jahr vor dem Abschluss stehen. Sie bleiben dauerhaft in der Präsenz.
„Wir reden nicht von einem regulären Schulbetrieb wie vor der Corona-Pandemie. Das heißt, dass es jetzt nicht darum gehen darf, noch möglichst viele schriftliche Arbeiten nachzuholen“, betont Kultusministerin Dr. Susanne Eisenmann.
Quelle: Ministerium für Kultus, Jugend und Sport Baden Württemberg

Persönliche Anmerkung:
Da man nicht in vollständiger Klassenstärke unterrichten kann/darf/sollte, reduziert sich die Anzahl der Unterrichtsstunden noch einmal um die Hälfte. Da bleibt nicht mehr viel übrig! Und nach den Sommerferien ist die Gesamtsituation schätzungsweise immer noch die gleiche. Erstauntes Smiley

– Die Kontaktregeln gelten offenbar nach wie vor, obwohl sie bis zum 5. Juni befristet waren. Ich habe aber weder gestern noch heute dazu Informationen gefunden.

Nach drei Monaten war ich am Donnerstag endlich wieder beim Frisör! Smiley Nach der Wiedereröffnung der Frisörsalons Anfang Mai habe ich mal vorsichtshalber noch etwas gewartet und der Chef unseres Stammsalons bestätigte, dass die ersten drei Wochen heftig gewesen seien. Behandelt wird man nur nach telefonischer Reservierung, damit es zu keinem Wartestau kommt, außer ihm arbeiten nur zwei Angestellte, alle (auch die Kunden) müssen einen Mund-Nasen-Schutz tragen, Haare werden nur geschnitten, wenn sie vorher gewaschen werden und man muss natürlich seine Personalien angeben, zwecks Kontaktrückverfolgung im Falle eines Infektionsgeschehens. Alles etwas gewöhnungsbedürftig, aber akzeptabel. Nicht akzeptabel fand ich, dass ich mich in eine Liste eintragen musste, in der die Daten der Kunden vor mir aufgelistet waren. Das ist datenschutzrechtlich nicht in Ordnung und das sagte ich dem Chef auch. Immerhin will er keine Adresse, sondern „nur“ eine Telefonnummer. Aber das könnte man natürlich besser handhaben! Uschi fährt am Dienstag hin und wird ihm dazu einen Vorschlag machen. Strebersmiley
Danach fuhr ich noch bei Rewe vorbei, um Brot zu kaufen. Der Zugang zum vorgelagerten Bäckereistand ist schon lange vom eigentlichen Supermarkteingang abgetrennt und führt einbahnstraßenartig durch den Nebeneingang des Bäckereicafés. Ich registrierte, dass zwei oder drei Tische freigegeben waren, kaufte mein Brot, brachte es zu Flitzi, zögerte kurz und ging dann zielstrebig wieder zurück. Cooles Smiley

Abendstimmung

UPDATE vom 13. Juni 2020:
Die ursprünglich bis zum 5. Juni befristeten bundesweiten Kontaktregeln sollten offenbar bis zum Ende des Monats verlängert werden, jedoch scheint jetzt jedes Bundesland mal wieder sein eigenes Süppchen zu kochen.
Eine wichtige Regelung, wie viele Menschen sich aktuell in der Öffentlichkeit treffen dürfen, ist fast geräuschlos in Kraft getreten. Es war eine recht weitreichende Lockerung, die beinahe unbemerkt geblieben wäre: In Baden-Württemberg dürfen sich jetzt bis zu zehn Personen in der Öffentlichkeit treffen! Das steht zwar in der verbindlichen aktuellen Corona-Verordnung und auch auf der Internetseite der Landesregierung unter den wesentlichen Änderungen. In ihrer wöchentlichen Pressekonferenz am Dienstag hingegen schwieg die Landesregierung. Eine separate Mitteilung gab es auch nicht. Ein Regierungssprecher sagt, man hätte das durchaus kommunizieren können, aber es sei nicht im Kabinett, sondern bereits zuvor beschlossen worden. Ansonsten habe man in der Krise „zu 90 bis 95 Prozent“ alles zur rechten Zeit kommuniziert. Dass es hier und da Fehler gebe, sei nicht zu vermeiden. Es sei der Preis, den die Regierung dafür zahle, dass sie in der Pandemie sehr schnell agiere.
Die Polizei befürchtet, dass die Bürger gar nicht mehr wissen, was sie dürfen. Der Landesvorsitzende der Polizeigewerkschaft in Baden-Württemberg, Ralf Kusterer, meint, die Informationspolitik der Landesregierung sei mit jeder Lockerung schlechter geworden. Bürger wüssten oft gar nicht mehr, was sie dürften und was nicht. Auch die Polizei, die ja kontrollieren soll, wie die Regelungen eingehalten werden, erfahre oft erst spät von Änderungen. „Da noch rechtssicher einzuschreiten, ist wirklich schwierig“, sagte Kusterer dem SWR. Im Zweifel würden die Polizisten nicht eingreifen, wenn sie nicht sicher seien.
Im Fall der zehn Personen oder zwei Haushalte (zwei??? – siehe unten), die jetzt wieder in der Öffentlichkeit zusammenkommen dürfen, reichte die Landesregierung die Information schließlich nach. Am Mittwochvormittag veröffentlichte sie einen entsprechenden Beitrag auf Facebook.
Quelle: swr.de

Corona-Lockerungen in BW:
– Ab dem 10. Juni ist der Aufenthalt im öffentlichen Raum künftig in einer Gruppe mit Angehörigen von bis zu zwei Haushalten oder bis zu zehn Personen gestattet. Bisher durfte man sich im öffentlichen Raum nur mit den Personen eines weiteren Haushalts treffen.
Quelle: https://www.baden-wuerttemberg.de/de/service/aktuelle-infos-zu-corona/aktuelle-corona-verordnung-des-landes-baden-wuerttemberg/

Persönliche Anmerkung:
Ich verstehe diese Formulierung nicht!!! Verwirrtes Smiley Eine Gruppe von „bis zu zwei Haushalten“ sind ein ODER zwei Haushalte, richtig??? Das wäre aber ja genau das, was bisher auch erlaubt war, also dass man sich nur mit den Personen eines weiteren Haushalts treffen durfte. Das Wort „bisher“ impliziert aber eine Veränderung, vermutlich, dass sich jetzt drei Haushalte miteinander treffen dürfen??? Oder durfte ich mich nur als EINZELPERSON mit den Personen eines weiteren Haushalts treffen und jetzt dürfen das zwei Gesamthaushalte??? Oder fehlt einfach nur das Wörtchen „weiteren“ (ist der Aufenthalt im öffentlichen Raum künftig in einer Gruppe mit Angehörigen von bis zu zwei WEITEREN Haushalten…)? Also MEIN Haushalt plus zwei weitere? Und wenn „ODER bis zu 10 Personen“ bedeutet, Personen aus bis zu 10 Haushalten, dann ist das doch sowieso egal. Warum sagt man dann nicht ganz einfach, es dürfen sich im öffentlichen Raum Gruppen mit maximal 10 Personen treffen??? Augen rollendes Smiley Das wäre dann doch auch mit einem Blick (vorausgesetzt, dass man mit einem Blick oder überhaupt bis 10 zählen kann Smiley mit geöffnetem Mund) nachprüfbar.
Ich befragte die FAQs:

– „Wie ist Familie im öffentlichen Raum zu verstehen?“
Im öffentlichen Raum ist der Begriff „Familie“ gleichbedeutend mit dem Begriff „Haushalt“ zu verstehen. Es kommt hier nicht auf den Verwandtschaftsgrad, sondern auf das Zusammenwohnen an.

– „Wie viele Personen dürfen im öffentlichen Raum zusammenkommen?“
Maximal zehn Personen dürfen zusammenkommen, wenn Angehörige von mindestens drei Hausständen zusammenkommen. Das bedeutet, dass somit zehn Einzelpersonen aus unterschiedlichen Hausständen zusammenkommen können. Haben beispielsweise zwei Hausstände zusammen weniger als 10 Personen, dann können weitere Haushalte/Personen dazu kommen, bis die Personengrenze erreicht ist. Der Mindestabstand innerhalb der Gruppe muss untereinander NICHT eingehalten werden.

Persönliche Anmerkung:
MINDESTENS drei Hausstände!?!? Zwei Hausstände, die bereits aus 10 Personen bestehen (zwei kinderreiche Familien oder eine plus Wohngemeinschaft z. B.) dürften sich dann nach der Formulierung GAR NICHT treffen?!?! Verwirrtes Smiley

– „Zählen Kinder als Personen?“
Ja, Kinder zählen als eigenständige Personen.

– „Darf man draußen mit zwei Freund*innen laufen?“
Ja, das ist möglich. Im öffentlichen Raum dürfen bis zu zehn Personen aus unterschiedlichen Haushalten zusammenkommen.

– „Dürfen zwei Familien sich mit einer weiteren Person draußen unterhalten?“
Ja, da es sich dann um drei Haushalte handelt, es dürfen aber maximal zehn Personen zusammenkommen.

– „Was ist mit dem Garten?“
Für den Garten gelten die gleichen Regeln wie für die Wohnung.

Und damit wären wir bei den Regeln für den privaten Raum:

– Bei Veranstaltungen und sonstigen Ansammlungen außerhalb des öffentlichen Raums dürfen sich jetzt bis zu 20 statt bisher nur zehn Personen aus mehreren Haushalten treffen oder ohne zahlenmäßige Beschränkung, wenn alle Personen miteinander verwandt sind.

Noch etwas lustiges:
– „Wie viele dürfen im Auto mitfahren?“
Grundsätzlich erfolgen auch Fahrten mit privaten Kraftfahrzeugen im öffentlichen Raum. Deshalb gelten auch in privaten Kraftfahrzeugen die entsprechenden Regelungen. Theoretisch könnten also maximal zehn Personen in einem Auto fahren.
Alle im Auto sollten eine Maske tragen, da sie lange auf engen Raum zusammen sind und so ein besonderes Infektionsrisiko besteht.

Quelle: https://www.baden-wuerttemberg.de/de/service/aktuelle-infos-zu-corona/faq-corona-verordnung/

Persönliche Anmerkung:
Ich höre den Amtsschimmel LAUT wiehern! UND – als Nichtschwabe muss ich doch mit etwas (nur ein wenig) Genugtuung anmerken, dass die Schwaben eben doch nicht alles können außer hochdeutsch, wie sie gerne betonen. In Sachen Formulierung wäre durchaus noch etwas Luft nach oben. Oder sollte es dann einfach doch nur am Hochdeutschen liegen??? Cooles Smiley

Das trübe, kühle und regnerische Wetter der letzten Woche habe ich dazu genutzt, meine 50 Jahre alte Nähmaschine nach 5 Jahren wieder zu reaktivieren. Sie fährt, auf einer dicken Schaumstoffplatte stehend, in Oscarlotta mit und ich war gespannt, ob und wie sie die Erschütterungen verkraftet hatte. Tja, das war früher eben noch Qualitätsarbeit! Sie brauchte ein paar Tropfen Öl und ein paar Umdrehungen, danach schnurrte sie los. Verliebt

Abendstimmung

UPDATE vom 20. Juni 2020:
Die Ministerpräsidentenkonferenz mit der Bundeskanzlerin fand am 17. Juni zum ersten Mal nach langer Zeit wieder im persönlichen Austausch in Berlin statt. Das aktuelle Infektionsgeschehen und die wirtschaftlichen Folgen der Corona-Pandemie standen auf der Agenda der Beratungen zwischen der Bundesregierung und den Regierungschefs der Länder. Trotz aktuell beständig kleinerer Infektionszahlen haben sich Bund und Länder darauf verständigt, dass bestimmte „Basismaßnahmen“ zum gegenseitigen Schutz vor Ansteckung weiterhin gelten. Dazu gehört der Mindestabstand von 1,5 Metern, das Tragen des Mund-Nasen-Schutzes in bestimmten öffentlichen Bereichen, verstärkte Hygienemaßnahmen und das Instrument der Kontaktbeschränkungen.
„Solange es kein Medikament und keinen Impfstoff gibt, müssen wir mit der Pandemie leben“, erklärte Kanzlerin Merkel dazu. Dies zeigten auch lokale Ausbruchsgeschehen, die dort stattfänden, „wo die Abstandsregelungen systematisch nicht eingehalten werden können“. Die Botschaft an die Menschen sei: „Ihr müsst weiter auf den Abstand achten und dieser Abstand ist einzuhalten. Das ist sehr, sehr ernst gemeint“.
Großveranstaltungen, bei denen eine Kontaktverfolgung und die Einhaltung von Hygieneregelungen nicht möglich ist, sollen demzufolge mindestens bis Ende Oktober 2020 nicht stattfinden.
Quelle: 2020 Presse- und Informationsamt der Bundesregierung

Bereits Anfang der Woche ging die lange angekündigte Corona-Warn-App für Smartphones mit Android- und Apple-Betriebssystem an den Start. Leider stellte sich ziemlich bald heraus, dass sie nur auf neueren Geräten bzw. Geräten, die über das neueste Betriebssystem-Update verfügen, installiert werden kann. Außerdem zeigte sich, dass der Umgang mit der App von offizieller Stelle wohl nicht ausreichend kommuniziert worden war, da bei den Gesundheitsämtern die Telefone heißliefen. Ein Kritikpunkt ist auch, dass die App nur in deutscher und in englischer Sprache existiert. Es gibt noch weitere Stolpersteine, sodass es fraglich ist, ob erreicht werden kann, dass mindestens 60% der Bevölkerung die App dann auch nutzen, was als effektiv erachtet wird.

Persönliche Anmerkung:
Ich bin der Meinung, dass die Entwicklung nicht mehr als ein „gut gemeinter Versuch“ ist, um den Menschen ein Gefühl von Sicherheit zu geben. Dafür ist sie aber leider unfassbar teuer mit rund 20 Millionen Euro Entwicklungskosten! Und mit weiteren laufenden Kosten können es bis Ende 2021 sogar an die 69 Millionen Euro werden. (nähere Infos „hier„). Erstauntes Smiley Das ist natürlich heftig viel Geld, das vielleicht in anderen Bereichen mehr bewirken könnte.

Seit dem 15. Juni sind die Reisewarnungen des Auswärtigen Amtes teilweise aufgehoben worden und zwar in die Mitgliedstaaten der Europäischen Union (Belgien, Bulgarien, Dänemark, Estland, Finnland, Frankreich, Irland, Italien, Luxemburg, Niederlande, Griechenland, Kroatien, Lettland, Litauen, Malta, Österreich, Polen, Portugal, Rumänien, Schweden, Slowakei, Slowenien, Spanien, Tschechien, Ungarn, Republik Zypern),
in Schengen-assoziierte Staaten (Island, Liechtenstein, Norwegen, Schweiz) und
in das Vereinigte Königreich von Großbritannien und Nordirland.
Das bedeutet nicht, dass jede Reise in die genannten Länder ohne Einschränkungen möglich ist. Einzelne Länder können weiterhin Einreisen beschränken oder eine Quarantäne bei Einreise vorsehen. Für Finnland, Norwegen, Schweden und Spanien verzögert sich aus diesen Gründen die Aufhebung der Reisewarnung noch bis auf weiteres. Von Reisen nach Großbritannien, Irland und Malta wird abgeraten. Auch darüber hinaus sollten Reisende besondere Vorsicht walten lassen und sich vorab über die Reise- und Sicherheitshinweise über die Situation in ihrem Reiseland informieren. Die Entscheidung über das Ob und Wie einer Reise entscheiden Reisende nach wie vor selbst. Kriterien sollten sein eine positive Pandemieentwicklung, ein stabiles Gesundheitssystem und stimmige Sicherheitsmaßnahmen für den Tourismus im Zielland sowie verlässliche Hin- und auch Rückreisemöglichkeiten. Eine zweite großangelegte Rückholaktion deutscher Urlauber aus der ganzen Welt wird es nicht noch einmal geben, das wurde von Seiten der Regierung bereits erklärt.
Diese Aufhebung der Reisewarnung gilt vorerst bis einschließlich 31. August 2020 und kann jederzeit widerrufen werden, falls sich am Pandemiegeschehen dramatische Änderungen ergeben.
Quelle: https://www.auswaertiges-amt.de/de/ReiseUndSicherheit/covid-19/2296762

Die Lufthansa hat sich mit einer Äußerung etwas weit aus dem Fenster gelehnt, nämlich zu versprechen, dass sie jeden Fluggast wieder in die Heimat zurückbringen wird, falls er am Zielort aus unterschiedlichen (Corona-) Gründen nicht einreisen darf. Die rechtliche Seite sieht laut dem Auswärtigen Amt aber folgendermaßen aus: „Wenn eine Infektion festgestellt wird, entscheiden die Behörden des jeweiligen Landes, welche Maßnahmen ergriffen werden. Die Behörden können dabei wie auch in Deutschland Quarantänemaßnahmen anordnen. Diese gelten auch für Reisende und müssen befolgt werden. Eine Rückreise ist während dieser Zeit in der Regel nicht möglich.“

Persönliche Anmerkung:
Und selbst wenn man zwar als evtl. infiziert eingeordnet und nicht in Quarantäne genommen wird, aber auch nicht reingelassen wird, nimmt die Lufthansa einen dann in der nächsten vollbesetzten Linienmaschine wieder mit zurück??? Oder wie? Etwa ich?

In Baden-Württemberg hat sich hingegen nicht allzuviel Neues ergeben.
Corona-Lockerungen in BW:
– Die Verordnungsermächtigung für Hygienevorgaben für Bäder (siehe Update vom 6. Juni) wird auf Saunen erweitert.
– Vom 15. Juni an können Reisebusse unter Auflagen wieder fahren. Näheres regelt die neue Corona-Verordnung Reisebusse. Sie sieht unter anderem vor, dass die Fahrgäste während der Fahrt eine Mund- und Nasenbedeckung tragen müssen, wie dies auch im Öffentlichen Personennahverkehr (ÖPNV) vorgeschrieben ist. Außerhalb der Reisebusse und beim Zu- und Ausstieg ist, wo immer möglich, ein Abstand von mindestens 1,5 Metern einzuhalten. Körperkontakt, insbesondere Händeschütteln oder Umarmen, ist zu vermeiden. Außerdem soll jeder Fahrgast einen fest zugewiesenen Sitzplatz erhalten und es gelten bestimmte Hygieneregeln. Unter anderem muss ausreichend Handdesinfektionsmittel zur Verfügung stehen. Die Daten der Reisenden müssen festgehalten werden, damit über möglicherweise auftretende Infektionen informiert werden kann.

Auch bei uns gibt es absolut nichts Neues. Von Hurtigruten kam zwar eine eMail, welche die ab Ende Juni wieder stattfindensollenden Seereisen bewirbt, aber nach kurzen Überlegungen werden wir dieses Jahr unseren Reisegutschein sicher nicht einlösen. Es gäbe zwar Vorteile, zum Beispiel, dass die Schiffe nur mit der Hälfte der verfügbaren Kapazitäten belegt werden, aber die Reise, die wir im Mai hatten machen wollen, wird im Moment gar nicht angeboten und es gibt derartig viele Sicherheitsvorkehrungen, dass es vermutlich eher nervig als unterhaltsam sein würde.
Wir leben also weiterhin unseren Alltag, schauen den weißen Wolken nach und fangen an zu träumen…

"Hundewiese"

Nachtrag:
Jetzt habe ich endlich eine Formulierung gefunden, die der Verordnung, die ich beim letzten Mal veröffentlicht und nicht verstanden hatte, einen Sinn gibt!!!
Ich zitiere noch einmal:

– Ab dem 10. Juni ist der Aufenthalt im öffentlichen Raum künftig in einer Gruppe mit Angehörigen von bis zu zwei Haushalten oder bis zu zehn Personen gestattet. Bisher durfte man sich im öffentlichen Raum nur mit den Personen eines weiteren Haushalts treffen.
Gemeint ist es so und so macht es auch Sinn:
Für Treffen im öffentlichen Raum gilt: Entweder maximal 10 beliebige Personen oder beliebig viele Personen aus maximal zwei Haushalten.
Also, geht doch!!! Smiley mit geöffnetem Mund Wobeiiii – geändert hat sich dann ja lediglich, dass sich jetzt bis zu 10 Personen aus mehr als zwei Haushalten treffen dürfen. Hätte man das nicht auch gleich so formulieren können??? Für alle, die es immer noch nicht verstanden haben:
Version A: Die Angehörigen von maximal zwei Haushalten, egal wie viele Personen!
Version B: Maximal 10 Personen aus maximal 10 Haushalten! Cooles Smiley

UPDATE vom 27. Juni 2020:

Die rasante Ausbreitung des Corona-Virus in einigen Schlachthäusern bzw. unter den dort beschäftigten Arbeitern und die Sorge um eine darüberhinaus gehende Verbreitung in der Bevölkerung der jeweiligen Städte/Landkreise hat, wie von der Ministerpräsidentenkonferenz beschlossen, dazu geführt, dass es zu erneuten Beschränkungen kam. Überall, wo es mehr als 50 Neuinfektionen pro 100000 Einwohnern innerhalb von 7 Tagen gibt, müssen, die besonderen Bedingungen berücksichtigend, Lockerungen zurückgenommen werden. Aktuell betrifft das in Nordrhein-Westfalen den Kreis Gütersloh und den Nachbarkreis Warendorf. In beiden Fällen reagierten die Behörden mit lokalen Quarantänemaßnahmen und gezieltem Testen. Man hofft, die Infektionswelle zu stoppen, noch bevor sie die breite Bevölkerung erreicht. Die „Coronaregionalverordnung“ trat am 24. Juni zu Mitternacht in Kraft und gilt zunächst bis 30. Juni.
– Es gelten wieder Kontaktbeschränkungen wie im März 2020. Diese Beschränkungen schreiben vor, dass sich nur Menschen aus einer Familie oder einem Hausstand in der Öffentlichkeit zusammen aufhalten dürfen. Treffen dürfen sich auch maximal zwei Personen, die weder der Familie angehören noch zusammen leben.
– Verboten sind viele Kulturveranstaltungen sowie Sport in geschlossenen Räumen. Fitnessstudios werden ebenso geschlossen wie Kinos sowie Bars und Thekenbetriebe. Restaurants dürfen unter Auflagen geöffnet bleiben, jedoch dürfen maximal zwei Personen oder alternativ eine Familie an einem Tisch sitzen.
– Bereits seit dem 17. Juni sind die Schulen und Kitas im Kreis Gütersloh wieder geschlossen. Der Kreis Warendorf zog am 25. Juni nach.

Am kommenden Montag, 29. Juni, beginnen in NRW die Sommerferien. Ministerpräsident Armin Laschet erklärte, der Lockdown bedeute kein Ausreiseverbot. Er appellierte aber an die Betroffenen, den Kreis nicht zu verlassen. In mehreren Urlaubsgebieten Deutschlands sind Reisende aus den betroffenen Regionen unerwünscht.

Persönliche Anmerkung:
So schlimm das für die Menschen, die dort leben und nun betroffen sind, auch ist, so zeigt es lediglich auf, diesmal an einer anderen Stelle, was im Umgang mit dieser Pandemie nicht funktioniert. Das Gute an all dem nicht Guten ist, dass an verschiedenen „Orten“ Missstände, die schon länger bestehen und durchaus bekannt sind, endlich in den Fokus einer größeren Öffentlichkeit rücken. Hoffentlich nachhaltig auch, dass es in der moralischen Verantwortung des Endverbrauchers liegt (und liegen sollte!), unter welchen Bedingungen die Fleischerzeugung geschieht. Nicht erst in den Schlachtbetrieben.
Dass vielen Menschen aus den betreffenden Landkreisen jetzt die Urlaubsplanung zerstört wird, ist natürlich bedauernswert, gerade nach den Wochen der Entbehrungen, die sie gerade hinter sich lassen konnten. Aber Urlaub ist nun mal kein Grundrecht und auch nicht lebensnotwendig, man hat sich nur in den letzten Jahrzehnten halt daran gewöhnt.
Ich denke, dass es sehr wichtig ist, zu verstehen, dass das Virus nicht aus Deutschland verschwunden ist, ganz egal, wie wenig aktuelle Infektionen es in bestimmten Regionen im Moment (noch) gibt. Gerade das Reisen in andere Gegenden und Länder kann sehr leicht dazu führen, dass es vermehrt Neuinfektionen geben kann, vor allem, wenn man in der Urlaubstimmung die neu erlernten, aber immer noch ungewohnten, Verhaltensmaßnahmen vergisst. Es kann in Zukunft also ganz leicht auch in anderen Teilen Deutschlands wieder zu Neuinfektionen kommen, auch ohne besondere Bedingungen wie in Gütersloh und Umgebung. Es gibt offenbar leider immer noch zu viele Menschen, die das Signal der Lockerungen missverstehen. Enttäuschtes Smiley

Corona-Lockerungen in BW:
keine

Corona-Verschärfungen in BW:
– (1) Es ist untersagt, in Beherbergungsbetrieben, wie z. B. Hotels, Gasthöfen und Pensionen, Ferienwohnungen, auf Campingplätzen und Wohnmobilstellplätzen sowie in vergleichbaren Einrichtungen Personen zu beherbergen, die aus einem Land- oder Stadtkreis innerhalb der Bundesrepublik Deutschland anreisen oder darin ihren Wohnsitz haben, in dem in den letzten sieben Tagen vor der Anreise die Zahl der Neuinfektionen laut der Veröffentlichung des Robert-Koch-Instituts pro 100.000 Einwohner höher als 50 ist.

– (2) Absatz 1 gilt nicht für Personen, die über ein ärztliches Zeugnis in deutscher oder in englischer Sprache verfügen, welches bestätigt, dass keine Anhaltspunkte für das Vorliegen einer Infektion mit dem Coronavirus SARS-CoV-2 vorhanden sind und dieses der zuständigen Behörde auf Verlangen unverzüglich vorlegen. Das ärztliche Zeugnis nach Satz 1 muss sich auf eine molekularbiologische Testung auf das Vorliegen einer Infektion mit dem Coronavirus SARS-CoV-2 stützen, die in einem Mitgliedstaat der Europäischen Union oder einem sonstigen durch das Robert Koch-Institut veröffentlichten Staat durchgeführt und höchstens 48 Stunden vor Einreise in das Land Baden-Württemberg vorgenommen worden ist. Das ärztliche Zeugnis nach Satz 1 ist für mindestens 14 Tage nach Einreise aufzubewahren.

Quelle: Verordnung des Wirtschaftsministeriums und des Sozialministeriums zur Eindämmung von Übertragungen des Corona-Virus (SARS-CoV-2) durch Beherbergungsverbote

Persönliche Anmerkung:
Die Sorge bezüglich Einschleppung des Virus ist nachvollziehbar. Da die Inkubationszeit allerdings bis zu 14 Tagen beträgt, sagt ein negatives Testergebnis von vor 48 Stunden nicht besonders viel aus. Wirklich sicher wäre nur eine 14-tägige überwachte Quarantäne. Das würde aber bedeuten, dass vom Urlaub nichts oder nicht mehr viel übrig bleibt. Trauriges Smiley

Neuerungen bei uns:
keine

Und nein, wir essen nicht aus lauter Verzweiflung jetzt schon unsere Smartphones!!! Smiley mit geöffnetem Mund

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UPDATE vom 3. Juli 2020:

Am 1. Juli ist die neue (überarbeitete) Corona-Verordnung für Baden-Württemberg in Kraft getreten, die allerdings nicht viele Änderungen bringt.

Corona-Lockerungen in BW:
– Ab dem 1. Juli darf man sich in Baden-Württemberg sowohl im privaten als auch im öffentlichen Raum mit insgesamt 20 Personen treffen. Bisher waren nur Treffen zwischen 10 Personen oder Angehörigen von zwei Haushalten erlaubt. Die neue Verordnung unterscheidet nicht mehr zwischen dem privaten und öffentlichen Raum.
– Ab dem 1. Juli sind Veranstaltungen mit bis zu 250 Personen möglich, wenn den Teilnehmenden für die gesamte Dauer der Veranstaltung feste Sitzplätze zugewiesen werden und die Veranstaltung einem im Vorhinein festgelegten Programm folgt. Also etwa Kulturveranstaltungen, Vereinstreffen oder Mitarbeiterversammlungen.
– Ab dem 1. Juli können nicht nur Feiern in angemieteten Räumen, sondern auch zu Hause mit bis zu 100 Personen stattfinden. Die Grenze von maximal 100 Teilnehmern gilt unabhängig vom Alter oder Verwandtschaftsgrad der Gäste. Beschäftigte des Veranstaltungsortes und sonstige Mitwirkende wie etwa DJ oder Fotograf zählen nicht zu den Teilnehmenden.
Eine private Veranstaltung im Sinne dieser Vorschrift ist ein zeitlich und örtlich begrenztes und geplantes Ereignis mit einer definierten Zielsetzung oder Absicht in der Verantwortung einer privaten Veranstalterin oder eines privaten Veranstalters, an dem eine Gruppe von Menschen gezielt teilnimmt.
Bei privaten Veranstaltungen mit nicht mehr als 100 Teilnehmern muss kein Hygienekonzept mehr eingehalten werden, das heißt, es werden keine Abstands- oder Desinfektionsregelungen etc. verpflichtend vorgeschrieben. Dies gilt zum Beispiel bei Geburtstagsfeiern, Hochzeitsfeiern oder Taufen.

– Auch bei Mannschaftssportarten wird gelockert: Fußballer, Handballer, Basketballer oder Volleyballer dürfen ab sofort ohne Abstandsregeln trainieren und spielen.

Corona-Verschärfungen in BW:
Die Verordnung des Wirtschaftsministeriums und des Sozialministeriums zur Eindämmung von Übertragungen des Corona-Virus (SARS-CoV-2) durch Beherbergungsverbote gilt noch bis zum 31. August 2020.

Neuerungen bei uns:
Uschi hat sich ein neues Smartphone gekauft, nicht nur, aber auch, um die Corona Warn-App installieren zu können, obwohl wir von ihr nicht oft Gebrauch machen können, zumindest solange wir hier bleiben. Auf einem Spaziergang entstanden dann die ersten Probefotos. Von der Qualität der Fotofunktion könnt ihr euch jetzt selbst überzeugen. Smiley

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UPDATE vom 11. Juli 2020:

Am 1. Juli ist die neue (überarbeitete) Corona-Verordnung für Baden-Württemberg in Kraft getreten.

Corona-Lockerungen in BW:
keine

Corona-Verschärfungen in BW:
keine
Die Verordnung des Wirtschaftsministeriums und des Sozialministeriums zur Eindämmung von Übertragungen des Corona-Virus (SARS-CoV-2) durch Beherbergungsverbote gilt noch bis zum 31. August 2020.

Neuerungen bei uns:
keine
Uschi war mit ihrem eBike und dem neuen Smartphone unterwegs und hat weitere schöne Sommerfotos mitgebracht. Smiley

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UPDATE vom 18. Juli 2020:

Am 1. Juli ist die neue (überarbeitete) Corona-Verordnung für Baden-Württemberg in Kraft getreten.

Corona-Lockerungen in BW:
keine

Corona-Verschärfungen in BW:
keine
Die Verordnung des Wirtschaftsministeriums und des Sozialministeriums zur Eindämmung von Übertragungen des Corona-Virus (SARS-CoV-2) durch Beherbergungsverbote gilt noch bis zum 31. August 2020.

Neuerungen am Hirtenteich:
Das Schwimmbecken ist doch noch mit Wasser befüllt worden, trotz der so umfangreichen Corona-Bestimmungen. Smiley Es wurde eine Reihe von Schildern und Hinweisen aufgestellt, Markierungen in Form von Pfeilen angebracht und Regeln erstellt. Zum Beispiel darf man nur noch gegen den Uhrzeigersinn um das Becken herumlaufen, etwa beim Verlassen des Badebereichs, um unnötige Begegnungen zu vermeiden. Es muss immer der Mindestabstand von 1,50m eingehalten werden, die Badedauer ist auf eine Stunde beschränkt, weil sich nur maximal 10 Personen gleichzeitig im Wasser bzw. im Schwimmbadbereich aufhalten dürfen. Um das zu gewährleisten, ohne nachzählen zu müssen, gibt es 10 rote Armbänder, die in einer Plastikwanne im Eingangsbereich in einer Desinfektionsflüssigkeit liegen. Ohne Armband darf niemand ins Schwimmbad. Wenn alle Armbänder vergeben sind, heißt es warten! Gut durchdacht, das Ganze, ob es dann funktionieren wird, wenn die Sommerferien in Baden-Württemberg begonnen haben, wird sich herausstellen. Der Schwimmbadbereich ist videoüberwacht, sodass bei Verstößen eingegriffen werden kann. Im besten Fall gibt es Eltern, die mit darauf achten, dass alle sich an die Regeln halten. Ansonsten wird es sein wie am Ballermann auf Mallorca, bei Missachtung wird man des Vergnügens wieder beraubt und das Bad geschlossen. Das wäre dann nur sehr bedauerlich für alle Unschuldigen. Enttäuschtes Smiley

Persönliche Anmerkung:
Ich fürchte, dass es den Kindern nicht möglich sein wird, den Mindestabstand einzuhalten bzw. sie davon zu überzeugen, dass sie es tun sollen. Das Schwimmbecken war bisher immer ein Spaßbereich, schwimmen für Erwachsene nur möglich ganz früh am Tag oder wenn es regnet. Smiley mit geöffnetem Mund Was Kinder in einem Freibad in der Regel machen, hat nichts mit Abstand zu tun. Sie werden ganz sicher nicht gesittet mit 1,50m Abstand hintereinanderher schwimmen. Und Arschbomben sind auch verboten! Trauriges Smiley Da bis zum Alter von 12 Jahren ein Erziehungsberechtigter dabei oder zumindest in Sichtweite am Zaun sein muss, liegt die Verantwortung zunächst bei diesen. Schwierig, schwierig! Auf Spielplätzen ist es ja genauso. Mit Abstand im Sandkasten spielen oder rutschen oder Karussel fahren? Da kann man nur hoffen, dass die wenigen Studien, die bisher gemacht worden sind und die besagen, dass das Infektionsgeschehen bei Kindern weniger ausgeprägt ist als bei Erwachsenen, Recht haben. Augen rollendes Smiley

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UPDATE vom 25. Juli 2020:

Am 1. Juli ist die neue (überarbeitete) Corona-Verordnung für Baden-Württemberg in Kraft getreten.

Corona-Lockerungen in BW:
keine

Corona-Verschärfungen in BW:
keine
Die Verordnung des Wirtschaftsministeriums und des Sozialministeriums zur Eindämmung von Übertragungen des Corona-Virus (SARS-CoV-2) durch Beherbergungsverbote gilt noch bis zum 31. August 2020.

Neuerungen am Hirtenteich und bei uns:
keine

Nach fünf Corona-Monaten, in denen wir alle zunehmend mit neuen Erkenntnissen, Erfahrungen, Rahmenbedingungen, Verhaltensmaßnahmen, Schreckensnachrichten konfrontiert wurden, scheint Deutschland an einem Punkt angekommen zu sein, an dem man – Regierung und Bürger – etwas mehr als nur eine Ahnung hat, wie das alles weitergehen könnte. Klar ist, dass wir dieses Virus wohl so schnell nicht wieder loswerden und auch wenn das Infektionsgeschehen unter Kontrolle gebracht werden konnte (im Gegensatz zu vielen anderen Ländern auf der Erde zum jetzigen Zeitpunkt), können wir nicht sicher sein, dass das Geschehen nicht wieder eskalieren kann, im Herbst/Winter zum Beispiel, wenn wir uns alle wieder verstärkt in geschlossenen Räumen aufhalten. Ein Impfstoff, so er denn überhaupt entwickelt werden kann, wird nicht zu 100% wirksam sein und auch nur für eine begrenzte Zeitdauer, so wie es bei der Grippeimpfung schon seit Jahren ist. Außerdem neigen Viren dazu, zu mutieren, sodass der Impfstoff ständig angepasst werden müsste. Am Anfang war ich noch der Meinung, dass sich möglichst viele Menschen infizieren müssten, damit eine Herdenimmunität, die ja zu Beginn im Gespräch war, erreicht werden könnte. Da dafür aber ca. 60% der Bevölkerung nötig sind, würde das viel zu lange dauern und viel zu viele Todesopfer fordern. Schweden hat es versucht und bezahlt mit viermal so vielen Toten wie Deutschland, im Verhältnis zu den Bevölkerungszahlen. Auch hätte eine Herdenimmunität ja nur dann einen Sinn, wenn die Grenzen geschlossen bleiben würden. Außerdem weiß man bisher nicht einmal, wie lange infizierte Genesende immun bleiben.
Dieses unselige SARS-CoV-2 hat die ganze Welt in kürzester Zeit und ohne Vorwarnung „aufgemischt“ und wir waren und sind alle ziemlich hilflos. Alles, was bisher geschah, war nichts mehr als ein Versuch, noch Schlimmeres zu verhindern und die Entscheidungen mussten schnell und oft aus dem Bauch heraus getroffen werden, ohne vorher absolvierte Katastrophenübungen. Und wie bei jeder Brandlöschung gibt es – leider – nicht unerhebliche Kollateralschäden, vor allem im wirtschaftlichen Bereich. Ich glaube, dass wir über die wirklichen Dimensionen noch gar nicht Bescheid wissen, von einigen Insidern mal abgesehen!
Bedauerlicherweise gibt es offensichtlich eine nicht unerhebliche Anzahl von Menschen, die die Gefahr, die von diesem Virus ausgeht, nicht oder nicht mehr wahrhaben will. Sie sind eine potenzielle Gefahr für alle anderen und leider sieht man es ja niemandem an, ob er infiziert ist. Und unglücklicherweise ist die Ansteckungsgefahr am größten, kurz bevor der Infizierte sich krank fühlt. Wenn er überhaupt etwas von seiner Erkrankung spürt. Dann kann er aber trotzdem schon mehrere andere Menschen angesteckt haben, von denen einige vielleicht schwer erkranken und einige vielleicht sterben.
Keine Ahnung, wie das mit dem Schulregelbetrieb nach den Sommerferien gehen soll! Kinder halten keine Abstände ein. Vielleicht mehr schlecht als recht noch da, wo sie kontrolliert werden. Und es ist auch nicht förderlich für ihre Entwicklung, keine körperliche Nähe zulassen zu dürfen. Was ist mit den ganzen Urlaubsrückkehrern, die sich ins Ausland getraut haben? Sie einmal bei Ankunft am Flughafen zu testen, ist nicht ausreichend, da sie sich noch am letzten Tag am Flughafen oder während des Rückflugs angesteckt haben können. Die Inkubationszeit bei Covid-19 beträgt bis zu 14 Tagen. Großbritannien schickt alle Rückkehrer aus Risikogebieten aktuell in Quarantäne. Das ist die sicherste Maßnahme, muss aber auch kontrolliert und gegebenenfalls sanktioniert werden, wenn es einen Effekt haben soll. Und es hat natürlich erhebliche finanzielle Auswirkungen, denn vermutlich können es sich die wenigsten Arbeitnehmer leisten, auf einen halben Monatslohn zu verzichten.
Es ist kein Kurzstreckenlauf, sondern ein Marathon, so hieß es von Anfang an von Fachleuten. Wir wollten das irgendwie alle nicht glauben, dachten, na ja, in ein paar Wochen wird der Spuk schon vorbei sein. Ist er nicht, wird er nicht. Wir müssen eine Umgehensweise mit dieser Bedrohung finden, alle zusammen (scheint nicht zu funktionieren) oder jeder für sich. Es hat, glaube ich, ziemlich viel mit Risikobereitschaft, aber auch mit Verantwortungsgefühl, zu tun. Das gilt ja in allen Bereichen des Lebens und Menschen gehen ziemlich unterschiedlich damit um. In jungen Jahren fühlt man sich unsterblich und macht sich eventuell auch nicht besonders viele Gedanken darüber, ob man mit seinem Verhalten vielleicht nicht nur sich, sondern auch andere gefährdet. Das hat mit Egoismus (ich will Spaß!), Wenn-Dann-Denken (mir doch egal) und Verstand zu tun. Albert Einstein wird ein schöner Spruch zugeordnet, der heißt: „Zwei Dinge sind unendlich, das Universum und die menschliche Dummheit – aber beim Universum bin ich mir noch nicht ganz sicher.“ Viele Menschen reifen charakterlich im Verlauf ihres Lebens, aber eben nicht alle. Ich kann mich also nicht auf die anderen verlassen, sondern muss für mich entscheiden, ob ich das Risiko, an Covid-19 zu erkranken (mit all den Spätschäden, deren Ausmaß noch gar nicht bekannt ist), ignoriere, in Kauf nehme oder so weit wie möglich eliminiere. Und das jeden Tag und in jeder neuen Situation. Anstrengend! Frustrierend! Lähmend! Wie gesagt, jeder muss das für sich selbst entscheiden, sollte dabei möglichst aber nicht vergessen, dass er die Verantwortung nicht nur für sich selbst trägt. Ich fürchte, dass ist der schwierigste Teil! Enttäuschtes Smiley

Wir werden noch bis Anfang September hier am Hirtenteich bleiben und uns dann vorsichtig wieder in „die Welt“ wagen. Die wöchentlichen Updates beende ich hiermit, da sich voraussichtlich in der nächsten Zeit nichts gravierend verändern und unser Alltagsleben vorläufig völlig unspektakulär bleiben wird. Die nächsten Beiträge, voraussichtlich ab Mitte September, kommen wieder mit Benachrichtigungen für unsere Abonnenten.

Passt weiterhin gut auf euch auf!

written by Ingrid
photos taken with iPhone and Samsung Galaxy S20 (except drone photos)

P.S.: Wie immer könnt ihr die Fotos durch anklicken auf Originalgröße bringen (bessere Qualität) und den Fototext lesen, wenn ihr den Mauszeiger auf das Foto führt.